Lade Inhalt...

Der Transformationsprozess des tschechischen Bankensektors

Doktorarbeit / Dissertation 2001 274 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Charakteristika der Transformationsökonomien
1.1 Einleitende Bemerkungen
1.2 Problemstellung und methodische Vorgehensweise
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Monobankensystem und Kapitalallokation in der Planwirtschaft
1.4.1 Der zentrale Plan als Lenkungsinstrument
1.4.2 Das Monobankensystem als ausführendes Organ der Planungsbehörde
1.4.3 Die Unabhängigkeit der Geldwertstabilität von der Geldmenge
1.5 Wesen und Elemente des Transformationsprozesses
1.5.1 Makroökonomische Stabilisierung
1.5.2 Mikroökonomische Reformen: Liberalisierung und
Privatisierung
1.5.3 Institutionelle Reformen
1.6 Die Rolle des Bankensektors im Transformationsprozess
1.6.1 Privates Eigentum
1.6.2 Wettbewerb
1.6.3 Stabilität des Geldes

2 Die Rolle des Bankensektors in volkswirtschaftlichen
Theorien
2.1 Tätigkeitsbereiche der Banken
2.2 Die Intermediationsfunktion
2.3 Das Bankenrisiko
2.4 Ursachen für Instabilitäten im Bankensektor
2.4.1 Asymmetrische Informationen und ihre Konsequenzen
2.4.1.1 Adverse Selektion
2.4.1.2 Die Principal-Agent-Theorie
2.4.1.3 Mitläufereffekt
2.4.2 Externalitäten
2.4.3 Natürliche Monopole

3 Die bisherigen empirischen Erkenntnisse über Krisen und Restrukturierungen des Bankensektors
3.1 Die Unvermeidbarkeit von Bankenkrisen während des Transformationsprozesses
3.2 Der Zusammenhang zwischen dem Ergebnis einer einzelnen
Bank und dem makroökonomischen Umfeld
3.3 Bisherige empirische Erkenntnisse über Krisen und
Restrukturierungen des Bankensektors
3.4 Notwendigkeit der frühzeitigen Behebung von Problemen im Bankenbereich
3.4.1 Das Bankensystem als öffentliches Gut
3.4.2 Der Zusammenhang zwischen systemimmanenten
Bankenproblemen und Bankenkrisen

4 Analysemethoden der Stabilität des Bankensektors
4.1 Destabilisierende Faktoren und Analysemethoden
4.2 Economic or Incentive Structure Approach: Analyse der
Instabilitäten im Bankensystem, die sich aufgrund der
volkswirtschaftlichen Theorie ergeben
4.2.1 Institutionelle Ausgestaltung des Bankensektors
4.2.2 Konzentrationsgrad der Branche
4.2.3 Bankenbefugnis
4.2.4 Corporate Governance
4.2.5 Eigentumsverhältnisse und Verbindlichkeitsstruktur
4.2.6 Marktanreize zur Verhaltenskontrolle der Banken
4.2.7 Aufsichtsrechtliche Anreize zur Kontrolle des Bankverhaltens
4.2.8 Finanzmarktliberalisierung und Instabilität
4.2.9 Explizite und implizite Garantien
4.3 Begriffsbestimmung, Ziele und Restriktionen einer systema-
tischen Bankenrestrukturierung
4.4 Kernelemente der Restrukturierung
4.5 Ursachen und Auswirkungen des Portfolioproblems
4.5.1 Ursachen des Problems der schlechten Schulden
4.5.2 Der Anstieg der schlechten Schulden zu Reformbeginn
4.5.3 Zwischenbetriebliche Kredite und Steuerschulden als
zusätzliche Kreditkanäle
4.5.4 Auswirkungen der schlechten Schulden auf die Betriebe
4.5.5 Auswirkungen auf den Bankensektor
4.5.6 Makroökonomische Auswirkungen
4.6 Theoretische Lösungsansätze des Portfolioproblems
4.6.1 Interventionistische (aktive) Lösungsansätze
4.6.1.1 Währungsreform
4.6.1.2 Direkte Bereitstellung staatlicher Mittel
4.6.2 Marktwirtschaftliche (passive) Lösungsansätze
4.6.2.1 Auf der Passivseite der Bilanz ansetzende Lösungsansätze
4.6.2.1.1 Privatisierung
4.6.2.1.2 Gewinnthesaurierung
4.6.2.2 Auf der Aktivseite der Bilanz ansetzende Lösungsansätze
4.6.2.2.1 Umschuldung
4.6.2.2.2 Debt-Equity-Swap
4.6.2.2.3 Securisation und Kredit-Swaps

5 Qualitativ orientierte Analyse des tschechischen
Bankensektors
5.1 Die Privatisierung des Unternehmenssektors als Voraus-
setzung für ein marktwirtschaftliches Wirtschaftssystem
5.1.1 Die kleine Privatisierung
5.1.2 Die große Privatisierung
5.1.3 Privatisierungsfonds und Unternehmenskontrolle
5.2 Die Entwicklung des tschechischen Bankensystems
5.2.1 Das tschechische Bankensystem vor 1990
5.2.2 Die Aufspaltung der Monobank und der Beginn der Vergabe
von Lizenzen
5.2.3 Das vererbte Portfolioproblem der neu gegründeten Geschäftsbanken
5.3 Restrukturierungs- und Privatisierungsprogramme
5.3.1 Die Transformationsinstitutionen als Mittler zwischen
Bankensektor und Staat
5.3.2 Erstes Konsolidierungsprogramm von 1991
5.3.3 Zweites Konsolidierungsprogramm und Stabilisierungs-
programm von 1996
5.3.4 Das Revitalisierungsprogramm: Beseitigung zweifelhafter
Kredite im Unternehmenssektor
5.3.5 Zusammenfassung der angewandten Methoden zur Be-
seitigung des Portfolioproblems
5.3.6 Die Privatisierung der ehemaligen tschechischen
Staatsbanken
5.3.7 Der Fall IPB: Misslungene Privatisierung oder ein Fall
für die Gerichte?
5.4 Qualitative Analyse des tschechischen Bankensektors mittels
Economic and Incentive Structure Approach
5.4.1 Institutionelle Ausgestaltung des Bankensektors
5.4.2 Konzentrationsgrad der Branche
5.4.3 Bankenbefugnis
5.4.4 Corporate Governance
5.4.5 Aufsichtsrechtliche Anreize zur Kontrolle des Bankverhaltens
5.4.6 Eigentümerverhältnisse und Verbindlichkeitsstruktur
5.4.7 Marktanreiz zur Verhaltenskontrolle der Banken
5.4.8 Finanzmarktliberalisierung und Instabilität
5.4.9 Explizite und implizite Garantien
5.5 Zusammenfassung der qualitativen Analyse

6 Quantitativ orientierte Analyse des tschechischen
Bankensektors
6.1 Der Zusammenhang zwischen Zinssatz und Inflation in der
Tradition Irving Fishers
6.1.1 Die Zinstheorie in der Tradition Irving Fishers
6.1.2 Das Fisher Theorem für die geschlossene Volkswirtschaft
6.1.3 Die Eignung des Fisher Theorems für empirische Unter-
suchungen und bisherige Studien
6.2 Das Konzept der Effizienz von Kapitalmärkten
6.2.1 Historische Entwicklung der Theorie der Effizienz von Kapitalmärkten
6.2.2 Die Informationseffizienz gemäß Eugen Fama
6.2.3 Abgrenzung des Konzeptes von Fama zu parallel
existierenden Begriffen der Informationseffizienz
6.2.4 Die Untersuchung Famas für den amerikanischen Markt
6.3 Exkurs: Das Fisher Theorem in einem Zwei-Länder-Modell
6.4 Die Informationseffizienz des tschechischen Interbankenmarktes
6.4.1 Die verwendete Datenbasis
6.4.2 Variante 1: Analyse mittels einfacher Regression
6.4.3 Variante 2: Analyse mittels Regression mit timelag
bezüglich des Zinses
6.4.4 Variante 3: Regression mit timelag bezüglich der Preis-änderungsrate
6.4.5 Variante 4: Augmented Dickey-Fuller Unit Root Test
6.5 Zusammenfassung der quantitativ orientierten Analyse

7 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

8 Abkürzungsverzeichnis

9 Tabellenverzeichnis

10 Abblidungsverzeichnis

11 Literaturverzeichnis

1 Charakteristika der Transformationsökonomien

1.1 Einleitende Bemerkungen

Ein Jahrzehnt seit Beginn der politischen Umbrüche in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (MOEL) und der dadurch hervorgerufenen Umwandlung der Planwirtschaft in marktwirtschaftliche Strukturen kann man noch immer von einem präzedenzlosen, gesellschaftlich angelegten Experiment sprechen. Mittlerweile sind es nicht mehr nur osteuropäische Staaten, die sich in einem „Transformationsprozess“, d. h. im Übergang von einer nicht-markt­wirtschaftlich zu einer marktwirtschaftlichen geprägten Volkswirtschaft, befinden.[1]

Zu Beginn der 90er Jahre mangelte es an konkreten empirischen Beispielen für einen solchen Übergangsprozess. Ein solches Wissen um die logische und zeitli­che Abfolge der einzelnen Maßnahmen wäre angesichts des enormen sozialen Konfliktpotentials in diesem Zusammenhang für die politische Entscheidungsfin­dung mehr als hilfreich gewesen. Bei unzähligen Fragestellungen kann man von einer Laborsituation für die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sprechen. Einzelne Themenbereiche wie z. B. die Wahl der Privatisierungsstrategie oder so komplexe Fragestellungen wie der Aufbau eines kapitalistischen Systems in ei­nem Land, welches kaum Kapital besitzt, geben in einigen Transformationslän­dern nach einem Jahrzehnt vage Antworten, ob mit den gewählten Maßnahmen, deren Abfolge und Koordination tatsächlich das gewünschte Ergebnis erreicht wurde. Die vielfältigen Facetten und vernetzten Fragestellungen lassen eine kohärente theoretische Antwort nach wie vor unmöglich erscheinen. Der Ver­such, politische und wirtschaftliche Problemfelder des Systemwandels zu unter­suchen, einen Zielkorridor im Sinne ordnungs-theoretischer Grundprämissen der Transformation zu definieren, die Vor- und Nachteile alternativer Strategien zu durchforschen, steht im Mittelpunkt einer Vielzahl von Partialanalysen und Fall­studien. Im Laufe der 90er Jahre hat sich ein neuer interdisziplinärer For­schungszweig, die Transformationsforschung, herausgebildet. Auch innerhalb der Volkswirtschaftslehre hat sich ein Zweig etabliert, der sich speziell mit der Ökonomie der Transformation beschäftigt. Es existiert jedoch noch keine Zu­sammenfügung der Transformationsproblematik in eine geschlossene Theorie – nicht zuletzt deshalb, da der Transformationsprozess in den ehemals planwirt­schaftlichen Ländern noch nicht abgeschlossen ist.[2]

Seit dem Bekenntnis der MOEL zu Marktwirtschaft und Demokratie wurde in Gesamteuropa ein historischer Prozess in Gange gesetzt. Ein Kontinent, der über Jahrzehnte politisch und wirtschaftlich getrennt war – Europa –, wächst wieder zusammen. Der wichtigste Beweggrund für den Systemwandel der MOEL[3] war die Unzufriedenheit mit dem planwirtschaftlichen System. Größerer Wohlstand und Zufriedenheit für die Bevölkerung soll am Ende des Prozesses stehen. Die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen sind einerseits gefor­dert, ihren Beitrag zu leisten, andererseits von dieser „Laborsituation“ zu lernen, damit das Ziel – Wohlstand und Zufriedenheit – erreicht werden kann.

1.2 Problemstellung und methodische Vorgehensweise

Da sich das Bankensystem[4] als Teil des monetären Sektors in der Planwirt­schaft in seinem Wesen und seiner Funktionsweise grundsätzlich von dem der Marktwirtschaft unterscheidet, die Marktwirtschaft jedoch auf dem Fundament der Tausch- und Geldwirtschaft beruht, wurde der Reform des Finanzsektors im Zuge der Transformation der MOEL höchste Priorität eingeräumt. Der Banken­sektor wird in Literatur und Praxis als essentieller Teil der ökonomischen Infra­struktur angesehen.

Will man ein Urteil über die Entwicklung eines Wirtschaftssektors fällen, so ist es notwendig, sich die Ausgangslage und das angestrebte Ziel zu vergegenwärti­gen. Kennzeichnend für die Ausgangssituation der Transformationsländer ist, dass die Verteilung von Ressourcen in den ehemaligen sozialistischen Planwirt­schaften auf den Güter- und Arbeitsmärkten nicht durch Preisbildungsmechanis­men bestimmt, sondern nach Maßgabe eines zentralen Planes festgelegt wurde. Dementsprechend ging von den Banken keine aktive, sondern lediglich eine pas­sive Funktion auf die Güterallokation aus. Banken waren wie untergeordnete Behörden organisiert, und Bankkredite dienten nur der Alimentierung und Kon­trolle des zentralen Plans. Man kann das, was man als Bankensystem in der Planwirtschaft bezeichnet, auch als eine einzige große nationale Buchhaltung verstehen. In Anlehnung an diese Funktion war der Bankensektor als Monoban­kensystem einstufig organisiert. Die Entwicklung des Bankensektors stellt einen maßgeblichen Engpassfaktor für den gesamten Reformprozess dar. Im Mono­bankensystem waren Notenbank- und Geschäftsbankenfunktion integriert. Eine von der Regierung unabhängige Notenbank, welche die finanzielle Stabilität, d. h. die Wertstabilität des Geldes im Inland und die Stabilität des Außenwertes der Währung, sicher stellt, existierte nicht. Die finanzielle Stabilität spielte gegenüber den festgelegten Produktionsplänen eine sehr geringe Rolle. Da der Geschäfts­bankensektor monetäre Impulse der Notenbank weiterleitet, ist der Grad der Entwicklung des Bankensektors auch für die Geldwertstabilisierung von elemen­tarer Bedeutung. Abbildung 1 veranschaulicht die wesentlichen Merkmale dieser Ausgangslage sowie die wichtigsten Charakteristika des uns bekannten markt­wirtschaftlichen Bankensystems, welches das Ziel der Transformation des plan­wirtschaftlichen Bankensektors bildet.

Abbildung 1: Ausgangslage und Ziel der Transformation des Bankensektors

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 1: Eigene Darstellung

Mit der vorliegenden Arbeit soll der Vielschichtigkeit der Problematik dadurch Rechnung getragen werden, dass der Aufbau eines marktwirtschaftlichen Ban­kensektors in Tschechien und dessen Beurteilung interdisziplinär und auf ver­schiedenen Betrachtungsebenen erfolgt. Die wissenschaftlichen Disziplinen, die in dieser Arbeit zur Anwendung kommen, sind die Volkswirtschaftslehre, die Bankbetriebswirtschaftslehre und die Statistik. Methodisch werden zur Be­trachtung des Untersuchungsobjektes, des tschechischen Bankensektors, zwei verschiedene Zugänge gewählt. Es sind dies ein quantitativ orientierter (öko­nometrischer) und ein qualitativ orientierter Zugang. Mit dieser Vorgehensweise ist es möglich, nicht nur über den Untersuchungsgegenstand an sich eine Aus­sage zu treffen, sondern auch über den Aussagegehalt der angewandten Me­thoden. Dies liefert ebenso einen Beitrag zur Diskussion der Herangehensweise an Problemstellungen zwischen quantitativ orientierten und qualitativ orientier­ten Sozial- und WirtschaftswissenschaftlerInnen.

Die vorliegende Dissertation widmet sich den folgenden zentralen Zielsetzungen:

Tabelle 1: Methodik und Forschungsfrage der Dissertation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Forschungsziel der Dissertation besteht neben der Beantwortung der For­schungsfrage auch im Vergleich der gewählten Forschungsmethoden hinsicht­lich ihrer Aussagekraft.

1.3 Aufbau der Arbeit

Kapitel 1 der vorliegenden Arbeit trägt einführenden Charakter. Die Darstellung des Monobankensystems und der Kapitalallokation in der Planwirtschaft soll die Ausgangssituation des Bankensektors und das Wesen des Geldes in den Transformationsländern vor Beginn des Reformprozesses verdeutlichen. Das Wesen und die Elemente des Transformationsprozesses und die Schwierigkeit der zeitlichen und inhaltlichen Abstimmung der einzelnen Reformschritte wer­den beschrieben. Schließlich soll als weiteres Erkenntnisziel die Notwendigkeit eines funktionsfähigen und stabilen Bankensektors für das Gelingen des ge­samten Reformprozesses aufgezeigt und die Rolle des Bankensektors im Zuge dieser historischen Entwicklung herausgearbeitet werden.

Nachdem im Kapitel 1 die Rolle des Bankensektors in der Planwirtschaft ver­deutlicht wurde, soll im Kapitel 2 die Rolle des Bankensektors in der Marktwirt­schaft dargestellt werden. Eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des tsche­chischen Bankensektors spielen das klare Verständnis der Tätigkeitsbereiche, der Intermediationsfunktion der Banken und die von ihnen zu bewältigenden Risiken. Diese Darstellung der Tätigkeiten und Funktionen des Bankensektors sowie die von den Banken übernommenen Risiken sollen ein genaues Ver­ständnis des Zielzustandes eines marktwirtschaftlichen Bankensystems ermög­lichen. Dass der Bankensektor, wenn er ausschließlich dem Wettbewerb über­lassen wird, zahlreiche Probleme für das Gesamtergebnis einer Volkswirtschaft aufwirft, wird im letzten Punkt des Kapitels mit dem Versagen der Neoklassi­schen Theorie und den Ursachen für die Instabilitäten im Bankensektor erklärt. Die Erkenntnisse dieses Kapitels ermöglichen es, im weiteren Verlauf der Arbeit Problemfelder des tschechischen Reformprozesses zu identifizieren und die getroffenen Maßnahmen zu beurteilen.

Die Unvermeidbarkeit von Bankenkrisen während des Transformationsprozes­ses steht am Beginn von Kapitel 3. Dieser Sachverhalt wird mit der Erklärung des Zusammenhanges zwischen dem Ergebnis einer einzelnen Bank und dem makroökonomischen Umfeld noch vertieft. Zur Lösung des Problems von Ban­kenkrisen ist es schließlich sehr zielführend, auf bisherige empirische Erkennt­nisse über Krisen und Restrukturierungen im Bankensektor zurückzugreifen. Den Schwerpunkt dieses theoretischen Kapitels bildet die Notwendigkeit der frühzeitigen Behebung von Problemen im Bankenbereich, welche mit dem Ar­gument des öffentlichen Gutes und dem Zusammenhang zwischen system-immanenten Bankenproblemen und Bankenkrisen begründet wird.

Kapitel 4 widmet sich den Analysemethoden der Stabilität des Bankensektors und der Restrukturierung des Sektors. Ausgangspunkt für die verschiedenen methodischen Ansätze sind die destabilisierenden Faktoren auf den verschiede­nen Betrachtungsebenen. Da der Economic and Incentive Approach im empiri­schen Teil der Arbeit herangezogen wird, ist diesem Ansatz auch im theoreti­schen Teil eine ausführliche Darstellung gewidmet. Die vier weiteren Teile des Kapitels befassen sich mit der Restrukturierung des Bankensektors unter beson­derer Berücksichtigung des Portfolioproblems der Banken. Nach einer Beschrei­bung der Ziele, Restriktionen und Kernelemente der Bankenrestrukturierung wer­den die Ursachen und Auswirkungen des Portfolioproblems auf verschiedene Wirtschaftsbereiche diskutiert. Um den tschechischen Lösungsweg zur Restruk­turierung und Privatisierung der Banken zu verstehen, werden die alternativen Lösungsmöglichkeiten zur Bereinigung der Bankenportfolios besprochen.

Im Anschluss an diese theoretischen Betrachtungen soll im Kapitel 5 die Re­form des tschechischen Bankensektors erläutert werden. Die Wiederherstellung von Privateigentum und somit die Privatisierung der Wirtschaft bilden die Grundvoraussetzung für ein marktwirtschaftliches System. Auf Grund der her­ausragenden Rolle, welche die Privatisierungsfonds in Tschechien spielten, ist ihnen ein eigenes Unterkapitel gewidmet. Basierend auf der Ausgangslage – dem tschechischen Bankensystem vor 1990 – beginnt der Reformprozess mit der Aufspaltung der Monobank und der anschließenden Vergabe von Bankli­zenzen. Das Portfolioproblem der Banken stellt dabei von Beginn an eine schwere Belastung für die neu gegründeten Geschäftsbanken dar. Vor dem Hintergrund des planwirtschaftlichen Erbes wird die Problematik der Sanierung und des Privatisierungsprozesses der ehemaligen Staatsbanken untersucht. Im Mittelpunkt des Reformprozesses standen verschiedene Konsolidierungs-, Sta­bilisierungs- und Revitalisierungsprogramme. Zum besseren Verständnis dieser Programme werden in einem Unterpunkt einleitend die staatlichen Transforma­tionsinstitutionen vorgestellt. Entsprechend den in Kapitel 4 herausgearbeiteten Lösungsansätzen für das Portfolioproblem werden die in Tschechien im Laufe der verschiedenen Programme zum Einsatz gekommenen Ansätze zusammen­gefasst. Am Ende des Restrukturierungsprozesses der ehemaligen Staatsban­ken steht die Privatisierung derselben. Dass dies nicht immer gänzlich gelingt, zeigt der Fall der Investicni Banka (IPB). Schließlich soll der Economic and In­centive Approach herangezogen werden, um ein gutes, qualitativ orientiertes Gesamtbild des tschechischen Bankensektors zu geben.

Im abschließenden Kapitel 6 erfolgt eine prinzipielle Änderung der angewand­ten Methodik. Kernstück dieses Kapitels ist die quantitative Analyse der Infor­mationseffizienz des Interbankenmarktes. In einer ökonometrischen Untersu­chung wird die Informationseffizienz des Interbankenzinssatzes (PRIBOR) an­hand des Zusammenhanges zwischen Inflation und Zinssatz überprüft. Die beiden im Modell enthaltenen Konzepte, das Fisher Theorem und das Konzept der Effizienz von Kapitalmärkten, stehen am Beginn des Kapitels. In der empiri­schen Untersuchung werden vier verschiedene Modellvarianten gerechnet. Dies erlaubt einen Vergleich, ob die gewählte Rechenmethode (Regressions­analyse oder Cointegration) Einfluss auf das Vorliegen von Informationseffi­zienz auf den betrachteten Markt nimmt. Weiters unterscheiden sich die Re­chenmodelle darin, ob eine Zeitverzögerung im Modell eingebaut ist oder nicht. Damit kann untersucht werden, ob der Interbankenmarkt zeitverzögert auf für die Höhe der Zinssätze relevante Informationen reagiert. Als Zinssatz wird der 1-, 3- und 6-Monats-PRIBOR verwendet. Auf diese Weise kann getestet wer­den, ob das Modell eher für den kurzfristigen oder langfristigen Zinsbereich zutrifft. Abschließend werden die Ergebnisse inhaltlich interpretiert und es wird eine Aussage über die Eignung der in dieser Arbeit angewandten wissenschaft­lichen Methoden getroffen.

1.4 Monobankensystem und Kapitalallokation in der Planwirtschaft

1.4.1 Der zentrale Plan als Lenkungsinstrument

Charakteristisch für die Zentralplanwirtschaft als Idealtyp eines Wirtschaftssys­tems sind die zentrale Koordination des Wirtschaftsprozesses und das staatliche Eigentum an den Produktionsmitteln. Umfang und Struktur der Produktion sowie Faktorangebot und Konsum werden dabei zentral von einer Planungsbehörde festgelegt. Die geplante Produktionsmenge an Konsum- und Investitionsgütern ist Ausgangspunkt für die Ermittlung der erforderlichen Mengen an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Vorleistungen und Arbeitskräften über sämtliche Produkti­onsstufen hinweg. Die Leistungsverflechtung zwischen den Unternehmen inner­halb einer Volkswirtschaft lässt sich als lineares Gleichungssystem (Input-Out­put-Tabelle) darstellen. Theoretisch können im Rahmen einer Input-Output-Analyse, bei Kenntnis sämtlicher Produktionskoeffizienten, die für eine be­stimmte Produktionsmenge erforderlichen Faktoreinsatzmengen über die Lö­sung des linearen Gleichungssystems ermittelt werden. In der Zentralplanwirt­schaft sind Produktionsstruktur, Faktorallokation und Einkommensverteilung durch den zentralen Plan determiniert.[5] Da in der Praxis die Planungsbehörde jedoch nicht über vollständige Informationen verfügen kann und die Motivations- und Anreizstrukturen in diesem System äußerst unzureichend sind, ist die Zent­ralplanwirtschaft von Effizienzmängeln geprägt. Voraussetzung für eine effi­ziente zentrale Planung der Wirtschaftsprozesse wäre es, dass der Planungsbe­hörde sämtliche Produktionsmöglichkeiten (Faktorallokation) sowie die Präfe­renzen der Wirtschaftssubjekte (Produktionsstruktur) bekannt wären.[6]

Die folgende Abbildung 2 zeigt beispielhaft die typische Verwebung von politi­schem und wirtschaftlichem System in der Planwirtschaft. Die große Anzahl der beteiligten Instanzen macht klar, dass es sich bei der Planung um einen sehr bürokratischen Prozess handelt.[7]

Abbildung 2: Hierarchien im Planungsprozess

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 2: Jörg (1999), S 9

Abbildung 2 zeigt, dass die obersten Planungsentscheidungen vom Politbüro des Zentralkomitees getroffen werden. Die Grundsatzentscheidungen des Po­litbüros werden durch einen top-down-Ansatz über die verschiedenen Hierar­chiestufen konkretisiert. Die staatliche Planungskommission, die dem Minister­rat zugeordnet ist, leitet als oberste wirtschaftliche Planungsinstanz die Ausar­beitung der Einzelpläne. Der Planungskommission sind die Wirtschaftsministe­rien unterstellt, diesen wiederum unterstehen die Kombinate bzw. Bezirksver­waltungsorgane. Auf unterster Ebene des Planungsprozesses befinden sich die Betriebe. Diese erarbeiten auf der Grundlage der von ihren Vorinstanzen vor­gegebenen Plankennziffern die detaillierten Pläne. In einem bottom-up-Ansatz erfolgt über die genannten Stufen hinauf eine Aggregation und eventuelle Revi­sion der Pläne.

1.4.2 Das Monobankensystem als ausführendes Organ der
Planungsbehörde

Die Existenz von Geld und kreditgewährenden Banken ist integraler Bestandteil der Planwirtschaft. Die Banken haben in diesem System jedoch keine aktive Funktion bei der Kapitalvermittlung. Sie erfüllen lediglich eine passive Funktion im Sinne der Unterstützung, Sicherung und Kontrolle des zentralen Planes. Die zentralen Mengenpläne und das administrative Preissystem bilden die Grund­lage für den geldwirtschaftlichen Plan.[8] Die Banken haben die natural geplanten Mengenpläne monetär zu alimentieren und über die Zahlungsströme der Be­triebe die Planerfüllung zu überwachen. Eine effektive, plankonsistente Ver­wendung der finanziellen Mittel durch die Betriebe wird darüber hinaus mittels Zinsen und Tilgungspläne gewährleistet. Im Auftrag des Staates werden sämtli­che Banktransaktionen von einer Staatsbank wahrgenommen. Im Unterschied zu marktwirtschaftlichen Banksystemen werden die Notenbankfunktion und das Kreditgeschäft gegenüber dem Nicht-Bankensektor alleine durch die Staats­bank ausgeübt. Man bezeichnet deshalb die in Osteuropa ehemals vorherr­schenden Bankensysteme als Monobankensysteme.

Um die plankonsistente Verwendung der finanziellen Mittel zu gewährleisten, existieren, wie aus Abbildung 3 ersichtlich, zwei weitgehend getrennte Geld­kreisläufe.

Abbildung 3: Die getrennten Geldkreisläufe im Monobankensystem

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenQuelle 3: Kantardjieva (1999), S 77

Über den Buchgeldkreislauf werden die Zahlungen zwischen den staatlichen Betrieben abgewickelt. Die Banken kontrollieren gewissermaßen als Erfül­lungsgehilfen der zentralen Planung, ob die Zahlungsströme den zu erfüllen­den Mengenplänen entsprechen. Im zweiten Kreislauf, dem Bargeldkreislauf, werden die Einkommenszahlungen an die privaten Haushalte und deren Kon­sumausgaben und Ersparnisbildung vermittelt.[9]

Obwohl die Funktion eines plangesteuerten Bankensystems jenen in einer Marktwirtschaft ähnlich erscheinen – ausreichende Geldversorgung, Vermitt­lung zwischen Kreditangebot und -nachfrage, Kontrolle des Wirtschaftsgeba­rens und Überbrückung von Einnahme- und Ausgabesalden –, besteht der fun­damentale Systemunterschied darin, dass die Banken im Monobankensystem über keine eigenen Entscheidungsfreiheiten und -kompetenzen verfügen.[10] Sie sind lediglich Erfüllungsgehilfen des staatlichen Planungssystems. Der Mecha­nismus der Planwirtschaft ersetzt komplett die Allokationsfunktion des Marktes durch die Entscheidungskompetenz der zentralen Planungsbehörde. Die Ent­scheidungsverantwortung über die Steuerung und Lenkung von Kapitalmitteln konzentriert sich in den Händen des Staates, indem er einerseits als Nachfrager von Kapital für die Finanzierung der Budgetausgaben auftritt und andererseits die Betriebe durch Kredite mit Liquidität versorgt. Auch die Bestimmung der Investitionsprioritäten und die Erreichung langfristiger Wachstumsziele sind Gegenstand der staatlichen Wirtschaftspolitik. Die Rolle der Banken beschränkt sich lediglich darauf, das zentrale Planungsamt zu unterstützen und die von diesen bereits getroffenen Entscheidungen finanztechnisch abzuwickeln und zu überwachen.[11]

1.4.3 Die Unabhängigkeit der Geldwertstabilität von der Geldmenge

Da die Preise von der Planungsbehörde festgesetzt werden, ist eine Mitwirkung der Banken an der Steuerung der Geldmenge (Geldpolitik) überflüssig, da die Geldwertstabilität unabhängig von der Geldmenge ist. Eine Refinanzierung der Geschäftsbanken bei der Notenbank in Form von Diskont-, Lombard- oder Of­fenmarktpolitik gibt es nicht. Diese Instrumente werden vollständig durch die Allokation des zentralen Planes ersetzt. Politische Kalküle des staatlichen Ver­waltungsapparates ersetzen die marktwirtschaftlichen, geldpolitischen Kon­junktursteuerungsmechansimen zur Gänze. Der Zinssatz hat weder eine allo­kative noch eine preisbildende Funktion, ebenso gibt es keine Mindestreserve­vorschriften für Banken.

Im Unternehmenssektor herrschen weder das Kalkül der Gewinnmaximierung noch das der Kostenminimierung vor, da sie für das Überleben der Betriebe nicht entscheidend sind. Die Betriebe sind auf die Produktionstätigkeit be­schränkt. Die Zusammensetzung von Eigen- und Fremdkapital der einzelnen Unternehmen kann nicht von diesen autonom bestimmt werden. Die Finanzie­rung von Umlauf- und Anlagevermögen ist staatlich determiniert. Mittels Kredit­anträge der Betriebe wird das faktische Volumen der planmäßigen Kredite be­stimmt. Diese Anträge haben in den Planvorgaben für Produktion und Investi­tion ihre wirtschaftliche Grundlage.[12] Der überwiegende Teil dieser Kredite hat eine kurzfristige Laufzeit.[13] Die Realität wich letztendlich doch recht häufig von diesen rigiden, vertikalen Finanzierungsregeln ab. Um das oberste Ziel, die güterwirtschaftliche Planerfüllung, dennoch zu erreichen, wurden sogenannte „außerplanmäßige Kredite“ zugewiesen. Fremdkapital ist somit im Gegensatz zu marktwirtschaftlichen Systemen keine echte Engpassressource für die Be­triebe.[14] Solche Kredite an Unternehmen haben den Charakter von „Quasi-Sub­ventionen“. Es besteht deshalb auch kein Zusammenhang zwischen der Ver­schuldung von Unternehmen und Banken mit ihrer Rentabilität. Die gleiche Wir­kung hat die Konkursunfähigkeit planwirtschaftlicher Unternehmen. Sie führt ebenfalls zu einer quasi unbeschränkten Versorgung der Betriebe mit Fremd­kapital. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „soft budget con­straints“.[15] Habuda/Jennwein[16] charakterisieren das betriebliche Verhalten bei weichen und harten Budgetrestriktionen wie folgt:

Tabelle 2: Betriebliches Verhalten bei weichen und harten
Budgetrestriktionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 4: Habuda/Jennwein (1996), S 132

Diese weichen Budgetrestriktionen der Planwirtschaft sind hingegen in anderer Hinsicht eingeschränkt. So sind Kreditbeziehungen zwischen Unternehmen und privaten Haushalten sowie Kredite zwischen Unternehmen als Teil einer bankunabhängigen Fremdfinanzierung nicht zulässig.[17] Bei den Kreditanträgen spielen Bonitätskriterien für die Kapitallenkung des Kreditsektors keine Rolle. Die Höhe des Kreditzinses orientiert sich nicht am finanziellen Zustand des Kreditnehmers. Zuschläge bei den Kreditzinsen stellen Strafzinsen für man­gelnde Plankonformität dar und keine Risikozuschläge.[18] Die Höhe des Zinssat­zes ist Ausdruck der staatlichen Planung und nicht des Wettbewerbes. Ein Wettbewerb zwischen den Kreditinstituten besteht definitionsgemäß in ei­nem Monobankensystem, in welchem die Notenbank und die „Geschäftsban­ken“ quasi eine Einheit bilden, nicht.

1.5 Wesen und Elemente des Transformationsprozesses

Die unterschiedlichen Ausgangssituationen in den verschiedenen Ländern Ost­europas bedingen bis zu einem gewissen Grad unterschiedliche Transformati-onsstrategien.[19] Trotz der Unterschiede zwischen den reformwilligen Ländern sind die Problemfelder, mit denen diese Volkswirtschaften zu kämpfen haben, annähernd gleich.[20] Am Beginn der Systemtransformation waren alle mittel- und osteuropäischen Länder mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Ent­wicklung und dem Sinken des Lebensstandards der Bevölkerung konfrontiert. Die Ursachen für die am Beginn des Prozesses aufgetretenen Verschlechte­rungen lassen sich auf drei Gründe zurückführen:[21] „Altlasten“ der zentralen Planwirtschaft, neue Problembereiche, die durch inkonsistente Teilreformen entstanden sind, externe Schocks.

Zum ersten Punkt, den sogenannten „vererbten Altlasten“, gehören:[22]

- die Orientierung des Handels auf die nicht kompetitiven Märkte des RGW-Raumes;
- eine hohe Auslandsverschuldung, die in einigen Ländern vom kommunisti­schen Regime in Kauf genommen wurde, um die sich verschlechternde wirt­schaftliche Lage zu stabilisieren;
- die Schwerindustrie, die den dominierenden Sektor darstellte: Energie- und Materialintensität waren überdurchschnittlich hoch, Güter- und Faktorpreise waren verzerrt und Fachkenntnisse nicht an die Bedürfnisse einer modernen, wettbewerbsfähigen Wirtschaft angepasst;
- uneinbringliche Kredite in den Portefeuilles der Banken: sie verringerten die Fähigkeit, andere vielversprechendere Wirtschaftsbereiche zu unterstützen,
- die Infrastruktur, die im materiellen Bereich vernachlässigt wurde;
- die Umweltverschmutzung, die in diesen Regionen bei weitem stärker ausge­prägt war und ist als in Westeuropa.

Der Übergang zur Marktwirtschaft erfordert Änderungen auf der politischen Ebene, die Privatinitiative und individuelle Vielfältigkeit zulassen und fördern und zu einer sozialen und politischen Konsensfähigkeit führen. Darüber hinaus bedarf es einer grundlegenden Änderung der Rolle und Organisation der Re­gierung genauso wie der Wirtschaftsstruktur. Die erforderlichen Maßnahmen lassen sich zumeist in drei Gruppen gliedern. Es sind dies:

- Stabilisierung auf der makroökonomischen Ebene,
- Liberalisierung bzw. Reformen auf mikroökonomischer Ebene und
- Reformen der institutionellen Rahmenbedingungen.

Erwähnt sei hier auch die Bekämpfung von Korruption und Betrug, welche in der praktischen Umsetzung des Reformprozesses in zahlreichen Transformati­onsländern eine wesentliche Rolle spielt.

Abbildung 4 veranschaulicht die drei Gruppen:[23]

Abbildung 4: Makroökonomische Stabilisierung, mikroökonomische Reformen und institutionelle Rahmenbedingungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 5: In Anlehnung an: Grand (1995), S 5

In der wirtschaftspolitischen Diskussion herrscht Uneinigkeit darüber, in welcher Reihenfolge und Zeitspanne einzelne Transformationsschritte zur Anwendung kommen sollen. So beschritten bzw. beschreiten auch die einzelnen Länder Osteuropas unterschiedliche Wege. Hierbei ist eine bestmögliche Koordinierung der Teilreformen aufgrund der Interdependenz der verschiedenen Bereiche vermutlich genauso wichtig wie die Qualität der Einzelmaßnahmen.

1.5.1 Makroökonomische Stabilisierung

Der erste Hauptbereich des ökonomischen Transformationsprozesses betrifft die makroökonomische Stabilisierung. Da der monetäre Bereich der osteuropäi­schen Länder auf den Geldtheorien von Marx, Engels und deren Nachfol­gern aufbaute, hatte Geld eine vollkommen andere Funktion als in den markt­wirtschaftlich-orientierten Ländern. Geld war in der kommunistischen Wirtschaft weder Tauschmedium noch Recheneinheit noch Wertaufbe­wahrungs­mittel. Ein vollständiger Plan, der die Produktion und Distribution sämtlicher Güter um­fasste, erfüllte die Funktion der Allokation der Ressourcen. Geld hatte nicht die uns vertraute Allokationsfunktion. Die Allokation der Ressourcen erfolgte über die Pläne der Behörden. Deshalb stand man am Beginn des Transformations­prozesses in den Ländern Osteuropas vor dem Problem eines „Geldüberhan­ges“ – dies bedeutet, dass eine große Geldmenge einem unzureichenden Gü­terangebot gegenüberstand. Auch wenn die Bürger ausreichend Geld zur Verfü­gung hatten, war noch nicht gewährleistet, dass sie dafür auch die von ihnen gewünschten Güter und Dienstleistungen erwerben konnten. Weizäcker[24] meint deshalb, dass ein wichtiges Ziel der Transformation in der Monetarisierung der Wirtschaft besteht. Geld wird für die Wirtschaftsakteure ein interessantes Asset, wenn sein Besitz die uneingeschränkte Möglichkeit zum Gütererwerb bedeutet und sich damit im Gelde sämtliche Güterknappheit quasi bündelt. Erst dann kann Geld seine effizienzsteigernde Wirkung durch Förderung der Ar­beitsteilung entfalten. Je besser es gelingt, den Wert des Geldes stabil zu hal­ten, desto attraktiver wird sein Besitz. Die Geldwertstabilität wird auch als eine wichtige Voraussetzung für die Etablierung von Finanzmärkten gesehen. Die Anleger sind nur im Vertrauen auf einigermaßen verlässliche Realzinsen bereit, ihr Geld in Finanzaktiva anzulegen. Empirische Untersuchungen belegen die Bedeutung positiver Realzinssätze für die Entwicklung des finanziellen Sek­tors.[25] Diese Untersuchungen gehen davon aus, dass das Wachstum monetärer Aggregate positiv mit dem Sozialprodukt korreliert. Dieser Zusammenhang wird damit begründet, dass die Unternehmen für ihre Investitionsvorhaben nicht mehr auf ihre selbst erwirtschafteten Gewinne oder auf private Geldgeber angewiesen sind, sondern über Banken bzw. Kapitalmärkte die benötigte Liquidität billiger erhalten, da diese Risiken streuen und Investitionsvorhaben aufgrund ihrer Spe­zialisierungsvorteile zu geringeren Transaktionskosten beurteilen können.

Die monetäre Stabilisierung umfasst die Inflationsbekämpfung, die Reduzierung von Budgetdefiziten und eine Währungsreform. Sie gilt als Vorbedingung für die Einführung des Preismechanismus als effizientes Allokationsinstrument. Ein in­stabiles makroökonomisches Umfeld verzerrt nicht nur Preissignale, welche die Grundlage einer freien Marktwirtschaft bilden, sondern kann auch zu wiederkeh­renden Wirtschaftskrisen führen, die für den gesamten Reformprozess schädlich wären. Es bedarf einer Koordinierung der Geldpolitik mit der Arbeitsmarkt- und Lohnpolitik sowie der Freigabe von bisher staatlichen Preisregelungen. Dies des­halb, da sich Lohnsteigerungen in den Absatzpreisen für Güter und Dienstleis­tungen fortpflanzen. Sind Absatzpreise fixiert und die Unternehmen können die gestiegenen Lohnkosten nicht weitergeben, so häufen sich Konkurse. Anderer­seits bedeuten durch Preisfreigaben ausgelöste Preissteigerungen in Verbindung mit fixierten Löhnen, dass die Einkommen der Arbeitnehmer an Kaufkraft verlie­ren. Da es, wie bereits erwähnt, in der Geschichte keine Erfahrungswerte für die Abfolge der Reformschritte gibt, sind soziale Missstände, insbesondere Arbeits­losigkeit und Armut, so gut wie vorprogrammiert. Reformen, die so tiefgreifend sind und deren zeitliche Wirkung so schwierig vorherzusagen ist, müssen, damit sie den Wohlstand der Bevölkerung tatsächlich anheben, von einem adäquaten Sozialsystem begleitet werden.

1.5.2 Mikroökonomische Reformen: Liberalisierung und Privatisierung

Auf mikroökonomischer Ebene ist ein größeres Ausmaß an Liberalisierung und Privatisierung erforderlich. Marktwirtschaftliche Strukturen setzen eine binnen­wirtschaftliche Deregulierung und eine außenwirtschaftliche Öffnung sowie den Abbau tarifärer und nichttarifärer Handelshemmnisse voraus. Durch die Preis­freigabe und die Rücknahme des staatlichen Einflusses in Form der Überfüh­rung der Staatsbetriebe an private Eigentümer soll, wie bereits erwähnt, eine effiziente Ressourcenallokation gewährleistet werden. Die Frage der Privatisie­rung der Staatsbetriebe wird in der Literatur häufig unter dem Konzept der Cor­porate Governance (CG) bzw. Corporate Control (CC) diskutiert. Im engeren Sinne beziehen sich diese Begriffe auf die Kontrolle des Managements von großen Aktiengesellschaften durch die Aktionäre bzw. Aufsichtsräte. Die weiter gefasste Definition berücksichtigt ebenso die Einfluss- und Kontrollstrukturen kleinerer und geschlossener Unternehmen und bezieht auch eine größere Vielfalt an Interessensgruppen neben den Aktionären mit ein.[26] Abbildung 5 verdeutlicht die Akteure im Umfeld eines Unternehmens.

Abbildung 5: Das Unternehmen und sein Umfeld

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 6: Eigene Darstellung

In der Planwirtschaft war die Kontrolle und Führung der Unternehmen zentral geplant und gelenkt. Die Herausforderung im Transformationsprozess ist nun darin zu sehen, Anreizstrukturen und Institutionen zu schaffen, die in der Lage sind, die Restrukturierung der Industrie zu fördern und den Übergang von in Kapitel 1.4.3 besprochenen weichen zu harten Budgetrestriktionen zu bewerk­stelligen. 1999 veröffentlichte die OECD in Zusammenarbeit mit nationalen Re­gierungen, internationalen Organisationen wie dem IWF und der Weltbank und Vertretern aus der Wirtschaft Standards und Leitlinien für Corporate Governance (CG), die als ein wichtiges Element angesehen wird, um die ökonomische Effi­zienz zu steigern. Die Unternehmenskontrolle ist hierbei im Lichte der vielfältigen Beziehungen zwischen dem Management, dem Aufsichtsrat, seinen Sharehol­dern (Aktionären) und anderen Stakeholdern (neben den Arbeitnehmern werden unter diesem Begriff sämtliche Interessen wie Beiträge zum Umweltschutz, So­zialstaat etc. subsumiert) zu sehen.[27] Adäquate Anreizstrukturen und Institutio­nen sollten einen bestmöglichen Interessensausgleich zwischen Management, Aktionären, Arbeitnehmern und allen Interessen der nicht direkt an der Gesell­schaft Beteiligten ermöglichen.

1.5.3 Institutionelle Reformen

Zu den institutionellen Reformen zählt – neben der Errichtung eines Rechts­staates westlicher Ordnung und eines Steuersystems – auch der Aufbau eines funktionsfähigen Bankensystems. Im Zuge der Errichtung eines Rechtsstaates westlicher Ordnung spielt die Übernahme des gemeinsamen Rechtsbestandes der Europäischen Union (des sogenannten Acquis communautaire) eine große Rolle, da der gewünschte Beitritt zur Gemeinschaft an die Übernahme dieses sogenannten Acquis communautaire geknüpft ist. Ein funktionsfähiger Rechts­staat erfordert neben dem Vorhandensein von Gesetzen auch Organe, die diese exekutieren. Insbesondere Gerichte und ein Verwaltungsapparat müssen etabliert und das juristische Personal muss entsprechend geschult werden. Da dem Staat im Transformationsprozess durch die Privatisierung der Staatsbe­triebe seine Einnahmen verloren gehen, bedarf es des Aufbaues eines Fiskal­systems westlicher Prägung. Die Besteuerung der Privaten und der Unterneh­men ist notwendig, um die Einnahmen des Staates zu gewährleisten, damit dieser seinen Aufgaben nachkommen kann.

Dem Aufbau eines funktionsfähigen Bankensektors als ein Grundelement der institutionellen Voraussetzungen für eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsord­nung wird in sämtlichen Transformationsländern höchste Priorität eingeräumt. Im nächsten Kapitel sollen die Rolle und der Beitrag dieses Sektors für das Gesamtsystem näher beleuchtet werden.

1.6 Die Rolle des Bankensektors im Transformationsprozess

Schröder und Pieper[28] sehen die herausragende Rolle des Bankensektors in

- der Beschleunigung des Reformprozesses,
- der Veränderung der Produktionsstrukturen,
- der Finanzierung „moderaten“ Wachstums,
- der Umsetzung einer neuen Finanzdisziplin auf Unternehmensebene.

Keilinghaus[29] geht in seiner Arbeit über die Rolle des Bankensystems von den Vorstellungen der Ordnungstheorie aus. Die von Eucken[30] und der neolibe­ralen Freiburger Schule festgelegten sieben systemkonstituieren­den Merkmale einer Marktwirtschaft sind hierbei das Ziel des Transformations­prozesses. Nach den Vorstellungen der Ordnungstheorie bilden die in der fol­genden Graphik abgebildeten Grundelemente (Teilordnungen bzw. systemkon­stituierende Merk­male) den Kern eines marktwirtschaftlichen Wirtschaftssys­tems.

Die ordnungstheoretische Hypothese geht hierbei davon aus, dass die Teilord­nungen untereinander kompatibel sein müssen, da zwischen ihnen interde­pendente Beziehungen bestehen. Der Transformationsprozess gestaltet sich aus diesem Grund als komplexer Rückkoppelungsprozess, der auch das politi­sche Reagieren auf eigendynamische Prozesse im Zuge einzelner Reformen umschließt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Grundelemente eines marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystems

Quelle 7: In Anlehnung an: Keilinghaus (1998), S 21

Keilinghaus verdichtet die von Eucken genannten systemkonstituierenden Elemente einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung auf drei Basisinstitu­tionen, die beim Übergang zur Marktwirtschaft geschaffen werden müssen:[31]

- Privates Eigentum,
- Wettbewerb und
- stabiles Geld.

Die Bedeutung des Bankensystems im Transformationsprozess erklärt er im Beitrag, den der Bankensektor zur Schaffung dieser drei Basiselemente lie­fert.[32] Diese drei Basiselemente werden im Folgenden näher diskutiert.

1.6.1 Privates Eigentum

Bei der Schaffung privaten Eigentums gibt es grundsätzlich zwei Wege. Die „Pri­vatisierung von unten“ meint das Wachstum bestehender und die Gründung neuer privater Unternehmen. Die „Privatisierung im engeren Sinne“ bezieht sich auf die Überführung ehemals staatlicher Betriebe in privates Eigentum. Das Wachstum bestehender und die Gründung neuer privater Unternehmen ist mit einem Kapitalbedarf verbunden, der zumeist das Selbstfinanzierungspotential der Betriebe übersteigt. Bankkredite eröffnen für Unternehmen zumeist den ein­zigen Zugang zu externen Finanzierungsquellen. Banken sollten darüber hinaus das Unternehmensmanagement bei der Investitions- und finanzwirtschaftlichen Planung unterstützen. Da in den Transformationsökonomien die inländischen Kapitalmärkte nur rudimentär entwickelt sind, spielen die Banken zumindest mittelfristig bei der Privatisierung „im engeren Sinne“ eine entscheidende Rolle. Werden die staatlichen Unternehmen durch direkten Verkauf an Inländer privati­siert, sind die Banken bei der Finanzierung maßgeblich involviert. Werden staat­liche Unternehmen in Form von Kupon-Programmen privatisiert, ist ebenfalls die Unterstützung des Bankensektors notwendig. Die unentgeltliche Abgabe von Unternehmensanteilen an die Bevölkerung im Zuge einer Kuponprivatisierung[33] ist zwar nicht mit einem unmittelbaren Kapitalzufluss für das Unternehmen ver­bunden, man verspricht sich jedoch von den neuen Eigentümern eine bessere Kontrolle des Unternehmensmanagements. Angesichts der hohen Streuung der Unternehmensanteile wird eine effektive Unternehmenskontrolle behindert. Vor diesem Hintergrund ist der Erfolg der Kuponprivatisierung mit der Kapitalmarkt­entwicklung und der Existenz institutioneller Anleger eng verknüpft. Die Tätigkeit der Banken resultiert bei dieser Form der Privatisierung aus ihrer Tätigkeit als institutionelle Anleger sowie aus dem Beitrag des Bankensektors zur Funkti­onsfähigkeit organisierter Wertpapiermärkte. Universalbanken tragen entschei­dend zum Erfolg derartiger Massenprivatisierungsprogramme im Rahmen ihres Beitrages zum Aufbau eines Systems der Unternehmenskontrolle bei. Gleich­gültig welcher Weg oder welche Kombination der möglichen Wege von einem Transformationsland zum Aufbau eines privatwirtschaftlichen, wettbewerbsfähi­gen Unternehmenssektors eingeschlagen werden, sie sind mit einem enormen Kapitalbedarf verbunden. Der Aufbau eines Bankensektors, der die Ersparnisse der inländischen Bevölkerung in Kredite transformiert, ist unabdingbar. Unter dem Aspekt der Kapitalmobilisierung und -allokation kommt der Entwicklung inländischer Finanzsysteme auch bei der Absorption ausländischer Kapitalim­porte eine außerordentliche Bedeutung zu. Vor allem am Beginn des Transfor­mationsprozesses muss die ungenügende inländische Kapitalbildung durch Ka­pitalimporte unterstützt werden. Über eine Refinanzierung der Banken auf inter­nationalen Kapitalmärkten oder in Kooperation mit westlichen Großbanken kann den Unternehmen der MOEL der Zugang zu ausländischem Kapital erschlossen werden. Da die Gründung und das Wachstum von Unternehmen in den MOEL durch ein hohes Maß an Unsicherheit und Risiko gekennzeichnet ist, schafft der Aufbau eines inländischen Bankensektors die nötige Finanz- und Informations­infrastruktur, welche ausländische Investoren fordern, um Risikokapital für In­vestitionen zur Verfügung zu stellen.

1.6.2 Wettbewerb

Das zweite Element, welches gemäß Keilinghaus[34] Unterstützung durch den Bankensektor erfährt, ist der Wettbewerb. Der Wettbewerb ist Ausdruck des Konkurrenzprinzips und wird von der freien Preisbildung, dem freien Marktzu­gang und der Vertragsfreiheit getragen. Die Theorie postuliert, dass das eigen­nützige, auf Profit- und Nutzenmaximierung ausgerichtete Verhalten des Ein­zelnen durch die Konkurrenz in Bahnen gelenkt wird, die letztlich der Wohlfahrt aller dienen und eine effiziente Verwendung knapper Güter sicherstellen. Ver­änderungen der Preise auf den Märkten sind der Ausdruck für knappe Güter. In entwickelten Marktwirtschaften werden Güter nicht nur lokal, sondern über den Kapitalmarkt auch intertemporal getauscht. Der Verzicht auf den Konsum von Gütern heute bedeutet hierbei einen größeren Konsum von Gütern morgen. Der Bankensektor bildet die Basis für einen solchen intertemporalen Tausch. In der Theorie ist ein gestörter Wettbewerb unweigerlich mit der Verschwendung von Ressourcen und mit Wohlfahrtsverlusten verbunden, da nicht kostendeckend produzierende Unternehmen weiter am Markt bestehen können. Bestand die Aufgabe der Banken in der Planwirtschaft in der passiven Unterstützung und Kontrolle der Planerfüllung, sollen sie in der Marktwirtschaft die effiziente inter­temporale Allokation sicherstellen. Durch Banken als Kreditgeber aufgestellte, harte Budgetbeschränkungen sollen eine finanzwirtschaftliche Disziplin und somit den Wettbewerb sicherstellen.

1.6.3 Stabilität des Geldes

Das dritte von Keilinghaus[35] genannte Element – die Stabilität des Geldes – ist, wie bereits erwähnt, schon deshalb unabdingbar, da alle Anstrengungen zur Verwirklichung einer Wettbewerbsordnung vergeblich sind, solange nicht eine gewisse Stabilität des Geldes gewährleistet ist. Damit die Notenbank als wäh­rungspolitische Institution den Geldumlauf regulieren kann, bedarf es eines entwickelten Geschäftsbankensektors, damit der Transmissionsmechanismus auch seine tatsächlichen monetären Impulse entfalten kann. Die Schwierigkeit für die Transformationsländer besteht darin, dass die Stabilisierung des Geld­wertes im Rahmen der Währungspolitik nicht unabhängig von der Entwicklung des Bankensektors ist. In einem zweistufigen Bankensystem sind bei einer indi­rekten Steuerung des Geldangebotes über den Geschäftsbankensektor der Transmissionsprozess des Geldes und somit die von der Notenbank gesetzten monetären Impulse nicht unabhängig von der Entwicklung und Struktur des Geschäftsbankensektors. So stellen der Transformationsprozess des Banken­sektors und die währungspolitische Transformation, welche die Stabilität des Geldes inkludiert, zwei Seiten einer Medaille dar.

2 Die Rolle des Bankensektors in volkswirtschaftlichen Theorien

Die Rolle und die Funktionen des Bankensystems in den verschiedenen Wirt­schaftssystemen unterscheiden sich gravierend. Wie im vorangegangenen Ka­pitel erläutert, waren die Banken in planwirtschaftlichen Systemen keine eigen­verantwortlichen Entscheidungsträger. In diesem Kapitel soll nun die zentrale Rolle des Bankensystems in einer marktwirtschaftlichen Volkswirtschaft erklärt werden. Banken bestehen unter anderem, um auf Märkten als Intermediäre zu agieren und dabei verschiedene Risiken besser zu bewältigen, als dies dem Ein­zelnen möglich ist.

Banken unterliegen, so wie jedes andere Unternehmen, dem Wettbewerbs- und Konkurrenzprinzip. Die volkswirtschaftliche Theorie nennt jedoch verschiedene Gründe, warum der reine Marktmechanismus alleine am Bankensektor zahlrei­che unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringt. Die Identifikation der Ursachen ist notwendig, um Maßnahmen zu setzen, welche die Stabilität des Bankensektors fördern.

2.1 Tätigkeitsbereiche der Banken

In der Literatur findet man zahlreiche Definitionen des Tätigkeitsbereiches des Geschäftsbankensektors. So definiert bspw. das österreichische Bankwesen­gesetz die folgenden Tätigkeiten als Bankgeschäfte:[36]

1. Die Entgegennahme fremder Gelder zur Verwaltung oder als Einlage (Einla­gengeschäft);
2. die Durchführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und des Abrechnungs­verkehrs in laufender Rechnung für andere (Girogeschäft);
3. der Abschluss von Geldkreditverträgen und die Gewährung von Gelddarle­hen (Kreditgeschäft);
4. der Kauf von Schecks und Wechseln, insbesondere die Diskontierung von Wechseln (Diskontgeschäft);
5. die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren für andere (Depotge­schäft);
6. die Ausgabe und Verwaltung von Zahlungsmitteln wie Kreditkarten und Rei­seschecks;
7. der Handel auf eigene Rechnung oder fremde Rechnung mit
a) Geldmarktinstrumenten;
b) ausländischen Zahlungsmitteln (Devisen- und Valutengeschäft);
c) Optionen und Finanzterminkontrakten (Termin- und Optionsgeschäft);
d) Wechselkurs- und Zinssatzinstrumenten;
e) Wertpapieren (Effektengeschäft);
f) von lit. a bis e abgeleiteten Instrumenten.
8. die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungen für andere, sofern die übernommene Verpflichtung auf Geldleistungen lautet (Garantiegeschäft);
9. die Ausgabe von Pfandbriefen, Kommunalschuldverschreibungen und fun­dierten Bankschuldverschreibungen und die Veranlagung des Erlöses nach den hiefür geltenden besonderen Rechtsvorschriften (Wertpapieremis­sions­geschäft);
10. die Ausgabe anderer festverzinslicher Wertpapiere zur Veranlagung des Erlöses in anderen Bankgeschäften (sonstiges Wertpapieremissionsge­schäft);
11. die Teilnahme an der Wertpapieremission Dritter und die diesbezüglichen Dienstleistungen (Loroemissionsgeschäft);
12. die Entgegennahme von Bauspareinlagen und die Vergabe von Bauspar­darlehen nach dem Bausparkassengesetz (Bauspargeschäft);
13. die Verwaltung von Kapitalanlagefonds nach dem Investmentfondsgesetz (Investmentgeschäft);
14. die Errichtung oder Verwaltung von Beteiligungsfonds nach dem Beteili­gungsfondsgesetz (Beteiligungsfondsgeschäft);
15. das Finanzierungsgeschäft durch Erwerb von Anteilsrechten und deren Wei­terveräußerung (Kapitalfinanzierungsgeschäft);
16. der Ankauf von Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen, die Übernahme des Risikos der Einbringlichkeit solcher Forderungen – aus­genommen die Kreditversicherung – und im Zusammenhang damit der Ein­zug solcher Forderungen (Factoringgeschäft);
17. der Betrieb von Geldmaklergeschäften im Interbankenmarkt;
18. die Vermittlung von Geschäften nach
a) Z 1, ausgenommen durch Unternehmen der Vertragsversicherung
b) Z 3, ausgenommen die im Rahmen des Gewerbes der Immobilienmakler einschließlich der Personalkreditvermittler vorgenommene Vermittlung von Hypothekardarlehen und Personalkrediten;
c) Z 7 lit. b, soweit diese das Devisengeschäft betrifft;
d) Z 8.

Diese Tätigkeitsbereiche lassen sich unter den Schlagwörtern „Intermediation“ und „Risikobewältigung“ zusammenfassen. Diese beiden Bereiche werden im Folgenden einer näheren Betrachtung unterzogen.

2.2 Die Intermediationsfunktion

Das Ideal der marktwirtschaftlichen Ordnung geht davon aus, dass knappe Güter über den Mechanismus einer freien Preisbildung dorthin gelenkt werden, wo sie den höchsten Nutzen stiften. Die wirtschaftswissenschaftliche Theorie besagt, dass der vollkommene Kapitalmarkt in dem Sinne effizient ist, als er die optimale Allokation der anlagesuchenden Finanzmittel unter Rendite- und Risikoaspekten auf die Kapital benötigenden Unternehmen und Individuen sichert.[37]

Dabei geht die Theorie des vollkommenen Kapitalmarktes von folgenden Prä­missen aus:[38]

- Es ist vollständige Markttransparenz und somit ein gleicher Informations­stand rational handelnder, dem Risiko prinzipiell abgeneigter Anleger gege­ben, die sich „augenblicklich“ gleiche Erwartungen über die Rendite-/Risiko­entwicklung der Anlagen bilden und diese entsprechend umsetzen.
- Da keine Marktzutrittsbeschränkungen bestehen, sind die am Markt disponie­renden Anleger zahlreich. Ihre Portefeuilles sind einerseits groß ge­nug, um sie in die Lage zu versetzen, das Portefeuille-Risiko zu diversifizie­ren und damit zu reduzieren; andererseits sind sie nicht so groß, dass die Anleger die Rendite der Anlagen – so wie ein Monopolist – entscheidend beeinflussen könnten.
- Es gibt keine Steuern (z. B. Börsenumsatzsteuer) und Abgaben, sowie keine Transaktionskosten.[39]
- Die Anleger können nicht nur in risikobehaftete Anlagen investieren, son­dern auch am „Restkapitalmarkt“ zum einheitlichen Marktzins risikolos Geld anlegen oder leihen. Da in diesem Falle gilt, dass der Sollzins gleich dem Habenzins ist, ist die Existenz von Banken, die als Finanzintermediäre eine Marge verdienen wollen, ausgeschlossen. Auf diese Weise herrscht, ent­sprechend der Kapitalmarkttheorie, ein Gleichgewicht ohne jede institutio­nelle Gegebenheit.

In der Realität stimmen die Vorstellungen der Kapitalanleger und Kapitalnach­frager über Fristigkeit, Risiko und Volumen der Geldanlage bzw. der Geldauf­nahme nicht überein. So wollen private Anleger oftmals nur relativ kleine Be­träge kurzfristig und mit möglichst geringem Risiko investieren, während Unter­nehmen große Summen langfristig zur Finanzierung ihrer risikoreichen Investi­tionen benötigen.

Bei Vorhandensein eines vollkommenen und vollständigen[40] Marktes könnte ein Ausgleich der asymmetrischen Präferenzen für Zeit, Losgrößen und Risiken in einer entsprechenden Preisbildung am Markt bestehen.

Der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage versagt jedoch bei asymmetri­scher Informationsverteilung zwischen den Marktteilnehmern, bei unbekannten zukünftigen Liquiditätsbedürfnissen und bei Konflikten zwischen den Vertrags­partnern über das richtige Verhalten.[41] Um dennoch einen Ausgleich herbeizufüh­ren und um die Transaktionskosten zu reduzieren, können Banken als Kontraktpartner zwischen beide Seiten treten und Finanztitel kreieren und anbieten, die im Hinblick auf Fristigkeit, Risiko, Losgröße und räumliche Ver­fügbarkeit den Vorstellungen beider Marktseiten besser entsprechen.

Diese Tätigkeit der Banken bezeichnet man als Kredittransformation. Jede In­stitution, welche diese Funktion erfüllt, wird als Finanzintermediär bezeichnet. Gelegentlich nehmen Banken aber auch eine bloße Vermittlerrolle ein, indem sie quasi als Makler Wirtschaftssubjekte mit Geldüberschüssen und solche mit Bedarf an finanziellen Mitteln zusammenbringen und der Überschusseinheit ermöglichen, ihr Geld direkt in Finanztitel des Wirtschaftssubjekts mit Bedarf an finanziellen Mitteln anzulegen. Abbildung 7 gibt einen graphischen Überblick über die weiter unten beschriebenen Zusammenhänge.

Abbildung 7: Die Transformationsfunktion der Banken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 8: Eigene Darstellung

Die Transformationsfunktion der Banken konkretisiert sich im Wesentlichen in vier Aspekten:[42]

1. Fristentransformation: Banken vergeben im Allgemeinen sehr viel mehr lang­fristige Kredite als sie langfristige Einlagen gewinnen oder langfristige Wertpapiere emittieren. Die positive Differenz, die mit kurzfristigeren Gel­dern finanziert wird, erbringt in der Regel bei normalem, steigendem Verlauf der Zinsstrukturkurve einen Ertragsvorteil. Mit der Fristentransformation sind Geldanschluss- und Ertragsrisiken (Zinsänderungsrisiken) verbunden, wenn die Zinsstrukturkurve unerwartet zu einem inversen Verlauf tendiert.
2. Risikotransformation: Banken vergeben gewollt oder ungewollt risikobehaf­tete Kredite und kalkulieren zum Ausgleich des Risikos Prämien in ihre Zinsforderungen ein. Die Bank verhindert durch Überwachung und Kontrolle ihres Kreditbestandes, durch Diversifikation, durch Einwirkungsmöglichkei­ten auf das wirtschaftliche Verhalten der Kreditnehmer und durch das ihr zur Verfügung stehende Eigenkapital, dass die im Einzelgeschäft übernomme­nen Kreditausfallsrisiken auf die Einleger durchschlagen.
3. Losgrößentransformation und räumliche Transformation: Banken fungieren als Sammelstelle vieler kleiner Einlagen. Durch das Zusammenfassen vieler Einlagen ist es ihnen möglich, größere Kredite zu vergeben. Sie schaffen auch einen Ausgleich zwischen geographisch auseinander liegenden Fi­nanzmittelangebots- und -nachfragestrukturen und bringen so indirekt Markt­teilnehmer aus verschiedenen Regionen, in zunehmendem Maße so­gar weltweit, zusammen. Mit der räumlichen Transformation und der Los­größentransformation geht ein wesentlicher Abbau der Informationsasym­metrien einher.
4. Liquiditätstransformation: Die Einleger orientieren sich bei ihren Transaktio­nen ausschließlich an den eigenen Liquiditätsbedürfnissen, nicht aber an der Liquiditätssituation der Bank. Die von der Bank gewährten Kredite sind für sie in dem Sinne illiquide, als es für sie nicht möglich ist, sich kurzfristig aus dem Kreditengagement zurückzuziehen. Auf der Einlagenseite müssen sich jedoch Banken bereithalten, auch vorfristigen Zahlungsanforderungen der Einleger (gelegentlich unter Abzug einer Prämie) nachzukommen. Liqui­ditätstransformation betreiben Banken auch im Rahmen ihrer Fristentrans­formation mit dem Bodensatz formal fälliger Einlagen. Da die Bank davon ausgehen kann, dass nicht alle Einlagen gleichzeitig behoben werden, bildet sich in jeder Einlagenkategorie ein Bodensatz, dem faktisch eine längere Fristigkeit als die vertraglich vereinbarte zugebilligt werden kann. Der ver­traglich vereinbarte Liquiditätsgrad entspricht demnach nicht dem von der Bank wahrgenommenen. Liquiditätstransformation bedeutet demnach die Finanzierung illiquider Anlagen (z. B. Kredite) mit hoch liquiden Einlagen.

Durch Risiko-, Fristen-, Liquiditäts- und Losgrößentransformation sorgen die Finanzintermediäre für eine verbesserte Allokation des Kapitals.

Banken existieren, da sie die mit den Transformationsfunktionen verbundenen Leistungen effizienter und/oder billiger erbringen können als die Finanzmärkte oder andere Anbieter von Finanzdienstleistungen.[43] Die Existenz von Banken, die als Intermediäre eine Marge verdienen, scheint ein Indikator dafür zu sein, dass die Prämissen des vollkommenen Kapitalmarktes in der realen Welt nur äußerst vage gegeben sind.

Der Bankensektor besitzt demnach eine ausgeprägte Fähigkeit, Transformati­onsfunktionen mit besonderen Produktivitätsvorteilen, mit hinreichenden Diver­sifikationsmöglichkeiten und zu niedrigen Transaktionskosten auszuüben. Diese zentrale Stellung der Banken als Finanzintermediäre kann jedoch in Ländern mit besonders gut ausgebauten Kapitalmärkten an Bedeutung verlieren, wenn eine Koordination über die nicht intermedierten Märkte (z. B. Aktienmärkte) zu vergleichbar guten oder sogar besseren Ergebnissen führen kann.

2.3 Das Bankenrisiko

Die Banken übernehmen in ihrer Funktion als Finanzintermediäre mehr als an­dere Wirtschaftsunternehmungen zahlreiche Risiken. Schierenbeck[44] unter­teilt die Risiken des Bankenbetriebes in Risiken des Wertbereiches und Risiken des Betriebsbereiches.

Abbildung 8: Das Bankenrisiko

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 9: Schierenbeck (1991), S 293

Im Betriebsbereich treten Risiken in Form von Personalrisiko, Beraubungsrisiko oder technischem Risiko im Zusammenhang mit der elektronischen Abwicklung von Bankgeschäften in Erscheinung.[45] Die Risiken des Wertbereiches werden auch als Bankrisiken im eigentlichen Sinn bezeichnet. Zu ihnen gehören, wie in Abbildung 8 ersichtlich, das Erfolgsrisiko und das Liquiditätsrisiko. Die banktypi­schen Risiken, welche die Ertragslage einer Bank negativ beeinflussen und letzt­lich zu einem Verlust und im Extremfall zu einer Überschuldung führen können, werden zu den Erfolgsrisiken zusammengefasst. Unter dem Ausfallsrisiko ver­steht Schierenbeck die Gefahr des vollständigen oder teilweisen Verlustes eines hingegebenen Betrages, einschließlich der Zinsen bzw. Dividenden (Forde­rungsausfall, Bonitätsrisiko, Anteilseignerrisiko).[46] Das Preis- bzw. Marktrisiko tritt als Zinsänderungs-, Währungs- und Aktienkursrisiko in Erscheinung. Die letzte Risikokategorie bezieht sich auf die Fähigkeit der Bank, jederzeit allen Zahlungs­verpflichtungen uneingeschränkt und fristengerecht nachzukommen. Die Auf­rechterhaltung der Liquidität gehört offensichtlich zu den vordringlichsten Zielen, da das Vertrauen der Kunden in hohem Maße von der jederzeitigen und unbe­dingten Zahlungsfähigkeit der Bank abhängig ist. Das Refinanzierungsrisiko er­gibt sich als Folge der Fristentransformation und besteht in der Gefahr, dass die Anschlussfinanzierung nicht sichergestellt ist. Die Gefahr einer unplanmäßigen Verlängerung der Kapitalbindungsdauer von Aktivgeschäften (d. h. Kapitalzu­flüsse gehen später als vereinbart ein) wird als Terminrisiko bezeichnet. Das Abrufrisiko beinhaltet die Gefahr einer unerwarteten Inanspruchnahme von Kre­ditzusagen bzw. einer unerwarteten Abrufung von Einlagen.

[...]


[1] Die konkrete normative Besetzung des Begriffes variiert mit der methodologischen Position und den zu analysierenden Problemdimensionen. Genauere Erläuterungen zur Klärung des Begriffes gibt Boxberger (1997), S 17

[2] vgl. Kantardjieva (1999), S 9

[3] Im Verlauf der Arbeit wird häufig auf die MOEL Bezug genommen, da der Reformprozess der Transformationsländer außerhalb Europas später eingesetzt hat und in einem doch sehr verschiedenen Umfeld vonstatten geht.

[4] Die Begriffe Bankensystem und Bankensektor werden in der vorliegenden Arbeit als Syn-onyme verwendet.

[5] vgl. Thieme (1980), S 28 f

[6] vgl. Cezanne (1993), S 38

[7] Ausführliche Darstellungen zum Planungsprozess in: Thieme (1996), S 29 ff

[8] vgl. Hartwig (1991), S 597

[9] vgl. Keilinghaus (1997), S 18

[10] vgl. Schröder/Pieper (1996), S 14 f

[11] vgl. Kantardjieva (1999), S 74

[12] vgl. Hartwig (1987), S 77 f

[13] vgl. Nuti (1992), S 48

[14] vgl. Jörg (1999), S 10

[15] vgl. Kornai (1980), S 306 ff

[16] vgl. Habuda/Jennwein (1996), S 132

[17] vgl. Hartwig (1992), S 598 und Kazimin (1991), S 776

[18] vgl. Saunders (1992), S 102

[19] vgl. Trillenberg (1992), S 61 ff

[20] vgl. Zecchini (1991), S 28

[21] vgl. Grand (1995), S 6 f

[22] vgl. ebenda, S 6 f

[23] vgl. ebenda, S 8

[24] vgl. Weizäcker (1995), S 17

[25] vgl. Pieper (1995), S 51

[26] vgl. Früh (1999), S 12

[27] vgl. IWF (1999), S 11

[28] vgl. Schröder/Pieper (1996), S 9

[29] vgl. Keilinghaus (1998), S 21

[30] vgl. Eucken (1940) und (1952)

[31] vgl. Keilinghaus (1997), S 22

[32] vgl. ebenda, S 22 ff

[33] Als Synonym für ‚Kuponprivatisierung’ gilt der Begriff ‚Voucherprivatisierung’.

[34] vgl. Keilinghaus (1997), S 24

[35] vgl. ebenda, S 25 ff

[36] Österreichisches Bankwesengesetz, Art. I, § 1,Abs.1

[37] mehr dazu in: Loistl (1986), S 7 ff

[38] vgl. Süchting (1988), S 147 f

[39] Unter Transaktionskosten sind neben Bankprovisionen und diversen Gebühren auch Informationsbeschaffungskosten zu verstehen.

[40] Ein Wertpapiermarkt ist vollständig, wenn für jeden denkbaren zukünftigen Umweltzustand ein Wertpapier existiert (oder aus anderen Wertpapieren replizierbar ist), das die Auszahlung einer Geldeinheit nur in diesem einen Umweltzustand verspricht.

[41] vgl. Burghof/Rudolph (1996), S 4

[42] vgl. Büsselmann (1993), S 11 f

[43] vgl. Burghof/Rudolph (1996), S 6

[44] vgl. Schierenbeck (1991), S 293

[45] Vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht werden die Risiken im Betriebsbereich als ‚operationelle Risiken’ bezeichnet.

[46] vgl. Schierenbeck (1991), S 237

Details

Seiten
274
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832446123
ISBN (Buch)
9783838646121
Dateigröße
3.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220226
Institution / Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien – unbekannt, Öffentliche Wirtschaft
Note
1,0
Schlagworte
banken kapitalmakteffizienz transformation privatisierung republik

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Der Transformationsprozess des tschechischen Bankensektors