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Internationalisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen über das Internet

Diplomarbeit 2001 94 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
I.1 Ausgangslage und Problemstellung
I.2 Zielsetzung der Arbeit

II. Bedeutung und Entwicklungsmöglichkeiten von kleinen und mittelständischen Unternehmen
II.1 Definition von KMU und Abgrenzung gegenüber Großunternehmen
II.2 Die Bedeutung von KMU für die deutsche Volkswirtschaft
II.2.1 Historische Entwicklung
II.2.2 Die soziale Funktion von KMU
II.2.3 Bedeutung des Außenhandels
II.2.4 Bedeutung von KMU für die Beschäftigung von Arbeitnehmern

III. Internationalisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen
III.1 Definition der Internationalisierung
III.2 Internationalisierungsverhalten von KMU
III.3 Formen der Internationalisierung
III.3.1 Export
III.3.2 Lizenzierung
III.3.3 Franchising
III.3.4 Kooperation
III.3.5 Tochtergesellschaft und Direktinvestition
III.4 Zusammenfassung
III.5 Zeitpunkt der Internationalisierung
III.5.1 Die Wasserfallstrategie
III.5.2 Die Sprinklerstrategie
III.5.3 Die kombinierte Strategie

IV. Das Internet als neuer Weg der Internationalisierung
IV.1 Begriffserklärung
IV.1.1 E-Business
IV.1.2 E-Commerce und E-Procurement
IV.2 Unternehmen als Internetnutzer
IV.3 Rahmenbedingung für die Nutzung des Internets im kommerziellen Bereich
IV.3.1 Personelle und technologische Voraussetzungen
IV.3.2 Recht und Sicherheit im Internet
IV.4 Strategien für einen internationalen Internet-Auftritt
IV.5 Chancen einer Internationalisierung über das Internet
IV.5.1 Quantitative Vorteile
IV.5.2 Qualitative Vorteile
IV.6 Risiken einer Internationalisierung über das Internet
IV.6.1 Quantitative Risiken
IV.6.2 Qualitative Risiken
IV.7 Lösungsansätze

V. Case Study

VI. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Formen der Auslandsmarktbearbeitung

Abbildung 2: Pfade der Markteintrittsstrategien

Abbildung 3: Die Wasserfallstrategie

Abbildung 4: Sprinklerstrategie

Abbildung 5: Kombinierte Strategie

Abbildung 6: E-Business

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Exportrate in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße 1994

Tabelle 2: Markteintrittsformen

Tabelle 3: Möglichkeiten der Internationalisierung von KMU

Tabelle 4: Chancen und Risiken einer Internationalisierung über das Internet

Tabelle 5: Zusammenfassung: Probleme und Lösungsansätze

I. Einleitung

I.1 Ausgangslage und Problemstellung

Die Globalisierungstendenz und das Internet sind die Entwicklungen, die das 21. Jahrhundert momentan am meisten beeinflussen. Beide haben nicht nur Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung ganzer Länder, sondern auch auf den Menschen als Individuum.

Das Zusammenwachsen der europäischen Märkte im Rahmen der Europäischen Union, verbunden mit der Einführung des Euro als allen Mitgliedsländern gemeinsame Währung, die Öffnung der osteuropäischen Märkte sowie der weltweite Abbau von Zollschranken sind zunächst einmal politische Entwicklungen, die sich nachhaltig auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auswirken. Vor allem Großunternehmen nutzen die dadurch entstandenen Chancen. Bevölkerungswachstum, technische Innovationen und veränderte Konsumentenbedürfnisse führen darüber hinaus zu neuen Marktstrukturen, die auch kleine und mittelständische Unternehmen[1]dazu zwingen, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten und sich immer wieder auf veränderte Bedingungen einzustellen. Nicht zuletzt dank der technologischen Entwicklung des Internet fällt es diesen zunehmend leichter, auf internationalen Märkten präsent zu sein und grenzüberschreitende Geschäfte zu tätigen.[2]Unterstützend wirkt dabei vor allem die Entwicklung, die das Internet als Kommunikationsmittel in den letzten Jahren durchlaufen hat.

Heutzutage kann sich jeder, der Zugang zu einem Computer hat, problemlos Informationen aus dem Internet beschaffen. Produkte und Dienstleistungen werden immer öfter über das Internet verkauft. Online-Marktplätze, B2B und B2C[3]sind Begriffe geworden, die im Wirtschaftsleben zum Alltag gehören. Vor allem für Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit sichern und ausbauen wollen, sind diese Begriffe und deren Umsetzung von großer Wichtigkeit. Das Internet ist daher in den letzten Jahren zu einer Kommunikationsplattform geworden, die immer mehr an Einfluss gewinnt. Allein in den Jahren 1997–1999 stieg in der Bundesrepublik laut einer Statistik von eurostat das Wachstum der Internetnutzung um 51,4%.[4]Das elektronisch abgewickelte Geschäftsvolumen lag 1999 bei über 5 Mrd. DM und wird voraussichtlich bis zum Jahre 2003 auf ca. 40 Mrd. DM anwachsen.[5]Dies sind Entwicklungen, die für Unternehmen jeglicher Größe von Bedeutung sind. Immer mehr Unternehmen nutzen daher das Medium Internet, um über eigene Websites ihre Präsentation zu intensivieren, die Kommunikation mit bestehenden Kunden und Lieferanten zu verbessern, sowie die Akquisition neuer Kunden mit Hilfe einer weiteren Vertriebsplattform zu erweitern und somit einen Teil dieses Geschäftsvolumens für sich zu beanspruchen. Die klassischen Vertriebswege wie Brief, Telefon und Vertreter werden dabei immer mehr von den Möglichkeiten der „New Economy“, hauptsächlich repräsentiert durch Email, Homepage und Internet Marktplätze, ergänzt.

Trotz aller positiven Effekte, die mit der Globalisierung und der rasanten Entwicklung der Internet-Technologie verbunden sind, stehen viele KMU diesen Veränderungen noch skeptisch gegenüber. Vor diesem Hintergrund soll daher geprüft werden, welche Chancen und Risiken mit dem Einsatz des Internets für ein Unternehmen verbunden sind und welche Möglichkeiten sich vor allem im Hinblick auf Auslandsaktivitäten von KMU durch die Nutzung des Mediums Internet ergeben.

I.2 Zielsetzung der Arbeit

Im Rahmen dieser Arbeit sollen Möglichkeiten und Wege untersucht werden, wie KMU mit Hilfe des Internets grenzüberschreitend tätig werden können. Dabei werden vor allem die Chancen und Risiken betrachtet, die sich ergeben können, wenn ein Unternehmen mit Hilfe des Internets seine Geschäftstätigkeit internationalisiert.

In Kapitel II wird zunächst eine Definition von KMU sowie eine Abgrenzung gegenüber Großunternehmen dargelegt. Darauf folgend wird die historische Entwicklung und die soziale Funktion von KMU dargestellt und anschließend die Bedeutung von KMU für Export und
Beschäftigung aufgezeigt.

Kapitel III wird eine Definition des Begriffes Internationalisierung beinhalten und die einzelnen Formen und Timing-Strategien der Internationalisierung im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit für KMU untersuchen. Nach einer kurzen Zusammenfassung dieses Kapitels, wird in Kapitel IV, auf das Internet als neuen Weg für die Internationalisierung eingegangen. Auch hier wird zunächst eine Definition der Begrifflichkeiten im Umfeld des Internets gegeben, um dann auf Rahmenbedingungen der Internetnutzung, im besonderen Recht und Sicherheit, aber auch personelle Rahmenbedingungen, einzugehen. Strategien einer Internetnutzung und die Chancen und Risiken die dabei entstehen können, folgen dann im weiteren Verlauf von Kapitel IV. Den Abschluss bildet eine Auflistung von Problemen und Lösungsmöglichkeiten. Ziel dieses Kapitels ist es, einen Leitfaden für KMU zu erstellen, der die Chancen und Risiken der Internetnutzung für Unternehmen aufzeigt und Lösungsmöglichkeiten anbietet.

Anhand einer Case Study wird in Kapitel V untersucht, welchen Problemen sich ein KMU in der Praxis zu stellen hat, wenn es Geschäftsprozesse auf das Internet umstellt und welche Chancen sich durch eine solche Umstellung ergeben können. Abschließend gibt Kapitel VI eine Zusammenfassung der gesamten Arbeit wieder.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, neben einer Aufstellung der Chancen und Risiken einer Internationalisierung über das Internet, Lösungsmöglichkeiten bei Problemen darzustellen und so das Interesse von KMU für das Medium Internet zu steigern. Es sollen die Gefahren, aber auch die Möglichkeiten aufgezeigt werden, die sich durch das Internet einem KMU bieten. Außerdem sollen Anregungen gegeben werden, wie eine Nutzung dieser Möglichkeiten für das eigene Unternehmen aussehen könnte.

II. Bedeutung und Entwicklungsmöglichkeiten von kleinen und mittelständischen Unternehmen

Dieses Kapitel wird, neben einer Definition und Abgrenzung von KMU gegenüber Großunternehmen, die Bedeutung dieser Unternehmen für die deutsche Wirtschaft in Bezug auf Beschäftigung und Export herausstellen. Hierfür wird beispielhaft zunächst die historische Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg dargestellt, um dann auf die soziale Funktion mittelständischer Unternehmen einzugehen. Abschließend wird dann die Bedeutung von KMU für den Außenhandel und das Beschäftigungsniveau dargestellt.

II.1 Definition von KMU und Abgrenzung gegenüber Großunternehmen

Hier wird zunächst auf allgemeine, KMU beschreibende Hauptmerkmale eingegangen, um dann neben möglichen quantitativen Abgrenzungskriterien auch auf qualitative Abgrenzungskriterien einzugehen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass KMU eigenständige und rechtlich selbständige Unternehmen sind, in denen der mittelständische Unternehmer meist Kapitalgeber und Risikoträger ist. Meist ist in KMU von einer Entscheidungszentralisation durch den Eigentümer-Unternehmer auszugehen.[6]Strategische Nachteile gegenüber Großunternehmen entstehen KMU durch begrenzte Managementkapazitäten, beschränkte Organisationspotentiale und im Besonderen durch unzureichende Finanzierungspotentiale. Letztere lassen sich durch die schlechteren Kreditbedingungen erklären, die KMU in Deutschland und Europa im Gegensatz zu Großunternehmen eingeräumt werden.[7]

Die folgende Definition mittelständischer Unternehmen mit Hilfe quantitativer Kriterien ist eine der am häufigsten genutzten Definitionen.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.1: Zuordnung Unternehmensgröße zu Beschäftigtenzahl und Umsatz[9]

Erstes Kriterium für die Einteilung der Unternehmen ist demnach die Zahl der Beschäftigten. Erst im zweiten Schritt wird der Umsatz als Abgrenzungskennzahl relevant. Zu beachten ist, dass auch bei Unternehmen, die mehr als den aus der Tabelle zugewiesenen Umsatz pro Jahr generieren, die Beschäftigtenzahl vorrangig ist.

Es können allerdings noch weitere ergänzende quantitative und qualitative Kriterien herangezogen werden, um eine Abgrenzung des Mittelstandes gegenüber Großunternehmen vorzunehmen. Zu den bereits oben genannten quantitativen Abgrenzungskriterien können die Bilanzsumme, der Eigenkapitalanteil oder der Gewinn, umgerechnet auf die Mitarbeiterzahl, Maschinen-, Material- und Personalkosten, weitere Kriterien für die Abgrenzung von KMU gegenüber Großunternehmen sein.[10]Vorteil dieser Kriterien ist, dass die Ermittlung entsprechender Messzahlen mit Hilfe von im Unternehmen aufgestellten Bilanzen sehr leicht ist. Nachteilig bei dieser Methode ist die Tatsache, dass alle Zahlen stichtagsbezogen sind und subjektiv ermittelt werden.

Qualitative Abgrenzungskriterien, die Aufschlüsse über das Wesen mittelständischer Unternehmen geben, können die Rechtsform, unter der die Firma operiert[11]oder das Verhältnis zwischen Eigentümer und Management sein. Ist letzteres zum Beispiel durch einen patriarchalischen Firmeneigentümer geprägt, der die meisten Entscheidungen in der Firma selbst trifft und für das Marktrisiko in vollem Umfang haftet, liegt der Schluss auf ein KMU nahe. Gruppenentscheidungen sind in diesen, meist im Familienbesitz befindlichen Firmen, kaum zu finden.[12]Die qualitativen Kriterien haben den Vorteil, dass sie für den Mittelstand typische Kategorien reflektieren. Problematisch bei solchen Kennzeichen ist jedoch, dass dafür keine quantifizierbaren Hilfsgrößen festgelegt werden können, da z.B. schwierig messbar ist, wie das Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Untergebenem ist.

Für diese Arbeit wird die Definition des IfM Bonn mit den quantitativen Kriterien Beschäftigtenzahl und Umsatz als alleinige Definition für KMU aus den oben genannten Gründen angewendet.

II.2 Die Bedeutung von KMU für die deutsche Volkswirtschaft

Nachfolgend wird die Bedeutung mittelständischer Unternehmen für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft dargestellt. Dabei wird neben der historischen Entwicklung von KMU die „soziale Funktion“ mittelständischer Unternehmen beschrieben. Abschließend werden einige, die Wichtigkeit des Mittelstandes unterstreichende, Kennzahlen aufgeführt. Da sich KMU international meist im Ex- oder Import betätigen, und zusätzlich in KMU ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung beschäftigt ist, werden hier der Export und die Beschäftigung besonders betrachtet.

II.2.1 Historische Entwicklung

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges war die Angst vor einer erneuten politischen Einflussnahme weniger Großunternehmen, die nach vorherrschender Meinung die Entwicklung und Machtübernahme des Nationalsozialismus in Deutschland begünstigt hatten, groß. Diese Angst war ausschlaggebend dafür, dass unter der Regierung von Konrad Adenauer mit „wohlwollendem“ Verhalten gegenüber den mittelständischen Betrieben regiert wurde. Verstaatlichungsmaßnahmen großer Unternehmen auf der einen Seite, aber auch die Förderung einer mittelständischen Wirtschaftsstruktur auf der anderen Seite, sollten einer Konzentration wirtschaftlicher Macht, und damit einer Monopolisierung, entgegenwirken und gleichzeitig die deutsche Wirtschaft ankurbeln.[13]Kleine und mittelständische Unternehmen wurden dazu bestimmt, die Aufrechterhaltung eines „gesunden“ Wettbewerbs zu garantieren und zu helfen, das „Ziel einer demokratischen und damit freiheitlich pluralistischen Gesellschaftsordnung“[14], zu erreichen. Diese Entwicklung wurde von Ludwig Erhard und seiner ordoliberalistischen Politik weiter gefördert, was dazu geführt hat, dass KMU heute einen Anteil von 99,6% am Unternehmensbestand in Deutschland haben.[15]

Grundsätzlich entsprechen dieser Zielsetzung einige wesentliche Charakteristika, die bei den KMU schon in dieser Zeit zu beobachten waren. Hierzu zählen vor allem Flexibilität, Individualität, Kreativität und Spezialisierung des Geschäftszweiges. Dies sind Elemente, die auch im heutigen Internetzeitalter immer noch wesentliche Voraussetzungen für den Unternehmenserfolg von KMU darstellen.

II.2.2 Die soziale Funktion von KMU

Die Beteiligung von kleinen und mittelständischen Unternehmen am Wirtschaftsprozess bietet auch einer größeren Zahl von Menschen die Chance, Einfluss auf die Wirtschaft und ihre Entwicklung zu nehmen und somit die Versorgung der Konsumenten mit einer differenzierten Auswahl von Waren und Dienstleistungen sicherzustellen. Insofern kann man von einer „sozialen Funktion des Mittelstandes“ sprechen. Der Wille, Risiken zu übernehmen, Kreativität und das Streben nach Erfolg sind nur einige Eigenschaften, die selbständige Unternehmer auszeichnen. Sie steigern damit die Selbstentwicklung und die Selbsterfüllung der Wirtschaft.[16]

Die bis hierher aufgezeigte Bedeutung des Mittelstandes für die deutsche Wirtschaft wird auch durch Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn[17]unterstrichen. So lag der Anteil der KMU an der Bruttowertschöpfung in Deutschland 1998 bei insgesamt 57% und der Anteil des Mittelstandes an den gesamten Bruttoinvestitionen 1999 bei ca. 46%.[18]

II.2.3 Bedeutung des Außenhandels

Der folgende Abschnitt widmet sich den Exporttätigkeiten von KMU. Anhand der Exportrate als Kennzahl für den Außenhandel wird gezeigt, dass mittelständische Unternehmen auch bei Exportgeschäften eine wichtige Rolle spielen und auch in diesem Bereich des deutschen Handels zu einer festen Größe geworden sind. Im Folgenden wird daher das Internationalisierungspotential von KMU aufgezeigt.

Die Außenwirtschaft hatte schon immer eine große Bedeutung für den deutschen Handel. Auch kleine und mittelständische Unternehmen haben daran einen bedeutenden Anteil, wie aus der folgenden Tabelle ersichtlich wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Exportrate in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße 1994[19]

Diese Zahlen haben sich in den letzten Jahren noch weiter zugunsten der KMU verschoben, ihr Anteil am Export ist also noch höher geworden. Bei einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 4,2% und einem Exportwachstum von 17% im Jahre 2000 ist davon auszugehen, dass KMU einen wesentlichen Anteil an diesem Wachstum haben und dies auch in Zukunft haben werden.[20]

Eine Studie des Europäischen Observatoriums für KMU stellte darüber hinaus 1995 fest, dass die Exporttätigkeit der KMU mit der Größe der Firma und der Anzahl der Angestellten steigt. Je größer also das Unternehmen, desto eher wird es Produkte in andere Länder exportieren und dadurch seine Marktanteile auf dem jeweiligen Markt erhöhen.[21]

Neben den direkten Exportgeschäften sind KMU auch indirekt am Export beteiligt. Als Zulieferer von Zwischenprodukten für Großunternehmen, z.B. Fertigmodule für die Autoindustrie, haben sie einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an der gesamten Wertschöpfungskette. Insofern ist die Bedeutung von kleinen und mittelständischen Unternehmen für die deutsche Wirtschaft deutlich höher, als es die bereits dargestellten direkten Exportdaten wiedergeben können.[22]

II.2.4 Bedeutung von KMU für die Beschäftigung von Arbeitnehmern

Dieser Abschnitt behandelt die Auswirkungen der Aktivitäten von KMU auf die Beschäftigtenzahlen in Deutschland. Aktuelle Zahlen unterstreichen die Bedeutung des unternehmerischen Mittelstandes. Zusätzlich soll gezeigt werden, dass KMU einen wichtigen Anteil an der quantitativen und qualitativen Beschäftigtensituation in Deutschland haben.

Aktuelle Erhebungen des IfM Bonn zeigen, dass in kleinen und mittelständischen Unternehmen 70% der erwerbstätigen Bevölkerung Deutschlands beschäftigt sind.[23]Einen besonderen Aspekt stellt dabei die Situation der Auszubildenden dar. 1997 waren 1,2 Millionen Auszubildende bei KMU angestellt. Dies entspricht ca. 80 % der Gesamtzahl an Auszubildenden in der deutschen Wirtschaft.[24]Frenkel und Fendel sind der Meinung, dass das System der dualen Ausbildung in Deutschland ohne Mitwirkung von KMU gar nicht möglich wäre. Viele der Auszubildenden wechseln nach Abschluss der Lehre jedoch zu Großunternehmen und wollen nicht weiter in ihrem Ausbildungsbetrieb bleiben.[25]Dies ist jedoch kein Grund für mittelständische Unternehmen, die Ausbildungsmöglichkeiten einzuschränken und weniger bzw. gar keine Lehrstellen mehr anzubieten, denn diese Fluktuationsrate ist immer noch geringer als die Recruitingraten, die mit Hilfe der Ausbildungsprogramme erreicht werden. KMU tragen somit durch das Angebot von Lehrstellen auch zur Erhöhung der Humankapitalbasis der Großunternehmen und der deutschen Wirtschaft allgemein bei.[26]

Auch zur Stabilisierung der Beschäftigtensituation auf dem deutschen Arbeitsmarkt leisten KMU einen großen Beitrag.[27]So ist es in einer Rezessionsphase für einen kleinen Betrieb schwierig, Mitarbeiter zu entlassen, die eine spezielle Tätigkeit im Betrieb wahrnehmen, die für den Bestand des Unternehmens unverzichtbar ist. Für Großunternehmen ist es beispielsweise eher möglich, eine frei werdende Stelle im Rechnungswesen nicht neu zu besetzen, als auf den einzigen Mitarbeiter in der Buchhaltung eines KMU zu verzichten. Dies führt dazu, dass KMU in einer Rezessionsphase eine vergleichsweise hohe Mitarbeiterzahl halten können.[28]

Hinzu kommt, dass für kleine und mittelständische Betriebe in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs höhere Fixkosten durch Anstellung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter entstehen, als für Großunternehmen, die „economies of scale“ auch für diesen Bereich ausnutzen können. Dieser Sachverhalt führt dazu, dass in einer Phase prosperierender Wirtschaft von KMU weniger zusätzliche Einstellungen vorgenommen werden und der bestehende Mitarbeiterstamm neue Aufträge durch Überstunden bewältigen muss. In einer Rezessionsphase hingegen kann ein KMU eine vergleichsweise hohe Mitarbeiterzahl haben.[29]

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass KMU durch ihre historische Entwicklung und ihre soziale Funktion, vor allem aber durch ihr Engagement im Beschäftigungsbereich und ihre Exporttätigkeiten eine tragendes Element der deutschen Wirtschaftsentwicklung bilden. Angesichts der neuen Entwicklungen auf den internationalen Märkten sehen sich allerdings immer mehr KMU veranlasst, über eine grenzüberschreitende Geschäftsabwicklung nachzudenken. Diese Thematik wird im nachfolgenden Kapitel genauer behandelt.

III. Internationalisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen

Im Zeitalter der Globalisierung ist für große Unternehmen eine Internationalisierung der Geschäftsbeziehungen zum festen Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden. Hier wird deshalb neben einer Definition des Begriffes Internationalisierung auf Formen und Strategien der Internationalisierung eingegangen. Insbesondere werden diese Formen und Strategien auf ihre Anwendbarkeit auf KMU untersucht. Da sich die mit einer Internationalisierung verfolgten Ziele von KMU von denen der Großunternehmen unterscheiden, wird unter Punkt III.2 zunächst auf die jeweilige Internationalisierungsform eingegangen, um dann eine Aussage darüber zu machen, ob diese zur Erreichung der Internationalisierungsziele von KMU geeignet ist oder nicht. Im letzten Teil des Kapitels werden Internationalisierungsstrategien dargestellt, deren Anwendbarkeit ebenfalls speziell für KMU und deren Zwecke bewertet werden.

III.1 Definition der Internationalisierung

Der Begriff der Internationalisierung findet in der Literatur eine Vielfalt von Erklärungsansätzen. Es ist schwierig eine einheitliche Definition festzulegen, da die jeweiligen Ansätze das Thema von unterschiedlichen Seiten angehen. Eine Differenzierung in eine gesamtwirtschaftliche und eine einzelwirtschaftliche Betrachtungsweise wie sie D. Ernst durchführt, erscheint daher ratsam, um hier eine klare Abgrenzung zu erreichen.[30]

Gesamtwirtschaftlich betrachtet steht der Begriff Internationalisierung für „die Zunahme der internationalen Verflechtungen zwischen den Wirtschaftssubjekten sowie für die ökonomische Integration von Ländern und Regionen über politische Grenzen hinweg“.[31]Hier wird vom Abbau tarifärer Handelsbarrieren zwischen den einzelnen Ländermärkten über das Zusammenwachsen der Märkte zu freien Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrszonen[32], bis hin zu einem „weltumfassenden Beziehungsgefüge“ alles mit eingeschlossen.[33]

Einzelwirtschaftlich betrachtet wird zwischen einer funktionsbereichsspezifischen Erklärung des Begriffes Internationalisierung, die von einem internationalen Marketing, Absatz, Personalmanagement, Produktionsmanagement etc. spricht, und einer funktionsbereichsübergreifenden Erklärung, die Internationalisierung als eine „Ausdehnung der Aktionsmöglichkeiten der Unternehmung auf andere Länder“ versteht, unterschieden.[34]

Einigkeit herrscht in der Meinung, dass die Auslandstätigkeit eines Unternehmens „zumindest eine wesentliche Rückwirkung“ auf die bisher auf dem Heimatmarkt durchgeführten geschäftlichen Operationen sowie auf das Unternehmen und seine Struktur haben muss, bevor man von einem internationalen Unternehmen sprechen kann. Einmalige Transaktionen mit ausländischen Unternehmen reichen dabei nicht aus.[35]Weitergeführt wird dies in der Definition von Löser, der von Internationalisierung spricht, wenn „zur Erschließung oder Sicherung von Auslandsmärkten eine Direktinvestition getätigt wird, die es ermöglicht, eine oder mehrere strategisch relevante Aktivitäten eines Unternehmens regelmäßig außerhalb des Heimatlandes auszuführen.“[36]Zu den strategisch relevanten Aktivitäten eines Unternehmens zählen demnach die zur physischen Leistungserstellung und dem Verkauf von Produkten direkt, aber auch indirekt, beitragenden Aktivitäten, die sich auch in Porters Wertschöpfungskette bei den unterstützenden und primären Aktivitäten eines Unternehmens wiederfinden.[37]

Zur Bestimmung des Internationalisierungsgrades eines Unternehmens werden meist quantitative und qualitative Indikatoren herangezogen. In Anlehnung an Krystek und Zur zählen zu den quantitativen Indikatoren die Exportquote eines Unternehmens, der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz, die Anzahl der Beschäftigten im Ausland, die Anzahl der ausländischen Tochtergesellschaften und die Höhe der ausländischen Direktinvestitionen.

Eine ausschließlich quantitative Bestimmung des Internationalisierungsgrades eines Unternehmens erscheint aber nach Perlitz aufgrund der „Heterogenität verschiedener Branchen und Unternehmen und aufgrund inadäquater Messkonzepte“ problematisch.[38]

Bei den qualitativen Indikatoren wird von einem internationalen Unternehmen gesprochen, wenn Auslandsaktivitäten zur „Erreichung und Sicherstellung von Unternehmenszielen von wesentlicher Bedeutung sind“.[39]Da gerade KMU sich erst mit wachsender Unternehmensgröße zunehmend an Exportgeschäften beteiligen und Investitionen im Ausland tätigen, um die Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu sichern, erscheint die letztere Beschreibung eines internationalen Unternehmens besonders für KMU verwendbar.[40]

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass eine Differenzierung in eine gesamtwirtschaftliche und eine einzelwirtschaftliche Definition der Internationalisierung zur Begriffsklärung durchgeführt werden muss und, dass der Begriff der Internationalisierung je nach Betrachtungswinkel verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zulässt. Hier wird, wenn im Folgenden von Internationalisierung die Rede ist, von einer grenzüberschreitenden Ausdehnung sämtlicher Unternehmensaktivitäten zur Erreichung und Sicherstellung der Unternehmensziele gesprochen.

III.2 Internationalisierungsverhalten von KMU

Die Spezialisierung, z.B. auf Nischenprodukte, ist eine Chance von KMU, sich durch gezielten Einsatz begrenzter Ressourcen wie Kapital und Personal gegenüber anderen KMU und teilweise auch Großunternehmen am Markt zu behaupten. Denn für einen globalen Markt entwickelte und durch „economies of scale“ kostengünstig produzierte Produkte sowie weltweit aufgebaute Vertriebsnetze, sind Rahmenbedingungen für Großunternehmen, die KMU nicht zur Verfügung stehen. Insofern ist eine für Konkurrenten spürbare Ausdehnung der Marktanteile für KMU sehr schwierig.

Das Internationalisierungsverhalten von KMU beschränkt sich deswegen meist auf den Export bzw. den Import von Gütern und Dienstleistungen. Erst mit steigender Unternehmensgröße können auch andere Arten der Auslandsaktivitäten, wie die Verlagerung von Wertschöpfungsaktivitäten ins Ausland, Lizenzierung, Franchising, oder das Eingehen von Managementkontrakten sowie die verschiedensten Kooperationsformen, beobachtet werden.[41]

Einflussgrößen, die das Internationalisierungsverhalten von KMU bestimmen, sind vor allem Umweltmerkmale, unternehmensinterne Bedingungen, der Unternehmer selber und im Umfeld des Unternehmens kursierende Ideen.[42]In empirischen Untersuchungen zu den umweltbedingten Auslösern für Exportaktivitäten wurden insbesondere nicht selbst initiierte Aufträge aus dem Ausland, gesättigte Heimatmärkte, Rezession im Inland, hoher Wettbewerbsdruck auf dem Inlandsmarkt, sowie die Aussicht auf höhere Gewinne auf Auslandsmärkten ermittelt.[43]

Unternehmensinterne Einflussgrößen, physische, finanzielle und intangible Ressourcen, können gerade bei kleinen Unternehmen eine Internationalisierung auslösen oder auch hemmen. Das Vorhandensein von überschüssigen Ressourcen, wie beispielsweise Investitionskapital oder Rohstoffen, unternehmensspezifischen Wettbewerbsvorteilen in einzelnen Unternehmensbereichen, aber auch die Einzigartigkeit eines Produktes können hier als Auslöser für eine Internationalisierung genannt werden.[44]

Da KMU typischerweise Familienbetriebe sind und der Unternehmer eine zentrale Machtposition inne hat, hängt besonders die Initiierung und Realisierung von Entscheidungen von der Einstellung des Unternehmers ab. Der Sinn für Unternehmenstraditionen, die Einstellung zu Risiko und Sicherheit, gegenüber Wandel, Veränderung und Unabhängigkeit können ausschlaggebend für den Entschluss zur Internationalisierung sowie die Wahl der Internationalisierungsform sein.[45]

Schließlich können auch die im Umfeld des Unternehmens kursierenden Ideen dazu beitragen, dass ein Unternehmer sich zur Internationalisierung seines Unternehmens entscheidet. Internationalisierungsaktivitäten werden dann in Betracht gezogen, wenn sie von „politischen Organen, Beratern, Wissenschaftlern, Journalisten oder Kammern für bestimmte aktuelle Situationen als relevante oder gar notwendige Lösung herausgestellt werden.“[46]In Bezug auf KMU können das beispielsweise spezielle EU-Förderprojekte, wie das „Mehrjahresprogramm für kleine und mittelständische Unternehmen in der Europäischen Union (1997-2000)“ oder Informationsveranstaltungen zur internationalen Geschäftstätigkeit von IHK, BMWI und dem IfM Bonn sein.[47]

Einer Internationalisierung entgegen wirken häufig das Nichterkennen der Auslandsnachfrage, tarifäre und nicht tarifäre Handelsbarrieren, wie Zölle, oder politische Unsicherheiten auf dem Auslandsmarkt, hohe Transport- und Transaktionskosten, sowie ein mit den Auslandsaktivitäten steigender Verwaltungsaufwand. Ein Scheitern der Internationalisierungsbestrebungen von KMU ist daher meist auf die Unfähigkeit der Anpassung an diese Gegebenheiten aufgrund mangelnder Ressourcen und Erfahrung mit Auslandsmärkten zurückzuführen.[48]

III.3 Formen der Internationalisierung

Im Gegensatz zu Großunternehmen, die als Internationalisierungsziel meist die Ausdehnung der Wertschöpfungsaktivitäten haben, also wachstumsorientiert sind, stehen bei KMU Ziele wie die Aufrechterhaltung ihrer Unabhängigkeit und ihrer Überlebensfähigkeit im Vordergrund.[49]Diese Ziele müssen auch bei der Internationalisierungsform und -strategie mit berücksichtigt werden, denn nicht mit jeder Form der Internationalisierung kann jedes Unternehmensziel unterstützt bzw. erreicht werden. Im Folgenden werden daher die einzelnen Formen der Internationalisierung dargestellt und auf ihren Nutzen für die speziellen Bedürfnisse von KMU und deren unterschiedlichen Internationalisierungsziele hin untersucht.

Man unterscheidet die Internationalisierungsformen Export, Lizenzierung, Franchising, Kooperationen und Direktinvestitionen/Tochtergesellschaften.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Formen der Auslandsmarktbearbeitung[50]

Da diese weiter unterteilt werden können, entsprechend dem jeweiligen Ressourceneinsatz oder den Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten, wird im Folgenden auf jede Form einzeln eingegangen und ihre Bedeutung im Hinblick auf eine Internationalisierung von KMU betrachtet.

III.3.1 Export

Die verschiedenen Formen des Exports (direkter und indirekter Export) bilden in der Regel den Ausgangspunkt eines Internationalisierungsbestrebens von Unternehmen. Besonders für KMU ist ein Einstieg über den Export empfehlenswert, da so erste Erfahrungen mit Auslandsmärkten gesammelt werden können, ohne dass das Risiko eines Fehlschlages allzu groß wäre.[51] Generelle Vorteile dieser Internationalisierungsstrategie liegen in der allgemeinen Erlössteigerung, der Stückkostenabsenkung durch erhöhten Absatz und einer Verlängerung der Produktlebenszyklen, sowie in einer guten Kommunikation zwischen den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette[52], da die Produktion weiterhin im Heimatland verbleibt.[53] Grenzen einer Internationalisierung durch eine Exporttätigkeit können in höheren Produktions- und Logistikkosten liegen. Auch kann die geographische Distanz eine schnelle Anpassung an geänderte Kundenpräferenzen erschweren und so zu Wettbewerbsnachteilen führen.[54] Gerade KMU sollten den letzten Punkt beachten, da in der schnellen Reaktion auf Änderungen der Anforderungen einer ihrer Vorteile gegenüber Großunternehmen liegt.

Beim indirekten Export verläuft laut Backhaus die „Kontaktanbahnung, Auftragsakquisition und die Lieferung des Produktes über zwischengeschaltete, rechtlich und wirtschaftlich selbständige Dritte zumeist mit Sitz im Ländermarkt“.[55]Sämtliche Funktionen, Kosten und Risiken werden dabei vom sogenannten Absatzmittler übernommen.[56]Absatzmittler können in diesem Fall ein inländischer Exporteur, eine internationale Handelsgesellschaft, die Einkaufsniederlassung eines ausländischen Unternehmens, ein unternehmenseigenes Handelshaus, ein Exportkommissionär oder ein Gemeinschaftsexportunternehmen sein.[57]Da sich diese Prägung der Internationalisierung ohne unternehmensinterne Anpassungen mit Hilfe des länder- und branchenspezifischen Know-hows und den Kundenkontakten des Absatzmittlers durchführen lässt, spricht sie gerade Unternehmen wie KMU mit begrenzten Ressourcen und einer gewissen Risikoscheue gegenüber einem Auslandsengagement an. Gegen einen ersten Schritt der Internationalisierung über den indirekten Export spricht die Abhängigkeit vom Absatzmittler und die Beschränkung der Freiheit bei der Wahl der absatzpolitischen Instrumente. Diese und auch das Produktportfolio können nicht mehr frei bestimmt werden und sind abhängig vom Interesse des Absatzmittlers.[58]

Der direkte Export ist der meist auf den indirekten Export folgende Schritt der Internationalisierung. Hierbei handelt es sich um eine durch den Produzenten „selbst zu verantwortende, grenzüberschreitende Vermarktung der eigenen Produkte“.[59]Unterschieden werden die Formen Direktvertrieb, Einschaltung ausländischer Absatzmittler und die Errichtung einer eigenen Verkaufseinheit.[60]Vorteilhaft beim direkten Export ist die Möglichkeit einer zielgerichteten Distributions-, Preis- und Promotionspolitik durch Interaktion mit dem Kunden. Im Gegensatz dazu müssen allerdings genügend Ressourcen sowie das Wissen um den jeweiligen ausländischen Markt vorhanden sein, um eine zielgerichtete Vermarktung zu ermöglichen.[61]Zusätzlich kann die Regierung eines jeden Ländermarktes einen direkten Export durch das Oktroyieren von Zöllen oder sonstigen administrativen und rechtlichen Bestimmungen behindern, was gerade für KMU ein großes Risiko bedeutet, da sie nicht dieselben Möglichkeiten wie Großunternehmen haben, diese Hindernisse zu überwinden.[62]

Da der Export, wie bereits oben erwähnt, als Internationalisierungsform meist nur als Einstiegsform angesehen wird, gibt die nachfolgende Abbildung einen Überblick über weitere Internationalisierungspfade, die ein Unternehmen verfolgen kann. Dies vermag dann erforderlich werden, wenn die bisher exportierte Menge an Waren oder Dienstleistungen zu groß wird und sich dadurch Franchising, Lizenzierung oder die Einschaltung eines Absatzmittlers empfiehlt, oder, wenn ein Joint Venture mit einem anderen Unternehmen einen höheren Gewinn einbringen und zu Wettbewerbsvorteilen führen kann.

[...]


[1]Im Folgenden KMU genannt.

[2]Vgl. A) BMWI, (2000), S.8.

[3]B2B= Business-to-Business; B2C= Business-to-Consumer.

[4]Vgl. eurostat (2001), S.4.

[5]Vgl. B) BMWI, (2000), S.52.

[6]Vgl. Wick, V. (2000), S.16.

[7]Vgl. Homepage der Friedrich Ebert Stiftung.

KMU müssen einen um zwei bis fünf Prozentpunkte höheren Zinssatz als Großunternehmen in Kauf nehmen.

[8]Vgl. hierzu das vom deutschen Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlichte Papier „Definition und gesamtwirtschaftlicher Stellenwert des Mittelstandes“.

[9]Vgl. Homepage des Institutes für Mittelstandsforschung Bonn

[10]Vgl. Wick, V. (2000), S.13.

[11]Vgl. Frenkel/ Fendel (1999), S.4. (GmbH, AG, KG)

[12]Vgl. Gruhler, W. (1994), S. 19-24.

[13]Vgl. Gruhler, W. (1994), S. 91-93.

[14]Vgl. Wick, V. (2000), S.22.

[15]Vgl. Fischer Wirtschaftslexikon: Ordoliberalismus = Von Wissenschaftlern der Freiburger Schule um W. Eucken und F. Böhm entworfene und von L. Erhard in den 50er Jahren weitgehend umgesetzte Wirtschaftsordnung (soziale Marktwirtschaft). Erstes Ziel ist die individuelle Freiheit, die durch eine Wirtschaft mit weitgehend freiem Wettbewerb auf allen Märkten und privatem Eigentum an den Produktionsmitteln gewährleistet werden soll. Auf dieser Grundlage soll der Preismechanismus die optimale Allokation der Produktionsfaktoren, Vollbeschäftigung und eine leistungsgerechte Primärverteilung sichern. Der Staat hat dabei die für eine derartige dezentralisierte und gewinngesteuerte Organisation des Wirtschaftsgeschehens notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und insbesondere für die Einhaltung der von ihm etablierten Wettbewerbsordnung zu sorgen. (www.xipolis.net/werke/fiwilex.html).

Vgl. Homepage des IfM Bonn.

[16]Vgl. Zeitel, G. (1990), S. 24-42.

[17]Institut für Mittelstandsforschung in Bonn = IfM Bonn.

[18]Vgl. Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn.

[19]Vgl. Frenkel/Fendel (1999), S.14.Eine aktuellere Tabelle war zu diesem Zeitpunkt nicht auffindbar.

[20]Vgl. DIHK (2001), S.1.

Leider waren zu diesem Zeitpunkt keine aktuellen Zahlen zu finden, die den Anteil von KMU am deutschen Export darstellen.

[21]Vgl. Frenkel/Fendel (1999), S.14-17.

[22]Vgl. ebenda, S.14.

[23]Vgl. Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn.

[24]Vgl. ebenda.

[25]Vgl. Frenkel/Fendel (1999), S.20-21.

[26]Vgl. ebenda.

[27]Vgl. ebenda, S.14-17.

[28]Vgl. Frenkel/Fendel (1999), S.14-17.

[29]Vgl. ebenda.

[30]Vgl. Ernst, D. (1999), S.12-17.

[31]Vgl. ebenda.

[32]Beispiele hierfür sind EU, NAFTA, ASEAN (EU= Europäische Union, NAFTA= North American Free Trade Agreement, ASEAN= Association of South East Asian Nations).

[33]Vgl. Ernst, D. (1999), S.12-17.

[34]Vgl. Perlitz M. (1993), S.7-9.

[35]Vgl. Kaufmann, F. (1996), S.6.

[36]Vgl. Löser, B. (2000), S.24.

Zu den Wertschöpfungsaktivitäten nach Porter (Vgl. Porter (1992), S. 62) zählen die primären und unterstützenden Aktivitäten. Primäre Aktivitäten umfassen die Eingangslogistik, Operationen, Marketing & Vertrieb, Ausgangslogistik und Kundendienst. Zu den unterstützenden Aktivitäten zählen die Unternehmensinfrastruktur, Personalwirtschaft, Technologieentwicklung und Beschaffung.

[37]Vgl. ebenda.

[38]Vgl. Perlitz M. (1993), S.7-9.

[39]Vgl. Ernst, D. (1999), S.12-17.

[40]Vgl. Kaufmann, F. (1996), S.6-8.

[41]Vgl. Baird et al. (1994), S.48-59.

[42]Vgl. Bamberger/ Evers (1995), S.7-10.

[43]Vgl. Miesenböck, K. (1988), S.42-61.

[44]Vgl. Yaprak, A. (1985), S.72-83.

[45]Vgl. Pfohl/ Kellerwessel (1990), S.1-23, sowie Bijmolt/ Zwart (1994), S.69-83.

[46]Vgl. Bamberger/ Evers (1995), S.12f.

[47]Vgl. Homepage der Europäischen Union.

IHK= Industrie- und Handelskammer, BMWI= Bundesministerium für Wirtschaft, IfM= Institut für Mittelstandsforschung.

[48]Vgl. Bamberger/ Evers (1995), S.7-10.

[49]Vgl. ebenda, S.5.

[50]Vgl. Gutman/ Kabst (2000), S.17.

[51]Vgl. Bamberger/ Evers (1995), S.20.

[52]Zu den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette nach Porter zählen die primären und unterstützenden Aktivitäten. Primäre Aktivitäten umfassen die Eingangslogistik, Operationen, Marketing & Vertrieb, Ausgangslogistik und Kundendienst. Zu den unterstützenden Aktivitäten zählen die Unternehmensinfrastruktur, Personalwirtschaft, Technologieentwicklung und Beschaffung. (Vgl. Porter (1992), S. 62).

[53]Vgl. Löser, B. (2000), S.104-106.

[54]Vgl. ebenda.

[55]Vgl. Backhaus, K. (1998), S.138f.

[56]Vgl. Meffert, H. (1998), S.125.

[57]Vgl. ebenda.

[58]Vgl. Albaum,/ Strandskov (1989), S.169.

Sobald das Produkt nicht mehr rentabel ist, muss der Produzent mit dem Wegfall des Distributionskanals rechnen.

[59]Vgl. Löser, B. (2000), S.105f.

[60]Vgl. ebenda.

[61]Vgl. Naumann/ Lincoln (1991), S. 67.

[62]Vgl.ebenda.

Details

Seiten
94
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832449001
ISBN (Buch)
9783838649009
Dateigröße
773 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220469
Institution / Hochschule
Universität Paderborn – Wirtschaftswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
internet internationalisierungsformen wasserfall- sprinklerstrategie

Autor

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Titel: Internationalisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen über das Internet