Lade Inhalt...

Anorexie und Bulimie als (inadäquater) Versuch der Adoleszenzbewältigung

Diplomarbeit 1999 111 Seiten

Pädagogik - Familienerziehung

Leseprobe

Vorwort

Mein Hauptanliegen beim Verfassen der nachfolgenden Arbeit war es, die Funktionen von Anorexie und Bulimie aufzuzeigen, sowohl innerhalb der Familie als auch als Bewältigungsversuch der adoleszenten Entwicklungsaufgaben und die daraus resultierenden sozialpädagogisches Interventionsmöglichkeiten zu verdeutlichen. Dazu hielt ich es nach einer kurzen Einführung in das Thema für notwendig und sinnvoll, zunächst die Begriffe Magersucht und Bulimie näher auszuführen und voneinander abzugrenzen und mit einem Fallbeispiel zu verdeutlichen. Auf die Adoleszenz im allgemeinen und die damit verbundenen Entwicklungsanforderungen im speziellen bin ich dann im fünften Kapitel eingegangen, bevor ich die positiven und negativen Funktionsweisen von Eßstörungen in diesem Zusammenhang diskutiert habe. Hierbei habe ich mich hauptsächlich an den Grundzügen der systemischen Sichtweise orientiert. Das siebte und letzte Kapitel beschäftigt sich dann mit den Therapie und Interventionsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben, wobei ich ein besonderes Augenmerk auf die Familientherapie und die sich daraus ergebenden Handlungsmöglichkeiten für Sozialpädagogen gelegt habe. Der empirische Teil dieser Arbeit besteht aus einem Interview, das ich mit einer Betroffenen geführt habe und dem Besuch des Therapiecentrums für Eßstörung in München.

Da der größte Teil der von Eßstörungen Betroffenen weiblich ist, habe ich für diese Arbeit die jeweils weibliche Form gewählt, spreche also im folgenden nur von Patientinnen und nicht von Patientinnen und Patienten. Dies gilt ebenso für Sozialpädagoginnen, Therapeutinnen und Beraterinnen.

Den Bereich des sexuellen Mißbrauchs habe ich bewußt komplett ausgeklammert, obwohl mir durchaus klar ist, daß dieses Thema ein wichtiger Faktor sein kann bei der Entstehung einer Anorexie oder Bulimie. Allerdings hätte die ausführliche Beschäftigung mit diesem Gebiet den Rahmen des ohnehin schon komplexen Themas gesprengt. Statt dessen habe ich mich verstärkt mit den familiären Strukturen auseinander gesetzt, die zur Entstehung bzw. Aufrechterhaltung einer Eßstörung beitragen können, da ich diese erstens als essentiell wichtige Faktoren halte und zweitens hier einen geeigneten Ansatzpunkt für familientherapeutische und sozialpädagogische Interventionen sehe.

1. Einführung

1.1. Schlankheitswahn oder Eßstörung?

Selten haben sich Menschen so sehr mit ihrem Gewicht und ihrer Körperstatur beschäftigt wie in den letzten dreißig Jahren. Der Großteil der Menschen fühlt sich mit seinem derzeitigen Gewicht nicht wohl und hat das Gefühl, etwas daran ändern zu müssen. Das Ideal, dem es nachzueifern gilt, wird dem Zuschauer tagtäglich in den Medien präsentiert: Vorrangig große, schöne, schlanke Frauen sind erfolgreich in Beruf und Privatleben. Die heute allgemein akzeptierten Persönlichkeitsmerkmale heißen jung, dynamisch, schlank und allzeit aktiv. Es wird suggeriert, daß nur wer diesem Idealbild entspricht, im Leben glücklich sein kann.

Schlankheit wird assoziiert mit gutem Aussehen, Fitneß und Intelligenz, während Dicksein in unserem Kulturkreis mit geringerer Intelligenz und geringerer Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht wird (ganz im Gegenteil übrigens zu östlichen Ländern, in denen der Körperumfang eher ein Zeichen für Wohlstand ist). Auf makelloses Aussehen wird in unserer Gesellschaft viel Wert gelegt und dementsprechend haben Diäten und Schlankheitskuren Hochkonjunktur.

Es geht um die „schlanke Linie“, wobei ich an dieser Stelle anmerken möchte, daß dieser Begriff an sich schon das gespaltene Verhältnis zwischen Idealvorstellung und Realität darstellt, denn per Definition hat eine Linie keine Kurven. Offensichtlich entspricht dies aber nicht dem menschlichen Körper und schon gar nicht dem weiblichen. Trotzdem setzt ein Großteil der Bevölkerung einiges dafür in Bewegung, um diesem Schlankheitsideal nachzueifern.

Die Illustrierten sind voll von Diättips, jeden Monat erscheinen neue Bücher darüber, wie man seinen Körper endlich dazu bringen kann, die überflüssigen Pfunde loszuwerden und das gewünschte Gewicht dauerhaft zu halten. Die Ansätze gehen von Trennkost, über Apfelessigdiät und Mayodiät bis zum sogenannten Mentalen Schlankheitstraining, wobei die Gewichtsabnahme ohne große Anstrengungen mit Hilfe von Suggestionen und durch gezieltes Einsetzen von Gedanken erreicht werden soll. Ebenfalls beliebt und weiterhin im Kommen sind Diätdrinks und Entwässerungsmittel aus der Apotheke, bei deren Einnahme eine sofortige Gewichtsabnahme versprochen wird und von denen der Käufer annimmt, sie seien besonders verträglich, weil sie ja aus der Apotheke kommen. Und wenn dies alles nicht hilft, bleibt immer noch die Möglichkeit, sich überflüssiges Fett mit Hilfe chirurgischer Eingriffe für viel Geld absaugen zu lassen. Vom Wunsch der Bevölkerung nach einer guten Figur profitieren also eine ganze Anzahl von Berufsgruppen, u.a. Lebensmittel-, Sport-, Kosmetik-, und Bekleidungsindustrie, aber auch Reformhäuser, Apotheken, Autoren, Verlage neben Schlankheits- und Schönheitsinstituten, Sanatorien, Ernährungsberater, Diätassistenten und Ärzte.

Die Vielzahl der angebotenen Maßnahmen, den Wunschkörper zu erreichen, zeigt recht deutlich, daß hierfür eine große Nachfrage in der Bevölkerung besteht und das Alter der Adressaten wird immer jünger. Laut der Psychotherapeutin Monika Gerlinghoff hat eine Untersuchung in den USA ergeben, daß bereits 40% der acht- bis neunjährigen Mädchen Diäten einhalten.[1] Hinzu kommt noch der Modetrend, die Kleider von Jahr zu Jahr enger werden zu lassen, so daß eigentlich nur noch Mädchen vor der Pubertät sie tragen können, für den Rest der Bevölkerung mit normalen weiblichen Formen sind sie schlichtweg zu eng. Doch wenn man modern sein möchte, gibt es gerade für Jugendliche bestimmte Trends, denen man folgt, dazu gehört natürlich auch ganz stark die Kleidung. Und um in diese reinzupassen, müssen oft diverse Diäten ausprobiert werden.

1.2. Normal-, Idealgewicht und Body Mass Index

Wo allerdings der „normale“ Schlankheitstick aufhört und eine Eßstörung anfängt, ist schwer zu bestimmen; die Grenzen sind fließend. Auch die Bestimmung, welches Gewicht noch normal ist und welches schon als untergewichtig zu bezeichnen ist, fällt nicht leicht. Es wird unterschieden zwischen Normal- und Idealgewicht, wobei schon diese Differenzierung andeutet, daß das Normalgewicht nicht ideal und das Idealgewicht nicht normal ist.[2]

Das Normalgewicht berechnet sich als

Normalgewicht in kg = Körpergröße in cm - 100

Laut dieser Definition dürfte also eine 1,70 m große Frau ein Gewicht von 70 kg haben. Das Idealgewicht liegt noch einmal 15% darunter, für meine Beispielfrau ergebe das also ein Gewicht von 59,5 kg.

In der wissenschaftlichen Literatur setzt sich allerdings immer mehr der Body Mass Index (BMI) durch. Die Berechnung erfolgt nach der Formel

BMI = Körpergewicht in kg : (Körpergröße in m)²

Als normal gilt hierbei für Frauen ein BMI von 19 bis 24, bei Männern ein BMI von 20 bis 25.[3] Der BMI ist auch anhand folgender Tabelle recht einfach zu bestimmen, indem man das Gewicht und die Größe der Patientin auf der Skala mit einer Linie verbindet[4]

Tabelle BMI-Index

Als eindeutig untergewichtig und damit als Maß bei der Diagnose einer Anorexia nervosa wird ein BMI-Wert von weniger als 17,5 angenommen. Meine obenangeführte Beispielfrau hätten dann also ein Gewicht von 50 kg bei einer Größe von 1,70 m.

Natürlich ist nicht jeder, der auf seine Ernährung einschränkt und dadurch ein paar Kilo verlieren möchte, als anorektisch zu bezeichnen. Aber wie gesagt, die Übergänge sind fließend, und in der Regel beginnt eine Eßstörung mit dem Wunsch, schlanker zu sein. Sei es, daß man sich selbst nicht wohl fühlt oder daß ein anderer diesbezüglich einige Bemerkungen gemacht hat. Auf die diagnostischen Kriterien für eine Magersucht oder Bulimie werde ich in den nächsten beiden Kapiteln ausführlich eingehen, um eine Eßstörung deutlich von einer vorübergehenden Diätphase abzugrenzen.

2. Anorexia nervosa

2.1. Geschichte, Definition und Symptomatik

Magersucht hat es wahrscheinlich schon immer (mehr oder weniger offensichtlich) gegeben. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie sowohl in England als auch in Frankreich von Sir William Gull und Ernest Charles Lasègue unabhängig voneinander gleichzeitig detailliert beschrieben, und sie bekam von Gull, dem bekanntesten britischen Arzt dieser Zeit, den Namen Anorexia nervosa. Beschrieben wurden die Symptome allerdings schon im Mittelalter (z.B. 1689 von dem britischen Arzt Richard Morton), dort allerdings entweder als Hysterie oder Schwindsucht deklariert oder in Legenden eingekleidet, die von asketischen, als Heilige verehrten Frauen berichten, wie z.B. die Heilige Wilfortis. Deren Geschichte (sich durch Hungern dem Willen des Vaters zu widersetzen) entstand zwischen 700 und 1000 nach Christus in Portugal und breitete sich ab 1200 auch in den übrigen Ländern aus.[5] Anorektikerinnen gab es also durch die Jahrhunderte schon immer, ihnen wurde jedoch erst vor einhundert Jahren soviel Aufmerksamkeit geschenkt, daß ihre Verhaltensweise genauer betrachtet und klassifiziert wurde.

Laut dem Fachlexikon der Sozialen Arbeit wird Magersucht wie folgt beschrieben: „Unter Anorexia nervosa (Magersucht) versteht man eine ganz überwiegend bei Mädchen in der Präpubertät und Pubertät erstmalig auftretende und von psychischen Faktoren abhängige extreme Gewichtsabnahme bzw. Verweigerung der Nahrungsaufnahme, die von der Befürchtung, zu dick zu werden, begleitet ist.“[6] Die mit der Magersucht einhergehenden körperlichen Folgen bestehen im gravierenden Gewichtsverlust, skelettartiger äußerer Erscheinung, Blutarmut, Hauttrockenheit, weichem, feinen Körperhaarwuchs und Ausbleiben der Monatsblutungen.

Die bevorzugt betroffene Altersgruppe liegt zwischen fünfzehn und dreißig Jahren, hier wird eine Prävalenzrate (d.h. die Häufigkeit) von 0,5-2% angenommen, etwa 95% davon sind weiblich und etwa 5% der Betroffenen sterben daran. Das Fehlen genauer Zahlen ist dadurch zu begründen, daß verschiedene Diagnosekriterien verwendet werden und natürlich nur die Patientinnen, die sich zu einer Therapie entschließen, von dieser Statistik erfaßt werden. Die Häufigkeitsangaben der wissenschaftlichen Literatur beruhen daher im wesentlichen auf Schätzungen.

Ob Eßstörungen heute häufiger vorkommen als früher, ist ebenfalls schwer zu beantworten. Auf der einen Seite hat die Zahl der Erkrankten in den letzten zwei Jahrzehnten zwar zugenommen, dagegen läßt sich aber einwenden, daß das öffentliche Interesse an Anorexie stark gestiegen ist. Daher nehmen Gerlinghoff und Backmund an, „daß mehr Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch nehmen; das bedeutet aber nicht zwangsläufig, daß die Anzahl an Erkrankungen wirklich größer geworden ist.“[7] Eindeutig kann man jedoch festhalten, daß hauptsächlich Mädchen der modernen Industrieländer betroffen sind, in unterentwickelteren Ländern sind bisher noch keine Krankheitsfälle beschrieben worden.

2.2. Diagnostische Kriterien der Anorexia nervosa

Um die oben angesprochenen Unterschiede bei den Diagnosekriterien zu vermeiden, beziehe ich mich im folgenden auf die Kriterien des „Diagnostischen und statistischen Manual psychischer Störungen“ (DSM IV). Das DSM IV ist der Nachfolger des 1980 von der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung herausgegebenen DSM-III bzw. DSM-III-R, dessen Veröffentlichung zu einer stürmischen Entwicklung von diagnostischen und statistischen Klassifikationssystemen in der Psychiatrie geführt hat. Die Einführung des DSM III brachte wichtige methodische Neuerungen mit sich, wie die Einführung expliziter und operational definierter diagnostischer Kriterien. Es wird heute häufig als Standardwerk in der Ausbildung Klinischer Psychologen verwendet, aber auch an psychiatrischer Universitätskliniken sowie im Bereich der Psychotherapie.

Im Unterschied zum DSM III-R sind in der überarbeiteten Ausgabe (dem DSM IV) nun die Anorexie und Bulimie als neue Störungsgruppe klassifiziert, die vorher im Kapitel über Störungen im Kindes- und Jugendalter enthalten waren. Die Magersucht wird im DSM IV im Kapitel Eßstörungen mit je zwei Subtypen wie folgt beschrieben:

„A. Weigerung, das Minimum des für Alter und Körpergröße normalen Körpergewichts zu halten (z.B. der Gewichtsverlust führt dauerhaft zu einem Körpergewicht von weniger als 85% des zu erwartenden Gewichts; oder das Ausbleiben einer während der Wachstumsperiode zu erwartenden Gewichtszunahme führt zu einem Körpergewicht von weniger als 85% des zu erwartenden Gewichts).
B. Ausgeprägte Ängste vor einer Gewichtszunahme oder davor, dick zu werden, trotz bestehenden Untergewichts.
C. Störung in der Wahrnehmung der eigenen Figur und des Körpergewichts, übertriebener Einfluß des Körpergewichts oder der Figur auf die Selbstbewertung, oder Leugnen des Schweregrades des gegenwärtigen geringen Körpergewichts.
D. Bei postmenarchalen Frauen das Vorliegen einer Amenorrhoe, d.h. das Ausbleiben von mindestens drei aufeinanderfolgenden Menstruationszyklen (Amenorrhoe wird auch dann angenommen, wenn bei einer Frau die Periode nur nach Verabreichung von Hormonen, z.B. Östrogen, eintritt).

Restriktiver Typus (F50.00): Während der aktuellen Episode der Anorexia Nervosa hat die Person keine regelmäßigen „Freßanfälle“ gehabt oder hat kein „Purging“-Verhalten (das heißt selbstinduziertes Erbrechen oder Mißbrauch von Laxantien, Diuretika oder Klistieren) gezeigt.

„Binge-Eating / Purging“-Typus (F50.01): Während der aktuellen Episode der Anorexia Nervosa hat die Person regelmäßig Freßanfälle gehabt und hat Purgingverhalten (das heißt selbstinduziertes Erbrechen oder Mißbrauch von Laxantien, Diuretika oder Klistieren) gezeigt.“[8]

2.3. Das Leben und Erleben der Welt von Anorektikerinnen

Die von Gull geprägte Bezeichnung für die beobachteten Symptome ist durchaus irreführend, da die Betroffenen keineswegs „appetitlos“ sind, wie das Wort Anorexie vermuten läßt. Vielmehr beschäftigen sie sich in Gedanken fast ausschließlich mit Essen und / oder verbringen viel Zeit damit, für andere die raffiniertesten Gerichte zuzubereiten, ohne jedoch selbst davon zu probieren. Auch das Sammeln von Rezepten oder das Horten von Nahrungsmitteln ist ein häufig auftretendes Verhalten. Können sie es jedoch nicht vermeiden, an einer Mahlzeit teilzunehmen, stochern sie auf ihrem Teller herum, benötigen viel Zeit, um winzige Häppchen zu sich zu nehmen und lassen mit großen Geschick Speisen in Taschen und unter Servietten verschwinden.

Die dabei entwickelte Phantasie wird von einer Magersüchtigen sehr anschaulich geschildert: „Beim Essen habe ich Tricks angewandt, auf die kein normaler Mensch kommt: Entweder ich schneuzte mich pausenlos und spuckte dabei die zerkauten Bissen ins Taschentuch, oder ich aß mit den Händen vor dem Mund und beförderte die abgebissenen Brocken aus dem Mund und ließ sie dann in den Halsausschnitt meines Pullies gleiten.“[9]

Betroffene berichten, daß sich ihre Gedanken nur noch um Nahrung gedreht haben, so stark, daß sie sich auf keine anderen Aufgaben des Tages mehr konzentrieren konnten, ohne daß sie jedoch einen Bissen zu sich genommen hätten. Der gesamte Tagesablauf dreht sich trotz der sehr rigiden Diät in erster Linie ums Essen.

Eine inzwischen therapierte Patientin erzählt diesbezüglich: „Mein Tag war zu dieser Zeit bis ins kleinste Detail kontrolliert und durchgestylt - nur so konnte ich, das weiß ich heute, meine ständig um Essen und Nahrung kreisenden Gedanken ertragen und verhindern, daß ich ihnen nachgab. Ich baute eine Menge immer wiederkehrende Rituale auf, nur um über den Tag zu kommen. Meine Essens- und Trinkzeiten waren festgelegt, die Liste der verbotenen und erlaubten Lebensmittel längst ausgefeilt und in meinem Kopf abgelegt. [...] Das Hungergefühl konnte ich nicht mehr spüren, gleichwohl beschäftigte ich mich ständig mit dem Gedanken ans Essen. Mittlerweile sah ich dies als große Schwäche an.“[10]

Eine andere zog es vor, ihre Familie zu versorgen: „Meine Lieblingsbeschäftigung wurde Kochen und Backen, zum einen, um meinen Hunger zu vertreiben, zum anderen, um meine Familie zu mästen. Die Vorstellung, daß irgendeiner in meiner Familie weniger aß als ich, war unerträglich. Um so mehr genoß ich es, wenn ich sie mästen konnte. Ich weiß noch, wie furchtbar es für mich war, als meine Mutter eines Tages unter Protest ihr Besteck weglegte und nicht aufaß, weil sie bemerkt hatte, daß ich Käse hatte verschwinden lassen.“[11]

Die Angst vor einer Gewichtszunahme ist jedoch trotz dem ständigen Hungergefühl zu groß, um diese, oft nur noch auf wenige Nahrungsmittel beschränkte, Ernährungsweise zu verändern. Tatsächlich wird diese Angst jedoch nicht durch den Gewichtsverlust verringert. Hier zeigt sich auch der Unterschied zwischen einer „normalen“ Diät und der Magersucht: Im ersten Fall wird die Diät beendet, wenn das gewünschte Gewicht erreicht ist und es stellt sich ein Zufriedenheitsgefühl ein. Im Fall der Anorexie tritt dies jedoch nicht ein; das Gefühl, zu dick zu sein oder es wieder werden zu können, bleibt beharrlich bestehen, gleichgültig wie ausgezehrt der Körper auch sein mag.

Dem Körpergewicht wird eine übermäßige Bedeutung beigemessen und der Selbstwert wird in hohem Maße abhängig gemacht von Figur und Körpergewicht. Manche Personen fühlen sich insgesamt übergewichtig, während andere zwar sehen, daß sie dünn sind, aber gewisse Körperpartien (wie z.B. Bauch und Hüften) als zu dick empfinden. Die Angst vor Gewichtszunahme führt auch zu übermäßigem Wiegen und zwanghaftem Abmessen von den als übergewichtig eingeschätzten Körperpartien.

Ein ebenfalls beliebtes Mittel, das Gewicht zu verringern, ist neben der streng durchgeführten Diät und dem selbstindizierten Erbrechen auch eine übermäßige sportliche Betätigung. Hier stellt sich jedoch die Frage, was „übermäßig“ ist, denn das ist mit Sicherheit eine Ansichtssache. Was für den Sportler noch nicht einmal ein Bruchteil seines Tagestrainings ist, bedeutet für den anderen, der so gut wie gar keinen Sport treibt, schon ein völliges Übertreiben. Das DSM IV gibt hierauf folgende Antwort: „Körperliche Betätigung wird dann als übermäßig betrachtet, wenn sie mit anderen wichtigen Aktivitäten kollidiert, wenn sie zu unangemessenen Zeiten oder in unangemessener Umgebung ausgeübt wird, oder wenn der Betroffene die körperliche Betätigung trotz Verletzung oder medizinischer Komplikationen fortsetzt.“[12]

Dennoch bleibt es meiner Meinung nach auch nach dieser Definition zumindest teilweise eine Ansichtssache, denn inwieweit der Sport „mit anderen wichtigen Aktivitäten kollidiert“ ist eine Frage der Prioritätensetzung. Mit Sicherheit gibt es viele Menschen, die körperliche Betätigung ganz oben auf ihrer Prioritätenliste stehen haben und dafür auch gerne mal andere (ihnen unwichtiger erscheinende Dinge) vernachlässigen, ohne daß sie als gestört einzuordnen sind. Offensichtlicher ist die Unangemessenheit jedoch bei gymnastischen Übungen mitten in der Nacht und ähnlichen Aktivitäten, auf die die Patientin auf keinen Fall verzichten kann und will und die daher schon fast den Charakter einer Zwangsstörung erreichen.

Genauso leistungsorientiert wie Sport sind Magersüchtige aber auch in anderen Bereichen des Lebens. Sie sind in der Regel sehr gute Schülerinnen oder Studentinnen, die viel Zeit und Energie damit verbringen, ihre Leistungen konstant aufrecht zu erhalten. Folgende Schilderung einer Patientin macht dies deutlich: „Wenn ich in der Schule schon rumsitzen mußte, dann sollte es wenigstens so effektiv und anstrengend wie irgend möglich sein. Ich meldete mich bei jeder Gelegenheit. Ich arbeitete wie besessen. Ich schrieb seitenweise Aufsätze als Zusatzaufgabe und machte zuhause auch soviel ich konnte. Bei einer Deutschschulaufgabe schrieb ich, als ich fertig war, noch einen zweiten Aufsatz, um nicht zu wenig zu tun in der vorgegebenen Zeit. Immer wichtiger wurden dann auch meine Musikinstrumente, und ich übte jeden Tag mindestens drei Stunden Klavier, nicht nach Lust, sondern nach Zeit. [...] So drehte ich in der Schule fast durch, wenn es locker zuging und die anderen sich unterhielten oder wir einen Film ansahen. Ich hatte dabei fast körperliche Schmerzen. Ich hätte schreien können! Ich machte dann krampfhaft Zusätzliches. Ich schrieb Briefe, machte Zusatzhausaufgaben, strickte. Der Zwang, nur Sinnvolles zu tun, war einfach grauenhaft.“[13]

Andere Maßnahmen, die Anorektikerinnen ergreifen, um der Untätigkeit zu entfliehen, sind z.B. Treppen und Rolltreppen steigen, ständiges Stehen, putzen und beim Einkaufen hetzen. Auf keinen Fall darf ein Moment des Tages unausgefüllt sein.

Auf den ersten Blick jedoch wirken diese Mädchen nur wie sehr ehrgeizige Schülerinnen oder Studentinnen, auf die die Eltern aufgrund ihrer extrem guten Leistungen stolz sind. Die Problematik des Verhaltens wird meist erst später deutlich. Auch werden sie meist als sehr angepaßte Menschen beschrieben, die es ihrer Umwelt möglichst recht machen wollen und kaum widersprechen. Sie klammern sich an Sicherheiten wie Leistung, Ordnung und Pflichterfüllung, um den Unsicherheiten des Lebens zu entfliehen. Auch versuchen sie sich den Normen und Meinungen ihrer Umgebung anzupassen und sich dementsprechend zu verhalten und fühlen sich zutiefst verachtenswert, wenn sie hinter sich selbst gesetzten hohen Erwartungen und Ansprüchen zurückbleiben. Das Selbstwertgefühl kann man als gering bezeichnen, auch wenn sie dies nicht selten hinter einer sicheren und teilweise sogar arroganten Fassade verbergen.

2.4. Die familiäre Struktur

Natürlich gibt es nicht „die Magersuchtsfamilie“, aber es gibt Strukturen, die besonders häufig vorkommen, und schon bei der ersten Klassifikation der Magersucht haben die Ärzte auf den Einfluß der Familie bei der Entstehung dieser Krankheit hingewiesen. Allerdings ist hier erklärend hinzuzufügen, daß es sich keinesfalls um eine Schuldzuweisung handeln soll, sondern eher um ein Aufzeigen bestimmter Beziehungsdynamiken und Muster, die sich (im Sinne der Systemik) gegenseitig bedingen, so daß man im Nachhinein gar nicht mehr sagen kann, was die Ursache für ein bestimmtes Verhalten ist, da Verhaltensweisen sich gegenseitig bedingen.

Wichtig scheint es mir hierbei hauptsächlich, diese Verhaltensmuster deutlich zu machen und nicht die Verantwortung für die Erkrankung der Tochter einzelnen Mitgliedern des Systems Familie zuzuschieben. Kuni Becker beschreibt diese Denkweise folgendermaßen: „Jeder ist dabei abwechselnd Agierender und Reagierender und formt so das gemeinsame Zusammenleben auf seine eigene Weise. Es ist daher müßig, die Schuldfrage zu stellen, denn es gibt keine Person in der Familie, die nur Täter oder nur Opfer ist.“[14] (Die einzige Ausnahme bei diesem Ansatz ist allerdings der sexuelle Kindesmißbrauch, da hierbei das Kind immer das Opfer ist.)

Muster werden also immer von allen Beteiligten aufrechterhalten und können daher auch am besten unter Mithilfe von allen Beteiligten verändert werden (aber darauf gehe ich im letzten Teil im Hinblick auf die Therapiemöglichkeiten noch ausführlicher ein).

Die Familien, aus denen die Mädchen stammen, machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Es scheint ein großer Zusammenhalt zu herrschen, die Eltern beschreiben ihre Ehe als stabil und leben in einer eher klassische Rollenverteilung, in der der Ehemann einem Beruf nachgeht und die Frau oftmals ihre Tätigkeit aufgegeben hat, um sich um den Haushalt zu kümmern. Die Verhältnisse der einzelnen Mitglieder untereinander werden als vertrauensvoll charakterisiert. Laut Bruch handelt es sich hauptsächlich um „Familien der oberen Mittelschicht und der Oberschicht; Einkommen und soziale Position sind häufig hoch. Die relativ wenigen Familien, die sich in die untere Mittelschicht oder die Unterschicht einordnen lassen, waren aufstiegs- und erfolgsorientiert.“[15] Gerlinghoff jedoch bezweifelt diese These, daß Eßstörungen eine typische Erkrankungen der Oberschicht seien und sieht ein derartiges sozioökonomisches Verteilungsmuster durch neuere Untersuchungen nicht mehr bestätigt.[16] Geändert hat sich jedoch nicht die Annahme, daß die Mädchen glauben, ihren Eltern etwas beweisen zu müssen und ständig in der Furcht leben, im Vergleich zu anderen nicht gut genug zu sein und als Versager dazustehen.

Innerhalb dieser Familien findet man ein besonders ausgeprägtes Gefühl der Zusammengehörigkeit und Bindung; die Familienmitglieder werden weniger als Individuen und statt dessen eher als Mitglieder der Familieneinheit wahrgenommen. Bruch nennt dies „Konfusion der Pronomen“[17] ; jeder scheint zu wissen, was der andere fühlt und sagen will. Dies führt dann dazu, daß z.B. die Mutter erklären möchte, was der Vater eigentlich meint und die Tochter meint korrigieren zu müssen, was die Schwester als ihre eigenen Gedanken ausgegeben hat. Man weiß also nie genau, wer in wessen Namen spricht.

Viele der Patientinnen spielen innerhalb der Familie schon vor Ausbruch der Krankheit eine wichtige Rolle. Die Grenzen zwischen den Generationen können verwischt sein und es entsteht eine gewisse Rollendiffussion, da die Kinder nicht selten Aufgaben und Verantwortungen übernehmen müssen, für die eigentlich die Erwachsenen zuständig wären. Wechselseitig werden sie auch zu Verbündeten gegen den Partner gemacht und bei Schwierigkeiten mit dem anderen ins Vertrauen gezogen, nicht selten von beiden Seiten gleichzeitig. Oftmals sehen die Kinder daher ihre Aufgabe darin, zwischen den Eltern zu vermitteln oder fühlen sich für Glück, Zufriedenheit und Harmonie verantwortlich. „Einige sind überzeugt, Lebensinhalt ihrer Eltern zu sein. Sie glauben, verpflichtet zu sein, das zu erreichen, was den Eltern nicht gelungen ist. Einige sind der Überzeugung, ihre Eltern nur zufriedenstellen zu können, wenn sie einmal etwas Besonderes, Großartiges werden.“[18] Auch zeigt sich in Bezug auf die Eltern ein starkes Gefühl der Dankbarkeit; sich jedoch jederzeit dankbar erweisen zu wollen oder zu müssen, kann auch einen starken Druck erzeugen und so sehr belastend für die Betroffenen sein.

Emotionen werden in solchen Systemen generell kaum ausgedrückt, negative schon gar nicht. Vielmehr herrscht ein sehr starkes Harmoniebedürfnis und eine bewußte Abgrenzung nach außen. Die von der Außenwelt drohenden Impulse, Informationen und Anregungen, die die Bindung und Stabilität der Familie gefährden könnten, werden gemieden. Bei dem ersten Gespräch innerhalb einer Therapie neigen die Familienmitglieder dazu, ihr Familienleben als ausnahmslos problemlos und harmonisch darzustellen, die Magersucht der Tochter sei das einzige Problem in einem ansonsten vollkommenen Zusammenleben. Häufig gilt hier die Regel, man müsse sich beherrschen können. Gemäß den beiden Heidelberger Therapeuten Gunthard Weber und Helm Stierlin bedeutet dies: „man muß Gefühle aller Art im Zaum halten, muß sich immer freundlich und kontrolliert zeigen, muß insbesondere feindselige und böse (verletzende, beleidigende, abwertende, wütende, neidische) Gefühle oder Einstellungen unterdrücken. Generell sollte man nicht auffallen, sollte stets den Erwartungen der anderen, der Eltern, Großeltern, Verwandten - aber auch der Nachbarn und der Gesellschaft überhaupt - genügen.“[19]

Generell kann man die Regeln, die in diesen Familien herrschen, als unklar und starr bezeichnen. Regeln und Gesetze gibt es natürlich in jeder Familie, durch die festgelegt wird, wer welche Rechte und Pflichten hat. Zum Großteil werden sie von den Eltern aus deren Ursprungsfamilien mitgebracht und nun an die eigenen Familie weitergegeben; sie sind also eher traditionell verankert. Sie müssen jedoch trotzdem eine gewisse Flexibilität besitzen, um den veränderten Bedürfnissen und Fähigkeiten der einzelnen Familienmitglieder angepaßt zu werden. Denn daß sich beispielsweise die Rechte und Pflichten eines Teenagers von denen eines Grundschulkindes unterscheiden müssen, liegt auf der Hand. In der Regel erfolgt diese Anpassung von selbst ,oder sie ist die Folge von (mehr oder weniger) heftigen Auseinandersetzungen. In den Familien einer Patientin mit Eßstörungen sind die Familiengesetze jedoch eher sehr starr, werden rigide gehandhabt und es gibt kaum Möglichkeiten für die individuelle Entfaltung. Becker schreibt dazu: „Ihre Anwendung erfolgt oft stereotyp und ohne Berücksichtigung der sich veränderten Bedürfnisse und Fähigkeiten des einzelnen.“[20]

Das Verhalten der Indexpatientin wird dementsprechend von den Eltern in der Zeit vor der Magersucht als sehr angepaßt, oft sehr elternbezogen, gehorsam und kooperativ beschrieben. Sie habe nie einen Anlaß zur Klage gegeben, oft im Gegensatz zu den Geschwistern, und die hervorragenden intellektuellen und sportlichen Leistungen wurden hoch geschätzt und hauptsächlich als Verdienst der Eltern gesehen. In den betroffenen Familien wird großer Wert auf höfliches Verhalten gelegt, und die Eltern sind stolz darauf, daß ihr „perfektes Kind“ selten Widerworte gibt oder sich trotzig, ärgerlich, ungehorsam oder destruktiv verhält. Bruch charakterisiert das Verhältnis zwischen Eltern und Patientin wie folgt: „Ein allen Familien gemeinsames Merkmal ist, daß die zukünftige Patientin nicht als Individuum mit eigenen Rechten gesehen oder anerkannt wird, sondern vor allem als jemand geschätzt wird, der das Leben und die Erfahrung der Eltern zufriedenstellender und vollständiger machen soll.“[21]

Neben den verinnerlichten Leistungsanforderungen herrscht innerhalb dieser Systeme auch ein starker Gerechtigkeitssinn vor: kein Kind darf vorgezogen und keines benachteiligt werden. Die Eltern stellen die Forderung an sich, alle Kinder zu allen Zeiten gleich zu lieben und gleich zu behandeln. Hier ist allerdings das Dilemma vorprogrammiert, denn im täglichen Leben wird es doch immer wieder zu wechselnden Vorlieben und Benachteiligungen kommen. Dem Familienmitglied, das in einer bestimmten Phase mehr Aufmerksamkeit benötigt, wird natürlich automatisch mehr Zeit gewidmet. Ich denke, dies ist ein ganz normaler Prozeß, der innerhalb einer Familie (oder auch innerhalb eines Freundeskreises) gar nicht abzustellen ist. Das Dilemma für die Familie, die jedoch die absolute Gerechtigkeit propagieren, besteht (nach Weber / Stierlin[22] ) jedoch darin, daß diese zeitweise Bevorzugung um jeden Preis abgestritten und verleugnet werden muß, denn das darf ja nicht sein. Das Ergebnis ist jedoch, daß die Mitglieder widersprüchlichen Botschaften (sog. Double Binds) ausgesetzt sind: Die ausgesprochenen Worte und das gezeigte Verhalten der Eltern passen nicht zusammen, sind nicht kongruent. Und je nachdem, nach welcher Botschaft sich die Kinder richten, ob nach der verbalen oder der nonverbalen, kommen sie mit der anderen in Konflikt.

Auch Koalitionsbildungen innerhalb des Systems Familie (die selbstverständlich auch in klinisch unauffälligen Familien auftauchen) sind aufgrund des ungeschriebenen Gesetzes der Gleichbehandlung hier verpönt und müssen verdeckt bleiben, da sich sonst die anderen Familienmitglieder ausgeschlossen fühlen könnten. Typischerweise sieht jedoch ein Elternteil das magersüchtige Kind eher als schwach und krank an (erklärt sich also solidarisch), während der andere sein Verhalten eher als unfolgsam und ungenügend motiviert charakterisiert; mit genügend Willenskraft könne die Magersucht schon überwunden werden, auch ohne Therapie.

Das sich hier herauskristallisierende Familien-Credo, das Geben, Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit fordert, zieht sich oft durch mehrere Generationen und wurde schon von den Großeltern an die Eltern weitergegeben. Die Mutter gönnt sich noch weniger als die Großmutter, die wiederum der Urgroßmutter auf dem Weg der alles erduldenden Frau folgt. Die magersüchtige Tochter scheint dieses Gebot auf die Spitze zu treiben, führt es aber auch gleichzeitig ad absurdum und offenbart dadurch seine Unsinnigkeit. Sie kasteit sich durch ihr konsequentes Hungern noch mehr als alle vor ihr, ist aber gleichzeitig ständig um das seelische und vor allem körperliche Wohl der übrigen Familienmitglieder besorgt.[23]

2.4.1. Familientüren

Besonders möchte ich im Zusammenhang mit der Bindung der einzelnen Familienmitglieder untereinander noch auf das Fehlen von Grenzen hinweisen. Das was die Familien häufig als besonders harmonisches Zusammenleben beschreiben, wird oft durch das Fehlen von individuellen Räumen gekennzeichnet. Keiner hat einen privaten Bereich für sich, in den niemand anderes eindringen kann. Dies bezieht sich nicht nur auf die räumliche Situation, ist aber (in Anlehnung an Weber und Stierlin[24] ) an dem Bild der Familientüren sehr schön zu verdeutlichen.

Man kann sich eine Familie auch als Wohnung vorstellen, in der es verschiedene Zimmer gibt, die untereinander mit Türen verbunden sind. Diese können offen oder verschlossen sein oder je nach Situation bewußt geöffnet oder geschlossen werden. Durch das Schließen einer Tür kann man sich abgrenzen oder durch das Öffnen wieder Kontakt mit der Umwelt aufnehmen. In klinisch unauffälligen Familien findet meist ein Wechsel zwischen Öffnen und Schließen statt. Von Zeit zu Zeit möchte sich der eine oder andere mal in seinen eigenen Bereich zurückziehen und schließt seine Tür, dies kann sowohl bildlich als auch physisch geschehen. Sucht er dann wieder den Kontakt mit den anderen, kann er sein Zimmer wieder verlassen oder aber solange zurückgezogen bleiben, wie er es möchte. Auch ist es ein Unterschied, wie mit den Türen umgegangen wird, ob daran vorsichtig geklopft wird, bevor man eintritt oder ob der andere einfach unangemeldet mitten im Zimmer steht.

In magersüchtigen Familien stehen die Türen meist alle offen, oft sind sie auch gar nicht mehr vorhanden und jeder hat zu jedem Zimmer jederzeit Zutritt. Becker beschreibt dies wie folgt: „Die Familienmitglieder sind wie in einem Netz hochgradig miteinander verstrickt. Das Eindringen in die persönliche Sphäre des anderen, Verletzungen des intimen Bereichs sind selbstverständlich.“[25] Es besteht also keinerlei Möglichkeit, sich einmal zurückzuziehen und etwas nicht mit dem Rest des Systems zu teilen. Wie gesagt, diese Metapher bezieht sich nicht nur auf real vorhandene Türen sondern vor allem auf die Grenzen zwischen Menschen und die Frage, inwieweit diese eingehalten oder überschritten werden. Ist es den Familienmitgliedern z.B. möglich, sich einen ganz eigenen Bereich zu schaffen, von dem die anderen nichts wissen und in dem ihr Zurückgezogensein auch respektiert wird? Oder besteht ständig die Gefahr, daß diese Grenze überschritten wird und ein anderer plötzlich überraschend im Zimmer steht?

Denn gerade die Magersucht wird oft als Versuch gesehen, sich einen eigenen Bereich zu schaffen, um sich so von den anderen Familienmitgliedern rigoros abzugrenzen, aber auf diese Problematik werde ich im fünften Kapitel in Bezug auf die notwendige Abgrenzung innerhalb der Adoleszenz noch ausführlicher eingehen.

3. Bulimia nervosa

3.1. Definition, Symptomatik und physiologische Folgen

Die zweite bekannte Störung des Eßverhaltens ist die Bulimie, auch Eß-Brech-Sucht bzw. Freß-Kotz-Sucht genannt. Der Begriff Bulimie kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Stier- oder Ochsenhunger. Die Anerkennung als eigenständiges Krankheitsbild geht auf die Arbeit von G.F.M. Russel im Jahre 1979 zurück.

Die Bulimie wird im Lexikon der Sozialen Arbeit wie folgt beschrieben: „Bulimia nervosa [...] ist eine Störung, die durch Heißhungerattacken, selbstherbeigeführtes Erbrechen und demzufolge starke Gewichtsschwankungen gekennzeichnet ist.“[26] Sie tritt meistens in der späten Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter bei 1-3% der Frauen der westlichen hochindustriellen Ländern und (ebenso wie die Magersucht) sind über 90% der Betroffenen weiblich. Sie kann sowohl spontan als auch allmählich einsetzen. Oft geht ihr ein Diätversuch voraus. Ein Viertel bis die Hälfte der bulimischen Frauen berichten auch von einer Anorexie in der Vorgeschichte.

Die regelmäßig wiederkehrenden Heißhungerattacken (manchmal bis zu zwanzig pro Tag ) werden von den Patientinnen selbst als Kontrollverlust erlebt. Bevorzugt werden kalorienreiche, leicht kau- und schluckbare, vor allem aber auch süße und fettige Nahrungsmittel, die sich die Frauen sonst strikt verbieten und die dann in relativ kurzer Zeit in riesigen Mengen verschlungen werden. Beendet wird der Eßanfall durch selbstinduziertes Erbrechen oder Abführen, ebenso kann eine lange Fastenperiode mit Hilfe von Appetitzüglern folgen.

Durch das häufige Erbrechen sind auch physiologische Folgen nicht zu verhindern. Die Betroffenen haben eine wunde Kehle und geschwollene Speicheldrüsen. Der Zahnschmelz kann durch die Säure des Erbrochenen zerstört werden. Ebenso kann es zu Darmschädigungen und ernährungsbedingten Mangelerscheinungen kommen. Im Gegensatz zur Anorexie sind Menstruationsstörungen jedoch weniger schwer.[27] Erheblicher Gewichtsverlust tritt bei der Bulimia nervosa kaum auf, auch erreichen die Gewichtsschwankungen kein lebensbedrohliches Ausmaß. Die Folgen des Mißbrauchs von Appetitzüglern können sich jedoch in Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfen, Angst und Depression manifestieren.

Die medizinischen Komplikationen bedeuten eine mögliche Gefährdung der Patientinnen. Diese werden jedoch lange Zeit von den Betroffenen nicht wahrgenommen, bagatellisiert oder verdrängt. Gerlinghoff berichtet, daß fast alle Patientinnen überrascht sind, wenn die Therapeuten auf die Auswirkungen der Eßstörungen auf den Organismus zu sprechen kommen. In der Regel wird die Störung allenfalls als psychisch angesehen, ohne weitere Konsequenzen für den Körper.[28]

3.2. Diagnostische Kriterien der Bulimia nervosa

Die Eß-Brech-Sucht, die eine Zeitlang als gelegentliche Begleiterscheinung der Anorexie galt, wird nun im DSM IV als eigene, unabhängige Störung geführt und wie folgt klassifiziert:[29]

A. Wiederholte Episoden von „Freßattacken“. Eine „Freßattacken“-Episode ist gekennzeichnet durch beide der folgenden Merkmale:

(1) Verzehren einer Nahrungsmenge in einem bestimmten Zeitraum (z.B. innerhalb eines Zeitraums von 2 Stunden), wobei diese Nahrungsmenge erheblich größer ist, als die Menge, die die meisten Menschen in einem vergleichbaren Zeitraum und unter vergleichbaren Bedingungen essen würden.
(2) Das Gefühl, während der Episode die Kontrolle über das Eßverhalten zu verlieren (z.B. das Gefühl, weder mit dem Essen aufhören zu können, noch Kontrolle über Art und Menge der Nahrung zu haben).

B. Wiederholte Anwendung von unangemessenen, einer Gewichtszunahme gegensteuernden Maßnahmen, wie z.B. selbstinduziertes Erbrechen, Mißbrauch von Laxantien, Diuretika, Klistieren oder anderen Arzneimitteln, Fasten oder übermäßige körperliche Betätigung.

C. Die „Freßattacken“ und das unangemessene Kompensationsverhalten kommen drei Monate lang im Durchschnitt mindestens zweimal pro Woche vor.

D. Figur und Körpergewicht haben einen übermäßigen Einfluß auf die Selbstbewertung.

E. Die Störung tritt nicht ausschließlich im Verlauf von Episoden einer Anorexia nervosa auf.

„Purging“-Typus: Die Person induziert während der aktuellen Episode der Bulimia Nervosa regelmäßig Erbrechen oder mißbraucht Laxantien, Diuretika oder Klistiere.

„Nicht-Purging“-Typus: Die Person hat während der aktuellen Episode der Bulimia Nervosa andere unangemessene, einer Gewichtszunahme gegensteuernde Maßnahmen gezeigt wie beispielsweise Fasten oder übermäßige körperliche Betätigung, hat aber nicht regelmäßig Erbrechen induziert oder Laxantien, Diuretika oder Klistiere mißbraucht.

3.3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Anorexie und Bulimie

Bei diesen beiden Eßstörungen sind sowohl einige Parallelen als auch einige Differenzen festzustellen. Betroffene beider Krankheiten sind innerlich sehr stark mit dem Essen beschäftigt. Bei Bulimikerinnen wird dies durch einen „Zwang zum Essen“ deutlich, während sich bei Anorektikerinnen ein „Zwang zum Hungern“ zeigt.[30] Dementsprechend sind magersüchtige Patientinnen stark untergewichtig, während Bulimikerinnen in der Regel im Bereich des Normal- oder Idealgewichts einzuordnen sind. Die panische Angst vor einer Gewichtszunahme besteht allerdings bei beiden Formen der Eßstörung.

Ein wichtiger Unterschied besteht ebenfalls in der eigenen Wahrnehmung. Die typische Magersüchtige fällt der Außenwelt zwar durch ihr deutliches Untergewicht auf, registriert dies aber selber nicht und fühlt sich trotz starker Abmagerung noch zu dick. Becker schreibt hierzu: „Es fehlen das Krankheitsgefühl sowie ein Leidensdruck trotz ständiger Gewichtsabnahme“[31], während Bulimikerinnen sich der Abnormität ihres Verhaltens sehr wohl bewußt sind. Sie empfinden sich deswegen als schwach, wertlos und schämen sich für ihr abweichendes Eßverhalten.

Auch tritt die Bulimie meist erst in späterem Alter auf, meist nach Verlassen des Elternhauses, während die Magersucht sich schon einige Jahre früher zeigt, und die Betroffenen meist noch in der Ursprungsfamilie leben. Bulimikerinnen haben auch eher Partnerschaften, im Gegensatz zu Anorektikerinnen, die zumeist noch keine bzw. kaum Erfahrungen in Bezug auf Paarbeziehungen gemacht haben.

Beide Formen der Eßstörungen haben jedoch noch eine Gemeinsamkeit: Betroffene beider Krankheiten kämpfen mit dem Aspekt der Kontrolle in ihrem Leben, nur auf zwei verschiedene Arten. Das Grundthema ist jedoch für beide das gleiche. Anorektikerinnen zeichnen sich dadurch aus, daß sie ihr Eßverhalten sehr stark im Griff haben und durch rigide Diät ihr Körpergewicht auf ein Minimum reduzieren können. Bulimische Patientinnen erfahren bei ihren Eßattacken eher einen Kontrollverlust, den sie als sehr belastend erleben. Dennoch spielt das Thema Kontrolle auch in diesem Fall ein große Rolle. „Die Kontrolle von Gewicht und Essen und damit verbundene Schwierigkeiten sind von extremer Wichtigkeit für die betroffene Person und bilden den Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens.“[32] Zusammenfassend könnte man also sagen, Betroffene beider Eßstörungen versuchen, das gleiche Thema (nämlich Kontrolle) zu bearbeiten, nur von zwei verschiedenen Seiten aus, das Grundthema bleibt jedoch in beiden Fällen das gleiche.

3.4. Das Leben und Erleben der Welt von Bulimikerinnen

Während magersüchtige Frauen durch ihren extrem abgemagerten Körper auffallen, können Bulimikerinnen ihre Krankheit oft über Jahre problemlos geheimhalten, denn auf den ersten Blick ist kein abweichendes Eßverhalten festzustellen. In Gegenwart anderer essen sie meist sehr diszipliniert und sind sehr wählerisch mit der Auswahl ihrer Speisen. Auch hier ist das Essen in erlaubt und verboten eingeteilt. Erlaubt ist zumeist Quark, Joghurt, Salat und Obst. Als verboten gelten dagegen fette und süße Speisen, wie z.B. Kuchen, Schokolade und Pudding. Daß Bulimikerinnen bei gemeinsamen Mahlzeiten (wenn sie denn daran teilnehmen) ausgesprochen zurückhaltend sind, fällt jedoch kaum auf, da es bei Frauen heutzutage eher eine übliche Verhaltensweise ist, „auf Diät“ zu sein.[33]

Doch gerade die als verboten geltenden Nahrungsmittel sind es, die in einem Eßanfall verschlungen werden. Oft ist es der Ausbruch aus einem vorangegangenen Diätverhalten. Eine Patientin erzählt folgendes über den Beginn ihrer Bulimie: „Nach Jahren, in denen ich nur gehungert hatte, bekam ich auf einmal einen riesigen Heißhunger und fraß alles in mich hinein, was ich finden konnte. Danach haßte ich mich und hatte eine wahnsinnige Wut. Aus Trotz verschlang ich zusätzlich noch drei Tafeln Schokolade, obwohl ich längst genug hatte, und die kamen mir plötzlich hoch, einfach so. Ich lief aufs Klo, beugte mich darüber, und alles kam wieder heraus. Mit einem Schlag war das Völlegefühl weg, und ich fühlte mich pudelwohl, rein und leer. So fing es an. Es war auch für mich wie eine Erleuchtung. Ich mußte nicht mehr hungern, ich konnte essen und wurde trotzdem nicht dick.“[34]

Man könnte es fast als Ironie des Schicksals bezeichnen, daß viele Betroffene erst durch einen Artikel über Bulimie oder eine Fernsehsendung auf dieses Verhalten aufmerksam werden und daraufhin beschließen, es auch einmal auszuprobieren. Denn viele erleben das Erbrechen als die ideale Lösung ihres Diätproblems. Sie müssen sich nicht mehr kasteien, können in sich hineinstopfen, was immer sie wollen und werden es hinterher wieder los, um einer Gewichtszunahme vorzubeugen. Daß sie dadurch in einen Teufelskreis hineinrutschen, bemerken sie meist erst, wenn es bereits zu spät ist. „Der ewige Kreislauf von Zu- und Abnehmen beherrschte mein Leben, und ich sah keine Chance, dem zu entkommen“[35] erzählt eine Patientin.

3.4.1. Heißhungerattacken

Eßanfälle (oder Freßanfälle, die Betroffenen empfinden diesen Ausdruck als zutreffender) werden meist genaustens geplant und der gesamte Tagesablauf dreht sich hauptsächlich um die nachmittags oder abends stattfindende Heißhungerattacke. Die Zutaten werden sehr bewußt ausgewählt und eingekauft, obwohl die Betroffenen wissen, daß sie hinterher ja doch wieder alles erbrechen werden. Dennoch wird häufig sehr viel Wert darauf gelegt, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Der Ablauf eines Eßanfalls ist individuell sehr unterschiedlich. Einige Frauen berichten, daß es sich eher um Rituale handelt, die immer nach dem gleichen Schema ablaufen müssen. Andere schlingen die Lebensmittel eher wahllos und ohne Genuß in sich hinein. Dazu wird literweise Mineralwasser oder Milch getrunken, um das Erbrechen zu erleichtern.

Die Einschätzung bulimischer Personen, ab wann ein Eßanfall beginnt, ist individuell sehr unterschiedlich. Die Spannbreite reicht vom Essen eines Nahrungsmittels, das eigentlich auf der Verbotsliste steht (z.B. ein Schokoriegel) bis zum exzessiven Verschlingen riesiger Nahrungsmengen (im Bereich zwischen 1.000 und 10.000 Kalorien). Letzteres wird sehr gut in der nachfolgenden Erzählung beschrieben: „Als ersten Gang aß ich eine große Schüssel Eissalat mit Maiskörnern. Ich hielt das für ein gesundes Essen, das lange in mir sein durfte. Und der Salat war mir beim späteren Erbrechen ein Indikator dafür, daß ich genug wieder herausgebracht hatte. Die Vorbereitung des zweiten Ganges mußte bereits schneller erledigt sein. Entweder bestrich ich sechs bis zehn Brötchen und belegte sie mit Käse, Wurst oder Mayonnaise, oder ich verteilte Brötchenhälften, Frühlingsrollen und Frikadellen auf dem Backblech. Der dritte Gang war durchweg eine eintopfartige Masse, deren Zutaten je nach Lust, Vorrat oder Resten wechselten.“[36]

Wirklich Hungergefühle sind jedoch (nach Becker[37] ) selten der Auslöser einer solchen Attacke. In ihren Augen sind es eher als unangenehm erlebte Gefühlszustände wie Traurigkeit, Langeweile, Enttäuschung, Einsamkeit oder Ängstlichkeit, die ein solches Verhalten bedingen.

[...]


[1] vgl. Gerlinghof / Backmund 1998, Seite 33 ff

[2] vgl. Dahlke 1989, Seite 18

[3] vgl. Gerlinghoff / Backmund 1999, Seite 12

[4] Leibl / Leibl 1996, Seite 23

[5] vgl. Braun, Christina von - Von der „virgo fortis“ zur mordernen Anorexie; in Seidler (Hg.) 1993, Seite 134ff

[6] Becker, Roland (Hg.) 1997, Seite

[7] Gerlinghoff / Backmund 1999, Seite 28

[8] Diagnostisches und statistisches Manuel psychischer Störungen (DSM IV) 1998, Seite 619ff

[9] Gerlinghoff / Backmund / Mai 1993, Seite 108

[10] Gerlinghoff / Backmund 1999, Seite 64

[11] a.a.O. , Seite 74

[12] Diagnostisches und statistisches Manuel psychischer Störungen (DSM IV) 1998, Seite 621

[13] Gerlinghoff / Backmund 1999, Seite 80ff

[14] Becker 1994, Seite 63

[15] Bruch 1998, Seite 42ff

[16] vgl. Gerlinghoff / Backmund 1998, Seite 23

[17] Bruch 1998, Seite 54

[18] Gerlinghoff / Backmund 1998, Seite 53

[19] Weber / Stierlin 1989, Seite 38

[20] Becker 1994, Seite 65

[21] Bruch 1998, Seite 54

[22] Weber / Stierlin 1989, Seite39

[23] vgl. a.a.O., Seite 50

[24] vgl. a.a.O., Seite 9

[25] Becker 1994, Seite 69

[26] Becker 1997, Seite

[27] vgl. Davison / Neale 1996, Seite 521ff

[28] vgl. Gerlinghoff / Backmund 1998, Seite 68ff

[29] Diagnostisches und statistisches Manuel psychischer Störungen (DSM IV) 1998, Seite 625

[30] vgl. Horstkotte-Höcker 1987, Seite 8

[31] Becker 1994, Seite 27

[32] a.a.O., Seite 27

[33] vgl. a.a.O., Seite 40

[34] Gerlinghoff / Backmund 1998, Seite 24

[35] a.a.O., Seite 24

[36] a.a.O., Seite 28

[37] Becker 1994, Seite 45)

Details

Seiten
111
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783832449599
ISBN (Buch)
9783838649597
Dateigröße
2.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220526
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt – Sozialpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
bulimie anorexie therapie adoleszenz systematik

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Anorexie und Bulimie als (inadäquater) Versuch der Adoleszenzbewältigung