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Die Entwicklung der FIFA unter Präsident Havelange

Diplomarbeit 2000 285 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Thema und Ziel
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Quellen

2 FIFA – Der Weltfußballverband
2.1 Die FIFA heute: Eine Übersicht
2.1.1 Die Statuten
2.1.2 Der Kongress
2.1.3 Das Exekutivkomitee
2.1.4 Die Kommissionen
2.1.5 Das Generalsekretariat
2.1.6 Die Konföderationen
2.1.7 Die Nationalverbände
2.2 Die Geschichte der FIFA
2.2.1 Die Gründung der FIFA
2.2.2 Die Präsidenten der FIFA

3 João Havelange
3.1 Zur Person
3.2 Der Weg an die Spitze
3.3 Die Wahl
3.4 Fünf Wiederwahlen und der Abschied
3.5 Blatter wird Havelanges Nachfolger

4 Die FIFA unter Havelange
4.1 Die Entwicklungsprogramme
4.2 Die Expansion
4.2.1 Problemfall 1: China oder Taiwan?
4.2.2 Problemfall 2: Südafrika
4.3 Die Wettbewerbe
4.3.1 Die Fußballweltmeisterschaft
4.3.2 Die Olympischen Fußballturniere
4.3.3 Die Jugend-WM's
4.3.4 Die WM der Frauen
4.3.5 Die Hallen-WM
4.3.6 Der Confederations Cup
4.3.7 Die Klub-WM
4.4 Finanzen, TV & Marketing
4.4.1 Die Marketingrechte
4.4.2 Die Fernsehrechte
4.4.3 Das finanzielle Erbe

5 Fazit
5.1 Kritischer Rückblick
5.2 Kritischer Ausblick

6 Zusammenfassung

7 Anhang
7.1 Curriculum Vitae João Havelange
7.2 Die wichtigsten FIFA-Termine 1974 -
7.3 Wichtige Personen
7.4 Das Exekutivkomitee
7.5 Kommissionen und Rechtsorgane
7.6 Die Verbände
7.7 Tabellenverzeichnis
7.8 Verzeichnis der Abkürzungen
7.9 Literaturverzeichnis
7.10 Protokoll der Gründungsversammlung
7.11 Die Statuten der FIFA

Lebenslauf

1 Einleitung

Beim Stichwort Fußball denkt man an Madrid, Mailand, Manchester und München oder an Maradona, Maldini, Matthews und Matthäus. Für die Entwicklung des Fußballsports weltweit jedoch sind zwei Namen zu nennen, die einen weitaus größeren Einfluss hatten: FIFA und Havelange.

Unter dem Dach der Fédération Internationale de Football Association (FIFA), des Weltfußballverbandes,[1] entwickelte sich das Fußballspiel zur Sportart Nummer 1 in der Welt. Unter der Führung von João Havelange, ihrem langjährigen Präsidenten,[2] wurde die FIFA zur Sportorganisation Nummer 1 in der Welt. Die 24-jährige Präsidentschaft des Brasilianers, in der der Weltverband seinen rasanten Aufschwung erlebte, ist das Thema dieser Arbeit mit dem Titel »Die Entwicklung der FIFA unter Präsident Havelange«.

1.1 Thema und Ziel

Die Idee zu diesem Thema entstand Mitte des Jahres 1998. Beim FIFA-Kongress im Juni wurde João Havelange, seit 1974 Präsident des Weltfußballverbandes, offiziell verabschiedet. Es war das Ende einer Ära. Unter Havelanges Führung entwickelte sich die FIFA zum größten Sportverband der Welt, dem mittlerweile mehr Staaten angehören als den Vereinten Nationen.[3] Diese 24-jährige Amtszeit Havelanges stellt einen bedeutenden Abschnitt in der Geschichte der weltweit populärsten Sportart dar. Dieser Zeitraum wird im Folgenden näher beleuchtet und bildet das Thema dieser Arbeit.

Die Arbeit hat folgende Ziele:

- die FIFA und ihren Präsidenten João Havelange vorzustellen;
- die Expansion der FIFA im letzten Vierteljahrhundert zu dokumentieren;
- den Einfluss Havelanges auf diese Entwicklung zu untersuchen;
- die Bereiche darzustellen, die für die Expansion ausschlaggebend waren (Entwicklungsprogramme, Aufnahme von Verbänden, Ausweitung der Wettbewerbe, TV und Marketing);
- wichtige Problemfälle zu vertiefen (Aufnahme Chinas und Südafrikas, Vergabe der WM's, TV-Rechte).

1.2 Aufbau der Arbeit

Zunächst soll unter dem Titel »FIFA – Der Weltfußballverband« diese Organisation vorgestellt werden. Die Geschichte der FIFA von 1904 bis zu Havelanges Amtsantritt gehört ebenso dazu wie ein Überblick über die Struktur des Verbandes.

Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Person João Havelanges. Es werden Stationen auf dem Weg zum Präsidentenamt aufgezeigt, der in der Wahl 1974 seinen Höhepunkt fand.

Das Kapitel »Die FIFA unter Havelange« stellt die Felder dar, die für die Entwicklung des Verbandes am wichtigsten waren unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedeutung Havelanges für diese Bereiche. In diesem Kernteil der Arbeit werden die Entwicklungsprogramme vorgestellt, mit denen die FIFA den Fußballsport über den Globus verbreitete und vor allem die entwicklungsbedürftigsten Kontinente Afrika und Asien unterstützte. Daneben wird untersucht, wann welche Länder in die FIFA aufgenommen wurden und wo es Probleme gab. Das Kapitel behandelt außerdem die FIFA-Wettbewerbe, die das Wesentliche des weltweiten Erfolges dieses Sports sind. Themenrelevant sind die Ausweitung der Zahl der Wettbewerbe und der Teilnehmer sowie die Vergabe der Weltmeisterschaften. Die WM-Turniere sind gewissermaßen das Geschäft der FIFA, mit dessen Finanzierung sich der letzte Komplex beschäftigt: TV und Marketing. Vor allem der weltweite Verkauf der Fernsehrechte an Weltmeisterschaften, aber auch Werbung und Merchandising haben den größten Anteil am finanziellen Aufschwung des Weltverbandes in den letzten zwanzig Jahren.

Abschließend wird ein Fazit gezogen, in dem die Antworten auf die Fragen nach der Entwicklung der FIFA und Havelanges Anteil daran zusammengefasst werden.

Der Anhang beinhaltet u.a. die Vita des FIFA-Präsidenten, einen 'Kalender' mit den wichtigsten Daten von 1974 bis 1998, eine Auflistung wichtiger Personen in der FIFA-Geschichte, die Statuten des Verbands und ein Verzeichnis der in dieser Arbeit verwendeten Abkürzungen.

1.3 Quellen

Eine Recherche im Archiv der FIFA in Zürich brachte einen Einblick in diverse Briefwechsel zwischen FIFA und verschiedenen Verbänden, in Protokolle von Sitzungen der Komitees und Kommissionen sowie in Kongressberichte. Ein Teil der Bestände war wegen des Umzugs des Generalsekretariats in ein neues FIFA-Gebäude nicht zugänglich. Leider befindet sich der größte Teil der offiziellen und privaten Korrespondenzen von Präsident Havelange in seinem Büro in Rio de Janeiro. Doch auch das Material aus Zürich gibt aufschlussreich Auskunft über die täglichen Angelegenheiten des Weltverbandes. Als weitere Quellen wurden die offiziellen FIFA-Publikationen » FIFA News « (erscheint monatlich) und » FIFA Magazine « (alle zwei Monate) sowie die Internetseite www.FIFA-Online.com genutzt.

Die Literatur befasst sich mit Teilaspekten des Themas. Einen Überblick über Geschichte und Struktur des Verbandes geben Sugden / Tomlinson[4] sowie die vom heutigen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter für die FIFA herausgegebenen Chroniken.[5] Mit João Havelange beschäftigen sich Farah[6] und Yallop.[7] Den Fußballsport im Allgemeinen beleuchten unter anderem Huba,[8] Murray[9] und Wagg.[10] Einblick in den afrikanischen Fußballsport und den Problemfall Südafrika geben Apraku / Hesselmann,[11] Booth[12] und Bose.[13] Kistner / Weinreich[14] untersuchen das Thema »Fußball, Geld und Medien«.

Zusammen mit weiteren Monographien sowie Artikeln aus Zeitungen und Zeitschriften (vor allem aus Zürich, dem Sitz der FIFA) ergibt sich ein komplexes Bild des Fußballsports, des Weltverbandes und seines Präsidenten in den letzten drei Jahrzehnten.

2 FIFA – Der Weltfußballverband

Obwohl die Erfindung des Fußballspiels den Chinesen zugeschrieben wird, bezeichnet man England gerne als das Mutterland des modernen Fußballsports. Heute lebt diese Sportart unter dem Dach einer weltweit operierenden Organisation, die den Fußballsport kontrolliert, regelt und bestimmt: die »Fédération Internationale de Football Association«, kurz FIFA. Im Laufe ihrer bald 100-jährigen Geschichte hat die FIFA die Fäden in die Hand genommen, und zwar so fest, dass kein Ball auf der Welt ohne ihre Zustimmung rollt. Ein deutlicheres Bild dieser Organisation ergibt sich bei einer Übersicht über die Geschichte und die heutige Struktur.

2.1 Die FIFA heute: Eine Übersicht

Die Zahlen sprechen für sich: 200 Millionen Menschen spielen aktiv Fußball; geschätzte 1,2 Milliarden sind rund um den Globus in das Spiel involviert. Jährlich werden ca. 200 Milliarden Dollar mit diesem Sport umgesetzt.[15] Der FIFA sind inzwischen mehr Länder angeschlossen als den Vereinten Nationen. Dementsprechend ist der Internationale Fußballverband auch positioniert in der Gesamtheit internationaler Organisationen. Die FIFA zählt zu der Gruppe der International Non-Government Organizations (INGO's), der internationalen nicht-staatlichen Organisationen. Zu ihnen zählen Umweltgruppen wie Greenpeace, wissenschaftliche Organe wie der Internationale Soziologenverband oder eben Sportorganisationen wie auch das Internationale Olympische Komitee (IOC). Ihnen gegenüber stehen die International Government Organizations (IGO's), Sammelbegriff für die staatlichen Organisationen wie UNO oder EU.[16]

Die innere Struktur der FIFA erweist sich als hierarchisches Gebilde, das klar geregelt wird von den Statuten (vgl. Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Organisation der FIFA

2.1.1 Die Statuten

Die ersten Statuten des Weltverbandes von 1904 waren noch recht allgemein gehalten und enthielten nur die wichtigsten Punkte, um die Existenz der Organisation zu regeln und zu rechtfertigen.[17] Die aktuellen Statuten der FIFA, die am 8. Oktober 1999 in Kraft getreten sind, enthalten 65 Artikel, wobei weitere 30 Artikel der Ausführungsbestimmungen hinzukommen. Hier finden sich alle wichtigen Regelungen, aber auch Definitionen zu den verschiedenen Bereichen des Verbandes, u.a.:

- Zweck der Organisation
- Aufnahme von Mitgliedsverbänden
- Status und Ablauf der Kongresse
- Komitees und Kommissionen
- Finanzen
- Wettbewerbe
- Ausschlüsse und Suspendierungen

Die Statuten geben auch Auskunft über das Wesen der FIFA. Sie ist ein Verein im Sinne des Schweizerischen Zivilgesetzbuches; der Sitz des Verbandes ist Zürich.

Die FIFA besteht aus den ihr angeschlossenen Nationalverbänden und bescheinigt folgende Zwecke in ihren Statuten:[18]

- den Fußballsport[19] zu fördern;
- dadurch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Verbänden zu unterstützen;
- den Fußballsport, die Statuten und die Spielregeln zu überwachen und zu schützen;
- Meinungsverschiedenheiten zwischen Verbänden durch grundsätzliche Regelungen beizulegen.

2.1.2 Der Kongress

Auch wenn es der Präsident war, der in den letzten Jahrzehnten die Strippen beim Weltverband gezogen hat, so ist doch laut Statuten der Kongress das oberste Organ der FIFA. Er findet alle zwei Jahre statt.[20] Jeder Mitgliedsverband kann bis zu drei Delegierte als Teilnehmer zum Kongress schicken. Der Kongress ist die Legislative der FIFA, die gesetzgebende Versammlung. Er kann die Statuten ändern, bestimmt über Aufnahme oder Ausschluss von Verbänden und wählt den Präsidenten.

Dafür wie für viele Entscheidungen ist eine Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen erforderlich.[21] Da im Kongress jeder der inzwischen 204 Verbände eine Stimme hat, führt dieses recht konservative System zu einem regen Lobbyismus, wenn Grundsätzliches geändert oder der Präsident gewählt werden soll – was sich 1974 im Extrem gezeigt hat.[22] So ist es ratsam, die richtigen Leute am richtigen Platz zu haben, um Einfluss ausüben zu können.[23]

2.1.3 Das Exekutivkomitee

Ausführendes Organ oder auch 'Verwaltungsrat' der FIFA ist das Exekutivkomitee. Es besteht aus dem Präsidenten (aktuell: Joseph Blatter), der vom Kongress gewählt wird, sieben Vizepräsidenten und 16 weiteren Mitgliedern, die den Konföderationen nach einem speziellen Schlüssel zustehen (vgl. Tabelle 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Die Zusammensetzung des FIFA-Exekutivkomitees[24]

Der Umstand, dass ein Vizepräsident die vier britischen Fußballverbände England, Schottland, Wales und Nordirland repräsentiert (vgl. Tabelle 2), ist eine Ausnahmeregelung, die ebenso wie die einzelne Anerkennung der Verbände aus den Gründerjahren der FIFA stammt.[25] Er wird auch durch diese vier Verbände gewählt, während die anderen Vizepräsidenten und Mitglieder des ExCo[26] von den jeweiligen Konföderationen gewählt werden. Ihr Mandat wie auch das des Präsidenten dauert vier Jahre.

Nicht nur wegen des britischen Sonderstatus' scheint dies ein undemokratisches und durch den seltsamen Verteilschlüssel unausgewogenes Gremium zu sein. De facto läuft auf der einen Seite alle Macht in diesem Komitee zusammen. Das ExCo ernennt die Vorsitzenden sowie sämtliche Mitglieder aller anderen Komitees, Kommissionen und Rechtsinstanzen des Verbandes. Außerdem ist es letzte Entscheidungsinstanz „in allen Fällen, die nicht in den Zuständigkeitsbereich des Kongresses fallen”[27] sowie in den Fällen, die nicht durch die Statuten abgedeckt sind.[28] Dieser Passus in den Statuten gibt dem ExCo die Möglichkeit, bestimmte Entscheidungen unabhängig zu treffen oder unkontrollierten Einfluss innerhalb der Organisation auszuüben.[29]

Auf der anderen Seite war es besonders in der Havelange-Ära der Präsident, der häufig Entscheidungen alleine oder in Absprache mit seinem Generalsekretär traf. Er überwachte aufmerksam die Zusammensetzung des Exekutivkomitees und achtete darauf, ein möglichst zahmes Gremium unter sich zu haben, das teilweise kaum mehr als ein Ratgeber des Präsidenten war und oft nur seine Entscheidungen absegnete.[30] Und das ExCo ist ein Organ mit weitreichender Entscheidungsgewalt. So legt es beispielsweise den Austragungsort der Weltmeisterschaften fest. Auch entscheidet das Komitee über die Nutzung der TV-Rechte an allen Wettbewerben– ein Milliardengeschäft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Das aktuelle Exekutivkomitee[31]

Wenn also das Exekutivkomitee der FIFA das mächtigste Gremium innerhalb des Weltverbands ist und der Präsident des Komitees derjenige ist, der das Sagen hat, kann man sich ungefähr ausmalen, welchen Einfluss und welche Machtbefugnisse João Havelange in seiner Amtszeit ausüben konnte und auch nutzte.

Stehen zwischen den regulären Sitzungen des Exekutivkomitees Entscheidungen an, die unverzüglich getroffen werden müssen, tritt das Dringlichkeitskomitee auf den Plan. Es besteht aus acht Mitgliedern: Dem Präsidenten, dem Vorsitzenden der Finanzkommission und je einem Mitglied jeder Konföderation aus dem ExCo. Die Beschlüsse des Dringlichkeitskomitees werden sofort vollzogen und auf der nächsten Sitzung des Exekutivkomitees bestätigt.[32]

2.1.4 Die Kommissionen

Dem Exekutivkomitee untergeordnet sind zurzeit 15 ständige Kommissionen,[33] die z.B. für die Finanzen, die Schiedsrichter, die Weltmeisterschaften, die Medien oder die Spielerstatuten zuständig sind. Die Vorsitzenden und Vizevorsitzenden dieser Kommissionen werden nicht nur vom Exekutivkomitee ernannt, sondern stammen auch aus dem Kreis der Mitglieder des ExCo. Zusätzlich werden alle übrigen Mitglieder der Kommissionen ebenfalls vom ExCo ernannt, auf Antrag der Konföderationen oder des Präsidenten.[34]

Dessen Einfluss reicht also über das Exekutivkomitee bis weit in die Kommissionen hinein – was zu bedenklichen Konstruktionen führen kann. So es ist z.B. die Aufgabe der Finanzkommission , den Finanzhaushalt der FIFA zu überwachen. Wenn die Spitze dieses Gremiums aus ExCo-Mitgliedern besteht und der Rest von der ExCo ernannt wird, kontrolliert die FIFA ihre Finanzen praktisch selbst. In der Prä-Havelange-Ära ging es noch nicht um diese Beträge, die heute im Umlauf sind. So schrieb sein Vorgänger, der Engländer Stanley Rous, noch 1974:

„Die FIFA führt ihre ganze Arbeit mit einem bescheidenen Einkommen aus, welches zusammengesetzt ist aus 10% der Nettoeinkommen des Weltpokals und aus 1% von jedem in der ganzen Welt abgehaltenen internationalen Spiel. Diese Geldquellen werden von der Finanzkommission verwaltet.”[35]

In der heutigen Zeit, wo es um Beträge im Milliardenbereich geht, scheint eine Regelung reichlich unpassend, bei der die FIFA die Finanzkommission selbst ernennt, von der sie kontrolliert wird.

Zwei weitere Kommissionen stellen die Rechtsorgane der FIFA dar: Die Disziplinar- und die Berufungskommission. Während die Disziplinarkommission Strafen gegen Verbände und Vereine oder Spieler und Offizielle aussprechen kann wegen Verletzungen der Statuten oder der Spielregeln, kann durch die Berufungskommission ein endgültiges Urteil gefällt werden. Auch diese beiden Gremien sind einem Verfahrensreglement unterworfen, das wiederum vom Exekutivkomitee festgelegt wird.[36] Neben den ständigen Kommissionen sind verschiedene ad-hoc-Kommissionen für Sonderaufgaben zuständig. Dies sind z.B. die Kommission der Nationalverbände, der Marketing- und Fernsehausschuss oder die Task Force.

Schließlich gibt es noch das International Football Association Board , kurz IFAB oder Board. Nach den FIFA-Statuten ist es alleine berechtigt, die Spielregeln des Fußballs zu ändern. Das 1886 gegründete Board ist kein Mitglied der FIFA, sondern die FIFA ist seit 1913 Mitglied des Boards, und zwar durch vier Delegierte. Die weiteren Mitglieder stellen die vier britischen Verbände. Die Besetzung basiert auf Zugeständnissen, die der Weltverband den Briten in den Gründerjahren machte, um sie zum FIFA-Beitritt zu bewegen.[37] Die Fußballregeln liegen also in der Hand eines Gremiums, das seine acht Stimmen zur Hälfte bei der FIFA und zur anderen Hälfte bei den britischen Verbänden hat. Alle Entscheidungen benötigen eine Dreiviertel-Mehrheit, also sechs Stimmen. Das heißt, keine Änderung geht ohne die FIFA oder ohne zumindest zwei britische Verbände. Kritik an dieser seltsamen und auf Grund der Zusammensetzung des Boards undemokratischen Konstruktion äußert der Schotte David Will, zehn Jahre IFAB-Mitglied und seit 1990 bei der FIFA als Vizepräsident und Vorsitzender u.a. der Schiedsrichterkommission. Havelange und Blatter hätten das Board stets verteidigt, weil es nützlich für sie sei. Sie könnten Vorschläge ins IFAB einbringen mit der Gewissheit zu scheitern und später verkünden, die Briten seien schuld daran.[38] Auf jeden Fall ist die Besetzung des IFAB merkwürdig angesichts der Tatsache, dass kein Fußballverband an den Regeln rütteln darf, ohne dass das Board zustimmt und dass Regeländerungen durch das Board sofort in aller Welt Gültigkeit haben.

2.1.5 Das Generalsekretariat

Administratives Organ der FIFA ist das Generalsekretariat. Geschäftsführender Direktor und damit Kopf des Sekretariats ist der Generalsekretär. Zu seinen Aufgaben zählt u.a. die Buchführung für die FIFA, er führt die Beschlüsse des Exekutivkomitees aus und er ist für die Korrespondenzen und Beziehungen mit den angeschlossenen Konföderationen und Verbänden zuständig. Zu Havelanges Amtsantritt hieß der Generalsekretär Helmut Käser. Er kam ebenso aus der Schweiz wie der jetzige Präsident Sepp Blatter, der von 1981 – 1998 das Sekretariat leitete und der aktuelle Chef Michel Zen-Ruffinen.

Auf Grund seiner vielfältigen Aufgaben und seines umfassenden Informationsflusses – der Generalsekretär erstellt z.B. die Protokolle sämtlicher Kommissionssitzungen – ist dieser Posten sehr einflussreich. Havelange und Blatter bildeten über viele Jahre ein perfektes Gespann, das jedoch oft für Kritik sorgte. So bemängelt Vizepräsident David Will, dass sowohl Blatter alleine als auch gemeinsam mit Havelange viele Entscheidungen traf, ohne die zuständigen Kommissionen zu kontaktieren.[39]

2.1.6 Die Konföderationen

„Der FIFA angeschlossene Verbände, die geografisch dem gleichen Kontinent angehören, können sich zu durch die FIFA anerkannten Konföderationen zusammenschliessen”[40] – was sie auch taten. Seit die FIFA diese Regelung 1953 erließ, sind die jetzt 204 Nationalverbände in bis heute sechs Konföderationen verbunden. Auch wenn sie offiziell anerkannt sind, sind die Konföderationen keine Mitglieder der FIFA. Sie sollen u.a.:

- eigene kontinentale Wettbewerbe ausrichten (wie z.B. die Europameisterschaft),
- Wettbewerbe insbesondere auch für die Jugend organisieren,
- Qualifikationen für die FIFA-Weltmeisterschaften durchführen,
- eigene Klubwettbewerbe ausrichten (wie z.B. die Europapokale),
- auf Empfehlung der FIFA neue Verbände aufnehmen,
- die Vizepräsidenten und Mitglieder des Exekutivkomitees wählen,
- mit der FIFA auf allen Ebenen, speziell in einer Konsultativkommission, zusammenarbeiten.

Das bedeutet unter anderem, dass ein guter Teil der mühseligen täglichen Entwicklungs- und Verwaltungsarbeit den Konföderationen zugeschoben wird, während die FIFA weiterhin das Spiel kontrolliert und vor allem das glitzerndste Juwel in der Krone, die WM, behält.[41] Doch die Kontinentalverbände, insbesondere die UEFA, haben in den letzten Jahren an Macht gewonnen und Strukturveränderungen bewirkt.[42] Ihre Entwicklung und die Beziehungen zum Weltverband sind noch nicht abgeschlossen.

Der Kontinentalverband Südamerikas, CONMEBOL, besteht schon seit 1916. Er wurde in Buenos Aires anlässlich der ersten Südamerikameisterschaft gegründet und hat heute 10 Mitgliedsverbände. 1954 entstand der europäische Verband UEFA und in Asien die AFC. Drei Jahre später folgte der afrikanische Kontinentalverband CAF. 1961 schlossen sich die Verbände Nordamerikas, Mittelamerikas und der Karibik zur CONCACAF zusammen und als letzte Konföderation wurde 1966 die OFC für Ozeanien gegründet (vgl. Tabelle 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Die sechs Konföderationen[43] [44]

Die Konföderation Ozeaniens war lange Zeit nur ein inoffizieller Regionalverband ohne Sitz im Exekutivkomitee. Obwohl schon 1966 gegründet, waren bis 1986 lediglich vier Nationalverbände Ozeaniens Mitglied der FIFA. Auf dem FIFA-Kongress 1982 in Madrid wurde der Antrag des Exekutivkomitees auf Erhöhung der ExCo-Mitgliederzahl zugunsten der OFC abgelehnt.[45]

Noch auf dem Kongress zehn Jahre später in Zürich war der australische Delegierte David Hill gegen den Vorschlag, Ozeanien als vollwertige Konföderation anzuerkennen. Die OFC sei immer noch nicht stark genug, internationale Wettbewerbe durchzuführen. Von den Abgeordneten Fidschis und Tongas wurde jedoch für den ExCo-Antrag plädiert, da dadurch die Entwicklung des Fußballs in dieser Region gefördert würde. Schließlich ergriff FIFA-Präsident Havelange selbst Partei. Er betonte, die OFC habe in den letzten Jahren genug Beweise für ihre Fähigkeiten geliefert und rief den Kongress auf, Ozeanien im Interesse des Fußballs als offizielle Konföderation aufzunehmen.

In der folgenden Abstimmung wurde der Antrag mit 170 zu 1 Stimmen angenommen.[46] Außerdem stellt die OFC seitdem ein Mitglied des Exekutivkomitees,[47] allerdings noch keinen Vizepräsidenten. Angesichts des Einflusses, den persönliche Vorschläge des Präsidenten bei Kongressen auf das Votum bei Abstimmungen meist hatten, verdankt die Ozeanien-Konföderation ihre offizielle Anerkennung also zu einem guten Teil João Havelange.

2.1.7 Die Nationalverbände

Fußball wird überall gespielt. Der beste Beleg ist die Tatsache, dass im Jahr 2000 nahezu alle Staaten der Erde, aktuell 204, Mitglied des Internationalen Fußballverbands sind.[48] Die Rechte und Pflichten der Verbände sowie die Modalitäten von Aufnahme oder Ausschluss sind genauestens in den Statuten geregelt. In jedem Land kann nur ein Verband anerkannt werden. Allerdings dürfen noch nicht unabhängige Gebiete mit Zustimmung ihres Verbandes ein Beitrittsgesuch stellen, was z.B. bei den Staaten der ehemaligen UdSSR oder in Ex-Jugoslawien zur Anwendung kam. Seit einem Kongressbeschluss von 1996 muss ein neuer Verband zunächst zwei Jahre provisorisches Mitglied einer Konföderation gewesen sein. Überhaupt entscheidet allein der Kongress über die Aufnahme eines Landes in die FIFA – auf so manchen Kongressen bestimmten die Aufnahmegesuche einen Großteil der Tagesordnung.[49] Zu den Pflichten der Mitgliedsverbände gehört:

- die Anerkennung der Statuten und Beschlüsse der FIFA und der Konföderationen,
- die Einhaltung der Spielregeln,
- die Offenlegung der eigenen Verbandsstruktur,
- die Zahlung eines Jahresbeitrags.

Bei Verstössen gegen diese oder andere Gesetze kann ein Verband vom Kongress suspendiert oder ausgeschlossen werden, was in den beiden wichtigsten Fällen China und Südafrika früher auch schon geschehen ist.[50]

Zu den Rechten gehört, dass jeder Verband am Kongress gleichberechtigt über eine Stimme verfügt, egal wie lange er schon zur FIFA gehört, wieviele Mitglieder er hat etc. Diese 'One Country – One Vote'-Regelung ist umstritten,[51] seit die Anzahl der Mitglieder nach dem Zweiten Weltkrieg stetig stieg – insbesondere in Asien und Afrika. Sie hat jedoch bis heute Gültigkeit.

Dies ist die Struktur des Internationalen Fußballverbands heute. Angefangen hatte alles zu Beginn des letzten Jahrhunderts im Hinterhaus des Französischen Sportverbandes in der Rue Saint-Honoré 229 in Paris. Im folgenden Kapitel soll ein Überblick über die Geschichte der FIFA gegeben werden.

2.2 Die Geschichte der FIFA

Gegen Ende des letzten Jahrhunderts beherrschte Großbritannien die Welt und den Fußballsport. Der »Union Jack«, die Flagge des britischen Imperiums, wehte in einem Drittel aller Länder weltweit. Das Fußballspiel, gehegt und gepflegt auf der Insel, wurde nach und nach vor allem in den britischen Kolonien etabliert. Doch die Kaufleute, Ingenieure und Militärs des Empires brachten die Sportart auch in andere Länder, in denen kein Rugby oder Cricket gespielt wurde und somit Platz für den Fußballsport war.[52]

In vielen Nationen Europas und Lateinamerikas, die zu dieser Zeit ihre Grenzen absteckten und begannen, ein Nationalgefühl zu entwickeln, erwies sich der Sport als ausgezeichnetes Mittel, um neu gewonnene Identität und nationale Stärke unter Beweis zu stellen. Das Nationalteam spielte unter der Nationalflagge, die Nationalhymne wurde gesungen.[53] Was fehlte, war eine übergeordnete Institution, die den Fußballsport weltweit kontrollierte und lenkte. Logischerweise hätten die Briten diese Aufgabe übernehmen sollen. Sie hatten die größte Erfahrung und Kompetenz; schließlich war bereits 1855 in Sheffield der erste Fußballclub und 1863 der Englische Fußballverband, die Football Association (FA) gegründet worden.[54] Ein regulärer Wettbewerb folgte wenig später mit dem Pokal[55] 1871.

Mit dem International Football Association Board, kurz Board oder International Board, wurde 1886 ein Gremium geschaffen, das „allein zuständig war, die Regeln international anzugleichen, zu ergänzen oder abzuändern.”[56] Zwei Jahre danach nahm eine erste Liga ihren Betrieb auf.

2.2.1 Die Gründung der FIFA

Auf den Britischen Inseln war man also schon ein Vierteljahrhundert führend in der Organisation des Fußballsports, als in Belgien die Idee eines internationalen Verbandes aufkam. Der holländische Bankier Carl Anton Wilhelm Hirschmann griff diese Idee 1902 auf. Als Sekretär des niederländischen Fußballverbandes wandte er sich wie schon zuvor die Belgier an die FA in London und ihren Sekretär, Sir Frederick J. Wall, jedoch erfolglos.[57]

Erst der französische Ingenieur und Journalist Robert Guérin, Sekretär des Französischen Sportverbandes USFSA, brachte den Ball richtig ins Rollen. Auch Guérin bekam zunächst von Wall nach monatelangem Warten als diplomatische Antwort, man sehe keine Vorteile einer solchen Föderation, stünde aber für Fragen bezüglich des Fußballs gerne zur Verfügung.[58] Als selbst die Anfrage an den FA-Präsidenten Lord Kinnaird keinen Erfolg brachte, nahm Guérin die Dinge selbst in die Hand.

Am 1. Mai 1904 fand eines der ersten Länderspiele auf dem Kontinent statt. Der Partie zwischen Frankreich und Belgien folgte ein Bankett, bei dem Guérin mit seinem Kollegen Louis Muhlinghaus, dem Sekretär des Belgischen Sportverbandes, einen Entschluss fasste: Die Gründung eines Weltfußballverbandes,[59] und zwar ohne die Briten. Guérin lud sieben nationale Sport- und Fußballverbände zur Gründungsversammlung nach Paris. Am Sitz des französischen Sportverbandes tagte am 21. Mai 1904 ein Kongress mit den Bevollmächtigten dieser Verbände (vgl. Tabelle 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Die Teilnehmer der Gründungsversammlung[60]

Spanien, das noch keinen nationalen Verband hatte, ließ über Real Madrid verkünden, dass man leider keinen Delegierten schicken könne und dass André Espir die Belange Spaniens vertreten möge. Schwedens Fußballverband SBF ließ mitteilen, dass sein Sekretär Kornerupt nicht erscheinen könne und der Däne Sylow auch Schweden repräsentiere.[61]

Gründungsnationen waren also 1904 Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Schweden, Schweiz und Spanien. Noch am gleichen Tag meldete sich auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) telegrafisch an. Dies wurde durch die provisorischen Statuten ermöglicht, die unter anderem die schnelle Aufnahme weiterer Mitglieder erleichtern sollten. Die wichtigsten Vereinbarungen aus dem Gründungsdokument waren:

„Die gegenseitige und ausschließliche Anerkennung der anwesenden und vertretenen Nationalverbände; das Verbot für Klubs und Spieler, gleichzeitig für verschiedene Nationalverbände zu spielen, und die Durchführung der Spiele nach den Regeln der Football Association. Der Jahresbeitrag wurde auf 50 Franken festgelegt.”[62]

Auf dem ersten Kongress des neuen Verbandes, der zwei Tage später stattfand, wurde Robert Guérin zum ersten Präsidenten der FIFA ernannt.

2.2.2 Die Präsidenten der FIFA

Bis zum Auftauchen des Brasilianers João Havelange 1974 war das höchste Amt der FIFA fest in der Hand der 'Alten Welt': Europa. Die Belange des Weltfußballs wurden 70 Jahre lang von Franzosen, Engländern und einem Belgier bestimmt. Acht Männer standen von der Gründung bis heute an der Spitze der FIFA (vgl. Tabelle 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Die Präsidenten der FIFA[63]

Jeder der Präsidenten hatte mit unterschiedlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und drückte der FIFA mehr oder weniger seinen Stempel auf. Auf die ersten sechs Präsidenten des Weltverbands soll hier in einem Überblick eingegangen werden.

Robert Guérin – Querelen in England und Frankreich

Der Franzose Robert Guérin hatte gerade erst seinen 28. Geburtstag gefeiert, als er „ausdrücklich gegen seinen Willen”[64] zum ersten und bis heute jüngsten Präsidenten der FIFA gewählt wurde. Nach Wirtschaftsstudium, Anwalts- sowie Ingenieurspatent arbeitete Guérin als Journalist unter anderem für den » Matin «. Seine Befähigung für den Posten des FIFA-Präsidenten erwarb er sich vor allem als Generalsekretär des Französischen Sportverbandes USFSA. Guérin erkannte früh, dass es einer internationalen Organisation bedurfte, um den „damals noch ungeschliffenen Diamanten namens Fussball”[65] zu kontrollieren und, mit einheitlichen Spielregeln versehen, in der Welt zu verbreiten. Dass die Briten, die eigentlich für diese Aufgabe prädestiniert schienen, kein Interesse zeigten,[66] lag an ihrem imperialen Selbstverständnis: „Britain invented the game, gave it to the world and was going to damn well control it!”[67] England hatte mit dem International Board schließlich schon seit zwanzig Jahren das Spiel unter Kontrolle – warum sollte man die Fäden freiwillig aus der Hand geben und sich einer internationalen Organisation unterordnen? Auf der Insel nahm man die Entwicklung des Fußballs auf dem Kontinent nicht ernst.[68]

Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis die Engländer der FIFA beitreten und sie anerkennen würden. Einerseits konnte sich Großbritannien auf Dauer keinen Alleingang leisten, wenn sie weiter im Konzert des Weltfußballs mitspielen wollten. Andererseits brauchten die Europäer die jahrzehntelange britische Erfahrung. Frankreich, Belgien und Spanien hatten noch nicht einmal einen eigenen Fußballverband. Die Franzosen spielten 1904 ihr erstes Länderspiel, die Dänen und Schweizer gar erst 1908.[69]

1905 wurde England Mitglied.[70] Die Nationen hatten erhebliche Zugeständnisse gemacht (und machen sie bis heute), um die bestmögliche Führung zu bekommen. Zunächst wurde ein Engländer zum Präsidenten ernannt (insgesamt wurde die FIFA über 30 Jahre von drei englischen Präsidenten regiert). Dann wurden, eigentlich im Widerspruch zu den FIFA-Statuten, die britischen Verbände England, Schottland, Irland und Wales als einzelne und eigenständige Mitglieder aufgenommen.[71] Die Regeln werden bis heute vom britisch dominierten International Board kontrolliert. Und obwohl Französisch die erste offizielle Sprache des Verbandes ist, wird in Streitfällen auf die englische Übersetzung zurückgegriffen.[72] Trotz dieses Entgegenkommens waren die Engländer nie wirklich begeistert von der Idee eines Weltverbandes; und die ersten Querelen sollten bald folgen.

Es waren nicht nur britische Egoismen, die Guérin zum Rücktritt schon nach einem Jahr bewegten. Eigentlich war für 1906 ein internationaler Wettbewerb, eine Art Weltmeisterschaft (allerdings für Vereine),[73] mit einer Finalrunde in der Schweiz geplant. Die Gruppen waren schon eingeteilt; ein Pokal stand bereit. Doch das Turnier platzte, weil verschiedene Verbände zu sehr mit sich selbst zu tun hatten; unter anderem die Franzosen. In Guérins Heimatland stritt sich der katholische Sportverband FSGSP mit der anti-geistlichen USFSA – es kam zu einer Spaltung.[74] Schließlich resignierte Guérin und gab im Juni 1906 die Geschäfte an seinen Vize, den Schweizer Viktor E. Schneider ab. Schneider führte den anschließenden Kongress in Bern, an dem der Engländer Woolfall zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt wurde.

Daniel Burley Woolfall – Regeln und Olympia

Woolfall war zu dieser Zeit Präsident des Englischen Fußballverbands FA und insofern der qualifizierteste Kandidat für den Job an der Spitze des Internationalen Fußballverbands. Erfahrungen in Führungspositionen hatte der damalige Regierungsbeamte auch als Präsident des englischen Fußballclubs »Blackburn Rovers« gesammelt. Woolfall sorgte in seiner zwölfjährigen Amtszeit für eine Annäherung Großbritanniens an den kontinentalen Fußball, aber auch für die Aufnahme außereuropäischer Verbände.[75] Wichtigstes Anliegen war ihm die Einführung einheitlicher Spielregeln auf internationaler Ebene. Ein internationales Turnier wurde schließlich 1908 doch noch verwirklicht, und zwar im Rahmen der Olympischen Spiele in London. Organisiert wurde der Wettbewerb von der englischen FA, doch echte Anerkennung gewann der Fußballsport nicht – er wurde eher als Show denn als Wettbewerb angesehen.

Die Aufnahme der ersten Verbände aus Übersee – Südafrika 1909/1910, Argentinien und Chile 1912 sowie die USA 1913 – unter Woolfalls Präsidentschaft sorgte für Optimismus im Weltverband.[76] Doch der Erste Weltkrieg überschattete die folgenden Jahre.

Jules Rimet – Vater der WM

Dem 1918 verstorbenen Engländer Woolfall folgte 1921 der Franzose Jules Rimet auf den Präsidentenstuhl der FIFA. Er hatte Recht in Paris studiert, doch seine Liebe galt dem Fußballspiel. Schon 1887, im Alter von 24 Jahren, gründete er den Verein »Red Star« und wurde bald sein Präsident. Auch die erste französische Liga, an deren Gründung er 1910 beteiligt war, leitete er als Vorsitzender. 1919 folgte die (30-jährige) Präsidentschaft des neu geschaffenen Französischen Fußballverbands FFF und zwei Jahre darauf schließlich die Wahl zum dritten FIFA-Präsidenten.[77]

Rimet musste sich in seiner 33-jährigen Amtszeit mehrmals mit britischen Forderungen und Angriffen herumschlagen. 1920 verließen die vier Inselverbände die FIFA, weil sie jeglichen Kontakt mit den im Krieg unterlegenen Nationen ablehnten. Sie schlossen die beiden 1912 aufgenommenen FIFA-Delegierten wieder aus dem International Board aus und verboten ihren Teams, gegen FIFA-Mannschaften anzutreten.[78] Erst als die FIFA 1923 den neugegründeten Irischen Fußballverband FAI aufnahm, stiegen die vier übrigen Verbände ein Jahr später wieder ein. Doch sie blieben skeptisch. Die FIFA hatte inzwischen bei den Olympischen Spielen in Paris die Organisation des Fußballturniers übernommen und beanspruchte mehr und mehr die Anerkennung als Autorität des Fußballsports. Außerdem war da der Streit um die Amateurfrage: Nach den olympischen Amateurbestimmungen[79] durfte ein Spieler nie für Geld gespielt oder etwa gewonnene Preise verkauft haben; auch durfte er nicht für Verdienstausfall (wohl aber für Reisekosten) finanziell entschädigt werden. Die Briten wollten keine Aufweichung dieses Status' und verließen die FIFA 1928 wieder. Es war klar, dass sie auch an der ersten Weltmeisterschaft 1930, die für Amateur- und Profiteams offen sein sollte, nicht teilnahmen.[80]

Die Einführung der WM im Jahr 1930 ist eng mit dem Namen Jules Rimet verknüpft. Schon bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen, als er die kommissarische Leitung der FIFA übernommen hatte, stellte er die Idee eines internationalen Wettbewerbs vor. Beschlossen wurde die Einführung 1928 am Kongress in Amsterdam. Den Zuschlag zur Ausrichtung des Turniers erhielt Uruguay. Rimet ließ sich durch keinen der folgenden Rückschläge aus der Bahn werfen. Das schon erwähnte Ausscheiden der britischen Verbände hinderte ihn ebensowenig an der Verwirklichung seines Traums wie die Absage anderer europäischer Nationen, die wegen der langen Seereise und der Wirtschaftskrise kalte Füße bekommen hatten. Rimet blieb beharrlich und „bereiste ganz Europa im Bemühen, Nationalverbände zu einer Teilnahme am grossen Abenteuer zu überreden”.[81] Auch wenn mit Frankreich, Belgien, Jugoslawien und Rumänien nur vier europäische Teams an der ersten WM teilnahmen und auch wenn dieses Ereignis in Europas Presse kaum Beachtung fand, so wurde 1930 doch der Grundstein gelegt für das neben den Olympischen Spielen größte Sportereignis der Welt.

Aber das Turnier 1930 hatte auch erste Risse in den Beziehungen zwischen Europa und Südamerika offenbart. Die Absage so vieler europäischer Nationen hatte bei der nächsten WM 1934 in Italien eine Revanche der Südamerikaner zur Folge,[82] und nach Frankreich 1938 fuhr lediglich das brasilianische Team.[83] Die Südamerikaner waren misstrauisch und unzufrieden, dass die FIFA so offensichtlich von Europa kontrolliert wurde: Im FIFA-Exekutivkomitee war zu der Zeit nur ein Südamerikaner vertreten. Schließlich unternahm Jules Rimet 1939 eine nur leidlich erfolgreiche 'Versöhnungs'-Reise nach Argentinien, dem Land, dem Frankreich als WM-Gastgeber vorgezogen worden war. Eine Beruhigung der missgestimmten südamerikanischen Seele gab es erst, als der Zuschlag für die WM 1950 nach Brasilien ging. Das Streben Lateinamerikas nach mehr Einfluss im Weltverband allerdings war beharrlich. Ein Beispiel schildert José Crahay, damals FIFA-Delegierter des Belgischen Fußballverbandes, im Rückblick auf den Kongress 1952 in Helsinki:

„Unser einziges Ziel [...] war die Wahrung der europäischen Interessen im Fußball. Dass diese tatsächlich gefährdet waren, erwies sich am Kongress der FIFA in Helsinki [...]. Zu eigentlichen Beschlussfassungen kam es gar nicht, weil bei jedem Thema jeweils einer der südamerikanischen Delegierten das Wort ergriff, um die allgemeine Politik auf das Tapet zu bringen. Es war offensichtlich: Die Traktandenliste war Punkt für Punkt besprochen worden und jeweils ein Delegierter bestimmt worden, der selten die gleiche Meinung wie das Exekutivkomitee der FIFA vertrat.”[84]

Die lateinamerikanischen Verbände traten mit einer gemeinsamen Taktik auf, die Europas Nationen darin bekräftigte, der Südamerikanischen Konföderation CONMEBOL, die schon seit 1916 bestand, Gleichwertiges entgegenzusetzen: Die Gründung der UEFA 1954. Der Widerstand der 'Neuen' und später auch der 'Dritten Welt' zog sich unvermindert durch die 50er und 60er Jahre und führte 1974 mit der Wahl des Brasilianers Havelange zum Erfolg.[85]

Doch noch war die FIFA in europäischer Hand und wurde geführt von einem Franzosen, der allen Widrigkeiten getrotzt hatte. Die Etablierung der Weltmeisterschaften war der Höhepunkt in Rimets Karriere. Neben dem Verdienst, die FIFA auch durch die Wirren der Kriegsjahre manövriert zu haben, schaffte er es 1946, die vier britischen Verbände zur Rückkehr in den Weltverband zu bewegen. Dabei half ihm sein gutes Verhältnis zu Arthur Drewry und Stanley Rous, die beide später FIFA-Präsidenten werden sollten.

In der 'Jules-Rimet-Ära' stieg die Zahl der angeschlossenen Verbände von 20 auf 85. Im Juli 1946, beim ersten Kongress nach dem Zweiten Weltkrieg in Luxemburg, wurde der Weltpokal nach ihm benannt und nach dem Ende seiner 33-jährigen Amtszeit wurde Jules Rimet im Alter von 80 Jahren zum ersten Ehrenpräsidenten der FIFA gewählt.[86]

Rodolphe William Seeldrayers – Ein Jahr Präsident

Der Belgier Rodolphe Seeldrayers wurde als Fußballer mit dem Racing Club Brüssel belgischer Meister und später auch Vereinspräsident. Er war Mitglied des Belgischen Fußballverbandes, des Belgischen Nationalen Olympischen Komitees und des IOC. Seeldrayers trat schon seit 1914 als Vertreter seines Verbandes bei FIFA-Kongressen in Erscheinung.

Seit 1927 war der Brüsseler Rechtsanwalt Rimets Weggefährte als FIFA-Vizepräsident und Mitglied des Exekutivkomitees. Seine Verdienste um den Weltfußball muss man in dieser Zeit sehen, denn seine Amtszeit als vierter FIFA-Präsident war sehr kurz: Am 21. Juni 1954 wurde er am Kongress in Bern gewählt, am 7. Oktober 1955 starb Seeldrayers. In diese Periode fiel die fünfte Weltmeisterschaft in der Schweiz, bei der er der deutschen Elf den Pokal überreichte, sowie die Feier zum 50-jährigen Jubiläum der FIFA.

Arthur Drewry – Der zweite Engländer

Der Engländer Drewry übernahm die Leitung der FIFA kommissarisch und wurde am 9. Juni 1956 beim Lissaboner Kongress zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt. Er war Präsident der englischen Liga und des Verbandes gewesen und wurde nach dem Wiedereintritt der britischen Verbände FIFA-Vizepräsident und Vorsitzender des Dringlichkeitskomitees. Er gehörte außerdem der Finanzkommission an und leitete die Studienkommission für neue FIFA-Statuten. In Drewrys Amtsperiode fiel die WM 1958 in Schweden, an der neben den Briten auch erstmals die Sowjetunion teilnahm.[87] Arthur Drewry starb am 25. März 1961.

Sir Stanley Rous – Ein Mann der 'Alten Welt'

Wieder einmal musste die FIFA kommissarisch übernommen werden, diesmal vom Vizepräsidenten Ernst B. Thommen aus der Schweiz. Beim Londoner Kongress im September 1961 wurde dann der Engländer Stanley Ford Rous an die Spitze der FIFA gewählt. Rous war internationaler Schiedsrichter gewesen und hatte seit 1934 Erfahrungen als Sekretär des Englischen Fußballverbandes gesammelt. Sir Stanley, wie er oft nur genannt wurde (sein Adelstitel war ihm von König George VI. für seine Verdienste um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1948 in London verliehen worden),[88] hatte als Mitglied des International Board die Spielregeln neu verfasst und später unter anderem die Gelben und Roten Karten eingeführt.

Während die „Modernisierung des Spiels zu dieser Zeit”[89] eins der grossen Verdienste des Engländers war, so war Rous doch in seinen Ansichten und Prinzipien ein eher altmodischer Mensch, was ihn 1974 die Wahl kosten sollte.[90] Die fünfziger und sechziger Jahre sahen das Aufkommen des Fußballspiels in Afrika und Asien. 1954 wurde die Asiatische Konföderation AFC gegründet; drei Jahre darauf folgte die CAF der afrikanischen Länder. Neue oder frisch unabhängige Nationen schlossen sich der FIFA an und forderten auch mehr Mitspracherecht in der nach wie vor europäisch geführten Organisation. Das Spiel wurde globaler.

Rous unterschätzte das Potential der neuen Nationen aus der dritten Welt, die nach den FIFA-Statuten bei Kongressen alle je eine Stimme hatten. Diese Bestimmung passte ihm wie vielen anderen Europäern gar nicht. Seiner Meinung nach war es unrealistisch, dass große Fußballnationen wie Frankreich und Italien oder das Mutterland England nicht mehr Einfluss haben sollten als neue oder gar gerade erst entstandene Nationen aus Asien und Afrika.[91] Diese jedoch sahen im Fußballsport eine Möglichkeit, sich aus kolonialen Fesseln zu lösen und neues Nationalbewusstsein zu demonstrieren. Stanley Rous ignorierte auch die politische Dimension, die unter anderem durch China und Taiwan sowie Südafrika aufgekommen war.[92] Der konservative Engländer hielt an seinem Kodex fest, dass Sport und Politik getrennt sein sollten.[93] Eine Ansicht, die nicht nur die FIFA, sondern auch schon das Internationale Olympische Komitee (IOC) ins Schleudern gebracht hatte und noch bringen würde.

Nach einem Wahlkampf, der seinesgleichen suchte in der Geschichte der FIFA, musste Sir Stanley Rous 1974 seinen Hut nehmen und das Zepter an den Brasilianer João Havelange übergeben.[94] Damit endete die 70-jährige Dominanz Europas im Chefsessel des Weltfußballverbandes. Eine neue Ära war eingeleitet.

3 João Havelange

Mit Auszeichnungen wurde er im Laufe seines Lebens überhäuft, mit Ehrenbürgerschaften, -doktorhüten, -mitgliedschaften, mit sportlichen Medaillen, militärischen Orden und kirchlichen Weihen – insgesamt über 300 Ehrungen. Sogar für den Friedensnobelpreis wurde er schon vorgeschlagen.[95] Aber was vielleicht mehr über Dr. João Havelange aussagt, sind die Spitznamen, die ihm im Laufe der Jahrzehnte verpasst wurden.

Er war »Retter des Weltfußballs«, der »größte Sportführer unter der Sonne« und ein »genialer Herrscher des Fußballuniversums«,[96] aber auch ein »südamerikanisches Frankenstein-Ungeheuer«.[97] Er war der »Sonnenkönig«, »Le Grand Monarque«[98] und »King Midas of Soccer«.[99] Diese Namen bergen teils Bewunderung, teils aber auch Ironie bis hin zum Sarkasmus und zeigen, wie zwiespältig der Brasilianer gesehen wurde. João Havelange war zugleich »Superman« und »Der Pate«.[100]

3.1 Zur Person

Seinen Nachnamen und Teile seines Vornamens verdankt er seinen belgischen Eltern, den Rest seiner brasilianischen Geburtsstadt. Am 8. Mai 1916 wurde er in Rio de Janeiro auf den Namen Jean Marie Faustin Godefroid (João) Havelange getauft. Sein Vater war studierter Bergbauingenieur aus Lüttich, der einige Jahre an der Universität von Sao Marcos im peruanischen Lima lehrte. Außerdem war er Gründungsmitglied des Fußballklubs Standard Lüttich – der Fußball sollte João also in die Wiege gelegt werden. Man erzählt sich von Joseph Faustin Godefroid, dass er auf einer seiner Reisen nach Südamerika einen Platz auf einem Schiff gebucht hatte, das seinerzeit als unsinkbar galt: die Titanic. Als er im Frühjahr 1912 in Southampton zur Abreise eintraf, hatte das Schiff bereits abgelegt – zu seiner ersten und einzigen Fahrt.[101] Wer weiß, wie der Weltfußball heute aussehen würde, hätte Joseph Godefroid sein Schiff erreicht.

Godefroid zog stattdessen mit seiner Frau nach Rio. João Havelange verbrachte in der brasilianischen Millionenmetropole zusammen mit seiner Schwester Helena und seinem Bruder Jules eine recht komfortable Kindheit. Sportlich war Havelange zunächst als Fußballer für Fluminense Rio de Janeiro aktiv und wurde auch Juniorenmeister. Sein Vater jedoch war der Ansicht, Schwimmen sei der passendere Sport, und wurde sein Schwimmtrainer. Dabei und bei seiner zweiten Sportart, dem Wasserball, zeigte Havelange großen Ehrgeiz und errang zwangsläufig Erfolge. Als Schwimmer und als Wasserballer gewann er die brasilianische und die südamerikanische Meisterschaft. Havelange nahm an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin mit der brasilianischen Schwimm-Equipe teil und 16 Jahre später war er als Wasserballer bei Olympia 1952 in Helsinki dabei. Bei den folgenden Spielen 1956 in Melbourne war er schon Delegationsleiter für Brasilien.[102]

Organisatorische Fähigkeiten hatte Havelange schon früh gezeigt. Nach der Rückkehr aus Berlin leitete er als Vorsitzender die Wasserballabteilung seines Klubs. Beruflich hatte der Brasilianer zwar 1936 sein Examen als Rechtsanwalt abgelegt und später auch zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert, aber zunächst nicht praktiziert. Stattdessen organisierte er die Verwaltung einer Eisen- und Stahlbaufirma. Sein Vater war 1933 gestorben, und Havelange lernte durch seinen Job die Gepflogenheiten der Geschäftswelt kennen. 1940 arbeitete er als Jurist für eine Omnibusgesellschaft in São Paulo.[103] Nach einigen Jahren wurde er in den Aufsichtsrat dieser heute landesweit größten Transportfirma Viação Cometa berufen und ist nach eigenen Angaben auch Präsident und Besitzer des Unternehmens.[104] Der berufliche Erfolg, den er durch seinen Ehrgeiz erlangte, brachte ihm nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, die ihm in seiner Karriere als Sportfunktionär nützte. Er lernte, geschäftlich erfolgreich zu sein und nahm sich vor, auch die Sportorganisationen wie ein Industrieunternehmen zu leiten. Seine berufliche Vielseitigkeit brachte ihm nicht nur leitende Posten in verschiedenen Chemie-, Transport- oder Versicherungsunternehmen ein, sondern half ihm auch beim Aufstieg als Funktionär im Sport.

[...]


[1] Im Folgenden ist mit »Weltfußballverband«, »Weltverband« oder »Internationaler Fußballverband« immer die FIFA gemeint.

[2] Im Folgenden ist mit »Präsident« immer der ehemalige FIFA-Präsident João Havelange gemeint.

[3] FIFA: 204 Mitglieder, UNO: 188. Vgl. Internet-Homepages der FIFA: www.FIFA-Online.com und der UNO: www.UN.org vom 11.4.2000.

[4] Vgl. John Sugden / Alan Tomlinson, FIFA and the Contest for World Football , Cambridge 1998.

[5] Vgl. Joseph S. Blatter / Günther Furrer / Paulo C. Godoy [Hrsg. FIFA], FIFA 1904 – 1984. Historical Publication of the F.I.F.A. , Zürich 1984 sowie Günther Furrer / Paulo C. Godoy / Andreas Herren [Hrsg. FIFA / Joseph S. Blatter], 90 Jahre FIFA. Jubiläumsschrift 1994 , Zürich 1994.

[6] Vgl. Eduardo Jose Farah (Hrsg.), Young Havelange , São Paulo 1995.

[7] Vgl. David A. Yallop, Wie das Spiel verlorenging , München 1998.

[8] Vgl. Karl-Heinz Huba (Hrsg.), Fußball-Weltgeschichte , München 1999.

[9] Vgl. Bill Murray, Football. A History of the World Game , Aldershot 1994, sowie The World's Game , Chicago 1996.

[10] Vgl. Stephen Wagg (Hrsg.), Giving the Game away , London 1995.

[11] Vgl. Eva Apraku / Markus Hesselmann, Schwarze Sterne und Pharaonen , Göttingen 1998.

[12] Vgl. Douglas Booth, The Race Game , London 1998.

[13] Vgl. Mihir Bose, Sporting Colours , London 1994.

[14] Vgl. Thomas Kistner / Jens Weinreich, Das Milliardenspiel , Frankfurt am Main 1998.

[15] Vgl. Geschäftsbericht des Generalsekretärs [J. Blatter] für die Jahre 1994-1996 zum 50. FIFA-Kongress 1996 in Zürich.

[16] Vgl. John Sugden / Alan Tomlinson: „Power and Resistance in the Governance of World Football”, in: Journal of Sport & Social Issues 22(1998)3, S. 300.

[17] Vgl. Kap. 2.2.1.

[18] Vgl. Statuten der FIFA, Art. 2 (im Anhang).

[19] Im Weltverband läuft der Fußballsport unter der Bezeichnung »Association Football«, womit nur das von der FIFA kontrollierte und durch die Regeln des International Boards bestimmte Spiel gemeint ist.

[20] Vgl. Statuten, Art. 11.

[21] Vgl. Statuten, Art. 16.

[22] Vgl. Kap. 3.

[23] Vgl. Sugden / Tomlinson, FIFA and the Contest , S. 58.

[24] Vgl. Statuten, Art. 19.

[25] Vgl. Kap. 2.2.1. Auch die frühere Sowjetunion hatte bis zu ihrer Auflösung Anfang der 90er Jahre den Sonderbonus eines garantierten Vize-präsidenten.

[26] »ExCo« ist die in der FIFA-Zentrale gebräuchliche Kurzform für das Exekutivkomitee.

[27] Statuten, Art. 20.

[28] Vgl. Statuten, Art. 62.

[29] Vgl. Sugden / Tomlinson, FIFA and the Contest , S. 53.

[30] Vgl. Sugden / Tomlinson: „Power and Resistance”, S. 301.

[31] Vgl. Internet-Homepage der FIFA: www.FIFA-Online.com vom 11.4.2000. Das komplette ExCo mit allen Mitgliedern siehe Anhang.

[32] Vgl. Statuten, Art. 22.

[33] Komplette Liste siehe Anhang.

[34] Vgl. Statuten, Art. 23.

[35] Stanley Rous: „FIFA”, in: FIFA News (1974)130, S. 155.

[36] Vgl. Statuten, Art. 39-41.

[37] Vgl. Kap. 2.2.1.

[38] Vgl. Sugden / Tomlinson, FIFA and the Contest , S. 62.

[39] Vgl. Sugden / Tomlinson, FIFA and the Contest , S. 54.

[40] Statuten, Art. 9.

[41] Vgl. Sugden / Tomlinson, FIFA and the Contest , S. 63.

[42] Vgl. Kap. 3.5.

[43] Stand: November 2000 (Der bisherige Präsident Charles J. Dempsey war am 11. Juli 2000 zurückgetreten).

[44] Vgl. Internet-Homepage der FIFA: www.FIFA-Online.com, 14.4.2000.

[45] Resultat: 68 zu 48 Stimmen. Vgl. Protokoll des 43. Ordentlichen Kongresses am 9.7.1982 in Madrid, S. 7.

[46] Vgl. Protokoll des 50. Ordentlichen Kongresses am 3./4.7.1996 in Zürich, S. 10-11.

[47] Bis Juli 2000 war dies Charles Dempsey, Ex-Präsident der OFC, danach Sahu Khan von den Fidschi-Inseln.

[48] Vgl. Liste der Verbände im Anhang.

[49] Vgl. Kap. 4.2.

[50] Vgl. Kap. 4.2.

[51] Vgl. Kap. 3 u. 4.2.

[52] Vgl. Sugden / Tomlinson, FIFA and the Contest , S. 11.

[53] Vgl. Richard Giulianotti, Football. A Sociology , Cambridge 1999, S. 23.

[54] 1873 folgte die Scottish Football Association Ltd., 1876 die Football Association of Wales Ltd. und 1880 die Irish Football Association Ltd.

[55] Offizieller Name: »The Football Association Challenge Cup«.

[56] João Havelange [Vorwort] in: Joseph S. Blatter / Günther Furrer / Paulo C. Godoy [Hrsg. FIFA], Football History, Laws of the Game, Referees , Zürich 1986, S. 5.

[57] Vgl. Bill Murray: „FIFA”, in: Arnd Krüger / Jim Riordan (Hrsg.), The international Politics of Sport in the 20th Century , London 1999, S. 29.

[58] Vgl. Alan Tomlinson: „FIFA and the World Cup”, in: John Sugden / Alan Tomlinson (Hrsg.), Hosts and Champions , Aldershot 1994, S. 14.

[59] Vgl. Blatter / Furrer / Godoy, Football History , S. 63.

[60] Vgl. Protokoll der Gründungsversammlung der FIFA vom 21.-23.5.1904 (im Anhang).

[61] Vgl. Murray: „FIFA”, S. 29.

[62] Vgl. Blatter / Furrer / Godoy, Football History , S. 65.

[63] Eigene Zusammenstellung.

[64] Walter Lutz: „Pionier mit Weitblick”, in: FIFA Magazine (1998)49, S. 28.

[65] Lutz: „Pionier”, S. 28.

[66] Vgl. Kap. 2.1.1.

[67] Sugden / Tomlinson, FIFA and the Contest , S. 10.

[68] Vgl. Murray: „FIFA”, S. 29

[69] Vgl. Tomlinson: „FIFA and the World Cup”, S. 15.

[70] Schottland und Wales folgten 1910, Irland 1911.

[71] Dieser Widerspruch findet sich selbst heute noch in den aktuellen Statuten im ersten (!) Artikel: „Art. 1.3 – In jedem Land kann nur ein Verband anerkannt werden.”, „Art. 1.4 – Jeder der vier britischen Verbände wird als Einzelmitglied der FIFA anerkannt.”

[72] Vgl. Murray: „FIFA”, S. 30.

[73] Vgl. Blatter / Furrer / Godoy, Football History , S. 68.

[74] Vgl. Murray: „FIFA”, S. 30f.

[75] Vgl. MAS: „Im Schatten grosser Namen”, in: FIFA Magazine (1998)52, S. 42.

[76] Vgl. MAS: „Im Schatten”, S. 43.

[77] Vgl. KC: „Jules Rimet: Der Vater des Weltpokals”, in: FIFA Magazine (1998)51, S. 73.

[78] Vgl. Murray: „FIFA”, S. 32.

[79] Vgl. Blatter / Furrer / Godoy, Football History , S. 79.

[80] Auch 1934 und 1938 waren die Briten nicht dabei.

[81] KC: „Jules Rimet”, S. 74.

[82] Es war das einzige Mal, dass ein amtierender Weltmeister (Uruguay) nicht antrat, um seinen Titel zu verteidigen.

[83] Vgl. Murray: „FIFA”, S. 36.

[84] José Crahay: „Frühe Erinnerungen”, in: U. Rudolph Rothenbühler [Hrsg. UEFA], 25 Jahre UEFA , Bern 1979, S. 76.

[85] Vgl. Kap. 3.

[86] Vgl. KC: „Jules Rimet”, S. 75.

[87] Vgl. MAS: „Die Epoche vor João Havelange”, in: FIFA Magazine (1998)53, S. 40.

[88] Vgl. Tomlinson: „FIFA and the World Cup”, S. 16.

[89] MAS: „Die Epoche”, S. 41.

[90] Vgl. Kap. 3.

[91] Vgl. John Sugden / Alan Tomlinson: „Global Power Struggles in World Football”, in: The International Journal of the History of Sport 14(1997)2, S. 5.

[92] Vgl. Kap. 4.2.

[93] Vgl. Giulianotti, A Sociology , S. 28.

[94] Vgl. Kap. 3.2.

[95] Für das Jahr 1989; den Preis erhielt damals der Dalai Lama.

[96] Kistner / Weinreich, Das Milliardenspiel , S. 9f.

[97] Yallop, Das Spiel , S. 156.

[98] Yallop, Das Spiel , S. 7.

[99] Farah, Young Havelange , S. 62.

[100] Yallop, Das Spiel , S. 267f.

[101] Vgl. Yallop, Das Spiel , S. 21.

[102] Vgl. Curriculum Vitae im Anhang.

[103] Vgl. Munzinger-Archiv 36/98 [Hrsg. Ludwig Munzinger], Stichwort: „Havelange”, Ravensburg 1998, S. 1.

[104] Vgl. Yallop, Das Spiel , S. 29ff.

Details

Seiten
285
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783832457969
ISBN (Buch)
9783838657967
Dateigröße
4.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v221264
Institution / Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln – Sportgeschichte
Note
1,3
Schlagworte
fifa haverlange fußball blatter

Autor

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Titel: Die Entwicklung der FIFA unter Präsident Havelange