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Der öffentliche Sprachgebrauch der CDU/CSU und SPD

Anhand der Schwangerschaftsabbruchsdebatte 1992 im Deutschen Bundestag

Wissenschaftliche Studie 1997 142 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Zusammenfassung

Inhaltsangabe:Zusammenfassung:
Sprache - das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen - vermag ihre Kraft nirgendwo so stark zum Ausdruck zu bringen, wie es in der Sprache der Politik geschieht. Die Politik ist das Gebiet, auf dem man die Facetten und Feinheiten der Sprache um so besser zu schätzen weiß, je größer das Publikum ist, daß angesprochen wird, und je mehr davon der politische Erfolg abhängig ist. Das Parlament ist die Hauptbühne, auf der mit Worten gefochten wird und politische Erfolge erkämpft werden.
Die Arbeit setzt sich mit 76 Abgeordnetenreden, die während der Zweiten und Dritten Lesung der Schwangerschaftsabbruchsdebatte 1992 im Bundestag gehalten wurden, auseinander. Hauptakteure sind Parlamentarier der CDU/CSU-Fraktion und der SPD als Befürworter zweier gegensätzlicher Gesetzentwürfe des § 218, anhand dessen Reden die Beziehungen zwischen der Ideologie, Sprache und Politik erläutert werden. In jeder einzelnen Rede wird unter Anwendung der lexikalisch-semantischen Methode der konnotative (emotive) Aspekt der Wörter bis ins Detail - positiv und negativ konnotierte Begriffe - analysiert. Darauf folgt die rhetorische Analyse der Reden unter folgenden Gesichtspunkten: Analyse der Tropen - Vergleich, Metapher, Metonymie, Hyperbel und anderer rhetorischer Mittel - Euphemismus, Neologismus, rhetorische Frage, Anspielung sowie bildhafte Phraseologismen. Bei jedem dieser Mittel wird ihre Funktion in der Rede erörtert. Schlüsselwörter der Debatte wie Würde des Menschen, Tötung des Lebens des ungeborenen Kindes, Unantastbarkeit des menschlichen Lebens, Gewissensfreiheit, Selbstbestimmungsrecht der Frau usw., sowie die spezifische Wahl der rhetorischen Mittel werden unter dem parteispezifischen Aspekt ausgewertet und mit der Programmatik der beiden führenden deutschen Parteien verglichen.
Die Arbeit bringt einen Beweis dafür, daß Sprache ein Mittel ist, das den Parteivertretern die Möglichkeit bietet, die Welt der Bürger sprachlich so zu gestalten, wie man es für seinen politischen Erfolg vonnöten hat. Die "Sprachen" der Parteien variieren je nach ideologischem Hintergrund, so daß man jeweils vom "ideologischen Jargon" der CDU/CSU und der "ldeologiesprache" der SPD sprechen kann - ein Zeichen dafür, daß in der pluralen Demokratie der "Kampf um Wörter" zum Hauptmittel der öffentlichen Politik wird.

Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis:
TEIL 1
I.EINFÜHRUNG
1.Sprache als gesellschaftliches Kommunikationsmittel3
2.Sprache und […]

Details

Seiten
142
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
1997
ISBN (eBook)
9783832400644
Dateigröße
7.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v216019
Institution / Hochschule
Uniwersytet Warszawski (Universität Warschau) – Unbekannt
Note
1,0
Schlagworte
ideologie ideologie politik politik sprache sprache

Autor

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Titel: Der öffentliche Sprachgebrauch der CDU/CSU und SPD