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Der Blick von draußen - Negative deutsche Wahrnehmungsmuster Amerikas

Enthaltend eine Untersuchung der Berichterstattung über die US-Präsidentschaftswahl 2000 in drei deutschen Tageszeitungen

Magisterarbeit 2001 130 Seiten

Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Negative Wahrnehmung Amerikas im Spiegel der Zeit
Amerika, die Verheißung? Erste Abrechnungen mit dem El Dorado
Amerika – Land ohne Nachtigall – Deutsche Romantiker und Denker des Jahrhunderts
Angst vor der Amerikanisierung – das neue Element in der negativen Amerika- Wahrnehmung um die Jahrhundertwende
Der Blick auf Amerika von Weimar bis
„Imperialisten“ und „Faschisten“ – Amerika als Folie für Schuldgefühle im deutschen Nachkriegsbewusstsein

Berichterstattung heute – Deutsche journalistische Wertungen über die USA während der Präsidentschaftswahl 2000 am Beispiel der Tageszeitungen „BILD“, „taz“ und „Frankfurter Allgemeine“
Vorgehensweise bei der Untersuchung und Untersuchungszeitraum
Die „BILD“-Zeitung
Die „taz“
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“

Schlussanalyse

Literatur

Anhang (Zuordnungstabellen)

Einleitung

„Das ist eine Bananenrepublik!“ – Dieser oft gehörte hämische Ausspruch, anlässlich der US-Präsidentschaftswahl 2000 brachte den Anstoß für diese Arbeit. Der Ausspruch birgt etwas in sich, was viele europäische und deutsche Diskussionen über die USA und ihr politisches und kulturelles Wertesystem prägt: Einen abfälligen Grundtenor, der sich in einer arroganten Überlegenheitshaltung ausdrückt..

Die aufregende Präsidentschaftswahl 2000 gab Deutschen und Europäern Anlass zur Schadenfreude. Nach dem Schema: „Uns wollen Sie immer erzählen, was Demokratie ist und selbst kriegen sie nicht mal einen neuen Präsidenten gewählt.“, wurde an Stammtischen, in Redaktionsstuben, unter Wissenschaftlern und Intellektuellen diskutiert. Gerade europäische Intellektuelle rümpfen beim Gedanken an die USA oftmals die Nase, vor allem wenn es um politische Kultur und Kultur im weiteren Sinne geht. Nicht nur an Stammtischen sind Wertungen verbreitet, wie Amerikaner sind arrogant, oberflächlich, spielen den Weltpolizisten, haben eine Doppelmoral, haben keine Manieren, denken, Sie seien die Besten, haben keine Kultur, denken nur ans Geld usw.

Was sich oft im pauschalen Vorurteil ergießt, muss seinen Ursprung in bestimmten traditionellen Wahrnehmungsmustern von den USA haben, die im folgenden untersucht werden sollen. Kursgebend für diese Arbeit ist eine Passage aus Ernst Fraenkels Amerika im Spiegel des deutschen politischen Denkens (1959):

Wir müssen uns der Assoziationen bewusst werden, die wir gemeinhin mit „Amerika“ verbinden. Aus einer eigenartigen Mischung eines arroganten intellektuellen Überwertigkeitsgefühls gegenüber dem „Land ohne Kultur“ und eines fast verzagten ökonomischen Minderwertigkeitsgefühls gegenüber dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist ein Zerrbild der USA entstanden, das wie eine Art geistige Hypothek das Denken der alten Kulturvölker Westeuropas – und nicht zuletzt Deutschlands – belastet.[1]

Fraenkel stellt mit seinem Buch Amerika im Spiegel des deutschen politischen Denkens eine Sammlung aus Briefen, Aufsätzen, Vorlesungen und Gedichten kulturgeschichtlich bedeutender Deutscher auf, die sich irgendwann in irgendeinem Zusammenhang einmal zu Amerika geäußert haben. Die Sammlung reicht von Goethe über Hegel bis Nietzsche. Dieser Literaturkanon dient als eine Grundlage für diese Arbeit. Während Fraenkel aber lediglich im Vorwort seines Buches kurz Interpretationen anschneidet und sonst die Texte für sich stehen lässt, soll hier die Analyse dieser und anderer Texte im Vordergrund stehen. Sie sollen daraufhin untersucht werden, inwieweit sie Beispiele für kulturelle Wahrnehmungsmuster darstellen, unter denen Amerika in ein schlechtes Licht gerückt wird. Es gibt freilich genauso positive Wahrnehmungsmuster, durch die die USA hierzulande traditionell geistig erfasst werden. Aus persönlichem Interesse und aus Gründen des Umfangs dieser Arbeit, sollen hier aber ausschließlich die negativen Wahrnehmungsmuster, die beim Gedanken an Amerika wirkten und wirken, untersucht werden.

Der Blick auf alle die persönliche Erfahrungswelt bestimmenden Faktoren, also auch der Blick auf ein anderes Land, fällt immer durch die Linse der jeweils historischen Verhältnisse und ihrer Auswirkungen. Deshalb soll hier mit Hilfe eines groben historischen Abrisses versucht werden, zu zeigen, wie negative Bilder und Klischees von Amerika entstanden sind, sich weiterentwickeln und festigen konnten. Als Ausdrucksmittel kulturellen Zeitgeistes dienen dazu Texte geistig einflussreicher Personen.

Um die Konstanz und Aktualität etwaiger negativer Wertungsmuster zu überprüfen, wird anschließend die Berichterstattung dreier deutscher Tageszeitungen über die US-Präsidentschaftswahl 2000 untersucht. Das Thema war sehr weit oben auf der öffentlichen Agenda. Es wurde viel über Amerika und das politische System der USA diskutiert, weil für die verzögerte Wahlentscheidung Erklärungen gesucht wurden. Artikel zum Thema in der Tagespresse wurden zum Teil gesellschaftstheoretisch und gesellschaftskritisch, wobei Amerika und seine Demokratie bewertet wurden. So gab es in Deutschland Diskussionen über eine US-Verfassungskrise und eine angebliche Unfähigkeit der über 200 Jahre alten Demokratie, während in den USA selbst Nüchternheit und Gelassenheit herrschten.

Warum nun Tagesszeitungen? Sie sind ein schwarz-auf-weiß-Kondensat aktueller Meinungen von Teilöffentlichkeiten, je nach politischer Ausrichtung. Außerdem sind sie in einem Rückkopplungsmechanismus zugleich wieder meinungsbildend. Das heißt, Tagesszeitungen können, wie auch Literatur, zu einem gewissen Grad als kulturelles Stimmungsbarometer und als Zustandsanzeiger des Zeitgeistes genutzt werden. Zwar sitzen zum Beispiel deutsche Amerika-Korrespondenten nicht ‚draußen’, aber auch sie gehören durch ihre Sozialisation zum deutschen Kulturkreis und berichten außerdem im Rahmen einer gewissen Erwartungshaltung ihrer deutschen Redaktion.

Zusammengefasst ergeben sich für diese Arbeit die folgenden zwei zu überprüfenden Annahmen: Es gibt bestimmte traditionelle negative deutsche Wahrnehmungsmuster der USA. Diese lassen sich in ihrer historischen Entwicklung belegen. Sie erneuern und erhalten sich innerhalb des kultur-geschichtlichen Prozesses. Diese negativen Wahrnehmungsmuster Amerikas lassen sich aktuell in der Berichterstattung dreier deutschen Tagesszeitungen („Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „taz“ und „BILD“) während der US-Präsidentschaftswahl 2000 nachweisen.

Sowohl Ernst Fraenkel als auch Ulrich Ott, der sich in seiner Arbeit Amerika ist anders – Studien zum Amerika-Bild in deutschen Reiseberichten des 20. Jahrhundert auch intensiv mit den Anfängen der schriftlichen Vermittlung eines Amerikabildes in Deutschland widmet, messen der Periode vor dem 18. Jahrhundert keine besonders große Bedeutung bei. So schreibt Fraenkel:

Das deutsche Amerika-Bild ist [...] im Zeitalter der Romantik zuerst geprägt worden[2]

Und Ott:

[...] im ganzen gesehen [war] das deutsche Amerika-Interesse im 16. Jahrhundert nur schwach entwickelt [...], wofür in erster Linie die alle Aufmerksamkeit beanspruchenden Wirren der Reformation und Gegenreformation verantwortlich zu machen sind [...]. Wie das 16. Jahrhundert mit seiner fast ausschließlichen Fixierung auf ein – im Topos des Goldlandes zum Ausdruck kommendes – wirtschaftliches Amerika-Interesse, kennt auch das 17. Jahrhundert, zumindest bis in die letzten Dekaden, nur vereinzelte deutsche Amerika-Fahrer.[3]

Ob die Reformation und die Aufmerksamkeit dafür pauschal für ein schwaches Amerika-Interesse verantwortlich gemacht werden können, sei dahingestellt. Plausibel wäre dagegen die Annahme, dass ein breites gesellschaftliches Bewusstsein und ein entsprechender Diskurs in Deutschland über Nordamerika nicht vor der ersten deutschen Besiedlung in den Kolonien einsetzte. Dies geschah 1683 mit der Gründung von Germantown in Pennsylvania. Der Quäker William Penn sorgte für europäisches Interesse:

Während William Penn die Auswanderung als heiliges Experiment bezeichnet und auf der Basis von freier Religionsausübung, gutnachbarlichen Beziehungen zu den Indianern und günstigen Bedingungen für den Landerwerb in seiner Kolonie ein Domizil für religiöse Dissidenten und von wirtschaftlicher Not Bedrängte errichtet, erscheint Amerika immer stärker als Kanaan [...]. Die ins Deutsche übertragenen Werbeschriften Penns über seinen neue Kolonie erregen auch das Interesse pfälzischer Pietisten.[4]

Die Gründung von Germantown in Pennsylvania wurde zum ersten direkten Bindeglied zwischen der Neuen Welt und Deutschland. Durch Alltäglichkeiten wie Post- und teilweisen Reiseverkehr wurde der geistigen Auseinandersetzung mit Amerika in Deutschland ein praktisches Fundament gegeben. Der gesamtgesellschaftliche Meinungsbildungsprozess zum Thema Nordamerika, kann erst zu dieser Zeit in einem relevanten Maße begonnen haben. Dementsprechend verhält es sich mit den relevanten negativen Ansichten über die „Neue Welt“.

Die im späten 17. Jahrhundert einsetzende Flut von Traktaten, die Amerika als irdisches Paradies glorifizierten [...] provoziert zahlreiche Gegenschriften, die kritisch mit der Auswanderungspropaganda abrechnen.[5]

Die Zeit vor 1700 wird in dieser Arbeit vernachlässigt, da davon ausgegangen werden kann, dass sich die relevanten negativen deutschen Wahrnehmungsmechanismen Amerikas erst ab dem erwähnten Zeitabschnitt formten. In diesem Zusammenhang sollen zwei der von Ulrich Ott angesprochenen Gegenschriften, nämlich Gottlieb Mittelbergers Reise nach Pennsylvanien im Jahr 1750 (1756) und Dietrich von Bülows Der Freystaat von Nordamerika in seinem neuesten Zustand (1797), das schon unter dem Einfluss der revolutionären Ereignisse in Amerika stand, in Ausschnitten untersucht werden.

Die wesentlichen Beiträge für die Prägung typisch negativer deutscher Wahrnehmungsmusters der Vereinigten Staaten stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die französische Revolution 1789 und der Übergang zur geschichtlichen Moderne mit all ihren gesellschaftlichen Auswirkungen, sorgten für einen intensiven politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Diskurs, mit einem großem Output an geistig-kultureller Leistung. Das Klima in Zeiten der Entstehung von Nationalbewusstsein und Nationalstaaten war fruchtbar für intellektuelle Auseinandersetzungen.

Es war eine Zeit der Erneuerung, des Durchbruchs neuer Ideen und Entwicklungen – ein revolutionäres Zeitalter in vielerlei Hinsicht [...] Und die Ergebnisse dieser Umwälzungen prägen und bestimmen unser Denken und Handeln bis heute.[6]

Für das Thema dieser Arbeit wichtig ist außerdem die gigantische Auswanderungsbewegung in die USA in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten wuchs von 1790 bis 1860 um das knapp zehnfache[7], wozu die Deutschen erheblich beitrugen. Das hatte entsprechende Auswirkungen auf die Diskussion Amerikas in Deutschland. Den hier Gebliebenen musste die Auswanderungswelle (von 1820 bis 1860 sollen es rund 5 Millionen Europäer gewesen sein[8] ) eine Art Minderwertigkeitskomplex bescheren, den sie versuchten an anderer Stelle auszugleichen, indem vermeintlich schlechte Seiten von Amerika herausgehoben wurden.

Die Vereinigten Staaten und ihren Gesellschaftsentwurf machten sich bekannte und in ihrer geistigen Leistung einflussreiche Persönlichkeiten zum Thema. Dichter und Romantiker wie Heinrich Heine und Nikolaus Lenau sahen einen „Freiheitsstall mit Gleichheitsflegeln“ und ein poetisch verfluchtes das Land ohne Nachtigall, Philosophen wie Arthur Schopenhauer und Friedrich Hegel werteten Amerika in ihren Philosophien als unbedeutend für die Weltgeschichte ab. Der Populär-Roman Der Amerika-Müde (1855) von Ferdinand Kürnberger zeigt das Scheitern eines Auswanderers an der Kälte und Seelenlosigkeit der Neuen Welt. Die negativen Sichtweisen ziehen sich durch alle Bereiche des geistig-kulturellen Lebens.

Das bedeutendste, dass das neue Staatswesens der Vereinigten Staaten interpretiert, Alexis de Toquevilles De la démocratie en Amérique, (1835/1840) muss hier allerdings unbeachtet bleiben, da es sich im Ganzen, trotz teils kritischer Töne, um eine positive Interpretation der amerikanischen Demokratie handelt. Der Fokus der Arbeit liegt wie erwähnt auf der Gegenseite.

Mit der Jahrhundertwende (19./20. Jh.) nahm die negative Wahrnehmung der USA in Deutschland eine neue Dimension an. Rasanter wirtschaftlicher Fortschritt (Henry Ford baut die erste Automobilfabrik 1903, Bildung von Industrie-Monopolen), und, im Zuge der allgemeinen Bedeutungssteigerung der Weltpolitik, die Entwicklung der USA zur eigenständigen Macht auf der Weltbühne (1898 Krieg gegen Spanien, 1914 Panamakanal) schufen ein Angstgefühl vor Amerika. Die USA waren in dieser neuen Denkweise plötzlich nicht mehr nur Einwanderungsland und geschichtliches Anhängsel von Europa, sondern eine eigene, starke Entität mit großer Anziehungskraft, die offensichtlich funktionierte und die möglicherweise Modellcharakter bekommen könnte. Der Informationsfluss von der Neuen in die Alte Welt und umgekehrt durch weltwirtschaftliche Verwebungen, schnellere Kommunikation (Telefon, 1876), Familienkontakte, Presse und Bildungsaustausch (Professoren) war größer denn je. Damit war eine wesentliche Grundlage für die gesellschaftstheoretische Auseinandersetzung mit Amerika gegeben. Die sich in negativen Kategorien bewegende Diskussion über die USA war zunehmend geprägt von der Angst vor einer Amerikanisierung. Im konservativem Sinne erhaltenswerte, kulturelle Grundzüge des so genannten Abendlandes, drohten nach Meinung vieler, durch den zunehmenden internationalen Einfluss Amerikas erodiert zu werden. Man sprach von der „amerikanischen Gefahr“. Wirtschaftlicher Erfolg wurde den USA zwar zugebilligt, im Gegenzug aber, sozusagen als Kompensation, wurde Amerika ein schlechter gesellschaftlicher und kultureller Zustand bescheinigt. Fortschritt und Wirtschaftskraft wurden mit angeblicher Kulturlosigkeit als nicht anstrebenswertem Zustand aufgewogen, um den Nachteil des amerikanischen Gesellschaftsentwurfs zu demonstrieren. Dieser Wertungsmechanismus wirkt bis heute. Oft wird in Deutschland Kommerzialisierung gleichgesetzt mit einem Verlust von Werten und Kultur, z.B. beim Sport oder Fernsehen.

Das Wort „amerikanisch“ bürgerte sich als Bezeichnung für Einrichtungen, Vorkehrungen und mechanische Prozesse ein [...] Irrtümlicherweise erblickte man in der Vervollkommnung technischer und administrativer „efficiency“ das charakteristische Merkmal des amerikanischen Sozialkörpers [...] Je mehr sich das deutsche Denken über Amerika an dem Funktionieren des wirtschaftlich-technischen Betriebes berauschte, je weniger es bereit war unter der Hülle eines angeblich hypermodernen Apparates das Fortwirken tiefverwurzelter Traditionen zu erkennen, je mehr es als „Vermassung“ diffamierte, was in Wirklichkeit die Erhaltung und der Ausbau einer pluralistischen Staats- und Gesellschaftsordnung war, desto weniger wurde man sich bewusst, dass durch Errichtung eines „totalen Staates“ Deutschland in einen essentiellen Gegensatz zu den Vereinigten Staaten von Amerika gelangen musste.[9]

Werner Sombarts Warum gibt es in den Vereinigten Staaten keinen Sozialismus (1906), Wilhelm von Polenz’ Das Land der Zukunft (1903) und Max Goldbergers bekanntes Werk Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – Beobachtungen über das Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten von Amerika “ (1903) sollen dazu in Teilen untersucht werden. Die negativen Amerika-Wahrnehmungen gipfelten in der deutschen Kriegspropaganda des Ersten Weltkrieges. In der Weimarer Republik führt danach Walther Rathenau, damals Außenminister und viel gelesener sozial- und kulturphilosophischer Schriftsteller in eindeutiger Form die ablehnende Form der negativen Amerikabeurteilung der Romantiker fort.

Eine schwierige Untersuchungseinheit stellt die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland dar. Ohne Zweifel könnte man hier die meisten Amerika-feindlichen Dokumente der deutschen Geschichte finden. Die Propaganda der Nationalsozialisten war ein ausgefeiltes und reibungslos funktionierendes System. Negativ-Bilder der USA tauchten entsprechend häufig in Literatur und Presse auf, was sich durch den Eintritt der USA in den Krieg gegen Deutschland noch verstärkte. Ernst Fraenkel beschränkt sich jedoch in seiner Aufstellung meinungsbildender Personen dieser Zeit für das deutsche Amerika-Bild auf Adolf Hitler selbst, einen seiner Chef-Ideologen Alfred Rosenberg und den NS-Amerika-Wissenschaftler Friedrich Schönemann, denn:

Es kann kein Gewinn davon erwartet werden, in den Schmutzkübeln zu wühlen, die in den Jahren zwischen 1933 und 1945 von der deutschen Propaganda und Publizistik über Staat und Volk der Vereinigten Staaten von Amerika ausgeleert worden sind. Wollte man sich auf dieses Niveau begeben, so liefe man Gefahr, sein eigenes Niveau aufzugeben.[10]

Fraenkel kann man zustimmen, wenn man gleichzeitig der durchaus plausiblen These Ulrich Otts zustimmt. Seiner Meinung nach haben die Nazis lediglich eine „spezifische Ideologietradition“ einen „Klischeekodex“ des deutschen Bildungsbürgertums „ausgebeutet“[11]. Das, was also in überbordendem und übertriebenem Maße von der NS-Propaganda ausgeschüttet wurde, wuchs demnach auf dem geistigen Boden der Amerika-Ablehnung, den schon die nationalistischen Romantiker und ihre Vorgänger bereitet hatten. Im Sinne dieser Arbeit ist es ohnehin, bestimmte (um bei Otts treffendem Begriff zu bleiben) negative „Ideologietraditionen“ der Amerika-Wahrnehmung in Deutschland nachzuzeichnen. Deshalb kann sich diese Untersuchung auf zwei Schriften der NS-Zeit beschränken, in denen die wiederkehrenden Merkmale, wie auch immer vom barbarischen Zeitgeist überzeichnet, wiederzufinden sind. Dazu gehört als NS-Leitschrift Adolf Hitlers Mein Kampf (1925/26) und ein Beispiel aus der Populärliteratur, A.E. Johanns Land ohne Herz (1942). Ulrich Ott liefert ein überzeugendes Argument für die Untersuchung dieses Buches:

[allein schon deshalb] verdient der Amerika-Report unter Rezeptionsaspekten unsere Aufmerksamkeit [...], weil die Propagandisten des Dritten Reiches das Werk in der ungeheuren Auflage von 500.000 Exemplaren verbreiten ließen, man folglich von einer weitgehenden Konformität der Amerika-Reportagen Johanns mit dem offiziellen nationalsozialistischen Amerika-Bild ausgehen kann.[12]

Während die vorliegende Arbeit es damit bei der Analyse nationalsozialistischer Propaganda belässt, ist es gleichzeitig interessant zu untersuchen, was ein bedeutender deutscher Exilant, wie Bertolt Brecht aus den USA über die USA mitzuteilen hatte. In ihrer negativen Wahrnehmung lagen seine Einschätzungen offenbar teilweise ganz in der Nähe der Nazi-Einstellung. Henningsen geht in seinem Buch Der Fall Amerika, Zur Sozial- und Bewusstseinsgeschichte einer Verdrängung (1974) in diesem Zusammenhang sogar soweit, die Position Brechts zu Amerika mit der Adolf Hitlers auf eine Ebene zu stellen:

Die Ignoranz wird aber erst in ihrer ganzen blindwütigen, europazentrischen Besessenheit erkannt, wenn man Brecht, Zuckmayer und Werfel mit Adolf Hitler zusammenbringt. Denn die Amerika-Bilder der Verfolgten und des Verfolgers sind austauschbar.[13]

Mit dem Kriegsende und der 40-jährigen Besatzung des westlichen Teils Deutschlands durch amerikanische Truppen entstand zwangsläufig durch ständigen Kontakt und ständige Präsenz ein neues, informierteres Verhältnis der (West-) Deutschen zu Amerika. Diese besondere geschichtliche Situation bewirkte eine stärkere Sensibilisierung für das Thema Amerika als je zuvor in Deutschland.

Trotz ständiger Anhäufung von Wissen über die USA, was auch durch die Entwicklung der Mediengesellschaft gefördert wurde, wurden negative Amerika-Klischees und Wahrnehmungsmuster nicht im geringsten ausgeräumt. Amerika mag breiten Schichten der Bevölkerung zugänglicher geworden sein. An den tiefsitzenden Vorurteilen konnte dieser Fakt aber nicht rütteln. Die Fieberkurve Amerika-feindlicher Haltungen hatte dabei ihre Höhepunkte zur Zeit der Studentenbewegung, Ende der 60er Jahre, vor allem im Zusammenhang mit dem Vietnam-Krieg und Anfang der 80er Jahre mit der Friedensbewegung. Autoren, die sich mit dem Amerika-Bild der Nachkriegszeit beschäftigt haben, wie z.B. Behrmann und Kleinsteuber verweisen als Quellenmaterial zum Beispiel auf Titelgeschichten von „Stern“ und „Spiegel“. Viele negative Urteile über die USA wurden in diesen Zeitabschnitten vor allem im politisch linken Spektrum laut. Untersucht werden sollen dazu L.L Matthias’ Die Kehrseite der USA (1964) und Rolf Winters Ami go Home (1989). Damit soll die historische Aufarbeitung der negativen Amerika-Sicht abgeschlossen werden.

Exkurs DDR

Aus Gründen der Leistbarkeit dieser Untersuchung, muss die DDR und ihre Auswirkungen auf negative Tendenzen in der Amerika-Wahrnehmung hier vernachlässigt werden. Das Thema der DDR und deren Blick auf die USA, wäre Stoff für weiter reichende Analysen. Die Vorgehensweise wird durch die Annahme gestützt, dass langfristig, durch das Aufgehen der DDR in das bundesrepublikanische Gesellschaftssystem, sich die kulturellen Wahrnehmungsmechanismen angleichen, die Denkweisen aus DDR-Prägung langsam verschwinden werden. Es geht außerdem in dieser Untersuchung nicht um das Herausstellen propagandistischer Züge von negativen Amerika-Bildern, sondern um die tiefer sitzenden Ressentiments, auf die auch die DDR-Propaganda lediglich aufbaute, die sie aber nicht schuf. Eine Kontinuität der negativen Darstellung der Amerikas im Anschluss an die NS-Diktatur ließe sich wahrscheinlich für die DDR problemlos herausstellen.

Um diese Untersuchung im überschaubaren Rahmen zu halten, bilden die angesprochenen Zeiträume der End-Sechziger und Anfang-Achtziger Jahre den Abschluss des historischen Abrisses. Insgesamt soll der Versuch unternommen werden, einen roten Faden negativer Amerikawahrnehmung herauszuarbeiten. Dafür können im Rückblick nur wenige subjektiv ausgewählte Quellen benutzt werden. Dass sich dadurch Fehler beim Ziehen von Schlüssen, bzw. der Unvollständigkeit geschuldete argumentative Schieflagen ergeben können, ist dem Autor bewusst. Der Arbeit liegt jedoch die Überzeugung zu Grunde, dass die beschriebene Methode ein Gerüst negativer deutscher Wahrnehmungsmuster über die Vereinigten Staaten aufdecken kann, das einer Überprüfung anhand von aktuellen Quellen, in Form der Analyse der Berichterstattung zur Präsidentschaftswahl 2000, standhält.

Wichtig für den Untersuchungsprozess und für den angestrebten Erkenntnisgewinn dieser Arbeit ist am Schluss noch ein Zitat aus Emil-Peter Müllers Buch Antiamerikanismus in Deutschland:

[...] unmöglich ist die Rückführung antiamerikanischer Haltungen auf eine Ursache. Amerikaskeptische bis –feindliche Haltungen lassen sich auf historische, philosophische beziehungsweise ideologische, politische, sogar auf anthropologische Ursachen zurückführen.[14]

Die vorliegende Arbeit kann sich lediglich an die Ursachen für die Entstehung von Amerika-Ressentiments annähern. Sie vollständig zu ergründen ist unmöglich, da hat Müller recht.

Zur Begriffsklärung sei noch anzumerken, dass hier generell von Amerika gesprochen wird, womit die nordamerikanischen Kolonien bzw. die USA gemeint sind.

Die Arbeit steht freilich auch unter dem Eindruck des 11.9.2001. Denn gerade nach den Terroranschlägen in Amerika wurden plötzlich Diskussionen geführt, die die USA zum Schuldigen, das Opfer zum Täter machten. Innerhalb dieser Diskussionen spielten ähnliche Faktoren einer negativen kulturellen Wahrnehmung Amerikas eine Rolle, wie schon ein knappes Jahr vorher, bei der Präsidentschaftswahl 2000.

NegativE wahrnehmung amerikas im spiegel der zeit

Amerika, die Verheißung? Erste Abrechnungen mit dem Eldorado

Amerika war aus europäischer Sicht nicht immer zweigeteilt in Nord und Süd. Am Anfang war da einfach nur Neuland, unerforscht, wild, unabschätzbare Ländereien für konkurrierende, europäische Mächte. Die Vorstellung der Europäer von diesem neuen Kontinent wurde anfangs lediglich von Erzählungen über Expeditionen, Eroberungen und Landnahme geprägt, illustriert mit Berichten über Goldfunde und wilde, primitive Ureinwohner. Diese Mischung verbunden mit der natürlichen Sehnsucht nach materiellem Wohlstand musste die Fantasie der Menschen in Europa und auch in Deutschland anregen. Die Situation in Europa war fruchtbar für die Entstehung von Mythen: Die Mehrzahl der Menschen lebte nicht im Wohlstand und sehnte sich nach Besserem. Informationen wurden in der Bevölkerung hauptsächlich mündlich weitergegeben, was leicht zu Übertreibungen und Verfälschungen führt. Und: Mythen entstehen im ‚Volk’, nicht in einer kleinen gesellschaftlichen Elite, die freilich schon damals mit relativ genauen Informationen versorgt war.

[...] im 16. Jahrhundert [...] lagen [...] bereits alle wichtigen Schriften über Amerika, insbesondere die Berichte missionierender Jesuiten und der spanischen Konquistadoren, in deutscher Übersetzung vor.[15]

Wenn Nachrichten über Goldvorkommen und nackte, wilde Menschen in diesem neu entdeckten Land durchsickerten, war das idealer Stoff für die Bildung des Mythos vom Goldland, vom Eldorado. Dieser Mythos galt am Anfang für Nord- und Südamerika. Beide Teile wurden gedanklich noch als ein großes, fremdes Ganzes aufgefasst.

Das Interesse speziell für Nordamerika entwickelte sich erst mit dessen Besiedlung. Nach anfänglich gescheiterten Siedlungsversuchen kamen in den Jahren nach 1600 aus Virginia (Jamestown) und Neu-England (Plymouth) die ersten Erfolgsmeldungen. John Winthrop, Neu-Englands erster Gouverneur, lieferte die Vorlage für eine größere Sensibilisierung der Europäer für Nordamerika: Auf der gemeinsamen Überfahrt der ersten größeren Menschengruppe nach Nordamerika prägte Winthrop den Vorbildsanspruch „[...] we shall be as a City upon a hill. The eyes of all people are upon us. [...] “[16] Damit half Winthrop bei der Entwicklung einer europäischen Erwartungshaltung, die Amerika bzw. die Kolonien an ihren Erfolgen messen würde und die gleichzeitig ein ständiges Vergleichen der eigenen Lebenswelt mit der in Amerika anregte.

Nur ein halbes Jahrhundert später trat Nordamerika, mit der Gründung von Germantown in Pennsylvania (1683), direkt in den deutschen Erfahrungshorizont.. Die von Gouverneur William Penn garantierte Religionsfreiheit zog europäische Einwanderer der verschiedensten christlichen Glaubensrichtungen an, so auch deutsche Quäkerfamilien und ihnen folgend über 60 000 Deutschsprachige vom Oberrhein und aus der Pfalz.[17] Damit setzte ein kommunikativer Prozess zwischen Nordamerika und Teilen Deutschlands ein, bei dem Erfahrungen jetzt ohne Zwischenstation über England oder Spanien, direkt zwischen Deutschland und Amerika transportiert wurden. Dazu zählen zum Beispiel Briefwechsel oder mündliche Reise- und Besuchsberichte. Neben der Religionsfreiheit spielte die Hoffnung auf wirtschaftlichen Erfolg die wesentliche Grundlage für eine Auswanderung. Justus Erich Bollmann, Publizist und späterer Teilnehmer am Wiener Kongress 1815, der 1796 nach Amerika emigrierte und dort Kontakte zu Persönlichkeiten wie Thomas Jefferson pflegte, fasst das Bewusstsein und Sendungsbewusstsein deutscher Siedler in einem Brief an seinen Vater (1796) zusammen:

Die Gegend um Philadelphia herum ist schön [...] Das Grün ist merkwürdig heiter. Hügel und Täler, Felsen, Bäche, Wasserfälle die Menge! [...] Wohlstand strotzt einem überall entgegen. Elend ist nirgends. Keine Hütte so klein, vor deren Tür sich nicht zahlreiche gesunde Brut in üppigem Leben umhertummelte. Alles ist Treiben und Gedeihen! Menschen und Vieh sind wohl! [...] Nie hatte irgendein Volk eine solche Kindheit; nie vereinigten sich solche und so viele Bestandteile künftiger Größe so sparsam untermischt mit Keimen künftiger Zwietracht.[18]

Zweifelsohne ist dieses Beispiel exemplarisch für das zuerst nach Deutschland transportierte Bild vom Leben in den Kolonien: Amerika als Garant für wirtschaftlichen Erfolg, Freiheit in Religion und Unabhängigkeit. Religiöse Zusammenhänge spielten bei der Beschreibung der Neuen Welt eine große Rolle. Das Bild vom gelobten Land ist dabei das bedeutendste. Es ist ein Bild, dass aufgrund ihrer christlichen Prädisposition, alle Auswanderungswilligen am schnellsten verinnerlichen konnten und wollten. Die Jahrhunderte alte biblische Sehnsucht nach dem gelobten Land schien sich auf einmal in der Neuen Welt zu erfüllen. Schriftliche Schilderungen aus den nordamerikanischen Kolonien, gerichtet an die Menschen in Europa, waren oftmals ein reiner Lobgesang auf die Erfüllung dieser Verheißung, nicht nur weil viele Siedler wirklich so fühlten, sondern auch weil neue Siedler gebraucht wurden und in Europa dafür Werbung gemacht werden musste. Karsten Witte bezeichnet diese Art der in Europa kursierenden Werbeschriften in seinem Aufsatz Das verlangte / nicht erlangte Canaan / bey den Lustgräbern - Zur Kolononialliteratur in North Carolina (1973)[19] als Propagandatraktate. Es entwickelte sich demnach um 1700 ein Werbeschriftentum, das die nordamerikanischen Kolonien in den schillerndsten Farben darstellte.

Das musste Gegendarstellungen provozieren. Bestimmte psychologische Mechanismen spielten dabei eine wesentliche Rolle: Die Amerika-Beschreibungen mit einer implizierten Unterlegenheit der europäischen Wirklichkeit mussten kränkend und auch bedrohlich auf die wirken, die in Europa blieben bzw. auf die, die in Europa die gesellschaftlichen Eliten bildeten und kein Interesse an einer Änderung des Status Quo hatten. Es entwickelte sich eine Defensivhaltung verbunden mit Trotzreaktionen, die sich zum Beispiel in der Suche nach Fehlern und Gefahren, die die viel gelobte Neue Welt aufweisen könnte, zeigte. Außerdem war es leicht, die Quellen der überlieferten Informationen in Frage zu stellen, zum Beispiel mit dem Argument, dass nach Amerika sowieso nur diejenigen ausgewandert wären, die es hier nicht geschafft hätten: Ungebildete, Arme und religiöse Außenseiter. Denen konnte die Kompetenz der richtigen Einschätzung der Verhältnisse abgesprochen werden.

Aus dieser Konkurrenz an positiven und negativen Darstellungen und Wahrnehmungen Amerikas konnte sich die noch heute typische Zuspitzung auf Klischees entwickeln, wie Witte bemerkt:

Immer kämpfen die Autoren polemisch und im extremen Lager, bauen an der goldenen Legende und reißen sie wieder ein, verherrlichen oder verdammen das Land [...][20]

Die ersten Gegenschriften hatten vornehmlich einen warnenden Ton. Sie bezogen sich auf die gefährliche Fahrt über den Atlantik, den schweren Neuanfang und versuchten den Auswanderern, ihren Mut für das Unterfangen zu nehmen. Witte zitiert aus der Gemeinschaftsschrift einiger deutscher Prediger von 1711 Das verlangte / nicht erlangte Canaan / bey den Lustgräbern / Oder [...] von der unglücklichen Reise nach CAROLINA / [...][21]

Hoens [einer der Prediger, Anm. d. Autors] rät ab von der Suche nach dem gelobten Land, von der Wanderschaft nach dem neuen Jerusalem, denn ein Christ wird GOTT auch nicht in Pennsylvanien finden. [...] Als gute Christen sollen die Aussiedler dem Gericht in Europa nicht zu entgehen suchen. Statt äußerer Wallfahrt nach Amerika sähe Boehm [einer der Prediger, Anm. d. Autors] lieber eine innere Pilgerschaft zu Gott.[22]

Mit Appellen an das religiöse Gewissen wurde also unter anderem versucht, Ausreisewillige von ihren Plänen abzuhalten, indem man sie vor einer „Flucht“ warnt und die Illusion eines besseren Lebens in Amerika zu zerstören versucht.

Insgesamt bleibt die Zahl der heute verwertbaren Dokumente zum Thema Nordamerika vor 1800 offenbar noch sehr beschränkt. Keiner der auf diesem Gebiet veröffentlichenden Autoren (Fraenkel, Moltmann, Ott u.a.), bezieht sich auf Material vor dieser Zeit. Begründen könnte man das erneut mit der kulturellen Relevanz Amerikas für Deutschland im Zusammenhang mit dem Stand der deutschen Besiedlung in den Kolonien. Germantown und Umgebung erreichte seine Bevölkerungsblüte und damit Bedeutung erst nach 1750. Aus dieser Zeit stammt auch Gottlieb Mittelbergers Reise nach Pennsylvanien... (1756), ein Erlebnisbericht mit warnendem Ton über einen vierjährigen Aufenthalt in den deutschen Siedlungsgebieten Pennsylvanias. Mittelberger, ein pfälzischer Schulmeister, der in Deutschland durch einige private Probleme in Konflikt mit den Behörden kam, nahm im Jahre 1750 die Gelegenheit wahr, eine Orgel für die deutsche Kirche nach Philadelphia zu überbringen. Zu dieser Zeit fehlte es noch an Lehrern in den deutschen Gemeinden Pennsylvanias. Mittelberger sprang ein, womit sich sein Amerika-Aufenthalt auf vier Jahre ausdehnte. Gleich zu Beginn seiner Schilderungen macht Mittelberger klar, was er beabsichtigt.

Wenn man dieses alles wird gelesen haben, so zweifle ich keineswegs, so werden die Leute, die etwa noch dahin zu ziehen willens sein möchten, in ihrem Vaterland verbleiben und diese so lange und schwere Reise und damit verbundene Fatalitäten sorgfältigst verabscheuen [...[23] ]

Nach der Einschätzung Jürgen Charnitzkys war Mittelbergers Buch eine Auftragsarbeit für den Württembergischen Landesfürsten. Diesen Schluss zieht Charnitzky daraus, dass Mittelberger sein Buch eben diesem Fürsten widmete, der offenbar weitere Auswanderungswellen fürchtete. Den Glaubwürdigkeitsbonus lang genug in Amerika gewesen zu sein, hatte Mittelberger genauso, wie diejenigen, die die Kolonien in den schillerndsten Farben schilderten und versuchten, Menschen zum Auswandern zu bewegen. Letztere waren unterwegs aus wirtschaftlichem Interesse, um Auswanderer zu indentured servants zu machen, also quasi zu Sklaven, denen die Überfahrt bezahlt wurde, die diese im Nachhinein in Amerika jedoch jahrelang abarbeiten mussten.

Mittelberger versuchte sein Buch von anderen abzuheben. Durch folgende dramatische Formulierung im Untertitel erreichte er mit großer Wahrscheinlichkeit den gewünschten Effekt, dass viele Menschen, vor allem jene, die sich mit dem Gedanken an Auswanderung trugen, auf das Buch aufmerksam wurden:

[...] Reise nach Pennsylvanien [...] nicht nur eine Beschreibung des Landes nach seinem gegenwärtigen Zustande, sondern auch eine ausführliche Nachricht von den unglückseligen und betrübten Umständen der meisten Teutschen, die in dieses Land gezogen sind, und dahin ziehen.[24]

Er beginnt mit der Schilderung der Überfahrt nach Amerika. Das Elend auf dem Schiff, das schlechte Essen, Krankheiten, Stürme und die angespannte Stimmung unter den Reisenden, wird ausführlich beschrieben. Zur Illustration der Gefahr auf See bringt der Autor Beispiele einiger tragischer Schiffsunglücke, die sich auf der Überfahrt nach Amerika ereignet haben sollen. Eine wesentliche Rolle bei den Schilderungen Mittelbergers spielt die wirtschaftliche Organisation der Auswanderung. Dabei beschreibt er so genannte „Neuländer“ (Einwohner der Kolonien), die in Europa Menschen anwerben, um sie in finanzielle Abhängigkeiten zu bringen und zu indentured servants zu machen. Mittelberger spricht dabei wörtlich von „Menschenhandel“ und „Menschendieben“. Der erste Teil seines Buches schreckt mit Sicherheit vor einer Auswanderung ab.

Der zweite Teil der Reise nach Pennsylvanien... ist eine Art Landesbeschreibung. Dabei werden Unterschiede in der Fauna und Flora im Vergleich zu Europa erwähnt. Außerdem konzentriert sich der Autor in seinen Erzählungen immer wieder auf vermeintliche Kuriositäten in der Lebensweise der Amerikaner. Insgesamt hat dieser Teil des Buches einen eher positiven Einschlag. Die Lebensumstände und die Lebenswelt in Pennsylvania werden durchaus gelobt:

Man genießt in diesem Land auch in den geringsten oder ärmsten Häusern kein Essen ohne Fleisch, und isst niemand das Brot ohne Butter und Käse, obschon das Brot so gut als bei uns ist.[25]

[...] es trauen die fremdesten Leute einander mehr als in Europa die Bekannten. Man ist auch viel aufrichtiger und liebreicher gegeneinander als in Deutschland, darum leben unsere Amerikaner viel ruhiger und friedsamer als die Europäer zusammen, und dieses alles macht die Freiheit, worin alle gleich sind.[26]

Am Ende hat der Leser das Gefühl, dass Mittelberger seine geplante Beschreibung der „unglückseligen und betrübten Umstände“ der meisten Deutschen Einwanderer vergessen hat. Denn insgesamt macht das Buch doch eher neugierig auf Amerika, als abschrecken zu wollen. Ulrich Otts Einordnung der Reise nach Pennsylvanien... in die Kategorie „Gegenschrift“ ist daher nur zum Teil passend. Klar ist, dass das beschriebene Elend der Überfahrt über den Atlantik seine Wirkung nicht verfehlt. Beim genaueren Lesen fallen außerdem einige unterschwellig, negative Tendenzen in der Beschreibung Amerikas auf, die Mittelbergers Werk am Ende für die Entstehung einer negativen Amerika-Wahrnehmung doch wichtig erscheinen lassen. So wird dem Autor die ungewohnte amerikanische Freiheit unheimlich.

Prediger werden oftermalen, besonders auf dem Land, von Jungen und Alten wie die Juden ins Angesicht verspottet, geduzt und gehöhnt. [...] Solche unerhörte Grobheit und Bosheiten entstehen von des Landes übermäßigen Freiheiten [...] es ist auch die Pennsylvanische Freiheit einem manchen Menschen an Seel und Leib mehr schädlich als nützlich.[27]

Mittelberger nimmt ein Beispiel ungewohnter amerikanischer Lebenswirklichkeit und versucht es zu erklären. Dabei hilft er ein typisches Element negativer Amerika-Wahrnehmung mitzuprägen: Die Ablehnung von individueller Freiheit unter der Abwesenheit geläufiger., europäischer Rangordnungen und Sozialraster mit entsprechender menschlicher Gefolgsamkeit. Wo steht man selbst im Vergleich mit anderen? Da die Frage nicht nach gewohntem Muster beantwortet werden kann, werden argwöhnisch Fehler gesucht und damit im europäischen Sinne das generelle Funktionieren des amerikanischen Gemeinwesens in Frage gestellt.

Mittelberger bestärkt auch offensiv die Annahme, Amerika sei quasi der Hafen für den Abschaum dieser Welt:

[...] Pennsylvanien ist ein Sammelplatz aller entlaufenen Taugenichtse.[28]

Auf anderer Ebene bereitet Mittelberger mit seiner nüchternen und eher wenig wertenden Beschreibung der Unterschiede in Vegetation und Tierwelt Nordamerikas zu Europa gleichzeitig unbewusst den Boden für spätere Amerika-Schmäher:

Man sieht in Pennsylvania keinen Storch, keine Hetze (Elster, Anm. d. Autors), keinen Kuckuck, keine Lerche, Wachtel, keinen Distelvogel oder Stieglitz, keinen Kanarienvogel, keine schwarze Amsel, keine Meise [...][29]

Der deutsche Romantiker Nikolaus Lenau sollte gut 80 Jahre später mit seinen fast schon hasserfüllten Briefen aus Amerika dieses Motiv wieder aufgreifen („Land ohne Nachtigall“). Das geografisch und biologisch bedingte Fehlen bestimmter typischer europäischer Singvögel, die in der deutschen Lyrik die Königsrolle spielten, wird als Vehikel benutzt, um Amerika auf kultureller Ebene anzugreifen, um zu zeigen, wie fremd dieses Land ist, indem ein (romantisch verklärter) deutscher „Heimat“-Begriff nicht greifen kann.

Zusammengefasst bleibt zu Gottlieb Mittelbergers Reise nach Pennsylvanien... zu sagen, dass das Buch bereits durchaus Merkmale, einer sich herausbildenden negativen Wahrnehmung der nordamerikanischen Kolonien zeigt. Der Tenor des Buches legt ein Bleiben in Deutschland nahe, weil in Abwägung der Gefahren und der Lebensumstände in Amerika eine Auswanderung nicht lohnt. Mittelberger bleibt damit aber noch recht nüchtern, eine Art Gesellschaftskritik ist bei ihm noch nicht zu erkennen.

Dietrich von Bülows Der Freystaat von Nordamerika in seinem neuesten Zustand (1797) ist nach Meinung von Ulrich Ott die „erste große Generalabrechnung mit den USA“.[30] Den Einfluss Bülows auf die Entstehung des negativen Teils der deutschen Amerika-Wahrnehmung führt Ott auf die Kompetenz des Autors, die er bei der Leserschaft dieser Zeit genoss, zurück. Auch Hildegard Meyer misst in ihrer Dissertation Nord-Amerika im Urteil des deutschen Schrifttums bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts – Eine Untersuchung über Kürnbergers „Amerika-Müden“ (Hamburg, 1929) Bülows Buch große Bedeutung bei.

Die ablehnende Haltung Nordamerika und seinen Bewohnern gegenüber kommt am klarsten in dem Buch von Bülow [...] zum Ausdruck. (Meyer, S.11)

Neu daran ist, dass das Buch durchweg negativ über Amerika berichtet. Bülow stellt an sich selbst einen anderen, hohen Anspruch. Er will sich von subjektiv eingefärbten Reiseberichten unterscheiden, schreibt er zu Beginn seines Buches. Seine Arbeit, so erklärt Bülow, soll tiefer gehen und zu einer Einschätzung des amerikanischen Nationalcharakters werden. Schon der Umfang des Buches (Zwei Bände, insgesamt über 500 Seiten) unterstreicht den Ehrgeiz des Autors. Eindeutig zu erkennen ist hier, 40 Jahre nach Mittelberger, dass die Ereignisse in Amerika, die amerikanische Revolution (1776) und die Verfassungsgebung (1787), im deutschen Geistesleben ihre Spuren hinterlassen haben müssen. Bülows Freystaat von Nordamerika in seinem neuesten Zustand zeigt in Aufbau und Inhalt, dass sich das Interesse von der reinen Landesbeschreibung hin zu einer Neugier über das System dieses neuen Staates in Nordamerika verschoben hatte.

Bülow selbst war nach eigenen Angaben zweimal in den USA; zwischen September 1791 und Juli 1792 und noch einmal zwischen September 1795 und Oktober 1796. Diese Angaben mussten dem Autor beim Publikum Glaubwürdigkeit verleihen.

Immer wieder verweist er in Der Freystaat von Nordamerika in seinem neuesten Zustand auf die, wie er sie nennt, „Amerikomanen“, die Amerika gut gewogenen, die ihm, wie man am Ton leicht erkennen kann, zutiefst zuwider sind. Er will mit seinen Aufzeichnungen ein demonstratives Gegenbeispiel einer Amerikabeschreibung bieten, zu all denen, die sich seiner Meinung nach haben einlullen lassen von den amerikanischen Verheißungen Freiheit und individuelles Glück. Bülow wollte mit allen Mitteln, dem entgegenwirken, was Karsten Witte dem Zeitgeist attestiert:

Nun war die Legende vom irdischen Paradies fest etabliert. Ein religiöser Topos hatte sich zum profanen Cliché (sic!) verfestigt. [...] die Verheißungen der Glückseligkeit [erhielten] in Amerika ihre weltliche Weihe in der Declaration of Independence. Der Pursuit of Happiness ist nun das unveräußerliche Recht einer ganzen Nation, die aus religiösem Grunde nationale Werte säkularisiert.[31]

All das Positive, was die USA zu dieser Zeit ausstrahlten, die Aufbruchstimmung, den aufgeklärten Geist versucht nun Bülow umzukehren und zu widerlegen. Er beginnt mit einem geschichtlichen Abriss, um den, seiner Meinung nach schlechten, Charakter ‚des Amerikaners’ aus seiner Herkunft abzuleiten. Der Fakt, dass viele Amerikaner von armen Einwanderern abstammen, leitetet ihn zu Schlüssen wie diesen:

Sie [i.d. Falle irische Einwanderer, Anm. d. Autors] sind rohe Barbaren, denen eine gewisse Grausamkeit scheint angeboren zu sein, und die eine abergläubische Religion, deren Priester Verbrechen absolvieren, noch boshafter macht.[32]

Ein wesentliches negatives Amerika-Argument, das Bülow im weiteren in seinen Aufzeichnungen ausspielt ist die arrogante Abscheu vor einer sich durch materiellen Wohlstand definierenden quasi-Aristokratie in Amerika. Bülow unterliegt einem europäischen kulturellen Wahrnehmungs- und sozialen Definitionsschema, das der Soziologe Pierre Bourdieu 1979 in seiner Untersuchung Die feinen Unterschiede so formuliert hat:

Adel ist [...] Anciennität, die den Nachkommen alter Familien von Geburt an mitgegeben ist (zumindest gilt das dort, wo Anciennität und Adel – zwei in etwa gleichwertige Begriffe – als Werte anerkannt sind). Verstärkt wird dieses statusmäßige Herkunftskapital durch die Vorteile, die der frühzeitige Erwerb der legitimen Kultur für die Schulung in Kulturtechniken wie Tischmanieren und Kunst der Unterhaltung, musikalischer Bildung und Gespür fürs jeweils Schickliche, Tennisspielen und richtiger Aussprache gleichermaßen erbringt. [So wird eine] gesellschaftliche Macht über die Zeit dokumentier[t], die stillschweigend als die Form des Excellenten anerkannt ist [...][33]

Im amerikanischen Gesellschaftsmodell galten die in Europa gültigen Kategorien von Geschmack und kulturellem Kapital[34] nicht mehr. Geschmacksträger waren in der Alten Welt immer die gewesen, die per Geburt dazu bestimmt waren: Der Adel. Dieser konnte sich nicht nur materiell, sondern vor allem auch geistig-kulturell immer vom Rest der Gesellschaft abheben, durch geschmacklichen Habitus. Die höchste gesellschaftliche Klasse als Geschmacksträger, dieses System war selbst erhaltend.

Diejenigen, die erst nach einem materiellen Aufstieg versuchten, sich den Habitus der Geschmacksträger zu eigen zu machen, indem sie sich in Musik und Kunst bildeten oder sich Kunstwerke kauften, wurden von den echten Eliten schon immer abschätzig angesehen. Amerika ist aus europäischer Sicht Paradebeispiel dafür. Ohne feudale Klassenordnung, sondern als Demokratie mit Gleichheitsanspruch, wo sich Menschen von Anbeginn nur durch Besitz klassifizieren konnten, kann es in dieser Denkweise keine wirklich hohe Klasse geben. Die folgende Passage aus Bülows Amerika-Beschreibungen ist daher typisch:

[Sie] stellen [...] das bejammernswürdige und ekelhafte Schauspiel eines lüderlichen (sic!) und lasterhaften Barbaren; in ersterm (sic!), das Lächerliche eines schnell emporgestiegenen Menschen, dessen plumpes Äußere und unschickliches Benehmen gar possierlich mit der ihn umgebenden Eleganz kontrastieren, dem, durch solche Missverhältnisse befremdeten Auge des europäischen Beobachters dar.[35]

Luxus, wie er bei einigen amerikanischen Familien allein als Resultat wirtschaftlichen Erfolges vorkam, findet Bülow moralisch verwerflich und verachtenswert, weil Reichtum und Ansehen und die soziale Herkunft in seinen europäischen Kategorien von einander untrennbar waren und sich in Amerika diese Schemen auflösten. Verwerflich findet Bülow außerdem die Praxis der Kreditwirtschaft in Amerika.

Seiner Meinung nach ist alles, was den jungen Staat USA treibt, die Gewinnsucht des Einzelnen. Das Wort Gewinnsucht kommt wiederholt vor. Nicht philosophisch begründete Legitimationsmuster haben demnach zur Amerikanischen Revolution geführt, sondern die Perspektive einer völligen Handelsfreiheit und Gewinnmaximierung, wenn man nur vom Mutterland England unabhängig wäre. Wie begründet Bülow das? Er geht wieder zu seinem anfänglichen Argument zurück, und führt die so genannten unteren europäischen Schichten an, durch deren Einwanderung die amerikanische Gesellschaft geprägt ist. Diese und ihre Nachkommen, so meint Bülow, haben moralische Defizite und sind leicht blendbar durch potentiellem Reichtum.

Alle wesentlichen Faktoren, die für das Entstehen eines kulturell eigenständigen Staates und eines Nationalcharakters verantwortlich sind, wie die hochwertigen Schriften der frühen amerikanischen Nationalgeschichte von Paine, Jefferson, Hamilton usw. bleiben bei Bülow unbeachtet. Er sieht was er sehen will: Ein auf persönlichen Gewinn erpichtes, kommerzielles Volk. Schon Bülow sah die USA nicht als eigenständigen auf eigener geistes- und kulturgeschichtlicher Basis beruhenden Gesellschaftsentwurf, sondern als eine Art Abteil Europas, bei dem man in ständiger Vergleichsperspektive bestimmte fehlende europäische Elemente ausmacht, woraus am Ende eine Fehlbarkeit des Ganzen konstruiert wird. Europa selbst wird eine gewachsene Kultur zugestanden, Amerika nicht. Was Rolf Engelsing in einem Aufsatz für die Romantiker des 19. Jahrhunderts formulierte, galt auch schon für die Gedanken eines Dietrich von Bülow:

Dadurch, dass [...] nur das organisch Entwickelte, nicht das revolutionär Entsprungene als echt und geschichtlich anerkannt[...] und in den Forderungen von 1776 und 1789 nur Rationalismus und Materialismus erblickt[...wurde], schufen sie die Formel von der bloßen Zivilisation als Gegensatz der Kultur und taten damit eine Kluft zwischen einer europäischen und einer westlich-amerikanischen Welt auf, die bis heute nicht wieder völlig überdeckt worden ist.[36]

Dietrich von Bülow spart in seinen weiteren Abhandlungen keinen Teil der amerikanischen Gesellschaft aus, um seine negative Sicht von den Dinge klarzumachen. Der schlechte Bildungsstand auf dem Lande wird genauso ausgewalzt, wie eine angebliche Funktionsuntüchtigkeit der Verfassung, sogar die Beschaffenheit des Bodens für die Landwirtschaft ist teil seiner Kritik. Und immer wieder kommt verächtlich der Materialismus und eine damit einhergehende moralische Degeneration zur Sprache.

Ein eher heiterer Abschnitt soll hier noch angesprochen werden, da auch heute über 200 Jahre nach dem Buch Bülows ähnliche Begebenheiten Europäer immer wieder schocken und sie in ihren negativen Vorurteilen gegen die USA bestätigen.

Von Deutschland sonderlich haben sie die albernsten Begriffe. So fragen sie z.B. ob es denn auch in Deutschland steinerne Häuser gebe [...] ob man denn auch wohl zuweilen Braten in Deutschland esse, oder immer Kartoffeln, wie in Irland, und was dergleichen schafsköpfige Ungereimtheiten mehr sind.[37]

Von Bülow klingt gekränkt und ist verärgert, weil er nicht wahrhaben will, dass sich in Amerika die Welt nicht nur um Europa dreht. Nur weil Europäer meinen Amerika zu kennen, erwarten sie von Amerikanern, dass sie die Alte Welt, diesen zerklüfteten Vielvölkerkontinent genau so gut (oder schlecht?) kennen müssten. Amerikanische Überheblichkeit wird die Unkenntnis schnell genannt. Dabei sind die Europäer doch die eigentlich Überheblichen. Sie erwarten von Amerikanern detaillierte Europa-Kenntnis und jeder Europäer erwartet das für sein eigenes Land. Das sind über 40. Europa hielt und hält sich selbst für den Nabel der Welt und für die Wiege der Weltkultur.

Bülows Buch wird am Ende zur Werbeschrift für Deutschland. Er greift damit den Romantikern vor und versucht die Menschen zum Bleiben aufzufordern, indem er deutsche Wiesen, Felder, Berge und Flüsse beschwört.

Dem Mythos vom Eldorado im übertragenen Sinne, behaftet mit religiösen Motiven, konnten Mittelberger und Bülow trotz allem wenig anhaben. Dieses Wunschdenken war zählebig, was sich an der anhaltenden Auswanderung deutlich zeigte. Mit dem, was Mittelberger in Ansätzen und Bülow sehr ausschweifend aber zu vermitteln versuchten, konnte die Grundlage für einen ebenso starken Gegenentwurf zum goldenen Amerika-Mythos geschaffen werden, die Grundlage für eine negative Amerika-Wahrnehmung, auf die einhergehend mit dem gesellschaftlichen Wandel in Deutschland spätere Amerika-Schmäher problemlos aufbauen konnten. So wird das aufklärerische Moment in den Legitimationschriften und -diskussionen der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und Staatswerdung, zum reinen rationalen Gewinnstreben einzelner Individuen deklassiert. Die USA werden nicht als kulturgeschichtliches Resultat eines revolutionären Umbruchdenkens akzeptiert, sondern als zivilisatorisches Ergebnis materiellen Strebens einer Gemeinschaft unmoralischer, in Europa gescheiterter und klassenloser Geldjäger. Es war erklärtes Ziel der hier untersuchten Autoren ein positives (und damals noch mythisch verklärtes) Amerikabild zu zerstören. Mit dieser Absicht begründeten sie eine Tradition, die nachweislich bis in die 90er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts hineinreicht (Rolf Winter Der Amerikanische Alptraum (1992)) und die wahrscheinlich auch nicht abreißen wird. Man könnte es fast ein eigenes Genre nennen: „Die Generalabrechnung mit Amerika“.

Amerika - Land ohne Nachtigall - Deutsche Romantiker und Denker des 19. Jahrhunderts

Was Dietrich von Bülow bereits nüchtern und kalt formuliert hatte, konnten die deutschen Romantiker in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erst richtig zuspitzen, denn sie hatten dazu das passende Werkzeug: Die starken Worte der Poesie. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang der Dichter Nikolaus Lenau genannt. Seine Klage, Amerika habe keine Nachtigall, bringt die Gedankenwelt der Romantiker auf den Punkt. Rolf Engelsing drückt es so aus:

Es war ein beliebter Topos, das restaurative Deutschland als Land der Waldvögel, der Dichter, der Universitäten und Dome gegen das bürgerliche Amerika mit seinen Dampfschiffen, Plantagen, seiner Geldsucht und seiner jugendlichen Fühllosigkeit auszuspielen.[38]

Die Ressentiments konnten auf dem Boden weiter wachsen und sich verfestigen, den Bülow bereitet hatte: Auf dem konstruierten Gegensatz von Kultur und Zivilisation.

Im folgenden Abschnitt soll auf Amerika-Äußerungen der Dichter Nikolaus Lenau und Heinrich Heine und des Schriftstellers Ferdinand Kürnberger eingegangen werden. Ebenso werden die politischen Philosophie Friedrich Hegels und Arthur Schopenhauers und die ökonomische Philosophie von Karl Marx angeschnitten. Damit ergibt sich ein grober Überblick über das geistig-kulturelle Klima, in dem sich das deutsche Amerika-Ressentiment im 19. Jahrhundert weiter entwickeln konnte.

Dem Sturm und Drang, der Aufklärung, der Romantik und Weimarer Klassik, den geistig-kulturellen Säulen des jungen 19. Jahrhunderts, lagen die Gedanken der amerikanischen und französischen Revolution mit ihren liberalen Glaubensgrundsätzen im Grunde nahe. Es trat jetzt aber ein neues Element in den soziokulturellen und geistesgeschichtlichen Prozess in Deutschland ein: Das Nationalbewusstsein und mit ihm der Nationalstolz.

Der Kampf gegen die französische Vorherrschaft hatte elementare, bis dahin in dieser Form und in diesem Ausmaß unbekannte Leidenschaften der Völker entfesselt und – als Ergebnis des Ausgreifens der Französischen Revolution – die Legitimität des dynastischen Prinzips grundlegend in Frage gestellt.[39]

Im deutschen Geistesleben entwickelte sich in dieser ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Nationalbegriff, der für damalige Verhältnisse progressiv war, im Sinne von Gemeinschaft und Einheit (Volk). Die amerikanischen Verfassungsideale standen diesem Begriff grundsätzlich nicht entgegen, sondern waren eher Vorbild, war doch Amerika das sichtbare Beispiel für eine abstrakte Freiheit. Dem Grundgedanken der März-Revolution in Deutschland stand diese Idee nahe. Irgendetwas in Amerika aber war unvereinbar mit den neuen Ideen der Dichter und Denker in Deutschland. Das rationale Moment des durch die eigene Verfassungsgebung und Loslösung von Traditionen pragmatisch organisierten Miteinanders in Amerika, das Neue, das ‚künstlich’ gemachte, das die USA für viele Europäer darstellten, stieß gleichzeitig auf Ablehnung. Günter Moltmann spricht von einem traditionellen Nebeneinander des politischen Pro- und kulturellen Antiamerikanismus.[40]

Das wachsende deutsche Nationalbewusstsein, nach dem Sieg über Napoleon, gefördert auch durch die Gründung des deutschen Bundes auf dem Wiener Kongress (1815), verklärten schwermütige und grübelnde Romantiker zu einem diffusen emotional aufgeladenen Gemisch aus Heimatliebe, Nationalstolz, Naturverbundenheit und Sinnlichkeit. Die beliebtesten Metaphern kamen aus einer primitivistisch idealisierten Natur. Begriffe wie Volk, Heimat, Vaterland bekamen eine neue aufgeladene Bedeutung und bildeten in ihrer inflationären Nutzung die Wurzeln für die spätere Blut-und-Boden Ideologie der Nazis.

Dieses entstehende stark emotional aufgeladene Nationalgefühl musste umso stärker gekränkt sein, wenn weiterhin Menschen Deutschland in Richtung Amerika verließen und wenn weiterhin hartnäckig positiv-blumige Beschreibungen von der Neuen Welt kursierten. Die Romantiker konnten dem einiges entgegensetzen. Unterfüttert durch ihre verklärte Heimat-Ideologie und durch die Kraft der Worte, die sie dafür fanden, schafften sie es negative Amerika-Wahrnehmungen zu prägen und zu festigen. Wie Ernst Fraenkel, sind viele der auf diesem Gebiet arbeitenden Amerika-Wissenschaftler der Meinung, dass die Romantiker das deutsche Amerika-Bild zuerst geprägt oder zumindest sehr stark geprägt haben.

Immer wieder zitiert in diesem Zusammenhang wird Nikolaus Lenau und sein Ausspruch, dass „[...] Amerika gar keine Nachtigall hat.“[41]. Der romantische Dichter, war wie viele andere seiner Zeitgenossen anfangs dem weiterhin bestehenden mythisch verzerrten Amerika-Bild aufgesessen. Ein unwiderstehlicher Drang, der auf amerikanischen Wunschbildern basierte schien, wie Hermann Engelhard sagt, eine regelrechte Auswanderungspsychose in der Heidelberger Studentenschaft und in Südwestdeutschland ausgelöst zu haben[42]. Lenau war zwar kein politischer Aktivist. Trotzdem gehörte er genau zu der Gruppe junger Menschen, die den Geist des so genannten Vormärz charakterisieren: Politisch fortschrittlich mit freiheitlichen Ideen und zumindest teilweise durchaus systemkritisch. Amerika schien auch ihm deshalb eine Alternative. Lenau hatte eine neue Denkweise verinnerlicht, die sich im Deutschlandlied Fallerslebens exemplarisch ausdrückt. Nüchterne politischen Begriffe verwuchsen mit nationalistischen und romantischen Ideen, so dass sich eine eigentümliche gleichzeitig fort- und rückschrittliche Geisteshaltung etablierte. Für die Festigung und Weiterentwicklung einer negativen Wahrnehmung Amerikas war dies wesentlich.

Lenau (geb. 1802) ging mit 30 Jahren voller Erwartungen nach Amerika, weil er sich von einer idealisierten, unberührten amerikanischen Natur und Wildnis geistige Inspiration erhoffte. Nicht einmal ein Jahr später kehrte er desillusioniert nach Deutschland zurück. Persönliches Missgeschick (ein Unfall fesselte ihn wochenlang ans Bett, Rheuma und ein extremer Winter) und Enttäuschung spiegeln sich in Lenaus Briefen aus den USA wieder. Er hatte in Amerika Wünsche hineinprojiziert, deren Nichterfüllung er am Ende Amerika selbst ankreidete. Lenau schimpfte gegen die ihm unbekannte Natur, Menschen und Gesellschaft. Seiner Enttäuschung lässt er im Oktober 1832 freien Lauf in einem hasserfüllten Brief aus Baltimore an seinen Schwager:

Der Amerikaner hat keinen Wein, keine Nachtigall! Mag er bei einem Glase Cider seine Spottdrossel behorchen, mit seinen Dollars in der Tasche, ich setze mich lieber zum Deutschen und höre beim Wein die liebe Nachtigall, wenn auch die Tasche ärmer ist. Bruder, diese Amerikaner sind himmelanstinkende Krämerseelen. Tot für alles geistige Leben, mausetot. Die Nachtigall hat recht, dass sie bei diesen Wichten nicht einkehrt. Das scheint mir von ernster, tiefer Bedeutung zu sein, dass Amerika keine Nachtigall hat. Es kommt mir vor wie ein poetischer Fluch. Eine Niagarastimme gehört dazu, um diesen Schuften zu predigen, dass es noch höhere Götter gebe, als die im Münzhause geschlagen werden. Man darf die Kerle nur im Wirtshaus sehen, um sie auf immer zu hassen.[43]

In einem anderen Brief ein halbes Jahr später schreibt Lenau aus Ohio an eine Freundin:

Hier gibt es, wie sie wissen, keine Nachtigall, überhaupt keine wahren Sangvögel [...] Der Natur wird hier nie so wohl ums Herz oder so weh, dass sie singen müsste. Sie hat kein Gemüt und keine Phantasie und kann darum ihren Geschöpfen auch nichts dergleichen geben. [...] Hier sind tückische Lüfte, schleichender Tod. In dem großen Nebelbade Amerikas werden der Liebe leise die Adern geöffnet und sie verblutet sich unbemerkt. [...] Als Schule der Entbehrung ist Amerika wirklich sehr zu empfehlen.[44]

Einen Tag später schrieb er an seinen Freund Joseph Klemm:

Hier lebt der Mensch in einer sonderbaren kalten Heiterkeit, die ans Unheimliche streift. Größtenteils gewiss ist dies das Werk der Natur. [...] Kein wahrer Singvogel. Alles ist nur Gezwitscher und unmelodisches Geflüster. Selbst der Mensch hat keine Stimme zum Gesang. [...] Hier entfaltet sich der Mensch in seiner furchtbarsten Nüchternheit. Doch ist selbst diese Kultur keine von innen organisch hervorgegangene, sondern eine von außen gewaltsam und rapid herbeigezogene, bodenlose [...] Mit dem Ausdrucke ‚Bodenlosigkeit’ glaub’ ich überhaupt den Charakter aller amerikanischen Institute bezeichnen zu können, auch der politischen. Man meine ja nicht, der Amerikaner liebe sein Vaterland oder er habe ein Vaterland. [...] Was wir Vaterland nennen, ist hier bloß eine Vermögensassekuranz. Der Amerikaner kennt nichts, er sucht nichts als Geld, er hat keine Idee; folglich ist der Staat kein geistiges und sittliches Institut (Vaterland), sondern nur eine materielle Konvention.[45]

Den ersten Brief schrieb Lenau nach der anstrengenden Seereise über den Atlantik, die anderen zwei nach einem Schlittenunfall vom Krankenlager aus unter dem Eindruck eines anhaltend kalten Winters im März. Lenau war in einem fremden Land, dass er sich so fremd wohl nicht vorgestellt hatte. Er hatte sich vor seiner Reise Amerika offenbar als ein unberührtes, wildes Europa ausgemalt. Akzeptieren und überhaupt verstehen, dass die USA eine auf eigenen Ideen gewachsene Kultur haben, kann er daher nicht. Ein Gemisch aus Heimweh, persönlicher Enttäuschung und dem typisch romantisch verklärten deutschen Heimatbegriff, der sich auf Amerika nicht anwenden lässt, kumulieren in Lenaus Briefen daher in bösartigen und völlig haltlosen Beschimpfungen. So werden Vögel, deren Singmelodie er nicht kennt, nicht als Singvögel anerkannt. So irritieren ihn die Weite des Landes, das Unüberschaubare, Undefinierte, die fehlenden gesellschaftlichen Klassifizierungen. Alles wird für Lenau zum „großen Nebelbade Amerikas“, woran man seine eigentliche Ratlosigkeit bzw. seine Verstehens-Verweigerung erkennen kann. So bringt Lenau das ihm Fremde im amerikanischen Charakter, das im amerikanischen Kredo liegende Streben nach persönlicher Erfüllung mit einem vermeintlich damit einhergehenden fehlenden geistigen Leben in Zusammenhang. Und so wird schließlich, wie schon bei Bülow, Amerika ein eigenständiger geistig-kultureller Gesellschaftsentwurf abgesprochen und dem Land eine ‚Bodenlosigkeit’ und damit eine aus sich selbst hervorgegangene Kultur abgesprochen.

Lenau macht einen typisch europäischen Fehler. Er sucht offenbar aufgrund der zweifellos bestehenden Nähe, die durch die europäische Abstammung vieler Amerikaner gegeben ist eine kulturelle Nähe, die es nie gegeben hat. Diese fehlende kulturelle Nähe überrascht ihn, desillusioniert ihn, führt ihn zu Verurteilungen und verleitet ihn dazu, etwas abzuqualifizieren, hinter dessen Fassade er nie wirklich geschaut hat oder am Ende nicht mehr schauen wollte.

Heinrich Heine hatte mit seinem satirischen Deutschland, ein Wintermärchen gezeigt, wie er über das restaurative Deutschland dachte. Seine Ironie und die scharfen Spitzen gegen das Preußentum kennzeichneten Heine in diesem Sinne als fortschrittlich denkenden und kritischen Künstler. Auch er gehörte zu denen, die neuen geistigen Schwung in das kulturelle Deutschland brachten. Ebenso zeigen sich aber auch bei Heine „eigentümliche [ ...] gesellschaftliche Elitevorstellungen“[46], wenn er auf Amerika zu sprechen kommt. Von der damals zu England gehörenden Insel Helgoland schrieb er 1830 in dem Gedicht Jetzt wohin?:

Manchmal kommt mir in den Sinn

Nach Amerika zu segeln,

Nach dem großen Freiheitstall,

Der bewohnt von Gleichheitsflegeln –

Doch es ängstet mich ein Land,

Wo die Menschen Tabak käuen,

Wo sie ohne König kegeln,

Wo sie ohne Spucknapf speien.[47]

Das ist nicht das einzige Mal, dass Heine sich abfällig über den Freiheits- und Gleichheitsanspruch der amerikanischen Demokratie äußert. Auch ihm war die amerikanische Gesellschaft offenbar suspekt, weil auch sein Verständnis von Kultur und Geschmack untrennbar mit einer etablierten Klassengesellschaft, einer Erb-Aristokratie verbunden war. Das Fehlen dieser bekannten europäischen Gesellschaftskategorien und damit einhergehende persönliche Fremdheit erklärten Künstler wie Heine schnell zu einer „nivellierende[n] Eintönigkeit“[48]. Den Heineschen Freiheitstall mit den Gleichheitsflegeln, die Tabak käuen und ohne Spucknapf speien, könnte man ins Umgangsdeutsch so übersetzen: Amerika ist eine kulturlose Pöbelgesellschaft ohne Manieren. Deutlich sichtbar auch bei Heinrich Heine ist, dass in seinem Verständnis Kultur, Tradition, gesellschaftlicher Status und kulturelle Geschmackshoheit zusammenhängen. Diese Vermischung verstetigt sich immer weiter. Heute wird, wenn von einer „Kulturlosigkeit der Amerikaner“ gesprochen wird meist als Argument angeführt, dass sie keine Geschichte bzw. Tradition (im engeren Sinne keine aus der Repräsentation des Adels erwachsenen Kultursymbole) haben. Die Bedeutung der USA als kulturell eigenständige Gesellschaft wurde so immer wieder abgewertet.

[...]


[1] Fraenkel, Ernst (Hrsg.) Amerika im Spiegel des deutschen politischen Denkens, Köln, 1959, S. 12

[2] Fraenkel S. 19/20

[3] Ott, Ulrich Amerika ist anders: Studien zum Amerika-Bild in deutschen Reiseberichten des 20. Jahrhunderts, Frankfurt (Main), 1991, S. 71

[4] ebd., S. 72

[5] Ott S. 73

[6] Görtemaker, Manfred Deutschland im 19. Jahrhundert, Entwicklungslinien, Ulm, 1996, S. 9

[7] Adams, Willi Paul Die USA vor 1900, München, 2000, S. 56

[8] Vgl. Adams, S. 58

[9] Fraenkel, S. 44/45

[10] Fraenkel, S. 46

[11] Ott S. 257

[12] ebd.

[13] Henningsen, Manfred Der Fall Amerika, Zur Sozial- und Bewusstseinsgeschichte einer Verdrängung, München, 1974, S. 176

[14] Müller, Emil-Peter Anti-Amerikanismus in Deutschland, zwischen Care-Paket und Cruise Missile, Köln, 1986, S. 54

[15] Ott S. 70

[16] Winthrop, John A Model of Christian Clarity in: Paterson, Thomas G. (Hrsg.) Major Problems in American Foreign Policy Two Volumes. 3rd ed., Lexington, MA, 1989, S. 41

[17] Adams, S. 30

[18] Justus Erich Bollmann Eine Neue Welt, An seinen Vater, Philadelphia, 15. 6. 1796 In: Weber, Rolf (Hrsg.) Land ohne Nachtigall, Deutsche Emigranten in Amerika 1776 – 1886, Berlin,1981, S. 46/47

[19] Witte, Karsten Das verlangte / nicht erlangte Canaan / bey den Lustgräbern’ - Zur Kolononialliteratur in North Carolina, in: arcadia8, 1973, S. 303

[20] ebd.

[21] ebd. S. 304

[22] ebd. S. 305

[23] Charnitzky, Jürgen (Hrsg.) Gottlieb Mittelberger - Reise nach Pennsylvanien im Jahr 1750, Sigmaringen, 1997, S. 73

[24] ebd., S. 58

[25] ebd., S. 125

[26] ebd., S. 169

[27] ebd., S. 124

[28] ebd., S. 148

[29] ebd., S. 136

[30] Ott S. 79

[31] Witte, S. 306

[32] Bülow, Dietrich von Der Freystaat von Nordamerika in seinem neuesten Zustand, Berlin, 1797, S. 33

[33] Bourdieu, Pierre Die feinen Unterschiede, Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt, 1996

[34] Begriffsprägung von Bourdieu

[35] Bülow, S. 36

[36] Engelsing, Rolf Deutschland und die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert in: Die Welt als Geschichte, Eine Zeitschrift für Universalgeschichte, Heft 2/3, 1958, S. 143

[37] Bülow, S. 233

[38] Engelsing, S. 144

[39] Görtemaker, S. 67

[40] Moltmann, Günter Deutscher Anti-Amerikanismus heute und früher in: Otmar Franz (Hrsg.) Vom Sinn der Geschichte, Stuttgart, 1976, S. 94

[41] Engelhard, Hermann Nikolaus Lenau – Sämtliche Werke, Briefe, Stuttgart, 1959, S. 845

[42] ebd., S. 972

[43] ebd., S. 845

[44] Nikolaus Lenau an Emilie von Reinbeck, Lisbon, Ohio 5.3. 1833 In: Weber, Rolf (Hrsg.) Land ohne Nachtigall, Deutsche Emigranten in Amerika 1777 – 1886, Berlin,1981, S. 82 ff.

[45] ebd. S. 85 ff.

[46] Moltmann, S. 95

[47] Heine, Heinrich Jetzt Wohin? In: Heine, Sämtliche Werke Bd. I, München, 1972, S. 563

[48] Engelsing, S. 143

Details

Seiten
130
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832466619
Dateigröße
846 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222045
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien
Note
2,5
Schlagworte
antiamerikanismus amerikabild vorurteile amerikakritik

Autor

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Titel: Der Blick von draußen - Negative deutsche Wahrnehmungsmuster Amerikas