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Strom aus Sonne (SaS)

Studienarbeit 2001 65 Seiten

Physik - Angewandte Physik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Executive Summary

2 Project background and basic idea
2.1 Projekthintergrund
2.2 Rahmenbedingungen für Photovoltaik Investitionen in Deutschland / NRW
2.2.1 Förderung von Investitionen in Photovoltaik
2.2.2 Rechtliche & politische Rahmenbedingungen
2.2.3 Grundlagen der Besteuerung
2.3 Cost Summary for preparatory study and related investigations

3 Market analysis and marketing concept
3.1 Geschäftsphilosophie
3.2 Marktanalyse
3.3 Marketing
3.4 Absatzprogramm bzw. Cost Summary

4 Raw Materials and supplies
4.1 Materialklassifizierung und benötigte Rohstoffe
4.2 Bedarfsbestimmung und –analyse
4.3 Materialkosten
4.4 Beschaffungsanalyse
4.5 Cost summary: raw materials and supplies

5 Location, site and environment
5.1 Geographie, Topographie
5.2 Bevölkerung, Staat, Wirtschaft und Politik (NRW)
5.3 Standort
5.4 Infrastruktur
5.5 Ökologische Einfl-sse auf das Projekt
5.6 Cost summary: location, site and environment

6 Engineering and technology
6.1 Produktionsprogramm
6.2 Produktionsprozess und –ablauf
6.2.1 Technik der Solarzelle
6.2.2 Basismaterial und Aufbau von Solarzellen
6.2.3 Funktionsprinzipien von Solarzellen
6.2.4 Der Solargenerator
6.2.5 Technische Bezeichnungen
6.3 Umweltaspekt
6.4 Technische Risiken
6.5 Beschaffung von Maschinen und Anlagen
6.5.1 Detaillierte Anlagenplanung
6.5.2 Vernetzung mit Stromnetz
6.6 Alternative Nutzung
6.7 Cost summary: engineering and technology

7 Organization and overhead costs
7.1 Organisationsstruktur der GbR
7.2 Nötiges Personal (Verwaltung etc.) oder Fremdleistungen
7.3 Sonstiger Overhead
7.4 Cost summary: organization and overhead costs

8 Human resources
8.1 Personal und Arbeitsregelungen
8.2 Anforderungen / Aus- u. Weiterbildung
8.3 Cost summary: human ressources

9 Implementation planning and budgeting
9.1 Ziele der Implementierungsplanung
9.2 Phasen und zeitliche Festlegung der Projektimplementierung
9.2.1 Beschluß zur Realisation der PV-Anlage
9.2.2 Wahl der Technologie
9.2.3 Kontakte zu Behörden
9.2.4 Abschluß von Finanzierungsübereinkommen
9.2.5 Vereinbarungen über Stromverkauf mit Stromversorger
9.2.6 Beauftragung der Realisation / Installation und Errichtungsphase
9.2.7 Planung der Abläufe zu Verwaltung und Organisation
9.2.8 Anlauf der PV – Anlage / Stromerzeugung und Verkauf
9.3 Cost summary: implementation planning and budgeting

10 Financial analysis and investment appraisal
10.1 Summe Invest. – Kosten
10.2 Finanzierung
10.3 Gewinn- und Verlustrechnung
10.4 Bilanz
10.5 Sales und Produktionskosten
10.6 Ausgewählte Kennzahlen
10.6.1 Cash Flow
10.6.2 Discounted Cash Flow, modifizierter – und interner Zinsfuß
10.6.3 Break – even – Betrachtung
10.6.4 Überblick über die Gewinn- und Verlustrechnung
10.6.5 Bilanzbetrachtung
10.6.6 Weitere Kennzahlen
10.7 Ergebnisbeurteilung
10.7.1 Betriebswirtschaftliche Sicht
10.7.2 Volkswirtschaftliche Sicht
10.7.3 Ökologische Sicht

1 Executive Summary

Zehn Investoren haben eine GbR gegr-ndet und wollen eine Photovoltaik – Anlage in Aachen / Nordrhein – Westfalen aufbauen. Im Rahmen des Erneuerbaren Energie Gesetzes, des 100.000 Dächer Förderprogramm der Bundesregierung und des REN – Programms wollen die Investoren eine 50 kWp PV-Anlage installieren. Der produzierte PV – Strom soll in das Netz des örtlichen Energieversorgers eingespeisst und verkauft werden.

Ziel des Projektes soll es sein, auf der Basis der ökologischen PV-Technologie Strom zu erzeugen und mind. kostendeckend zu verkaufen. Das eingesetzte Eigenkapital (ohne Verzinsung) soll dabei mind. über einen Zeitraum von 20 Jahren zurückgewonnen werden, darüber hinaus ist eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals angestrebt.

Die Installation der 50 kWp PV-Anlage (ca. 470m²) soll in Aachen als Verschattung an der Seitenfassade (Indach) eines Autohauses erfolgen. Das Autohaus gehört einem der Investoren aufgrund dessen die Miete für die benötigte Installationsfläche äußerst gering ausfällt.

Das Projekt umfaßt zwei Phasen, eine sechsmonatige Planungs-, Genehmigungs. und Installationsphase. Ein entscheidender Faktor für das Projekt besteht darin, daß die Anlage bis Ende 2001 genehmigt und in Betrieb genommen sein muß, damit man 0,99 DM pro kWh als Vergütung erhält. Bei einer Inbetriebnahme in 2002 würde sich der Verkaufspreis bereits auf 0,94 DM pro erzeugter kWh verringern und die Profit – Situation noch mehr belasten. An die Installationsphase die im zweiten und dritten Quartal 2001 stattfinden soll, schließt sich die Produktionsphase beginnend mit dem vierten Quartal 2001 an. Aufgrund des guten Standortes Aachen und der optimalen Lage des Autohauses und der Ausrichtung der Solarzellen in Richtung S-den wird mit einer jährlichen Leistung pro kWp von 950 kWh gerechnet. Bei 50 kWp macht dies eine jährliche Gesamtproduktionsleistung von 47.500 kWh aus. Aufgrund von einer herstellerseitig garantierten Leistungskonstanz der Anlagen von 25 Jahren und einer geschätzten Nutzungsdauer von 30 Jahren kann die jährliche Leistung über die Projektdauer als konstant angenommen werden. Die Sonne als „Rohstoff und Rohstofflieferant“ ist kostenlos und problemlos verf-gbar. Die bereits angegebenen PV – Leistungszahlen sind durchschnittliche kWh Jahreswerte für den Standort Aachen und ber-cksichtigen bereits unterschiedliche Sonneneinstrahlungen während des ganzen Jahres. Die PV – Anlage wird von der auf dem Gebiet der Photovoltaik erfahrenen Firma „Abakus Energiesysteme“ GmbH, Gelsenkirchen, in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Handwerker geliefert und installiert. Die PV – Anlage bzw. die Module GLT66R-MC sind von der Firma FLABEG hergestellt worden und sprechen somit für beste Verarbeitung und den zur Zeit höchsten Wirkungsgrad für handelsübliche Solarzellen.

Bereits bei Auftragsannahme stand fest, dass eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung des Projektes die Zielsetzung der Investoren nicht nachhaltig verfolgt, da die Gewinnerzielungsabsicht der Investoren kein primäres Ziel ist und bereits bei ersten Berechnungen sehr schnell feststand, dass eine dem aktuellen Kapitalmarktzins vergleichbare Rendite – selbst ohne Risikozuschlag – nicht realisierbar ist.

R. Berg Consulting schlägt deshalb 3 Sichtweisen vor, unter denen das Projekt zu analysieren und abschließend mit einen Fazit zu bewerten ist:

Volkswirtschaftliche Betrachtung

Das PV-Projekt ist ohne Subventionen überhaupt nicht kostendeckend realisierbar. Diese Subventionen setzen sich aus der Preissubvention beim Verkauf des PV-Stromes, den einmaligen Zusch-ssen aus Förderprogrammen, sowie Zinssubventionen aus Förderkrediten gemessen am Kapitalmarkt zusammen.

Für das vorliegende Projekt ergeben sich somit folgende Subventionssummen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Subventionen stellen Kosten für die Gesellschaft dar. In Bezug auf das 100.000 Dächerprogramm und der Annahme, dass pro Dach etwa 2,5 kWp installiert sind, beträgt der gesamte subventionierte Kredit ca. 1, 69 Mrd. DM (100.000 Dächer * 2,5 * 6750 DM). Die gesamten hieraus resultierenden Zinssubventionen betragen über 20 Jahre (ohne Zinseszinsen) ca. 450 Mio. DM. Diese Subventionen führen zu einer Verlagerung der Verteilung der Steuereinnahmen. Das Geld steht somit nicht mehr für alternative Ansätze zur PV-Technologie zur Verfügung, wie beispielsweise der Investition in Maßnahmen zur effizienteren Energienutzung.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht lässt sich somit im Ergebnis sagen, dass bei Realisierung des Projektes das Marktergebnis nicht effizient ist, da mit anderen Technologien, wie beispielsweise der Atom-Energie, der gleiche Output an Strom mit einen wesentlich geringeren Input an Kosten (Herstellkosten pro KWh) zu erzeugen ist. Die Investition in alternative Maßnahmen zur effizienteren Stromnutzung f-hrt ebenfalls zu einem besseren Marktergebnis, wie eine volkswirtschaftliche Studie für den Bereich der Schweiz zeigt.[1]

Betriebswirtschaftliche Betrachtung

Das Projekt ist unter rein betriebswirtschaftlicher Sichtweise nicht rentabel. Die Internal Rate of Return liegt bei nur 3,19% bzw. die Modified Internal Rate of Return bei nur 6,12%. Diese Verzinsung ist im Vergleich zur möglichen Verzinsung am Kapitalmarkt ohne Unternehmerrisiko sehr gering. Das unternehmerische Risiko sollte jedoch aufgrund der langen Projektdauer von 20 Jahren nicht zu gering eingestuft werden. Mögliche Änderungen der Gesetzeslage in Bezug auf die Garantie des Strompreises können das Projekt schnell in die Verlustzone führen. Sinkt der Abnahmepreis bei der Konstanz aller anderen Parameter um nur einen Pfennig, so ist der Kapitalwert negativ.

Der kumulative Net Cash Flow beläuft sich über die Nutzungsdauer von 20 Jahren auf 218 TDM.

Ökologische Betrachtung

Aus betriebwirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht erscheint das PV - Projekt nicht sinnvoll realisierbar zu sein. Es m-ssen daher die weiterführenden Interessen der Investoren betrachtet werden. Dies zeigt sich auch bereits in der betriebswirtschaftlichen Vorgabe der Investoren, die keinen deutlich über dem Kapitalmarkt liegenden Zinssatz für ihr Eigenkapital erzielen wollen. Grundgedanke ist hier zum einen die nachhaltige Stromerzeugung mittels regenerativer Energien basierend auf der Erkenntnis, dass fossile Energieträger langfristig nur begrenzt verf-gbar sind, zum anderen der Aspekt der Emissionsvermeidung von CO², dem eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung (Treibhauseffekt) zugesprochen wird. Ebenfalls aus Ideologischer Sicht anzuführen ist der Faktor Risikovermeidung, da die Erzeugung von Strom mittels PV mit einem wesentlich geringeren Restrisiko verbunden sein scheint, als dies bei Atom-Energie der Fall ist. Da sich derartige Risiken jedoch kostenmäßig nicht beziffern lassen, können sie nur Gegenstand einer subjektiven Einschätzung sein, können aber nicht in die Analyse und das Fazit der Studie einfließen. Letztlich gibt es auch noch einen Image-Effekt für den Betreiber von Anlagen mit alternativer, nachhaltiger Energieerzeugung, da diese „saubere Energie“ ein sehr positives Image in der Bevölkerung hat.

Im Punkt CO²-Emissionsvermeidung sind PV und Atom-Energie gleichwertig zu sehen. In bezug auf die Nachhaltigkeit der Energieerzeugung darf die PV-Technologie auch nicht als Perpetuum Mobile angesehen werden, da auch die Herstellung einer PV-Anlage Energie kostet, die erst innerhalb von 5 Jahren wiedergewonnen werden kann.

Aufgrund der starken Abhängigkeit von solarer Einstrahlung und der starken unterjährigen Schwankung der Einstrahlungswerte in Deutschland, ist der Ersatz von Atom-Strom durch PV-Strom bevölkerungsumfassend nicht praktikabel.

Es gibt jedoch Nischenbereiche, in denen der Einsatz von PV-Technologie sinnvoll ist. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Kosten der Anbindung an ein Stromnetz oder die Kosten des Stromverlustes über lange Strecken die Anschaffungskosten einer PV-Anlage überschreiten. Beispiele sind u.a. bei Parkautomaten in Innenstädten oder Verkehrsüberwachungsanlagen auf Autobahnbr-cken anzutreffen, usw. In dieser Nische ist die PV-Technologie wirtschaftlich einsetzbar.

Auch die bereits in der Weltraumforschung auf der ISS eingesetzten Solarmodule als Sonnensegel oder zur Vorbereitung der ersten Reise des Menschen auf den Mars sind die PV-Module eine interessante, teilweise sogar de einzige Möglichkeit Energie für einen so langen Zeitraum rein aus der Sonne standortunabhängig zu gewinnen und zu verwenden. Dieser Aspekt der PV Technologie sollte auf jeden Fall auch bei zuk-nftigen Diskussionen und Foren zur PV-Energiebetrachtung mit in die Diskussion einfließen, da er im Laufe der zuk-nftigen Jahre ein immer wichtigerer Faktor bei der Betrachtung der Photovoltaik-Technologie insbesondere unter den Aspekten umweltpolitischer Betrachtung sein wird.

Fazit

Auf der Basis der Bewertung aller Einflußfaktoren aus der vorliegenden Studie, kommt das Projektteam aus betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht zu der Empfehlung, diese Maßnahme nicht zu befürworten. Die ideologische Sicht ist zahlenmäßig nur schwer bewertbar. Über eine mögliche Empfehlung die Investitionsmittel in energiesparende Technologien einzusetzen kann an dieser Stelle nicht bewertet werden, da hier wieder eine andere Subventionsstruktur vorliegen würde und den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen würde.

2 Project background and basic idea

2.1 Projekthintergrund

In Aachen / Nordrhein – Westfalen ist geplant, im Rahmen des Erneuerbaren Energien Gesetz, Strom durch eine Photovoltaik – Anlage kostenneutral bzw. optimalerweise mit einem angemessenen Gewinn zu produzieren. Der Strom wird in das Netz des örtlichen Energieversorgers (RWE) eingespeisst. Zehn Unternehmer aus Aachen und der näheren Umgebung haben sich dafür zusammengetan und wollen als Privatpersonen eine GbR gr-nden.

Ihr Ziel ist es, durch die besonders umweltfreundliche Produktion von Strom durch eine 50 kWp Photovoltaik – Anlage, ihr Image in der Region, durch entsprechende PR – Aktionen über die Anlage, zu fördern und möglichst noch eine angemessene Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals zu erzielen.

Ziel dieser Untersuchung auf dem Level einer Opportunity Study ist es, die betriebswirtschaftliche Durchf-hrbarkeit der Investition beginnend mit dem Projektanlauf im 2. Quartal und der Stromerzeugung im 4. Quartal 2001 zu analysieren, zu dokumentieren und gegenüber den Investoren eine Empfehlung auszusprechen. Desweiteren sollen in der Studie technische Grundlagen zu einer Photovoltaik – Anlage aufgezeigt werden.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt hierbei allerdings auf der finanziellen Analyse. Hierzu wurde die international erfahrene R. Berg Consulting AG (RBC) als Unternehmensberatergruppe mit Sitz in Einbeck im Januar 2001 beauftragt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Investoren sind mit ihren Ideen und W-nschen an die RBC AG herangetreten. R. Berg Consulting hat daraufhin alle betriebsrelevanten Daten zur Erstellung einer Opportunity Studie zusammengetragen und ausgewertet.

Um eine möglichst kosteng-nstige und imagefördernde Produktion zu gewährleisten, strebt SaS an, die Photovoltaik – Anlage an dem Autohaus eines Investors (T. Marschler) als Verschattung (gebäudeintegriert) zu montieren. So können die Projektkosten für Grundst-ck und Gebäude niedrig gehalten werden. Aachen bietet sich weiterhin aufgrund seiner guten Sonnenlage und dem Bundesland Nordrhein – Westfalen an, welches mit einem speziellen Förderprogramm (REN) aufwartet. Außerdem soll das 100.000 Solardächer – Programm der Bundesregierung zur Projektfinanzierung genutzt werden.

2.2 Rahmenbedingungen für Photovoltaik Investitionen in Deutschland / NRW

Neben der Senkung des Energieverbrauchs und der Steigerung der Energieeffizienz ist die Nutzung erneuerbarer (bzw. regenerativer) Energieträger ein wesentlicher Aspekt einer umweltschonenden Energiepolitik und somit unentbehrlicher Bestandteil einer wirkungsvollen Klimapolitik.

Die Bundesregierung strebt eine Reduktion der nationalen CO 2 -Emissionen um 25 % im Zeitraum von1990 bis 2005 an.

Die EU-Kommission setzte als quantitative Zielvorgabe 1997 in ihrem Gr-nbuch die Verdoppelung des Beitrags der erneuerbaren Energien zum Energieverbrauch der Gemeinschaft bis zum Jahr 2010 auf 12 %.

Neben der umweltpolitischen Relevanz ergeben sich durch die Weiterentwicklung und den Einsatz dieser Technologie Beschäftigungs- und Absatzpotenziale.

Der Terminus erneuerbare Energie subsumiert verschiedene Energieträger, die im Einzelnen differenziert werden in:

- Wasserkraft;
- Windenergie;
- Geothermie;
- energetische Biomassenutzung (inkl. Biogasnutzung);
- Solarenergie.

Die Nutzung erneuerbarer Energiequellen hat in Deutschland in den letzten Jahren vor allem durch Fördermaßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen sowie durch das Stromeinspeisungsgesetz (StrEG) einen deutlichen Wachstumsschub erfahren. "Neue" erneuerbare Energien tragen bisher nur in geringem Ausmaß zur Energiebereitstellung bei. Die gängige Erklärung – regenerative Energie sei nicht wirtschaftlich, fossile Brennstoffe seien billiger, ist zu undifferenziert. Was wirtschaftlich ist, ist oft nicht einfach zu ermitteln. Häufig dominieren etablierte Technologien den Markt nur deshalb, weil sie durch versteckte und offene Subventionen als ökonomisch erscheinen. Die Subventionen von Kohle und Erdöl behindern in manchen Ländern den Marktzugang alternativer Technologien. Dieser Aspekt ist auch in der vorliegenden Untersuchung nicht ganz in Bezug auf PV von der Hand zu weisen.

Als international tätige Entwicklungsorganisation finanziert die KfW die Erschließung umweltschonender, erneuerbarer Energiequellen und fördert deren Akzeptanz in den Partnerländern. Sie berät Entwicklungsländer bei der Gestaltung ihrer Energiepreispolitik. Im Dialog mit den Partnerländern werden Konzepte entwickelt, durch die Energie umweltschonend und kosteng-nstig bereit gestellt wird und die auch dem Solarstrom den Marktzugang erleichtern.

Die jährliche Bruttostromerzeugung nahm in Deutschland seit der Wiedervereinigung von ca. 550 Mrd kWh (1990) bis auf ca. 526 Mrd kWh (1994) stetig ab; anschließend stieg sie wieder bis auf 552 Mrd kWh in 1998. Der Beitrag der erneuerbaren Energieträger an der Stromerzeugung in Deutschland erreicht 4,8 % (vgl. dazu Abbildung 1). Die Wasserkraft besitzt unter den „Erneuerbaren“ mit 71% und insgesamt mit 3,5 % den größten Anteil. Die Erzeugungskosten sind mit 5 bis 25 Pf je kWh sehr niedrig. Nationalbetrachtet ist das Ausbaupotenzial der Wasserkraft nur noch relativ gering; aus globaler Sicht hingegen bietet sie noch große Nutzungsreservoirs. Den zweitgrößten Anteil an der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien trägt mit derzeit 17 % (4,6 Mrd kWh) die Windenergie; ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung umfasst knapp 1 %.

Dieser Markt wächst dynamisch und wird insgesamt als noch ausbaufähig eingeschätzt. Eine bislang geringe Bedeutung und ein großes Nutzungspotenzial kombinieren sowohl die energetische Biomassenutzung als auch die Solarenergie. Die energetische Biomassenutzung trägt derzeit 0,5 % zur deutschen Stromerzeugung bei. Der Anteil der Solarenergie an der Stromerzeugung beträgt lediglich 0,005 % und ist damit noch verschwindend gering. Trotz des bislang erreichten Wachstums steckt der Markt für Photovoltaik noch in den Kinderschuhen.

Solarstromanlagen werden vornehmlich von Privatinvestoren nachgefragt; darüber hinaus investieren auch Unternehmen und die öffentliche Hand in Solaranlagen, um damit neben der Stromerzeugung einen positiven Imageeffekt erreichen zu können.

Auf diesen Positiveffekt im Image kommt RBC als Berater später noch einmal in der Projektstudie zurück.

Im Normalfall haben diese Photovoltaikanlagen eine Leistung zwischen 1 und 5 kWp und einen Flächenbedarf zwischen 10 und 50 m² ( Diese Angabe bezieht sich auf eine Solareinstrahlung von 1.000 Watt pro qm und eine Zellentemperatur von 25 Grad Celsius bei einer Sonnenhöhe von 42 Grad über dem Horizont). In der Praxis werden diese unter standardisierten Testbedingungen erzielten Werte selten erreicht. Für die Installation einer Photovoltaik Dachanlage eignen sich s-dwest- bis s-dost-ausgerichtete Flächen mit Neigungswinkeln von 20 bis 60 Grad gegen die Horizontale. Bei Flachdächern sind entsprechende Untergestelle anzubringen ).

Pro kWp installierter Leistung ist ein Jahresertrag zwischen 750 kWh und 1.000 kWh zu erwarten. Größere Gemeinschaftsanlagen oder Gewerbeanlagen haben üblicherweise eine Leistung bis 100 kWp. Es existieren auch Großanlagen mit einer Leistung von 1 mWp. Fertig installiert kostet eine 2 kWp-Anlage im Durchschnitt für den Endkunden zwischen 20.000 und 30.000 DM.

Die Zuwächse der installierten Photovoltaik-Leistung in Deutschland in der ersten Hälfte der 90er Jahre sind primär auf das 1.000-Dächer-Programm zurückzuführen

(vgl. Abbildung 2 und Abbildung 3).

Der relativ starke Anstieg der jährlich installierten Photovoltaik-Leistung von 1995 auf 1996 ist bedingt durch die verbreitete Einführung der kostendeckenden Einspeisevergütung und durch neue Förderprogramme. Der Rückgang der neu installierten Leistung von 1997 auf 1998 war vermutlich durch die Erwartungshaltung auf ein neues staatliches Förderprogramm bedingt.

2.2.1 Förderung von Investitionen in Photovoltaik

Solarstromanlagen werden in Deutschland in größerem Umfang erst seit dem Start des 1.000-Dächer-Programms des Bundesforschungsministeriums eingesetzt. Im Verlauf des Programms wurden in den Jahren 1990 bis 1995 2.250 netzgekoppelte Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von 5,5 MW gefördert. Hier gab es eine Förderung von 70 % der Investitionskosten, wobei 50 % auf das Bundesforschungsministerium und 20 % auf die Bundesländer entfielen. Insgesamt ist der deutsche PV-Markt sehr stark abhängig von öffentlichen Fördergeldern.

Die Unterstützung der Markteinf-hrung und Verbreitung von Photovoltaikanlagen durch staatliche Fördermaßnahmen beschleunigt die Diffusion dieser ressourcenschonenden Technologie und damit den Kostensenkungsprozess; außerdem trägt sie zur Beseitigung von Marktbarrieren (z. B. mangelnde Bekanntheit der Photovoltaik, abschreckende Investitionskosten) bei. So ist z.B. das 100.000-Dächer-Solarstromprogramm der KfW das bislang weltweit bedeutendste Förderprogramm für die Photovoltaik.

Das Förderprogramm leistet einen wesentlichen Beitrag zu:

- einem höherer Bekanntheitsgrad der Solarenergie in der Öffentlichkeit;
- der Förderung des Innovationsprozesses im PV-Bereich;
- der Senkung von „Hemmschwellen“ bei den Nutzern;
- der Reduktion von Unsicherheiten durch ein langfristig ausgelegtes Konzept.

Bis zum 30. 09. 1999 erhielt die KfW über 3000 Anträge von privaten Antragstellern über ein Fördervolumen von annähernd 100 Mio. DM; es wurden bereits 2.916 Zusagen mit einem Fördervolumen von ca. 83 Mio. DM erteilt.

Die Nennleistung der geförderten Anlagen beträgt bislang 7,14 MW. Das Förderprogramm hat das fr-here 1.000-Dächer-Programm bereits nach acht Monaten sowohl in der Anzahl der geförderten Anlagen als auch in Bezug auf die geförderte Nennleistung übertroffen (1.000-Dächer-Programm: ca. 2.250 geförderte Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von 5,5 MW).

Die Regionalverteilung zeigt eine deutliche Konzentration der Antragstellungen auf Bayern und Baden-Württemberg (vgl. Abbildung 5).

In den neuen Ländern wurde das Förderprogramm nur relativ gering nachgefragt, was vermutlich primär auf das geringere Einkommen und die Beschäftigungssituation zurückzuführen ist. Regionale Unterschiede entstehen aber auch durch regionale Photovoltaik-Förderprogramme und zahlreiche Initiativen, die von öffentlichen Haushalten, lokalen Vereinen und Stromversorgern ausgehen; darüber hinaus sind Unterschiede in der Sonneneinstrahlungsintensität zu ber-cksichtigen.

Das 100.000-Dächer-Solarstromprogramm

Ziel:

Durch das Förderprogramm soll die langfristige Finanzierung von Investitionen in die Errichtung und Erweiterung von Photovoltaik-Anlagen auf baulichen Flächen incl. Installationskosten, Wechselrichter, Messeinrichtungen sowie Planungskosten ab einer Spitzennennleistung von ca. 1 kWp attraktiver gestaltet und einheitlich geregelt werden.

Förderbedingungen:

Das Programm bietet einen besonders attraktiven Zinssatz, der über die gesamte Laufzeit von maximal 10 Jahren festgeschrieben wird (derzeit beträgt der Festzinssatz 1,90% p.a. fest effektiver Jahreszins 1,91% gemäß Preisangabenverordnung (PangV), 100 % Auszahlung. Der Zinssatz für ein Förderdarlehn ist abhängig von der Entwicklung des Kapitalmarktes. Er wird gegenüber dem aktuellen Kapitalmarkt um 4,5 Prozentpunkte verbilligt. Es entsteht an weiteren Kosten die Zusageprovision von 0,25 % einen Monat nach Zusagedatum für noch nicht ausgezahlte Kreditbeträge.

Bis zu zwei tilgungsfreie Anlaufjahre sind möglich. Während dieser Tilgungsfreijahre sind lediglich die gegebenenfalls fälligen Zinsen auf die ausgezahlten Kreditbeträge zu leisten.

Nach Ablauf der tilgungsfreien Jahre werden die Raten in halbjährlichen gleich hohen Beträgen abgebucht. Die Darlehn können jederzeit ohne Kosten vorzeitig zurückgezahlt werden.

Zusätzlich besteht nach Ablauf von 9 Jahren die Möglichkeit eines Restschulderlasses für die letzten zwei Tilgungsraten falls keine Darlehensraten r-ckständig sind und die Anlage nachweislich noch betrieben wird.

Bis zu einem Regelhöchstbetrag von 500.000 EUR (977 TDM) ist grundsätzlich eine Finanzierung von bis zu 100 % der Investitionskosten möglich; finanziert werden die gesamten Investitionskosten einschließlich der Wechselrichter, der Installationskosten, der Kosten für Messeinrichtungen sowie der Planungskosten. Bei gewerblichen Antragstellern darf der Subventionswert aller öffentlichen Fördermittel insgesamt 75% der Investitionskosten nicht übersteigen.

Der Mindestantragsbetrag beträgt 500EUR (977 DM).

Förderungsausschluß: Eigenbauanlagen, Prototypen und gebrauchte Anlagen.

Antragsberechtigte: Privatpersonen, Vereine, private Stiftungen, Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften ( evtl. mehrere Bauten als GBR oder Genossenschaft möglich ), kleine und mittlere gewerbliche Unternehmen sowie freiberuflich Tätige.

Finanzierungsumfang: Es ist ein Darlehn bis 5 kWp installierte Leistung bis zu 13.500 DM je kWp an Privatpersonen möglich, der darüber hinausgehende Leistungsanteil wird mit bis zu 6.750 je kWp finanziert.

Gewerbliche Antragsteller und freiberuflich Tätige: bis zu 6.750 DM je kWp

Eine Einstufung als gewerblicher Antragsteller erfolgt, wenn der Antragsteller oder dessen Ehepartner zum Zeitpunkt der Antragstellung Eink-nfte aus Gewerbebetrieb (z.B. als Einzelkaufmann, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Freiberuflich Tätiger, Land- und Forstwirt) bezieht.

Für Gewerbetreibende und Freiberufler sind Ergänzungsfinanzierungen sowohl im KfW-CO2-Minderungsprogramm als auch im KfW-Umweltprogramm möglich.

Die Stromerzeugung und Stromeinspeisung mittels der im Kreditantrag genannten Photovoltaikanlage allein f-hrt nicht zu einer Eingruppierung als gewerblicher Antragsteller im Sinne des 100.000 Dächer-Solarstrom-Programms.

Die Anträge können über jede Bank, Sparkasse oder Bausparkasse mit dem bei den Kreditinstituten vorrätigen Antragsformularen der KfW gestellt werden. Vom Kreditnehmer sind bankübliche Sicherheiten d.h. dingliche Sicherheiten in Form einer Grundschuld oder fiduziarische Sicherheiten in Form einer Sicherungsübereignung der PV-Anlage bzw. einer werthaltigen Bürgschaft des Investors oder Antragstellers in Darlehenshöhe zu stellen.

Die weiterleitende Bank kann sich bis zu 50 % von der Haftung gegenüber der KfW befreien lassen. Vorhaben können jedoch nur dann finanziert werden, wenn der Kreditantrag vor Beginn des Vorhabens gestellt worden ist. Von der Förderung ausgeschlossen sind damit Umschuldungen von bereits bestehenden Anlagen aus Hausbankmitteln.

Die Angaben zur Antragsberechtigung und zum Verwendungszweck sind subventionserheblich im Sinne des § 264 Strafgesetzbuch in Verbindung mit § 2 des Subventionsgesetzes. Falsche Angeben führen in diesem Zusammenhang zum Tatbestand des Subventionsbetruges, der strafrechtlich verfolgt werden kann.

Kombinationsmöglichkeiten

[...]


[1] www.bei-uni-bremen.de

Details

Seiten
65
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832450793
ISBN (Buch)
9783838650791
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220610
Institution / Hochschule
Private Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta-Diepholz-Oldenburg; Abt. Vechta – Betriebswirtschaft
Note
1,7
Schlagworte
photovoltaik budgeting planing implementierung

Autor

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