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Perspektiven des E-Business aus Sicht des Einkaufs eines Konzerndienstleistungsunternehmens

Diplomarbeit 2000 110 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

A. Theoretischer Teil
1. Aufgaben und Entwicklung des Einkaufs
1.1 Begriffsbestimmung
1.1.1 Der Einkauf
1.1.2 Beschaffung
1.1.3 Supply Chain Management
1.1.4 E-Business/E-Commerce
1.1.5 Electronic-Procurement
1.2 Einkaufsentwicklung durch Electronic Procurement
1.2.1 Business-to-Business Procurement
1.2.2 Erfolgspotentiale des Business to Business Procurement
1.3 Der Elektronische Datenaustausch
1.3.1 EDI
1.3.2 EDIFACT
1.3.3 Web-EDI / XML-EDI
2 Technische Voraussetzungen für die Nutzung von E-Business
2.1 Einsatzbereiche von Rechnernetzen
2.2 Rechnernetze als Voraussetzung von E-Business
2.2.1 Lokale Netze (LANs)
2.2.1.2 LAN Netz-Topologien
2.2.2 Stadtnetze (MAN) und Fernnetze (WAN)
2.2.3 Das Internet
2.2.3.1 Die Entstehungsgeschichte des Internets
2.2.3.2 Zugang zum Internet
2.2.3.3 Grundfunktionen des Internets
2.2.4 Client/Server Prinzip
2.2.5 Kommunikationsprotokolle
2.2.5.1 Entwicklung der Protokolle in der Datenfernübertragung
2.2.5.2 Das ISO/OSI-7-Schicht Modell
2.2.5.3 TCP/IP
2.2.6 World Wide Web (WWW)
2.2.7 Programmier und Gestaltungssprachen für das Internet
2.2.7.1 SGML
2.2.7.2 HTML
2.2.7.3 XML
2.2.7.4 Java
2.2.7.5 Webbrowser
2.2.8 Unternehmensinternes Intranet
2.2.9 Extranet

B. Praktischer Teil
3 SERVICE Personaldienste und Service GmbH
3.1 Entwicklung und Struktur der SERVICE Holding
3.2 Die Struktur der SERVICE Personaldienste und Service GmbH
3.3 Aufgaben der SERVICE Personaldienste und Service GmbH
4. C-Artikel Management als Aufgabe der SERVICE PD
4.1 Aktivierungspflichtige Vermögensgegenstände
4.1.1 Ist-Zustand der Beschaffung Aktivierungspflichtiger Vermögensgegenstände
4.2 Nicht aktivierungspflichtige Vermögensgegenstände
4.2.1 C-Artikel
4.2.2 Ist-Zustand der Beschaffung von C-Artikeln
4.3 Gutschriftverfahren
4.4 Neue Möglichkeiten der C-Artikel Beschaffung
5. Katalogstandard BMEcat als Voraussetzung für E-Procurement
5.1 Datentypen innerhalb des BMEcat-Standards
5.2 Kopf- und Transaktionsdaten im BMEcat-Standard
5.3 Nutzungspotentiale
6 E-Procurement Lösung mit SAP
6.1 mySAP.com Workplace
6.2 SAP Business-to-Business Procurement
6.3 IT-Infrastruktur der SAP B2B-Lösung
7 Erfolgreiche Einführung einer E-Procurement Lösung:
7.1 Mitarbeiterauswahl und -schulung
7.2 Lieferanten
7.3 Katalogpflege
7.4 Budgetvereinabarungen
7.5 Logistik, Wareneingang und Beschwerdemanagement
7.6 Genehmigungsworkflow
8 Perspektiven für die SERVICE Personaldienste und Service GmbH
8.1 Strategische Ausrichtung des Einkauf
8.1.1 Internet Auktionen
8.1.2 Elektronische Marktplätze
8.1.3 Lieferantenmanagement
8.1.4 Internet/Intranet Präsenz
8.2 Einkaufscontrolling
8.3 Einkaufsgemeinschaften
8.4 Erkennen und Aufzeigen von Einsparungspotentialen
9 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Supply Chain Management

Abbildung 2: Abgrenzung E-Business, E-Commerce, E-Procurement

Abbildung 3: WebEDI-Datenaustausch

Abbildung 4: XML und EDI – Die Technik

Abbildung 5: Bustypologie

Abbildung 6: Ring-Topologie

Abbildung 7: Sterntopologie

Abbildung 8: OSI-Referenzmodell

Abbildung 9: Gliederung SERVICE Holding

Abbildung 10: Gliederung der SERVICE Personaldienste und Service GmbH

Abbildung 11: Bestellung aktivierungspflichtiger Vermögensgegenstände

Abbildung 12: Materialgruppenwürfel

Abbildung 13: Beispiel Katalogstruktur

Abbildung 14: Beschaffungsprozess mit SAP B2B Procurement

Abbildung 15: Integration des B2B Servers

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Standards für Datenformate im Vergleich

Tabelle 2: Gründe für Web-EDI

Tabelle 3: Vergleich HTML/XML

Tabelle 4: Kennzahlen der SERVICE AG

Tabelle 5: Beispiele Investitionen und Waren

Tabelle 6: Definition aktivierungspflichtiger Investitionen und Waren

Tabelle 7: Merkmale C-Artikel

Tabelle 8: Beispiele C-Artikel

Tabelle 9: Voraussetzungen Gutschriftverfahren

Tabelle 10: Skalare Datentypen im BMEcat-Standard

Tabelle 11: Aufzählungsdatentypen im BMEcat-Standard

Tabelle 12: Aggregierte Datentypen Datum und Zeit

Tabelle 13: Aggregierte Datentypen Adressdaten

Tabelle 14: Kopfdaten BMEcat-Standard

Tabelle 15: Nutzungspotentiale BMEcat

Tabelle 16: Pro und Contra SAP B2B

Tabelle 17: Beschaffung gestern und künftig

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

Der Einfluss moderner Informationstechnologien auf Unternehmen wird immer stärker. Viele Unternehmen mussten bereits aufgrund von Defiziten in diesem Bereich oder einfachem „Verschlafen“ von Trends empfindliche Einbußen hinnehmen. Schlanke Prozesse, Umstrukturierungen, aber vor allem die Schnelligkeit, wie neue Trends aufgenommen und umgesetzt werden, sind die wichtigsten Eckpfeiler für ein erfolgreiches Unternehmen. Die Bereitschaft, mit alten Strukturen zu brechen und sich neuen Möglichkeiten zu öffnen, ist enorm wichtig geworden.

Die Service Personaldienste und Service GmbH (SERVICE PD) ist eine selbstständige Gesellschaft, welche als Dienstleister für die SERVICE Holding und die produzierenden Bereiche tätig wird. Dabei können die Dienste der SERVICE PD in Anspruch genommen werden, müssen es aber nicht. Es ist also das Bestreben der SERVICE PD, seine Dienstleistungen ständig zu überdenken, zu verbessern und, wenn es Sinn macht im Extremfall sogar an Fremdanbieter weiterzugeben.

Die SERVICE PD hat natürlich das Bestreben, ihre Dienste so gut wie möglich zu verkaufen, damit sie von der SERVICE Holding in Anspruch genommen werden (rein aus der Einsicht heraus, das man dort die schnellsten, einfachsten Abwicklungsverfahren und für die Kostenstelle günstigsten Einkaufskonditionen nutzen kann). Vor einigen Jahren wurde konzernweit einheitlich die betriebswirtschaftliche Standardsoftware SAP R/3 eingeführt. Für die Einkaufsabwicklung war die Einführung bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung, aber das Weitergeben der Bestellung an den Lieferanten erfolgt in SERVICE PD in den meisten Fällen immer noch per FAX oder Post. Die vorhandenen Schnittstellen von SAP R/3 (EDI) werden nur in wenigen Fällen von der SERVICE PD aber auch im gesamten Konzern wenig genutzt.

Durch die Möglichkeiten die das Internet bietet, ist der richtige Trend erkannt worden. Die Bestellungen sollten im Idealfall vom Bedarfsträger selbst über entsprechende Systeme mit hinterlegten Katalogen ausgeführt und direkt über das Internet (oder in sonstiger elektronischer Form) an den Lieferanten weitergegeben werden. Gleichzeitig ist eine Erfassung der Bestellung im vorhandenen SAP System notwendig, da sonst die Vorteile nicht mehr erkennbar wären, würde jede Bestellung später per Hand eingegeben.

Es ist bei vielen Lieferanten bereits möglich, im Internet zu bestellen, aber für die SERVICE kann aber nur eine einheitliche Plattform mit Standardformaten in Frage kommen. SAP hat mit seiner Business to Business Procurement Plattform ein System geschaffen, welches für ein solches Vorhaben geeignet scheint. Die Einführung des B2B Systems war bereits zum Zeitpunkt der Erstellung der Diplomarbeit stark im Gespräch war. Generell ist mit der Einführung eines solchen Systems die Voraussetzung geschaffen, über das Internet die Beschaffung zu optimieren.

Neben den technischen Voraussetzungen ist der Mitarbeiter und die vorhandenen Strukturen die eigentliche Herausforderung zur Einführung einer elektronischen Bestelllösung. Beispiele seien hier die Nutzungsberechtigung, das Genehmigungsverfahren, die Schulung der Mitarbeiter, die Budgetierung und vor allem das Beschaffungscontrolling. Diese und noch andere Punkte müssen bei der Planung einer einheitlichen Bestellplattform gewährleistet sein, damit die Einführung einer elektronischen Bestelllösung ein Erfolg werden kann.

Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird der gesamte Bereich E-Business hauptsächlich über den Unterpunkt E-Procurement, also die elektronische Beschaffung betrachtet. Neben den notwendigen technischen Voraussetzungen sollen in den späteren Kapiteln hauptsächlich die notwendigen Maßnahmen für eine erfolgreiche Einführung und die Perspektiven für die SERVICE PD aufgezeigt werden.

A. Theoretischer Teil

1. Aufgaben und Entwicklung des Einkaufs

„Menschliche Schöpfung bedeutet stets, bestehendes zu verändern, aus Gegebenem Neues zu bauen, aus Geringwertigem Besseres zu schaffen.“[1]In jedem Unternehmen müssen Waren und Dienstleistungen aller Art beschafft werden, damit die Funktion der Wertschöpfung erfüllt werden kann. Genau hier findet die betriebswirtschaftliche Funktion der Beschaffung ihre Begründung.[2]

1.1 Begriffsbestimmung

Im Bereich der Versorgung von Unternehmen mit den benötigten Erzeugnis- und Betriebsstoffen, Anlagen und Dienstleistungen wird eine Vielzahl unterschiedlicher Begriffe verwendet. Dabei sind nicht nur die Begriffe wie Einkauf, Beschaffung, oder Supply Chain Management zu definieren, sondern auch die Aspekte moderner Informationstechnologien, die mit diesen Themen zu tun haben.

Durch verschiedenste Definitionen ist deshalb eine exakte Begriffsbestimmung schwer möglich. Nachfolgende Erklärungen wesentlicher Begriffe sollen dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden.

1.1.1 Der Einkauf

„Der Begriff Einkauf wird häufig verwendet, wenn man die operativen Tätigkeiten hervorheben will.“[3]Der Begriff wird vielfältig verwendet: Einkäufer, Einkaufsbedingungen, Einkaufsstatistik sind Beispiele für die für die Inhalte des Begriffs „Einkauf“. Aber gerade im Einkauf vollzieht sich eine Änderung vom reinem verwaltenden/alten Einkauf zum gestaltenden/modernen Einkauf.[4]

Der Begriff Einkauf wird enger gefasst als der Begriff Beschaffung und bezieht sich auf die Beschaffung von Werkstoffen, Waren und Betriebsmitteln, grenzt aber die Beschaffung des Kapitals und der Arbeitskräfte aus.[5]

1.1.2 Beschaffung

Hier liegt eine enge Verwandtschaft zum gestaltenden Einkauf vor. „Die Beschaffung strebt eine sichere und kostengünstige Versorgung an.“[6]Die Marktverfassung, die sich aus „der Marktform, der Konjunkturlage und dem Leistungspotential des einzelnen Lieferanten“[7]ergibt, ist genauso wichtig wie innerbetriebliche Erfordernisse.

„Als Beschaffung bezeichnet man alle Tätigkeiten des Betriebes, welche die Gewinnung der Mittel zum Ziele haben, deren sich der Betrieb zur Realisierung seiner gesetzten Zwecke bedient.“[8]

Unter Beschaffung werden auch neben der reinen Einkaufsfunktion alle mit der Versorgung des Unternehmens mit Gütern und Leistungen verbundenen Funktionen zusammengefasst. Die Beschaffungsfunktion ist dabei integrierter Teil der logistischen Kette, die sich auf Abläufe vom Lieferanten bis zum Kunden erstreckt.[9]

1.1.3 Supply Chain Management

„Supply Chain (dt. Wertschöpfungskette) Management (SCM) ist die Kunst des Managements alle Flüsse und Prozesse zu steuern, die notwendig sind, den Kunden zu befriedigen und ihm einen Nutzen zu bringen. Dies beinhaltet alle Aktivitäten, die im Zusammenhang mit der Bewegung von Gütern, Informationen und Geld entlang der Supply Chain stehen; angefangen von den Rohstoffen bis zum Kunden und vice versa.“[10]

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Idee des Supply Chain Management.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Supply Chain Management[11]

Unter Supply Chain versteht man also alle Geschäftsprozesse einer Wertschöpfungs- beziehungsweise Lieferkette, die zur Erstellung und Lieferung von Produkten und Serviceleistungen erforderlich sind. Es geht darum, das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt am dafür vorgesehenen Ort zu haben unter Berücksichtigung aller möglichen Ereignisse. Im Rahmen von SCM werden alle intern und extern Beteiligten verbunden und tauschen in Echtzeit die notwendigen Informationen aus.[12]

Planung, Optimierung und Steuerung des Geld-, Daten- und Materialflusses über die gesamte Lieferkette über alle Produktions- und Logistikstufen bis zum Endverbraucher. Die originären Ziele von SCM sind, die Lieferzeiten zu verkürzen, Bestände abzubauen und Lieferungen zu beschleunigen um in allen relevanten Prozessen die Wertschöpfung zu erhöhen.[13]

1.1.4 E-Business/E-Commerce

Electronic-Commerce (dt. Elektronische Handel, E-Commerce) gilt als Untermenge von E-Business und umfasst in diesem Begriff die Präsentation von Dienstleistungen und Waren im Internet sowie die Bestellmöglichkeit dieser Waren.[14]

E-Commerce beschreibt also die Geschäftstätigkeit, meist bestehend aus dem An- und Verkauf von Waren und Dienstleistungen im World Wide Web (WWW) (Vgl. 2.2.6). Die zeitlich unbeschränkte Verfügbarkeit, die globale Reichweite und die Möglichkeit zur Interaktion und Informationsbereitstellung ermöglichten die Entwicklung einer wichtigen Erlösquelle.[15] Unter E-Commerce wird demnach die Geschäftsanbahnung und -abwicklung über elektronische Medien verstanden. An die Stelle des Käufers und Verkäufers treten Kommunikationsnetze, in denen sich beide Handelspartner virtuell gegenüberstehen.

E-Commerce ermöglicht über elektronische Medien Güter, Dienstleistungen und Informationen zu vertreiben, zu bestellen und zu bezahlen, wobei die Lieferung der Ware je nach Beschaffenheit über das Internet (Vgl. 2.2.3) (z. B. bei Software) oder über Versand erfolgen kann.[16]

Electronic-Business (dt. Elektronisches Geschäft, E-Business) geht über die E-Commerce Definition hinaus. Innerhalb des E-Business werden sämtliche mit der Beschaffung und Auftragsbearbeitung zusammenhängenden Prozesse definiert. E-Business steht für eine durchgängige EDV-Unterstützung über alle Unternehmensgrenzen hinweg.[17]

Geht man von dieser Definition aus, kann E-Business als Oberbegriff des kompletten elektronischen Handels angesehen werden. Die verschiedenen Definitionen von E-Commerce und E-Procurement streben diese integrierte E-Business Lösung an. Frei von Medienbrüchen soll eine durchgängige EDV-Unterstützung gewährleistet werden.

1.1.5 Electronic-Procurement

In jüngster Zeit wurde die Internet-Technologie für die Beschaffung entdeckt. Electronic Procurement (dt. elektronische Beschaffung, E-Procurement) stellt letztlich einen Sammelbegriff für die elektronisch unterstützte Beschaffung dar. Eine allgemeingültige Definition gibt es (noch) nicht.[18]

Einigkeit herrscht allein darin, dass der Einsatz von Technologien, die mit dem Internet in Verbindung stehen, TCP/IP (Vgl. 2.2.5.3), HTML (Vgl. 2.2.7.2), XML (Vgl. 2.2.7.3) – und von Internet-Diensten wie E-Mail, FTP, Telnet, Newsgroups (Vgl. 2.2.3.3) und das WWW (Vgl. 2.2.6) die Kernelemente von E-Procurement-Konzepten sind.[19] E-Procurement kann, richtig eingesetzt, nachhaltig die gesamte Einkaufslandschaft eines Unternehmens verändern. Nachfolgende Grafik verdeutlicht den Zusammenhang der wesentlichen Begriffe E-Business, E-Commerce und E-Procurement:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Abgrenzung E-Business, E-Commerce, E-Procurement[20]

Der Bereich E-Government ist für den weiteren Verlauf dieser Arbeit nicht relevant und wird nicht deshalb nicht näher betrachtet.

1.2 Einkaufsentwicklung durch Electronic Procurement

Der „operative Einkauf“ entwickelte sich im Zuge der reinen „Versorgungswirtschaft“, der Bedarfsdeckung mit grundsätzlich notwendigen Gütern. Die Aufgabe des Einkaufs wurde zu einer eigenständigen Stelle zusammengefasst. Hier wurden die von anderen Organisationseinheiten mengenmäßig und in technischen Spezifikationen definierten Leistungen in Bestellungen abgewickelt.[21]

Diese Funktionen sind keinesfalls überkommen oder veraltet, aber die tägliche Erfahrung zeigt, das der Einkauf in vielen Unternehmen auf die Rolle des Erfüllungsgehilfen technischer Abteilungen oder des Vertriebs reduziert wird.[22] Durch E-Procurement soll der Einkauf sich wieder auf seine strategischen Aufgaben konzentrieren können, und das Unternehmen soll positive Kosteneffekte erzielen.

1.2.1 Business-to-Business Procurement

Business-to-Business Procurement beschreibt den Geschäftsprozess im E-Business, der es Mitarbeitern ermöglicht, Waren und Dienstleistungen direkt bei anderen Unternehmen einzukaufen.[23]Die Kernidee beinhaltet einen Informationsaustausch über Online-Kataloge,[24]die den berechtigten Mitarbeitern im eigenen System zur Verfügung stehen. Ein Unternehmen, welches die Einführung von Business-to-Business Procurement in Angriff nimmt, muss sich im Vorfeld über die notwendigen Strukturierungsmaßnahmen im klaren sein.

Die Erfahrungen zeigen, dass Pilotinstallationen mit einem eng begrenzten Produktspektrum und Nutzerkreis meist problemlos verlaufen, während die Komplexität bei ansteigender Nutzer-, Lieferanten- und Artikelanzahl nur dann zu bewältigen ist, wenn zuvor eine Überarbeitung der Organisation und der Prozesse, aber auch eine Konsolidierung der Lieferantenbasis stattgefunden hat.[25]

1.2.2 Erfolgspotentiale des Business to Business Procurement

Um Erfolgspotentiale zu erfassen, muss zunächst Klarheit über die Nutzungsmöglichkeiten herrschen. Nachfolgend sollen positive Effekte von Business-to-Business Procurement Systemen dargestellt werden:[26]

- Mit Business-to-Business Procurement Systemen werden in erster Linie effizienzsteigernde Resultate angestrebt, die zu Kostenreduzierungen führen.
- Gesamtkosten für die Beschaffung eines 5$ Artikels sind identisch mit denen eines 4000$ Artikels.
- Kosten für einen Einkaufsauftrag: 70$ - 300$.
- 61% aller Beschaffungsausgaben fallen für C-Artikel (vgl. 4.2.1) an.
- Fast 1/3 aller Güter werden außerhalb des formalen Beschaffungsprozesses bezogen: dadurch steigen die Prozesskosten nochmals um bis zu 27% an.[27]
- Nach Einführung von E-Procurement-Systemen haben sich die Beschaffungskosten bei einigen Unternehmen stark reduziert. Im Mittel liegen die Kosteneinsparungen bei 44% - 50%.[28]
- Elektronisch unterstützter Einkauf ermöglicht eine Senkung der Prozessdauer, da einzelne Genehmigungs- und Bearbeitungsschritte überflüssig werden.
- Verbesserung der strategischen Wettbewerbsposition des Unternehmens durch kürzere Gesamtdurchlaufzeiten von Aufträgen durch das Unternehmen.
- Schaffung von Freiräumen für Verantwortliche und Mitarbeiter in Materialwirtschaft und Einkauf zur Effektivitätsverbesserung. Hier ergeben sich z. B. Möglichkeiten zur:
- Umfassenderen Beschaffungsmarktforschung
- Genaueren Lieferantenbewertung
- Intensivere Einkaufsverhandlungen
- Entwicklung und Umsetzung innovativer Logistiklösungen

Monetäre Größen geben hier nur Auskunft über einen Teil der relevanten Aspekte. Es besteht ein faktischer Zwang zur Einführung von E-Procurement Systemen. Unternehmen können sich kein Zurückfallen hinsichtlich der wesentlichen strategischen Wettbewerbsfaktoren erlauben. Außerdem verlangt überbetriebliche Kommunikation immer häufiger den Einsatz kostengünstiger und flexibler Systeme. Das Fehlen von E-Procurement-Systemen dürfte in naher Zukunft ein Ausschusskriterium für externe Partner sein, die allerdings zunehmend auf diese Technologie setzen.[29]

1.3 Der Elektronische Datenaustausch

Als elektronischer Datenaustausch wird der Austausch von Handelsdaten zwischen Geschäftspartnern mit Hilfe der Datenübertragung bezeichnet. Dabei handelt es sich vorwiegend um Routinevorgänge wie Bestellungen, Rechnungen, Überweisungen, Mahnungen usw.[30]

Mit Hilfe des elektronischen Datenaustausches werden vielfältige Ziele verfolgt:[31]

- Die Vermeidung der wiederholten Erfassung und mehrfachen Speicherung derselben Daten
- Schnellere Kommunikation hinsichtlich Warenbeschaffung, Belieferung und Zahlungsverkehr zwischen Geschäftspartnern
- Nutzen von Wettbewerbsvorteilen durch schnellere Reaktionsmöglichkeiten auf Ereignisse im Betriebsablauf
- Engere Lieferanteneinbeziehung in betriebliche Prozesse
- Abbau von Lagerbeständen durch kurzfristige Bestellungen
- Intensivierung von Kundenbetreuung und damit stärkere Kundenbindung

Erwartet werden nicht nur Zeit-, sondern auch Kosten- und Personaleinsparungen. In der Praxis bedeutet der elektronische Datenaustausch die unternehmensübergreifende Ausweitung betrieblicher Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe.

Mittlerweile haben sich verschiedene Standards für Datenformate etabliert. Die nachfolgende Tabelle zeigt einige bereits vorhandene Standards auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Standards für Datenformate im Vergleich[32]

Wie dargestellt, sind die meisten Standards branchenabhängig oder werden nicht international eingesetzt. EDIFACT hat sich als Datenformatstandard international und branchenunabhängig durchgesetzt.

1.3.1 EDI

„Unter EDI (Electronic Data Interchange) versteht man die elektronische Übertragung von strukturierten Geschäftsdaten zwischen Organisationen. Durch EDI werden standardisierte, regelmäßig wiederkehrende Transaktionen zwischen Organisationen wie z. B. Bestellungen und Rechnungen so unterstützt, dass ein menschliches Eingreifen nicht mehr erforderlich ist.“[33]

EDI liegt im strengsten Sinne nur dann vor, wenn Daten vom Anwendersystem des Senders direkt in das Anwendersystem des Empfängers übertragen werden, ohne dass eine Neuerfassung notwendig ist.[34]

Mit dem Begriff elektronischer Datenaustausch bzw. EDI wird der automatisierte Austausch genormter, formatierter Daten zwischen zwei oder mehreren Geschäftspartnern bezeichnet. Die Daten werden medienbruchsfrei über Datenfernübertragung vom Anwendungssystem des Senders in das Anwendungssystem des Empfängers übertragen. So ist es bei einer Vielzahl von Geschäftsprozessen möglich, durch den Austausch der Geschäftsdaten per EDI eine weitgehend automatisierte Abwicklung der Routine-Geschäftsvorfälle bei Lieferanten und Kunden zu erreichen.[35]

Voraussetzung für die Einführung von EDI ist die Einführung gemeinsamer Standards. Diese Standards legen Regeln, Leitlinien oder Merkmale für allgemeine oder wiederkehrende Tätigkeiten und/oder deren Ergebnisse fest. Die ersten Aktivitäten zur Standardisierung konzentrierten sich auf einzelne Branchen oder Länder (vgl. Tabelle 1). Um ein unkontrolliertes Wachsen spezifischer Lösungen zu verhindern wurde durch die Vereinten Nationen (UN) im Jahre 1987 der Standard EDIFACT (Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport) als gemeinsamer Rahmen verabschiedet.[36]

1.3.2 EDIFACT

EDIFACT ist eine Weltnorm für zu übertragende Dokumente zwischen verschiedenen Partnern. EDIFACT wurde mit dem Anspruch auf Neutralität gegenüber den Übertragungsnetzen und –diensten und den verschiedenen Übertragungsprotokollen konzipiert.[37]

Durch EDIFACT wird die allgemeine Form des Aufbaus von Handelsnachrichten und deren inhaltliche Bedeutung eindeutig festgeschrieben. Wie bei einer Sprache bestimmen die EDIFACT-Regeln Zeichensatz, Wortschatz und Syntax. So wird der Inhalt einer Nachricht so definiert, dass geschäftliche Transaktionen ohne Sprachprobleme durchzuführen sind und ohne menschlichen Eingriff möglich werden.[38]

1.3.3 Web-EDI / XML-EDI

Eine nähere Einführung in XML erfolgt im Kapitel 2.2.7.3. Web-EDI / XML-EDI setzt auf dem Internet-Dienst WWW (Vgl. 2.2.6) auf und ist eine völlig neue Form der Abwicklung der zwischenbetrieblichen Unternehmenskommunikation. Unter Web-EDI entstand 1997 die Idee, solche Unternehmen, die aus technischen oder ökonomischen Gründen kein klassisches EDI im klassischen Sinne betreiben können, per Internet ein formularbasiertes Dokumentenmanagement bereitzustellen.

Daten werden nicht mehr wie üblich zwischen Rechnersystemen ausgetauscht (z.B. zwischen zwei SAP R/3 Systemen), sondern für Unternehmen werden WWW-Formulare bereitgestellt, mit deren Hilfe EDI-Nachrichten online erfasst und versendet werden. Da die Einführung von EDI-Lösungen einen großen, technischen und organisatorischen Aufwand bedingt, bleibt die Verbreitung bei kleinen und mittleren Unternehmen hinter den Erwartungen zurück. Dieser Aufwand wird von kleinen Unternehmen allerdings oft überschätzt.

Dadurch finden natürlich auch große Unternehmen nicht immer die befriedigende Anzahl von EDI-Partnern und eine eingeführte EDI-Lösung kann nicht zufriedenstellend betrieben werden. Durch Web-EDI / XML-EDI werden die Partner mit einem vergleichsweise geringen Aufwand EDI-fähig.

Nachfolgende Abbildung verdeutlicht einen Datenaustausch mit Web-EDI durch HTML Formulare.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: WebEDI-Datenaustausch[39]

Web-EDI ist nicht als Konkurrenz zum klassischen EDI anzusehen. Web-EDI richtet sich vielmehr an Unternehmen, für die bisher EDI kein Thema war. Den größten Vorteil erzielen Unternehmen, die klassisches EDI bereits zum Einsatz bringen und mit Web-EDI auch transaktionsarme Partner anbinden können. Nachfolgende Tabelle zeigt die Gründe für Web-EDI auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Gründe für Web-EDI[40]

Die Verbindung von XML und EDI ermöglicht es bislang nicht EDI-fähigen Geschäftspartnern die komplette Kommunikation elektronisch abzuwickeln. Folgende Grafik verdeutlicht die Funktionsweise von XML/EDI:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: XML und EDI – Die Technik[41]

Grundsätzlich bietet XML für EDI einige große Vorteile. Der Schwerpunkt liegt in der Möglichkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, denen eine EDI-Lösung bisher zu teuer gewesen ist, mit Hilfe von XML selbst EDI-fähig zu werden und elektronischen Datenaustausch mit Kunden oder Lieferanten zu ermöglichen.

Bis sich aber eine solche Technik auf dem Markt flächendeckend durchsetzen kann, muss sie von vielen Anbieter und Nachfragern akzeptiert werden. Gerade aber diese Techniken ermöglichen es auch kleinen und mittelständischen Unternehmen Einsparungspotentiale zu nutzen und sich am Markt weiterhin behaupten zu können.

2 Technische Voraussetzungen für die Nutzung von E-Business

Die Revolution im Bereich der Informationstechnologie hat das Leben jedes einzelnen, nicht nur in modernen Industrienationen verändert. Wie jedes der letzten Jahrhunderte von einer bestimmten Basisinnovation geprägt wurde (Baumwolle, Eisenbahn, Automobil, Elektrizität) so wurden die letzten Jahrzehnte eindeutig von der Informationstechnologie getragen welche die Wirtschaft entscheidend nach vorne gebracht hat. „Im zwanzigsten Jahrhundert spielen das Sammeln, Verarbeiten und Verbreiten von Informationen die wichtigste technologische Rolle.“[42]

Obwohl die Informationstechnologie ein junger Industriezweig ist, haben in den vergangenen Jahren gravierende Änderungen stattgefunden. Vor allem im unternehmerischen Bereich wurde die Entwicklung deutlich sichtbar. Die Entwicklung von Großrechnern hin zum Triumphzug des Personalcomputers Mitte der 80er Jahre ermöglichte es, jedem Einzelnen ein hilfreiches Handwerkzeug zu geben. Netzwerke ermöglichen eine völlig neue und immens effektive Form des Informationsaustausches.

Mittlerweile gibt es bereits die große Phase der Umstrukturierung, des Optimierens und der kommerziellen Nutzung der IT-Technologien durch Privatpersonen aber vor allem durch Unternehmen. Erst in Rechnernetzen der Unternehmen, später die Verknüpfung über Datenfernübertragung (DFÜ). Den größten Schub brachte das Internet. Waren bis dahin die Rechnernetze noch durch Local Area Networks (LANs) (Vgl. 2.2.1) gekennzeichnet die innerhalb des Netzes den Datenaustausch ermöglichen, kam zu Beginn der 90er Jahre das Internet und danach das Intranet (vgl. 2.2.8 ) hinzu.

„Die Administratoren haben schnell erkannt, wie praktisch es ist, die einfache Handhabung des Internet (insbesondere des Web mit den Dateien und Diensten ihres eigenen Bereichsnetzwerkes) zu kombinieren.“[43]Als diese Vorteile erkannt wurden, war das „Intranet“ geboren. „Weil diese Technologie aus dem Internet stammt, werden die Begriffe Internet (vgl. 2.2.3) und Intranet (vgl. 2.2.8) häufig synonym verwendet. Der wichtigste Unterschied zwischen beiden ist, dass ein Intranet die Firma nicht verlässt, im Gegensatz zum Internet.“[44]Im folgenden sollen zunächst die theoretischen Grundlagen für die Aufgabenstellung erfolgen um die Voraussetzungen für das behandelte Problem im Rahmen dieser Diplomarbeit zu schaffen.

2.1 Einsatzbereiche von Rechnernetzen

Warum sind Rechnernetze für Unternehmen und Privatanwender so interessant? Ein Unternehmen verfolgt mit der Installation und Nutzung von Rechnernetzen generell andere Ziele als Privatanwender. Vielleicht wurden bisher an verschiedenen Standorten einzelne Rechner betrieben. Entscheidet sich das Management nun dafür, die verteilten Rechner im Rahmen eines Rechnernetzes zu verbinden, verspricht es sich davon wesentliche Vorteile. Zunächst soll aber die Nachfolgende Definition von Rechnernetzen zu einer Begriffsabgrenzung führen:

„Unter einem Rechnernetz versteht man ein räumlich verteiltes System von Rechner(n), Steuereinheite(n) und peripheren Geräten, die durch Datenübertragungseinrichtungen und –wege miteinander verbunden sind.“[45]

Allgemein geht es um diegemeinsame Nutzung von Ressourcen. Das Ziel ist es, die verfügbaren Daten allen Benutzern oder ausgewählten Benutzergruppen zugänglich zu machen. Dieses soll ungeachtet des Standortes geschehen. Ein Nutzer soll auch bei räumlichen Entfernung in der Lage sein, Daten aus anderen Rechner so zu nutzen als wären Sie lokal auf seinen Rechner vorhanden.[46]

Das nächste wichtige Ziel ist dieVerfügbarkeit, die durch Ersatzquellen gewährleistet werden kann. Ein Unternehmen kann es sich nicht leisten, bei Ausfall des Systems die gesamten Daten zu verlieren. Dies beinhaltet die Sicherstellung, das auch beim Ausfall einzelner Komponenten das Gesamtsystem noch bedingt funktionsfähig ist[47]bzw. alle relevanten Daten vor einer Systemabschaltung gesichert werden können.

Der für das Management wichtigste Punkt bildet dieKosteneinsparung, durch kleinere Computer mit wesentlich besserem Preis/Leistungsverhältnis. Durch den Einsatz von Personalcomputern werden die Beschaffungskosten aber vor allem die Administrationskosten gesenkt. Eine Client/Server Architektur ermöglicht das Ablegen von Daten auf Servern. Diese Daten können direkt von den Clients abgerufen werden können. Der einfache Netz-PC konnte sich noch nicht durchsetzen. Der Netz-PC selbst hat keine eigenen Anwendungen gespeichert, sondern versetzt den Client in die Lage, sich sämtliche Daten und Anwendungen wie z. B. das Betriebssystem und die Anwendungen vom Server herunterzuladen. Das Hauptproblem liegt noch im Bereich der Übertragungskapazität, welche für eine große Anzahl von Nutzern noch kein befriedigendes Arbeiten zulässt.

DieSkalierbarkeitist ein weiteres Vernetzungsziel. Im Client/Server-Konzept können bei Bedarf weitere Clients und Server hinzugefügt werden. Diese, im Vergleich zu Großrechnern, kostengünstige Möglichkeit der Systemerweiterung stellt einen großen Vorteil bei Rechnernetzen dar.

Nachdem bis jetzt greifbare Vorteile aufgezeigt wurden, muss noch auf das Rechnernetz alsKommunikationsmediumeingegangen werden. Räumlich getrennten Menschen wird hier die Möglichkeit der Kommunikation und der gemeinsamen Arbeit ermöglicht. Langfristig gesehen ist dies wohl der wichtigste Vorteil der Rechnernetze.

2.2 Rechnernetze als Voraussetzung von E-Business

Rechnernetze sind mittlerweile selbstverständlich geworden. Wie kaum eine andere Technologie haben sich Rechnernetze in den vergangenen Jahren rasend schnell verbreitet und unauffällig ins tägliche Leben eingefügt. Im folgenden soll auf die technischen Aspekte von Rechnernetzen eingegangen werden.

2.2.1 Lokale Netze (LANs)

Ein PC ist grundsätzlich auf einen Arbeitsplatz ausgelegt. Alle Programme und Daten sind lokal auf diesem Rechner gespeichert und stehen nur diesem Rechner zur Verfügung. Der Datentransfer erfolgte durch Weitergabe der Daten auf Datenträgern (z. B. Disketten). Auch Peripheriegeräte wie der Drucker stehen grundsätzlich nur den direkt angeschlossenen Computern zur Verfügung. Die Lösung der Probleme lag darin, einzelne PCs miteinander zu verbinden um Daten auszutauschen und Ressourcen gemeinsam nutzen zu können. Durch solche Forderungen sind Mitte der 80er Jahre die ersten LANs entstanden.

Local Area Network (LAN): „Lokale Netze sind Systeme für den Hochleistungs-Informationstransfer, die es einer Anzahl gleichberechtigter Benutzer ermöglichen, auf einem räumlich begrenzten Gebiet unter Anwendung eines schnellen Übertragungsmediums partnerschaftlich orientierten Nachrichtenaustausch hoher Güte durchzuführen.“[48]

Ein typisches LAN ist durch folgende Eigenschaften charakterisiert:[49]

- Verknüpfung selbstständig arbeitender Rechner
- Beschränkung auf ein Gebäude bzw. Gebäudekomplex
- Sehr geringe Fehlerrate und hohe Übertragungsgeschwindigkeit
- Eingeschränkter Nutzerkreis

Zu den LAN-Technologien zählen Ethernet, Token-Ring, FDDI und das ATM. LANs können in verschiedenen Topologien realisiert werden.

2.2.1.2 LAN Netz-Topologien

Unter Topologie wird innerhalb eins Netzwerkes das Schema der vorhandenen Verbindungen bezeichnet. Die drei Grundformen einer Topologie sind die Bus-Topologie, die Stern-Topologie und die Ring-Topologie.[50]

Die heute bekannteste LAN-Bus-Topologie ist das Ethernet. Das Ethernet ist eine LAN-Technologie auf Grundlage der IEEE-Norm 802.2 bzw. 802.3. (IEEE: Institute of Electrical and Electronic Engineers, ein Institut, das Datenkommunikationsnormen, insbesondere für den Bereich lokaler Netze (LANs) ausarbeitet).[51] Das Ethernet ist ein auf Bus basierendes Netz (vgl. Abb. 5) in dem alle angehängten Rechner übertragen können wann sie wollen. Bei einem Busnetz werden die Netzknoten über Kabeladapter und ein Verbindungskabel an das Übertragungsmedium angeschlossen.[52]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Bustypologie

Der bekannteste Vertreter der Ring-Topologie ist der Token-Ring. Der Token-Ring wurde 1972 entwickelt und später im IEEE 802.5-Standard definiert.[53]Dieses auf Ring basierende LAN hat eine Geschwindigkeit von 4 und 16 MBit/s. „Dieses LAN wird oft auch als IBM-Token-Ring bezeichnet, weil IBM als erstes den IEEE-Standard 802.5 befolgt hat“.[54]

Abbildung 6 verdeutlicht den Aufbau einer Ring-Struktur. Der Hauptvorteil liegt in der einfachen Erweiterbarkeit des Rings.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Ring-Topologie

Die Stern-Topologie (Abb. 7) zeichnet sich dadurch aus, das die einzelnen Arbeitsstationen „sternförmig“ um einen Server oder beliebigen anderen Verteiler herum angeordnet sind. Das beste Beispiel stellt ein Großrechner mit angeschlossenen Terminals dar.[55]

Während bei der BUS- und der Ring-Topologie alle Netzwerkknoten gleichberechtigt sind, existiert bei einem Sternnetz (vgl. Abb. 7) ein spezieller Knoten. Mit diesem Knoten sind alle Geräte im Netz verbunden. Beim Ausfall einer Verbindung werden die übrigen Verbindungen nicht beeinträchtigt. Allerdings bringt dies einen Mehraufwand an Verkabelungsarbeiten mit sich.

Eine besondere Form der Sterntechnologie stellt das Maschennetz dar, in dem alle vorhandenen Geräte untereinander verbunden sind. Betrachtet den Aufwand der Verkabelung, so liegen die Nachteile, vor allem im Bereich der Kosten, klar auf der Hand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Sterntopologie

Mischformen der Netz-Topologien entstehen durch Verknüpfung verschiedener Netzwerke zu größeren Systemen. Bei der Auswahl der geeigneten Topologie sollte deshalb grundsätzlich immer beachtet werden, dass es unter Umständen möglich und sinnvoll sein kann, die drei oben dargestellten Formen innerhalb eines Netzwerk-Verbundes gleichzeitig zu verwenden (Stichwort: Internet).[56]

2.2.2 Stadtnetze (MAN) und Fernnetze (WAN)

Die Entfernung zwischen den Anwendern ist ein wichtiger Faktor, der den erforderlichen Netzwerktyp sowie die Technologie bestimmt.

Das Metropolitan Area Network (MAN) ermöglicht eine größere Dimension des Datenaustausches. Das MAN wird i. d. R. von einem großen Netzbetreiber angeboten und ermöglicht Verbindungen über einen regional beschränkten Bereich hinweg.[57]Eine bekannte MAN-Technologie ist Distributed Queue Dual Bus (DQDB) welcher in der IEEE-Norm 802.6 standardisiert wurde.

Geographisch weit entfernte Anwender können die Forderung nach einer Verbindung untereinander stellen. In diesem Fall sind für die Netzwerklösungen möglicherweise öffentliche Telekommunikationseinrichtungen erforderlich, die einen schnellen Datenaustausch ermöglichen. Die Netzwerke, die all diese Anwender befriedigen, werden auch Wide Area Networks (WANs) genannt.[58] In einem WAN sind mehrere Nutzer über öffentliche Netze miteinander verbunden. Im allgemeinen ist der Netzbetreiber nicht selbst Nutzer sondern Dienstleister.[59]

2.2.3 Das Internet

Das Internet gehört zum täglichen Leben wie das Telefon. Unter Internet versteht man eine Ansammlung von Netzen (Netzverbund), die den gesamten Globus umspannen und unter dem Internet-Protokoll (IP) (vgl. 2.2.5.3) laufen.[60]„Es handelt sich dabei um ein Wide Area Network (WAN).“[61]

2.2.3.1 Die Entstehungsgeschichte des Internets

„Das Internet ist ein riesiges, weltweites, offenes Rechnernetz. Es ist allgemein zugänglich; jeder – Betrieb oder Privatpersonen – kann seine Rechnernetze oder Einzelrechner anschließen und mit allen anderen angeschlossenen Benutzern relativ kostengünstig kommunizieren“.[62]Das erste experimentelle Netz (ARPANET) wurde 1969 in Betrieb genommen und entwickelte sich so rasant, das bereits 1972 die gesamten Vereinigten Staaten überspannt wurden. 1983 war ARPANET stabil und erfolgreich.

Als am 01.Januar 1983 TCP/IP (vgl. 2.2.5.3) das einzig offizielle Protokoll wurde, nahm die Anzahl der angeschlossenen Rechner rapide zu. Mitte der achtziger Jahre wurde die Sammlung von Netzen als Netzverbund betrachtet, später als Internet. Dieser Name ist dadurch logisch, da endgültig Verbindungen mit Netzen in Kanada, Europa und dem pazifischen Raum hergestellt wurden. Die heutige Form des Internets ist also das Ergebnis aus der Entwicklung eines großen Netzes, das durch das TCP/IP Protokolls zusammengehalten wird.

2.2.3.2 Zugang zum Internet

Den Zugang zum Internet erhält man als Privatperson ganz einfach durch Online-Dienste wie T-Online, AOL oder auch lokale Anbieter. Dazu benötigt man lediglich einen PC, ein Modem/ISDN-Karte, den passenden Telefonanschluß und die Software. Hier soll der Zugang zum Internet durch Privatpersonen nicht weiter verfolgt werden, da er für die untersuchte Aufgabenstellung nicht relevant ist.

In Unternehmen erfordert der vollwertige Internet-Zugang weitere Überlegungen. Generell stellt sich die Frage des Outsourcings, also der Auftragsvergabe an einen externen Anbieter, oder der eigenen Netzwerkadministration. Die Administration einer Internet-Anbindung mit nachgeordneten Netzwerk-Infrastrukturen erfordert selbst bei kleinen Netzen eine Vollzeitkraft zur Installation, Wartung, Problemlösung und Benutzerbetreuung.[63]Weiterhin müssen folgende Kostenfaktoren mit in die Überlegungen einbezogen werden:

- Personalkosten für Netzwerkadministration
- Firmenpräsenz im Internet
- Hardware/Software
- Mitarbeiterschulung und –fortbildung
- Onlinekosten
- Unproduktive Arbeitszeit

Ein Unternehmensnetzwerk könnte theoretisch über ein Modem ans Internet angeschlossen werden. Doch die Übertragungsraten von maximal 56 Kbit/s lassen diese Möglichkeit schnell vergessen. ISDN bietet mit mehreren Kanälen die Möglichkeit, einzelne oder wenige Arbeitsplätze anzuschließen. Auch hier sind jedoch mit max. 128 Kbit/s die Grenzen schnell erreicht.

Für mittlere und größere Unternehmen kommt nur eine Anbindung über eine Standleitung ab dem 2 Mbit/s-Bereich in Frage. Soche Anbindungen sind teuer und müssen oft durch Anschluss an das Netz des Providers erst realisiert werden (z. B. durch das Verlegen von Leitungen zum Netz des Providers). Sobald der Provider ausgewählt und die Anbindung realisiert wurde, muss die Anbindung möglichst risikolos gestaltet werden. Firmeninterne Daten sollen auch firmenintern bleiben.

Eine Firewall stellt ein Sicherungssystem dar, welches das Eindringen von Benutzern externer Netze, insbesondere des Internets, in das eigene unternehmensinterne Netz verhindern soll. Der gesamte Datenverkehr von und nach außen wird über eine Firewall geleitet. Jeder (versuchte) Zugriff wird protokolliert. Die Kontrolle wird von einer Software meist in Verbindung mit einem eigenständigen Rechner übernommen.[64]Die Firewall erzwingt den Zugriff vom Internet auf das lokale Netzwerk über einen zentralen, kontrollierbaren Punkt und erschwert Angreifern (Hackern) den Zugriff auf weitere Schutzmaßnahmen im lokalen Netzwerk.[65]

2.2.3.3 Grundfunktionen des Internets

Das Internet bietet nützliche und mittlerweile nicht mehr wegzudenkende Funktionen.

Traditionell umfasst das Internet vier Hauptanwendungen:[66]

- Email: elektronische Post
Versenden elektronischer Post mit Hilfe spezieller Software (z. B. Microsoft Outlook) oder über einen Internet Anbieter (z. B. gmx)
- News: Diskussionsforen
Spezielle Foren, in denen Benutzer gemeinsame Nachrichten austauschen können.
- Remote Login:Anmeldung an andere Computer
Über Telnet, Rlogin oder ähnliche Programme können sich Internet-Benutzer an anderen Computern anmelden für die sie Zugriffsberechtigung haben.

[...]


[1]Large: Strategisches Beschaffungsmanagement, S. 2

[2]Vgl. Large: Strategisches Beschaffungsmanagement, aa.O.

[3]Arnolds/Heege/Tussing: Materialwirtschaft und Einkauf, S. 22

[4]Vgl. Arnolds/Heege/Tussing: Materialwirtschaft und Einkauf, aa.O.

[5]Vgl. Wöhe: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, S. 517

[6]Arnolds/Heege/Tussing: Materialwirtschaft und Einkauf, S. 23

[7]Arnolds/Heege/Tussing: Materialwirtschaft und Einkauf, aa.O.

[8]Wöhe: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, S. 516

[9]Vgl. SERVICE AG: Handbuch der Materialwirtschaft (Stand 30.04.00)

[10]http://www.atos-group.de/scm/definition.htm (29.06.2000, siehe Anhang)

[11]Vgl. http://www.atos-group.de/scm/definition.htm (29.06.2000, siehe Anhang)

[12]Vgl. http://www.ipo.de/m_beratung/scm_was_ist2.htm (29.06.2000, siehe Anhang)

[13]Vgl. http://www.ids-scheer.ch/consulting/scm/twbscm.htm#S (29.06.2000)

[14]Vgl. http://www.procure-network.de/info/Ebusiness1.htm (29.06.2000, siehe Anhang)

[15]Vgl. sapinfo.net, Oktober 1999, S. 94

[16]Vgl. Glaser/Kreitel WS 1999/2000: Glossar für den IT-Bereich

[17]Vgl. http://www.procure-network.de/info/Ebusiness1.htm (29.06.2000, siehe Anhang)

[18]Vgl. Bogaschewsky: Elektronischer Einkauf, S. 14

[19]Vgl. Bogaschewsky/Kra>

[20]Vgl. http://www.businessmedia.org/e-business-sme/e-business-sme.nsf (09/1999)

[21]Vgl. Droege & Comp.: Gewinne Einkaufen, S. 16

[22]Vgl. Droege & Comp.: Gewinne Einkaufen, aa.O.

[23]Vgl. SAP AG (1999): Glossar der Internet-/E-Commerce-Begr.. In: sapinfo.net (10/1999): S. 94 – 97

[24]Vgl. SAP AG (1999): Direkter Zugriff übers Internet. In: sapinfo.net (10/1999): S. 40-42

[25]Vgl. Backhaus, Manuel: E-Procurement. In: Bogaschewsky, Elektronischer Einkauf, S. 69

[26]Vgl. Bogaschewsky: Elektronischer Einkauf, S. 15

[27]Vgl. Studien von Forrester 1997, Gartner Group 1997, NAPM 1997

[28]Vgl. Bogaschewsky: Elektronischer Einkauf, S. 15

[29]Vgl. Bogaschewsky: Elektronischer Einkauf, S. 17

[30]Vgl. Stahlknecht/Hasenkamp: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, S. 400

[31]Vgl. Stahlknecht/Hasenkamp: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, aa.O.

[32]Vgl. http://www.wiinf.uni-wuerzburg.de/helios/edieinfuehrung.htm (29.06.2000, siehe Anhang)

[33]Schwarzer/Krcmar: Wirtschaftsinformatik, S. 224

[34]Vgl. Glaser: Begriffe zur Kommunikation zwischen Wirtschaftspartnern, SS 2000

[35]Vgl. Zilhai-Szabó: Lehrbuch Wirtschaftsinformatik, S. 313

[36]Vgl. Schwarzer/Krcmar: Wirtschaftsinformatik, S.226

[37]Vgl. Glaser: Begriffe zur Kommunikation zwischen Wirtschaftspartnern, SS 2000

[38]Vgl. Schwarzer/Krcmar: Wirtschaftsinformatik, S. 226

[39]Vgl. http://www.wiinf.uni-wuerzburg.de/helios/webedi.htm (29.06.2000, siehe Anhang)

[40]Vgl. Deutsche EDI-Gesellschaft e.V.: WebEDI, S. 8

[41]Vgl: http://www.electronic-commerce.org/edi/internet/xml-beispiel.html (29.06.2000, siehe Anhang)

[42]Tanenbaum: Computernetzwerke, S. 17

[43]Eckel/Steen: Intranets, S. 5

[44]Eckel/Steen: Intranets, S. 6

[45]Hansen: Wirtschaftsinformatik I, S. 1029

[46]Vgl. Tanenbaum: Computernetzwerke, S.19

[47]Vgl. Schwarze: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, S. 133

[48]Kauffels: Lokale Netze, S. 28

[49]Vgl. Schwarze: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, S. 129

[50]Vgl. Larisch: Netzwerke für Anwender, S.721

[51]Vgl. Tanenbaum: Computernetzwerke, S. 844

[52]Vgl. Schwarze: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, S.118

[53]Vgl. Hein: TCP/IP, S. 23

[54]Eckel/Steen: Intranets, S. 48

[55]Vgl. Larisch: Netzwerkpraxis für Anwender, S. 50

[56]Vgl. Larisch: Netzwerkpraxis für Anwender, S. 53

[57]Vgl. Hansen: Wirtschaftsinformatik I., S. 1034

[58]Vgl. Eckel/Steen: Intranets, S. 31

[59]Vgl. Schwarze: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, S. 130

[60]Vgl. Tanenbaum: Computernetzwerke, S. 844

[61]Larisch: Netzwerkpraxis für Anwender, S. 677

[62]Hansen: Wirtschaftsinformatik I, S. 380

[63]Vgl. Larisch: Netzwerkpraxis für Anwender, S. 317

[64]Vgl. Stahlknecht, Hasenkamp: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, S. 505

[65]Vgl. Larisch: Netzwerkpraxis für Anwender, S. 318

[66]Vgl. Tanenbaum: Computernetzwerke, S. 71

Details

Seiten
110
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783832447793
ISBN (Buch)
9783838647791
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220368
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt; Würzburg – Betriebswirtschaft
Note
1,0
Schlagworte
e-procurement e-commerce beschaffung

Autor

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Titel: Perspektiven des E-Business aus Sicht des Einkaufs eines Konzerndienstleistungsunternehmens