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Konzept und Gestaltung - Universität virtuell organisiert

Diplomarbeit 2001 59 Seiten

Design (Industrie, Grafik, Mode)

Leseprobe

INHALT

0. Einleitung

1.Vision
1.1 Produkt-Statement
1.2 Umfrage
1.2.1 Durchführung
1.2.2 Auswertung
1.3 Produkt
1.4 Bezeichnung

2. Zielsetzungen
2.1 Was soll gestaltet werden?
2.2 Was soll erreicht werden?
2.2.1 Leistungsziel
2.2.2 Finanzziel
2.2.3 Erfolgsziel
2.2.4 Zielreaktionen

3. Zielgruppen
3.1 Hauptzielgruppen
3.1.1 Studenten
3.1.2 Professoren, Lehrbeauftragte und Verwaltung
3.1.3 Entscheider
3.2 Nutzenerwartung
3.3 Erreichbarkeit der Zielgruppe

4. Einflußfaktoren
4.1 Mitbewerber
4.1.1 Markt
4.1.2 Fernuniversitäten
4.1.3 Hochschulen
4.2 Hauptstörfaktoren
4.2.1 Computer und Internetzugang
4.2.2 Eigene Aktivitäten der Hochschule
4.2.3 Einbindung der Corpotate Identity der Hochschulen
4.2.4 Aktuelle Organisation der Hochschulen
4.3 Alleinstellungsmerkmal

5. Organisation und Struktur
5.1 Welche Basis-Aussage soll kommunikativ durchgesetzt werden?
5.2 Mittelstrategie
5.2.1 Produkt
5.2.2 Place
5.2.3 Price
5.2.3.1 Entwicklung
5.2.3.2 Hochschulen
5.2.3.3 Nutzer
5.3 Kreative Strategie
5.3.1 Optischer Code
5.3.1.1 Layout
5.3.1.2 Raster
5.3.1.3 Menügestaltung
5.3.1.4 Farben
5.3.1.5 Navigation
5.3.1.6 Symbole
5.3.1.7 Animation
5.3.2 Logo und Schriftzug
5.3.3 Typografie
5.3.4 Struktur
5.3.4.1 Sitemap
5.3.4.2 Startseite
5.3.4.3 POST
5.3.4.3.1 E-Mail
5.3.4.3.2 News
5.3.4.3.3 Chat
5.3.4.3.4 Forum
5.3.4.3.5 Zeitung
5.3.4.4 STUDIUM
5.3.4.4.1 Kalender
5.3.4.4.2 Vorlesungen
5.3.4.4.3 Aufgaben
5.3.4.4.4 Wettbewerbe
5.3.4.4.5 Daten-Ablage
5.3.4.5 BÜRO
5.3.4.5.1 Profil
5.3.4.5.2 Prüfungen
5.3.4.5.3 Diplom (Vordiplom)
5.3.4.5.4 Fachbereich
5.3.4.5.5 Hochschule
5.3.4.6 Campus
5.3.4.6.1 Bibliothek
5.3.4.6.2 Mensa
5.3.4.6.3 Sport
5.3.4.6.4 Veranstaltungen
5.3.4.6.5 Wohnung
5.3.4.6.6 Jobs
5.3.5 Einbindung der CI der Hochschulen
5.3.6. Weitere Gestaltungsmaßnahmen

6. Anmerkungen zur Implementierung des Systems
6.1 Zeit-Strategie
6.2 Finanzierung
6.3 Kontrolle

7.Quellenangaben

0. Einleitung

Gesellschaftliche Situation

Seit der Computer in Firmen und Privathaushalten Einzug gehalten hat, werden viele tägliche Arbeiten wie Briefe schreiben, Rechnen, Kalkulieren und Archivieren nicht mehr langwierig von Hand, sondern technisch gelöst.

Viele Firmen gehen noch einen Schritt weiter und verknüpfen ganze Produktionsprozesse und Abteilungen per Computer miteinander. Ein Beispiel ist die Software der Firma SAP, die mittelständigen und großen Firmen maßgeschneiderte Lösungen zur Verwaltung und Überwachung anbietet, um eine Steigerung von Produktivität und Effizienz zu erreichen. Eine Änderung in einem Bereich zieht die sofortige Reaktion in allen anderen Bereichen nach sich. Das System bleibt ohne großen Verwaltungsaufwand stets auf dem aktuellen Stand und kann von allen betroffenen Mitarbeitern jederzeit abgerufen werden.

Die Idee

Ein solches System ist auch für Universitäten denkbar. Die Kommunikation zwischen Hochschule und Studenten, die Bewältigung umfangreicher Verwaltungsaufgaben und die Aktualisierungen von hochschul- oder auch fachspezifischen Informationen können direkt am PC erledigt werden. Diese Handlungsvorgänge sind sofort zu erkennen und bewirken entsprechende Veränderungen im System und müssen nicht umständlich auf dem Postweg, per Telefonat oder in einem persönlichen Treffen organisiert und kommuniziert werden. Ständige Abläufe können so effizienter gelöst werden und die eingesparte Zeit steht anderen Aufgaben, vornehmlich Forschung und Lehre zur Verfügung.

Meine persönliche Erfahrung

Seit 1995 studiere ich an der Fachhochschule Wiesbaden im Fachbereich Kommunikationsdesign. Mit Gestaltung im Internet wurde ich zum ersten Mal 1998 im Rahmen eines Praktikums bei der Mailänder Agentur Icon Medialab konfrontiert. Es war eine faszinierende und ernüchternde Erfahrung zugleich. Einerseits begeisterte mich der Gedanke eines globalen Netzes über das weltweit Informationen vermittelt und ausgetauscht werden können. Andererseits waren fehlende Standards in der Darstellung des Layouts und der Typografie und die langsame Datenübertragung sehr enttäuschend.

Hatte das Internet am Anfang eher eine Außenseiterposition und wurde vorwiegend von Informatikern und Wissenschaftlern genutzt, so zeigte sich durch die technische Weiterentwicklung der letzten Jahre, dass zunehmend Designer bei der Gestaltung dieses neuen Mediums an Einfluss gewinnen.

Virtuelle Universität

Im vergangenen Jahr hörte ich öfter Schlagworte wie: „Studieren im Web“ und „Virtuelle Universität“, die sich auf die Verbindung von Internet und Universität bezogen.

Möglicherweise ist mein Diplom-Thema „Universität – virtuell organisiert“ etwas irreführend, da es den Begriff virtuell enthält. Abgeleitet vom Begriff Virtuelle Realität1 (virtual reality) entstand der Begriff Virtuelle Universität, der ein Studium beschreibt, welches nicht wie bisher in Hochschulen stattfindet, sondern an einer „künstlichen“ Lehranstalt, die der Student nur über den Computer erreicht. Das würde die Lokalisierung einer Universität an einem bestimmten Ort überflüssig machen.

Begeistert von der Idee der Virtuellen Universität sind in Deutschland vor allem die Hochschulen, die Fernstudiengänge8 anbieten. Allen voran die Fern-Universität Hagen3, bei der zurzeit Uni-TV, also spezielle Videokonferenzen für Vorlesungen, mittels Highspeed-Internet4 getestet wird. In Sachsen plant man für das Jahr 2003 eine Virtuelle Universität, die über ein sogenanntes Bildungsportal Sachsen5 für Studenten zugänglich gemacht werden soll. Von Vorlesungen bis zu Prüfungen soll in dieser „virtuellen Hochschule“ alles für ein Studium voll angerechnet werden.

Interessant finde ich die zukünftigen technischen Möglichkeiten durchaus – sie fließen als Anregungen auch mit in mein Konzept ein. Ich sehe auf der Basis meiner Erfahrungen mit Studium und Medium keinen Grund zur Annahme, dass die virtuellen Experimente die Hochschule, so wie sie zurzeit besteht, verdrängen wird. Mag das Hochschulsystem auch in Teilen durchaus renovierungsbedürftig sein, so steht meiner Ansicht nach immer noch der persönlich Wissensvermittlung und Erfahrung zwischen Studenten sowie zwischen Studenten und Professoren im Mittelpunkt. Ein virtuelles System soll dies durch die Ausnutzung neuer technischer Möglichkeiten fördern und die Organisation erleichtern, um für diese Aufgabe mehr Zeit zur Verfügung stellen zu können.

Der Gedanke der Teamfähigkeit, des Erfahrungsaustausches bis hin zum Erwerb der „Schlüsselqualifikationen“ wird sich wohl an einer virtuellen Hochschule etwas umständlich oder gar nicht verwirklichen lassen. Den Ansatz, dass virtuelle Universitäten im entscheidenden Maße das Bildungssystem beeinflussen, halte ich für verfrüht.

Universität – virtuell organisiert

Eine Virtuelle Universität ist nicht Grundlage meiner Diplomarbeit. Meine Arbeit „Universität – virtuell organisiert“ basiert weiterhin auf der Idee der historischen Universität2. Das betrifft sowohl die Lokalität der Hochschule in einer bestimmten Stadt, als auch den Austausch von Professoren und Studenten von Angesicht zu Angesicht – also nicht-virtuell. Mein Konzept beruht auf dem traditionellen Verständnis von Forschung und Lehre und beinhaltet ausschließlich, dass im Verwaltungs-, Organisations- und Kommunikationsbereich die neuen technischen Möglichkeiten genutzt werden, um so das bestehende System zu verbessern und effizienter im Ablauf zu gestalten. Oder anders gesagt: Ein System der Fern-Universität wird mit den neuen technischen Möglichkeiten wahrscheinlich attraktiver, kann aber nicht die Hochschule in der bestehenden Form vollständig austauschen.

Das Konzept „Universität – virtuell organisiert“ basiert in erster Linie auf meinen Erfahrungen und den Erfahrungen anderer Studenten während des Studiums. Das bestehende System der Hochschullandschaft ist die Basis für die Funktionsweise und funktioniert nur im Zusammenspiel zwischen neuen und alten Mustern der Wissensvermittlung. Der Austausch zwischen Studenten und Professoren wird durch die neuen technischen Möglichkeiten nicht ersetzt, sondern gefördert. Organisation wird weitgehend automatisiert, Verwaltung erleichtert und Planung vereinfacht. Das System ist nicht nur eine Erleichterung für das Studium, sondern auch eine optimale Kontrolle der Abläufe, was sich in der Freisetzung von Zeitressourcen und somit auch in der steigenden Qualität des Studium niederschlagen muß.

Es geht hier also nicht um die Änderung des derzeitigen Hochschulbetriebs (Lokalität der Uni, Vorlesungen) sondern um eine sinnvolle, zeitgemäße Ergänzung, welche auf mehr Effizienz und Output in den Unis abzielt.

1. VISION

1.1 Produkt-Statement

„Universität – virtuell organisiert“ ist das Konzept für ein leistungsfähiges Werkzeug, das sowohl Studenten als auch Professoren in der Abwicklung des Studiums unterstützt. Es ist ein abgeschlossenes System, das in erster Linie allen Mitgliedern eines Fachbereiches einer Hochschule zur Organisation des Studiums und Kommunikation mit Studenten und Professoren zur Verfügung steht. Jeder Student, der sich in einer Hochschule immatrikuliert, bekommt Zugang und verliert diesen, wenn er die Hochschule wieder verlässt. Einige Anwendungsbereiche stehen nur dem Fachbereich zur Verfügung, andere enthalten Informationen, die für alle Studenten der Hochschule frei zugänglich sind.

Jeder Teilnehmer erhält durch den persönlichen Zugang einen Überblick über den individuellen und tatsächlichen Stand seines Studiums. So ist man in der Lage, einmalige und wiederkehrende Studienabläufe zu planen und zu kontrollieren. Verwaltungsaufgaben werden automatisiert. Die Vorlesungen können bequem geplant werden, ein eigener Stundenplan kann zusammengestellt werden. Aufgaben wie Einschreibung oder Diplomanmeldung können direkt von diesem Programm gesteuert werden. Selbst das Ausrechnen des Notendurchschnittes übernimmt das Programm per Mausklick.

Weiter ist es möglich, durch Bildung von Lerngruppen im Email-Bereich, immer direkten Kontakt mit anderen Studenten zu haben, bzw. am System Unterlagen zur Vorlesung abrufen zu können. Die Professoren können hier einmalig für alle Vorlesungsteilnehmer Informationen anbieten, die sich die Studenten am eigenen Computer selber ausdrucken können. Das Sekretariat kann bei Änderungen der Vorlesungszeiten die Aktualisierung direkt in das Programm eingeben und die Änderungen werden sofort weitergegeben, so dass die Studenten Verlegungen, Ausfall, Neuerungen oder verlegte Abgabetermine sofort erfahren und diese Änderungen auch in Ihren Stundenplänen direkt aktualisiert werden.

1.2 Umfrage

Zunächst einmal muss geklärt werden, ob ein neues Organisationssystem im Internet den Bedürfnissen der Hochschüler gerecht wird. Zu diesem Zwecke wurde als Instrument zu Erhebung relevanter Daten ein Fragebogen entwickelt

1.2.1 Durchführung

Als Grundlage zur Überprüfung und Ausrichtung des Konzeptes dient eine Umfrage im Internet an der 87 Befragte teilnahmen.

Die Antworten auf die Fragen konnten direkt auf der Website ausgewählt und per Klicken auf einen Button abgeschickt werden.

Bei der Umfrage wurden Anlass und Hintergrund nicht erklärt, sondern die Befragten im Unklaren gelassen, um welches Thema es sich dreht. Damit sollte vermieden werden, dass bestimmte Vorinformationen das Ergebnis verändern könnten.

Die Fragen wurden bewusst nicht zu eng gefasst, um eine spontane, emotionale Antwort der Befragten zu erhalten. Was ist Studenten wichtig, für welche Abläufe verwenden sie im Studium viel Zeit und wenn Sie wählen könnten, für welche Dinge würden Sie weniger oder mehr Zeit aufwenden. Spontan könnte man meinen, dass alle Studenten zu 99% mehr feiern wollen und zu 99% weniger Vorlesungen haben möchten und viel Wert auf Ihre Freizeit legen.

1.2.2 Auswertung

Die erste Frage lautete:

„Wie wichtig waren Euch folgende Punkte bei der Bewältigung Eures Studiums?“

Diese Einstiegsfrage hat mich insofern interessiert, da ich in der Ausrichtung des Konzeptes glaubte, mehr auf die Seite Veranstaltung und Unterhaltung eingehen zu müssen. Die Auswertung ergab dagegen ein ganz anderes Bild:

Für die Studenten sind:

1. Austausch mit Professoren (92%) sehr wichtig
2. Beratung und Hilfe (61%) wichtig
3. Ausstattung der Hochschule (61%) wichtig
4. Gute Vorlesungen (46%) sehr wichtig und (46%) wichtig
5. Veranstaltungen und Parties (39%) wichtig
6. Austausch mit anderen Studenten (38%) sehr wichtig und (38%) wichtig

Vorab ist festzustellen, dass meine anfängliche Hypothese nicht bestätigt wurde: Veranstaltungen und Parties befinden sich auf Platz 5. Die Studenten halten dagegen den Austausch mit Professoren, Beratung und Hilfe und die technische Ausstattung der Hochschule für die wichtigsten drei Punkte. Das genau sind die entscheidenden Bereiche an denen ein mögliches System ansetzen muss.

Die zweite Frage:

„Wieviel Zeit habt ihr für folgende Punkte zur Verfügung gehabt?“,

wurde etwas differenzierter beantwortet:

Für was hatten die Studenten während des Studiums am wenigsten Zeit?

1. Besuch von Gastvorlesungen (59%) wenig Zeit
2. Eigenstudium zu Hause (31%) wenig Zeit

Für was hatten die Studenten während des Studiums wenig bis ausreichend Zeit?

3. Organisation und Verwaltung (46%) wenig Zeit und (46%) ausreichende Zeit
4. Austausch mit Professoren (42%) wenig Zeit und (42%) ausreichende Zeit

Für was war ausreichend Zeit?

5. Vorlesungen besuchen (100%) ausreichende Zeit
6. Veranstaltungen (54%) ausreichende Zeit

Für was hatten die Studenten viel Zeit?

7. Austausch mit Studenten (61%) viel Zeit

Wie die Umfrageergebnisse zeigen, haben Hochschüler für Gastvorlesungen am wenigsten Zeit. Das System sollte deshalb so strukturiert und organisiert sein, dass Gastvorlesungen z.B. per Video-Konferenzen abgehalten und auch an verschiedenen Hochschulen gleichzeitig durchgeführt werden können. So können hochwertige Angebote kostengünstig sowie zeit- und ortsunabhängig angeboten werden. Video-Tutorials von verschiedenen Vorlesungen dienen auch dem Selbstudium zu Hause (Punkt 2).

Die dritte Frage:

„Wieviel Zeit würdet Ihr gerne für folgende Punkte während des Studiums aufwenden?“, wurde folgendermaßen beantwortet:

Für welche Punkte wünschen sich die Studenten mehr Zeit?

1. Austausch mit Studenten (61%) mehr Zeit
2. Besuch von Gastvorlesungen (54%) mehr Zeit
3. Austausch mit Professoren (50%) mehr Zeit
4. Vorlesungen besuchen (46%) mehr Zeit
5. Eigenstudium zu Hause (31%) egal und (31%) viel mehr Zeit
6. Organisation und Verwaltung (61%) weniger Zeit
7. Veranstaltungen (46%) egal

Der Austausch mit anderen Studenten steht an erster Stelle. Das System muss deshalb die verschiedensten Features wie Chat, Foren, Email, Zeitung und News bieten. Denn der Austausch der Studenten wird über den persönlichen Kontakt hinaus nicht nur gefördert, sondern sinnvoll ergänzt. Ein weiterer Vorteil ist die Aktualität in der Kommunikation. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Austausch mit den Professoren (Platz 3). Die Möglichkeiten der Gastvorlesung (Platz 2) ist im Anschluß der vorigen Frage schon ausgeführt.

Interessant ist der Punkt Organisation und Verwaltung. 61% möchten weniger Zeit damit verbringen. Gleichzeitig geben aber die Mehrheit der Studenten in Frage 2 an, wenig Zeit (46%) und ausreichende Zeit (46%) für Organisation und Verwaltung ihres Studiums gehabt zu haben.

Das System muss in diesem Bereich die Verwaltung des Studiums transparenter gestalten und die Organisation nachvollziehbarer und überschaubarer machen. Es muss dem Studenten Spaß machen seine Semester zu organisieren und er muß das Gefühl bekommen, sein Studium selbst in die Hand nehmen zu können. Und das alles mit einem minimalen Zeitaufwand.

Anhand dieser Umfrageergebnisse sind die folgenden Anforderungen an das System UNI Backstage zustellen:

1.3 Produkt

„Universität – virtuell organisiert“ muss eine Software sein, die auf einem zentralen Server (Computer) installiert wird. Der Benutzer sollte individuellen Zugang von jedem beliebigen Computer erhalten. Der entsprechende Computer muss mit einem Netzwerk (Intranet/Internet) verbunden sein.

Das System wird die Daten von Teilnehmern (Studenten, Professoren, Verwaltung) einer bestimmten Hochschule enthalten und wird darüber hinaus in die verschiedenen Fachbereiche eingeteilt werden. Die verwalteten Informationen müssen Studenten und Professoren durch einen persönlich codierten Zugang zur Verfügung gestellt werden. So wird gewährleistet, dass der Teilnehmer nur Informationen erhält, die einerseits seinem Status entsprechen und andererseits nur Daten, die für ihn auch relevant sind. Andere, frei zugängliche Informationen können auch studien- bzw. hochschulübergreifend sein.

Die Eingabe der Daten erfolgt durch das Sekretariat der Fachbereiche, durch die Professoren und teilweise durch die Studenten selbst.

Die Freigabe der Administration wird durch die Zugangsberechtigung geregelt. Das Sekretariat soll die Möglichkeit haben, Neuigkeiten, Termine, Auszeichnungen, etc. weiter verarbeiten zu können. Professoren sollen z.B. ihre Vorlesungen persönlich eingeben und ändern oder auch die Möglichkeit haben, Studenten ihrer Vorlesungen bewerten zu können.

Hochschüler haben ihrerseits Zugriffe auf Chat und Foren. Ausgewählte Studenten können die News-Seite, ASTA-Informationen, etc. gestalten.

1.4 Bezeichnung

Um dem System einen Namen zu geben, der die Idee beschreibt ist „UNI Backstage“ ein geeigneter Begriff.

1. „Hinter der Bühne“ (backstage) ist vielen Jugendlichen ein Begriff, die Musikkonzerte besuchen. Der Backstage-Bereich ist nur den Stars und ihrer Crew zugänglich und ist für viele Pop-Fans etwas besonders Faszinierendes. Wenn die UNI für sie zur Bühne wird, dann bekom- men sie durch UNI Backstage Zutritt zu ihrem persönlichen Bereich.
2. Der Begriff BackOffice bezeichnet im Internet ein System, welches im Hintergrund eine Anwendung oder aufwendige Website mit vielen Informationen verwaltet.
3. Das System von UNI Backstage ist nur Studenten zugänglich, die an einer Hochschule eingeschrieben sind.

2. Zielsetzungen

2.1 Was soll gestaltet werden?

Aufgrund der Komplexität der gesamten Anwendung steht die Gestaltung der zentralen Oberflächen im Vordergrund. Im Wesentlichen soll dabei die einfache Handhabung des Systems mit der Bereitstellung aller relevanten Informationen und der intuitiven Bedienbarkeit verdeutlicht werden.

Die grafische Umsetzung bezieht sich auf die derzeitigen Darstellungsmöglichkeiten der Computer (Farbverwaltung, Typografie, Bildschirmauflösung).

Auf heutige technische Standards des Systems wird bei der Umsetzung nicht ausschließlich Rücksicht genommen (Größe der Dateien, Grafiken und Übertragungsgeschwindigkeit), um mehr Freiraum zum Experimentieren und Gestalten von technischen Abläufen zu haben.

2.2 Was soll erreicht werden?

2.2.1 Leistungsziel

Das Ziel ist, UNI Backstage als universelles Organisations-, Verwaltungs- und Kommunikationswerkzeug zu gestalten, so dass lange bürokratische Wege abgekürzt werden und es Studenten wie Professoren ermöglicht wird, effizienter und effektiver zu arbeiten. Entlastungen in der Verwaltung kommen den Studenten in der Form zu Gute, dass seitens der Hochschule mehr Zeit auf individuelle Hilfe und Beratung verwendet werden kann. Der persönliche Kontakt unter den Studierenden im Semester oder in den speziellen Vorlesungen wird gefördert und ergänzt.

Ziel ist es, das System attraktiv zu machen und den Vorteil für die Hochschulen nachvollziehbar. Um die Stärken des Systems voll auszuschöpfen, ist die Akzeptanz der Nutzer wichtig, da alle Beteiligten zum Erfolg des Systems beitragen müssen. Nachdem das System an einer Hochschule eingeführt ist, wird es nur von den Beteiligten dort genutzt und muss auch von allen Beteiligten selbst gepflegt und aktualisiert werden.

2.2.2 Finanzziel

Da dieses Projekt fiktiv ist, es weder einen Auftraggeber noch den Plan der Verwirklichung gibt, ist es schwer etwas in dieser Richtung zu organisieren. Ziel meines Diploms ist in erster Linie auch Konzeption und Gestaltung ohne große Rücksichtnahme auf die derzeitigen Techniken und Kosten. Die mögliche Finanzierung werden unter 6.2. Finanzierung erläutert.

2.2.3 Erfolgsziel

Wichtig ist, bei Hochschulen (und Studenten) die Überzeugung zu hinterlassen, dass dieses System der Planung und Verwaltung ein Vorteil zur Bewältigung des Studiums ist. Ziel ist, dass die Studenten diese neue Form der Studienverwaltung zu 100% nutzen und die Professoren und die Verwaltung sich ebenfalls zu 100% daran beteiligen. Geringere Ziele würden den Erfolg des Systems in Frage stellen.

2.2.4 Zielreaktionen

Wünschenswert ist, UNI Backstage zu einer Selbstverständlichkeit an den Hochschulen zu machen. Das bedeutet, das System soll sich an allen deutschen Hochschulen etablieren und im zweiten Schritt europaweit eingesetzt werden, um das Studieren der Studenten in Europa in verschiedenen Ländern zu erleichtern.

3. Zielgruppen

Wie bereits erwähnt ist die Anwendung auf die Anforderungen von Studenten sowie Professoren und Verwaltungsmitarbeiter der Hochschulen ausgerichtet. Bei den Studenten handelt es sich um die zahlenmäßig stärkste Gruppe, wobei die Struktur des Systems die Anforderungen der Administration in besonderem Maße berücksichtigt. Von Bedeutung sind aber auch die Entscheider in den Ministerien, die letztlich über die Einführung eines solches Systems bestimmen.

Da die Verwaltung und Finanzierung der Hochschulen in Deutschland hauptsächlich über Etats der einzelnen Länder und Städte (also über Steuergelder) und weniger durch Studiengebühren erfolgt, ist die Entscheidung für das Produkt nicht von der Nutzer-Zielgruppe abhängig (siehe Finanzierung), sondern erfolgt auf Bundesebene (Bildungsministerium) oder durch die einzelnen Ministerien der Länder (Käufer-Zielgruppe).

3.1. Hauptzielgruppen

3.1.1 Studenten

– Anteil an der Nutzung: 95%
– Alter: hauptsächlich zwischen 18 – 38 Jahre
– Geschlecht: männlich, weiblich
– Bildung: hauptsächlich Abitur oder Fachhochschulreife
– Umgang mit dem Computer ist selbstverständlich

3.1.2 Professoren, Lehrbeauftragte und Verwaltung

– Anteil der Nutzung: 5%
– Alter: hauptsächlich 30 – 60 Jahre
– Geschlecht: männlich, weiblich
– Bildung: Hochschulabschluss
– Umgang mit dem Computer ist nur teilweise selbstverständlich

3.1.3 Entscheider

– Bildungsministerium finanzielle Mittel: Steuergelder, feste Etats
– Hochschulen
– Universitäten mit Fernstudium
– Schulen
– Fachoberschulen
– Weiterbildungseinrichtungen finanzielle Mittel: Studiengebühren, feste Etats, teilweise Studiengebühren

[...]

Details

Seiten
59
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832446284
ISBN (Buch)
9783838646282
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220239
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain – Gestaltung
Note
1,0
Schlagworte
kommunikationsdesign backoffice virtuelle hochschule universität webdesign

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Titel: Konzept und Gestaltung - Universität virtuell organisiert