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"Haiders Welt"

Rhetorische Hermeneutik

©1999 Diplomarbeit 132 Seiten

Zusammenfassung

Inhaltsangabe:Einleitung:
„Die historischen Paradigmen der Metaphorik verweisen nicht auf in Rede stehende Gegenstände, sondern in Texten überlieferte Kontexte, die im Bezug aufeinander Geschichte entwickeln und ihre historische Differenz in der Metapher symptomatisch machen.“ Dieses Zitat vermag einen Teil des beabsichtigten methodischen Vorgangs der Interpretation treffend vorzuzeichnen.
Die Annahme, daß gerade die Metapher diejenige Einheit der Sprache wäre, welche unter Umständen mehr als andere Sprachelemente über den „Sinn“ eines Textes, in der Folge sogar über die Denkweise seines Autors Auskunft gibt, spielt eine zentrale Rolle im Rahmen der Interpretation. Will man bei der Interpretation empirisch vorgehen, ist es selbstverständlich noch lange nicht damit abgetan, daß man diesen Sachverhalt einfach für wichtig hält, auch dann nicht, wenn tatsächlich viele Analytiker verschiedenster Disziplinen das Denken im Vergleich, mit dem die Metapherbildung unmittelbar verbunden ist, als eine der wesentlichsten Eigenschaften derselben ausmachen. Wie sagt schon Durkheim, um gleich einen Klassiker zu nennen, „die Analogie ist eine legitime Form des Vergleichs, und der Vergleich das einzig taugliche Mittel, über das wir bislang verfügen, um zum Verständnis der Dinge zu gelangen.“.
Vergleiche oder Analogien sind allerdings mit Metaphern nicht gleichzusetzen, da der Blickwinkel, den eine Metapher unter Umständen zu liefern imstande ist, beim Vergleich gänzlich fehlt. „Im diskursiven Vergleichen des einen Gegenstandes mit dem anderen opfert man die charakteristische Macht und Wirkung einer guten Metapher. Dem wörtlichen Vergleich fehlen Umgebung, Beziehungsreichtum und die ´Sicht` auf den Primärgegenstand, von denen die erhellende Kraft einer Metapher abhängt.“ Die Realität des Sozialen, wie in der Einleitung schon zitiert, hängt in großem Maß von den im Text angewandten Begriffen und rhetorischen Figuren ab. „Es gilt also zu erkennen, wie Metaphern und andere Strategien der Rhetorik die soziale Realität – oder was die Soziologen im Lichte ihrer Theorien dafür halten – nicht nur beeinflussen, sondern zum Teil sogar hervorbringen.“ Unser Erkenntnisvermögen hätte sozusagen eine Schwachstelle, an der die Postmoderne ansetzen will: sein rhetorischer Charakter. Die Aufgabe der Analyse soll die Aufdeckung und das Erkennen dieser rhetorischen Elemente sein. Sie bedient sich einer Theorie, die das Verhältnis zwischen Sprache und Realität ernst nimmt: „Indem sie […]

Details

Seiten
132
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783832447403
ISBN (Paperback)
9783838647401
DOI
10.3239/9783832447403
Dateigröße
838 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Wien – Human- und Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum
2001 (November)
Note
1,0
Schlagworte
diskurs rhetorische hermeneutik metapher theorie feldes bourdieu

Autor

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Titel: "Haiders Welt"