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Die Bedeutung des Verkehrs für die Existenz der Schweiz als unabhängiger Staat

Eine geographische und historische Betrachtung des helvetischen Alpenraums

Wissenschaftliche Studie 2001 141 Seiten

Verkehrswissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Danksagungen

Exposé

Summary

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Intentionen
1.2 Gliederung der Arbeit

2 Die natürlichen Voraussetzungen
2.1 Die Entstehung des Gotthardgebiets im Verlauf der Alpenentstehung
2.2 Die Rolle der Zentralmassive im Zuge der Alpenentstehung
2.3 Entstehung des heutigen Landschaftsbildes
2.3.2 Die Talsysteme ...
2.4 Die heutigen geologischen Verhältnisse im Gotthardgebiet
2.4.1 Das Gotthardmassiv
2.4.2 Das Tavetscher Zwischenmassiv und die Urserenzone...

3 Die alte Eidgenossenschaft und der Transitverkehr
3.1 Vereinfachte, themenbezogene Darstellung der Verkehrstheorie
3.2 Grundlagen und früheste Entwicklungen des Alpentransitverkehrs
3.3 Entstehung der Schweiz aus den Saumschaften
3.3.1 Wirkungen des Verkehrs auf die Bevölkerung
3.3.2 Entwicklungen an der Nordrampe des Gotthards
3.3.3 Entwicklungen an der Südrampe des Gotthards
3.4 Großmachtpolitik, „Sprung über den Gotthard“ und Neutralität
3.4.1 Die Neutralität
3.5 Napoleonische Epoche und Folgen

4 Von der Industrialisierung bis zum Zweiten Weltkrieg
4.1 Der Staat
4.2 Die Armee
4.3 Die Gotthardbahn
4.4 Die Entwicklung des Kraftverkehrs

5 Die Landesbefestigungen (unter besonderer Berücksichtigung des Gotthards)
5.1 1885 - 1914
5.2 1936 - 1945
5.3 1980 - heute

6 Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg
6.1 Der Weg zum Krieg
6.2 August 1939 - Mai 1940 (Fall Nord)
6.3 Mai 1940 bis Juni 1941
6.3.1 Die Bedrohung der Schweiz im Sommer 1940
6.3.2 Die deutschen Planungen
6.3.3 Das Réduit
6.4 Juli 1941 bis Juni 1944
6.5 Juli 1944 bis August 1945
6.6 Resümee zu Kapitel 6

7 Die Bedeutung des Verkehrs in der Gegenwart
7.1 Strategische Probleme der Gegenwart
7.2 Verkehrsfragen in der gegenwärtigen Außenpolitik
7.2.1 Die Bilateralen Verträge

8 Fazit

9 Abbildungsverzeichnis

10 Literaturverzeichnis

11 Glossar

12 Index

13 Anlagen
13.1 Staatsaufbau der Schweiz:
13.2 Militärische Details
13.2.1 Deutsche Operationsplanung 1940
13.2.2 Operationsbefehle Nr. 10, 12, 13

Danksagungen

Der Autor bedankt sich bei Herrn Prof. Dr. Folkwin Geiger für Beratung und konstruktive Kritik sowie bei Herrn Manfred Kröber für die Unterstützung beim Layout.

Besonderer Dank gehört Herrn Brigadier Andrea Rauch, der mit mir abendfüllend diskutierte, mir seine Bibliothek zur Verfügung stellte und mich vor Ort im Gotthardgebiet begleitete.

Ohne sein profundes Wissen wäre diese Arbeit niemals entstanden.

Exposé

Die enge Verbindung zwischen den Teildisziplinen von Geographie und Geschichte lässt sich mustergültig am Beispiel der Schweiz aufzeigen.

Seit dem 13. Jahrhundert existiert im Alpenraum ein Kleinstaat, der ungeachtet der Ereignisse in den Nachbarländern seine Souveränität waren konnte und seit 1515 eine Politik der Neutralität betreibt. Diese für Europa ungewöhnliche Konstanz verdankt die Schweiz ihrer Lage als Gebirgsstaat.

Die Alpenentstehung reaktivierte variszische Teile der Erdkruste und band diese in den Alpenkörper als sog. Zentralmassive ein. Diese aus relativ „harten“ Materialien bestehenden Gesteinspakete wurden im Gegensatz zu den benachbarten geringer erodiert und bilden daher eine Kulmination im alpinen Zentralbereich.

Die Grenzflächen verschiedener Gesteine sind im inhomogenen Alpenkörper Schwächezonen, an welchen die Druckbelastungen plattentektonischer Vorgänge wirken. Fluviale und glaziale Erosion setzen in diesen Zonen an und präparierten Längs- und Quertäler heraus.

Mit dem Römischen Reich begann die erste systematische, großräumige Verkehrserschließung Europas.

Die im Mittelalter entstandenen Städte ließen das Handelsvolumen ansteigen: Die unterschiedliche Ausstattung der Naturräume erforderte die Ausrichtung ganzer Siedlungen und Regionen auf ein geeignetes Gewerbe und damit den Zwang zum Austausch. Besonders groß waren diese Verkehrsspannungen zwischen Mitteleuropa und dem norditalienischen Ballungsraum, welcher als Brücke in den Orient, den fernen Osten und nach Afrika diente.

Der Verkehrsstrom wird im Durchgangsraum Alpen auf die entlang den tektonischen Schwächezonen entstandenen Täler kanalisiert.

Sowohl das Höhenhindernis als auch die extremen klimatischen Verhältnisse im Alpenraum führten dazu, dass die im Flachland verwendeten Transportmethoden an ihre Grenzen stießen. Aus diesem Problem entwickelte sich in den verkehrstragenden Quertälern das Saumwesen: Ein Transportsystem, welches ...

- uneigennützigen Einsatz,
- Disziplin,
- langfristige, präzise Planung
- und Unterordnung des Einzelnen zum Wohle des Ganzen

... forderte; Eigenschaften, die bis heute „dem“ Schweizer zugesprochen werden.

Der Transitverkehr brachte Bareinnahmen und städtisches Gedankengut in den ländlichen Raum am nördlichen Gotthard - Passfuß. Die Umsetzung dieser Ideale führte zu einer teils friedlichen, teils gewaltsamen Lösung von den Grundherren und vom Deutschen Reich.

Der Weitsichtigkeit und Ausdauer der eidgenössischen Führungsschicht im 15. Jahrhundert war es zu verdanken, dass das Ziel, auch die Gotthard - Südrampe zu besitzen um das Verkehrsmonopol am bedeutendsten Alpenpass innezuhaben, konsequent trotz schwerer Rückschläge verfolgt wurde. Der Plan, den südlichen Vorlauf mit Mailand zu erobern, musste nach einer schweren Niederlage 1515 aufgegeben werden.

Ab diesem Zeitpunkt verfolgte die Eidgenossenschaft eine strikte Neutralitätspolitik, wobei das Militärwesen vernachlässigt wurde. Dieser Aspekt machte sich bei der Eroberung durch das napoleonische Frankreich bemerkbar, als den Invasoren kein nennenswerter Widerstand entgegengesetzt werden konnte.

Durch den Wiener Kongress wurde die Schweiz wiederhergestellt, sah sich allerdings den Begierden der umgebenden Staaten ausgesetzt. Dies führte zur Entwicklung der wehrhaften Neutralität; die Wehrhaftigkeit stützte sich auf eine Milizarmee.

Zunächst wurde durch die Befestigung von grenznahen Schlüsselstellen versucht die Gunst des Geländes auszunutzen, den Gegner dort zu blockieren und durch Vorstöße ins Feindesland zu agieren; ein Plan, dem angesichts der anzunehmenden zahlenmäßigen Überlegenheit der feindlichen Kräfte und der Tatsache, dass die industriellen und städtischen Kerne im schwer zu verteidigenden Mittelland liegen, wohl nur geringer Erfolg beschieden gewesen wäre.

Die Eröffnung der Gotthard – Eisenbahn war in mehrfacher Hinsicht ein bedeutendes Ereignis: Zum einen zerfielen die Strukturen des jahrhundertealten Transportwesens, zum anderen erhöhte sich die Gefahr für den Staat, da ein potentieller Aggressor nun schnell ins Zentrum der Eidgenossenschaft vorstoßen konnte und die eidgenössische Milizarmee nicht aus dem Stand einsatzbereit ist.

Dieser Gefährdung durch das neue Verkehrsmittel musste begegnet werden: Um der Milizarmee Zeit zum Aufbau zu verschaffen, wurden feste Wehranlagen (Forts, Artillerie- und Infanteriewerke) als stets einsatzbereites Gerippe geschaffen.

Da nicht Eroberung von Ressourcen oder Industrieanlagen sondern die Beherrschung des Durchgangsraum s und der Besitz der Verkehrsanlagen Ziel des Angreifers sein würden (nur durch diesen Aspekt unterscheidet sich der zentralschweizerische Alpenraum vom ansonsten „wertlosen“ Gebirge), finden sich die Anlagen größtenteils längs der Verkehrsachsen.

Im Zweiten Weltkrieg konzentrierte die eidgenössische Führung sich auf Besitzerhaltung und notfalls Zerstörung der für die Achsenmächte immens wichtigen Verkehrswege. Aus angeführtem aber auch aus anderen Gründen überstand die Schweiz die Weltkriege des unversehrt.

Die Gegenwart droht jedoch die aus der Vergangenheit gezogenen Lehren und Grundsätze ad absurdum zu führen: In der Mitte zwischen den wohlhabensten und am weitesten entwickelten Regionen der EU gelegen, ist die Bedeutung der Verkehrsachsen unverändert hoch. Allerdings fehlen, umgeben von einem Staatenverbund, die Feindbilder, gegen welche die klassischen Phrasen und Strategien angewandt werden können.

Damit verbunden ist ein aufkommender Gesinnungswandel in der Bevölkerung, da viele den eigenen Weg des Landes als Gefahr sehen, einen Beitritt zur EU zu günstigen Konditionen zu verpassen.

Warnende Stimmen weisen jedoch darauf hin, dass die heutige Periode des Friedens nicht einmal einen Bruchteil früherer Friedensperioden ausmacht und die Vernachlässigung der Verteidigung bereits einmal (à 1798) zum Verlust der Souveränität führte.

Summary

Referring to the example of Switzerland the close relations between geography and history are demonstrated. Since the 13th century there has been a small country in the Alp region that – in spite of the events beyond its borders - was able to preserve its sovereignty and that has been pursuing a policy of neutrality since 1515. This in terms of European history remarkable continuity is due to the location of Switzerland as a mountainous country.

The origin of the Alps reactivated old parts of the lithosphere and enclosed them in the body of the Alps forming the so-called central massive. Consisting of relatively “hard” material these masses of rock were – in contrast to those in the neighborhood – less eroded and for this reason they formed a culmination in the central Alps.

The boundary surface of different rocks are weak zones in the heterogeneous Alp body, which are vulnerable to the pressure load of tectonic incidents. Fluvial and glacial erosion start working in these areas and form longitudinal and transversal valleys.

The first systematical and widespread development of transportation in Europe began with the Roman Empire.

The towns existing in the Middle Ages stimulated the trade: urban communities create division of labor and specialization. The particular nature of certain areas make settlements and regions as a whole focus on just one economic branch and force people to exchange goods.

This kind of commercial intercourse was especially intense between central Europe and the conurbation of Northern Italy which functioned as a bridge towards the Orient, the Far East, and Africa.

On its way through the Alps the traffic is concentrated in the valleys that were formed along the tectonic weak zones. The barriers of the great heights as well as the extreme climatic conditions in the Alp region set a limit to the means of transportation used in the plains.

As a result the Saumwesen developed in the transversal valleys: A transportation system that required unselfish commitment, discipline, long-term accurate planning, and subordination of the individual to the general good of the group these are qualities that still dominate the Swiss Confederation.

The transit traffic brought financial income and urban ideas to rural areas. In the territories below the northern Gotthard pass the adaptation to these ideals lead to a partly peaceful and partly violent separation from their feudal lords and from Germany.

Thanks to the foresight and perseverance of the upper-class leaders in the 15th century the aim to occupy the southern slope of the Gotthard, too, was faithfully pursued despite severe setbacks in order to possess the monopoly at the most important pass of the Alps. The plan to conquer the southern foothills and Mailand had to be abandoned after a heavy defeat in 1515.

From that moment on the Swiss Confederation strictly pursued a policy of neutrality neglecting the military. The effect of this became obvious when no remarkable resistance could be offered during the French invasion under Napoleon’s rule.

Switzerland was restored by the Congress of Vienna. However, it was confronted with the greediness of the surrounding countries. This lead to the slogan of the armed neutrality which was based on militiamen.

First of all the Swiss tried to take advantage of the countryside by fortifying the key regions close to the borders in order to stop the enemy right there and to take action by invading hostile territory; a plan that would have had only little success because of the numerical superiority of the enemy forces and the fact that it would have been very difficult to defend the industrial and urban centers located in the Midlands.

The opening of the Gotthard-railway was an important event in many respects: Firstly the structures of the ancient transportation system dissolved; secondly the danger to the country increased as any potential aggressor could rapidly advance to the center of the Confederation and the confederate militiamen are not at once ready for action.

The Swiss had to remove the dangerous effect of the new vehicle: In order to give the militia time for preparation, fortifications (forts, facilities for artillery and infantry) were build as a basis being constantly ready for action.

In light of the fact that it would not be the aim of the aggressor to conquer the resources or the industrial plants and that he instead would seek the control of the transit zones and the occupation of transport and communications (the space of central Switzerland differs from the “worthless” mountain range just in this respect) the defenses were located along the arterial roads.

During the Second World War the confederate leadership focused on keeping its possessions and - if need be - destroying the routes that were important for Germany and its allies. For reasons already mentioned but also because of other circumstances Switzerland passed through the World Wars of the 20th century without being damaged.

The present, however, seems to be absurd with regard to the lessons and principles of the past: Being located right in the center of the wealthiest and blossomed regions of the European Union, the importance of the arterial roads is still utmost. However, surrounded by one alliance Switzerland is lacking a clear concept of the enemy that corresponds with the hackneyed phrases and strategies.

Furthermore there is a national change of opinion in the sense that many people believe that by its separate way the country runs the risk of not joining the EU to favorable conditions or even more of losing the access to the EU in general.

However, some people point out that the time of peace today is only a fraction of earlier peacetime and that the neglect of the defense once caused the loss of independence.

1 Einleitung

Zum besseren Verständnis dieser Arbeit möchte ich auf das im Anhang befindliche Glossar (S. 131) verweisen. Zwischen Deutschland und der Schweiz bestehen teilweise Unterschiede in der Schreibweise, ich habe jeweils die am Ort „des Objekts“ gebräuchliche verwendet.

Das Arbeitsthema tangiert geographische Randbereiche wie z. B. die Militärgeographie. Die teilweise ausführlichen, detaillierten Beschreibungen militärischer Anlagen und Strategien dienen zur Verdeutlichung der Kernaussagen, eine Glorifizierung des Militärwesens der Schweiz oder im Allgemeinen ist nicht beabsichtigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Grenzbefestigung: Artilleriewerk Rheuenthal (b. Leibstadt/Koblenz) [Richter 2001]

Impuls für diese Arbeit waren Kontakte mit Schweizern, die überwiegend – egal welcher sozialen Schicht oder welcher Volksgruppe sie angehörten – einen großen Nationalstolz an den Tag legten. Als interessierter Gast erfährt man rasch, dass der eigene Weg, die Unabhängigkeit des Landes von den großen Mächten hierfür die Ursache ist.

Bis vor wenigen Jahren war – ersichtlich aus älteren Abhandlungen oder Schulbüchern – des „Volkes Meinung“, dass dieser Weg dem Wehrwillen der Bevölkerung und dem hochstehenden Militärwesen zu verdanken sei. Gerne wird hierbei die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg erwähnt: Die Schrecken des Krieges gingen an der Eidgenossenschaft vorbei, Aktivdienst und Réduit sind die verherrlichten Überbegriffe.

Dieses Bild erhielt in den letzten Jahren tiefe Kratzer: Befassten sich in den 70er und 80er Jahren Wissenschaftler und Journalisten mit der Problematik der Zurückweisung von zumeist jüdischen Flüchtlingen an den Grenzen während des Dritten Reiches, so lenkten die massiven Vorwürfe von außen, insbesondere aus den USA, bezüglich der zwielichtigen Rolle der Großbanken in ihrem Umgang mit den Vermögen umgekommener Juden den Blick auf die noch weitgehend unaufgearbeitete Geschichte der Kriegszeit.

Eine junge Generation schweizerischer Wissenschaftler befasst sich seitdem mit den „Legenden der Väter“ und – und kommt oft zu geradezu ketzerischen Ergebnissen: Nicht der Mut der Eidgenossen sondern die Kollaboration mit den Achsenmächten, das Bankenwesen als Geld- und Goldumschlagsplatz des Dritten Reiches, die vorenthaltenen Informationen des deutschen Abwehrchefs Canaris oder die Launenhaftigkeit Hitlers seien für das Verschontwerden verantwortlich.

Der Nichtschweizer ist überrascht und verständnislos ob der Heftigkeit der Diskussion: Dass die Auseinandersetzung vielfach unsachlich, oft jenseits des guten Geschmacks geführt wird, liegt an der Bedeutung der alten Mythen für das Selbstverständnis der Schweizer. Das Infragestellen des Wertes des Aktivdienstes während des Zweiten Weltkriegs rüttelt an den Grundfesten der Eidgenossenschaft.

Insbesondere die Volksinitiative „Für eine Schweiz ohne Armee und für eine umfassende Friedenspolitik“ (1989), die mit 36 % ein beachtliches Ergebnis erreichte, löste in den an der Aufrechterhaltung des Status Quo interessierten Kreisen (Bau- und Waffenindustrie, Bankenwesen, Hotellerie, ...) Bestürzung aus; als Konsequenz wird seitdem durch die Gründung nahestehender Vereine und Interessenverbände eine Einflussnahme auf die öffentliche Meinung versucht: Nicht mehr wissenschaftlich – historische Forschung sondern die Wahrung der Besitzstände, die neben materiellen (Karriere, Aufträge für die Industrie, ...) auch ideelle (Status) umfasst, steht im Vordergrund, denn die wirtschaftliche und geistige Führungsschicht des Landes definiert sich auch heute noch weitgehend über das Selektionsinstrument Armee (Siehe S. 56 ff).

1.1 Intentionen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Voraussetzungen, die für die Entstehung und den Fortbestand der Schweiz als unabhängiger, neutraler Staat in einem Europa „der großen Mächte“ notwendig waren und sind.

Sie versucht die Bedeutung der geographischen Faktoren, insbesondere der naturräumlichen, verkehrs- und militärgeographischen, zu ergründen und die (Wechsel)-beziehungen zu historischen und politischen Prozessen zu verdeutlichen (à Geopolitik, S. 131 ff).

Geographische Faktoren und historische Entwicklungen sind untrennbar miteinander verbunden: Die natürlichen Umstände bilden die Voraussetzungen für die Entstehung eines einheitlichen Kulturraums, der trotz verschiedener Sprachen zu einem homogenen Staatsgebilde wurde.

1.2 Gliederung der Arbeit

Nachfolgende Aufstellung verdeutlicht die Struktur dieser Arbeit. Zunächst werden die für das Verständnis unverzichtbaren natürlichen Grundlagen dargestellt, dann darauf basierende historische, verkehrs - und militärgeographische Prozesse untersucht.

1. Grundlagen

- Die natürlichen Voraussetzungen: Alpidische Orogenese, Geomorphologie, Geologie, Klima

2. Ergänzende Informationen

- Verkehrsgeschichte, Politisches System, Aufbau und (soziale) Bedeutung der Armee

3. Vertiefung

- Geschichte der Schweiz in Verbindung mit der Entwicklung des Verkehrs, ausführliche Darstellung an wichtigen Beispielen
- Gründung der Eidgenossenschaft
- Entwicklung zu einem überlebensfähigen Staatsgebilde
- Souveränitätsbehauptung während der Kriege in Neuzeit und Gegenwart

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Übersicht über den Aufbau der Arbeit

2 Die natürlichen Voraussetzungen

Die verkehrsgeographisch herausragende Stellung des Gotthard-Passes beruht auf der Möglichkeit, den Alpenhauptkamm in zwei Talsystemen, mit nur einem Auf- und Abstieg zu überwinden. Wie später noch ausgeführt wird, ist dieser Aspekt Ursache für die Entstehung der alten Eidgenossenschaft, aus welcher sich die heutige Schweiz mit ihren gesellschaftlichen und politischen Charakteristika entwickelte. Auf den folgenden Seiten wird die Entwicklung im Laufe der Erdgeschichte nachgezeichnet.

2.1 Die Entstehung des Gotthardgebiets im Verlauf der Alpenentstehung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Mögl. Definition des Gotthardgebiets (Rennhard / Richter 1995)

In der Umgangssprache wird zumeist nur vom „Gotthard“ oder vom „Gotthardgebiet“ gesprochen, das Aarmassiv wird diesem, obgleich flächenmäßig größer (580 km² : 2000 km²), zugeschlagen (Labhart 1977, S. 2). Der Grund für die Ignorierung des Größeren dürfte in der Bekanntheit des Namens des Kleineren aufgrund des gleichbezeichneten Passes liegen.

2.2 Die Rolle der Zentralmassive im Zuge der Alpenentstehung

Die in der Einleitung des Kapitels erwähnte „überragende Stellung“ verdankt das Gotthardgebiet „... dem Hochstau von Tessiner Kulmination und zentralem Gotthardmassiv sowie der sich bildenden Querfurche.“ (Hantke 1991, S. 62)

Aar- und Gotthardregion gehören tektonisch zu den Zentralmassiven: „Unter einem ‚Massiv’ oder ‚Zentralmassiv’ versteht man in der Alpengeologie einen Komplex prätriasischen, kristallinen Grundgebirges, der unter tektonischer und metamorpher Überprägung in das alpidische Orogen eingegliedert...“ (Labhart 1977, S. 1), „...aber nicht in den Deckenbau einbezogen worden ist“ (Labhart 1993, S. 69f).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 stark vereinfachtes Profil Mittelland – Gotthardmassiv (König 1967, S. 14)

„Unter einem Massiv wollen wir einen autochthonen Gebirgskörper verstehen, der demnach im Gegensatz steht zu den allochthonen, verfrachteten ‚Decken’, welche vom ursprünglichen Untergrund abgeschoben wurden und auf fremder Unterlage ruhen.“ (Heierli 1963, S. 11) „Bei den klassischen Massiven handelt es sich um ausgesprochen polyorogene und polymetamorphe Bereiche der Erdkruste, sind doch etwa im Gotthardmassiv präkambrische, kaledonische, hercynische und alpidische Ereignisse nachgewiesen. Wenn die Massive im Kartenbild auch als isolierte Einheiten erscheinen, so darf nie vergessen werden, dass sie nichts anderes sind als [...] getrennte Teilbereiche ein- und desselben alten hercynischen Sockels.“ (Labhart 1977, S. 2 f, s. Abb. 4)

„Neue Erkenntnisse über den Unterbau der Alpen zeigen, dass die Autochthonie der Massive keine absolute ist. Es handelt sich bei diesen Massiven um Stücke des alten europäischen Grundgebirges, wie es im Schwarzwald [...] vorkommt.“ (Labhart 1993, S. 69 f)

Grundsätzlich unterscheiden sich die Massive in ihrem Aufbau nur wenig: „Sie bestehen aus einem sehr alten, aus den verschiedensten metamorphen Gesteinen zusammengesetzten ‚Altkristallin’ und jüngeren magmatischen Gesteinen, meist Graniten, mit oder ohne begleitende vulkanische Bildungen.“ (Labhart 1993, S. 70)

„Aar-, Gotthard- und Tavetscher Zwischenmassiv bilden [...] das alte präalpine Skelett der schweizerischen Hochalpen, welches durch sein Vorhandensein den Bau der Alpen in seinen Grundzügen sehr wesentlich mitbestimmt hat“ (Heierli 1963, S. 11).

„Die Massive wurden bei der alpinen Gebirgsbildung reaktiviert: Durch Stauchung und immer noch andauernde Hebung und Abtragung haben diese alten Krustenstücke das Relief eines jungen Hochgebirges bekommen.“ (Labhart 1993, S. 69f)

Die Entstehung des gotthardmassivischen Altkristallins konnte weitgehend ermittelt werden: „Radiometrische Altersbestimmungen[1], verbunden mit petrographischen Detailuntersuchungen, haben es [...] ermöglicht, wichtige Fixpunkte in der polyorogenen Geschichte des Gotthardmassives festzulegen.“ (Labhart 1977, S. 54) Als höchste Alterswerte nennt Labhart (1977, S. 54) Einzelmineralien (Zirkone in Gneisen) mit bis zu zwei Milliarden Jahren: „Wann diese präkambrisch gebildeten Zirkone sedimentiert worden sind, lässt sich nicht sagen, jedenfalls vor dem nächstjüngeren datierten Ereignis, einer [kaledonischen] Metamorphose [...]. Damit dürfte für einen Teil der Paragneise ein präkambrisches oder frühpaläozonisches Sedimentationsalter bewiesen sein.“

Auch Heierli (1963, S. 22) meint, dass „Gneise, Schiefer und Phyllite der ‚Hüllen um’ das Altkristallin mit alten, meist basischen Intrusionen“ dem Präkambrium zuzurechnen sein dürften.

2.2.1.1 Im Paläozoikum

... fand die Bildung der häufig auftretenden Streifengneise, die kaledonische, anatektische Granite (Alter ca. 420 Millionen Jahre) sein dürften, statt. (Huber 1943, S. 72ff)

„Die Intrusion der hercynischen Eruptiva ist wiederum ein Fixpunkt von großer Bedeutung.“ (Labhart 1977, S. 55) Nach Heierli (1963, S. 25) war die damalige Intrusivtätigkeit wesentlich stärker als während der alpinen Orogenese.

„In [...] das Altkristallin sind während der variszischen Gebirgsbildung in der Karbonzeit zahlreiche Granite und weitere Tiefengesteine [...] eingedrungen. Viele von ihnen sind heute in den Zentralmassiven freigelegt, etwa der Zentrale Aaregranit im Aarmassiv“ (Labhart 1993, S. 149).

Rückschlüsse auf das heiß-feuchte Klima und eine üppige Vegetation im Karbon finden sich u.a. im Karbonschiefer oder im „Vallorcine“ - Karbonkonglomerat. Diese ältesten Sedimente sind nur lokal (vorpermisch ins Massiv eingefaltet) in Mulden oder Zügen erhalten geblieben (Labhart 1977, S. 34 / Heierli 1963, S. 22).

Im Perm unterlagen die Massive offenbar einer bedeutenden Festlandsverwitterung; als Folge wurden die Hochzonen erniedrigt und in den Mulden, wo die Sedimente auf dem ungestört aufliegen konnten, ein rotgefärbter[2] Horizont gebildet. „Neuerdings häufen sich Hinweise auf eine permische Metamorphose im Gotthardmassiv.“ (Labhart 1977, S. 55)

2.2.1.2 Im Mesozoikum...

... waren die Massive meerbedeckt und Teil der Tethys, also Sedimentationsgebiet. Die Erosion während und nach der Alpenhebung beseitigte die Ablagerungen jedoch fast völlig: Im Aarmassiv ist heute „... der postpermische Sedimentmantel meist nur noch an den Massivrändern erhalten, im Westen und Süden oft mit dem Kristallin verfaltet.“ (Labhart 1977, S. 37f)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 Rekonstruktion „Tethys am Ende d. Jurazeit“ (Pfiffner 1992)

„Am Gotthardmassiv angelagert finden sich Trias und Lias, die als Reste der autochthonen Bedeckung des Massives angesehen und deshalb als „gotthardmassivisches Mesozoikum“ bezeichnet werden.“ (Labhart 1977, S. 61f)

2.2.1.3 Im Tertiär ...

... fand die Hauptphase der alpidischen Gebirgsbildung, ausgelöst durch plattentektonische Vorgänge, statt: Die beginnende Öffnung des südlichen Teils des atlantischen Beckens bewirkte eine Drehung der afrikanischen Platte im Gegenuhrzeigersinn und damit eine Verengung des Tethysbeckens.

Nach der Subduktion des Piemonttroges kollidierten kontinentale Krustenstücke Afrikas und Europas; dabei zersplitterte die europäische Oberkruste des penninischen Raumes in Späne, die nach Norden verschoben und als Decken übereinander gestapelt wurden. Gleichzeitig wurde der nördliche Teil der afrikanischen Kruste über den penninischen Deckenstapel geschoben. Im weiteren Verlauf des Tertiärs führte ein weiterer Zusammenschub zu Verformung des bisher parallel geschichteten Deckenstapels. Insgesamt wurden Flächen von 600 – 700 km Länge auf den heutigen Alpenquerschnitt von etwas über 100 km eingeengt. (Labhart 1993, S. 154f)

Aufgrund der benötigten Bildungsbedingungen der vielen im Aar- und Gotthardmassiv vorhandenen Mineralienklüfte[3] lässt sich eine Überdeckung der Zentralmassive mit Deckenstapeln in Höhe von mehr als 10 Kilometern errechnen (Labhart 1977, S. 84). Die das Gotthardgebiet betreffende Phase der alpidischen Metamorphose, die sogenannte „lepontinische“ Phase, fällt in das frühe Oligozän. Labhart (1977, S. 74) nennt einen Alterswert von 38 Millionen Jahren.

Die Heraushebung des Gebirgskörpers über den Meeresspiegel, vermutlich verursacht durch die fortschreitende Einengung und / oder isostatische Ausgleichsbewegungen, erreichte im Oligozän die Zentralmassive, führte zum Einsetzen der Erosion und letztendlich zur fast vollständigen Abtragung der Sedimente des Mesozoikums (Labhart 1993, S. 65, 155ff).

Hantke (1991, S. 42) sagt, indem er auf die Rechnung von Hay verweist, dass die Zeit für eine rein erosive Erniedrigung der Deckenstapel nicht ausreichte, dass das Abgleiten von Decken auf salinaren, bergfeuchten tonigen Horizonten, die als Wasserstauhorizonte wirkten, die Hauptursache für den Abtrag ganzer Hochgebirgsbereiche um Tausende von Metern in wenigen Millionen Jahren war.

„Es ist festzustellen, dass sich die alten Massive während der alpinen Faltung absolut passiv verhalten haben. Sie wurden leicht zusammengeschoben, als geschlossener Komplex wenig nach Norden disloziert und steilgestellt. Insbesondere das Gotthardmassiv hatte beträchtlichen Druck aufzunehmen.“ Parallel dazu ging eine intensive Dislokationsmetamorphose einher, welche im zentralen und südlichen Massivabschnitt bedeutende strukturelle und mineralogische Veränderungen bewirkte, während das Aarmassiv im Druckschatten lag und weniger metamorphisiert wurde (Heierli 1963, S. 28). Die ursprünglich mehr oder weniger horizontal gelagerte Sedimentbedeckung der Massive liegt heute gekippt, steilgestellt, in Form von Schuppen oder überfahrenen Sedimentkeilen an den Rändern vor (Labhart 1977, S. 75).

Als Nachweis der Bewegungen gilt die Reibungsbrekzie im Kontaktbereich zwischen kristallinem und sedimentärem Gestein (Niggli, Staub 1914, S. 50).

Die tektonischen Vorgänge wie Aufrichtung, Verschuppung und Faltung sowie die Druckrichtung konnten mittels verzerrter Fossilien nachvollzogen werden. Vier verschiedene, nacheinander ablaufende Formungen sind im sedimentären Rahmen des Gotthardmassivs nachweisbar (Wunderlich 1958, S. 153).

Aar- und Gotthardmassiv werden seit etwa 20 Millionen Jahren recht gleichmäßig mit rund 500 m je Millionen Jahre (0,5 mm/Jahr) herausgehoben. Die heutige Abtragungsrate von 0,58 mm/Jahr entspricht etwa den Hebungswerten (Labhart 1977, S. 78f). Neuere Untersuchungen konnten kein Ende der Hebungen ermitteln (Labhart 1993, S. 67), so dass im Gotthardgebiet, obschon überwiegend altes Grundgebirge, noch frisches, junges Hochgebirgsrelief dominiert. Rezente Krustenbewegungen lassen sich an verstellten, spätglazialen Moränen nachweisen, Verstellungsbeträge von bis zu 10 m wurden gemessen. Die Ursache der Krustenbewegungen dürfte in den durch das Abschmelzen des bis zu 1000 m mächtigen pleistozänen Eisschildes ausgelösten glazialisostatischen Ausgleichsbewegungen liegen (Renner 1982, S. 112 ff).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 vereinfachte geolog. Karte Europas (König 1967, S. 5)

2.3 Entstehung des heutigen Landschaftsbildes

2.3.1.1 Im Tertiär...

... liegt der Ursprung des heutigen Reliefs des Gotthardgebiets.

Beispielsweise bestand eine frühe Anlage des Haslitals bereits im Miozän, im Pliozän wurde das Tal bereits vom Aaregletscher benutzt (Hantke 1991, S. 122). Die Kenntnisse über den früheren Verlauf und die Ausdehnung von Gletschern und Flüssen stammen zumeist von Erratika oder Flussgeröllen.

2.3.1.2 Im Quartär...

... begannen exogene Kräfte das heutige Landschaftsbild im Gotthardgebiet zu formen. Die morphologische Oberflächengestalt dieser Gebirgslandschaft ist Ausdruck des Gesteinscharakters und der tektonischen Struktur. Die beiden Zentralmassive bilden aufgrund ihrer verwitterungsunanfälligeren Gesteine[4] Kulminationspunkte, im Gesamten heben sich die Zentralmassive recht scharf durch randliche Talsysteme von der stärker erniedrigten, weicheren Umgebung ab. Die Entfernung zur Erosionsbasis ist gering (maximal rund 60 km) (Heierli 1963, S. 29f).

2.3.2 Die Talsysteme ...

... entwickelten sich, indem die Flüsse und Gletscher den weichen, wenig resistenten Gesteinszonen oder tektonisch vorgebildeten Schwächezonen (Synklinalen, Grabenbrüche...) folgten. Grundsätzlich können im Gotthardgebiet zwei Talarten unterschieden werden:

Längstäler verlaufen parallel zu den Großstrukturen der Faltengebirge wie Deckengrenzen oder Längsbrüchen. „Die Längstalbildung ist vorab auf den Hochstau[5] der Zentralmassive, die die Entwässerungssysteme am Ende des Miozäns in W-E-Richtung veränderten, zurückzuführen. Es [...] räumten Frost, vorstoßendes Eis und Schmelzwässer längs geschwächter Gesteinszonen aus.“ (Hantke 1991, S. 72)

Urseren- und Rhônetal wurden beispielsweise entlang einer tektonischen Schwächezone herauspräpariert: Die weichen Sedimente zwischen Aar- und Gotthardgebiet gaben Gotthardreuss und Rotten/Rhône die Möglichkeit, sich stark einzutiefen.

Quertäler wie das Haslital unterhalb des Grimselpasses oder das Reusstal verlaufen von der Wasserscheide zum Gebirgsrand parallel zu Kluftsystemen. Die Quertäler im Süden des Gotthardmassives entstanden als Folgevon Scherstörungen aufgrund des „Staus“ der penninischen Decken am Zentralmassiv, so z.B. das Valle Leventina mit Seitenästen im Val Bedretto. (Hankte 1991, S. 280) Dieses Phänomen wird auch als „Biegescherfaltung“ bezeichnet (Wunderlich 1958, S. 118). Diese Quertäler sind heute die alpinen Verkehrsleitlinien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7Übersicht bedeut. Quer- u. Längstäler (Richter 2001)

2.3.2.1 Im Pleistozän ...

... füllten entsprechend den heute im Gotthardgebiet entspringenden Flüssen namensgleiche Gletscher die Talsysteme:

Der Rhônegletscher, der bis zum Jura vorstieß, der Reussgletscher, der Aaregletscher, der bei Bern in den Rhônegletscher und über den Brünigpass zum Reussgletscher floss, der Ticino- oder Tessingletscher und, je nach Definition, auch der Rheingletscher. Für das heutige Landschaftsbild ist die maximale Höhe des Eisstandes während der letzten Kaltzeiten von großer Bedeutung: Unterhalb der Eisgrenze entstanden abgerundete, weiche Formen. Über die Eisoberfläche ragten die höchsten Gipfelregionen als Nunataker heraus, an diesen wurden durch mechanische Erosion kantige Formen gebildet.

Während des Höhepunktes der Kaltzeiten hatte sich im Konfluenzbereich von Aare und Rhône ein bedeutendes Vereisungszentrum gebildet. Im NE der Grimsel stand es auf gut 2800 m, das Eis bei Airolo hatte eine Mächtigkeit von ca. 1800 m (Hantke 1991, S. 72, S. 120ff, S. 286).

Es „bilden Lukmanier, Gotthard [...] Transfluenz- und Firnsättel.“ (Hantke 1991, S. 43); die heutige mit Rundhöckern versehene Landschaft am Gotthardpass entstand damals. Die teilweise metergenauen Angaben der maximalen Eisstände sind durch Erratikazeilen und die Schliffgrenze belegt. Unterhalb der ehemaligen Eisgrenze sind heute glazigene Indikatoren wie Rundhöcker oder Gletscherschliffe beispielhaft sichtbar.

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Abb. 8 Glazial überformte Landschaft am Gotthardpass (Richter 1998)

2.3.2.2 Die Talformen

In den letzten Jahren ging man davon aus, dass die heutigen Talformen glazigen angelegt wurden. Die Theorie, dass fluviale Kerbtäler in den Eiszeiten zu U-förmigen Tälern umgeformt wurden, wurde als die wahrscheinlichste angenommen. Allerdings schränken Kuhle und Hantke diese Vorstellungen ein:

„Zwischen dieser qualitativen Zweiteilung: 1. flaches Talgefälle = Trogprofil, 2. steiles Talgefälle = glazigenes Kerbprofil sind alle Übergänge empirisch. [...] auch in den Alpen, wo sehr steile Talbodengefälle bestehen, wurden (eiszeitlich) bzw. werden noch heute primär glazigene Kerbtalprofile ausgebildet. [...] vielleicht hat sogar die überwiegende Anzahl glazigener Täler Kerbenform“ (Kuhle 1991, S. 1).

Diese Aussage stimmt mit den [durch den Verfasser daraufhin untersuchten] Talformen im oberen (= starkes Gefälle) und unteren (= flaches Gefälle) Reusstal und ebenso im oberen (= starkes Gefälle) und unteren (= geringes Gefälle) Haslital überein.

Hantke (1991, S. 44) geht noch einen Schritt weiter: „U-förmige Täler werden der schleifenden Wirkung des Gletschereises zugeschrieben. In den Schweizer Alpen sind Täler mit U-förmigen Querschnitten, Trogtäler, selten. [...] Meist verhüllt Schutt am Gehängefuß den Felsquerschnitt. Die U-Form alpiner Gletschertäler ist daher oft nur scheinbar; sie wird durch Schuttschleppen vorgetäuscht, die beim Abschmelzen des Eises ins ehemalige Gletscherbett niedergebrochen sind.“

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Abb. 9 Urserental, glazigen überformt (Schw. Reisekasse1966, S. 326)

Er führt als Beispiele an, dass „trotz wiederholter Vorstöße des Göschener- / Reussgletschers das Göscheneralptal als strukturell vorgezeichnetes Längstal in Bezug auf das Aarmassiv ebenso wenig wie das Reuss - Quertal, keinen U-förmigen Querschnitt zeigt. Zwar seien die Täler Skandinaviens vom Eis ausgeräumte Talformen, jedoch war in den Alpentälern aufgrund ihrer südlicheren Lage die Zeitdauer der Vereisung nicht ausreichend, um die „Endform“ U-Tal zu schaffen; in den Alpen wirkte der Frost in den Vorstoßphasen talweitend.

2.3.2.3 Tektonische Einzelformen

... entstehen aufgrund der Materialunterschiede im Gestein.

Hinter härteren Gesteinsriegeln und dort, wo sich mehrere Gletscher vereinigten und tektonische Schwächezonen bestehen, wurden die Täler oft übertieft oder ausgeräumt. Die unterschiedliche Erosionswirkung des Eises in den Alpen zeigt sich beispielsweise im Anschluss an das Urserental in der Schöllenenschlucht, in deren aarmassivischen Granit nur ein enger Durchlass ausgebrochen wurde (Hantke 1991, S. 111f).

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Abb. 10 Schöllenenschlucht mit Zahnradbahn, alter und neuer Straße (Postkarte)

Später bildeten sich in den übertieften Becken Seen, diese wurden und werden mit Sedimenten aufgefüllt: Der Brienzer See beispielsweise mit z.Z. ca. 50 m Ablagerungen, oder das Urserental mit 250 m Sedimenten über dem Anstehenden (Labhart 1993, S. 127f).

Die Nebentäler münden in Stufen ins Haupttal. Es entstanden Hängetäler aufgrund des „Eintreffens“ des Seitengletschers nach dem Hauptgletscher im Haupttal, welcher sich bereits unter das Niveau des Seitentals eingetieft hatte, aufgrund der geringeren Eismasse des Seitengletschers, welcher sich daher bis zum Zusammenfluss nicht in gleichem Maße wie der Hauptgletscher einzutiefen vermochte oder von diesem gestaut und abgedrängt wurde. Die erste Stufe im Reusstal an der Mündung des Göscheneralptals ist klein, da die Eismenge des Nebentals aufgrund des großen Einzugsgebiets (Dammastockgruppe) ebenfalls bedeutend war.

Die Stufen des Meientals (250 m), des Maderanertals (260 m) oder des Fellitals (400 m) sind dagegen sehr ausgeprägt (siehe TK 25, Nr. 1211, 1231.).

Die tiefeingeschnittenen Schluchten an den Talmündungen entstanden durch eiszeitliche Schmelzwässer. Kuhle (1991, S. 53f) beschreibt, dass die Klammen noch während der Eiszeit subglazial als Abflussrinnen von unter Druck stehenden Schmelzwässern entstanden. Zumeist bildeten sie sich in den geologischen Schwächezonen, denen das Tal seine Entstehung verdankt. Der Grundschliff des Gletschers erodierte diese Angriffslinien stärker als die angrenzenden härteren Gebiete. Die entstandenen Vertiefungen nahmen die Schmelzwässer auf, deren Erosionswaffen wirkten linear erodierend. Besteht ein Einschnitt, setzt sich die Tiefenerosion auch subaerisch fort.

Beispiele im Gotthardgebiet sind die Schöllenenschlucht oder die Mündung der Göschener Reuss. Bei einmündenden Seitentälern befinden sich durch den Zusammenfluss von Gletschern entstandene Konfluenzstufen (z.B. Reusstal: Wassen oder Gurtnellen (Gutersohn 1964, S. 212f).

Labhart (1993, S. 132) weist auf symmetrische Felsterrassen hin, die für mehrfaches Sich - Zurückziehen und Vorstoßen der Gletscher stehen (z.B. Gotthard- und Grimselnordrampe). Gutersohn (1964, S. 212) erklärt die Terrassen als pliozäne, präglaziale und interglaziale Talböden. In der Würmeiszeit waren die Eismassen in einzelne Gletscher untergliedert, deren Verlauf das heutige Tal- und Seennetz bereits deutlich erkennen ließ (Labhart 1993, S. 132).

2.3.2.4 Bergstürze...

... gehören in die letzte Phase der Eiszeiten und halten bis in die Gegenwart[6] an: Große, durch Verwitterung gelockerte Felsmassen, die nach dem Rückzug der Gletscher aufgrund des nun fehlenden Gegendrucks, den veränderten Wasserabflussverhältnissen und dem Auftauen des Dauerfrostbodens instabil wurden.

Die größten Bergstürze der Schweiz liegen in den autochthonen oder paraautochthonen, flach einfallenden helvetischen Sedimenten rings um das Aarmassiv z. B. die Bergstürze von Goldau, Flims, Sierre, Siders, Engelberg, Kandersteg; im kristallinen Gestein sind Bergstürze viel seltener (Labhart 1993, S. 134).

Hinweise auf Bergstürze sind nach Hantke (1991, S. 22) große Blöcke in Flussbetten. Etymologische Untersuchungen ergaben, dass Siedlungen wie Steinen (bei Goldau) nach Bergstürzen benannt wurden (Spitteler 1897, S. 32).

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Abb. 11: Auftretenshäufung von Bergstürzen in Abhängigkeit vom Gestein

[nach Eichler 1987, S. 125 / Richter 2001].

O = Gotthardgebiet

= Grenze Sedimente / Kristallin

2.3.2.5 Im Postglazial...

... „begannen die Flüsse, trogförmige Täler wieder in Kerbtäler umzuformen, Schuttkegel aufzuschütten, die Klammen an den hoch gelegenen Zugängen der Hängetäler zu vertiefen“ (Heierli 1963, S. 42). Im Gotthardgebiet trat nach Rückzug der Gletscher eine von flachen Mulden und Wannen sowie Rundhöckern und Riegeln geprägte Landschaft. Heute freuen sich die Hausfrauen über das aus dem Granitgebiet stammende „weiche“ (= kalkarme) Wasser.

2.4 Die heutigen geologischen Verhältnisse im Gotthardgebiet

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Abb. 12 Geologie Gotthardgebiet (König 1967, S. 33)

2.4.1 Das Gotthardmassiv

Loida (1979, S. 3f) gliedert, indem er sich auf die Untersuchungen von Labhart stützt, das Gotthardmassiv in drei Großelemente:

a) Das vorhercynische, polymetamorphe Altkristallin, welches wiederum in drei Zonen aufgegliedert werden kann: Im Norden die „nördliche Paragneiszone“ (hier wurden die erwähnten höchsten Gesteinsalter gefunden), dann die „Zone der Streifengneise[7] “ oder „Zentrale Orthogneiszone“, letztendlich die „südliche Paragneiszone“ (Labhart 1977, S. 46, 1993, S. 74; Loida 1979, S. 4).

b) Die hercynischen Intrusivgesteine, welche schwerpunktmäßig um den Gotthardpass und im Lukmaniergebiet auftreten, bilden den Kern des Gotthardmassives. Hierzu gehören z.B. der Rotondogranit (benannt nach dem Piz Rotondo), er nimmt eine Oberfläche von ca. 20 km2 ein, oder die alpin stark vergneisten Tremola-, Fibbia- und Gamsbodengranite (Labhart 1993, S. 76). Aufgrund der starken Vergneisung werden Fibbia- und Gamsbodengranite bei granitoidem Mineralbestand auch als „Granitgneise“ (Labhart 1977, S. 75) bezeichnet.

Nach Grünfelder (1962, S. 6f) ergaben Altersbestimmungen Werte von 275-280 Millionen Jahren beim Gamsbodengranit, 290-305 Millionen Jahren beim Fibbiagranit und 260 Millionen Jahre beim Rotondogranit[8]. Die Entstehung unterschiedlicher Granittypen im Gotthardgebiet aus demselben Magma im gleichen Zeitraum ist durch Gravitations- Differentiation zu erklären: In das bereits gefaltete hercynische Gebirge wurden mit fortschreitender Differentiation immer saurere Glieder ausgeschieden (Sonder 1921[9], S. 323ff).

Andere Entstehungsmöglichkeiten von Rotondo-, Winterhorn-, Prosa-, Cacciola- und Zentralem Aaregranit, Fibbia- und Gamsbodengneis sind aufgrund nahezu identischer Radioaktivität (Rybach, Hafner 1962, S. 216) sowie ähnlichem Chemismus (Hofmänner 1964, S. 8 u. 34 f) unwahrscheinlich.

c) Die mesozoische Sedimentbedeckung, die dem Kristallin heute zumeist schuppenartig steil angelagert oder in ihm eingefaltet ist; sie war im Zusammenhang mit dem NEAT-Basistunnel in der Piora - Mulde aufgrund ihrer Instabilität von Interesse. Die gotthardmassivische, mesozoische Sedimentbedeckung ist ebenfalls autochthon. Die zeitliche Einordnung der Sedimente wurde u.a. durch den Fund von Leitfossilien (Ammoniten, Belemniten) in Liassedimenten ermöglicht (Lüthy 1965, S. 31 u. 49).

Das Gotthardmassiv ist während seines Bestandes mehrfach metamorph überprägt worden, im Süden an der Grenze zu den „hochmetamorphen Südalpen“ (Fibbia-, Gamsbodengranit - Gneis (= granitähnlich) stärker als im Norden (Rotondogranit) zum Aarmassiv (Hafner 1958, S. 255 - 362), leicht erkennbar an dem intensiveren Auftreten von Granitgneisen und Gneisen gen Süden.

Das Aarmassiv...

... gliedert sich in vier Großelemente:

a) Im Norden beginnt zunächst eine über 30 km lange aber nur wenige Kilometer breite Zone kristalliner Gesteine, die zumeist als „Innertkirchener - Granit“ und „Lauterbrunner - Granit“ bezeichnet werden. Diese Granite sind bei der Bildung des kaledonischen Gebirges durch Aufschmelzung älterer Gesteine entstanden; eigentlich handelt es sich bei ihnen um Migmatite. Das „genaue“ Bildungsalter ist laut Labhart (1977, S. 75f) noch nicht bestimmt worden; er vermutet aber aufgrund verschiedener Teiluntersuchungen ein Alter von etwa 560 Millionen Jahren.
b) Südlich schließt das Altkristallin, überwiegend bestehend aus Gneisen, Schiefern, Amphiboliten und Migmatiten an. Die verbreiteten Amphibolite werden heute als umgewandelte ozeanische Basalte gedeutet. Genaue Altersbestimmungen sind noch nicht durchgeführt worden (Labhart 1977, S. 4; 1993, S. 70).
c) Der Zentrale Aaregranit, mit einer Länge von über 100 km und einer maximalen Breite von 9 km im Raum Grimsel - Göschenen, entstand vor knapp 300 Millionen Jahren. Er bildet mit einer Ausdehnung von etwa 550 km die Kernzone des Aarmassivs. Aufgrund der tektonischen Überprägung während der alpidischen Orogenese entstanden im Zentralen Aaregranit die größten Quarzklüfte der Alpen (Labhart 1993, S. 70; 1977, S. 19).
d) Die südliche Gneiszone besteht aus Paragneisen, welche aus vorkarbonischen, karbonischen, permischen und postpermischen Sedimenten entstanden sind (Labhart 1977, S. 32ff).

2.4.2 Das Tavetscher Zwischenmassiv und die Urserenzone...

... sind zwischen Aar- und Gotthardmassiv geschobene kleinere Kristallinschuppen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13:Andermatt und der Oberalppass von Westen, (Labhart 1977)

Die größte ist das Tavetscher Zwischenmassiv: Dieses etwa 35 km lange und 2 bis 5 km breite Areal besteht überwiegend aus Paragneisen, vom Gotthard- und Aarmassiv wird es durch einen Zug mesozoischer und permischer Gesteine (Urserenzone und Disentiser Zone) getrennt. Das Tavetscher Zwischenmassiv ist der Wurzelbereich der helvetischen Decken der Ostschweiz, bei der Orogenese muss es starke Einengung erfahren haben (Labhart 1993, S. 76, 1977, S. 66; siehe auch unten Fig. 1 nach Staub, in LAbhart 1977).

Ein bedeutsames, weil massivtrennendes Element ist die erwähnte Urserenzone, Teil eines maximal 1,5 km breiten Zuges steilstehender Sedimente, der sich über 100 km weit vom Rhônetal bis zum Rheintal verfolgen lässt. Die Sedimentserie umfasst Perm, Trias, Lias, Dogger und Malm, eventuell auch Kreide und Tertiär. Die Urserenzone trennt im Oberwallis und im Urserental Aar- und Gotthardmassiv, östlich des Oberalppasses Tavetscher Zwischenmassiv und Gotthardmassiv (Labhart 1977, S. 67f).

3 Die alte Eidgenossenschaft und der Transitverkehr

3.1 Vereinfachte, themenbezogene Darstellung der Verkehrstheorie

Die Gliederung des menschlichen Kulturraums in Ballungsräume, Randgebiete und Durchgangsräume beruht auf der unterschiedlichen Verteilung von Ressourcen und ideellen Werten. Die grundlegenden Strukturen sind in Europa seit dem Mittelalter nahezu unverändert (Grosjean 1978, S. 22), vermutlich, weil die natürlichen Voraussetzungen die Verwendungsmöglichkeiten von Räumen definieren.

Entsprechend dieser Hypothese konnte die Schweiz ihre Unabhängigkeit nur aufgrund ihrer wichtigen Stellung im Transitraum Hochgebirge erhalten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14: Über Jahrhunderte bestehende Ballungsräume und Verkehrsspannungen in Europa[10] (Richter, n. Grosjean 1978, S. 8)

Im Vergleich zum genannten Zeitraum kurzfristige Entwicklungen[11] sind aufgrund der fehlenden natürlichen Ressourcen nicht dauerhaft.

Zwischen Regionen existieren – teilweise über erhebliche Distanzen – sogenannte Verkehrsspannungen, dies meint, dass aufgrund der unterschiedlichen Konzentration von Personen, Rohstoffen resp. Fertigwaren oder Informationen ein Bedürfnis zum Austausch besteht.

Während Ballungsräume zumeist „... in geographisch günstigem Gelände, in Becken oder Tiefländern, wo mehrere Verkehrskorridore zusammenlaufen, oder an Flussmündungen, wo das Hinterland sich zum Meere und dessen Gegenküsten öffnet ...“ (Grosjean 1978, S. 6) entstehen, gibt es für Durchgangsräume m. E. keine allgemeingültigen Kriterien.

Bevorzugt werden jedoch Linien, die dem Ergebnis aus der Kombination „kürzeste Distanz“ und „geringste Höhenniveauschwankungen“ am nächsten kommen. In Deutschland waren dies häufig Flüsse (Rhein, Donau) bzw. Flusstäler; erst die moderne Bautechnik erlaubt eine Löslösung von den morphologischen Gegebenheiten.

Die Alpen als Höhenhindernis kanalisieren die Verkehrsströme. Von besonderer Bedeutung sind Quertäler (s. S. 24), die ein Pendant jenseits des Alpenhauptkamms besitzen und somit eine Querung mit nur einem (→ Gotthard) oder zwei Auf- und Abstiegen ermöglichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 15: Durchgangsraum Deutschschweiz

Im Gegensatz zu Staatsgebilden, die ursprünglich um Meere (Römisches Reich), auf Inseln bzw. Halbinseln (Großbritannien, Italien) oder längs Flüssen (Ägypten) entstanden, ist die Schweiz ein ökonomisch – morphologisches Konstrukt.

Für die Lage beidseits des Gebirges bieten sich die Begriffe Sattelstaat oder Ankerstaat ( = verankert am Gebirge) an.

[...]


[1] Kalium-Argon-Methode

[2] = 3-wertiges Eisen à Landverwitterung

[3] z.B. Sandbalmhöhle im Göscheneralptal als größte Zerrkluft der Alpen

[4] z.B. Finsteraarhorn 4274 m, Amphibolit

[5] Hantke meint offenbar isostatische Ausgleichsbewegungen

[6] z.B. Randa (1994), Pontresina (1998)

[7] Sammelname; wird für alle Orthogneise, die älter als die hercynischen Eruptiva des Massives sind, verwendet

[8] Neuere Arbeiten deuten eine Ausnahmestellung des Rotondogranits an: Auf Grund seines kaum vorhandenen Gefüges - keine hercynische Metamorphose - besteht die Möglichkeit einer posthercynischen Entstehung (Hofmänner 1964, S. 9).

[9] Die Aussage der Quelle ist offenbar trotz des hohen Alters noch gültig, da sie in neuen Werken angeführt wird, (z.B. Labhart 1977, Hafner, Rybach 1962).

[10] Legende :E =England, C = Champagne, P = Paris, L = Lombardei, W = Wien, H = Hamburg, M = Main, F = Flandern, N = Niederlande, S = Schlesien, Mi = Mitteldt., LO = Lothringen, O = Oberrhein, ST = Stuttgart, RU = Ruhrgebiet

[11] z.B. Agglomeration Mittlerer Neckar als Wassermangelgebiet

Details

Seiten
141
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832452773
ISBN (Buch)
9783838652771
Dateigröße
24.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220844
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau – unbekannt, Biologie, Chemie, Geographie und Physik
Note
1
Schlagworte
alpen gotthardbahn geographie weltkrieg

Autor

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Titel: Die Bedeutung des Verkehrs für die Existenz der Schweiz als unabhängiger Staat