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E-Commerce-Anwendungsentwicklung mit Applikationsservern und EAI

©2002 Diplomarbeit 93 Seiten

Zusammenfassung

Inhaltsangabe:Einleitung:
Beim Thema E-Commerce ist die anfangs unkritische Begeisterung inzwischen einer realistischen Einschätzung der Möglichkeiten und Anforderungen gewichen. Für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens im E-Commerce reicht es eben nicht aus, einige E-Commerce-Anwendungen neu zu entwickeln und damit eine attraktive Internet-Präsenz aufzubauen. Vielmehr muss die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens durch eine leistungsfähige Anwendungsinfrastruktur abgedeckt werden. Erst damit wird der von den Kunden erwartete reibungslose Informations- und Leistungsfluss möglich.
Doch wie kann ein Unternehmen eine leistungsfähige Anwendungsinfrastruktur formen, um die Vorteile aus dem direkten Kundenkontakt gewinnbringend zu nutzen? Mit dieser Aufgabe beschäftigt sich die vorliegende Arbeit.
Es wird aufgezeigt, wie sich eine bestehende Anwendungsinfrastruktur zeit- und kostengünstig für E-Commerce erweitern läßt. Hierzu empfehlen sich Applikationsserver, da sie einen großen Funktionsumfang und allgemein anerkannte Standards wie J2EE und EJB kombinieren. Mit Applikationsservern lassen sich neue Anwendungen aus weitgehend vorgefertigten Bausteinen zusammenstecken, statt sie von Grund auf neu zu programmieren. Mit dieser komponentenbasierten Anwendungsentwicklung läßt sich die „time-to-market“ neuer Anwendungen erheblich reduzieren.
Zur Veranschaulichung der Möglichkeiten werden die wichtigen Leistungsmerkmale von Applikationsservern vorgestellt, konkurrierende Komponentenmodelle auf ihre Eignung hin untersucht und die drei marktführenden Applikationsserver-Produkte verglichen.
Aber neue Anwendungen allein sind nutzlos, wenn sie nicht reibungslos mit den bestehenden Anwendungen zusammenarbeiten. Leider stellt eine über die Jahre gewachsene Anwendungsinfrastruktur, wie sie in vielen Unternehmen zu finden ist, ein ernsthaftes Hindernis für die Erweiterung durch neue Anwendungen dar. Denn viele dieser bestehenden Anwendungen sind nur darauf ausgelegt, über Punkt-zu-Punktverbindungen verbunden zu werden. Das führt zu einem enormen Anpassungsaufwand: Sind in einem Unternehmen zehn solche Anwendungen vorhanden, müssen für jede neue E-Commerce-Anwendung zehn neue Punkt-zu-Punktverbindungen erstellt werden. Folglich muss die Erweiterung um neue Anwendungen mit einer stärkeren Integration der vorhandenen Anwendungen verbunden werden. Im Rahmen dieser Integration muss die einengende Kopplung über Punkt-zu-Punktverbindungen beseitigt werden. […]

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Ziel und Aufbau

2 Notwendigkeit der Daten- und Anwendungsintegration
2.1 Wachsende Integrationsanforderungen in den Unternehmen
2.2 Integrationsziele und Anwendungsentwicklungsziele

3 Enterprise Application Integration als Integrationskonzept
3.1 Das Enterprise-Application-Integration-Konzept
3.2 Integrationsmodelle
3.2.1 Notwendigkeit unterschiedlicher Integrationsmodelle
3.2.2 Integration auf der Anwendungsschicht
3.2.3 Integration auf der Datenschicht
3.2.4 Integration auf der Präsentationsschicht
3.3 Kategorien von EAI-Middleware
3.3.1 Übersicht
3.3.2 Data Access Middleware
3.3.3 Remote-Procedure-Call-Technik
3.3.4 Message Oriented Middleware
3.3.5 Transaction-Processing-Monitore

4 Applikationsserver als Plattform für E-Commerce-Anwendungen
4.1 Das Applikationsserver-Konzept
4.2 Erweiterungen des Applikationsserver-Konzepts
4.3 Distributed-Object-Technologien und komponentenbasierte Anwendungsentwicklung
4.3.1 Überblick und Begriffserklärungen
4.3.2
4.3.3
4.3.4 J2EE
4.4 Eignung für die E-Commerce-Anwendungsentwicklung
4.5 Applikationsserver-Produktauswahl
4.6 Zukunftsperspektive von Applikationsservern

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Erweiterung bestehender Anwendungen mit ausgewählten E-Commerce- und E-Integration-Anwendungen

Abb. 2: EAI als Integrationsplattform für Anwendungen

Abb. 3: EAI als Integrationsplattform für Daten

Abb. 4: Integration auf der Anwendungsschicht

Abb. 5: Integration auf der Datenschicht

Abb. 6: Integration auf der Präsentationsschicht

Abb. 7: Beispiel für einen Fehler, der durch die unvollständige Ausführung einer verteilten Transaktion entsteht

Abb. 8: 3-Schichten-Architektur mit Applikationsserver

Abb. 9: Unterschiedliche Interpretationen des Begriffs Applikations- server

Tabellenverzeichnis

Seite

Tab. 1: Middleware-Kategorien, Middleware-Komponenten, Integrationsmodelle

Tab. 2: Angestrebte Vorteile der komponentenbasierten Anwendungsentwicklung

Tab. 3: Gründe für das Zurückbleiben der komponentenbasierten Anwendungsentwicklung hinter den Erwartungen

Tab. 4: Informationsquellen zur Applikationsserver-Auswahl

Tab. 5: Allgemeine Auswahlkriterien für Applikationsserver

Tab. 6: Vergleich der drei marktführenden Applikationsserver A

Tab. 7: Vergleich der drei marktführenden Applikationsserver B

Tab. 8: Wichtige von .NET tangierte Marktsegmente und zugehörige Microsoft Produkte

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Ziel und Aufbau

Der Begriff „Electronic Commerce“ (E-Commerce) wird in der Fachliteratur sehr unterschiedlich interpretiert. Eine allgemeine Interpretation versteht E-Commerce als die elektronische Abwicklung des Geschäftsverkehrs.[1] E-Commerce ist danach ein Konzept für die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur elektronischen Interaktion und Verzahnung von Wertschöpfungsketten oder unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen. Mit der Einführung von E-Commerce werden von vielen Unternehmen die Ziele Steigerung der Effizienz, Beschleunigung von Geschäftsprozessen sowie engere Bindung von Partnern an das Unternehmen verfolgt.[2] Bei dieser allgemeinen Definition werden weder die verwendeten Informations- und Kommunikationstechnologien noch die anvisierten Transaktionspartner konkretisiert. Thome und Schinzer fassen den Begriff enger auf, indem sie E-Commerce als Möglichkeit zur umfassenden, digitalen Abwicklung der Geschäftsprozesse zwischen Unternehmen und ihren Kunden über globale öffentliche und private Netze definieren.[3] Sie benennen Kunden als anvisierte Transaktionspartner, ohne innerhalb der Kunden zwischen Endkunden und Unternehmen zu unterscheiden.

Schwickert präzisiert den Begriff „E-Commerce“ weiter und grenzt ihn anhand der Transaktionspartner gegenüber anderen Begriffen ab.[4] Danach umfaßt E-Commerce alle Transaktionen mit Endkunden über das Internet (B2C). E-Commerce ist jedoch nur eine mögliche Ausprägung von E-Business. E-Business stellt den Oberbegriff für alle über das Internet abgewickelten Geschäftsaktivitäten dar. E-Business umfaßt neben E-Commerce auch E-Integration, den zwischenbetrieblichen Handel (B2B), und E-Workflow, die Abwicklung von Geschäftsaktivitäten über das Internet/Intranet im eigenen Unternehmen. Der vorliegenden Arbeit liegt die E-Commerce-Definition von Schwickert zugrunde.

Der Einstieg in den E-Commerce kann sich für ein Unternehmen aus einer Vielzahl von Gründen anbieten. Wichtige Gründe liegen im Vertriebsbereich, bei möglichen Kostenvorteilen und im Wettbewerbsumfeld eines Unternehmens. Aus Vertriebssicht ist E-Commerce ein Absatzkanal, der ganz neue Möglichkeiten bietet, vorhandene Kunden besser anzusprechen und zusätzliche Kunden zu gewinnen. Die verbesserte Kundenansprache resultiert aus der Möglichkeit, eine große Anzahl von Kunden individuell anzusprechen. Die Möglichkeit zusätzliche Kunden zu gewinnen, ergibt sich aus einer signifikant erweiterten räumlichen und zeitlichen Erreichbarkeit des Unternehmensangebots. Durch die Nutzung des Internet als Kommunikations- und Transaktionsmedium können Kunden mit einem Unternehmen über dessen Internet-Präsenz (Web Site), weltweit unabhängig von Öffnungszeiten für Information, Bestellung oder Feedback in Verbindung treten.[5]

E-Commerce kann zu Kostenvorteilen im Vergleich zum traditionellen Handel führen. Im traditionellen Handel fallen für die Kontaktaufnahme und Information von Kunden erhebliche Kosten an, im Versandhandel z. B. für den Druck und Versand von Informationsmaterial. Diese Kosten steigen nahezu proportional zur Anzahl kontaktierter Kunden, sie stellen somit variable Kosten dar. Im E-Commerce nehmen die Kunden mit einem Unternehmen über dessen Web Site Kontakt auf. Die entstehenden variablen Kontaktkosten des Unternehmens sind nahezu Null.[6] Weiterhin geben die Kunden im E-Commerce bei Bestellungen die Daten[7] selbst in das Bestellsystem des Unternehmens ein. Dadurch liegen die Daten sofort in einer Form vor, die in den unternehmenseigenen Anwendungen weiterverarbeitet werden kann. Geschäftsprozesse können so effizienter gestaltet werden. Die Einsparungen beim Bestellvorgang vergrößern den Kostenvorteil weiter.[8]

Die potentiellen Vertriebs- und Kostenvorteile sind für viele Unternehmen Anreiz genug für einen Einstieg in den E-Commerce. Doch neben der offensiven Realisierung von Vorteilen gebietet sich der Einstieg in den E-Commerce auch vermehrt aus defensiven Gründen. In einer zunehmenden Zahl von Märkten lassen die Kundenerwartungen oder die erfolgreichen Aktivitäten von Wettbewerbern einem Unternehmen inzwischen kaum eine andere Wahl, als sich selbst im E-Commerce zu engagieren.[9] Dieser Zwang verstärkt sich, da für E-Commerce ein Wachstum prognostiziert wird, das über dem erwarteten Wachstum im traditionellen Handel liegt.[10] Entsprechend wird E-Commerce in Zukunft wahrscheinlich gegenüber dem traditionellen Handel weiter an Bedeutung gewinnen.

Erwägt ein Unternehmen den Einstieg in den E-Commerce, so es muß sich bewußt werden, daß es für langfristigen Erfolg in diesem Bereich nicht ausreicht, einige E-Commerce-Anwendungen neu zu entwickeln und damit eine attraktive Internet-Präsenz aufzubauen. Vielmehr müssen die zu entwickelnden Anwendungen in die bestehende Anwendungsinfrastruktur[11] integriert werden. Dies wird deutlich, wenn man die Anforderungen an die Datenverarbeitung im Unternehmen betrachtet, die aus dem direkten Kundenkontakt entstehen. So können Kunden sich nur dann am Leistungserstellungsprozeß beteiligen und dem Unternehmen damit Kosten sparen, wenn sie auf der Web Site des Unternehmens entsprechende Funktionen vorfinden, z. B. zur Produktkonfiguration oder Bestellung. Die vorhandenen Anwendungen bieten diese Funktionen bisher meist nicht mit Web-Schnittstellen an.[12] Neue Anwendungen werden nötig, um das Web bedienen zu können. Aber diese neuen Anwendungen müssen mit den bestehenden Anwendungen zusammenarbeiten. Denn ein unterbrechungsfreier Fluß der benötigten Daten im Unternehmen ist elementar für Kosten sowie Geschwindigkeit der Leistungserstellung.[13] Anwendungen, die nur mangelhaft zusammenarbeiten, erfordern zusätzlichen Aufwand für die Überwindung der Brüche.[14] Ebenso müssen die im Unternehmen vorhandenen Daten besser als zuvor genutzt werden. Beispielsweise setzen Vertriebsvorteile durch Angebotsindividualisierung eine entsprechende Datenbasis voraus.[15] Da die Daten bisher in den einzelnen Unternehmensabteilungen wie Marketing, Produktion oder Auslieferung verteilt sind, ist diese Datenbasis meist nicht gegeben.[16] Erst wenn die IT-Landschaft eines Unternehmens auf die Anforderungen von E-Commerce ausgerichtet sind, kann das Unternehmen die anvisierten Vertriebs- und Kostenvorteile realisieren und sich im Wettbewerb behaupten. Dazu gehört die Anwendungsneuentwicklung, wie auch die Integration der für E-Commerce benötigten Anwendungen.

Dem trägt die vorliegende Arbeit Rechnung, indem sie Möglichkeiten zur Entwicklung von E-Commerce-Anwendungen und deren Integration mit neuen sowie vorhandenen Anwendungen zu einem leistungsfähigen Verbund vorstellt und bewertet. Dabei konzentriert sich die Arbeit auf die für Anwendungsentwicklung und -integration verfügbaren Technologien, d. h. das Projektmanagement der Entwicklungs- und Integrationsprozesse wird nicht betrachtet.

Dazu gliedert sich die Arbeit wie folgt: Im folgenden zweiten Kapitel werden zunächst die Anforderungen an die Anwendungsinfrastruktur genauer dargestellt, die sich aus dem Einstieg eines Unternehmens in den E-Commerce ergeben. Aus diesen Anforderungen werden die Ziele der Daten- und Anwendungsintegration sowie der Anwendungsentwicklung abgeleitet.

Das dritte Kapitel stellt Enterprise Application Integration (EAI) als ein mögliches Konzept für die Anwendungsintegration vor. Das EAI-Konzept besteht, vereinfacht ausgedrückt, darin, durch „allgemeine Dolmetscher“ eine Integration der Daten und Anwendungen zu erreichen. Innerhalb von EAI gibt es alternative Integrationsansätze, die anhand ihrer Eignung für die aus E-Commerce erwachsenden Anforderungen beurteilt werden. Weiterhin werden die bei den unterschiedlichen Integrationsansätzen verwendeten EAI-Komponenten vorgestellt.

Die Entwicklung der für E-Commerce benötigten Anwendungen ist Inhalt des vierten Kapitels. Zunächst werden Applikationsserver und die darauf aufbauende komponentenbasierte Anwendungsentwicklung als Möglichkeit vorgestellt, eine bestehende Anwendungsinfrastruktur mit vergleichsweise geringem Zeit- und Kostenaufwand zu erweitern. Dann wird die besondere Eignung von Applikationsservern und komponentenbasierter Anwendungsentwicklung für die E-Commerce-Anwendungsentwicklung illustriert. Zuletzt werden die marktführenden Applikationsserver-Produkte verglichen und Entwicklungstrends bei Applikationsservern aufgezeigt.

Das fünfte Kapitel schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf Entwicklungen im Bereich von EAI und Applikationsservern ab.

2 Notwendigkeit der Daten- und Anwendungsintegration

2.1 Wachsende Integrationsanforderungen in den Unternehmen

Der Einstieg eines Unternehmens in den E-Commerce verstärkt die Notwendigkeit, die Anwendungsinfrastruktur um neue Anwendungen zu erweitern sowie die Unternehmensdaten und -anwendungen zu einem leistungsfähigen Verbund zu integrieren, wobei die Notwendigkeit zur Anwendungsintegration indes schon vor der Diskussion um E-Commerce eine wichtige Aufgabe war.

Die punktuelle Unterstützung betrieblicher Funktionen seit den sechziger Jahren hatte zu einer undurchsichtigen Ansammlung von Insellösungen geführt. Die Intransparenz verstärkte sich durch die Ausweitung von Geschäftsaktivitäten und den Zwang, nach Fusionen oder Übernahmen weitere Insellösungen einzubinden.[17] Die technischen Folgen waren unflexible, schwer zu wartende Anwendungsinfrastrukturen und Brüche in den Arbeitsprozessen, die über manuelle Dateneingaben, Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sowie redundante Datenhaltung zu schließen waren.[18] Entsprechend bestand das Integrationsziel zunächst darin, Transparenz und Wartbarkeit der Systeme zu erhöhen. Der Erfolg der ERP-Systeme (Enterprise-Resource-Planning-Systeme), beispielsweise SAP oder Baan beruht nicht zuletzt gerade auf der mit ihnen verbundenen Integration.[19] Der Integrationstrend wurde verstärkt durch das Bemühen, über die gezielte Gestaltung von Geschäftsprozessen gleichzeitig Zeit- und Kostensenkungspotentiale zu realisieren. Im Rahmen der prozeßorientierten Gestaltung wurden viele organisatorische Grundannahmen hinterfragt. So wurde angestrebt, die häufig zu umfassende funktionale Zerlegung und Arbeitsteilung rückgängig zu machen und durch eine Orientierung an Geschäftsprozessen zu ersetzen.[20] Grundvoraussetzungen für die Prozeßorientierung sind integrierte Datenbestände, durchgängige Abläufe und die Gestaltung von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) entlang von Prozeßketten, die gleichzeitig Informations- und Aktivitätsketten sind. Innerhalb dieser Neugestaltung kam der IKT eine Enabler-Funktion zu: IKT hatte die Aufgabe, für jede Aktivität innerhalb einer Prozeßkette die erforderlichen Informationen am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt in der angemessenen Menge und Qualität vorzuhalten.[21] Eine Ansammlung von Insellösungen kann diese Anforderungen nicht erfüllen. Sie kann die erforderlichen Informationen nicht zur Verfügung stellen, da sie keine einheitliche Datenbasis über alle Anwendungen hinweg hat.[22] Ebenso lassen sich keine durchgängigen Arbeitsabläufe gestalten, wenn die hierzu nötige reibungslose Zusammenarbeit der unterstützenden Anwendungen fehlt.[23]

Ein weiterer Antrieb zu stärkerer Integration ist die Sicherung von Wettbewerbsvorteilen, die über reine Kostendifferenzen zwischen Unternehmen hinausgehen, unter anderem durch Verbesserungen in den Bereichen, Produktinnovation, Kundeninformation oder Lieferservice.[24] Wettbewerbsvorteile werden möglich, indem Fortschritte in der IKT Eingang in die Unternehmensstrategie finden. Durch die gestiegene Leistungsfähigkeit der IKT werden dem Unternehmen neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gegeben. Entsprechend werden nicht nur die bestehenden ERP-Systeme um zusätzliche Funktionen erweitert, sondern es entstehen auch immer neue Anwendungstypen, die dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile sichern sollen. Beispiele sind Content-Management-Systeme (CMS), Document-Management-Systeme (DMS) oder Supply-Chain-Management-Systeme (SCM). Ihnen ist gemeinsam, daß sie schlüssig in die bestehende Daten- und Anwendungsinfrastruktur integriert werden müssen, um ihren Erfolgsbeitrag leisten zu können.[25] Die Integrationswirkung der IKT beschränkt sich jedoch nicht auf die Daten und Anwendungen innerhalb von Unternehmen. Die Entwicklung geht in Richtung einer weltweiten Integration der Unternehmensanwendungen über Internet-Technologien, durch die es möglich wird, daß jedes Unternehmen mit jedem anderen kommunizieren kann. Natürlich setzt unternehmensübergreifende Integration eine funktionierende Integration innerhalb der Unternehmen voraus.[26]

Man kann zusammenfassen, daß Unternehmen schon vor der Diskussion um E-Commerce gute Gründe für die Integration ihrer IT-Anwendungslandschaft hatten. Erweitert ein Unternehmen seine bisherigen Vertriebswege um den E-Commerce, muß es die Integration nun aber notwendigerweise weiter vorantreiben, um langfristig erfolgreich sein zu können, denn im E-Commerce tritt der Kunde über die Web Site ohne Intermediäre mit den Unternehmen in Verbindung. Aus diesem direkten Kontakt ergeben sich neue Chancen, jedoch auch neue Anforderungen:

- E-Commerce ermöglicht einem Unternehmen Vertriebsvorteile, indem es im Vergleich zum traditionellen Handel ein stärkeres Eingehen auf die Bedürfnisse einer großen Zahl einzelner Kunden ermöglicht. Aus dem direkten Kontakt über die Web Site erhält ein Unternehmen detaillierte Informationen über seine Kunden, vor allem in Form von Bestellungen und Feedback. Anhand der Auswertung dieser Informationen kann das Unternehmen Mass Customization betreiben.[27] Unter Mass Customization versteht man die Produktion von Gütern und Leistungen für eine große Kundenzahl, wobei die Produkte den unterschiedlichen Bedürfnissen jedes einzelnen Kunden angepaßt sind und dabei zu Kosten, die denen einer Massenfertigung entsprechen, produziert werden.[28] Damit überwindet Mass Customization die bisherigen Marktbearbeitungsgegensätze Reichweite und Individualisierung und eröffnet einem Unternehmen auch in einem gesättigten Markt eine attraktive Wachstums-chance.[29]

Ein anschauliches Beispiel für Chancen und Anforderungen von Mass Customization gibt das E-Commerce-Unternehmen Amazon. Es verkauft an Endkunden vor allem Bücher sowie Ton- und Videoträger, wobei es völlig auf traditionelle Vertriebswege wie eigene stationäre Buchhandlungen verzichtet. Statt dessen verfolgt Amazon eine Mass-Customization-Strategie:

Amazon wertet Kundenbestellungen und Feedback aus, um seinen Kunden ein attraktiveres, weil individuelleres Angebot zu bieten. Interessiert sich ein Kunden für ein bestimmtes Produkt, stellt Amazon verwandte Produkte vor oder nennt weitere Produkte, die bisherige Käufer des Produkts gekauft haben. Mit den Empfehlungen bietet Amazon jedem einzelnen Kunden eine erweiterte Auswahl in dem Gebiet, das ihn interessiert. Ziel von Amazon ist es, innerhalb einer riesigen Anzahl von Kunden jedem einzelnen Kunden ein genau auf ihn zugeschnittenes Angebot zu präsentieren. Damit hebt sich Amazon vom traditionellen Handel ab. Mass Customization ebnete Amazon den Weg, als Neueinsteiger in diesem an sich gesättigten Markt Fuß zu fassen und zu wachsen. Aber Mass Customization setzt eine zielgerichtete Erhebung, Zusammenführung und Nutzung der im Unternehmen vorhandenen Daten voraus. Erst wenn die Kunden-, Produkt- und Logistikdaten bereichsübergreifend gesammelt und ausgewertet werden können, lassen sich individualisierte Angebote erfolgreich vermarkten.[30]

- Im E-Commerce haben Kunden höhere Erwartungen als im traditionellen Handel. Sie sind inzwischen daran gewöhnt, auf der Web Site eines Unternehmens schnelle und umfassende Auskünfte über die verfügbaren Produkte, ihre Preise und Lieferzeiten zu erhalten.[31] Verzögerungen oder fehlende Angaben werden im direkten Kundenkontakt sofort offensichtlich und können dazu führen, daß Kunden einem Wettbewerber den Vorzug geben. Für die Erfüllung der gestiegenen Kundenerwartungen in bezug auf Geschwindigkeit und Umfang der Angaben ist es essentiell, daß die Anwendungen auf der Web Site die gewünschten Daten in Echtzeit aus den aktuellen Datenbeständen abfragen können.[32]

- Ebenso werden durch den direkten Kontakt Fehler in den Datenbeständen für den Kunden sofort sichtbar. Sind Kunden- und Produktinformationen redundant über die beteiligten Anwendungen (statischer Web Server, Auftragseingabe, Lagerverwaltung, Auslieferung, Fakturierung, Marketing) verteilt, besteht die Gefahr der Dateninkonsistenz. Dies kann sich unter anderem als falsche Auskunft oder als Auslieferung an eine nicht mehr gültige Adresse auswirken.[33] Die Integration der Datenbestände beseitigt diese Gefahr.

- Kunden schätzen es, Produkte selbst konfigurieren und sofort bestellen zu können.[34] Aus Sicht des Unternehmens ist diese stärkere Einbindung des Kunden in den Leistungserstellungsprozeß sehr vorteilhaft. Die Kunden nehmen dem Unternehmen einen Teil der bisherigen Aufgaben ab, indem sie ihre Bestellung selbst konfigurieren und aufgeben. Da die Daten sofort in einer Form vorliegen, die in den Anwendungen des Unternehmens weiterverarbeitet werden kann, sind Kosteneinsparungen möglich.[35] Diese Einsparungen lassen sich natürlich nur realisieren, wenn den Kunden auf der Web Site die entsprechenden Funktionen für eine selbständige Produktkonfiguration und Bestellung zur Verfügung stehen. In der Regel bieten die im Unternehmen vorhandenen Anwendungen diese E-Commerce-Funktionen bisher nicht. Um die Lücke zu schließen, müssen neue Anwendungen entwickelt und in die bestehende Anwendungsinfrastruktur integriert werden.[36] Diese Erweiterung der vorhandenen Anwendungsinfrastruktur verursacht jedoch oft Probleme, da viele der bestehenden Anwendungen nicht ausreichend auf die Zusammenarbeit mit anderen Anwendungen ausgelegt sind. Entsprechend erfolgt die Zusammenarbeit meist über zahlreiche Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.[37] Diese Art Anwendungen zu verknüpfen verursacht bei jeder Erweiterung oder Änderung einen erheblichen Zeit- und Kostenaufwand, da zahlreiche Punkt-zu-Punkt-Verbindungen erstellt oder angepaßt werden müssen.[38] Dies ist schon aus Abb. 1 ersichtlich, obwohl darin nur eine Auswahl von Anwendungssystemen enthalten ist.

Diese aus dem E-Commerce erwachsenden Anforderungen zeigen, daß die Entwicklung von E-Commerce-Anwendungen nicht isoliert von der bestehenden Anwendungsinfrastruktur erfolgen kann. Denn auch eine attraktive Web Site und ein ausgefeiltes Zielgruppenmarketing verfehlen ihre Wirkung, wenn keine optimal gestalteten Geschäftsprozesse dahinter stehen.[39]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Erweiterung bestehender Anwendungen mit ausgewählten E-Commerce- und E-Integration-Anwendungen[40]

Die obere Hälfte von Abb. 1 zeigt eine beispielhafte Auswahl wichtiger Anwendungen für Marketing, Auftragsannahme und -abwicklung im traditionellen Handel. Darunter ist eine Anzahl von Anwendungen abgebildet, die zusätzliche Funktionen für E-Commerce und E-Integration zur Verfügung stellen. Die Pfeile zwischen den Anwendungen stehen für den Austausch von Daten oder den Aufruf von Funktionen. Die E-Commerce- und E-Integration-Anwendungen müssen mit vielen bestehenden Anwendungen zusammenarbeiten, wie die große Zahl von Pfeilen zeigt. Beispielsweise benötigen E-Commerce-Anwendungen, die im direkten Kundenkontakt stehen, konsistente Kunden- und Produktdaten in Echtzeit. Mit der dargestellten Verknüpfung von Insellösungen über Dateitransfers oder wiederholte Dateneingaben können weder die Datenkonsistenz noch die geforderten kurzen Antwortzeiten realisiert werden. Schon an diesem Beispiel wird deutlich, daß eine Entscheidung für den Vertriebsweg E-Commerce gleichzeitig als Entscheidung für die Integration der Anwendungen zu einem leistungsfähigen Verbund verstanden werden muß.

2.2 Integrationsziele und Anwendungsentwicklungsziele

Aus den bisherigen Erläuterungen ist erkennbar, daß die vorhandene Anwendungsinfrastruktur in vielen Unternehmen einen geplanten Einstieg in den E-Commerce massiv behindert. Ebenso wurden Veränderungen aufgezeigt, die vor der Erweiterung der Anwendungsinfrastruktur um E-Commerce-Anwendungen erfolgen müssen. Diese angestrebten Veränderungen stellen die Ziele der Daten- und Anwendungsintegration dar.[41] Anhand der Ziele soll die Eignung der im weiteren Verlauf vorgestellten Integrationsansätze beurteilt werden. Dazu werden die Ziele zunächst noch einmal im Überblick dargestellt:

- Die zahlreichen im Unternehmen vorhandenen Datenbestände müssen zu einer einheitlichen Datenbasis konsolidiert werden. Der Zugriff der E-Commerce-Anwen-dungen auf die Datenbestände des Unternehmens sollte nur über diese einheitliche Datenbasis erfolgen, wobei die Datenaktualität und Datenzugriffsgeschwindigkeit den E-Commerce-Anforderungen entsprechen müssen.
- Um den Aufwand für die Anwendungsneuentwicklung zu minimieren, sollten die in bestehenden Anwendungen vorhandenen Funktionen möglichst vollständig von den E-Commerce-Anwendungen nutzbar sein. Bestehende und neue Anwendungen sollten in einer Art integriert werden können, die eine weitgehend automatische Bearbeitung von Geschäftsprozessen unterstützt.
- Die Anpassungsfähigkeit der Anwendungsinfrastruktur muß erhöht werden. Bestehende Anwendungen sollten auf eine Art integriert werden, die einen späteren Austausch einzelner Anwendungen, z. B. durch leistungsfähigere Konkurrenzprodukte, vereinfacht. Neue Anwendungen sollten mit geringem Aufwand integrierbar sein. Weiterhin sollte die Zusammenarbeit der Anwendungen, beispielsweise bei der Abwicklung eines eingegangenen Kundenauftrags, einfach änderbar sein.

In bezug auf die E-Commerce-Anwendungen läßt sich das Anwendungsentwicklungs-ziel formulieren, daß die Entwicklung und der produktive Einsatz der Anwendungen beschleunigt werden sollten.[42]

Weiterhin lassen sich aus den in ISO/IEC 9126 bzw. DIN E 66272 beschrieben Qualitätsmerkmalen von Software allgemeine Ziele ableiten, die sowohl für die Daten- und Anwendungsintegration als auch für die Anwendungsentwicklung und -ausführung gelten:[43]

- Performanz[44]
- Skalierbarkeit[45]
- Fehlertoleranz[46]

3 Enterprise Application Integration als Integrationskonzept

3.1 Das Enterprise-Application-Integration-Konzept

Wie im vorigen Kapitel gezeigt wurde, stellt der Einstieg eines Unternehmens in den E-Commerce hohe Anforderungen an die Anwendungsinfrastruktur, die von einer wenig integrierten Anwendungsinfrastruktur kaum erfüllt werden können. Hier bietet sich Enterprise Application Integration (EAI) als eine Möglichkeit an, um eine stärkere Integration der vorhandenen Anwendungen und Datenbestände zu erreichen. Um diese Integrationswirkung zu erreichen, strebt EAI allgemeine Integrationsplattformen[47] für Anwendungen und Datenbestände an. Eine allgemeine Integrationsplattform zeichnet sich dadurch aus, daß alle Anwendungen an ihr „andocken“, statt mit einer Vielzahl von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen untereinander verknüpft zu werden (vgl. Abb. 2).[48]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: EAI als Integrationsplattform für Anwendungen[49]

Jede Anwendung besitzt lediglich Schnittstellen zur Integrationsplattform, aber keine direkten Schnittstellen zu anderen Anwendungen. Auf diese Weise wird verhindert, daß bestehende Anwendungen jeweils direkt über proprietäre Schnittstellen miteinander gekoppelt werden (Strong Coupling[50] ), denn eine direkte Kopplung über proprietäre Schnittstellen behindert eine zeitnahe Anpassung der Anwendungsinfrastruktur an Veränderungen.

Durch eine Integrationsplattform für die Datenbestände können die verteilt vorgehaltenen Datenbestände auf ein Unternehmensdatenmodell[51] abgebildet werden. So kann der Zugriff der Anwendungen auf die Daten über die Daten-Integrationsplattform (sog. virtuelle Datenbank) und damit weitgehend unabhängig von den physischen Gegebenheiten der Datenspeicherung erfolgen (vgl. Abb. 3).[52]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: EAI als Integrationsplattform für Daten[53]

Mittlerweile ist ein eigenständiges Marktsegment „EAI“ entstanden, in dem eine Vielzahl von Anbietern Software-Produkte und Beratungsleistungen offeriert. Der Heterogenität von Anbietern und Integrationsaufgaben entsprechend unterscheiden sich die Interpretationen des Begriffs „EAI“ erheblich, wie einige Definitionsbeispiele zeigen:

„EAI ist die Integration heterogener Software-Welten unter Nutzung modernster Mid- dleware-Tools von 3rd-Party Anbietern sowie Eigenentwicklungen mit dem Ziel Geschäftsprozesse systemübergreifend abzubilden.“[54]

„EAI (enterprise application integration) is a business computing term for the plans, methods, and tools aimed at modernizing, consolidating, and coordinating the computer applications in an enterprise. Typically, an enterprise has existing legacy applications and databases and wants to continue to use them while adding or migrating to a new set of applications that exploit the Internet, e-commerce, extranet, and other new technologies. EAI may involve developing a new total view of an enterprise's business and its applications, seeing how existing applications fit into the new view, and then devising ways to efficiently reuse what already exists while adding new applications and data.“[55]

„Enterprise application integration (EAI) combines the technologies and processes that enable custom-built and or packaged business applications to exchange business-level information in formats and contexts that each understands.“[56]

„Put briefly, EAI ist the unrestricted sharing of data and business processes among any connected applications and data sources in the enterprise.“[57]

Als Gemeinsamkeiten der verschiedenen EAI-Definitionen läßt sich erkennen, daß EAI dazu dient, die Anwendungsinfrastruktur eines Unternehmens in Einklang mit seinen Geschäftsaktivitäten zu bringen.[58] Um die für Geschäftsaktivitäten benötigten Funktionalitäten zu erreichen, integriert EAI vorhandene und neue Anwendungen.[59] Dabei verwendet EAI sog. Middleware[60]. Für die weitere Betrachtung von EAI und Middleware soll entsprechend die folgende Definition gelten:

EAI ermöglicht Lösungen zur Unterstützung von Geschäftsaktivitäten über die Verknüpfung von Anwendungen durch Middleware.[61]

Diese Definition ist absichtlich sehr viel weicher formuliert, als die zitierten Definitionen. Damit ist die Formulierung die Antwort auf die teilweise widersprüchlichen Ausgrenzungen, die aus der erheblichen Verwirrung über den Inhalt des Begriffs „EAI“ resultieren. Denn bei Beachtung aller vorgenommenen Ausgrenzungen verbleibt nahezu nichts als Untersuchungsgegenstand. Dies wird deutlich am Beispiel von Sailer, der ältere Middleware-Kategorien und damit die Mehrzahl der Middleware-Kategorien ausgrenzt, wenn er für EAI „... die Nutzung modernster Middleware-Tools von 3rd-Party Anbietern sowie Eigenentwicklungen ...“[62] vorsieht.

3.2 Integrationsmodelle

3.2.1 Notwendigkeit unterschiedlicher Integrationsmodelle

Die in einem Unternehmen vorhandenen Anwendungen eignen sich aufgrund ihrer Software-Strukturen[63] und Schnittstellen unterschiedlich gut für eine Integration durch EAI. Denn eine Anwendung, deren Software-Strukturen in Schichten angeordnet sind und die durch Schnittstellen nach außen offen ist, ist besser zur Integration geeignet als eine monolithische, proprietäre Anwendung.[64] EAI trägt der unterschiedlichen Integrationseignung von Anwendungen durch adäquate Integrationsmodelle Rechnung. Ein Integrationsmodell definiert Wesen und Mechanismen der Integration. Es gibt insbesondere an, auf welcher Schicht die Middleware eine Anwendung anspricht.[65] Den drei Schichten des Schichtenmodells entsprechend bietet EAI die folgenden Integrationsmodelle:[66]

- Integration auf der Anwendungsschicht
- Integration auf der Datenschicht
- Integration auf der Präsentationsschicht

Das für eine Anwendung gewählte Integrationsmodell hat entscheidenden Einfluß darauf, in welchem Umfang die resultierende Integration die EAI-Ziele des Unternehmens (vgl. Kapitel 2.2) unterstützt. Der Zusammenhang zwischen Integrationseignung einer Anwendung, dem gewählten Integrationsmodell und der resultierenden Integration wird bei der Betrachtung der einzelnen Integrationsmodelle verständlich.

3.2.2 Integration auf der Anwendungsschicht

Bei der Integration auf der Anwendungsschicht spricht die Middleware die von einer Anwendung zur Verfügung gestellten Funktionen über dafür vorgesehene oder erstellte Schnittstellen an (vgl. Abb. 4). Durch die Integration auf der Anwendungsschicht können bewährte Anwendungsfunktionen auch außerhalb ihrer Ursprungsanwendungen nutzbar gemacht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Integration auf der Anwendungsschicht[67]

Die inhaltliche Bandbreite der auf der Anwendungsschicht ansprechbaren Funktionen ist sehr groß. So könnte die Middleware eine Anwendung beispielsweise über eine dafür vorgesehene Schnittstelle ansprechen, damit diese bestimmte Daten aus ihren Datenbeständen ausliest und an die Middleware übergibt.[68] Das Auslesen und Übergeben von gespeicherten Daten stellt eine eher einfache Funktion dar. Dagegen kann über den Aufruf einer entsprechenden Anwendungsfunktion auch eine ganze Kette von Bearbeitungsschritten ausgelöst werden, wobei die Abfolge der einzelnen Bearbeitungsschritte durch Entscheidungsregeln auf ein Unternehmen zugeschnitten ist.[69] In diesem Zusammenhang spricht man von Geschäftslogik, die in einer Funktion enthalten ist.[70] Als ein Beispiel wird in der Literatur eine Anwendung zur Girokontenverwaltung genannt, in der Geschäftslogik zur Ermittlung des Kontostands implementiert ist. Der aktuelle Kontostand ergibt sich als Ergebnis einer Berechnung, die neben dem zuletzt ausgewiesenen Kontostand mehrere Datenfelder umfaßt, unter anderem auch die der noch nicht verbuchten Posten.[71]

Die Integration auf der Anwendungsschicht, welche die Ansprache von Anwendungsfunktionen ermöglicht, ist das vielseitigste Integrationsmodell. Es ist zwar nicht zur alleinigen Lösung aller Integrationsaufgaben geeignet, aber es kann bei folgenden Integrationsaufgaben angewendet werden, an denen die beiden anderen Integrationsmodelle scheitern:[72]

- Unterstützung von Geschäftsprozessen
- Unterstützung von komponentenbasierten Anwendungen
- Sicherstellen von Datenkonsistenz

„Unterstützung von Geschäftsprozessen“ beschreibt die Fähigkeit, den Ablauf einer Leistungserstellung in der Anwendungsinfrastruktur abzubilden, um eine weitgehend automatische Bearbeitung zu erreichen. Die Unterstützung von Geschäftsprozessen gelingt nur, wenn alle benötigten Anwendungsfunktionen verknüpft werden können, selbst wenn sie in verschiedenen Anwendungen beheimatet sind. Eine solche Verknüpfung erfordert den Austausch und die Koordination von Bearbeitungsanforderungen zwischen den beteiligten Anwendungsfunktionen und damit die Integration auf der Anwendungsschicht.[73]

Das Konzept der komponentenbasierten Anwendungen wird in Kapitel 4.3 genauer erläutert. Vereinfacht ausgedrückt geht es bei der komponentenbasierten Anwendungsentwicklung darum, Anwendungen aus vorhandenen Komponenten zusammenzusetzen, statt sie komplett neu zu entwickeln. Dabei können die verwendeten Komponenten auch in anderen Anwendungen enthalten sein. Die Verwendung von bewährten Komponenten erspart den Zeit- und Kostenaufwand für Neuprogrammierung sowie Test und erhöht so die Effizienz der Anwendungsentwicklung. Der Aufbau von Anwendungen aus Komponenten setzt voraus, daß jede Komponente die Funktionen anderer Komponenten aufrufen und nutzen kann. Aus diesem Grund kann nur die Integration auf der Anwendungsschicht die komponentenbasierte Anwendungsentwicklung unterstützen.[74]

„Sicherstellen von Datenkonsistenz“ bedeutet, eine inhaltlich zusammengehörende Folge von Datenveränderungen so zu koordinieren, daß keine widersprüchlichen oder falschen Daten in den Datenbeständen entstehen können. Da in einer integrierten Anwendungsinfrastruktur mehrere Anwendungen an einer Datenveränderung beteiligt sein können, ist eine anwendungsübergreifende Koordination zwingend erforderlich. Sonst könnte es vorkommen, daß eine Anwendung eine Datenveränderung erfolglos abbricht, ohne daß dies von den übrigen beteiligten Anwendungen bemerkt und berücksichtigt wird.[75] Anwendungsübergreifende Koordination erfordert, daß die beteiligten Funktionen von außen ansprechbar sind.

3.2.3 Integration auf der Datenschicht

Bei diesem Integrationsmodell werden die Daten von der Middleware direkt aus der Datenbank der zu integrierenden Anwendung gelesen oder in sie geschrieben, d. h. Anwendungs- und Präsentationsschicht werden umgangen (vgl. Abb. 5).[76] Die Integration auf der Datenschicht ist für zwei Integrationsaufgaben prädestiniert und ergänzt damit die Integration auf der Anwendungsschicht:[77]

- Austausch von großen Datenvolumen zwischen Datenbanken
- Abbildung von verteilten Daten in einer virtuellen Datenbank.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Integration auf der Datenschicht[78]

Beim Austausch von großen Datenvolumen zwischen zwei oder wenigen Datenbanken werden die Daten aus einer Datenbank extrahiert, ggf. für die Zieldatenbanken umgeformt und in diese geladen. Dagegen hat die Abbildung von verteilt vorgehaltenen Daten in einer virtuellen Datenbank das Ziel, das Strong Coupling zwischen den Anwendungen und den Datenbeständen zu beseitigen. Dazu ersetzt die virtuelle Datenbank als einzige Schnittstelle der Anwendungen zu den Datenbeständen eine Vielzahl bisheriger Schnittstellen.[79] Im Kontext von E-Commerce gibt es mehrere Nutzungsmöglichkeiten für eine virtuelle Datenbank. Sie kann als Datenbasis für E-Commerce-Anwendungen an der Schnittstelle zum Kunden dienen. Weiterhin kann sie verwendet werden, um Daten aus verschiedenen Quellen zur Analyse und Entscheidungsunterstützung zu kombinieren oder um eine einheitliche Datenbasis zu schaffen, auf die eine Vielzahl von Anwendungen lesend zugreifen kann. Beispielsweise kann ein Data Warehouse[80] erstellt werden, das umfassende Kundeninformationen enthält und durch verschiedene Database-Marketing- und Data-Mining-Anwendungen[81] genutzt wird.[82]

Ein wichtiger Vorteil der Integration auf der Datenschicht ist die vergleichsweise einfache, flexible und schnelle Integration. Diese liegt darin begründet, daß die meisten in den vergangenen zwei Jahrzehnten erstellten Anwendungen die Daten- von der Anwendungsschicht trennen und auf diese Weise einen leichten Zugriff auf die in ihnen gespeicherten Daten erlauben.[83] Eine solche, ausschließlich auf Datenschicht integrierte virtuelle Datenbank wird allerdings nur aus den vorhandenen gespeicherten Daten erzeugt. Implementierte Geschäftslogik und die mit den Datenbeständen arbeitenden Anwendungen bleiben bei der Erzeugung der Daten unberücksichtigt, da diese eine Integration auf Anwendungsschicht voraussetzen. Sind diese zur Ergebnisermittlung nötig, führt ein direkter Datenzugriff zu falschen Ergebnissen. Das obige Beispiel der Anwendung zur Girokontenverwaltung kann dies illustrieren: Der aktuelle Kontostand berechnet sich aus dem zuletzt ausgewiesenen Kontostand und mehreren weiteren Datenfeldern. Wird die Anwendungsschicht umgangen, dann fehlt die Berechnung, d. h. der direkte Datenzugriff führt zu einem falschen Ergebnis. Zur Korrektur des Ergebnisses muß folglich auf der Datenschicht die Geschäftslogik der umgangenen Anwendungsschicht nachgebildet werden. Die dazu notwendige Entschlüsselung der Geschäftslogik, häufig über lange Zeit gewachsen und kaum dokumentiert, ist sehr arbeitsintensiv und deshalb in vielen Fällen wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll.[84]

3.2.4 Integration auf der Präsentationsschicht

Bei der Integration auf der Präsentationsschicht dienen die Bildschirmausgaben einer Anwendung als Datenquelle für die Middleware (vgl. Abb. 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Integration auf der Präsentationsschicht[85]

Die Verwendung der Bildschirmausgaben verbleibt als einziger Weg, falls weder die Daten- noch die Anwendungsschicht ansprechbar ist. Dieser Fall kann bei älteren Mainframe-Anwendungen (sog. Legacy-Anwendungen) auftreten, die noch über textbasierte Benutzerschnittstellen verfügen. Integration auf der Präsentationsschicht bedeutet dann meist, die ASCII-Zeichen mit einem sog. Screen Scraper direkt aus dem Bildschirmspeicher auszulesen. Der Vorteil dieses Integrationsmodells ist die unkomplizierte und relativ schnelle Realisierung. Dies ist darin begründet, daß die hinter der Benutzerschnittstelle stehende Programmlogik im allgemeinen einfach zu durchschauen ist und unterstützende Software-Werkzeuge zur Verfügung stehen. Der Vorteil der einfachen Realisierbarkeit wird durch schwerwiegende Nachteile überkompensiert. So kann mit der Integration auf der Präsentationsschicht nur auf Daten und Anwendungsfunktionen zugegriffen werden, die über die Benutzerschnittstelle erreichbar sind, denn die Anwendungs- und Datenschicht selbst können nicht erreicht werden. Dazu kommen zeitliche Verzögerungen beim Datenzugriff durch die zwangsweise Verwendung von Benutzerschnittstellen. Insgesamt hat die Integration auf der Präsentationsschicht von den drei Integrationsmodellen die größten Einschränkungen. Die Integration einer Anwendung auf der Präsentationsschicht wird daher nur verwendet, wenn die beiden anderen Integrationsmodelle nicht einsetzbar sind und bei dieser Anwendung keine wirkliche Daten- und Anwendungsintegration benötigt wird. Als Haupteinsatzgebiete verbleiben also lediglich die Integration ansonsten nicht ansprechbarer Anwendungen sowie die Konsolidierung von verschiedenen textbasierten Bildschirmausgaben unter einer modernen leicht nutzbaren Benutzeroberfläche.[86] Da dieses Integrationsmodell aufgrund seiner Nachteile die aus E-Commerce erwachsenden Anforderungen nicht erfüllen kann, wird es im weiteren Verlauf nicht mehr betrachtet.

[...]


[1] Vgl. Klein, Stefan; Szyperski, Norbert: Referenzmodell zum Electronic Commerce, Online im Internet: http://www.uni-koeln.de/wiso-fak/szyperski/veroeffentlichungen/electronic-commerce.htm, 30.11.2001.

[2] Vgl. KPMG: Electronic Commerce Status quo und Perspektiven ‘99, Online im Internet: http://www.kpmg.de/services/consulting/ebusiness%5Falt/docs/electroniccommercestatusquo99.pdf, 30.11.2001, S. 6.

[3] Vgl. Thome, Rainer; Schinzer, Heiko: Marktüberblick Electronic Commerce, in: Electronic Commerce: Anwendungsbereiche und Potentiale der digitalen Geschäftsabwicklung, Hrsg.: Thome, Rainer; Schinzer, Heiko, München: Vahlen 1997, S. 1 f.

[4] Vgl. Schwickert, Axel C.: Institutionenökonomische Grundlagen und Implikationen für Electronic Business, in: Arbeitspapiere WI, Nr. 10/1998, Hrsg.: Lehrstuhl für Allg. BWL und Wirtschaftsinformatik, Johannes Gutenberg-Universität: Mainz 1998, S. 3.

[5] Vgl. Pawlowitz, Nina: Marketing im Internet: Zielgruppenpotential, Einsatzmöglichkeiten, Umsetzung und Implementierung, 3., akt. Auflage, Wien/Frankfurt: Ueberreuter 2000, S. 21.

[6] Vgl. Fachverband Informationstechnik im VDMA und ZVEI (Hrsg.): Electronic Commerce – Chancen für den Mittelstand, Frankfurt 1998, S. 7.

[7] Zur Unterscheidung zwischen Begriffen „Daten“ und „Informationen“ wird der informationswissenschaftliche Ansatz nach Rehäuser/Krcmar verwendet. Danach werden Daten durch Zeichen repräsentiert, die zur Verarbeitung dargestellt werden. Daten sind das Gegebene zur Verarbeitung ohne Verwendungshinweise. Dagegen sind Informationen als in den Kontext eines Problemzusammenhangs gestellte Daten zu betrachten. Aus Daten werden Informationen, wenn sie in einen Problembezug eingeordnet und für die Erreichung eines Ziel verwendet werden. Vgl. Rehäuser, Jakob; Krcmar, Helmut: Wissensmanagement im Unternehmen, Online im Internet: http://domino.bwl.uni-hohenheim.de/public/winfo/Publikationen/Publikat.nsf/ff45643437394bdc41256609006259fe/fc0f0e
c41403ef3d412566500029c4a5/$FILE/96-14.pdf, 04.12.2001, S. 4 f.

[8] Vgl. Thome, Rainer; Schinzer, Heiko: Marktüberblick Electronic Commerce, in: Electronic Commerce: Anwendungsbereiche und Potentiale der digitalen Geschäftsabwicklung, Hrsg.: Thome, Rainer; Schinzer, Heiko, a. a. O., S. 5 ff.

[9] Vgl. Nilsson, Ragnar: Traditioneller Handel durch das Internet unter Druck, in: Harvard-Business-Manager, Nr. 2/2000, S. 20 ff.

[10] Vgl. KPMG: Status quo und Perspektiven 2000, Online im Internet: http://www.kpmg.de/services/
consulting/ebusiness/docs/ElectronicCommerceStatusquo_00_1to1_Marketing.pdf, 01.12.2001, S. 9.

[11] Unter dem Begriff „Anwendungsinfrastruktur“ sollen im folgenden sowohl die Anwendungen eines Unternehmens als auch die zugehörigen Datenbestände verstanden werden. Der Begriff „Anwendungen“ soll dabei sowohl betriebswirtschaftliche Anwendungen als auch Anwendungen zur Verwaltung von Datenbeständen umfassen. Nicht unter Anwendungen fällt Systemsoftware wie Betriebssysteme, Treiber oder Protokolle. In Anlehnung an: Mertens, Peter et al.: Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, 7., neu bearb. Auflage, Berlin: Springer 2001, S. 20 f.

[12] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, New York: Wiley 2001, S. 10 f.

[13] Vgl. Winkeler, Thomas; Raupach, Ernst; Westphal, Lothar: EAI - Enterprise Application Integration - Die Pflicht vor der E-Business-Kür, Online im Internet: http://www.pwcglobal.com/at/ger/ins-sol/publ/20_pwc_e_bus.pdf, 03.12.2001, S. 7.

[14] Vgl. Kargl, Herbert: Grundlagen von Informations- und Kommunikationssystemen, München: R. Oldenbourg 1998, S. 81 ff.

[15] Vgl. Koop, Hans J.; Jäckel, Konrad K.; Heinold, Erhardt F.: Business E-volution - Das E-Business Handbuch, 1. Auflage, Braunschweig/Wiesbaden: Vieweg 2000, S. 17.

[16] Vgl. Britton, Chris: IT Architectures and Middleware - Strategies for building large, integrated systems, 2. Auflage, New Jersey: Addison-Wesley 2001, S. 2.

[17] Vgl. Appel, Dietmar H.: Enterprize Application Integration, Online im Internet: http://www.bwl.uni-mannheim.de/Niedereichholz/Download/eaivlt1.PDF, 30.11.2001, S. 6 f.

[18] Vgl. Oberdorfer, Roland: Allround-Adapter - EAI: Ordnung in Unternehmensanwendungen, in: iX, Nr. 5/2001, S. 136 sowie Sattler, Herbert: EAI - ein Konzept mit vielen Gesichtern, in: Computerwoche, Nr. 36/2001, S. 60.

[19] Vgl. Nußdorfer, Richard Johann: Das EAI-Buch - E-Business und EAI, Online im Internet: http://62.138.10.147/eai-v1/buch/buch-1_2.html, 30.11.2001.

[20] Vgl. Hammer, Michael; Champy, James: Business reengineering: die Radikalkur für das Unternehmen, 5., Frankfurt/Main et al.: Campus 1995, S. 73 f.

[21] Vgl. Krcmar, Helmut; Leimeister Jan Marco: Wie Informationen sinnvoll eingesetzt werden, in: Betrieb und Praxis im Überblick, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 257/2001, S. 29.

[22] Vgl. Kargl, Herbert: Grundlagen von Informations- und Kommunikationssystemen, a. a. O., S. 81 ff.

[23] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 5.

[24] Vgl. Krcmar, Helmut; Leimeister Jan Marco: Wie Informationen sinnvoll eingesetzt werden, in: Betrieb und Praxis im Überblick, a. a. O., S. 29 sowie Kargl, Herbert: Grundlagen von Informations- und Kommunikationssystemen, a. a. O., S. 3 ff.

[25] Vgl. Walter, Jochen: Enterprise Application Integration - Anwendungsintegration durch Integrationsanwendungen, in: Diebold Management Report, Nr. 1-2001, S. 6.

[26] Vgl. Temme, Thorsten; Decking, Martin: Meilensteine auf dem Weg zum E-Business, in: Die Supply Chain im Zeitalter von E-Business und Global Sourcing, Hrsg.: Dangelmaier, Wilhelm; Pape, Ulrich; Rüther, Michael, 1. Auflage, Paderborn: Fraunhofer ALB 2001, S. 172.

[27] Vgl. Mendelson, Haim: Dell Direct, Online im Internet: http://www.ecommerce.wiwi.uni-frankfurt.de/lehre/01ws/btb/dell-case.pdf, 03.12.2001, S. 19.

[28] Vgl. Piller, Frank; Deking, Ingo; Meier, Roland: Mass Customization - Strategien im E-Business, in: Management-Handbuch Electronic Commerce, Hrsg.: Hermanns, Arnold; Sauters, Michael, München: Franz Vahlen 2001, S. 135.

[29] Vgl. Kotler, Philip; Bliemel, Friedhelm: Marketing-Management: Analyse, Planung, Umsetzung und Steuerung, 9., überarb. und akt. Auflage, Stuttgart: Schäffer-Poeschl 1999, S. 430 f.

[30] Vgl. Saunders, Rebecca: amazon.com - Der schnelle Weg groß zu werden, München: Finanzbuch Verlag 2001, S. 133 ff.

[31] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 10.

[32] Vgl. o. V.: Enterprise Application Integration - Erfolgreicher eCommerce braucht integrierte Systeme, in: IT-Business News, Nr. 25/2000, S. 20.

[33] Vgl. Britton, Chris: IT Architectures and Middleware - Strategies for building large, integrated systems, a. a. O., S. 2.

[34] Vgl. Mendelson, Haim: Dell Direct, a. a. O., 03.12.2001, S. 16.

[35] Vgl. Mendelson, Haim: Dell Direct, a. a. O., 03.12.2001, S. 17.

[36] Vgl. Appel, Dietmar H.: Enterprize Application Integration, a. a. O., 30.11.2001, S. 4 f.

[37] Vgl. Pape, Ulrich: EAI als Baustein von eBusiness, Online im Internet: http://www.competence-site.de/eaisysteme.nsf/547ED86FFB838D4FC1256A49003E13A8/$File/070501_vortrag_ebusiness-praktikum.pdf, 06.12.2001, S. 11.

[38] Vgl. Winkeler, Thomas; Raupach, Ernst; Westphal, Lothar: EAI - Enterprise Application Integration - Die Pflicht vor der E-Business-Kür, a. a. O., 03.12.2001, S. 12 f.

[39] Vgl. KPMG: eSupply Chain Management - eine Schlüsselvoraussetzung für erfolgreiches und profitables eBusiness, Online im Internet: http://www.kpmg.de/library/surveys/satellit/esupply_chain_
management.pdf, 30.11.2001, S. 2.

[40] In Anlehnung an: Britton, Chris: IT Architectures and Middleware - Strategies for building large, integrated systems, a. a. O., S. 4.

[41] Vgl. Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, New Jersey: Addison-Wesley 2000,
S. 2 sowie Appel, Dietmar H.: Enterprize Application Integration, a. a. O., 30.11.2001, S. 6 sowie Reimer, Thomas: Ein Referenzmodell für EAI, in: Computerwoche, Nr. 36/2001, S. 64.

[42] Vgl. Reimer, Thomas: Ein Referenzmodell für EAI, in: Computerwoche, Nr. 36/2001, S. 64.

[43] Vgl. Kargl, Herbert: DV-Controlling, 4., unwesentl. veränderte Auflage, München: R. Oldenbourg 1999, S. 62 f.

[44] Performanz ist ein allgemeiner Ausdruck für die Leistungsfähigkeit eines Hardware- oder Softwaresystems. Dabei ist ein System mit hoher Performanz vor allem durch seine geringe Antwortzeit gekennzeichnet. Vgl. Stickel, Eberhard; Groffmann, Hans-Dieter; Rau, Karl-Heinz: Gabler Wirtschaftsinformatik Lexikon, Wiesbaden: Gabler 1997, S. 532.

[45] Skalierbarkeit: Die Fähigkeit eines Systems, z. B. eines Datenbankverwaltungssystems, sich den wechselnden Benutzeranforderungen, insbesondere aus Gründen der Leistungsfähigkeit, anpassen lassen zu können. Vgl. Gehrke, Christian: Informationsagenten im Data Warehousing, Heidelberg: Physica-Verlag 2000, S. 291.

[46] Fehlertoleranz beschreibt die Fähigkeit eines Systems, weiter zu arbeiten, auch wenn Fehler oder Ausfälle in Teilsystemen auftreten. Vgl. Gunton, Tony: A Dictionary of Information Technology and Computer Science, 2. Auflage, Manchester et al.: NCC Blackwell 1993, S. 115.

[47] Die Integrationsplattform für Anwendungen kann mit der Integrationsplattform für Daten kombiniert sein, i. d. R. sind es jedoch zwei einzelne Plattformen, da sich die zur Integration angewendeten Mechanismen unterscheiden. Dies wird in Kapitel 3.2 detailliert erläutert.

[48] Vgl. Pape, Ulrich: EAI als Baustein von eBusiness, a. a. O., 06.12.2001, S. 9.

[49] Vgl. Pape, Ulrich: EAI als Baustein von eBusiness, a. a. O., 06.12.2001, S. 9.

[50] Der Ausdruck Coupling steht für den Grad der Integration zwischen Anwendungen. Sind die Anwendungen über Standardschnittstellen verbunden, spricht man von Loose Coupling. Bestehen Abhängigkeiten zwischen Anwendungen, die über die Standardschnittstellen hinausgehen, spricht man von Strong Coupling. Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 20.

[51] Ein Unternehmensdatenmodell ist ein integriertes Modell der Datenverarbeitungsstrukturen aller Bereiche eines Unternehmens, in dem die i. d. R. getrennt entwickelten Datenbestände zusammengeführt werden. Ein Unternehmensdatenmodell dient der Dokumentation und der Koordination der vorhandenen Datenbestände. Vgl. Scheer, August-Wilhelm: Unternehmensdatenmodell, in: Lexikon der Wirtschaftsinformatik, Hrsg.: Mertens, Peter, 4., vollst. neu bearb. u. erw. Auflage, Berlin: Springer 2001, S. 485.

[52] Vgl. Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, a. a. O., S. 29 f.

[53] In Anlehnung an: Linthicum, David S.: B2B Application Integration - e-Business-Enable Your Enterprise, New Jersey: Addison-Wesley 2001, S. 43.

[54] Vgl. Sailer, Mario: Anforderungen, Entwicklung und Trends im Bereich Enterprise Application Integration (EAI), in: Die Supply Chain im Zeitalter von E-Business und Global Sourcing, Hrsg.: Dagelmaier, Wilhelm; Pape, Ulrich; Rüther, Michael, Paderborn: Fraunhofer ALB 2001, S. 208.

[55] Vgl. o. V.: EAI, Online im Internet: http://searchwebservices.techtarget.com/sDefinition/0,,sid26_
gci213523,00.html, 30.12.2001.

[56] Vgl. Ovum: Ovum Evaluates: Enterprise Application Integration, Online im Internet: http://www.ovum.com/cgi-bin/showPage.asp?doc=product/sample/0049161.htm, 06.12.2001, S. 1.

[57] Vgl. Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, a. a. O., S. 3.

[58] Vgl. Creamer, Mark F.: When Message Brokers Won't Work, Online im Internet: http://www.eaijournal.com/PDF/Cramer_1.pdf, 06.12.2001, S. 1.

[59] Vgl. Pape, Ulrich: EAI als Baustein von eBusiness, a. a. O., 06.12.2001, S. 9 ff.

[60] Unter dem Begriff „Middleware“ soll jede Art von Software verstanden werden, die die Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Anwendungen erleichtert. Vgl. Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, a. a. O., S. 120.

[61] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 2.

[62] Vgl. Sailer, Mario: Anforderungen, Entwicklung und Trends im Bereich Enterprise Application Integration (EAI), a. a. O., S. 208.

[63] Zur Betrachtung der Software-Strukturen von Anwendungen wird meist ein Schichtenmodell verwendet, das innerhalb der Software-Strukturen von Anwendungen drei aufeinander aufbauende Schichten unterscheidet (3-Schichtenmodell). Jede Schicht hat eine bestimmte Funktion, wobei die einzelnen Schichten auch auf unterschiedlichen Computersystemen implementiert sein können: In der Anwendungsschicht ist die Anwendungsfunktionalität implementiert. Über der Anwendungsschicht ist die Präsentationsschicht, die als Schnittstelle zum Benutzer fungiert. Unter der Anwendungsschicht ist die Datenschicht, die als Schnittstelle zum Datenbanksystemen dient. Vgl. Heinrich, Lutz J.: Wirtschaftsinformatik – Einführung und Grundlegung, 2., vollst. überarb. u. erg. Auflage, München: R. Oldenbourg 2001, S. 328 sowie Kargl, Herbert: Grundlagen von Informations- und Kommunikationssystemen, a. a. O., S. 44.

[64] Vgl. Kargl, Herbert: Grundlagen von Informations- und Kommunikationssystemen, a. a. O., S. 43.

[65] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 19 ff.

[66] Vgl. Oberdorfer, Roland: Allround-Adapter - EAI: Ordnung in Unternehmensanwendungen, a. a. O., S. 137.

[67] In Anlehnung an: Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 29.

[68] Vgl. Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, a. a. O., S. 37 ff.

[69] Vgl. Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, a. a. O., S. 61 ff.

[70] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 27.

[71] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 30 f.

[72] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 29 ff sowie Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, a. a. O., S. 62.

[73] Vgl. Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, a. a. O., S. 62 f.

[74] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 33 f.

[75] Vgl. Britton, Chris: IT Architectures and Middleware - Strategies for building large, integrated systems, a. a. O., S. 30 f.

[76] Vgl. Linthicum, David S.: B2B Application Integration - e-Business-Enable Your Enterprise, a. a. O., S. 35 ff.

[77] Vgl. Linthicum, David S.: Enterprise Application Integration, a. a. O., S. 27 ff.

[78] In Anlehnung an: Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 24.

[79] Vgl. Linthicum, David S.: B2B Application Integration - e-Business-Enable Your Enterprise,
a. a. O., S. 44.

[80] Unter dem Begriff „Data Warehouse“ wird eine fachbezogene, integrierte Datenbasis zur Informationsproduktion für Managementaufgaben verstanden. Vgl. Heinrich, Lutz J.: Informations-
management, 6. überarb. und erg. Auflage, München: Oldenbourg 2001, S. 220.

[81] Database Marketing unterstützt die individuelle Kundenansprache von Unternehmen durch den Einsatz von Datenbanksystemen. Database Marketing wird verstärkt eingesetzt, um die Qualität des Vertriebs zu erhöhen bzw. die Kosten für Marketing-Aktionen zu senken. Dagegen geht es bei Data Mining darum, große Datenbestände nach bisher unbekannten Zusammenhängen zu untersuchen. Vgl. Schinzer, Heiko: Database Marketing, in: Lexikon der Wirtschaftsinformatik, Hrsg.: Mertens, Peter; Berlin et al.: Springer 2001, S. 132 f. sowie Kemper, Alfons; Eickler, Andre: Datenbanksysteme: eine Einführung; 4. überarb. und erw. Auflage, München: Oldenbourg 2001, S. 505.

[82] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 25 f.

[83] Vgl. Linthicum, David S.: B2B Application Integration - e-Business-Enable Your Enterprise,
a. a. O., S. 35 ff.

[84] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 27.

[85] In Anlehnung an: Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 23.

[86] Vgl. Ruh, William A.; Maginnis, Francis X.; Brown William J.: Enterprise Application Integration - A Wiley Tech Brief, a. a. O., S. 22 f.

Details

Seiten
93
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783832456412
ISBN (Paperback)
9783838656410
DOI
10.3239/9783832456412
Dateigröße
2.8 MB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Erscheinungsdatum
2002 (Juli)
Note
1,0
Schlagworte
middleware anwendungsinterationb enterprise application integration anwendungsentwicklung

Autor

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Titel: E-Commerce-Anwendungsentwicklung mit Applikationsservern und EAI