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Probleme der Zusammenarbeit der Ost- und West-Frauenbewegung

Eine Analyse unter besonderer Berücksichtigung des EWA-Frauenzentrums in Berlin-Prenzlauer Berg

Diplomarbeit 1992 79 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Zusammenfassung

Inhaltsangabe:Einleitung:
Mit der politischen Wende im November 1989 begann in der DDR ein republikweiter Frauenaufbruch. In vielen Städten der DDR entstanden zahlreiche Frauengruppen und -initiativen, von denen einige auf Frauen(friedens)gruppen in den 80er Jahren zurückgehen. Andere Fraueninitiativen, wie die Lila Offensive (LILO) und die Sozialistische Fraueninitiative (SOFI) entstanden bereits im Herbst 1989 in Berlin. Der Beginn einer Frauenbewegung in der DDR ist gleichzusetzen mit der Gründung des Unabhängigen Frauenverbandes der DDR (UFV) am 3. Dezember 1989 in der Berliner Volksbühne. Der UFV setzte sich zum Ziel, Dachorganisation für alle DDR-Frauengruppen und politische Interessenvertretung für Frauen zu sein. Die UFV-Gründung löste in der ganzen Republik Gründungen von Frauengruppen aus. Bereits auf dem Gründungskongress entstand die Frauengruppe „Erster weiblicher Aufbruch“ (EWA), die sich den Aufbau eines Frauenzentrums im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg zum Ziel setzte.
Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich die DDR-Frauenbewegung bzw. der UFV zu einer politischen Kraft, die nicht mehr übergangen werden konnte: die Frauen erkämpften sich ihre Plätze an den regionalen und zentralen „Runden Tischen“, kandidierten für die Kommunal- und Volkskammerwahlen, erreichten, dass Tatjana Böhm als Ministerin ohne Geschäftsbereich in die Modrow-Regierung berufen wurde und zahlreiche Gleichstellungsbeauftragte in Städten und Gemeinden installiert wurden. Parallel dazu entwickelte sich eine breite Frauenkultur in Form von Frauenzentren, -cafes, -galerien, -bibliotheken.
Die Entstehung und Entwicklung der DDR-Frauenbewegung weckte auch das Interesse der bundesdeutschen Frauenbewegung, so dass es schon im Herbst 1989 zu ersten Kontakten zwischen verschiedenen Frauengruppen aus Ost und West kam. Diese Treffen waren gekennzeichnet von gegenseitiger Neugierde und einem gewissen Nachholbedürfnis an Informationen über die Lebens- und Frauenrealitäten im jeweils anderen deutschen Staat. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass die unterschiedlichen Wahrnehmungen erhebliche Verständigungsschwierigkeiten mit sich brachten. Erschwert wurde die Situation durch die Tatsache, dass Westfrauen mit „gutgemeinten Ratschlägen“ aus „20 Jahren Erfahrung“ den Ostfrauen unter die Arme greifen wollten. Auf diversen Treffen und Kongressen konnten zwar erste Informations- und Erfahrungsaustausche stattfinden, die aber keineswegs zu einer gemeinsamen […]

Details

Seiten
79
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
1992
ISBN (eBook)
9783832404758
Dateigröße
4.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v216439
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Unbekannt
Note
1,0
Schlagworte
deutsche vereinigung frauenbewegung frauensozialisation west neue soziale bewegungen ost-west-konflikt

Autor

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Titel: Probleme der Zusammenarbeit der Ost- und West-Frauenbewegung