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Die KPD und der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939

Magisterarbeit 1994 186 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Allgemeines
1.2. Grundpositionen der Literatur zur Rolle des PCE (Partido Comunista de España) zwischen Revolution und Krieg
1.3. Die deutsch-deutsche Literatur zur Rolle der KPD in Spanien
1.4. Relevanz, Themenstellung und Zielsetzung dieser Arbeit
1.5. Vorgehensweise
1.6. Verwandte Literatur und Quellen

2. Der Ausbruch des Bürgerkrieges
2.1. Der Aufstand der Militärs
2.2. Die Politik des PCE
2.3. Die Sowjetunion und der Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges
2.4. Die Komintern und der Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges
2.5. Der PCE und die weiteren Vorgänge im republikanischen Spanien

3. Zur Lage der KPD in Deutschland und im Exil
3.1. Die KPD vor dem Juli 1936
3.2. Die Volksfrontgespräche in Paris

4. Die ersten Maßnahmen der OL und des PB hinsichtlich Spaniens
4.1. Die OL (Paris) ergreift die Initiative
4.2. Das PB schaltet sich ein
4.2.1. Säuberung und Festigung
4.2.2. Kontrolle in der Emigration und Rekrutierung der Freiwilligen
4.3. Die ersten deutschen Freiwilligen in Spanien
4.4. Die Weichen werden gestellt
4.5. Die Parteiführung intensiviert ihre Tätigkeit

5. Propaganda und Einheitsfront
5.1. Die Propagandatätigkeit der KPD
5.2. Die Einheitsfront "von unten" für Spanien?
5.3. Ausmaß und Erfolg der Propaganda
5.3.1. Ausmaß der Literaturverbreitung in Deutschland
5.3.2. Erfolg der Propaganda

6. Die Internationalen Brigaden
6.1. Die Aufstellung der Internationalen Brigaden
6.2. Die Präsenz der ausländischen Freiwilligen in den IB
6.3. Präsenz und politische Zusammensetzung der deutschen Freiwilligen

7. Die KPD in Spanien
7.1. Allgemeines zur Haltung der KPD zur Volksfrontpolitik in Spanien
7.2. Zur Propaganda der KPD in Spanien
7.2.1. Die Literatur
7.2.2. Volksfront über dem Äther

8. Zum Kommissarwesen
8.1. Das Kommissarwesen in den Internationalen Brigaden
8.2. Die Kommissare in der XI. Internationalen Brigade

9. Zentrale Kadererfassung und die Kaderpolitik der KPD
9.1. Die Kaderabteilung Albacete
9.2. Das ZK des PCE zieht die Kadererfassung an sich
9.3. Die Kaderpolitik der KPD in Spanien
9.4. Die militärischen Kader
9.5. Schulen der KPD in Spanien

10. Der Einfluss der Parteiorganisation auf die Kaderbildung
10.1. Die Parteiorganisation der KPD in den Internationalen Brigaden
10.2. Das Kaderkarussell dreht sich weiter

11. Die Mobilisierung der Interbrigadisten durch den Polit- und Parteiapparat
11.1. Zum Erfolg der politischen Bearbeitung
11.2. Die Aktivistenbewegung

12. Deutsche Einheits- und Volkfront in Spanien?
12.1. Das Einheitskomitee
12.2. Die Einheitskonferenz in Valencia

13. Niederlage und Rückzug
13.1. Der erzwungene Rückzug der KPD aus Spanien
13.2. Die Internationalen Brigaden verabschieden sich
13.3. Die deutschen Kommunisten im Demob-Lager
13.4. Die Propaganda der KPD nach dem Rückzug der Internationalen Brigaden

14. Abschließende Bemerkungen

15. Quellen- und Literaturverzeichnis
15.1. Ungedruckte Quellen
15.2. Gedruckte Quellen
15.2.1. Dokumente, Aktenpublikationen, Berichte
15.2.2. Memoiren, Erlebnisberichte
15.2.3. Periodika
15.2.4. Bibliographische, biographische und sonstige Hilfsmittel
15.2.5. Sekundärliteratur

16. Anhang

1. Einleitung

1.1 Allgemeines

Der spanische Bürgerkrieg war die dramatischste Phase in der spanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und bedeutete eine Zäsur, deren Folgen bis in die jüngste Vergangenheit hineinreichten. Diese Gemeinsamkeit mit der jüngeren deutschen Geschichte, in der die Zeit des Nationalsozialismus einen entsprechenden Einschnitt bedeutete, ist eine der Wurzeln für mein Interesse am vorliegenden Thema dieser Arbeit, zumal sich jene Gemeinsamkeit auf ähnliche Phänomene gründete, d.h. auf sozial-politische Polarisierungen in der spanischen und deutschen Gesellschaft vor 1936 bzw. 1933.

Mein Interesse für die Geschichte des Nationalsozialismus als eine Erscheinungsform des Faschismus, für die Geschichte des Widerstandes gegen ihn sowie für den Widerstand der deutschen Kommunisten im besonderen bildeten weitere Motive meiner Entscheidung, den vorliegenden Gegenstand zum Thema meiner Arbeit zu wählen.

Bestimmte Zweige jener historischen Entwicklungsstränge liefen in den Ereignissen des spanischen Bürgerkrieges zusammen, da Spanien mit dem Ausbruch des Krieges, der als interner Konflikt begonnen hatte, im Gefolge der deutschen, italienischen und sowjetischen Intervention auch zum Gefechtsfeld Hitlers und der KPD geworden war. Hitler wollte vor dem Hintergrund der unlängst installierten Volksfront-Regierung in Frankreich die Entstehung eines spanisch-französischen Volksfrontblockes, der womöglich enge Beziehungen zur Sowjetunion geknüpft und seinen weiteren außenpolitischen Plänen im Wege gestanden hätte, verhindern,[1] während die KPD von Beginn seiner, Hitlers, Intervention an verlauten ließ, dass der Kampf gegen Franco auch den Kampf gegen Hitler bedeutete.

1.3 Grundpositionen der Literatur zur Rolle des PCE (Partido Comunista de España) zwischen Revolution und Krieg

Entsprechend der Reichweite, die bereits die Zeitgenossen dem Bürgerkrieg in Hinblick sowohl auf seine interne sozioökonomische als auch auf seine internationale Dimension beimaßen, kam es zu einer schlechthin unübersehbaren Literaturproduktion auf wissenschaftlichem und künstlerischem Gebiet. Deshalb wird der Leser an dieser Stelle vergeblich nach einer Literaturübersicht Ausschau halten.

Die Politik der UdSSR und der Komintern veranlassten v.a. angelsächsische Historiker, sich der Rolle der kommunistischen Bewegung im Zusammenhang mit dem spanischen Bürgerkrieg zu widmen.[2] Beinahe alle Autoren nichtsozialistischer Herkunft verwiesen im Ergebnis solcher oder ähnlicher Untersuchungen auf den stetig anwachsenden Einfluss des PCE, seinerseits gelenkt von Kreml und Komintern, auf die bürgerliche Regierung der spanischen Republik. Die vorherrschende Stellung der Kommunisten auf allen entscheidenden Posten diente demnach in erster Linie zur Wahrung der außenpolitischen Interessen der UdSSR. Politik und Praxis des PCE im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg gelten geradezu als Musterbeispiel für die These, die die hochgradige Abhängigkeit aller Komintern-Sektionen vom Kreml und von der Komintern postuliert. An deren grundsätzliche Richtigkeit besteht kein Zweifel; es muss jedoch festgehalten werden, dass es auch tiefsichtigere Autoren gibt, die die Politik des PCE als eine begreifen, deren programmatische Grundlage, die der Volksfront, längst formuliert war, als der Bürgerkrieg begann.[3]

Um überhaupt wirksam die politische Bühne betreten zu können, habe sich der PCE seiner Volksfrontpolitik bedient. Sie bewirkte die Befreiung aus ihrer bis dahin bestehenden politischen Isolation und machte den PCE auch für bürgerliche Gruppierungen und gemäßigte Sozialisten bündnisfähig.

Unter dem Tarnmantel seiner Volksfrontpolitik schraubte der PCE die Revolution zurück und begrenzte sie auf einen Rahmen, der mit seiner spezifischen Charakterisierung der spanischen Republik als "demokratische Republik neuen Typs" vereinbar war. Alles, was sich über diesen Rahmen hinaus bewegte, denunzierte der PCE als Konterrevolution und Reaktion. Jene Charakterisierung war aus Sicht des Kreml notwendig, um ihre in Aussicht genommenen außenpolitischen Bündnispartner nicht zu verprellen.[4]

Im Gegensatz zu jenen Interpretationen treten - naturgemäß - solche, die dem historischen Materialismus verpflichtet sind oder waren. Demnach waren die revolutionären Erscheinungen Auswüchse marginalen Charakters. Der PCE, die Komintern und die Sowjetunion hätten nur die demokratische Republik verteidigt und somit die Sache des spanischen Volkes. Die entsprechenden Autoren heben stets auf den Kampf zwischen Demokratie und Faschismus ab.[5]

1.4 Die deutsch-deutsche Literatur zur Rolle der KPD in Spanien

Während wir auf eine reichhaltige Literatur über den spanischen Bürgerkrieg im allgemeinen, über die Rolle der Kommunisten und über den sichtbarsten Ausdruck der internationalen Solidarität, die Internationalen Brigaden, zurückgreifen können, haben, was Veröffentlichungen zur Rolle der KPD in bezug auf Spanien betrifft, die Autoren der ehemaligen DDR fast eine monopolartige Stellung eingenommen. Es gibt meines Wissens demgegenüber keine einzige wissenschaftliche Monographie westdeutscher Herkunft, welche die Politik der KPD im und zum spanischen Bürgerkrieg thematisiert. Der tiefere Grund für diese Zurückhaltung ist sicher einerseits darin zu suchen, dass dem Widerstand der Kommunisten gegen den Nationalsozialismus als Folge antikommunistischer Ressentiments in der bundesrepublikanischen Gesellschaft nur selten die ihm gebührende Beachtung zuteil geworden ist.

Weshalb westdeutsche Historiker, die sonst durchaus die Geschichte der KPD zu durchleuchten wussten, das Feld des spanischen Bürgerkrieges ostdeutschen Historikern überlassen und nicht zu entsprechenden eigenen Arbeiten angesetzt haben, mag verwundern, ist aber auch Ausdruck des Mangels an zugänglichen Quellen zum Thema. Die maßgeblichen Akten zur Geschichte der KPD waren bis 1989 im ZPA (Zentrales Parteiarchiv) der SED nur für handverlesene Autoren aus dem nichtsozialistischen Lager sehr beschränkt zugänglich.

Dass trotzdem gut fundierte Untersuchungen möglich gewesen wären, beweist die Monographie Patrik v. zur Mühlens,[6] die die Rolle der KPD im spanischen Bürgerkrieg im Gesamtzusammenhang mit dem Engagement der deutschen Linken in und für die spanische Republik untersucht. v. zur Mühlen hat dabei spanische Archive aufgesucht, deren Öffnung allerdings noch nicht lange zurücklag.

Der Stellenwert, den Historiker ostdeutscher Provenienz dem Engagement der KPD für die spanische Republik beimaßen, hatte indes eine gleichsam staatstragende Qualität, stellte doch die Existenz deutscher Kampfverbände unter maßgeblicher Beteiligung der KPD im Rahmen der IB (Internationale Brigaden) eine wichtige Legitimationsgrundlage für die Schaffung und das Fortbestehen der NVA dar, die so die Kontinuität tatsächlicher oder vermeintlicher demokratischer Traditionen verkörperte.[7]

Gemäß der im voraus determinierten Bedingungen historischer Forschung kamen fast alle ostdeutschen Wissenschaftler zu gleichen oder ähnlichen Aussagen betreffend der Charakterisierung des Bürgerkrieges, zur Rolle der UdSSR, der Komintern und ihrer Sektionen. Eine Vorstellung der betreffenden Literatur im einzelnen erübrigt sich deshalb auch hier. Den gemeinsamen Kampf deutscher (und österreichischer) Kommunisten und anderen Antifaschisten präsentieren die besagten Autoren stets als Ausdruck und Bestätigung der auch von der KPD verfolgten Einheits- und Volksfrontpolitik. Demnach war der "national-revolutionäre" Freiheitskampf Volksfrontspaniens bestimmend für die Stellung der KPD zu diesen Fragen, weil sie die Ereignisse in Spanien eng mit der Initialisierung einer deutschen Volksfront verknüpfte. Die Rolle der deutschen Kommunisten, die im Exil oder in Spanien die Gelegenheit ergriffen, ihren Kampf gegen Hitler fortzusetzen, betten jene Autoren ihrem Interpretationsmuster entsprechend ein.[8]

Obwohl die KPD ihren Kampf in Spanien stets mit dem Blick nach Deutschland gerichtet führte (was faktisch eine relativ selbständige Kader- und Volksfrontpolitik zugeschnitten auf die deutschen Verhältnisse implizierte), sei die Unterordnung der KPD unter den PCE selbstverständlich gewesen, eine Sicht, welche die Identität der Interessen von KPD und PCE beschwor.[9]

Die Bewahrung dieser geschlossenen Betrachtungsweise gelang mit Hilfe einer äußerst selektiven Quellenbehandlung. Da nur Autoren mit bewährt linientreuer Ausrichtung das Archiv der KPD/SED zugänglich war, konnte eine Überprüfung einschlägiger Angaben und Thesen nicht stattfinden. Der Hauptvorwurf gegen Kühne u.a. richtet sich weniger darauf, die in Frage kommenden Quellen falsch präsentiert zu haben, sondern darauf, die Quellen nur auszugsweise und nicht im Zusammenhang ihrer Entstehung vorzustellen und auf die schlichte Unterschlagung von Dokumenten, die, aus Sicht der einzuhaltenden Vorgaben, unerwünschte Interpretationen zulassen könnten.

1.4 Relevanz, Themenstellung und Zielsetzung dieser Arbeit

Einer der erfreulichsten Aspekte des Beitritts der ehemaligen DDR zur BRD ist zweifellos die Tatsache, dass das Parteiarchiv der KPD/SED nunmehr für wissenschaftliche Zwecke allgemein zugänglich ist. Dieser Umstand, im Verein mit der bereits angesprochenen Mangellage hinsichtlich einer Literatur, welche die Politik der KPD im Bürgerkrieg untersucht, ohne mit politisch-ideologischen Vorgaben belastet zu sein, begründet, wie ich meine, hinreichend die Relevanz des gewählten Themas.

Gleichwohl versteht sich diese Arbeit mit Blick auf die nunmehr zur Verfügung stehenden Archivnutzungsmöglichkeiten in Berlin, teilweise auch in Moskau, nur als sehr bescheidener Ansatz, die bisherige Geschichtsschreibung zur KPD auf quellenmäßig abgesichertere Grundlagen zu stellen, als es bisher der Fall war.

Die Frage nach der Beteiligung der KPD im weiteren Sinne, d.h. im Rahmen der allgemeinen Solidaritätsbewegung für Spanien, der Arbeit der Roten Hilfe, des medizinischen Dienstes in den IB und die Frage, ob und inwieweit die KPD im übergeordneten Geheimdienst- und Verfolgungsapparat in Spanien involviert war, können an dieser Stelle aus Platzgründen nicht erörtert werden.

Diese Arbeit stellt es sich zur Aufgabe, die Politik der KPD im und zum spanischen Bürgerkrieg im Lichte der nunmehr zugänglichen Quellen näher zu beleuchten, als es in Veröffentlichungen der ostdeutschen Historiographie geschehen ist.

In erster Linie versteht sich diese Untersuchung als Rekonstruktion dessen, welche konkreten Maßnahmen die KPD im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg ergriff und welche Orientierung sie in Spanien besonders in Hinblick auf die politische Bearbeitung ihrer eigenen Anhänger und der übrigen Freiwilligen verfolgte. Nebenbei wird die Frage zu erörtern sein, inwieweit die Entscheidungsfindung, was in Anbetracht der jüngsten spanischen Ereignisse zu tun sei, den kollektiv-monolithischen (somit konfliktfreien) Charakter hatte, den die Historiographie der ehemaligen DDR darbietet. Demnach gewinnt der Leser den Eindruck, als ob die ersten mit Spanien zusammenhängenden Fragen im PB (Politbüro) und ZK erörtert und entschieden worden seien.[10]

Besonderes Augenmerk richtet diese Arbeit auf die Behandlung der Einheits- und Volksfrontpolitik durch die KPD im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg, um einen Eindruck von den Vorstellungen der KPD zu gewinnen, welche Gestalt die Volksfront für Deutschland haben sollte und wie sie jene Vorstellungen praktisch verwirklichen wollte. Dazu genügt es nicht, die betreffende Propaganda der KPD in Deutschland, im Exil und in Spanien zu untersuchen; mindestens ebenso wichtig ist es, die internen Vorgänge in der KPD sowie die von ihr verfolgte Kader- und Organisationspolitik in Augenschein zu nehmen. Insofern kann diese Arbeit auch als Fallstudie für die Einheits- und Volksfrontpolitik der KPD im allgemeinen gelten, zumindest, was den Zeitraum von 1936-1939 angeht, hatte die Partei doch selbst immer wieder die Interdependenzen von spanischem und deutschem Freiheitskampf betont.

In diesem Zusammenhang wird - nolens volens - deutlich werden, wie es um die einträchtige Zusammenarbeit im kommunistischen Lager bestellt war, die uns die ostdeutsche Geschichtsschreibung glaubhaft zu machen sucht.

Viele Autoren weisen, wie bereits angedeutet, der Volksfrontpolitik des PCE eine Tarnfunktion zu, hinter der die omnipräsente kommunistische Parteistruktur ihre Macht entfaltete. Wir werden im Rahmen dieser Arbeit einen Blick auf die Parteiorganisation in der XI. IB werfen und feststellen, dass der Aspekt der Macht nur ein, wenn auch wichtiges Element in der eher multifunktionalen Bedeutung der kommunistischen Parteiorganisation war. Die mitunter triumphierend vorgebrachte Präsentation der Volksfrontpolitik als reine "Camouflage" muss sich dabei nicht unbedingt als falsch, aber als zu eindimensional erweisen.

1.5 Vorgehensweise

Die Gliederung dieser Rekonstruktion folgt weitgehend einem Kompromiss zwischen einer nach thematischen und chronologischen Gesichtspunkten vorgenommenen Ordnung.

Im Verein mit meinen Bemühungen um eine möglichst quellennahe Darstellung mag darunter der sonst erwünschte Eindruck einer geschlossenen und organischen Präsentation leiden.

Nach einer Erläuterung der Vorgänge in Spanien um Krieg und Revolution schien es mir geboten, einen Überblick über die grundsätzliche Konstellation innerhalb des kommunistischen Lagers zu geben, d.h. auf die Politik und auf die Positionen der UdSSR, der Komintern, des PCE und der KPD einzugehen, denn nur in diesem Kontext ist der Einsatz der KPD in Spanien zu begreifen.

Anschließend führt der Faden dieser Arbeit zu den Entscheidungsprozessen innerhalb der KPD-Parteiführung in bezug auf Spanien.

Hernach richten wir den Blick auf die technische und propagandistische Abwicklung der mit Spanien zusammenhängenden Angelegenheiten seitens der Parteiführung, ehe die Tätigkeit der deutschen Kommunisten in Spanien zum Gegenstand der Untersuchung wird, die auch hier auf bestimmte Rahmenbedingungen eingeht, d.h. auf die ausländische Präsenz in den IB, das ubiquitäre Kommissarwesen in den republikanischen Streitkräften und auf die übergeordnete Kadererfassung und -kontrolle.

1.6 Verwandte Literatur und Quellen

Aus der gesamten von mir für diese Arbeit herangezogenen Literatur möchte ich die Werke Müllers und v. zur Mühlens herausheben.[11] Sie leisteten mir eine wesentliche Hilfe. Daneben bot die Darstellung Kühnes,[12] bei allem Vorbehalt, eine Grundlage für die von mir gewählten Ausgangspunkte und Fragestellungen.

Als wichtigste Quellengruppe habe ich die einschlägigen Aktenbestände des ZPA der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO),[13] herangezogen. Angesichts des Umfanges der in Frage kommenden Akten war es mir nicht möglich, eine erschöpfende Quellenauswertung vorzunehmen.

Bei den eingesehenen Akteneinheiten handelte es sich im wesentlichen um vier Bestandsgruppen. Hier ist zum einen der Sammlungsbestand V 237/... (National-revolutionärer Krieg des spanischen Volkes) zu nennen. Das Archiv besaß bis Ende 1965 nur eine geringe Anzahl von Akteneinheiten zu diesem Themenkreis. Aus Anlass des 30. Jahrestages des Beginns des spanischen Bürgerkrieges ist aus anderen Beständen Material zusammengetragen worden, z.B. Briefe, Zeitungen, persönliche Dokumente, Plakate, und andere Dokumente aus der Kaderabteilung des ZK der SED sowie aus dem Ministerium für Nationale Verteidigung der Spanischen Republik.

Wesentliche Zugänge erhielt das Archiv im Februar 1967 und Oktober 1969 vom ZPA im IML beim ZK der KPdSU. Hierbei handelte es sich um ins gesamt 19 Mikrofilme entsprechend 159 Akteneinheiten, wobei die daraus fotokopierten Dokumente einen wesentlichen Teil des bereits in Spanien angelegten Brigadearchivs (der XI. IB) dar. Der aktuelle Gesamtbestand umfasst 206 Akteneinheiten.[14]

Diesem Bestand sind inhaltlich auch die Akteneinheiten mit der Kennzeichnung 3/1/... zuzuordnen.

Der zweite Gruppe betrifft den Bestand des Historischen Archivs der KPD (hier I 2/3/..., Dokumente im Zusammenhang mit dem PB der KPD). Von 1958-1966 erhielt dieser Bestand zahlreiche Mikrofilme aus Moskau und von 1968-1970 zusätzliches Originalschriftgut.[15]

Der Nachlass Piecks (NL 36/...) bildet einen weiteren Bestand. Dokumente mit der Signatur I 6/3/... betreffen Schriftstücke, die im Zusammenhang der EKKI-Vertretung (Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale) der KPD in Moskau entstanden sind.

2. Der Ausbruch des Bürgerkrieges

2.1 Der Aufstand der Militärs

Mit dem Wahlsieg der spanischen Volksfrontparteien im Februar 1936 war zwar das "schwarze Doppeljahr", geprägt durch eine reaktionäre Regierungspolitik, beendet, doch die Voraussetzungen für eine Entspannung der sozialen und politischen Konflikte zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten im seit 5 Jahren republikanischen Spanien waren damit keineswegs geschaffen, im Gegenteil: Die Agrarfrage im noch vorwiegend von feudalen Verhältnissen charakterisierten ländlichen Gebieten Spaniens stand weiterhin auf der Tagesordnung.[16] Die Radikalisierung der Arbeiterschaft (in lebhafter Erinnerung war noch der asturische Bergarbeiteraufstand von 1934), die nach wie vor beherrschende Stellung des katholischen Klerus, der Armee und der Finanz- und Großgrundbesitzeroligarchie, deren antirepublikanischer Einfluss allenthalben zu spüren war, bargen mehr Zündstoff als in den Jahren zuvor. Hinzu traten eine allgemeine Rückständigkeit auf sozialem und kulturellem Gebiet sowie die regionalen Autonomieansprüche in Katalonien und im Baskenland.

Mit einem acht Punkte umfassenden, sehr gemäßigten Wahlprogramm, trat die linke Volksfront, zusammengesetzt aus der Republikanischen Linken Azañas, der Republikanischen Union Barrios, der Sozialistischen Partei (zusammen mit der UGT = Union General de Trabajo), der syndikalistischen Partei Pesteñas, der KP Spaniens und der POUM (Partido Obrero de Unificación Marxista) gegen die Rechte Allianz an,[17] um dem französischen Beispiel zu folgen.

Die Anarchisten, für gewöhnlich Gegner parlamentarischer Gepflogenheiten - also auch von Wahlen-, legten ihren Anhängern mit Blick auf die in Aussicht gestellte Amnestie für die gefangenen Teilnehmer des asturischen Aufstandes eine Wahlbeteiligung zugunsten einer linksgerichteten Partei nahe.[18]

Das linke Wahlbündnis konnte zwar in den Cortes 267 Mandate verbuchen gegenüber 132 Mandaten für die Rechte und 52 der Mitte, doch die Mandatsverteilung täuschte über die tatsächlich minimale Differenz zwischen den für die Volksfront- und rechten Parteien abgegebenen Stimmen hinweg.[19] Azaña bildete ein bürgerlich-liberales Kabinett (ohne Beteiligung selbst der stärksten, jedoch zerstrittenen Fraktion der Sozialisten), das die politische Polarisierung weder auf gesellschaftlicher Ebene noch die Kräfteverhältnisse innerhalb der Volksfront widerspiegelte. Spanien, ein Land mit nur einer dünnen bürgerlichen Gesellschaftsschicht, erhielt eine bürgerliche Regierung, die im Parlament auf die anderen Parteien der Volksfront angewiesen war. Es war eine Republik ohne Republikaner, ein Schicksal, das es mit der ersten deutschen Republik teilte.

Die strukturellen Unzulänglichkeiten und sozialen Konflikte begrenzten den Spielraum der Regierung von links und von rechts. Das rechte Lager fühlte sich bereits durch geringfügige Reformmaßnahmen in ihrer Machtstellung bedroht, das radikalisierte linke Spektrum aus Kleinbauern und Industrie- und Landproletariat (Industriearbeiter gab es in der Masse nur in Katalonien und im Baskenland), in seiner Hoffnung auf eine rasche und spürbare Verbesserung seiner sozialen Lage enttäuscht, fühlte sich wenig veranlasst, sich für die bürgerlich-demokratische Republik zu begeistern.[20] Vereinzelt griffen landlose Bauern zur Selbsthilfe und bemächtigten sich grundherrschaftlichen Bodens, den sie nunmehr auf eigene Rechnung bearbeiten wollten.[21]

Das Land wurde überflutet von gewalttätigen, zum Teil bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der sich gegenüber stehenden Lager. Gegen rebellierende Bauern wurde die Guardia Civil geschickt. Auf der rechten Seite taten sich die Falangisten hervor; die Anarchisten verübten Anschläge auf Vertreter der überkommenen Ordnung. Zahlreiche und z.T. ausgedehnte Streiks waren an der Tagesordnung.[22]

Die einzige Handhabe, die traditionellen Verhältnisse wiederherzustellen, sahen die bisherigen Inhaber wirtschaftlicher und politischer Macht im Militär. Die Generäle, z.B. Mola und Franco, die die Regierung, allerdings eher halbherzig, aus ihren ursprünglichen Positionen entfernt hatte, fürchteten ebenfalls um ihren angestammten Platz in Staat und Gesellschaft. Sie waren nach Besprechungen mit maßgeblichen Politikern der rechten Parteien bereit, unter dem Vorwand, "Ruhe und Ordnung" wiederherzustellen und nicht ohne heuchlerische Bekenntnisse zur Republik, zum Coup d'État anzutreten.[23]

Doch der am 17./18. Juli 1936 in Szene gesetzte Militärputsch ging nicht wie ein gewöhnliches pronunciamiento vonstatten, wie es Spanien in der Vergangenheit mehrmals gesehen hatte. Nach anfänglichen Erfolgen in zahlreichen Garnisonsstädten sahen sich die Militärs einem Gegner gegenüber, mit dem sie nicht ohne weiteres gerechnet hatten. Neben den Truppenteilen, die sich republiktreu verhielten, waren es v.a. die Arbeiterorganisationen, deren Angehörige sich spontan bewaffneten und den Rebellen erbitterten Widerstand entgegensetzten. Der Putsch kristallisierte die revolutionären Wolken. Voll heller Erregung angesichts der erneuten Reaktion schlugen die Arbeiter zurück, die unabhängig von der Regierung handelten. Hierbei waren es die Anarchisten und Anarchosyndikalisten, die sich anlässlich der Bekämpfung des Aufstandes besonders hervortaten. Parteien und Gewerkschaften stellten in aller Eile Milizen auf, schickten sie gegen die Aufständischen und vereitelten einen raschen Erfolg derselben.

Dort, wo der Aufstand niedergeschlagen werden konnte, begnügten sich die Anarchisten und Teile der Sozialisten nicht mit ihrem Erfolg. Sie hielten im Gegenzug ihre Stunde für gekommen und gingen zur Revolution über.[24] Die bei weitem überwiegende Zahl derjenigen, die sich dem Aufstand entgegengeworfen hatten, handelten nicht aus Loyalität gegenüber der Republik oder der Regierung, sondern weil sie in der Rebellion der Franquisten das Fanal zu ihrer sozialen Revolution sahen,[25] als Signal, endlich ihre ureigensten Belange in die Hand zu nehmen.

Nur dank italienischer und deutscher Hilfe, die Franco angerufen hatte, weil seine Elitetruppen wegen der überwiegend loyal gebliebenen Flotte in Nordafrika festsaßen und nicht in die Kämpfe im spanischen Mutterland eingreifen konnten, brach der Aufstand nicht zusammen.

Nach ungefähr einem dreiviertel Jahr war Spanien etwa gleich geteilt in ein franquistisch kontrolliertes und in ein republikanisch gebliebenes Gebiet.[26] Hierbei handelte es sich allerdings schon nicht mehr um ein von der republikanischen Regierung kontrolliertes und verwaltetes Gebiet. Die Zentralregierung und die Generalidad, die autonome Regionalregierung Kataloniens, bestanden zwar weiterhin, de facto lag die ökonomische und politische Macht jedoch bei denjenigen, die im Zuge ihres Widerstandes gegen die Rebellen dazu übergegangen waren, Ländereien sowie Industrie- und Dienstleistungsbetriebe an sich zu reißen und zu kollektivieren. Innerhalb kurzer Zeit war das bis dahin bestehende politische, ökonomische und soziale System vielerorts hinweggefegt.[27]

Die Akteure rekrutierten sich aus den Reihen der CNT (Confederación Nacional del Trabajo), der FAI (Federación Anarquista Ibérica), der linken Sozialisten und des POUM. Sie ersetzten die überkommenen und verhassten Ordnungsprinzipien und -organe durch solche der Selbstverwaltung. Es entstanden Komitees und räteähnliche Machtstrukturen, die a) politische Funktionen wahrnahmen und b) sich anschickten, innerbetriebliche Vorgänge, d.h. die der Verwaltung, der Produktion und des Personalwesens, auf andere Organisationsebenen zu befördern als die der hierarchischen.[28] Von einer Trennung der legislativen und exekutiven Gewalten konnte mithin kaum noch die Rede sein.

2.1 Die Politik des PCE

Auf dem 7. Weltkongress der Kommunistischen Internationalen 1935 wurde der bisherige linke Kurs zugunsten einer Politik der Volksfront aufgegeben, um die Basis für den Kampf gegen den Faschismus zu verbreitern. Diese Politik sollte von den einzelnen Sektionen der KI (Kommunistischen Internationale) sowohl in den bereits faschistischen Ländern verfolgt werden als auch in den bürgerlich-demokratischen Ländern, um dort eine faschistische Machtübernahme zu verhindern, und, fast noch wichtiger, um den dortigen Regierungen zu signalisieren, dass die kommunistische Bewegung vorerst keine proletarische Revolution anstrebte. So sollte auf außenpolitischer Ebene der Weg zu einer Antihitlerkoalition der Sowjetunion mit den demokratischen Westmächten geebnet werden.[29]

Dem entsprach auf innenpolitischer Ebene, dass sich die Sektionen in den einzelnen Ländern als bündnisfähig darstellten. Die Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Kapitalismus sollte in den Hintergrund treten und durch die Gegenüberstellung von Demokratie und Faschismus ersetzt werden, wobei die Sowjetunion und alle Parteikommunisten auf der Seite der ersteren zu finden seien.[30]

In Spanien fand die KP in Verfolg ihrer Volksfrontpolitik den Weg aus ihrer selbstverschuldeten Isolation gegenüber den linken und demokratisch-republikanischen Gruppen. Gemäß der theoretischen Begründung des PCE sei die seit 1931 im marxistischen Stufenmodell der aufeinanderfolgenden gesellschaftlichen Entwicklungsphasen erreichte bürgerlich-demokratische Ebene nicht oder noch nicht durch eine Sowjetrepublik abzulösen. Die sozialistische Revolution stand daher nicht auf der Tagesordnung. Vielmehr müssten zuvörderst die Aufgaben der bürgerlich-demokratischen Revolution vollständig gelöst werden. Konsequenterweise hieß das im Verständnis des PCE, dass dem Proletariat die historische Aufgabe zuwachse, die Arbeit ihrer Klassengegner zu verrichten, nämlich die bürgerliche Revolution zu Ende zu bringen.[31]

In der Praxis bedeutete die seit 1935 verfolgte Linie des PCE - sowie die aller Sektionen der KI - eine verstärkte Hinwendung zum Bürgertum. Der PCE bekannte sich demzufolge zur Republik und ihrer Regierung und forderte zur Unterstützung derselben auf. Anlässlich der Februarwahl 1936 hatte die Partei das Wahlbündnis im Rahmen der Volksfront mitgetragen und im Juni 1935 ein Programm vorgestellt, an der auch liberale Republikaner nichts aussetzen konnten. So war von einer Enteignung der Großgrundbesitzer zugunsten der Kleinbauern und Landarbeiter sowie von der Verbesserung die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter ebenso die Rede wie von einer Autonomie für Katalonien, Galicien und dem Baskenland.[32] Die spezifisch spanischen Verhältnisse brachten es mit sich, dass sich viele bürgerliche Republikaner eher als Katalanen oder Basken fühlten denn als Spanier. Dies waren eindeutig Forderungen, die den Weg aus feudalen und halbfeudalen Verhältnissen hinaus weisen sollten, doch keineswegs darüber hinaus.

Die Politik des PCE gegenüber den anderen Parteien und Organisationen verhielt sich komplementär dazu. Die angestrebte Einheitsfrontpolitik als Kernstück der Volksfront hatte somit nicht nur eine Stärkung des linken Lagers zum Ziel, sondern eher die Vereinheitlichung und Domestizierung der spanischen Arbeiterbewegung im Sinne der bürgertumfreundlichen Politik der KP.[33]

Der PCE kalkulierte zunächst erfolgreich. Im Frühjahr 1936 gelang ihm die Vereinigung der sozialistischen und kommunistischen Jugend zur Vereinigten Sozialistischen Jugend (JSU) zum Nachteil des PSOE (Partido Socialista Obrero Español). In Katalonien schlossen sich im Juli 1936 nach der Auflösung der dortigen KP daraus hervorgegangene Splittergruppen mit einigen anderen katalanischen Sozialistengruppen zum PSUC (Partit Socialista Unificat de Catalunya) zusammen.[34] In beiden Organisationen besetzten Kommunisten die entscheidenden Posten. Die JSU wurde bald zu einer Nebenorganisation des PCE;[35] der PSUC war zwar formal vom PCE unabhängig, in der Praxis war diese Trennung jedoch ohne Belang.

Auch den in Spanien ungewöhnlich einflussreichen Gewerkschaften galt das Interesse der Kommunisten. Sie lösten ihren eigenen Gewerkschaftsverband CGTU (Confederación General del Trabajo Unitaria) auf und legten ihren Mitgliedern den individuellen Beitritt zur UGT (Unión General de Trabajadores) nahe, wo sie mit der Zeit wichtige Positionen besetzten.[36]

Da die Kommunisten bei der anarchistischen Gewerkschaft CNT die am wenigsten berechenbaren revolutionären Potenzen befürchteten, trachteten sie danach, das Vorgehen von UGT und CNT zu synchronisieren. Dies schien schon angesichts der regional unterschiedlich starken Stellung der beiden Gewerkschaften geboten. Die Chancen hierfür standen nicht ungünstig, hatte doch die CNT kurz zuvor wenigstens eine Geste der Unabhängigkeit von der anarchistisch-fundamentalistischen FAI demonstriert.[37] Das Wunschziel des PCE, die Vereinigung von Kommunisten und Sozialisten über Aktionseinheit und der Bildung eines Einheitskomitees hinaus,[38] scheiterte jedoch am Widerstand der Linkssozialisten.[39]

Gleichwohl war es dem PCE gelungen, sich sowohl Einfluss bei den Sozialisten als auch eine Massenbasis zu verschaffen, die ihm bis dahin gefehlt hatte.[40]

Parteien und Gruppen, die die Kommunisten als ungeeignet bzw. als bündnisunfähig oder -willig einordneten, versuchten sie auszugrenzen und zu bekämpfen. In erster Linie ist hier der POUM zu nennen, eine Partei moskauunabhängiger Kommunisten, die nach wie vor für die proletarische Diktatur agitierten und - ungeachtet ihrer zahlenmäßigen Schwäche - bei Kommunisten und Anarchisten äußerst unbeliebt war.[41]

2.3 Die Sowjetunion und der Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges

Der Aufstand der rebellierenden Militärs und ihr offensichtlicher Angriff auf die demokratisch verfasste Republik Spaniens sowie die Intervention Hitlers und Mussolinis zugunsten Francos brachten Stalin in eine unkomfortable Lage. Er stand vor einem außenpolitischen Dilemma, das ihn vor die Aufgabe stellte, widersprüchliche Erfordernisse miteinander zu vereinbaren: Einerseits gebot die Wahrung des Prestiges der Sowjetunion vor den Augen des internationalen Proletariats die Unterstützung des spanischen Volkes; andererseits wollte Stalin sein sicherheitspolitisches Konzept mit Blick auf die von ihm angestrebte Antihitlerkoalition im Rahmen eines Systems kollektiver Sicherheit zusammen mit England und Frankreich nicht gefährden.[42] Diese würden keinesfalls ein "rotes Spanien" tolerieren. Die Republik, selbst unter einer Volksfront, musste deutlich bürgerlichen Charakter tragen.[43]

Die bereits entfesselte Revolution verkomplizierte die Sachlage. Die damit verbundenen Enteignungen und Kollektivierungen mussten gestoppt und sogar teilweise rückgängig gemacht werden. Zunächst aber galt es, Zeit zu gewinnen. So bezog die Sowjetunion anfänglich eine Position strikter Neutralität, die nicht über Sympathieerklärungen für die spanische Republik hinausging.[44]

Sie beteiligte sich bis auf weiteres am Nichteinmischungsausschuss,[45] nachdem dort ein Verbot der Aus- und Durchfuhr von Waffen, Munition und sonstigem Kriegsmaterial erlassen worden war. Es schien aus Sicht der Sowjets immerhin nicht unmöglich, die Hilfe der Achsenmächte auf diplomatischem Wege zu stoppen.[46]

Die Darstellung Kühnes, dass die Regierung der Sowjetunion nicht gezögert habe, der Spanischen Republik jede mögliche Hilfe zu erweisen,[47] ist nur teilweise richtig. Beim selben Autor heißt es dazu in einer späteren Veröffentlichung:

"Die Entscheidung, Waffen und Militärspezialisten nach Spanien zu schicken, fiel der sowjetischen Regierung ... nicht leicht. Sie erfolgte erst, nachdem es nicht gelungen war, die faschistischen Interventen auf anderen Wegen zu stoppen."[48]

Als Grund für die nunmehr eingeräumte zögernde Haltung der UdSSR gibt der Autor an:

"Die fortgesetzte Unterstellung, daß die Unterstützung der Spanischen Republik vitale Interessen der Westmächte bedrohe, erhöhte die Gefahr, daß sich die imperialistischen Staaten zu einem antisowjetischen Kriegsblock zusammenfanden."[49]

Sehr richtig, wenn auch unbeabsichtigt, lässt Kühne durchscheinen, dass sich die UdSSR trotz ihrer Bemühungen um eine Antihitlerallianz in der Defensive befand und isoliert dastand. Vielmehr musste sie im Gegenteil befürchten, dass sich eine Interessenallianz der Westmächte mit dem nationalsozialistischen Deutschland zusammenfand.

Die Isolation der UdSSR war auch im Nichteinmischungsausschuss sichtbar. Dort manövrierte sich der sowjetische Vertreter von einer diplomatischen Schlappe zur anderen und stand spätestens Ende 1936 isolierter da denn je.[50] Als deutlich wurde, dass die Westmächte um keinen Preis bereit sein würden, mit der UdSSR zu kooperieren, erklärte im Oktober der Sowjetische Vertreter vor dem Komitee und in der Öffentlichkeit, dass sich die UdSSR nicht länger an das Abkommen gebunden fühle, falls Deutschland und Italien ihrerseits nicht daran dächten, das Abkommen einzuhalten und ihre pausenlose Intervention fortsetzten.[51]

Tatsächlich gab die UdSSR im selben Monat ihre bisherige Haltung auf und sie begann, Kriegsmaterial nach Spanien zu liefern.[52]

Welche Beweggründe Stalin zu diesem Kurswechsel veranlasst haben, kann bis heute nicht eindeutig benannt werden. Jedenfalls müssen in Stalins Kalkül die Nachteile - immerhin brachte die neue Linie die UdSSR in noch größeren Gegensatz zu den Westmächten, doch vermutlich erschien dies angesichts der Pleite im Nichteinmischungsausschuss schon nicht mehr so gravierend - weniger gewichtig erschienen sein als die Vorteile, die er sich erhoffte.

Klar war, dass ein rascher Sieg Francos verhindert werden musste, bedeutete er doch eine weitere Stärkung Hitlers und Mussolinis und damit eine erhöhte Bedrohung der Sowjetunion. Möglicherweise wollte Stalin durch seinen Kurswechsel Initiative demonstrieren, um Frankreich und England zu veranlassen, sich gleichfalls an der Hilfe für die spanische Republik zu beteiligen.[53] So könnte es doch noch zu einer Koalition gegen Hitler kommen.

Ebenso stand fest, dass sich Stalin nach dem Scheitern seiner bisherigen Politik so oder so entscheiden musste. Zum fraglichen Zeitpunkt war die Auswahl seiner Alternativen gering.

Festzuhalten bleibt, dass die UdSSR, und mit ihr die KI, am Volksfrontkonzept für Spanien festhielt. Es war nur von der Verteidigung der Demokratie die Rede; die Revolution anarchistisch-sozialistischer Prägung wurde nach dem Eingreifen der UdSSR in Spanien so heftig und konsequent wie vorher nicht bekämpft.[54]

2.4 Die Komintern und der Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges

Wie oben ausgeführt, hielt sich Stalin hinsichtlich einer definitiven Entscheidung, ob und wie er in den Bürgerkrieg eingreifen sollte, aus Furcht vor internationalen Verwicklungen zurück. Es scheint, als ob in diesem Falle Vertreter der Komintern die Initiative ergriffen haben. Die genauen Vorgänge sind wegen der unzuverlässigen Quellen nicht rekonstruierbar. In der Literatur kursieren Angaben über gemeinsame Versammlungen von KI und Profintern (Kommunistische Gewerkschaftsinternationale) bereits am 21. Juli 1936 in Moskau und am 26. Juli in Prag, auf denen angeblich beschlossen wurde, erstens einen Hilfsfond einzurichten und zweitens, ein Freiwilligen-Korps aufzustellen.[55]

Fest steht lediglich die Entscheidung zu finanziellen Hilfeleistungen für Spanien. Beinahe wichtiger war jedoch, eine Zusammenarbeit mit der spanischen Republik wohlgesonnenen Gruppen und Organisationen in anderen Ländern zustande zu bringen, um die Basis für geeignete Propaganda zu verbreitern. So kam es am 13. August 1936 in Paris zur Gründung eines internationalen Spanienhilfskomitees (Internationales Koordinations- und Informationskomitee für das republikanische Spanien) als Ergebnis einer Solidaritätskonferenz, die das Weltkomitee gegen Faschismus und Krieg initiiert hatte.[56]

Bereits am 31. Juli rief die IRH (Internationale Rote Hilfe) ein "Kriegshilfskomitee für das republikanische Spanien" ins Leben und gründete auch Filialen in fast allen europäischen Ländern.[57]

Trotz der internationalen Solidaritätswelle war bald abzusehen, dass in Anbetracht der militärischen Erfolge der Rebellen, die sich im Herbst anschickten, auf Madrid zu rücken, handfestere Maßnahmen vonnöten waren. Die Zeit drängte, und außerdem hätte es der internationalen kommunistischen Bewegung nicht gut zu Gesicht gestanden, wenn sie angesichts des spontanen Engagements anderer politischer Gruppen in Spanien (POUM, Anarchisten, Sozialisten), die eigene Milizen unter Einschluss ausländischer Freiwilliger gebildet hatten, untätig geblieben wäre.[58]

Doch bevor der Kreml und die KI sich exponierten, musste das politisch-ideologische Terrain unter Berücksichtigung der internationalen Konstellation vorbereitet sein.

Carr schildert die merkwürdige Atmosphäre auf der Versammlung des EKKI (Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale) am 18. September 1936, die unter dem Eindruck der Prozesse und Hinrichtungen von Kamenev und Zinoviev stattfand. Anwesend war auch ein spanischer Delegierter unbekannten Namens. Dieser zeigte vor den Augen der Beteiligten die Bedrohung auf, die von der deutschen und italienischen Waffenhilfe ausging, stellte aber auch die Marschrichtung des PCE vor, die in Verwirklichung ihres Programms eine herausragende Rolle im Rahmen der Volksfront zu spielen gedachte, und sich bereits als Vorbild an Organisation und Disziplin in Armee, Etappe und Produktion empfohlen hatte.

Sicher nicht zuletzt mit Blick auf den bereits involvierten PCE und auf die spezifische Eigendynamik, die die Vorgänge in Spanien inzwischen entwickelten, musste der Charakter der Revolution, ob bürgerlich-demokratisch oder proletarisch, zur Bestimmung der weiteren Orientierung definiert werden. Es war Dimitroff (Generalsekretär der KI), der den "Gordischen Knoten" durchschlug; die spanische Republik sei nicht als bürgerliche Republik im klassischen Sinne zu verstehen, sondern als Volksdemokratie mit echter Beteiligung des linken Flügels des Bürgertums. Dies sei eine spezielle Form einer demokratischen Diktatur der Arbeiterklasse und der Bauern. Kollektivierungen seien mithin zurückzustellen, die Milizen müssten in einer einzigen regulären Armee aufgehen.[59] Damit schien der Weg zur "Demokratie neuen Typs" geebnet, von der später die Rede sein sollte.

Im Dezember billigte das EKKI ausdrücklich die Linie des PCE, d.h. die Beteiligung an einer Regierung behufs der Verteidigung einer bestehenden Ordnung, eine Linie, die einen Bruch mit den Beschlüssen des 7. Weltkongresses darstellte.[60]

Obwohl Dimitroffs Ausführungen nicht allenthalben auf ungeteilte Zustimmung stießen,[61] hatte Stalin wohl begriffen, dass er seine bisherige Zurückhaltung aufgeben musste,[62] zumal durchaus Vorteile in Sicht waren. Mit der Aufstellung internationaler Freiwilligenverbände unter Federführung der KI konnte der Kreml bequem Einfluss ausüben, ohne selbst zu sehr in Erscheinung zu treten. Die Entsendung eigener Truppen ließ sich somit vermeiden, abgesehen von einer Anzahl sowjetischer "Berater" und Militärspezialisten. Mit den einsetzenden Waffenlieferungen - die UdSSR war neben Mexiko das einzige Land, das Spanien unterstützte - hatte der Kreml darüber hinaus ein geeignetes Druckmittel gegenüber der spanischen Regierung in der Hand, um auf die Durchführung der PCE-Politik nachdrücklich hinzuwirken.[63]

In der Folgezeit wurde nichts mehr dem Zufall überlassen. Komintern-Vertreter übernahmen de facto die Führung des PCE und übten im Verein mit den sowjetischen Waffenlieferungen entsprechenden Einfluss auf die spanische Regierung aus.[64]

2.5 Der PCE und die weiteren Vorgänge im republikanischen Spanien

Ungefähr in dem Zeitraum, in dem sich der Kurswechsel der Sowjets abzeichnete, gewannen die nichtrevolutionären Kräfte wieder an Bedeutung. In der seit Anfang September 1936 bestehenden Regierung Caballeros (UGT-Führer) waren nun, neben Sozialisten und Linksrepublikanern, auch Kommunisten vertreten, die somit die Möglichkeit hatten, auf Regierungsebene ihren Einfluss im Sinne einer bürgerlichen Politik geltend zu machen. Es galt, der Regierung alle staatlichen Machtbefugnisse wieder zu verschaffen, die sie vor dem Ausbruch des Krieges hatte. Die in Frage kommenden politischen Kräfte mussten zentralisiert, alle anderen Kräfte ausgeschaltet und die Staatsgewalt wieder aufgerichtet werden.[65] Dazu zählte besonders die Vereinheitlichung der Militärführung.

Das oben angesprochene Dilemma der UdSSR spiegelte sich auch in der Politik des PCE wider, allerdings verschärft dadurch, dass es in der republikanischen Zone bereits zu revolutionären Umwälzungen gekommen war. Der PCE musste und wollte sich als Partei des gesellschaftlichen Fortschritts präsentieren, um sich gegenüber ihrer angestammten Klientel und den revolutionär gestimmten Bevölkerungsgruppen nicht in offenen Gegensatz zu bringen,[66] andererseits war das Kernstück seiner Politik jedoch das Bündnis mit den staatstragenden Kräften, den Republikanern und Rechtssozialisten. Dieses Bündnis im Rahmen der Volksfront diente als Basis zur Erringung und Aufrechterhaltung kommunistischer Machtpositionen. Die oberste Sorge galt der Bewahrung republikanischer Identität und Kontinuität, um weiterhin als Völkerrechtssubjekt anerkannt zu werden. So konnte die UdSSR stets darauf verweisen, sie unterstütze die legale Regierung im Gegensatz zur deutsch-italienischen Intervention.[67]

Die bürgerliche Orientierung des PCE schlug sich nicht nur auf politischer Ebene, sondern ebenso in seiner Mitgliederstruktur nieder. Nicht nur stieg sein Mitgliederbestand, zusammen mit dem des PSUC, innerhalb kurzer Zeit nach Ausbruch des Bürgerkrieges rasch an,[68] womit er zur dominierenden Partei in der republikanischen Zone wurde; die Mehrheit der neu Hinzugekommenen rekrutierte sich aus kleinbürgerlichen Reihen, die ihre Belange beim PCE am ehesten aufgehoben und dort Aufstiegschancen sahen. Außerdem profitierten die Kommunisten von der Spaltung des sozialistischen Lagers in einen reformistischen und einen revolutionären Flügel, ferner von der Schwäche und Unentschlossenheit der "eigentlichen" Republikaner.

Dagegen waren die Kommunisten diejenigen, die die Republik am energischsten verteidigten; das galt auch und besonders für den militärischen Sektor, wobei sie Anerkennung in der breiten Masse erwarben.[69]

Grundsätzlich jedoch standen sie ständig vor der Aufgabe, ihre tatsächlich antirevolutionäre Volksfrontpolitik mit revolutionärer Propaganda zu verbinden bzw., jene mit dieser zu plausibelisieren. Der Begriff der Revolution durfte nicht aus dem kommunistischen Wortschatz verschwinden; freilich legte der PCE die Inhalte hinein, die ihm als opportun erschienen.

Im Zuge dieser heiklen Aufgabe musste der PCE sich dazu verstehen, den Charakter der von ihr angestrebten Republik angesichts seiner Beschreibung der zeitgenössischen Situation als eine erst noch abzuschließende bürgerlich-demokratische Revolution, die das gesamte linke Lager bis in die eigenen Reihen hinein zum Vorwurf des Reformismus an die Kommunisten herausforderte, näher zu definieren.[70] Da die inzwischen eingetretenen sozioökonomischen Veränderungen kaum zu verleugnen waren, sei die Republik, die sich im Verlaufe des Krieges herauskristallisieren sollte, eine "demokratische und parlamentarische Republik neuen Typs",[71] eine Formel, deren Wiege in Moskau stand.[72] Die Kommunisten verwiesen zur Untermauerung ihrer Charakterisierung darauf, dass das Volk nunmehr in Waffen stünde; Großgrundbesitzer, Großindustrielle und Bankiers, die selbst zu den Putschisten gehörten oder mit ihnen in Verbindung standen, seien enteignet und somit ihrer materiellen Grundlagen zur weiteren Ausübung ihrer politischen und wirtschaftlichen Macht beraubt.[73]

Kühne verweist auf die Durchführung von Agrarreformen und spricht von der Einschränkung der kapitalistischen Ausbeutung.[74] Hier markierte der PCE allerdings die Grenze, über die hinaus weitergehende Sozialisierungsmaßnahmen, wie sie die Anarchisten angestrebt und durchgeführt hatten, zu unterbinden und rückgängig zu machen waren.[75]

Die Urheber der an den Kommunisten vorbei durchgeführten Veränderungen über jene Grenze hinaus, die keine Einzelfälle, sondern vielmehr tiefgreifende und weitverbreitete Vorgänge zu Kriegsbeginn und darüber hinaus waren, wurden von den Kommunisten an den Rand gedrängt, diffamiert und bekämpft, wobei sie die Umwälzungen als Einzelerscheinungen hinstellten.[76]

[...]


[1] Vgl. Hans-Henning Abendroth, Hitler in der spani­schen Arena. Die deutsch-spanischen Beziehungen im Spannungs­feld der europäischen Inter­essenpolitik vom Ausbruch des Bürger­krieges bis zum Ausbruch des Weltkrieges 1936-1939, Pader­born 1973, S. 36.

[2] Stellvertretend sei hier genannt David T. Cattell, Soviet Diplomacy and the Spanish Civil War, Berkeley 1957. In eine ähnliche Richtung zielt auch Burnett Bolloten, The Grand Camouflage. The Communist Conspiracy in the Spanish Civil War, London 1961; erneuert in: Bolloten, The Spanish Civil War. Re­volution and Counterrevolu­tion, o. O. (The Univer­sity of North Carolina Press), 1991.

[3] Vgl. Rainer Huhle, Die Geschichts­voll­zieher. Theorie und Politik der Kom­munisti­schen Partei Spaniens 1936-1938, Gießen 1980, S. 10.

[4] Zu den Ergebnissen der internationalen Forschung siehe Walter L. Bernecker, Die soziale Revolution im Spanischen Bürger­krieg. Historisch-politische Positionen und Kontro­versen. Mit einer Bio-Bibliographie, München 1977, S. 59ff.

[5] Vgl. ebd., S. 106ff.

[6] Patrik v. zur Mühlen, Spanien war ihre Hoff­nung. Die deutsche Linke im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939, Bonn 1983 (Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Bd. 12).

[7] Vgl. Horst Kühne, Spanien 1936-1939. Proletarischer Inter­nationa­lismus im national-revolu­tio­nären Krieg des spani­schen Volkes, Berlin 1978, S. 8, 201.

[8] Vgl. ebd., S. 131f.

[9] Ebd., passim.

[10] Siehe Kühne, S. 121, 125.

[11] Reinhard Müller, Die Akte Wehner. Moskau 1937 -1941, Berlin 1993; Anm. 6.

[12] Siehe Anm. 7.

[13] Im folgenden zitiert als SAPMO, ZPA ...; ehemals IML (Institut für Marxismus-Leninismus) beim ZK der SED.

[14] Findbücher zum Bestand V 237/... (National-revolutionärer Krieg des spanischen Volkes), Bd. 1, Berlin, Okt. 1967; Bd. 2, Berlin, Apr. 1970.

[15] Findbuch Historisches Archiv der KPD I 1/... - I 5/..., Berlin, Apr. 1976.

[16] Zum folgenden siehe Walther L. Bernecker, Krieg in Spanien 1936-1939, Darmstadt 1991, S. 7ff; ders., Anarchismus und Bürger­krieg. Zur Ge­schichte der Sozialen Revolution in Spanien 1936-1939, Hamburg 1978 (Historische Perspektiven, Bd. 10), S. 45ff; Ma­nuel Tuñón de Lara, Struktu­relle Ursachen und un­mittelbare Anlässe, in: Manuel Tuñón de Lara u.a., Der Spanische Bürger­krieg. Eine Bestandsaufnahme, Frankfurt/M. 1987, S. 42f.

[17] Pierre Broué/Émile Témime, Revolution und Krieg in Spanien. Geschichte des spanischen Bürgerkrieges, Frankfurt/M. 1968, S. 89.

[18] Ebd., S. 90; v. zur Mühlen, S. 19.

[19] Tuñón de Lara, S. 45.

[20] Bernecker, Krieg, S. 17.

[21] Broué/Témime, S. 95f.

[22] Tuñón de Lara, S. 55ff.

[23] Bernecker, Krieg, S. 17; Broué/Témime, S. 103f.

[24] Bernecker, Anarchismus, S. 10f.

[25] Hier und im folgenden wird auf eine Bezeichnung der Re­bellen als nationalistisch oder fa­schistisch wegen der besonderen Verhältnisse in Spanien und da­mit verbundener analytisch-the­oretischer Bedenken verzichtet.

[26] Bernecker, Krieg, S. 29.

[27] Bernecker, Anarchismus, S. 11.

[28] Tuñón de Lara, S. 73, Bernecker, Krieg, S. 130.

[29] Vgl. Arnold Sywottek, Volksdemokratie. Studien zur politi­schen Konzeption der KPD 1935-1946, Düsseldorf 1971, S. 39ff.

[30] Ebd., S. 48; Klaus Mammach, Die KPD und die deutsche antifa­schisti­sche Widerstandsbewegung 1933-1939, Frank­furt/M. 1974, S. 116f.

[31] Bernecker, Anarchismus, S. 28.

[32] Bernecker, Krieg, S. 141.

[33] Ebd., S. 146.

[34] Obwohl die Statuten der KI nur eine Kommunistische Partei pro Land als ihre Sektion anerkannten, trugen pragmati­sche Erwägungen der Sonderstellung Kataloniens (nach­gerade trat auch der PCE für einen Autonomiestatus Kataloniens ein) Rechnung.

[35] Bernecker, Krieg, S. 142; Broué/Témime, S. 84; v. zur Mühlen, S. 122.

[36] v. zur Mühlen, S. 122.

[37] Broué/Témime, S. 67f.

[38] Kühne, S. 13.

[39] Bernecker, Krieg, S. 142.

[40] Broué/Témime, S. 85.

[41] Ebd., S. 87; Bernecker, Krieg, S. 146f.

[42] Bernecker, Krieg, S. 143. Die im Zusammenhang mit der sowjeti­schen Bünd­nispolitik immer wieder vorgebrachte Formel vom "System kollektiver Sicherheit" ist inzwischen etwas missverständlich geworden, versteht man sie heute eher als außen- und sicher­heits­politi­sches Sicherheits­konzept, dessen Mechanismus sich in erster Linie gegen die vertrags­widrige Anwendung militäri­scher Gewalt eines ihrer Betei­ligten gegen einen oder mehrere andere Beteiligte in diesem System wenden soll, während die traditio­nellen Ver­teidi­gungs­koalitionen gegen Angriffe von außen gebildet wurden.

[43] Fernando Claudin, Die Krise der kommunistischen Bewegung, Bd. 1, Die Krise der Komintern, (Deutsche Ausgabe) Berlin 1977, S. 252ff.

[44] Broué/Témime, S. 460.

[45] Zu diesem International Comittee for the Application of the Agreement regarding Non-Intervention in Spain, kurz Non-Inter­vention-Comittee (NIC), siehe Bernecker, Krieg, S. 80ff.; Broué/Té­mime, S. 412ff.; Ángel Viñas, Der inter­nationale Kontext, in: Tuñón de Lara u.a., S. 202ff.

[46] Claudin, S. 253.

[47] Kühne, S. 45.

[48] Horst Kühne, Krieg in Spanien, Berlin 1986, S. 21.

[49] Ebd.

[50] Bernecker, Krieg, S. 101.

[51] Broué/Témime, S. 414f.

[52] Zum Umfang der Lieferungen siehe Viñas, in: Tuñón de Lara u.a., S. 257f.

[53] Bernecker, Krieg, S. 106, 108f.

[54] Ebd., S. 108.

[55] Diese Angaben gehen auf franquistische Berichte zurück. Siehe Edward Hallett Carr, The Comintern and the Spanish Civil War, London - Basingstoke 1984, S. 16. Während v. zur Mühlen (S.180) sie ohne weiteres übernimmt, lassen Carr (ebd.) und Bernecker (Krieg, S. 111) hier Vorsicht walten. Castells, weniger vor­sichtig, weist aber auf die Mangellage der Quellen hin; Andreu Castells, Las Brigadas Inter­nacionales de la Guerra de Espagña, Barcelona 1974, S. 56.

[56] Kühne, Spanien, S. 56.

[57] v. zur Mühlen, S. 125, 180f.

[58] Ebd., S. 180.

[59] Carr, S. 20f.

[60] Sywottek, S. 72.

[61] So hatte Knorin hatte in einem Prawda-Artikel das spanische Bürgertum - mit Klerus, Tradition und Konterevolution befrach­tet - als zu rückständig erachtet, es wäre mithin un­geeig­net für eine fortschrittliche Allianz innerhalb der Volks­front; siehe Carr, S. 21.

[62] Laut General Krivickij, damaliger Funktionär im General­stab der Roten Armee, habe das PB bereits Ende August den Beschluss gefasst, in Spanien zu intervenieren. Jede mit Spanien zu­sammen­hängende Tätigkeit war dem NKWD zu unter­stellen. Ein­zelheiten zur Durchführung seien am 14. Septem­ber vereinbart worden. Die in Spanien zu instal­lierende NKWD-Agentur habe den Auftrag gehabt, sich die KI-Vertreter zu unterstellen; Broué/Témime, S. 464; siehe auch Julian Gorkin, Stalins langer Arm. Die Ver­nichtung der freiheitlichen Linken im Spanischen Bürger­krieg, Köln 1980, S. 45ff.

[63] Bernecker, Krieg, S. 143.

[64] Ebd.

[65] Ebd., S. 140.

[66] Ebd., S. 144.

[67] Ebd., S. 143f.

[68] Zu den Zahlen siehe Huhle, S. 182ff.; Bernecker, Krieg, S. 141; Broué/Témime, S. 284.

[69] Broué/Témime, S. 289f.

[70] Bernecker, Krieg, S. 144f.

[71] Ebd., S. 144.

[72] Carr, S. 52-65.

[73] Bernecker, Krieg, S. 144.

[74] Kühne, Spanien, S. 22.

[75] Bernecker, Krieg, S. 144.

[76] Horst Kühne, Die deutschen Interbrigadisten im national-revolutionä­ren Krieg des spanischen Volkes, in Militärge­schichte 24 (1985), S. 120.

Details

Seiten
186
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
1994
ISBN (eBook)
9783832446420
ISBN (Buch)
9783838646428
Dateigröße
843 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220252
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Geschichtswissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
arbeiterbewegung exil spanischer bürgerkrieg kommunistische partei deutschlands widerstand

Autor

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Titel: Die KPD und der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939