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Übersetzungsübungen im Fremdsprachenunterricht

Eine Bestandsaufnahme

Magisterarbeit 2002 91 Seiten

Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzen und Übersetzer
2.1. Übersetzen
2.1.1. Zum Begriff „Übersetzen“
2.1.2. Formen des Übersetzens im Fremdsprachenunterricht
2.1.3. Zur Geschichte der Übersetzungswissenschaft
2.1.4. Übersetzen heute
2.2. Übersetzer
2.2.1. Der Übersetzungsprozess
2.2.2. Translatorische Kompetenz

3. Sprachvergleich und Übersetzen
3.1. Wozu Muttersprache im Fremdsprachenunterricht? .
3.2. Sprachvergleich und Grammatik
3.3. Wortschatzvermittlung
3.3.1. Wortschatz und Leseverstehen in der Grundstufe
3.3.2. Thematisierung einzelner Wörter und Wendungen
3.3.3. Zweisprachige Semantisierung im Unterrichtsgespräch

4. Textverarbeitungskompetenz
4.1. Die kommunikative Funktion eines Textes
4.2. Textsorten
4.3. Konventionen
4.4. Texttypen

5. Translatorische Kompetenz und Fremdsprachenunterricht
5.1. Die fünf Ebenen des Leseverstehens
5.2. Übersetzerische Textanalyse und interkulturelle Kompetenz
5.3. Übersetzen und die unteren Ebenen des Leseverstehens
5.4. Übersetzen und Schreibfertigkeit
5.5. Übersetzen und Language Awareness

6. Übungen zur Entwicklung translatorischer Kompetenz
6.1. Bedingungen und Einschränkungen
6.2. Übungsbeispiele

7. Zusammenfassung

8. Literatur

Anhang:
1. Erklärung
2. Erstes Gutachten
3. Zweites Gutachten

Inhaltsangabe

Fremdsprachenunterricht und Übersetzen: zwei Begriffe, unter denen sich jeder etwas vorstellen kann. Wir alle haben in höherem oder geringerem Maß Fremdsprachenunterricht genossen. Dort haben wir mehr oder weniger gelernt – meistens weniger, wenn man Allgemeinplätzen wie „Mit Schulenglisch kommt man in England nicht durch“ Glauben schenkt. Auch das Übersetzen kennt jeder: Es hat mit zwei Sprachen zu tun, und es muss jemanden geben, der zwischen diesen zwei Sprachen und deren Sprechern vermittelt, da diese sich sonst nicht verstünden. Die übersetzende Person muss dabei beide Sprachen beherrschen. In der Wissenschaft schließlich haben sich mit der Fremdsprachendidaktik und der Übersetzungswissenschaft zwei Disziplinen zu diesen Themen entwickelt und etabliert.

Bei der Kombination „Übersetzen und Fremdsprachenunterricht“ liegt der Fall jedoch anders: Da die jahrhundertelang vorherrschende Grammatik-Übersetzungs-Methode zum Lernen von Fremdsprachen in der Fachliteratur weitgehend diskreditiert ist, beschäftigen sich die Didaktiker nur noch selten mit den Möglichkeiten, die das Übersetzen für den Fremdsprachenunterricht bietet. Daran haben auch kognitive Ansätze nichts geändert, die als Reaktion auf die audiolingualen und audiovisuellen Methoden von einer neuerlichen Hinwendung zu Grammatik und Sprachbewusstheit gekennzeichnet sind. Das Thema führt nach wie vor ein Mauerblümchendasein, sowohl in der Fremdsprachendidaktik als auch in der Übersetzungswissenschaft – beide Disziplinen haben bisher wenig Notiz voneinander genommen. Die Gründe dafür können wie folgt zusammengefasst werden:

- Viele glauben nach wie vor, dass man eine Fremdsprache nur gut können müsse, dann stelle sich die Fähigkeit zum Übersetzen von selbst ein.
- Viele haben durch das, was sie früher im schulischen Fremdsprachenunterricht praktiziert haben, einen begrenzten Blick dafür, welche Möglichkeiten das Übersetzen bietet und welche Leistungen Übersetzer erbringen.
- Das Übersetzen wird von Vertretern der Fremdsprachendidaktik als zu komplex und eher lernhemmend empfunden.
- Für die Vertreter der Übersetzungswissenschaft findet „richtiges“ Übersetzen im Fremdsprachenunterricht ohnehin nicht statt.

Diese Über- und Unterschätzungen hinsichtlich des Übersetzens zu relativieren und auszuräumen, ist ein übergreifendes Ziel dieser Arbeit. Die Realität der täglichen Unterrichtspraxis zeigt die Berechtigung dieses Anliegens: Stegreifübersetzungen, zweisprachige Semantisierung, zweisprachige Wörterbücher und Vokabelverzeichnisse sowie Satzfür-Satz-Übersetzungen waren und sind bis heute alltägliches Brot von Fremdsprachenlernern und lehrern. In den Lehrbüchern und in der Fachliteratur sind solche Themen jedoch weitgehend ausgespart.

Aus diesem Mangel ergibt sich das zweite übergreifende Ziel dieser Arbeit: zu zeigen, dass und wie ein durchdachter Einsatz von Übersetzungsübungen den Fremdsprachenunterricht bereichern kann. Dabei werde ich wie folgt vorgehen: Zunächst werde ich den Begriff des Übersetzens klären, danach seine Formen und seine zwei wesentlichen Zwecke im Fremdsprachenunterricht beschreiben. Nach einer knappen Darstellung der neueren Geschichte des Übersetzens und seiner heutigen Rolle stehen die Person der Übersetzerin und der Übersetzungsprozess im Mittelpunkt, verbunden mit der Frage, was man unter translatorischer Kompetenz zu verstehen hat.

Zu Beginn des dritten Kapitels werde ich zunächst nachweisen, warum die Muttersprache nicht aus dem Fremdsprachenunterricht verbannt werden kann. Danach kommen die Wege zur Sprache, die zu einem ersten Ansatz von translatorischer Kompetenz führen: Sprachvergleich hinsichtlich Grammatik und Wortschatz, verbunden mit ersten leichten Übersetzungsübungen, zu denen ich Übungsbeispiele vorstellen und kommentieren werde. In diesem Zusammenhang werde ich auch die positive Rolle der zweisprachigen Semantisierung im Unterrichtsgespräch erläutern. Im vierten Kapitel behandle ich einen der wichtigsten Schritte zur translatorischen Kompetenz – die Textverarbeitungskompetenz. Sie ist so wichtig, dass sie als eigenes Thema behandelt werden muss. Auch zum Erwerb dieser Fertigkeit gibt es Übungen, von denen ich einige repräsentative Beispiele vorstellen werde.

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Details

Seiten
91
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783832461959
Dateigröße
4.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v221646
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Philosophische Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
translatorische kompetenz fremdsprachendidaktik muttersprache teilfertigkeiten kommunikation

Autor

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Titel: Übersetzungsübungen im Fremdsprachenunterricht