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Notwendigkeit, Anforderungen und Möglichkeiten des Content Managements im Unternehmen

Diplomarbeit 2002 95 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Gliederung

1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Definition grundlegender Begriffe
1.4 Das Wachstum des World Wide Webs

2 Notwendigkeit von Content Management
2.1 Funktionen von Content Management
2.1.1 Gestaltungsgrundsatz: Trennung von Inhalt, Struktur und Layout
2.1.2 Grundlegende Funktionen
2.1.3 Funktionen für das elektronische Veröffentlichen von Content
2.2 Enterprise Content Management
2.2.1 Unterstützung vorhandener Systeme durch Content Management Systeme
2.2.1.1 Dokumentenmanagementsysteme
2.2.1.2 Knowledgemanagementsysteme
2.2.1.3 Workflowmanagementsysteme
2.2.2 Content Management Systeme als Weiterentwicklung von Redaktionssystemen
2.2.3 Auswirkungen auf Intranet und Extranet
2.3 Web Content Management
2.3.1 Die verschiedenen Informationstypen
2.3.2 Digitale Assets und deren Wertschöpfungskette
2.3.3 Assetmanagement und Media Assetmanagement
2.3.4 Traditionelles Webpublishing
2.3.5 Unterstützung des Webpublishings durch Content Management Systeme

3 Anforderungen an das Content Management. 32
3.1 Zielgruppen
3.2 Sachziele
3.2.1 Der Content Management prozess
3.2.1.1 Der Content Life Cycle
3.2.1.2 Der Content Management Kernprozess
3.2.2 personalisierung
3.2.3 Gestaltungsrichtlinien
3.3 Formalziele
3.3.1 Wirtschaftliche Aspekte
3.3.2 Rechtliche Aspekte
3.3.2.1 Verantwortung für eine Website
3.3.2.2 Haftung für Hypertextverweise (Hyperlinks)
3.3.2.3 Urheberrechtsfragen bei der Verbreitung von Content
3.3.2.4 Die digitale Signatur
3.3.3 Benutzerfreundlichkeit

4 Möglichkeiten des Content Managements
4.1 Auswahl eines Content Management Systems
4.2 Einführung eines Content Management Systems im Unternehmen
4.3 Implementierung von Inhalten bei der Einführung eines Content Management Systems: Content Migration
4.4 Content Management Systeme für Informationsdienstleister: Content Syndication
4.4.1 Voraussetzungen für Content Syndication
4.4.1.1 Metadaten
4.4.1.2 XML
4.4.2 Geschäftsmodelle für den Handel mit Inhalten
4.4.3 Veröffentlichung von Inhalten in unterschiedlichen Medien
4.4.4 Ist- Situation und Trends des Content Syndication Marktes

5 Zusammenfassung und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

1 Grundlegung

1.1 Zielsetzung der Arbeit

Das Ziel dieser Diplomarbeit ist zu verdeutlichen, was Content Management ist und wofür Unternehmen es benötigen. Es sollen die grundlegenden Funktionen eines Content Management Systems näher erläutert und die verschiednen Verwendungszwecke eines solchen Systems genannt werden. Dabei soll verdeutlicht werden, dass Content Management Systeme für interne und externe Bereiche eines Unternehmens sowie für den zwischenbetrieblichen Content- Austausch verwendet werden können.

Diese Arbeit soll zeigen, für welche Unternehmen sich der Einsatz eines Content Management Systems lohnt und welche Mitarbeiter davon am meisten profitieren. Es soll gezeigt werden, welche Bereiche und Arbeitsabläufe innerhalb eines Unternehmens durch Content Management verändert werden.

Heutzutage werden in Unternehmen häufig eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme eingesetzt. Mit der Implementierung eines Content Management Systems entstehen Schnittstellen zu einer Vielzahl der bis dato eingesetzten Systeme. Welche Schnittstellen entstehen und in wie weit die bis dato eingesetzten Systeme ergänzt oder gar überflüssig werden soll ebenfalls erörtert werden.

Auf dem Content- Markt gibt es verschiedene Akteure und Geschäfts- modelle. Wie diese zueinander in Verbindung stehen soll ebenfalls erklärt werden. Weiterhin soll gezeigt werden, dass für das Verbreiten von Content im Internet eine Vielzahl von rechtlichen Regeln existieren, die es zu beachten gibt.

In dieser Arbeit soll versucht werden, die Fähigkeiten eines Content Management Systems und die daraus resultierenden Möglichkeiten für Unternehmen nicht nur zu benennen, sondern auch kritisch zu begutachten und die Risiken aufzuzeigen.

Außerdem soll diese Arbeit verdeutlichen, worauf Unternehmen bei der Auswahl und der Einführung eines Content Management Systems im Unternehmen zu achten und wie sie vorzugehen haben.

1.2 Aufbau der Arbeit

Wie bereits im vorherigen punkt erwähnt, soll diese Diplomarbeit zeigen, was Content Management ist, wofür Unternehmen es brauchen und welche Möglichkeiten sich damit verbinden. Auf dem Softwaremarkt gibt es derzeit viele verschiedene Content Management Systeme, die sich sowohl im Umfang, in der Funktionsvielfalt als auch im preis unterscheiden. In dieser Arbeit wird ausschließlich von Content Management Systemen gesprochen, die sämtliche Funktionen, die Unternehmen für Content Management jeglicher Art benötigen, enthalten. Es wird also von komplexen, voll funktionsfähigen Softwarelösungen gesprochen, die hohe Anschaffungs- kosten verursachen.

Im Anschluss an die Grundlegung wird im zweiten Kapitel die Notwendigkeit von Content Management begründet. Es werden erst die wesentlichen Funktionen von Content Management Systemen beschrieben und danach die beiden Haupteinsatzgebiete Enterprise Content Management und Web Content Management näher erläutert.

Danach werden im dritten Kapitel die Zielgruppen, zum einen für Content Management und zum anderen für die Inhalte selbst, bestimmt. Weiterhin werden sowohl die Sachziele als auch die Formalziele, die sich aus dem Content Management ergeben, beschrieben.

In Kapitel vier wird auf die Möglichkeiten, die sich durch Content Management ergeben, eingegangen. Es werden die Möglichkeiten erörtert, die Unternehmen bei der Auswahl eines Content Management Systems haben. Zudem wird beschrieben, was es bei der Einführung eines solchen Systems im Unternehmen zu beachten gibt und welche Möglichkeiten für Unternehmen bestehen, vorhandenen Content in das System zu implementieren. Als letztes wird mit Content Syndication ein Geschäftsmodell beschrieben, welches in seiner heutigen Form erst durch Content Management Systeme ermöglicht wurde.

Im fünften Kapitel werden letztendlich die im Rahmen der Diplomarbeit erörterten Ergebnisse kurz zusammengefasst und es wird ein Ausblick in die nahe Zukunft gewagt.

1.3 Definition grundlegender Begriffe

Der Begriff „ Content“ steht für Inhalt, Aussage oder Gehalt und kann verallgemeinert als von Menschen erzeugte und in medienspezifischer Form aufbereitete Informationen unterschiedlichster Art definiert werden. Diese sind durch ihre Immaterialität auf verschiedene Medien distribuierbar.[1]

Der Begriff „ Content Management“ entstand 1998 und kann definiert werden als prozess der Erstellung, Verwaltung und Verfügbarmachung von Inhalten in vernetzten Umgebungen.[2] Ein softwarebasiertes Content Management befasst sich mit der systematischen Sammlung, Erstellung, Speicherung und Veredelung von strukturierten Inhalten und Mediendaten aller Art.[3]

„ Ein Content Management System unterstützt das einfügen, aktualisieren und archivieren von Beiträgen in einem Repositorium, sowie deren Aufbereitung und inhaltliche Zusammenstellung in einer kollaborativen Weise.“[4] Ein Content Management System bildet also die systemtechnische Grundlage für Content Management.

1.4 Das Wachstum des World Wide Webs

Die Anzahl der Internetseiten hat die Milliardengrenze überschritten und das Informationsangebot im Internet ist nahezu grenzenlos. Wenn man in diesen Datenmengen etwas brauchbares finden möchte, wird oft viel Geduld benötigt. Verantwortlich dafür ist nicht nur die große Menge an Informationen sondern auch misslungene und wenig gepflegte Internetauftritte. Diese zeichnen sich durch unübersichtliche Verweisstrukturen, veraltete Links und eine Ansammlung von grafischen Elementen, die den Rahmen einer Website sprengen, aus.

Ähnliche probleme gibt es auch in großen Unternehmen die ein Intranet installiert haben. Werden die dort vorhandenen Informationen nicht gepflegt, kommt es nach einiger Zeit zum Chaos in dem sich kein Mitarbeiter mehr zurecht findet. Das Intranet verliert dann seine Funktion als effiziente Informationsquelle.[5]

Die Bereitstellung von aktuellem Content im Inter- oder Intranet, möglichst auf die Benutzer personalisiert, ist daher sehr wichtig. Bisher war die EDV-Abteilung für das publizieren von Inhalten zuständig. Daher kam es oft zu Engpässen, weil die Administratoren den Content redaktionell aufbereiten, das Layout der Seite gestalten und die Seiten internetfähig programmieren mussten.

Mit Hilfe des Content Managements und entsprechender Software lässt sich dieser Engpass vermeiden. Ein Content Management System ermöglicht den Redakteuren das publizieren von Inhalten ohne das sie dafür Kenntnisse von Web- Design oder programmierung haben müssen. Seiteninhalte lassen sich einfacher erstellen, speichern, beliebig strukturieren und wiederverwenden.[6]

Die Bedeutung des Internetauftritts als strategisches und kommunikatives Marketingmittel ist mittlerweile allgemein anerkannt worden. Websites müssen sich besonders durch Qualität und Aktualität des angebotenen Inhalts auszeichnen, da sie die digitalen Visitenkarten des Unternehmens sind.[7]

2 Notwendigkeit von Content Management

Die Notwendigkeit von Content Management entsteht aufgrund von problemen bei der pflege, Verwaltung, Darstellung und Veröffentlichung von Inhalten. Dokumente liegen in Unternehmen häufig in sehr heterogen und proprietären Formaten vor. Innerhalb eines Betriebes ist dies zwar durch Richtlinien beherrschbar aber bei dem zwischenbetrieblichen Informations- austausch kann es zu Reibungsverlusten durch Konvertierungen zwischen den eingesetzten und zueinander inkompatiblen Formaten kommen.[8]

Ein weiteres problem ist, dass stark strukturierte Inhalte in Datenbanken verwaltet werden und für diverse Verwendungen zur Verfügung stehen. Wohingegen schwächer strukturierte Inhalte nur wenig Systemunterstützung finden. Der direkte Zugriff auf einzelne Inhalte ist daher nicht realisierbar.[9]

Diese probleme und die in punkt 1.4 beschriebenen führen zu der Einteilung des Content Managements in Enterprise Content Management und Web Content Management.[10]

Dieses Kapitel zeigt zunächst die wesentlichen Funktionen des Content Managements auf und erläutert danach die verschiedenen Ausprägungen.

2.1 Funktionen von Content Management und Content Management Systemen

2.1.1 Gestaltungsgrundsatz: Trennung von Inhalt, Struktur und Layout

Ein Content Management System behandelt Inhalte als Summe von wesentlichen Einzelinformationen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Informationen nicht nur zum Lesen bestimmt sind, sondern zur automatisierten Weiterverarbeitung oder Weiterverwendung benutzt werden. Dann ist es notwendig Dokumente in Struktur, Darstellungsform / Layout und Inhalt zu zerlegen und separat zu behandeln.[11]

Durch die Trennung von Inhalt, Struktur und Layout wird zum einen erreicht, dass sich die produzenten keinerlei Gedanken bezüglich der Darstellung ihrer Beiträge im Gesamtdokument machen müssen und zum anderen können die Beiträge in verschiedenen Kontexten in unterschiedlicher Darstellungsform präsentiert werden.

Die Struktur ist eine inhaltliche Definition der Einzelinformationen und ihrer Verknüpfung. Bei der Definition geeigneter Strukturen müssen für die zu verwaltenden Informationseinheiten langfristig und möglichst universell gültige Strukturen gefunden werden. Die Informationen sollen so detailliert strukturiert und beschrieben werden, dass eine automatische Weiterverarbeitung und Weiterverwendung möglich wird.[12]

Der Detaillierungsgrad ist entscheidend für den Nutzen der Information. Ist er zu hoch, können probleme bei der Erfassung und Aufbereitung entstehen. Ist er zu niedrig, sind die abgelegten Inhalte womöglich nicht für neue Zwecke verwendbar, wodurch zusätzliche Kosten für die Anpassung der Inhalte an die neu zu definierenden Strukturen entstehen.[13]

Bei der Darstellung handelt es sich um eine formale Beschreibung zur Repräsentation auf einem möglichen Ausgabemedium. Bei der Definition des Layouts werden medien- und zielgruppengerechte Stylesheets[14] entworfen.[15] Stylesheets enthalten informationstechnische Anweisungen, die bestimmen wie der Inhalt positioniert werden soll.[16] Dadurch wird eine einheitliche, effiziente und verwendungsgerechte präsentation der Inhalte sichergestellt. Die Layoutdefinition wird häufiger geändert als die gewählte Struktur.[17]

Die Inhalte müssen entsprechend der Strukturdefinition in Datenelementen abgebildet werden. Zum Erstellungszeitpunkt der Informationen können oft nicht alle möglichen Verwendungen vorhergesagt werden. Ein Content Management System bereitet Informationen deshalb in Form von Komponenten auf, die ohne Veränderung in verschiedenen Kontexten wiederverwendet werden können.[18]

Die Modularisierung ist eine Vorraussetzung für die Verwaltung und Kombination strukturierter Komponenten. Ziel ist es zusammengehörige Informationen in einer abgeschlossenen und aussagefähigen Informationseinheit, ohne Querverweise auf andere Informationseinheiten darzustellen.[19]

2.1.2 Grundlegende Funktionen

Content Management ist ein sehr komplexes Themengebiet und die Möglichkeiten der dafür entwickelten Software sind vielfältig. Im folgenden werden nur die wesentlichen Funktionen, die den Charakter eines Content Management Systems ausmachen, erläutert.

Die Zugriffskontrolle basiert auf einer Benutzerverwaltung, welche die Rechte der einzelnen Benutzer kennt. Während der Anmeldung weist sich der Benutzer aus und das System überprüft, welche Zugangsberechtigungen vorliegen. Idealerweise zeigt ein Content Management System nur die Informationen und Funktionen an, die dem jeweiligen Nutzer zugänglich sind. In einer arbeitsteiligen Umgebung ist eine solche Zugriffskontrolle unverzichtbar.[20]

Weiterhin gibt es eine protokollfunktion, die Bestandsänderungen an Inhalten erfasst. Aufgrund der Zugriffskontrolle ist es möglich zu registrieren, wer zu welchem Zeitpunkt den Content verändert hat. Diese Funktion wird u.a. dafür benötigt um die redigierten Inhalte zu finden oder um die Änderungen nachvollziehen zu können.[21]

Content Management Systeme verwalten große Mengen an Informationen. Diese stellen für Unternehmen ein sehr wertvolles Gut dar. Damit sie nicht verloren gehen müssen die Informationen professionell gesichert werden. Komplexere Content Management Systeme implementieren stark strukturierte Datensicherungsverfahren. Diese erlauben den sogenannten Rollback. Damit wird eine Rückgängigmachung von Änderungen an Inhaltsbeständen ermöglicht. Die Bestände sind auch nach dem Rollback in einem definierten Zustand und in sich konsistent. Sowohl die Datensicherung als auch das Rollback setzen ausgeprägte protokollierungsfunktionen voraus.[22]

Content Management Systeme müssen mehreren Mitarbeitern ermöglichen gleichzeitig an Inhalten arbeiten zu können ohne sich gegenseitig zu stören. Diese Mehrplatzfähigkeit lässt sich durch Check- In und Check- Out Mechanismen realisieren. Beim Check- Out teilt ein Benutzer dem System mit, dass er bestimmte Inhalte bearbeiten möchte. Das System stellt ihm diese zur Verfügung, sofern sie nicht von einem anderen Mitarbeiter bearbeitet werden. Bis die Inhalte per Check- In wieder zurückgegeben werden, können sie von keinem anderen Mitarbeiter verändert werden.[23]

Interessiert sich ein Mitarbeiter für alle Inhalte die eine bestimmte Eigenschaft aufweisen, wie z.B. der Veröffentlichungstermin, dann kann er an das System eine Anfrage stellen. Mit Hilfe der Anfragefunktion wird die komplette Datenbank durchsucht und die gewünschten Informationen geliefert. Je umfangreicher und komplexer die verwaltete Informationsmenge ist, desto wichtiger ist diese Funktion.[24]

2.1.3 Funktionen für das elektronische Veröffentlichen von Content

Die Grundlage für publikationen stellt Content aus mehreren Quellen dar. In einem Content Management System werden Inhalte zu Dokumenten zusammengefasst. Damit die Dokumente identifizierbar und manipulierbar sind, werden sie von einem Content Management System als Summe ihrer Inhalte abgelegt. Ziel der modularen Ablage von Inhalten ist die einmalige, zentrale Speicherung, gleicher Teile unterschiedlicher Dokumente. Änderungen an wiederverwendetem Content können dann automatisch in Zieldokumente übernommen werden. Content Management Systeme können dadurch auch Beziehungen zwischen Bestandteilen von komplexen Inhalten herstellen. Für Content Management, welches XML[25] basiert ist, ist diese Funktion eine Grundvoraussetzung.[26]

Content Management Systeme, welche die Versionierung unterstützen ermöglichen die parallele Verwaltung von verschiedenen Versionen desselben Objektes. Dadurch lässt sich die Entwicklungsgeschichte der einzelnen Dokumente nachvollziehen. Wenn Inhalte modular abgelegt wurden, können auch sie versioniert werden und beim Check- In als neue Version in der Datenbank übernommen werden. Die Mehrsprachenfähigkeit von einem Content Management System, also die parallele Verwaltung desselben Contents in mehr als einer Sprache ist eine spezialisierte Form der Versionierung.[27]

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wiederverwendung bereits existierender Inhalte, die zur Rationalisierung bei der Erstellung von Dokumenten beiträgt. Content wird virtuell in Zieldokumente übertragen und die wiederverwendeten Inhalte werden bei Bedarf übernommen, so dass immer die aktuellste Content- Version im Zieldokument zur Verfügung steht. Die einzelnen Bestandteile werden durch die modulare Ablage wiederverwendbar. Content Management Systeme schützen die mehrfach verwendeten Inhalte, damit Modifikationen im Zieldokument ausbleiben. Es lässt Inhaltsänderungen ausschließlich am Original zu.[28]

Für die Veröffentlichung von Content auf elektronischen Medien sind die Einbindung multimedialer Inhalte und die Linkverwaltung zwei weitere wichtige Funktionen. Ersteres ist wichtig da publikationen nicht nur Textinhalte sondern auch andere Informationstypen, wie Grafiken, Videos, Audiosequenzen oder Animationen beinhalten können. Letzteres bezeichnet die Verwaltung von Hypertextverweisen, bei der auf die Sicherstellung und Wahrung der Konsistenz der Verknüpfungsbeziehungen geachtet werden muss.[29]

2.2 Enterprise Content Management

Der Begriff Enterprise Content Management (ECM) fasst Lösungen zusammen, die schwerpunktmäßig auf die Informationsbereitstellung innerhalb eines Unternehmens zielen. Konkret werden dabei Funktionen herkömmlicher Archiv-, Dokumentenmanagement- und Workflowlösungen an die Anforderungen des Content Managements angepasst.[30]

Wichtigste Eigenschaft von ECM- Systemen ist daher die plattform- unabhängigkeit und die Verwendung von offenen Standards. Diese beiden Eigenschaften bilden die Vorraussetzungen für die Einbindung in das vorhandene IT- Umfeld und geben dem System einen integrativen Charakter.[31]

ECM- Systeme lassen sich bei richtiger Anpassung als Intranet-, Extranet-, Redaktions- und Verwaltungsprogramme verwenden. Die firmeneigene Wissensdatenbank bündelt und erfasst das Know- How der Mitarbeiter. Alle Informationen existieren nur einmal und werden an zentraler Stelle verwaltet, auf die von jeder Unternehmensebene aus zugegriffen werden kann. Wertvolle Daten gehen so nicht verloren und Doppelarbeit wird vermieden. Als intelligente, zentrale Wissensdatenbank erfüllt ein ECM- System alle traditionellen Archivierungs- und Erschließungsarbeiten automatisch und sorgt mit einem variablen Arbeitsablauf dafür, dass die fachbezogene Kommunikation innerhalb des Unternehmens funktioniert.[32]

Die Anforderungen an ein solches System sind demnach in erster Linie die flexible Verfügbarkeit von Daten bei ständigem Austausch von Inhalten und die sinnvolle Verknüpfung unterschiedlichster, ineinandergreifender Applikationen.[33]

2.2.1 Unterstützung vorhandener Systeme durch Content Management Systeme

Content Management Systeme verbinden mehrere im Unternehmen vorhandene Bereiche. So werden das Customer Relationship Management (CRM), Efficient Consumer Response (ECR), Enterprise Ressource planning (ERp) und andere Bereiche von Content Management tangiert. Die engsten Verbindungen bestehen allerdings zu Dokumentenmanagementsystemen (DMS), Workflowmanagementsystemen (WFMS) und Knowlegde- managementsystemen (KMS).

Dieser punkt erläutert die grundlegenden Funktionalitäten von DMS, WFMS und KMS und stellt die Beziehung zu Content Management Systemen her.

2.2.1.1 Dokumentenmanagementsysteme

„DMS haben die Aufgabe elektronische Dokumente zu archivieren, abgelegte Dokumente anhand von Suchkriterien u.a. wiederherzustellen und zentral verwaltete Dokumente in einer verteilten heterogenen Umgebung den Anwendern zugänglich zu machen.“[34]

Ein erstklassiges DMS ermöglicht dem Anwender bereits vorhandene, herkömmliche Dokumente auf papier in elektronische Form umzuwandeln (Document Imagine), zu klassifizieren und in ein Archivierungssystem einzufügen.

Der Unterschied zu einem reinen Archivierungssystem liegt darin, dass verschiedene Informationen und Dokumente erst nach vorgegebenen Sortierkriterien und Regeln zur Weiterverarbeitung in den Informationskreislauf eingefügt werden, dann die erforderlichen Stadien der Bearbeitung durchlaufen werden und erst danach die Ablage erfolgt.[35]

Zu den wichtigsten Teilaufgaben von DMS gehören Rechteverwaltung, digitale Signaturen, Versionskontrolle, Document Imagine, Integration in ein Workflowsystem und Unterstützung der Suche innerhalb der Dokumente. Daran wird erkennbar, dass Content Management eine Fortführung des Dokumentenmanagements ist.[36]

Der Unterschied liegt darin, dass beim Dokumentenmanagement kaum strukturierte Informationen als thematisch kohärente Einheit zusammengefasst verwaltet werden. Dadurch ist ein Zugriff auf die Informationen meist nur im Zusammenhang mit dem Gesamtdokument möglich. Während beim Content Management einzelne Inhalte atomar verwaltet und daher flexibel neu zu Dokumenten kombiniert werden können. Normalerweise werden dafür Datenbanken verwendet.[37]

2.2.1.2 Knowledgemanagementsysteme

Bevor erklärt wird, was Knowledgemanagement ist wird erst einmal erläutert wie Wissen entsteht. Aus syntaktisch korrekten Zeichen entstehen Daten. Werden diese in eine komplexe logische Struktur gebracht so entstehen aus Daten wiederum Informationen. Damit nun aus Informationen Wissen wird sind Menschen notwendig, die die Informationen verstehen, verarbeiten und bewerten.[38]

Betriebliches Wissensmanagement ist die Summe aller organisatorischen und technischen Maßnahmen zur Erzeugung, Weitergabe, Speicherung und Auffindung von betrieblichem Wissen. Ein KMS kann zum einen als Software für die Vereinfachung und Organisation des Informationszugriffs verwendet werden. Dabei soll das Wissen, das in allen Dokumenten eines Betriebes gespeichert ist, leichter auffindbar, besser zu organisieren und zu verteilen sein und in einer wiederverwendbaren Form bereitgestellt werden. Hier wird die Beziehung zu DMS deutlich.

Zum anderen kann ein KMS dafür verwendet werden, das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter zu dokumentieren. Außerdem werden Informationen über die Fähigkeiten der Mitarbeiter, mit welchen produkten und projekten sie sich beschäftigt haben, welche Schulungen sie besucht haben usw. verwaltet.[39]

Das betriebliche Wissen wird in sogenannten Repositorien gespeichert. Das Einpflegen der Dokumente, die für operative Tätigkeiten benötigt werden, wie z.B. E- Mail- Korrespondenz oder präsentationsunterlagen, ist problemlos möglich und kann ohne großen Zusatzaufwand betrieben werden. Wenn diese Repositorien nicht nur zum gelegentlichen Nachsehen im Einzelfall verwendet werden sollen, sondern als zentrale Wissensquelle im Unternehmen dienen sollen, reicht das reine Kumulieren von Dokumenten nicht aus.[40]

Die Inhalte müssen mit Hilfe eines Content Management Systems permanent aktualisiert, kategorisiert und in Beziehung gesetzt werden. Content Management liefert demnach die Basistechnologie zur Verwaltung des explizierten Unternehmenswissens.[41]

2.2.1.3 Workflowmanagementsysteme

Workflow bezeichnet den Ablauf eines Geschäftsprozesses. Geschäftsprozesse bestehen aus einer Vielzahl von Tätigkeiten, die oft von mehreren personen in einer bestimmten Reihenfolge ausgeführt werden. Ein WFMS unterstützt die Abwicklung von Geschäftsprozessen, in dem es automatisch nach vorgegebenen Regeln Dokumente, Informationen oder Aufgaben zu den bearbeitenden Mitarbeitern weiterleitet und entsprechend dem jeweiligen Bearbeitungsschritt die benötigten Daten und Anwendungen bereitstellt. Der Workflow kann streng vorgeschrieben oder bezüglich der Bearbeitungsreihenfolge und –bedingungen flexibel gestaltet werden. Das WFMS überwacht die Einhaltung von Fristen und Bedingungen.[42]

Es existieren prinzipiell zwei Typen von WFMS. Das eine basiert auf einem DMS. Es leitet dem zuständigen Bearbeiter die relevanten Dokumente direkt in seinen elektronischen postkorb. Der Vorteil dieser Variante ist die Verknüpfung der zu einem Geschäftsprozess zugehörigen Dokumente mit dem aktuellen Vorgang.

Das andere basiert nicht auf einem DMS. Es leitet und steuert lediglich die Geschäftsprozesse von einer Organisationseinheit zur Nächsten. Bei diesem Systemtyp wird dem Mitarbeiter mitgeteilt, welche Aufgaben als nächstes erforderlich sind, die dafür benötigten Dokumente werden aber nicht mitgeliefert.[43]

Die zentrale Komponente eines Content Management Systems ist die Verwaltungskomponente. Darin werden sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Inhalte abgelegt. Die Workflowkomponente eines Content Management Systems ist eng in die Verwaltungsfunktion integriert. Mit dieser Funktion werden die prozesse zur Erstellung und Veröffentlichung von Content gesteuert und überwacht. Im Gegensatz zu DMS, bei denen prozesse immer auf der Ebene ganzer Dokumente definiert sind, sind bei einem Content Management System die einzelnen Komponenten Objekte der Workflowsteuerung. Damit zusammengesetzte Komponenten erstellt werden können müssen die prozesse die eingebundenen Komponenten integrieren.[44]

2.2.2 Content Management Systeme als Weiterentwicklung von Redaktionssystemen

In der Literatur wird der Begriff „Redaktionssystem“ häufig als deutsche Übersetzung von Content Management System verwendet. In den Unternehmen, in denen das Veröffentlichen von Inhalten die Hauptaufgabe ist, dienen Content Management Systeme in erster Linie dazu redaktionelle Inhalte zu verwalten. In diesem Fall ist die synonyme Verwendung der Begriffe gerechtfertigt.[45]

Content Management Systeme bieten besonders gute Möglichkeiten, die Inhalte bei abgelaufener Aktualität automatisch nach Rubriken oder Themengebieten zu archivieren. Diese Inhalte können dann bei der Weiterverwendung und Verbreitung von Content anderen publikationsorientierten Systemen zur Verfügung gestellt werden.

Die Daten, die zu den Inhalten gehören, sollten so aufbereitet sein, dass sie in unterschiedlichen Formaten über mehrere Kommunikationskanäle verbreitet werden können. Für Unternehmen, die ihre Inhalte sowohl online als auch offline und dazu noch in unterschiedlichem Layout anbieten möchten, sind verschiedene Formatvorlagen sehr wichtig.

Ein gutes Beispiel dafür ist NBC GIGA. Das ist ein Fernsehsender, dessen Sendungen man in verschiedenen Darstellungsformen sowohl über das Fernsehen als auch über das Internet verfolgen kann.

Redaktionssysteme kommen ebenfalls bei großen Unternehmen zum Einsatz, die ihre gesamte produktpalette, einschließlich Beschreibungen, in einer Datenbank ablegen wollen. Diese produktdatenbank wird durch das System ständig Aktualisierung und der Zugriff darauf wird über unterschiedliche Kanäle ermöglicht.[46]

Redaktionssysteme setzen im Gegensatz zu Enterprise Content Management Systemen auf fast vollständig vorkonfektionierte Funktionalität. Die Integration in das bestehende IT- Umfeld steht nicht im Vordergrund. Hier wird deutlich, dass Content Management Systeme weitaus komplexer als Redaktionssysteme sind und mehr Möglichkeiten bieten. Der Vorteil eines Redaktionssystems liegt zum einen in den niedrigen Anschaffungskosten und zum anderen in der Möglichkeit eine schnellere projektlösung zu erreichen als mit einem komplexen ECM- System.[47]

2.2.3 Auswirkungen auf Intranet und Extranet

Das Intranet ist ein lokales Netzwerk, das keine oder eine gesicherte Verbindung mit dem Internet herstellt, aber die gleichen protokolle und Dienste benutzt. Dadurch können den Benutzern innerhalb eines Netzes alle Möglichkeiten und Dienste des Internets bereitgestellt werden, ohne der Gefahr durch Hackerangriffe von außerhalb ausgesetzt zu sein. Vorteile von Intranets sind die kostengünstige Software, die Herstellerunabhängigkeit, die weltweite Verwendung und die damit mögliche einfache Verbindung interner und externer Systeme.[48]

Der Einsatz von Intranet Lösungen hat sich bereits in vielen Unternehmen als sinnvolle Alternative oder Ergänzung zu herkömmlichen Kommunikations- technologien bewährt. Weiterhin entstand der Wunsch, Informationen mit anderen Filialen, Außendienstmitarbeitern und partnerunternehmen auszutauschen, die aus geographischen Gründen nicht direkt mit dem Intranet verbunden werden können. Dadurch entstand das Extranet, mit dessen Hilfe die genannten Gruppen von außen auf die benötigten Informationen zugreifen können.[49]

Intranet und Extranet lassen sich heute als zentrale Stelle für die Verteilung von Informationen aus dem betrieblichen Alltag nicht mehr wegdenken. Sie avancieren dadurch zu unternehmenskritischen Anwendungen, an deren inhaltlicher Gestaltung und Aktualisierung sich alle Mitarbeiter nach ihren Möglichkeiten beteiligen sollten.[50]

Ein Content Management System ermöglicht den Mitarbeitern die Inhalte ohne HTML- Kenntnisse einzupflegen und prüft sie hinsichtlich Relevanz und Qualität. Durch den Einsatz eines Content Management Systems kann sich eine Intranetlösung zu einem virtuellen portal weiterentwickeln, das den Mitarbeitern einen eigenen Zugang zum Unternehmen eröffnet, der auf die spezielle Funktion des einzelnen Mitarbeiters zugeschnitten ist. Diese Unternehmensportale unterstützen die Mitarbeiter, indem sie ihnen eine strukturierte Sicht auf genau die Informationen und Applikationen eröffnen, die sie für ihre tägliche Arbeit brauchen. Weiterhin bieten sie durch eine nach Themen gegliederte Anordnung von Verweisen einen einfacheren Zugriff auf Wissensbestände. Im Idealfall machen portale die Daten und Informationen aus allen Bereichen eines Betriebes zugänglich. Die Art der Inhalte auf die ein Mitarbeiter von seiner Einstiegsseite aus verweisen kann und die Anwendungen, die ihm zur Verfügung stehen, entsprechen seiner position im Unternehmen. Flexible Systeme ermöglichen es ihm, seine Benutzeroberfläche, abhängig von seinen Zugriffsrechten, selbst zu konfigurieren und Hyperlinks, Schaltflächen und Fenster so zusammen- zustellen, wie er sie benötigt.[51]

2.3 Web Content Management

Betreiber von Internetseiten haben inzwischen erkannt, dass das Angebot von qualitativ hochwertigem Content für die Kundenbindung ein erfolgskritischer Faktor geworden ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen attraktiven Internetauftritt eines Unternehmens oder um eine umfangreiche E- Business Initiative im Netz handelt.[52]

Hier kommt das sogenannte Web Content Management zur Anwendung. Die weitgehende Automatisierung der publikation von Inhalten für das World Wide Web ist heute die Hauptanwendung des Content Managements.

Der Fokus bei dem Web Content Management liegt weniger auf der mehrfachen Verwendung von Inhalten, sondern auf der Unterstützung von redaktionell ausgebildeten Mitarbeitern. Diesen soll es ermöglicht werden ohne spezielle Kenntnisse des Web Designs und der programmierung, Informationen, die entsprechend der Corporate Identity aufbereitet sind, im Internet zu publizieren.[53]

Aufgrund der Trennung von Inhalt, Struktur und Layout stellt der Relaunch des Internetauftritts kein besonderes problem mehr dar. Der Arbeitsaufwand beschränkt sich auf Designänderungen und strukturellen Anpassungen an den Formatvorlagen.

Die Inhalte können ohne Veränderung übernommen und in das neue Gerüst eingepflegt werden. Anbieter im Internet können deswegen ihre Webpräsenz schnell neuen Gegebenheiten und Marketingzielen anpassen.[54]

2.3.1 Die verschiedenen Informationstypen

Wie eben bereits erwähnt ist qualitativ hochwertiger Content entscheidend für den Erfolg einer Website. Ein effektives und effizientes Management von unterschiedlichen Inhalten erfordert eine genaue Klassifizierung der Inhalte und Kenntnisse über deren Struktur. Sinnvoll ist daher eine Einteilung der jeweiligen Inhaltselemente in Abhängigkeit vom Zeitraum ihrer Gültigkeit. Daher kommt es zur Unterscheidung von statischen, dynamischen und semidynamischen Informationen.[55]

Statische Informationen besitzen genau einen Zustand und werden, nachdem sie einmal festgelegt wurden, nicht mehr verändert oder bearbeitet. In den meisten Fällen haben sie dokumentarischen Charakter.

Geschichtswissenschaftliche Aufzeichnungen, die geschichtliche Abläufe und Zusammenhänge beschreiben sind ein Beispiel für diese Art von Informationen. Genauso wie betriebswirtschaftliche Dokumente oder gerichtliche Urteile. Zu den betriebswirtschaftlichen Dokumenten gehören Verträge, Aufträge und Rechnungen, die, wenn sie einmal erstellt wurden, nachträglich nicht mehr verändert werden dürfen. Genauso ist es bei gerichtlichen Urteilen. Diese können zwar angefochten werden, das Urteil an sich verliert dadurch lediglich an Aktualität und Gültigkeit, aber deren Dokumentation bleibt in unveränderter Form bestehen.[56]

Dynamische Informationen werden erst im Laufe des Abrufvorgangs automatisch generiert. Dies können Daten aus bestehenden Anwendungen oder Systemen sein, basierend auf direkter Datenbankrecherche oder auf transaktionsbasierten Informationen.[57]

Dynamische Informationen verändern sich in Abhängigkeit von bestimmten Ereignissen oder Gesetzmäßigkeiten und besitzen daher einen hohen Grad an Aktualität. Sie stellen einen hohen Anspruch an die Verarbeitung und Verwaltung, da sie in bestimmten zeitlichen Abständen oder direkt nach bestimmten Ereignissen aktualisiert werden müssen. Das beste Beispiel für dynamische Informationen ist die Zeit selbst. Datum und Uhrzeit verändern sich permanent nach einer festgelegten Gesetzmäßigkeit. Ein weiteres Beispiel für dynamische Informationen sind Börsenkurse, da sie auf den Finanz- und Kapitalmärkten ständigen Schwankungen unterliegen. Bestandsdaten der Lagerverwaltung verändern sich ebenfalls permanent nach Ein- oder Verkäufen.[58]

Semidynamische Informationen oder auch quasistatische Informationen werden nur selten verändert. Sie sind eine Mischform aus statischen und dynamischen Informationen und besitzen überwiegend dokumentarischen Charakter. Ein Beispiel für semidynamische Informationen sind mögliche Ansprechpartner eines Unternehmens. Im Internet bieten viele Unternehmen den Benutzern die Möglichkeit mit bestimmten Mitarbeitern in Kontakt zu treten, indem sie E- Mail- Adressen oder Telefonnummern veröffentlichen. Diese eigentlich statischen Informationen müssen nur geändert werden, wenn sich etwas an den Stellenbesetzungen im Unternehmen ändert.[59]

2.3.2 Digitale Assets und deren Wertschöpfung

Der Inhalt einer Website besteht aus vielen verschiedenen Elementen. Unter Assets versteht man die Kombination der Inhalte mit den dazugehörigen publikationsrechten, unabhängig vom Medium. Erst wenn außer dem eigentlichen Content auch die Nutzungsrechte vorliegen, wird aus dem Inhalt ein wertbehaftetes Asset.[60]

Neben den üblichen Webinhalten gibt es noch multimediale, applikationsgebundene, transaktionelle und Community Assets.

Von multimedialen Assets spricht man, wenn Inhalte in verschiedenen Formaten für diverse Medien wiederverwendet werden können. Applikationsgebundene Assets benötigen zur Darstellung immer noch das programm mit dem sie erstellt worden sind. Oft werden im Internet Inhalte zum Herunterladen bereitgestellt, die der Webbrowser nicht ohne weiteres öffnen kann, da sie an bestimmte Applikationen gebunden sind. Ein Beispiel hierfür sind pDF- Dateien, für die man den Adobe Acrobat Reader benötigt um sie zu öffnen.[61]

Seit der Einführung des elektronischen Handels ist es notwendig geworden dem User Informationen über Transaktionen bereitzustellen solange dieser sich auf der Website bewegt. Hierbei handelt es sich um die transaktionellen Assets.

Community Assets sind die Inhalte, die von den Besuchern einer Internetseite aktiv gestaltet werden. In den sogenannten Communities können die User über Foren und Chats miteinander kommunizieren und dynamisch den Inhalt der Website mitgestalten.

Digitale Assets bilden die Grundlage der Inhalte einer Internetseite. Sie entstehen aus den Ideen der Autoren und stellen für sich alleine noch keinen faßbaren Wert dar. Ziel ist eine Wertschöpfung zu erzeugen oder zur Entstehung einer Wertschöpfung beizutragen.[62]

Die folgende Abbildung zeigt die Wertschöpfungskette digitaler Assets.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Wertschöpfungskette digitaler Assets[63]

Die Idee steht am Anfang und wird in digitale Assets umgesetzt. So entstehen Texte, Bilder, Grafiken etc.. Das Management der entstandenen Daten bestimmt die Effektivität der weiteren Nutzung der digital umgesetzten Ideen. Dieses Management umfasst sowohl die Kontrolle als auch die Freigabe der Assets. Am Ende steht deren publikation. Die Informationen, die auf diese Weise einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, erhöhen den wirtschaftlichen Wert der Assets bei entsprechender Nutzung. Als Wissen, entstanden durch Aggregation, finden sich diese Informationen wieder.

Das erhöht die Wertschöpfung der digitalen Assets weiter. Mit der Generierung von prozessen und Geschäften ist der höchste punkt der Wertschöpfung erreicht. Das entstandene Wissen wird in neue oder veränderte prozesse umgesetzt. Das ist meistens das Ziel von Intranets und Extranets, bei denen das aggregierte Wissen ein effektiveres Arbeiten ermöglichen soll. Im Internet ist das Ziel der Wertschöpfung häufig die Generierung von Umsatz, also die Abwicklung einer Transaktion.

Von der Idee bis zur Generierung von prozessen und Geschäften erhöht sich die Wertschöpfung der digitalen Assets. Ein Content Management System greift in der Wertschöpfungskette nach der Ideenfindung ein und endet meist bei der Bereitstellung von Informationen. Daran wird erkennbar, dass ein solches System ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Internetseite ist, jedoch alleine nicht die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Dafür benötigt man weitere Anwendungen aus den Bereichen Wissensmanagement und E- Commerce, die nur durch eine offene Schnittstellenanbindung mit dem Content Management System verbunden werden können.[64]

2.3.3 Assetmanagement und Media Assetmanagement

Zentraler Bestandteil eines Content Management Systems ist das Assetmanagement, das alle Bestandteile einer Website trennt und dabei auch die Darstellung vom eigentlichen Inhalt. Es beinhaltet alle Funktionen um den im Internet zu veröffentlichen Inhalt zu verwalten, zu strukturieren und darzustellen.[65]

Bei der publikation von Content in verschiedenen Medien ist eine effiziente Verwaltung und Bereitstellung medialer Informationen zwingend notwendig. Ansonsten werden unnötig Ressourcen verschwendet und die produktivität der Mitarbeiter sinkt. Die schnelle und einfache Verfügbarkeit digitaler Assets für verschiedene Einsatzbereiche, vom print über präsentationen bis hin zur Website, ist heutzutage eine Grundvoraussetzung. Dafür zuständig ist das Media Assetmanagement.[66]

[...]


[1] Vgl. D. Schramm, Wie verwaltet man Inhalte?, in: WiSt- Inforum, Heft 11, Nov 2001, S.615

[2] Ebenda, S.616

[3] Vgl. G. Rothfuss u.a., Content Management mit XML, Springer 2001, S.60

[4] H.R. Hansen u.a., Wirtschaftsinformatik 1, 8. Aufl., Stuttgart 2001, S.452

[5] Vgl. M. Höss, Ordnende Hand fürs Web-Angebot, in: Informationweek Ausgabe 6, 17.02.00, zitiert nach Onlineartikel in: www.informationsweek.de, 02.11.01

[6] Vgl. C. Zietz, Da tut sich was innerhalb eines Content Management Systems..., zitiert nach Onlineartikel in: www.contentmanager.de, 20.11.01

[7] Vgl. O. Zschau , Wer benötigt Content Management?, zitiert nach Onlineartikel in: www.contentmanager.de, 20.11.01

[8] Vgl. D. Schramm, Wie verwaltet man Inhalte?, in: WiSt- Inforum, Heft 11, Nov 2001, S.617

[9] Vgl. E. Schoop u.a., Content Management für Single Source Multiple Media and Multiple Usage publishing, in: WiSu 7/01, S.991

[10] Es soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass Web Content Management heutzutage den wesentlichen Teil des Content Managements ausmacht. Die beiden Begriffe werden in der Literatur häufig synonym verwendet.

[11] Vgl. E. Schuster u.a., Content Management, in: Informatik Spektrum, 23.12.00, S.373

[12] Vgl. H.R. Hansen u.a., Wirtschaftsinformatik 1, 8. Aufl., Stuttgart 2001, S.453

[13] Vgl. E. Schoop u.a., Content Management für Single Source Multiple Media and Multiple Usage publishing, in: WiSu 7/01, S.995

[14] Stylesheet und Template werden als synonyme Begriffe verwendet und bedeuten übersetzt Formatvorlage

[15] Vgl. E. Schoop u.a., Content Management für Single Source Multiple Media and Multiple Usage publishing, in: WiSu 7/01, S.995

[16] Vgl. E. Schuster u.a., Content Management, in Informatik Spektrum, 23.12.00, S.373

[17] Vgl. E. Schoop u.a., Content Management für Single Source Multiple Media and Multiple Usage publishing, in: WiSu 7/01, S.995

[18] Vgl. G. Rothfuss u.a., Content Management mit XML, Springer 2001, S.21

[19] Vgl. E. Schoop u.a., Content Management für Single Source Multiple Media and Multiple Usage publishing, in: WiSu 7/01, S.995 f.

[20] Vgl. G. Rothfuss u.a., Content Management mit XML, Springer 2001, S.73 ff.

[21] Ebenda, S.75

[22] Ebenda, S.75 f.

[23] Ebenda, S.76 f.

[24] Vgl. G. Rothfuss u.a., Content Management mit XML, Springer 2001, S.79

[25] XML = Extensible Markup Language, eine Beschreibungssprache die für den Datenaustausch im Internet als zukünftiger Standard gilt

[26] Vgl. D. Schramm, Wie verwaltet man Inhalte?, in: WiSt- Inforum, Heft 11, Nov 2001, S.617

[27] Ebenda, S.617 ff.

[28] Vgl. D. Schramm, Wie verwaltet man Inhalte?, in: WiSt- Inforum, Heft 11, Nov 2001, S.618

[29] Ebenda S.618 f.

[30] Vgl. U. Kampffmeyer, Herrscher über Informationen, in: Computerwoche Extra, Nr.7, 14.09.01, S.6 f.

[31] Vgl. H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S.173 f.

[32] Vgl. Newsletter, Einführung – Virtueller Aufbruch, in: www.autoresponder.de, 20.09.01

[33] Vgl. H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S.173 f.

[34] O. Gut, in Dokumentenmanagement, 2.Aufl., Heidelberg 2001, S.6

[35] Vgl. K. Götzer u.a., in Dokumentenmanagement, 2.Aufl., Heidelberg 2001, S.6 ff.

[36] Vgl. H.R. Hansen u.a., Wirtschaftsinformatik 1, 8. Aufl., Stuttgart 2001, S.452

[37] Vgl. E. Schoop u.a., Content Management für Single Source Multiple Media and Multiple Usage publishing, in: WiSu 7/01, S.991 ff

[38] Vgl. U. Frank u.a., Software für das Wissensmanagement, in: WiSu 5/01, S.718 f.

[39] Vgl. H.R. Hansen u.a., Wirtschaftsinformatik 1, 8. Aufl., Stuttgart 2001, S.448 ff.

[40] Vgl. H.R. Hansen u.a., Wirtschaftsinformatik 1, 8. Aufl., Stuttgart 2001, S.448 ff.

[41] Vgl. W. Kmuche, Strategischer Erfolgsfaktor Wissen, Köln 2000, S.81 ff.

[42] Vgl. H.R. Hansen u.a., Wirtschaftsinformatik 1, 8. Aufl., Stuttgart 2001, S.444 ff.

[43] Vgl. C. Zydorek, Warum sollte Knowledgemanagement in das E-Business integriert werden?, Manuskript der Vorlesung: Management von virtuellen Unternehmen, S.8, Universität Karlsruhe

[44] Vgl. E. Schoop u.a., Content Management für Single Source Multiple Media and Multiple Usage publishing, in WiSu 7/01, S.997

[45] Vgl. H. Bullinger, Content Management beginnt im Kopf, zitiert nach Onlinartikel in: www.cowo.de, 20.09.01

[46] Vgl. H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S.174 f.

[47] Vgl. O. Zschau, Form und Inhalt unterscheiden, in: Computerwoche Extra, Nr. 7, 14.09.01, S.8 f.

[48] Vgl. E. Leitner, Cognos BI Guide, 2.Aufl., Frankfurt 2000, S. 34 f.

[49] Vgl. H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S.65

[50] Vgl. O. Zschau, Form und Inhalt unterscheiden, in: Computerwoche Extra, Nr. 7, 14.09.01, S.8

[51] Vgl. M. Höss, Der neue Zugang, in: Informationweek, Ausgabe 15 vom 15.06.01, zitiert nach Onlineartikel in: www.informationweek.de, 02.11.01

[52] Vgl. J. Rentergent, Wie aus Daten Content wird, in: Computerwoche Extra, Nr. 7, 14.09.01, S.27

[53] Vgl. E. Schoop u.a., Content Management für Single Source Multiple Media and Multiple Usage publishing, in: WiSu 7/01, S.993 f.

[54] Vgl. Newsletter, Einführung – Virtueller Aufbruch, in: www.autoresponder.de, 20.09.01

[55] Vgl. H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S. 29

[56] Ebenda, S. 29 f.

[57] Vgl. Fürst Verlag, Content Management Systeme, zitiert nach Onlineartikel in: www.fuerst-verlag.com, 09.11.01

[58] Vgl. H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S. 31 ff

[59] Ebenda, S. 34

[60] Vgl. S. Baumann, Begriffsdefinitionen im Content Management, zitiert nach Onlineartikel in: www.contentmanger.de, 20.11.01

[61] Vgl. H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S. 85 ff.

[62] Ebenda

[63] Abb. Entnommen aus: H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S.96

[64] Vgl. H. Büchner u.a., Web Content Management, Bonn 2001, S.94 ff.

[65] Ebenda, S. 106 f.

[66] Vgl. C. Zahneissen, Warum Media Asset Management?, zitiert nach Onlineartikel in: www.contentmanager.de, 20.11.01

Details

Seiten
95
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783832452902
ISBN (Buch)
9783838652900
Dateigröße
652 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220856
Institution / Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf – unbekannt
Note
2,3
Schlagworte
content management systeme knowledge syndication enterprise

Autor

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Titel: Notwendigkeit, Anforderungen und Möglichkeiten des Content Managements im Unternehmen