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Biographie und Identität - Biographisches Arbeiten mit Menschen mit geistiger Behinderung

Diplomarbeit 2009 117 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Zusammenfassung

Inhaltsangabe:Einleitung:
Eine Wohngruppe für Menschen mit geistiger Behinderung: die Betreuerin bringt eines Tages ihr Saxophon mit und gibt spontan ein Ständchen. Plötzlich bricht eine der Bewohnerinnen in Tränen aus und ist zunächst kaum zu beruhigen. Alle Anwesenden sind ratlos ob der extremen Reaktion.
Im darauf folgenden Gespräch stellt sich heraus, dass diese Bewohnerin aus einer musikalischen, regelmäßig im Familienkreis musizierenden Familie stammt, deren Mitglieder jedoch längst verstorben sind oder schon seit Jahren den Kontakt zu der Bewohnerin abgebrochen haben.
Dies ist nur eines von vielen Beispielen, das mir in meiner nunmehr fast fünfjährigen Tätigkeit in einer Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung wiederholt verdeutlicht hat, wie bedeutsam und zugleich oftmals im Alltag vernachlässigt die Lebensgeschichte (insbesondere der Abschnitt vor dem Zeitpunkt des Einzugs in die Wohnstätte) ist, die hinter jedem Einzelnen steht und so manches, zunächst scheinbar unverständliche Verhalten biographisch erklärbar machen kann.
Neben meinem Studium der Heilpädagogik bin ich als studentische Honorarkraft in besagter Wohnstätte als ‘Springerin’ in allen fünf Gruppen tätig und habe auf diese Weise im Lauf der Jahre jeden einzelnen der ca. 50 Bewohner der Wohnstätte in seinem Wohnheimalltag kennengelernt. Im Laufe meiner Arbeit fiel mir jedoch immer wieder - insbesondere in Krisensituationen oder bei herausforderndem Verhalten - auf, wie wenig ich im Grunde über die einzelnen Personen und ihre biographischen Hintergründe weiß. Die Aktenlage ist oft recht spärlich und beschränkt sich auf knappe medizinische Angaben, woraus sich bestenfalls ein rudimentärer Lebenslauf erschließen lässt, sowie auf einen alle paar Jahre erhobenen Sozialbericht. Im Alltag kommt es aufgrund des engen Zeitplans und knapper Personalbesetzung selten zu tiefergehenden Gesprächen mit den Bewohnern, die über alltägliche, organisatorische Aspekte hinausgehen.
Im Sommersemester 2008 stieß ich im Rahmen eines Seminars über ‘Biographische Gesprächsführung’ der Lehrbeauftragten Frau H. Beneker (Dipl.-Soziologin, FH Bielefeld) auf die Methode der Biographiearbeit. Hier sah ich eine gute Möglichkeit und einen angemessenen methodischen Rahmen für eine intensive und zielgerichtete Auseinandersetzung der Bewohner mit ihrer Lebensgeschichte. Eine Annäherung an das eigene So-Geworden-Sein schien mir ein sinnvoller Weg zu einem besseren Verständnis ihrer Selbst und ihrer […]

Details

Seiten
117
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783836637428
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227295
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe – Heilpädagogik
Note
1,3
Schlagworte
identität biographie geistige behinderung selbstkonzept erinnerung

Autor

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Titel: Biographie und Identität - Biographisches Arbeiten mit Menschen mit geistiger Behinderung