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Praktische Brauchbarkeit von Economic Value Added

Diplomarbeit 2001 63 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des EVA-Konzepts
2.1. Die Kennzahl EVA
2.2. Die Berechnung der EVA-Parameter
2.3. EVA und der Unternehmenswert
2.4. Wertorientierte Performancemessung
2.5. Kompromißeigenschaft des EVA

3. EVA als periodenbezogener wertorientierter Performancemaßstab
3.1. EVA als wertorientiertes Erfolgsmaß
3.2. Die periodische Wertänderung aus Investorensicht
3.3. Problembereiche des Perioden-EVA
3.3.1. Die Wirkungen der Anpassungen
3.3.2. Die Abschreibungsbemessung
3.3.3. Die buchwertbasierte Verzinsungsbasis
3.3.4. Die Periodenbezogenheit

4. EVA als Bezugsgröße eines wertorientierten Anreiz- und Vergütungssystems
4.1. Notwendigkeit eines Anreizsystems
4.2. EVA-Steuerungswirkungen
4.3. Der EVA Bonus Plan

5. Resümee

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Berechnung des investierten Kapitals (Capital)

Abb. 2: Die Berechnung des NOPAT

Abb. 3: EVA und Unternehmensbewertung

Abb. 4: Die grundlegenden Zusammenhänge des EVA-Konzepts

Abb. 5: Das Grundprinzip des Wertmanagements

Abb. 6: Die Steigerungsmöglichkeiten des EVA

Abb. 7: EVA und der Shareholder Value

Abb. 8: EVA-Werttreibermodell

Abb. 9: Verzerrungen durch Abschreibungen

Abb. 10: Bonus-Berechnung auf Basis von erzielten Perioden-EVA

Abb. 11: Bonusauszahlung bei Anwendung des Bonus Bank-Konzepts

1. Einleitung

Die Ausrichtung der Unternehmensführung am Aktionärsziel der Shareholder-Value-Maximierung ist für eine zunehmende Zahl von Unternehmen sehr bedeutend geworden. Das ist u.a. auf den verstärkten Wettbewerb um das mittlerweile weltweit mobile Anlagekapital auf den globalisierten Kapitalmärkten und den Druck großer institutioneller Investoren zurückzuführen.[1] Um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können, bedarf es geeigneter wertorientierter Unternehmensführungskonzepte.[2] Gegenstand dieser Arbeit ist das EVAâ[3] -Konzept der Unternehmensberatung Stern Stewart & Co.[4]

Ausgangspunkt des Ansatzes ist die Kritik, daß Unternehmen in wertorientierten Führungssystemen für verschiedene Zwecke und Unternehmensebenen häufig unterschiedliche Steuerungsgrößen verwenden.[5] So basiert die wertorientierte strategische Planungs- und Entscheidungsrechnung meist auf der DCF[6] -Methode, eine Performancemessung und ein daran anknüpfendes Anreiz- und Vergütungssystem aber, v.a. für Geschäftsbereiche[7], oft auf Rechnungswesengrößen.[8] Das ist problematisch, denn diese Erfolgsmaßstäbe „geben keine oder nur sehr begrenzte Auskunft über die Veränderung des Aktionärsvermögens.“[9] Rappaport gibt des-wegen zu bedenken: „When performance evaluation and incentives differ from measurement standards employed in planning, decision making will be motivated by the performance evaluation system and not the planning system.”[10] Daraus ergeben sich zwangsläufig Probleme bei der Umsetzung der wertorientierten Planung.[11]

Das EVA-Konzept will diese Probleme beseitigen, indem es mit EVA auf eine einzelne wertorientierte Kennzahl abstellt.[12] Sie ist eine Residualgewinnvariante und basiert auf modifizierten Rechnungswesendaten.[13] Die vermeintliche Attraktivität des Konzepts liegt darin, daß es mit EVA einen wertorientierten Periodenerfolgsmaßstab bietet, der durch Prognose der zukünftigen EVA auch in analytischer Verbindung zum Shareholder Value steht.[14] Die Kennzahl soll sich für alle Teilbereiche der wertorientierten Unternehmensführung eignen und ein einheitliches wertorientiertes Führungssystem ermöglichen, das dazu führt, daß Manager auf Unternehmens- und v.a. auf Geschäftsbereichsebene aktionärsorientiert handeln und entscheiden.[15] Der Schwerpunkt des Konzepts liegt auf einer periodischen Kontrolle der Wertentwicklung und einer daran anknüpfenden variablen Vergütung.[16]

Das EVA-Konzept scheint aus Sicht der Praxis durchaus Vorteile zu bieten. So werden z.B. die Einfachheit und Transparenz sowie die bessere Planungsintegrität und Objektivität durch die Anlehnung an das Rechnungswesen genannt.[17] Es wird weltweit von großen und bekannten Unternehmen wie z.B . Coca Cola, Procter&Gamble, Eli Lilly oder Siemens verwendet.[18]

Die konzeptionelle Basis des EVA, z.B. die Anlehnung an den traditionellen Residualgewinn, der starke Periodenfokus und die buchhalterische Datenbasis, gibt aber Anlaß zu Zweifeln, ob damit dem Shareholder-Value-Gedanken vollständig entsprochen wird.[19]

In der vorliegenden Arbeit wird daher eine kritische Untersuchung der Leistungsfähigkeit des EVA-Konzepts vorgenommen, eine Ausrichtung der Handlungen und Entscheidungen des Managements an den Aktionärsinteressen zu gewährleisten. Die Untersuchung wird wie folgt vorgenommen: In Kapitel 2 wird der Ansatz genauer vorgestellt. Dabei wird auf die Anpassungen der Rechnungswesendaten und die analytische Verbindung zum Shareholder Value eingegangen. Dann wird der grundsätzliche Bedarf an einem wertorientierten Periodenerfolgsmaß wie EVA aufgezeigt. Kapitel 3 untersucht die Möglichkeiten und Grenzen von EVA, Aussagen über die periodische Unternehmenswertentwicklung zu machen. Die Steuerungswirkungen von EVA auf das wertorientierte Verhalten und die Entscheidungen von Managern bei Verwendung als Bezugsgröße eines wertorientierten Anreiz- und Vergütungssystems sind Gegenstand von Kapitel 4. In Kapitel 5 wird ein abschließendes Urteil über die praktische Brauchbarkeit des EVA-Konzepts als integriertes Wertmanagementsystem gegeben.

2. Grundlagen des EVA-Konzepts

2.1. Die Kennzahl EVA

EVA ist eine periodenbezogene Kennzahl und ist definiert als „[...] operating profits less the cost of all of the capital employed to produce those earnings [...]“.[20] Dies läßt sich durch die folgende „Capital-Charge“-Formel (1) darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (1)[21]

NOPAT[22] ist eine betriebliche[23] Periodenerfolgsgröße vor Finanzierungskosten und nach adjustierten Steuern.[24] Davon werden die Kapitalkosten für das Capital[25] abgezogen („Capital-Charge“), um zum EVA der Periode zu gelangen. Die Kapitalkosten umfassen neben Fremdkapitalkosten auch explizit die Kosten des Eigenkapitals und ergeben sich durch Multiplikation von Capital mit dem entsprechenden Gesamtkapitalkostensatz k.[26]

Eine EVA-Berechnung kann alternativ über die zu (1) äquivalente „Value-Spread“-Formel (2) erfolgen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (2)[27]

Hierbei ergibt sich EVA als Produkt von Capital mit der Differenz zwischen der Gesamtkapitalrendite rGK und dem Gesamtkapitalkostensatz k („Value-Spread“). rGK entspricht dem Quotienten von NOPAT und Capital.[28]

EVA wird ausgehend von Daten des periodenbezogenen Rechnungswesens berechnet.[29] Er läßt sich für das Gesamtunternehmen und für Geschäftsbereiche bestimmen, da sich NOPAT und Capital meist bis zu dieser Ebene eindeutig abgrenzen lassen.[30]

Als ein über den Gesamtkapitalkosten liegender Gewinn geht EVA auf das bereits lange bekannte Residualgewinn-Konzept[31] zurück.[32] Die Besonderheit von EVA im Vergleich zum „traditionellen“ Residualgewinn ist v.a. die Vornahme spezieller Anpassungen der Daten des Rechnungswesens, bevor diese in die EVA-Berechnung einfließen.[33]

Ein realisierter EVA soll die Wertschaffung des Unternehmens oder Geschäftsbereichs in einer Periode aus Sicht der Investoren bestmöglich widerspiegeln.[34] Durch die Berücksichtigung der gesamten Kapitalkosten im Periodenerfolg wird die Zielvorstellung der Investoren berücksichtigt.[35] Aus ihrer Sicht schafft das Unternehmen erst dann zusätzlichen Wert, wenn mehr als die Kapitalkosten auf das von ihnen zur Verfügung gestellte Kapital erwirtschaftet wird.[36]

Ohne den weiteren Ausführungen zu weit vorzugreifen, ist festzustellen, daß sich dieser Mindestverzinsungsanspruch der Investoren grundsätzlich nicht auf die im EVA-Konzepts zugrundegelegte Kapitalbasis[37] (Capital) bezieht.[38] Ein positiver Perioden-EVA bedeutet somit lediglich eine Wertschaffung in dem Sinn, daß das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit mehr als ausreichte, um die Gesamtkapitalkosten des Capital zu decken. Ist der EVA negativ, so wurde in dem Sinn Wert vernichtet, daß die Kapitalkosten durch das operative Ergebnis nicht gedeckt werden und das betrieblich eingesetzte Kapital in einer alternativen Anlage gleichen Risikos eine höhere Rendite erbracht hätte.[39]

2.2. Die Berechnung der EVA-Parameter

In die EVA-Berechnung fließen die drei Parameter Capital, NOPAT und ein Gesamtkapitalkostensatz (k) ein. Die speziellen Anpassungen der Daten des Rechnungswesens[40] bei der Ermittlung von NOPAT und Capital wurden bereits erwähnt.[41] Damit werden grundsätzlich zwei Ziele verfolgt. Zum einen sollen Verzerrungen der Daten durch Rechnungslegungsvorschriften korrigiert werden, um ökonomisch aussagefähigere Daten zu erhalten. Diese sollen EVA zu einem genaueren Maßstab der periodischen Wertentwicklung machen und Anreize zu wertschaffenden Entscheidungen geben.[42] Zum anderen sollen Positionen eliminiert werden, die das Management leicht zur Manipulation des Performancemaßes EVA nutzen könnte.[43]

Stern Stewart & Co. hat ca. 160 mögliche Anpassungen identifiziert. Sie weisen jedoch darauf hin, daß in der Praxis meistens nur die für das jeweilige Unternehmen 5 bis 10 wesentlichsten Anpassungen vorgenommen werden sollten. Die EVA-Definition kann also durch die Wahl der Anpassungen unternehmensspezifisch zugeschnitten werden.[44]

Im folgenden wird die Berechnung der drei EVA-Parameter aufgezeigt.[45] Bei der Vornahme von Anpassungen ist es besonders wichtig, daß Capital und NOPAT

miteinander korrespondieren, damit EVA konsistent definiert ist.[46]

Die Berechnung des Capital erfolgt ausgehend von den Buchwerten der Aktivseite der Bilanz[47] am jeweiligen Periodenanfang, wobei das nichtverzinsliche Fremdkapital direkt abgezogen wird.[48] Im ersten Schritt werden nicht-betriebliche Bilanzpositionen eliminiert.[49] Im zweiten Schritt wird die Kapitalbasis um bisher nicht aktivierte, aber betrieblich genutzte, Vermögensgegenstände erweitert.[50] Darunter fallen nicht aktivierte operative Leasing- und Mietobjekte und v.a. die sog. „Equity Equivalents”.[51] Durch die „Equity Equivalents“ soll der “standard accounting book value into something I call economic book value”[52] transformiert werden, der eine Annäherung der buchwertbasierten Kapitalbasis an die Aktionärsperspektive erreichen soll. Hier sind v.a. nicht aktivierungsfähige Aufwendungen des Rechnungswesens von Bedeutung, die Potentiale für zukünftige Einzahlungen schaffen und daher den wirtschaftlichen Charakter von Investitionen in immaterielles Vermögen haben. So werden z.B. Forschungs- und Entwicklungs[53] - oder Markterschließungsaufwendungen aktiviert. Sie werden damit im NOPAT neutralisiert und über ihre erwartete Nutzungsdauer abgeschrieben.[54] Ein umfassendes Berechnungsschema für das Capital zeigt Abb. 1.

Die Anpassungen zielen darauf ab, besser das von den Investoren zur Verfügung gestellte Kapital widerzuspiegeln, auf das sich deren Verzinsungsanspruch bezieht.[55] Dabei wird jedoch nicht die bestmögliche Annäherung an den Marktwert angestrebt, sondern die Erfassung sämtlicher Investitionskosten für das betrieblich eingesetzte Kapital ohne Einbezug zukünftig erwarteter, aber bisher unrealisierter, Rückflüsse.[56]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Berechnung des investierten Kapitals (Capital)[57]

Ausgangspunkt der NOPAT -Ermittlung ist das Betriebsergebnis. Der NOPAT ist daraus so abzuleiten, daß sämtliche darin erfaßten Erfolge mit dem oben definierten Capital korrespondieren.[58]

Die Kapitalkosten werden im EVA vollständig in der „Capital-Charge“ berücksichtigt. Der Steueraufwand wird an den eines rein Eigenkapital-finanzierten und nur betrieblich tätigen Unternehmens angepaßt, da die steuerliche Vorteilhaftigkeit des Fremdkapitals („Tax Shield“) im Kapitalkostensatz nach dem WACC[59] -Ansatz berücksichtigt wird.[60] Alle weiteren Anpassungen ergeben sich aus den Erfolgswirkungen der beim Capital vorgenommenen Anpassungen.[61] Vor allem sind die Änderungen in der Höhe der erfaßten „Equity Equivalents“ und daraus resultierende Erfolgswirkungen im NOPAT zu berücksichtigen.[62]

Insgesamt erfolgt durch die Anpassungen eine Annäherung des NOPAT an den operativen Cash-flow der Periode.[63] Als einziger nicht zahlungswirksamer Aufwand werden Abschreibungen einbezogen. Diese stellen nach Stewarts Ansicht einen ökonomisch relevanten Aufwand dar, da sie dem Ersatz abgenutzter Anlagen dienen und eine bessere Vergleichbarkeit mit geleasten Vermögensgegenständen erlauben.[64] Die vollständige NOPAT-Berechnung zeigt Abb. 2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die Berechnung des NOPAT[65]

Der Gesamtkapitalkostensatz k spiegelt die Mindestrenditeforderungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber wider. Operationalisiert wird der Gesamtkapitalkostensatz, wie in anderen wertorientierten Konzepten auch, mit Hilfe des WACC-Ansatzes.[66] Dieser ergibt sich als das mit den Kapitalanteilen zu Marktwerten gewichtete Mittel von Eigen- und Fremdkapitalkostensatz.[67]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (3)[68]

Der Fremdkapitalkostensatz (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) kann aus den vertraglichen Kreditvereinbarungen errechnet werden.[69] Die Kosten des Eigenkapitals (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) sind dagegen für börsennotierte Unternehmen[70] aus den Renditeerwartungen der Eigenkapitalgeber mit Hilfe von Kapitalmarktdaten und –modellen wie dem „Capital Asset Pricing Model“ (CAPM) zu schätzen.[71] Der Steuervorteil des Fremdkapitals („Tax Shield“) wird durch Multiplikation mit dem Term (1-s) berücksichtigt, wobei „s“ den relevanten Ertragssteuersatz repräsentiert.[72]

2.3. EVA und der Unternehmenswert

Zur Unternehmenswertermittlung und wertorientierten strategischen Planung im Rahmen des Shareholder-Value-Ansatzes wird meistens die DCF-Methode angewendet.[73] Danach ergibt sich der Unternehmensgesamtwert als Barwert aller zukünftigen freien Cash-flows[74].[75] Nach Stewart ist eine Shareholder-Value-Rechnung auch auf Basis der periodisierten Kennzahl EVA durchführbar.[76]

Der periodische EVA hat als Residualgewinn die Eigenschaft der Barwertkompatibilität[77], die ihn in Verbindung zum Unternehmensgesamtwert bringt.[78]

Gemäß dem „Lücke-Theorem“[79] entspricht der Barwert der Cash-flows eines Betrachtungsobjekts dem Barwert der EVA (allg. Residualgewinne), wenn bei der Ermittlung des NOPAT (allg. Gewinn) das Kongruenzprinzip[80] eingehalten wird.[81] Dieses Prinzip verlangt, daß über die gesamte Lebensdauer des Betrachtungsobjekts die Differenz aller Ein- und Auszahlungen der Summe der NOPAT (allg. Gewinne) entspricht.[82] NOPAT muß sich folglich in jeder Periode aus der Veränderung des Capital (Capitalt-Capitalt-1) zuzüglich des freien Cash-flows (FCFt) der Periode ergeben:[83]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (4)

Ist diese Bedingung erfüllt, dann entspricht der Barwert der EVA dem Nettokapitalwert des Betrachtungsobjekts. Investitionsentscheidungen auf Basis des Barwertes der EVA sind also konsistent mit dem Kapitalwertkalkül.[84]

Mit periodisierten Erfolgsgrößen wie EVA wird die Barwertkompatibilität dadurch erreicht, daß die ursprüngliche Investitionsauszahlung nicht sofort verrechnet wird, sondern über die Lebensdauer des Projekts durch periodische Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen auf den Restbuchwert auf die einzelnen Perioden verrechnet wird.[85] Durch Erfüllung des Kongruenzprinzips wird sichergestellt, daß der Barwert der Abschreibungen und Zinsen genau der Investitionsauszahlung entspricht.[86]

Aufbauend auf diesen Zusammenhängen ergibt sich der Unternehmensgesamtwert (UGWt)[87] nach Gl. (5) als Bruttokapitalwert aus dem Barwert der künftig erwarteten EVA des Unternehmens zuzüglich dem Capital:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (5)[88]

Bei Einhaltung des Kongruenzprinzips und gleichen Planungsszenarien ist dieser Wert identisch mit dem Bewertungsergebnis der DCF-Methode. Die EVA-Methode kann also analog zur DCF-Methode verwendet werden.[89]

Der Barwert der künftig erwarteten EVA wird als Market Value Added (MVAâ[90] ) bezeichnet. Er ergibt sich aus Kapitalmarktsicht (MVAex post) aus der Differenz des Gesamtmarktwerts des Unternehmens (GMWt)[91] und dem Capital:[92]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten (6)

Der MVAex post spiegelt die Einschätzung des Marktes zu einem bestimmten Zeitpunkt über den Barwert der zukünftig erwarteten EVA und damit den Nettokapitalwert aller laufenden und zukünftig erwarteten Investitionsprojekte des Unternehmens wider. Er entspricht der kapitalmarktorientierten Zielgröße, die es im EVA-Konzept zu steigern gilt. Die Steigerung des Gesamtmarktwertes wird als Ziel abgelehnt, da dies allein durch eine Erhöhung des investierten Kapitals möglich wäre.[93]

Der Erfolg des Unternehmens wird also letztendlich danach beurteilt, wie hoch der Marktwert bisher über den Wert des Capital, als das von den Investoren seit Unternehmensgründung ins Unternehmen investierte Kapital, hinaus gesteigert werden konnte.[94]

Bei unternehmensinterner Betrachtung kann ein theoretischer MVA (MVAex ante) durch Prognose der zukünftigen EVA und deren Diskontierung errechnet werden.[95] Dieser bildet den Ausgangspunkt einer Bewertung und zukunftsbezogenen Beurteilung mit dem EVA-Ansatz (siehe Abb. 3).[96]

Das Ziel der Unternehmensführung im EVA-Konzept ist die Maximierung des MVAex ante durch eine Maximierung des Barwertes der künftigen EVA.[97] Dazu sind Projekte mit einem positiven Barwert der damit verbundenen EVA durchzuführen.[98] Durch die Eigenschaft der Barwertkompatibilität steht eine solche Politik im Einklang mit dem Ziel der Maximierung des Unternehmensgesamtwertes und ist gleichwertig mit einer Maximierung des Barwerts der zukünftigen Cash-flows.[99] Diese Zusammenhänge bilden die zentrale theoretische Grundlage für die wertorientierte Unternehmensführung mit dem EVA-Konzept.[100] (siehe Abb.4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: EVA und Unternehmensbewertung

Nur wenn eine Steigerung des MVAex ante glaubhaft über den Erwartungen des Kapitalmarktes liegt und folglich noch nicht im MVAex post enthalten ist, resultiert daraus eine entsprechende Steigerung des kapitalmarktorientierten Unternehmenswertes.[101]

Das Capital fließt in das EVA-Bewertungskalkül ein (siehe Gl. (5) und Abb. 4). Seine Höhe wird stark durch die Ansatz- und Bewertungsvorschriften des jeweiligen Rechnungslegungssystems, die Abschreibungsmethode und besonders durch die vorgenommenen Anpassungen bestimmt.[102] Das alles bleibt bei der Betrachtung der Totalperiode aber ohne Einfluß auf den ermittelten Unternehmenswert und die Eigenschaft der Barwertkompatibilität. Wird das Capital niedriger (höher) bewertet, dann resultieren daraus niedrigere (höhere) Kapitalkosten, was zu entsprechend höheren (niedrigeren) zukünftigen EVA führt. Diese Einflüsse heben sich gegenseitig auf, so daß sich insgesamt der Unternehmenswert nicht ändert.[103] Jedoch ist darauf hinzuweisen, daß die Bewertung des Capital für die Höhe und Aussagefähigkeit der periodischen EVA über die Wertänderung einer Periode von entscheidendem Einfluß ist.[104]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Die grundlegenden Zusammenhänge des EVA-Konzepts[105]

Die Attraktivität der EVA-Bewertungsmethode besteht darin, daß damit theoretisch eine Shareholder-Value-Rechnung analog zur DCF-Methode, aber mit Plandaten des Rechnungswesens, vorgenommen werden kann. Daraus wird gefolgert, daß die EVA-Methode leichter verständlich und anwendbar sowie unternehmensintern wie -extern besser kommunizierbar ist als die DCF-Methode.[106] Baumann argumentierte bei Einführung des EVA-Konzepts bei Siemens (GWBâ[107] -Konzept): „Wir haben mit Discounted Cash-flow experimentiert – mit wenig Erfolg. Das ist zu abstrakt, zu wenig kontrollierbar, zu weit entfernt von aktueller Berichterstattung und Jahresabschluß.“[108] Stewart fordert deswegen die DCF-Methode zu Zwecken der Unternehmensbewertung, Investitionsbeurteilung und wertorientierten Planung durch die EVA-Bewertungsmethode zu ersetzen.[109]

Dazu ist festzustellen, daß diese Methode die gleichen Probleme wie der DCF-Ansatz hat, nämlich die Prognoseunsicherheit der Daten und die genau Bestimmung des relevanten Kapitalkostensatzes.[110] Darüber hinaus erweist sich die Schätzung der EVA der zukünftigen Perioden als sehr kompliziert, da für jede zukünftige Periode der Bestand des Capital zu bestimmen ist, um die Kapitalkosten der Periode zu berechnen.[111] Dazu bedarf es aber Informationen über Cash-flows, so daß sich die Frage stellt, warum dann nicht direkt der theoretisch überlegene DCF-Ansatz verwendet wird.[112] Die EVA-Methode ist nämlich eine reine algebraische Umformung der DCF-Methode, die nur bei Einhaltung der Bedingungen des Lücke-Theorems gültig ist.[113] Auch Siemens verwendet neben dem GWB-Konzept weiterhin die DCF-Methode, denn die Informationen über den zeitlichen Anfall der Cash-flows werden für ein effektives Finanzmangement weiterhin gebraucht. Diese bleiben bei EVA durch die Periodisisierung aber intransparent.[114]

Richter stellt deswegen fest, daß die Barwertkompatibilität von EVA- und DCF-Methode formal zwar wichtig ist, denn sie stellt die analytische Verbindung der Kennzahl EVA zum Shareholder Value her. Aber die eigentliche Bedeutung des Zusammenhangs ergibt sich für eine aussagefähige Periodenerfolgsmessung mit EVA.[115]

2.4. Wertorientierte Performancemessung

Das Ziel des Shareholder-Value-Ansatzes ist es, daß Entscheidungen im Unternehmen so getroffen werden, daß der Unternehmenswert für die Aktionäre maximiert wird.[116] In größeren Unternehmen werden aber nicht sämtliche Entscheidungen zentral getroffen, sondern v.a. operative Entscheidungsbefugnisse an nachgeordnete spezialisierte und besser informierte Geschäftsbereiche delegiert.[117] Die Unternehmensleitung ist dann für alle langfristigen Aufgaben wie die wertorientierte Planung für das Gesamtunternehmen und die Geschäftsbereiche und die Koordination der Teileinheiten in Bezug auf das Ziel des Gesamtunternehmens verantwortlich. Die Verantwortung für die kurzfristige Geschäftspolitik und damit die Umsetzung der Planung liegt bei den jeweiligen Geschäftsbereichsleitungen.[118]

Die Zentrale steht nun zu den Geschäftsbereichen[119] in einem Principal-Agent-Verhältnis.[120]

Durch die potentiellen Interessen- und Zielkonflikte ist nicht sichergestellt, daß die Wertsteigerungsziele der Zentrale durch die Entscheidungen in den Geschäftsbereichen entsprechend umgesetzt werden.[121] Es gibt also interne Koordinationsprobleme.[122] Deswegen ist es wichtig, daß die Unternehmensleitung die Wertschaffung in den Geschäftsbereichen kontrolliert und Anreize so setzt, daß sämtliche dezentralen Entscheidungsträger im Interesse der Investoren entscheiden.[123] Dies erfordert einen geeigneten wertorientierten periodischen Performancemaßstab, der zwei zentrale Funktionen zu erfüllen hat:[124]

- Die Informationsfunktion:
Der Maßstab bildet die Basis für Zielvorgaben der Zentrale an die Geschäftsbereichsleitungen, die aus der wertorientierten Planung abgeleitet werden. Durch Soll-Ist-Vergleich mit den Vorgaben sollen dann Informationen über die Zielerreichung und damit die tatsächliche Wertschaffung in der abgelaufenen Periode bereitgestellt werden.
- Die Motivations- oder Verhaltenssteuerungsfunktion:
In Anbetracht der potentiellen Interessenkonflikte soll der Maßstab Anreize geben, im Interesse des obersten Unternehmensziels der Wertmaximierung zu handeln und zu entscheiden. Die entsprechende Verhaltenssteuerung soll durch Verwendung des Performancemaßes als Bezugsgröße der variablen Vergütung in einem wertorientierten Anreizsystem hergestellt werden.

Das hier aufgezeigte Vorgehen[125] wird durch die nachfolgende Abb. 5 grafisch veranschaulicht.

Die Auswahl eines geeigneten periodischen Performancemaßstabs ist somit von großer Bedeutung für die wertorientierte Unternehmensführung.[126]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Das Grundprinzip des Wertmanagements[127]

2.5. Kompromißeigenschaft des EVA

Für die Geschäftsbereichsebene sollten unternehmensinterne Performancemaß-stäbe herangezogen werden.[128] Kapitalmarktgrößen werden dafür grundsätzlich abgelehnt.[129] Sie sind durch die Geschäftsbereichsleitung nicht oder kaum direkt beeinflussbar und spiegeln nicht die Performance des einzelnen Geschäftsbereichs, sondern die des gesamten Unternehmensverbundes wider.[130] Damit können sie folglich auch nicht die richtigen Anreize für deren Entscheidungsverhalten geben.[131]

Die wichtigste Anforderung an einen internen wertorientierten Maßstab ist die Barwertkompatibilität. Nur so ist sichergestellt, daß er in Verbindung zum Unternehmenswert steht und mit dem Ziel der Unternehmenswertmaximierung konform geht.[132]

Das periodenbezogene Rechnungswesen ist das zentrale Kontrollinstrument im Unternehmen.[133] Da aber im Rechnungswesen die Eigenkapitalkosten unberücksichtigt bleiben, besteht für sämtliche rein Rechnungswesen-basierten Performancemaßstäbe keine Barwertkompatibilität. Sie „geben [außerdem] keine oder nur sehr begrenzte Auskunft über die Veränderung des Aktionärsvermögens.“[134]

Zur eindeutigen Definition einer wertorientierten Periodenerfolgsgröße sind die grundsätzlichen Fragen der Bewertung der Kapitalbasis als Bezugspunkt für die

Wertschaffung und der Periodenzurechnung von periodenübergreifenden Wirkungen der Geschäftsaktivitäten zu klären.[135] Zwischen den zwei folgenden Extremen ist ein ganzes Spektrum an verschiedenen Periodenzurechnung und Bewertungen möglich.[136]

Das eine Extrem ist eine Periodenerfolgsmessung nach dem Konzept des ökonomischen Gewinns. Dieser setzt sich aus der Summe von freiem Cash-flow und der Änderung des Unternehmenswertes in der Periode zusammen.[137] Der so definierte Periodenerfolg entspricht vollkommen der Sichtweise der Investoren.[138] Er erfaßt sämtliche erwarteten Zukunftswirkungen einer heutigen Entscheidung in der heutigen Performancemessung und die Kapitalbasis ist mit dem Marktwert bewertet. Das ist aus Anreizgesichtspunkten vorteilhaft, denn sämtliche erwarteten Entscheidungswirkungen fließen ohne Verzögerung in die Performancebeurteilung ein.[139] Die Umsetzung der Planung würde aber dadurch mit Größen kontrolliert, die ihrerseits auf Prognosen beruhen.[140] Die zu kontrollierende Geschäftsbereichsleitung müßte wegen ihres Spezialwissens an der Prognose beteiligt werden und hätte durch die asymmetrische Informationsverteilung erhebliche Manipulationsmöglichkeiten über die zeitliche Verteilung der Periodenerfolge.[141] Eine objektive Performancemessung und besonders eine Anbindung der leistungsabhängigen Vergütung an ein so stark manipulationsanfälliges Performancemaß scheint ausgeschlossen.[142]

Das andere Extrem entspricht einem ausschließlichen Abstellen auf Zahlungen. Hierbei entstehen keine Bewertungsprobleme, denn das Vermögen ist mit Null bewertet und der Periodenerfolg ergibt sich als Saldo der Ein- und Auszahlungen der Periode. Eine Manipulation der Bewertung und Periodenzurechnung ist damit ausgeschlossen.[143] Aber Investitionsauszahlungen würden in der Periode der Investitionsentscheidung den Erfolg in voller Höhe belasten und den Erfolgsausweis stark in spätere Perioden verschieben. Das führt insgesamt zu negativen Anreizwirkungen auf das Entscheidungsverhalten der Beurteilten.[144]

Der Performancemaßstab EVA kann konzeptionell als eine mögliche Kompromißlösung zwischen den beiden Extremen betrachtet werden.[145] Im Gegensatz zur Zahlungsbetrachtung nimmt EVA eine Periodisierung von periodenübergreifenden Wirkungen vor. Er geht aber dabei nicht so weit wie der ökonomische Gewinn, sämtliche in der Zukunft erwarteten Wirkungen einer heutigen Entscheidung in die Performancemessung der Periode einzubeziehen.[146] „Mit EVA wird [also] der Versuch unternommen, eine zukunftsgerichtete Entscheidungsrechnung wie die Shareholder-Value-Rechnung [...] so durch eine vergangenheitsgerichtete Kontrollrechnung zu ergänzen, daß die Erfolgsmaßstäbe beider Rechnungsbereiche in engem Zusammenhang miteinander stehen.“[147]

Inwieweit die Kompromißeigenschaften des EVA die Erfüllung der Informations- und der Verhaltenssteuerungsfunktion erlauben, wird in der Folge untersucht.

[...]


[1] Vgl. Bühner/Tuschke (1999), S. 5 für die beiden letzten Sätze.

[2] Vgl. Bühner (1990), S. 14.

[3] EVA ist ein eingetragenes Warenzeichen von Stern Stewart & Co. Die Kennzeichnung gilt für die gesamte Arbeit. „EVA“ steht für Economic Value Added.

[4] Ähnliche Konzepte sind z.B. „Economic Profit“ von Copeland/Koller/Murrin (1994), „Added Value“ von Davis/Kay (1990) und Davis/Flanders/Star (1991), „Cash Value Added“ von Lewis (1994). Vgl. dazu Hostettler (1997), S. 47-78.

[5] Vgl. Stern/Stewart/Chew (1995), S. 32 f. Vgl. auch O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 422.

[6] „DCF-Methode“ steht für Discounted-Cash-Flow-Methode.

[7] Unter den Begriff des Geschäftsbereich werden in dieser Arbeit auch Einheiten wie Geschäftsfelder, Divisionen bzw. Sparten u.a. subsumiert. Dabei wird die „Investment-Center“-Konzeption unterstellt, so daß die Geschäftsbereichsleitung Einfluß auf die Höhe des eingesetzten Kapitals hat. Vgl. dazu Bühner (1996), S. 134-140.

[8] Vgl. Stern./Stewart/Chew (1995), S. 41 f.

[9] Bühner (1990), S. 13. Zur Kritik an rechnungswesenbasierten Erfolgsmaßstäben und der Orien-tierung an Aktionärsinteressen siehe Bühner (1990), S. 13-33 und Rappaport (1986), S. 19-49.

[10] Rappaport (1986), S. 171.

[11] Vgl. Pfaff (1998), S. 493.

[12] Vgl. Stern/Stewart/Chew (1995), S. 42: “With EVA, all principal facets of the financial management process are tied to just one measure [...].”

[13] Vgl. Stewart (1994), S. 73.

[14] Vgl. Küting/Eidel (1999), S. 829. Siehe auch Stewart (1994), S. 74.

[15] Vgl. Stern/Stewart/Chew (1995), S. 43. Vgl. auch Stewart (1994), S. 74.

[16] Vgl. Hostettler (1997), S. 21. Vgl. auch Pfaff/Bärtl (1999), S. 93.

[17] Vgl. Ballwieser (2000), S. 163 f.

[18] Vgl. Böcking/Nowak (1999), S. 281.

[19] Vgl. Knorren (1998), S. 73. So folgerte z.B. Dirrigl in Bezug auf EVA: „Es kann nicht „im Sinne des Erfinders“ sein, wenn zur Herstellung einer vermeintlichen Konvergenz im Bereich der Rechengrößen für die interne Unternehmensrechnung eine gewinnorientierte Ausrichtung von Steuerungsgrößen propagiert wird, deren Mängel gerade die Notwendigkeit zur Entwicklung einer wertorientierten Unternehmensrechnung haben entstehen lassen.“ Dirrigl (1998), S. 575.

[20] Stewart (1991), S. 2.

[21] Vgl. Stewart (1991), S. 136 f.

[22] „NOPAT“ steht für Net Operating Profit After Taxes.

[23] Insgesamt wird entsprechend dem eigentlichen Zweck der unternehmerischen Aktivität die Betrachtung auf die betriebliche Tätigkeit und das dafür eingesetzte Kapital des Unternehmens oder Geschäftsbereichs beschränkt. Vgl. Mensch (1999), S. 442

[24] Vgl. Stewart (1991), S. 86.

[25] Das „Capital“ entspricht dem speziell modifizierten Buchwert des betrieblich eingesetzten bzw. investierten Gesamtkapitals im EVA-Konzept. Der Begriff Capital wird dafür synonym in der Arbeit verwendet.

[26] Vgl. Hostettler (1997), S. 19 für die letzten beiden Sätze. Es wird deutlich, daß EVA dem Entity-Ansatz folgt, d.h. eine Gesamtkapitalbetrachtung vornimmt.

[27] Vgl. Stewart (1991), S. 136 f.

[28] Vgl. Stewart (1991), S. 136 f. für den gesamten Absatz.

[29] Vgl. Pfaff/Bärtl (1999), S. 91.

[30] Vgl. Hostettler (1995), S. 313.

[31] Der Residualgewinn wurde bereits in den 1920ern von General Motors und in den 1950ern von General Electric verwendet. Vgl. McConville (1994), S. 56, zitiert nach Hostettler (1997), S. 20 Fn. 57. 1965 wurde der Residualgewinn von David Solomons als vorteilhafte Alternative zum ROI als divisionales Performancemaß in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt. Vgl. Solomons (1977).

[32] Vgl. Drucker (1995), S. 59. Biddle/Bowen/Wallace stellen dazu fest: „[...] it is safe to say that residual income under its old name never received the excitement that EVA has generated.“ Biddle/ Bowen/Wallace (1998), S. 60.

[33] Vgl. Young (1997), S. 336. Diese Anpassungen sind Gegenstand des Kapitels 2.2.

[34] Vgl. Stewart (1994), S. 75. Vgl. auch Bühner/Tuschke (1999), S. 30.

[35] Vgl. Stewart (1994), S. 74.

[36] Vgl. Pfaff/Bärtl (1999), S. 93.

[37] Synonym wird der Begriff „Verzinsungsbasis“ benutzt.

[38] Vgl. Knorren (1998), S. 71. Vgl. auch Schmidbauer (1999), S. 372. Siehe dazu auch Kapitel 3.2.

[39] Vgl. Hostettler (1997), S. 19 f. für die beiden letzten Sätze.

[40] Unterstellt wird eine Rechnungslegung nach US-GAAP wie bei Stewart (1991). Für eine Diskussion der Anpassungen bei HGB- und IAS-Jahresabschlüssen, vgl. Eidel (1999).

[41] Grundsätzlich ist bei den Anpassungen wichtig, daß das Kongruenzprinzip nicht verletzt wird, um den Zusammenhang zwischen EVA und dem Unternehmenswert nicht zu zerstören. Das wird von Stern Stewart & Co. streng beachtet. Vgl. O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 428. Siehe dazu auch die Ausführungen in Kapitel 2.3.

[42] Vgl. Stern/Stewart/Chew (1995), S. 40 f. für die letzten beiden Sätze.

[43] Vgl. Stern/Stewart/Chew (1995), S. 40. Siehe auch O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 429.

[44] Vgl. Stewart (1994), S. 73 f. Die Auswahl der wesentlichen Anpassungen gehört zur Beratungsleistung von Stern Stewart & Co. Es soll dabei eine Balance im Konflikt zwischen steigender Genauigkeit der Performancemessung und steigender Komplexität der Berechnung erreicht werden.

[45] In Anbetracht des begrenzten Umfangs dieser Arbeit erfolgt die Darstellung in sehr knapper Form. Für Details wird auf die Literatur verwiesen. Siehe z.B.: Stewart (1991), S. 68-118; Hostettler (1997), S. 90-178; Ehrbar (1998), S. 161-181; Young (1999).

[46] Vgl. Hostettler (1997), S. 95.

[47] Hier läßt sich eine bessere Unterscheidung zwischen betrieblichen und nicht-betrieblichen Positionen vornehmen, als auf der Passivseite. Vgl. Mensch (1999), S. 444.

[48] Vgl. Bühner (1994), S. 47. Zur Begründung: Die Zinskosten des nichtverzinslichen Fremdkapitals sind bereits im operativen Ergebnis berücksichtigt.

[49] Vgl. Bühner/Tuschke (1999), S. 31.

[50] Vgl. Stewart (1991), S. 744.

[51] Vgl. Stewart (1991), S. 112-117.

[52] Stewart (1991), S. 91.

[53] Wird in der Folge mit „F&E“ abgekürzt.

[54] Vgl. Stewart (1991), S. 112-117. Vgl. auch Hostettler (1997), S. 137-143.

[55] Vgl. Stewart (1991), S. 91.

[56] Vgl. O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 429. Der Sinn dieses Vorgehens wird weiter unten näher erläutert.

[57] In Anlehnung an Stewart (1991), S. 112-118 und S. 744. Zu den Anmerkungen siehe auch Mensch (1999), S. 444 und Hostettler (1997), S. 111-150.

[58] Vgl. Hostettler (1997), S. 150 für die letzen beiden Sätze.

[59] “WACC” steht für Weighted Average Cost of Capital.

[60] Vgl. Böcking/Nowak (1999), S. 283 für ganzen Absatz bis hierher.

[61] Vgl. Beck/Lingau (2000), S. 8. Vgl. auch Greth (1998), S. 82.

[62] Vgl. Greth (1998), S. 83. Vgl. auch Böcking/Nowak (1999), S. 284.

[63] Vgl. Günther (1997), S. 234. Vgl. auch Beck/Lingnau (2000), S. 9.

[64] Vgl. Stewart (1991), S. 86 für die letzen beiden Sätze.

[65] In Anlehnung an Stewart (1991), S. 112-118 und S. 742. Zu den Anmerkungen siehe auch Mensch (1999), S. 444 und Hostettler (1997), S. 150-155.

[66] Vgl. Stewart (1991), S. 444 für den Absatz bis hierher.

[67] Vgl. Stewart (1991), S. 432-444. Das bestehende Zirkularitätsproblem wird durch Vorgabe einer langfristiger Zielkapitalstruktur gelöst.

[68] EKM/GKM entspricht dem Eigenkapitalanteil zum Marktwert, FKM/GKM dem Fremkapitalanteil zum Marktwert und GKM dem Gesamtkapitalmarktwert.

[69] Vgl. Arbeitskreis „Finanzierung“ der Schmalenbach-Gesellschaft (1996), S. 558.

[70] Für nichtbörsennotierte Unternehmen oder Geschäftsbereiche ist dieses Vorgehen nicht möglich, da entsprechende Kapitalmarktdaten fehlen. Diese werden behelfsweise entweder über Analogieansätze oder Analyseansätze ermittelt. Vgl. Bühner (1994), S. 24-30. Stern Stewart & Co schlagen auch ein eigenes Verfahren zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten von nicht börsennotierten Unternehmen vor. Vgl. Stewart (1991), S. 444-472.

[71] Vgl. Bühner/Tuschke (1999), S. 17.

[72] Vgl. Böcking/Nowak (1999), S. 284.

[73] Vgl. Rappaport (1986), S. 50-77 und Bühner (1990), S. 35-51.

[74] Der freie Cash-flow entspricht hier dem potentiell an die Eigen- und Fremdkapitalgeber auszahlbaren Zahlungsmittelüberschuß einer Periode. Vgl. Ewert/Wagenhofer (2000b), S. 13.

[75] Vgl. Rappaport (1986), S. 50-77; Bühner (1990), S. 35-51.

[76] Vgl. Stewart (1991), S. 175: „[...] I strongly recommend that corporate management stop using discounted cash flow for the purpose of capital budgeting and valuations and use the EVA valuation procedure instead.” (im Original kursiv) Vgl. auch Hostettler (1995), S. 308.

[77] Zum Begriff „Barwertkompatibilität vgl. Laux (1999), S. 135 f.

[78] Vgl. Ewert/Wagenhofer (2000b), S. 10.

[79] Vgl. Lücke (1955), S. 310-324. Die Bedingungen des Lücke-Theorems sind in der Realität häufig nicht erfüllt. Vgl. dazu Küpper (1998), S. 530. Für diese Arbeit wird aber angenommen, daß sie erfüllt werden.

[80] In der angelsächsischen Rechnungslegung entspricht dies der „clean-surplus-Bedinung“. Siehe dazu O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 423.

[81] Vgl. Lücke (1955), S. 310. Vgl. auch Ewert/Wagenhofer (2000a), S. 76.

[82] Vgl. Ewert/Wagenhofer (2000a), S. 75 f.

[83] Vgl. Ewert/Wagenhofer (2000b), S. 13.

[84] Vgl. Bromwich/Walker, S. 395 (1998) zu diesem Absatz.

[85] Vgl. Bromwich/Walker, S. 395 (1998).

[86] Vgl. Volkart/Labhart/Suter (1998), S. 355 f.

[87] Darunter wird der unternehmensintern auf Basis des EVA-Bewertungsmodells ermittelte Unternehmenswert des Gesamtunternehmens oder eines Geschäftsbereichs für die Eigen- und Fremdkapitalgeber verstanden.

[88] Vgl. O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 424 f.

[89] Vgl. Pfaff/Bärtl (1999), S. 93 und Schmidbauer (1999), S. 374.

[90] MVA ist ein eingetragenes Warenzeichen von Stern Stewart & Co. Die Kennzeichnung gilt für die gesamte Arbeit.

[91] Der Gesamtmarktwert des Unternehmens entspricht dem Unternehmenswert für die Eigen- und Fremdkapitalgeber aus Sicht des Kapitalmarktes.

[92] Vgl. Stewart (1994), S. 72 für den gesamten Absatz.

[93] Vgl. Stewart (1994), S. 72 für den gesamten Absatz.

[94] Vgl. O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 425.

[95] Vgl. Stewart (1991), S. 153.

[96] Vgl. Hostettler (1997), S. 201. Bei der Unternehmensbewertung mit EVA wird wie bei der DCF-Methode ein Zwei-Phasen-Modell zugrundegelegt. Über einen expliziten Prognose-horizont werden die EVA geschätzt. Dazu kann analog zur DCF-Methode auf die finanziellen Werttreiber des EVA (s. Kapitel 3.1.) zurückgegriffen werden. Danach wird durch bestimmte vereinfachende Annahmen ein Restwert ermittelt. Siehe dazu Hostettler (1997), S. 199-224.

[97] Vgl. Stewart (1991), S. 153.

[98] Vgl. Stewart (1991), S. 3 f., S. 175, S. 177 f.

[99] Vgl. Laux (1999), S. 135 f.; Pfaff/Bärtl (1999), S. 97.

[100] Vgl. Stewart (1994), S. 74. Vgl. auch O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 425.

[101] Vgl. Stewart (1991), S. 742. Vgl. auch Greth (1998), S. 76.

[102] Vgl. Ewert/Wagenhofer (2000b), S. 11.

[103] Vgl. O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 424 für die letzten drei Sätze. Das bezeichnet Hostettler als „[...] technische Irrelevanz der Bewertungshöhe der Unternehmenssubstanz im EVA-Ansatz [...].“ Hostettler (1997), S. 197.

[104] Vgl. Hostettler (1997), S. 188.

[105] Vgl. Hoffmann/Wüest (1998), S. 190. In Anlehnung an Stewart (1991), S. 321.

[106] Vgl. Hostettler (1997), S. 197 f. für den Absatz bis hierher.

[107] „GWB“ heißt Geschäftswertbeitrag und ist ein eingetragenes Warenzeichen von Siemens. Die Kennzeichnung gilt für die gesamte Arbeit.

[108] O.V. (1997), S. 47.

[109] Vgl. Stewart (1991) S. 4 und Stewart (1994), S. 74.

[110] Vgl. Stern Stewart & Co. (1994), S. 63.

[111] Vgl. Eidel (1999), S. 79.

[112] Vgl. Küpper (1990), S. 257.

[113] Vgl. Volkart/Labhart/Suter, o.S (1998). Siehe auch Günther (1997), S. 236.

[114] Vgl. Neubürger (2000), S. 193 für letzten beiden Sätze.

[115] Vgl. Richter (1996), S. 38 für den ganzen Absatz. Hostettler stellt dazu fest: „ Zwar besitzt der DCF-Ansatz den Vorteil, dass durch die ausschließliche Betrachtung von Ein- und Auszahlungen grundsätzlich keine Bewertungsprobleme entstehen. Seine Aussagekraft bezüglich der Beurteilung der unternehmerischen Leistungsfähigkeit einer einzelnen Periode ist, im Gegensatz zu den gewinnbasierten Ansätzen (z.B. EVA), eingeschränkt [...].“ Hostettler (1997), S. 198.

[116] Vgl. Rappaport (1986), S. 1.

[117] Vgl. Pfaff/Bärtl (1999), S. 88.

[118] Vgl. Poensgen (1973), S. 35 f. zitiert nach Coenenberg (1999), S. 575 für die letzten beiden Sätze.

[119] Interessenkonflikte zwischen den Geschäftsbereichen werden hier nicht behandelt.

[120] Vgl. Riegler (2000), S. 147. Grundlegend zur Agency-Theorie: Jensen/Meckling (1976), S. 305-360.

[121] Vgl. Coenenberg (1999), S. 575.

[122] Vgl. Pfaff (1998), S. 493.

[123] Vgl. Pfaff (1999), S. 174.

[124] Vgl. Ewert/Wagenhofer (2000b), S. 4 zur der gesamten Aufzählung.

[125] Siehe dazu auch die Ausführungen zum Value Based Management bei Copeland/Koller/Murrin (1994), S. 93-127.

[126] Vgl. Stern/Stewart/Chew (1995), S. 32: “Performance-Measurement and reward systems help to ensure that operating managers use their expanded decision-making powers in ways that increase the value of the firm.” Rappaport stellt dazu fest: „Properly designed performance measures and executive incentive compensation schemes are central to the value creation process.“ Rappaport (1986), S. 171.

[127] Vgl. Roos/Stelter (1999), S. 302.

[128] Vgl. Rappaport (1986), S. 178.

[129] Vgl. Küting/Lorson (1997), S. 27 und Rappaport (1986), S. 178.

[130] Vgl. Rappaport (1986), S. 178.

[131] Vgl. Rappaport (1999), S. 97.

[132] Vgl. Laux (1999), S. 135 f.

[133] Vgl. Franke/Hax (1994), S. 102 f.

[134] Bühner (1990), S. 13.

[135] Vgl. Richter/Honold (2000), S. 267. Vgl. auch O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 428.

[136] Vgl. O´Hanlon/Peasnell, (1998), S. 428.

[137] Vgl. Laux (1999), S. 144 f.

[138] Vgl. Knorren (1998), S. 143. Knorren dazu: „[...] der ökonomische Gewinn [...] muß als der Eigentümer-Erfolgsmaßstab schlechthin bezeichnet werden.“

[139] Vgl. Hax (1989), S. 163 f für die letzten beiden Sätze. Er nennt das die Eigenschaft der „Entscheidungsverbundenheit“ des Periodenerfolgsmaßes, die vom ökonomischen Gewinn voll erfüllt wird.

[140] Vgl. Hax (1989), S. 164 f. Coenenberg weist aber darauf hin, daß die „Zukunftsorientierung des ökonomischen Gewinnbegriffs [...] den Nachteil mit sich [bringt], daß die Erfolgsrechnung fast ausschließlich auf Schätzungen beruhen müßte.“ Coenenberg (1992), S. 786.

[141] Vgl. Hax (1989), S. 164 f. Er nennt das die Eigenschaft der „Manipulationsfreiheit“, die offensichtlich vom ökonomischen Gewinn in keiner Weise erfüllt wird.

[142] Vgl. Copeland,/Koller/Murrin, (1994), S. 116. Vgl. auch Volkart (1997), S. 448.

[143] Vgl. Hax (1989), S. 165 Absatz bis hier. Die Eigenschaft der „Manipulationsfreiheit“ wird also voll erfüllt.

[144] Vgl. Hax (1989), S. 165 für die letzten beiden Sätze. Die Eigenschaft der „Entscheidungsverbundenheit“ ist also nicht erfüllt.

[145] Vgl. Crasselt (2001), S. 169. Ähnlich Richter (1996), S. 185.

[146] Vgl. O´Hanlon/Peasnell (1998), S. 429.

[147] Nowak (1999), S. 107, in Anlehnung an Hax (1989), S. 155.

Details

Seiten
63
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832456948
ISBN (Buch)
9783838656946
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v221166
Institution / Hochschule
Universität Passau – Betriebswirtschaftslehre, Organisation und Personalwesen
Note
1,3
Schlagworte
wertmangement shareholder value performancemessung unternehmensführung residualgweinn

Autor

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Titel: Praktische Brauchbarkeit von Economic Value Added