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Andalusien

Human- und Regionalgeographisches Seminar "Peripherräume und Minderheiten"

Seminararbeit 2001 72 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Einführung

2. Naturräumliche Rahmenbedingungen und Ursachen für den Entwicklungsrückstand
2.1. Relief und Topographie
2.2. Grosslandschaften und Böden
2.2.1. Berg- und Beckenlandschaften
2.2.2. Guadalquivir-Becken
2.2.3. Sierra Morena
2.2.4. Böden
2.2.5. Bodenschätze
2.3. Klima
2.3.1. Klima allgemein
2.3.2. Temperaturen
2.3.3. Niederschläge
2.4. Vegetation
2.4.1. Waldbestand
2.4.2. Flächennutzung
2.4.3. Erosion
2.4.4. Naturschutzgebiete

3. Kulturräumliche Rahmenbedingungen und Ursachen für den Entwicklungsrückstand
3.1. Geschichtliche Entwicklung
3.2. Urbanisationswandel - Das Problem STADTDORF
3.3. Grund- und Bodenbesitzverhältnisse
3.4. Latifundienwirtschaft

4. Kennzeichen für den regionalen Entwicklungs-rückstand
4.1. Demographische Kennzeichen
4.2. Sozioökonomische Kennzeichen
4.3. Kennzeichen im Bereich der Primärwirtschaft
4.4. Kennzeichen im Bereich der Sekundärwirtschaft
4.5. Kennzeichen im Bereich der Tertiärwirtschaft

5. Massnahmen zur Bekämpfung des Entwicklungs-rückstandes
5.1. Landwirtschaftliche Förderungen
5.1.1. Staatliche (spanische) Agrarreform
5.1.2. Regionale (andalusische) Agrarreform
5.2. EU-Förderungen
5.2.1. EU-Förderungen - Allgemeines
5.2.2. EU-Förderungen für Andalusien
5.3. Programme zur Förderung der Industrie
5.4. Tourismus - Chancen und Probleme

6. Zusammenfassung und Ausblick

7. Arbeitsgrundlagen
7.1. Literatur
7.2. Statistiken
7.3. Kartenwerke
7.4. Internet

Einleitung

Problemstellung war die Ausarbeitung des Entwicklungsrückstandes der spanischen autonomen Region Andalusien. Da dieser Rückstand durch mehrere Faktoren beeinflusst wurde bzw. noch immer wird, gliedert sich diese Arbeit diesbezüglich im wesentlichen in vier Hauptuntersuchungsbereiche: Naturräumliche Rahmenbedingungen, kulturräumliche Rahmenbedingungen, Kennzeichen des Entwicklungsrückstandes und Maßnahmen zur Beseitigung dieses Rückstandes. Nach der Analyse der naturräumlichen Rahmenbedingungen, das sind die Einflüsse von Relief, Morphologie, Klima und Vegetation, werden die kulturräumlichen Rahmenbedingungen, wie geschichtliche Einflüsse, der Urbanisationswandel und diverse Wirtschaftsentwicklungen untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Beleuchtung der aktuellen Kennzeichen der Rückständigkeit Andalusiens, vor allem im Vergleich mit anderen Regionen der EU. Abschließend sollen einige Förderungsprogramme zur Beseitigung dieses Entwicklungsdefizits vorgestellt werden.

Basis für die Untersuchungen war eine Arbeit von BREUER, T, 1990: Andalusien (Reihe: Problemräume Europas; Bd. 9). Darauf aufbauend wurden aktuelle Informationen und Daten, in starkem Masse auch aus dem Internet, eingebunden. Unter den wichtigsten Internetseiten waren jene der EU (Europäische Union: http://europa.eu.int/), des Statistischen Amtes für Andalusien (Instituto de Estatistica de Andalucia: http://www.iea.junta-andalucia.es), der Wirtschaftskammer Andalusiens (Junta de Andalucia: http://www.junta-andalucia.es/andalucia/) und unter anderem diverse Tourismusseiten über Andalusien. Aktuelle Grafiken und Daten konnten oft direkt übernommen werden, mussten aber teilweise auch überarbeitet bzw. aus bestehendem Datenmaterial neu erstellt werden.

Anmerkung zur Angabe von Internetadressen: Internetadressen wurden im Text im allgemeinen nicht angeführt. Es wurden jedoch die Titel der Webseiten angegeben. Damit kann aus dem Verzeichnis "7.4. Internet" die entsprechende Interneteinstiegsseite aufgerufen werden. Bei stark verzweigten bzw. in viele Ebenen gegliederte Webseiten wurde im Kurzbeleg im Text die Unterebene, in der die entsprechende Information gefunden wurde, angegeben (z.B.: Homepage of Andalucia /sevilla/picture1.htm [Internet]).

1. Einführung

Die autonome Region Andalusien liegt im Süden Spaniens. Andalusien ist die bevölkerungsreichste und flächenmäßig zweitgrößte der insgesamt 17 spanischen Regionen. ( Encyclopedia - Electronic Library /spain [Internet])

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 1: Iberische Halbinsel – Andalusien
Quelle: Clickable Map of Spain [Internet], (bearbeitet von ERNST PRIMAS)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 2: Andalusien
Quelle: Andalucia.com - Information about the Andalucia Region of Southern Spain /intro.htm [Internet]

Population: 7.234.873 EW (18,2% von Spanien [39.669.394 EW])

Fläche: 87.268 km2 (17.3% von Spanien [504.782 km2])

Hauptstadt: Sevilla [701.927 EW] (drittgrößte Stadt Spaniens)

(BARATTA, M (Hrsg.), 1999: 737-742, Encyclopedia - Electronic Library /sevilla [Internet])

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Sevilla am Guadalquivir
Quelle: Andalucia Photogallery [Internet]

Der Name Andalusien stammt aus der Zeit, als die Mauren, eine Mischung aus Berbern (Bauern und Hirten) und Arabern (meist höher zivilisiert als die Berber), die Straße von Gibraltar erstmals nachweisbar im Jahre 711 überquerten und die Iberische Halbinsel okkupierten. Sie nannten die Halbinsel al Andalus (Land der Vandalen) . ( Andalucia.com - Information about the Andalucia Region of Southern Spain /intro.htm [Internet])

Die Region Andalusien besteht aus 8 Provinzen, die nach ihren Hauptstädten benannt sind:

* Huelva

* Cádiz

* Sevilla

* Córdoba

* Málaga

* Granada

* Jaén

* Almería

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 3: Andalusien – Provinzen
Quelle: Base de Datos de Andalucia /ale/general/andal.html [Internet]

Trotz Andalusiens starker Identität ist es doch ein in der Entwicklung rückständiger Raum Europas. Fast die ganze Region ist LEADER- (Programm zur Entwicklung von benachteiligten, ländlichen Gebieten) und PRODER- (Programm zur wirtschaftlichen Entwicklung und Diversifizierung ländlicher Gebiete) Zielgebiet. Die Hauptgründe für diese Rückständigkeit sind einerseits historischer Natur und die daraus entstandene wirtschaftliche Unterentwicklung und Strukturschwäche und andererseits die Entfernung zu den großen Industriezentren wie Madrid oder Barcelona. ( Rural Europe - European Commission - AEIDL 1999: Andalusia [Internet])

Ehemals Spaniens ärmste Region, zählt Andalusien heute aber zu den Haupttourismusgebieten. Es trägt auch den Beinamen "Kalifornien Europas" aufgrund der ganzjährig milden Temperaturen und der hohen Anzahl an Sonnentagen. Andalusien ist auch die Heimat des Stierkampfes und des Flamenco und bietet somit neben den architektonischen und landschaftlichen Reizen auch viele kulturelle Besonderheiten. ( All about Spain - Andalucia /region/r-anda.html [Internet])

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Stierkampf
Quelle: Andalucia.com - Information about the Andalucia Region of Southern Spain /marbella/home.htm [Internet]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Flamenco
Quelle: Andalucia.com - Information about the Andalucia Region of Southern Spain /marbella/home.htm [Internet]

2. Naturräumliche Rahmenbedingungen und Ursachen für den Entwicklungsrückstand

2.1. Relief und Topographie

Andalusien stellt aus geographischer Sicht keine naturräumlich geschlossene Einheit dar. Lediglich der Süden wird von der Mittelmeerküste und der Westen von der Atlantikküste begrenzt. (BREUER, T, 1990: 3)

In Andalusien lassen sich fünf Großlandschaften unterscheiden:

(i) Betische Kordilleren
(ii) Betische Binnenbeckenflucht
(iii) Subbetische Kordilleren
(iv) Guadalquivir-Becken
(v) Sierra Morena

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 4: Morphologische Einheiten
Quelle: BREUER, T, 1990: 3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 5: Andalusien (physisch)
Quelle: Instituto de Estatistica de Andalucia [Internet], (bearbeitet)

Aus Karte 5 lassen sich drei morphostrukturelle Einheiten abgrenzen:

a) die Berg- und Beckenlandschaften des Südens (Betische Kordilleren, Betische Binnenbeckenflucht und Subbetische Kordilleren) mit Erhebungen bis über 3000m (höchster Berg: Mulhacen [3478m] in der Sierra Nevada)
b) das Guadalquivir-Becken
c) die Sierra Morena im Norden mit Erhebungen geringer Höhe

2.2. Grosslandschaften und Böden

Andalusien ist im wesentlichen ein Bergland, das durch von südwest nach nordost orientierte Landschaftseinheiten gegliedert ist. Ein Großteil des Gebietes wurde zeitgleich mit den Alpen im Tertiär (22,5 Mio. Jahre - 2 Mio. Jahre vor heute) aufgefaltet. Gegen Norden hin herrschen ältere Genesen vor, zu der auch die Sierra Morena als Teil der älteren Iberischen Masse gehört. (BREUER, T, 1990: 3-4)

2.2.1. Berg- und Beckenlandschaften

Zu dieser Landschaftseinheit gehören die Betischen Kordilleren, die Betische Binnenbeckenflucht und die Subbetischen Kordilleren.

Die Betischen Kordilleren nehmen dabei die größte Fläche ein. Sie erreichen in der Sierra Nevada eine Höhe von 3478m (Mulhacen), das ist auch gleichzeitig die höchste Erhebung der Iberischen Halbinsel. Im Gegensatz zu den Alpen bestehen sie aber nicht aus durchgehenden Faltenzügen. Bis auf die Sierra Nevada handelt es sich eher um Mittelgebirgscharakter. Vieh- (Schafe und Ziegen) und Weidewirtschaft bilden einen wichtigen Bereich der Agrarwirtschaft. Aufgrund von Verkarstung ist nur eine bedingte ackerbauliche und forstwirtschaftliche Nutzung möglich. Felsformationen erheben sich aus Flysch- (Sediment, Metamorphit, Sandstein) und Ton-Mergel-Schichten. Auch an Erzlagerstätten sind die Betischen Kordilleren nicht reich. Lediglich in der Sierra Nevada gibt es Erzvorkommen. (BREUER, T, 1990: 9-10, Rural Europe - European Commission - AEIDL 1999: Andalusia [Internet])

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Sierra Nevada National Park/Granada (Betische Kordilleren)
Quelle: Andalucia.com - Information about the Andalucia Region of Southern Spain [Internet]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Sorbas/Almería (trockener Osten in den Betischen Kordilleren)
Quelle: Andalucia Photogallery [Internet]

Die Subbetischen Kordilleren erreichen geringere Höhen als die Betischen Kordilleren, bezüglich der agrarischen Nutzung gibt es aber keine wesentlichen Unterschiede.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Benaojan/Málaga (Subbetische Kordilleren)
Quelle: Andalucia Photogallery [Internet]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungen 7 und 8: Ronda in den Subbetischen Kordilleren/Westen der Provinz Málaga

Quellen: Andalucia Photogallery [Internet] und Andalucia.com - Information about the Andalucia Region of Southern Spain [Internet]

Zwischen den Betischen und den Subbetischen Kordilleren befinden sich die intramontanen Becken der Betischen Binnenbeckenflucht. Diese bilden Gunsträume im Sinne der Agrarwirtschaft unter der Voraussetzung, dass genügend Wasser für den Bewässerungsfeldbau zur Verfügung steht. In den Beckenlagen liegen auch die wenigen städtischen Siedlungen (Granada, Guadix, Baza, Antequera) der Betischen Kordilleren. Ansonsten sind die Kordilleren (Betische sowie Subbetische) eher dünn besiedelt. (BREUER, T, 1990: 10, Rural Europe - European Commission - AEIDL 1999: Andalusia [Internet])

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Ausläufer der westlichen Subbetischen Kordilleren
Zahara/Nordosten der Provinz Cádiz

Quelle: Andalucia Photogallery [Internet]

2.2.2. Guadalquivir-Becken

Nördlich der Betischen Kordilleren schließt die sogenannte Betische Depression (Guadalquivir-Becken) an. Es handelt sich hier um einen mit Molasse (Mergel, Ton, Sand) aufgefüllten Trog, der durch das Flusssystem des Rio Guadalquivir entwässert wird. Dieses dreiecksförmige Becken erreicht im Westen eine Ausdehnung von etwa 300 km. (BREUER, T, 1990: 10)

Die Güte der Böden vor allem im Bereich um Jaén und Córdoba (La Campina) ist sehr gut und die Hektarerträge sind etwa 10% über dem spanischen Durchschnitt. Es handelt sich hierbei um tiefgründige und nährstoffreiche kalthaltige Rotlehme alluvialen Typs. Diese Gebiete werden vor allem für den Wechselfeldbau (Getreide) genutzt, wobei nährstoffärmere Braunerden für den Dauerfeldbau (Wein/Oliven) und die salzhaltigen Böden der Marismas (Marsche im Westen, Mündungsgebiet des Rio Guadalquivir) für den Reisanbau genutzt werden. Das Guadalquivir-Becken stellt das Kernstück der andalusischen Agrarwirtschaft dar. (BREUER, T, 1990: 10, Rural Europe - European Commission - AEIDL 1999: Andalusia [Internet])

Wichtige Kulturpflanzen im Bereich von Córdoba und Sevilla sind Sonnenblumen, Baumwolle und Getreide. Weiter flussaufwärts in der Campina liegen die riesigen Olivenanbauflächen. (CABO, R, 1995: 14-16)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Olivenplantage bei Jaén (La Campina)
Quelle: Tour Spain [Internet]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Getreideanbau im Westen des
Guadalquivir-Beckens (Villamartín/Cádiz)

Quelle: Tour Spain [Internet]

2.2.3. Sierra Morena

Die Sierra Morena wurde vor der alpidischen Faltungsphase geformt und gehört somit zur alten Iberische Masse. Das ist auch der Grund, warum hier ein höherer Mineralstoffreichtum als in den jüngeren Kordilleren gefunden werden kann.

Die Sierra Morena ist nur schwach besiedelt, spielt aber eine bedeutende Rolle wegen der hohen Kupfer-, Blei- und Quecksilbervorkommen. Die Pyritvorkommen (hoher Kupfergehalt) machen 50% der bekannten Weltvorräte aus. Bergbau ist somit der wichtigste Erwerbszweig Andalusiens. Rund 3% der Erwerbstätigen Andalusiens erarbeiten etwa 20% der gesamtspanischen Produktion. Landwirtschaftlich ist die Sierra Morena hauptsächlich für Weidewirtschaft geeignet (Schafe). (BREUER, T, 1990: 10-11, Rural Europe - European Commission - AEIDL 1999: Andalusia [Internet])

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Westliche Sierra Morena (niederschlagsmässig begünstigt)
Quelle: Rural Andalusia [Internet]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 13: Sierra de Aracena/Huelva
(westliche Sierra Morena, mittleres Niederschlagaufkommen)

Quelle: Rural Tourism [Internet]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 14: Sierra de Cazorla/Jaén (östliche, trockene Sierra Morena)
Quelle: Rural Tourism [Internet]

2.2.4. Böden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 6: Böden Andalusiens
Quelle: AGUILAR (Hrsg.), 1961: 110

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Rosa gekennzeichnete Bereiche (Betische Kordilleren und Sierra Morena) bezeichnen Gebiete mit jungtertiären und quartären Böden (Tonerde, Lehm, Mergel). Die landwirtschaftliche Nutzbarkeit dieser Böden, vor allem auch durch die Karsterscheinungen und das damit verbundene Wasserproblem, ist eher gering.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Grüne Flächen zeigen silikatisch-metamorphe Böden in Teilen der Subbetischen Kordilleren und der Betischen Binnenbeckenflucht (Ranker [silikatisches Muttergestein; wegen Trockenheit landwirtschaftlich eher ungeeignet], Pararedsina [kalkig-silikatisches Ausgangsmaterial wie Mergel und Kalksandstein]) und im Guadalquivir-Becken (Rotlehm alluvialen Typs [nährstoffreich]).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die gelben Bereiche stellen kalkhaltige Böden aus dem Alttertiär in Teilen der Subbetischen Kordilleren, der Betischen Binnenbeckenflucht sowie des Guadalquivir-Beckens dar (Braunerde [etwas nährstoffärmer als die alluvialen Rotlehme trotzdem für den Ackerbau geeignet]) dar.

(AGUILAR (Hrsg.), 1961: 110, BREUER, T, 1990: 9-11, FAUST, D, 1995: 712-716)

2.2.5. Bodenschätze

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 7: Bodenschätze und Formationen
Quelle: BREUER, T, 1987: 48

In der Sierra Morena gibt es mehrere bedeutende Vorkommen von Bodenschätzen. Genannt seien hier der Kupfer- und Pyritabbau im Nordwesten und der Eisenerz-, Steinkohle- und Uranabbau im Nordosten der Sierra Morena. Die verarbeitende Industrie ist aber größtenteils an den verkehrstechnisch günstigen Küstenlagen oder an der Rändern des Guadalquivir-Beckens angesiedelt. Grundsätzlich ist aber zu bemerken, dass sich die großen Industriegebiete Spaniens an der Nordatlantikküste, im Großraum Madrid und an der Mittelmeerküste im Bereich von Valencia bis nach Barcelona befinden.

2.3. Klima

2.3.1. Klima allgemein

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 8: Klimazonen
Quelle: Junta de Andalucia /clima.htm [Internet] (bearbeitet)

Andalusien ist eine der wärmsten Regionen Europas. Das gemäßigte Mittelmeerklima bedeutet trockene, heiße Sommer und milde, relativ warme und niederschlagsarme Winter. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 16,8°C. Ein Merkmal, durch das sich Andalusien insgesamt auszeichnet, ist der Sonnenschein (über 3000 Sonnenstunden/Jahr).

Der Westen ist vom ozeanisch-humiden Einfluss geprägt, ebenso humid ist der Bereich der Betischen Depression (Guadalquivir-Becken). Der humide Einfluss ist auch neben den fruchtbaren Böden ein weiterer Grund für die überdurchschnittliche Ertragsfähigkeit in diesem Gebiet.

An der Mittelmeerküste findet sich vorwiegend arides, vom mediterran ariden bis hin zum subtropisch ariden und halbwüstenartigen, Klima. Dieses Gebiet wird vor allem touristisch genutzt. Landwirtschaftlich bietet der Küstenstreifen gute Voraussetzungen für den Anbau von Zitrusfrüchten sowie Gemüsearten. Speziell in den Wintermonaten ist ein Anbau ohne Beheizung möglich, was marktwirtschaftliche Vorteile bringt. Zunehmend wird jedoch der veraltete Freilandanbau durch den Folienhausanbau verdrängt. Das ergibt wiederum ein erhöhtes Müllaufkommen. Auch die Umstellung von traditionellen, heimischen Gemüsesorten auf Exportprodukte und der damit verbundene, verstärkte Einsatz von Pflanzenschutzmittel bringt zusätzliche ökologische Probleme mit sich. (DRESCHER, A, 1995: 148-150)

In den Bergregionen der Kordilleren und der Sierra Morena trifft man auf kontinentales Klima, wobei arides Klima in den Regenschattenbereichen (ostexponierte Hänge) der Berge vorliegt.

2.3.2. Temperaturen

Die niedrigsten Jänner-Temperaturen herrschen erwartungsgemäß in den gebirgigen Gebieten, wie etwa der Sierra Nevada/Kordilleren und auch der Sierra Morena. Die Temperaturen im Guadalquivir-Becken nehmen von Westen nach Osten ab. Das begründet sich auf der ausgleichenden Wirkung des Atlantiks. Der besonders mildernde Einfluss des Meeres kommt auch an der Mittelmeerküste zum Ausdruck. Dort werden mittlere Jänner-Temperaturen von 10-12°C gemessen.

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Details

Seiten
72
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832467272
Dateigröße
5.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222101
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz – Geographie
Note
1,0
Schlagworte
entwicklungsrückstand stadtdorf latifundien eu-förderungen tourismus

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Titel: Andalusien