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Postmoderne Wirklichkeitskonstruktion und Identitätsstiftung in den Filmen Blow Up, The Draughtsman`s Contract und Memento

Magisterarbeit 2008 89 Seiten

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Wirklichkeitskonstruktion
1.1 Konstruktivismus
1.2 Medien und Wirklichkeitskonstrukte
1.3 Dekonstruktivismus als Methode

2.Postmoderne
2.1 Postmoderne und Moderne
2.2 Postmoderne aus philosophischer Sicht
2.3 Postmoderne Aspekte im Film

3.Identitätsstiftung
3.1Subjektbildung
3.2Identitätsstiftung und Moderne
3.3 Identitätsbildung als Projekt der Adoleszenz: E. H. Erikson
3.3.1 Der Begriff des Selbst
3.3.2 Identitätsdiffusion als „dunkle Seite“ der Identitätsbildung
3.3.3 Die Krise der organisierten Moderne

4. Blow Up (Antonioni, 1966)
4.1 Hintergrund zum Film
4.2 Inhalt
4.3 Filmanalyse unter postmodernen Aspekten
4.4 Identitätsstiftung im Film

5. The Draughtsman’s Contract (Greenaway, 1982)
5.1 Hintergrund zum Film
5.2 Inhalt
5.3 Filmanalyse unter postmodernen Aspekten
5.4 Identitätsstiftung im Film

6. Memento (Nolan, 2001)
6.1 Hintergrund zum Film
6.2 Inhalt
6.3 Filmanalyse unter postmodernen Aspekten
6.4 Identitätsstiftung im Film

Fazit

Verzeichnisse

Erklärung

Einleitung

Wirklichkeit ist eines der wenigen Worte, die ohne Anführungszeichen bedeutungslos sind.“[1]

Das Zitat von Nabokov meint im übertragenen Sinn, dass es keinen erkenntnisunabhängigen Zugriff auf Wirklichkeit gibt. Somit ist Wirklichkeit subjektiv und konstruiert und bedeutet auch eine Pluralität an Wirklichkeitsversionen. Die heutige Zeitspanne der ‚Postmoderne’ verändert die Bedingungen hinsichtlich der Wirklichkeitskonstrukte und Identitätsstiftung von ‚Subjekten’.Die meiner Arbeit zugrunde liegenden Filme Blow UpThe Draughtsman’s Contract und Memento zeichnet ein ‚postmodernes’ Spiel mit Wirklichkeitskriterien und damit ein Ringen um Bedeutung, um Fakt und Fiktion und Sein und Schein aus. In allen drei Filmen geht es um ein Verbrechen, das von den Protagonisten überhaupt erst über Medien festgehalten wird und auch über diese entschlüsselt werden soll. Darüber wird die Dominanz und Macht der Medien im Verhandeln um Bedeutung thematisiert. Die Filme lassen sich jedoch nicht auf das Genre des Thrillers festlegen, da es nicht zur eindeutigen Auflösung kommt und die Täter der jeweiligen Filme am Ende gefasst werden. Vielmehr handelt es sich um einen ‚postmodernen Genremix’ in den einzelnen Filmen.

In Blow up wird das Verbrechen über Fotografien festgehalten, wobei Roland Barthes und Susan Sontag zu den speziellen Eigenschaften von Fotografie herangezogen werden. In The Draughtsman’s Contract werden Zeichnungen für das Verbrechen relevant, wobei auf den Abbildbegriff genauer eingegangen wird. Memento, der von einem Mann ohne Kurzzeitgedächtnis handelt, hält das Verbrechen oder vielmehr die vermeintliche Erinnerung daran ebenfalls auf Fotografien, aber auch Notizen und über Tätowierungen auf seinem Körper fest. Die Bedeutung von Tätowierungen früher und heute wird ebenfalls beleuchtet.

Blow up und Memento spielen in der Zeit, in der sie gedreht wurden, 1966 und 2001. The Draughtsman’s Contract , erschienen im Jahr 1982, spielt jedoch im 17. Jahrhundert. Man könnte meinen, es handle sich um die Rekonstruktion einer geschichtlichen Epoche im Sinne eines historischen Kostümfilms – doch der Schein trügt. In ‚postmoderner’ Art und Weise wird das Reale mit fiktiven Geschichtsdaten vermischt und malerische Vorbilder und Ausstattung entstammen unterschiedlichen Epochen. Geschichte dient wie die Zeichnungen im Film als Repräsentation.

Alle drei Filme zeichnen sich durch eine große formale und vor allem inhaltliche Komplexität und Vielschichtigkeit aus. Der Rezipient kann die Filme je nach Weltwissen auf verschiedenen Ebenen deuten. Entweder sieht er zum Beispiel nur einen Film über zwölf Zeichnungen oder er versteht die komplexen Allegorien und Andeutungen und erkennt das Verbrechen.

In dieser Arbeit soll der Hauptfokus auf den Filmen liegen, die unter ‚postmodernen’ Aspekten untersucht werden. Hinzu kommt ein den jeweiligen Film betreffender Blick auf Identitätsstiftung. Die dargestellte ‚postmoderne’ Welt hat erhebliche Einflüsse auf die Individuen, deshalb wird hauptsächlich die Identitätsstiftung der Filmprotagonisten untersucht. Da drei Filme aus verschiedenen Jahrzehnten aufgegriffen werden, stellt sich schon die Frage nach einer Entwicklung hinsichtlich ‚postmoderner Wirklichkeitskonstruktion’ in den Filmen. Zunächst wird auf den ‚Konstruktivismus eingegangen, da die Arbeit von einer Konstruktivität der Welt/en ausgeht. Die Rolle der Medien wird daran anschließend ausgeführt. Die Methodik betreffend gehe ich die Untersuchung auf Basis des dekonstruktivistischen Ansatzes nach Jacques Derrida an.

1.Wirklichkeitskonstruktion

1.1 Konstruktivismus

Die Frage nach dem Verhältnis von Sein und Bewusstsein, nach der Möglichkeit und Unmöglichkeit objektiver, ‚wahrer’ Erkenntnis hat die Geschichte der Philosophie schon immer beschäftigt. Der Zweifel an Erkenntnis mag erst einmal im Widerspruch zu den Alltagserfahrungen stehen, aber selbst die Effizienz und Angepasstheit des täglichen Handels bleibt letztlich eine Form des Erlebens. Um über falsch und richtig, wahr oder unwahr entscheiden zu können, müsste man in der Lage sein, – jenseits des Erlebens oder der Wahrnehmung – die Realität mit den Produkten des Erkenntnisprozesses zu vergleichen. Ein derartiges Vorhaben bleibt unmöglich.[2] Da es einen deutungsfreien Zugriff auf Wirklichkeit nicht gibt, wird heute in der modernen Philosophie, gleich welcher Methodik, von einer Vielheit von Welten gesprochen. Festzuhalten ist demnach, dass es eine Außenwelt geben mag, diese aber für den Menschen kognitiv nicht zugänglich ist, und alle Aussagen darüber notwendig hypothetischen Charakter haben. Somit ist nicht Realismus, sondern Interpretationismus das Prinzip des Erkennens, so die grundsätzliche Auffassung der Konstruktivisten.[3] Der Konstruktivismus ist ein Diskurs aus vielen Meinungen unterschiedlicher Disziplinen, wobei sich grundsätzlich vier Arten von konstruktivistischen Zugangsweisen unterscheiden lassen: die biologisch-neurowissenschaftliche in der Tradition Maturanas, Varelas und Roths; die kybernetische nach Foerster; die philosophisch-soziologische auf der Linie Luhmanns sowie Zugangsweisen zu konstruktivistischen Hypothesen über eine neue Lektüre philosophischer und psychologischer Traditionen nach von Glasersfeld.[4] Die verschiedenen konstruktivistischen Ansätze verbindet die erkenntnistheoretische Grundüberzeugung, dass die erlebte Wirklichkeit, nicht ein passives Abbild der Realität[5], sondern Ergebnis einer aktiven Erkenntnisleistung ist.

Da es zur Überprüfung der Erkenntnisgültigkeit kein außerhalb der Erkenntnismöglichkeiten stehendes Instrument gibt, kann man über die Übereinstimmung zwischen subjektiver Wirklichkeit und objektiver Realität keine gesicherten Aussagen treffen. Der Konstruktivismus bezieht mit diesen Annahmen Stellung gegen den Realismus , eine andere erkenntnistheoretische Denkrichtung. In der Form des ‚Kritischen Realismus’ geht diese erkenntnistheoretische Position davon aus, dass sich unser Wissen trotz der Beschränkungen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit an die Realität annähern kann. Eine kognitive Leistung, bei der die Konstruktivität erwiesenermaßen eine große Rolle spielt, ist das Gedächtnis. Gedächtnisinhalte unterliegen offensichtlich einer eigendynamischen Veränderung.[6] Dass alles, was wir in unserer Wahrnehmung erleben, in unserem Gehirn entsteht und schon daher eine von der Realität an sich abweichende Konstruktion ist, leuchtet ein. Dieser Umstand wird als ‚triviale Konstruktivität’ der Wahrnehmung bezeichnet. Ein von den Konstruktivisten und insbesondere von Heinz von Foerster angeführtes Beispiel ist das in der Wahrnehmungspsychologie klassische Experiment mit dem blinden Fleck. Schließt man das linke Auge und bewegt das Blatt Papier im Abstand von circa 30 bis 35 Zentimetern vor dem Gesicht hin und her, wobei man den Stern mit dem rechten Auge fixiert, verschwindet der Kreis an einer bestimmten Stelle. In dieser Position fällt die Abbildung des Kreises auf den blinden Fleck der Netzhaut, an dem der Sehnerv austritt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Experiment zum blinden Fleck

Trotz dieser blinden Flecken in der Netzhaut beider Augen erleben wir einen kontinuierlichen Raum ohne ‚visuelle Löcher’, da das Gehirn den ausfallenden Teil des Sehfeldes ‚hinzukonstruiert’ . Die oben erwähnten Grundannahmen sind keine Erfindung oder Entdeckung’ des häufig als Modeströmung kritisierten Radikalen Konstruktivismus von heute.

Vielmehr sieht sich der Konstruktivismus in der Kontinuität einer langen denkgeschichtlichen Entwicklungslinie, die auf George Berkley, René Descartes, Immanuel Kant und zahlreiche andere Philosophen zurückreicht. Dem ‚modernen’ Konstruktivismus kommt jedoch das Verdienst zu, die erkenntnistheoretische Diskussion durch die Einbeziehung jüngerer interdisziplinärer Forschungsergebnisse belebt und für die systemische Praxis nutzbar gemacht zu haben. Wenngleich es konstruktivistisches Denken seit Jahrhunderten gibt, ist es doch insbesondere durch den so genannten ‚Radikalen Konstruktivismus’ wieder in das Blickfeld der heutigen geisteswissenschaftlichen Diskussion gerückt. Neues sieht Luhmann allerdings in einer konstruktivistischen Theorie des selbstreferentiellen, in sich geschlossenen Erkennens. – Einer Theorie, die prinzipiell von Unterscheidungen ausgeht, operativer Geschlossenheit und Selbstreferenz. Weiterhin produktiv ist, dass die konstruktivistischen Überlegungen zur Erkenntnistheorie durch neuere Forschungsergebnisse der Neuro- und Kognitionswissenschaften untermauert werden können. Sie stellen einer Erkenntnistheorie die Einsicht zur Verfügung, dass nur geschlossene Systeme erkennen können.[7] Alle Zugangsweisen setzen eine Metaebene oder Reflektionsebene des Beobachtens voraus und kommen in einem grundlegenden Punkt zu demselben Ergebnis: Es empfiehlt sich, in erkenntnistheoretischen Diskussionen von Was-Fragen auf Wie-Fragen umzustellen, denn wenn wir in einer Wirklichkeit leben, die durch unsere kognitiven und sozialen Aktivitäten definiert wird, ist es ratsam, von Vorgängen und deren Bedingungen auszugehen statt von Objekten oder von ‚der Natur’.[8] Die Wie-Fragen meinen Wirklichkeitskriterien. Somit wird gefragt unter welchen Umständen man Dinge für real hält und warum das Erlebte so aussieht, wie es aussieht. Letzt genannte gestaltpsychologische Frage führt zur Suche nach Ordnungsprinzipien und die erste Frage nach der Herkunft der im Alltagsleben so sicheren Unterscheidung zwischen wirklichen und halluzinierten, geträumten, vorgestellten, erinnerten oder gedachten Gegebenheiten mündet in der Suche nach Wirklichkeitskriterien. Unter bestimmten Bedingungen ist es möglich eine Wahrnehmung als Vorstellung oder eine Vorstellung als Wahrnehmung zu interpretieren. Es sind viele Wirklichkeitskriterien auf verschieden Abstraktionsebenen denkbar: Ein Objekt oder Ereignis erscheint wirklicher, wenn es konturiert, kontrastreich, strukturiert, dreidimensional et cetera ist.

Auf der Bedeutungsebene dürfte ein Objekt oder Ereignis wirklicher erscheinen, wenn es bedeutungs- und ausdruckhaltig, attraktiv und widerspruchsfrei ist und sich gut in den Wahrnehmungskontext einreiht. Auf der Handlungsebene wiederum dürfte ein Objekt oder Ereignis wirklicher erscheinen, wenn es in Ursache-Wirkungszusammenhänge eingebettet ist. In der Kunst wird häufig absichtlich gegen diese Wirklichkeitskriterien verstoßen, um durch Verfremdung die Aufmerksamkeit des Rezipienten auf den Wahrnehmungsprozess selbst zu lenken.[9] Dem ‚Radikalen Konstruktivismus’ wird aufgrund seiner Annahme der Konstruktivität menschlicher Erlebniswelten der Vorwurf gemacht, diese impliziere auch Beliebigkeit. Die Konstruktivisten verweisen darauf, es werde nicht von ihnen behauptet, dass die Ausgestaltung der Erlebniswirklichkeit von den kognitiven Systemen vollständig willkürlich verändert werden könne. Ein weiterer Vorwurf ist, dass der ‚Radikale Konstruktivismus’ mit einer nicht zu tolerierenden Relativität gesellschaftlicher und persönlicher Werte einhergeht. Dieser entspringe dem Missverständnis von Konstruktivität und Beliebigkeit kontern die Konstruktivisten. Die radikal-konstruktivistische Forderung nach einer umfassenden Offenlegung der Prämissen, Ziele und Wertigkeiten erscheint im Kontrast zum Unterdrückungspotenzial, das sich ergibt, wenn eine einzig geltende Wahrheit vorgegeben wird weit weniger beunruhigend.

Der zentrale Wert des im ‚Konstruktivismus’ angelegten Menschenbildes ist Autonomie. Der Radikale Konstruktivismus ist in der Lage vorhandene physiologische und psychologische Erkenntnisse aus anderen Wissenschaften miteinander zu vereinen. Als Metatheorie bezieht er sich explizit in die gesetzten Grundannahmen ein. Das konstruktivistische Menschenbild fußt auf dem Gedanken der Autonomie, der gegenseitigen Akzeptanz und Offenheit. Der Radikale Konstruktivismus verlagert zum Beispiel negative, gescheiterte Kommunikation auf die positive Seite, da so die Frage offenbar wird, warum gelungene Kommunikation so selbstverständlich erscheint.[10]

Der ‚moderne’ beziehungsweise ‚postmoderne’ Abbild- oder Widerspiegelungsbegriff, auf den in der Analyse zu The Draughtsman’s Contract noch konkreter eingegangen wird und der für alle in dieser Arbeit besprochenen Filme von Bedeutung ist, geht gedanklich mit dem Konstruktivismus einher. Die Befreiung des Abbildbegriffs von metaphysischen und mechanistischen Schranken bezieht sich zunächst auf die Befreiung vom Spiegelmodell der Abbildung, als Wiederholung einer vorgegebenen dinglichen Realität.

Über die Lösung vom Spiegelmodell gewinnt der Abbildbegriff, verstanden als Produkt geistiger Arbeit, in Bezug auf seinen Produktionsprozess, die Dimension von Analyse und Synthese, von Abstraktion und Verallgemeinerung, in inhaltlicher Sicht Hinsicht die Dimension der Dialektik von Wirklichkeit und Möglichkeit, von Einzelnem und Allgemeinem, Teil und Ganzem.

Eine Abbildbeziehung wird über die subjektive Aktivität des Rezipienten realisiert und das Kunstwerk gewinnt erst im gesellschaftlichen Kommunikations-

zusammenhang eine ästhetische Bedeutung und es entsteht eine Dialektik zwischen Individuellem und Allgemeinem. In den Künsten geht es nie um Informationen über die äußere Natur; Landschaftsmalerei, Stillleben et cetera sondern sie tragen nur insofern ästhetischen Charakter, als sie Bedeutungsträger, Sprache und Vermittlung menschlicher Beziehungen und Inhalte sind.[11]

1.2 Medien und Wirklichkeitskonstrukte

Der entscheidende Punkt kultureller Veränderung in und durch die Medien in der Gesellschaft liegt darin, so Siegfried Schmidt, dass die Medien Beobachtungsverhältnisse intensivieren und steigern. Kontingenzgewissheit, in Form der Erfahrung, dass wir heute offensichtlich nicht in einer, sondern in vielen Wirklichkeiten ohne letztgültige Wahrheiten leben, wird zu einem unveräußerlichen Teil kollektiven Wissens. Kontingenzerfahrung wird heute zur täglichen Erfahrung aller Mediennutzer mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. All diese Entwicklungen können nun wiederum innerhalb und außerhalb der Medien beobachtet und kommentiert werden und verstärken die Tendenz zur Selbstorganisation, was Aussagen im sozialen wie politischen Bereich schwer möglich macht. Moderne Mediensysteme lassen sich vor allem über die Kategorien der Konstruktivität, Selektivität und Reflexivität beschreiben.[12] Welche Rolle spielen Medien für die Wirklichkeitskonstruktion und die Kultur einer Gesellschaft? Medien werden in modernen Gesellschaften zunehmend als Instrumente kognitiver wie kommunikativer Wirklichkeitskonstruktion genutzt.

Viele Medientheoretiker haben in den letzten Jahren ausführlich beschrieben, welche Veränderungen der Wahrnehmung sich – beginnend mit der Entwicklung der Fotografie bis hin zur Entfaltung elektronischer Simulationstechniken – in jüngster und jüngerer Vergangenheit vollzogen haben; wie etwa die Beschleunigung oder Entfesselung des Blicks, wie unsere Konstruktionen von Öffentlichkeit und Privatheit, von Politik und Wirtschaft sich unter dem Einfluss von Medien gewandelt haben. Zu diesen neuen Konstruktionsbedingungen gehört an prominenter Stelle die Entzifferung von Raum- Zeitorganisationen innerhalb eines sich selbst stimulierenden Erlebnisraumes von komplexen, intensiven, beschleunigten Wahrnehmungen. Medien fungieren unvermeidlich als Instrument der Sozialisation. Durch Mediensozialisation und intensiven Mediengebrauch verändert sich auch, was man als ontologische Frage bezeichnen kann, nämlich die vermeintliche Sicherheit, zwischen wirklich und nichtwirklich, wahr und falsch, authentisch und fiktiv eindeutig und dauerhaft unterscheiden zu können. Langfristig scheint die Entwicklung dahin zu gehen, dass sich über den modernen Medienverbund und die Wirkungen, die er über Sozialisation und Kultur ausübt, die Struktur der Wirklichkeitsmodelle essenziell verändern wird. Es deutet sich eine Entwicklung an, die zeigt, dass in Zukunft unsere Wirklichkeitsmodelle nicht mehr nur über Dichotomien aufgebaut werden. Statt von einer relativen Homogenität des Mediennutzungsverhaltens sollte man von einer Pluralität der Mediennutzung, beispielsweise in Verbindung von Print- und Onlinemedien ausgehen, wobei die Mediennutzer aktiv, über Foren als Beispiel, an der Sinnkonstruktion durch Medien mitwirken und diese auch beeinflussen können.[13] Wenn alle Wirklichkeiten individuelle, gesellschaftliche oder mediale Konstruktionen sind, dann ist die Wahl zwischen ihnen nicht eine zwischen Sein und Schein oder zwischen wahr oder falsch, sondern eine Wahl zwischen potenziell gleichberechtigten Versionen mit unterschiedlichen Präferenzen. Dann ist ein jeder für seine Wahl verantwortlich und es kann auch geschehen, dass eine Wirklichkeitsversion zur Neubewertung einer anderen führt. Die Vorzüge können im Kontrast deutlich werden. Das gilt gerade im Verhältnis elektronischer und nicht-elektronischer Welten, wie etwa Fernsehen und Internet im Vergleich zu Büchern und Zeitungen.[14]

Sämtliche Welten, ob die Welt des Alltags, die physikalische Welt oder eine literarische Welt werden von der heutigen Philosophie als Konstruktionen und insofern zumindest ein Stück weit als Artefakte angesehen. Allen Welten wohnen künstliche oder fiktionale Leistungen inne, angefangen von den grundlegenden Schemata der Perzeption über die Arten der Symbolisierung bis hin zu den Bewertungsformen der Gegenstände. Alle Welten sind im Grunde künstliche Welten, auch wenn es Abstufungen gibt. Künstlichkeit und Natürlichkeit sind Reflexionsbegriffe. Sie bezeichnen nicht Gegenstände, sondern Ansichten, Perspektiven, Relationen. Eben deshalb kann ein und dasselbe Objekt einmal – in einer Hinsicht – als natürlich und ein andermal – in anderer Hinsicht – als künstlich erscheinen. Es gibt nicht künstliche und natürliche Welten per se, sondern nur vergleichsweise natürliche beziehungsweise künstliche Welten. Künstlichkeit und Natürlichkeit bilden – wie andere Reflexionsbegriffe auch – jeweils ein Paar. Man sollte die Bestimmungen deshalb doppelt behandeln. Wenn man von ‚künstlich’ spricht, sollte man immer auch die andere Seite mitbedenken. Die Faszination der künstlichen Welten ist immer auch eine Anti-Faszination gegenüber der gewohnten, banal erscheinenden Wirklichkeit, und das Glück der neuen Welten ist ein Glück der Überfüllung, Überhöhung oder Ablösung traditioneller Wünsche. Umgekehrt erfahren Momente der gewohnten Wirklichkeit im Kontrast zu elektronischen Welten eine Veränderung und Neubewertung. Die alten Erfahrungs- und Wahrnehmungsformen sterben nicht einfach aus, wie manche ‚Elektronik-Freaks’ dies propagieren oder wünschen.[15] Doch kommt es durch den Einfluss elektronischer Welten zu einer Virtualisierung oder auch Derealisierung des Verständnisses von Wirklichkeit. Andererseits vollzieht sich – komplementär dazu – eine Revalidierung nicht-elektronischer Wirklichkeitserfahrungen und zwar vor allem solcher Momente, die nur diesen Wirklichkeiten – im Unterschied zu den elektronischen – eigen sind und die daher fortan als das Spezifische dieser nicht-elektronischen Wirklichkeiten erscheinen und mit besonderem Wert belegt werden.[16] Durch das Akzeptieren von künstlichen Weltkonstruktionen verliert die gewohnte Realerfahrung dabei schon mal ihren Ausschließlichkeitsanspruch, wenn auch noch nicht ihre Priorität.[17] Die Alltagsrealität taucht jedoch innerhalb der Medienrealität auf, was zu Rückwirkungen auf die Alltagswirklichkeit führt. Dies hat zur Folge, dass Alltags- und Medienrealität sich durchdringen.

So ist die Medienpräsentation inzwischen eine Art Beglaubigung für die Alltagsrealität geworden. Bei ihrer medialen Präsentation wird die Alltagswirklichkeit zunehmend nach Mediengesetzen modelliert. Sie wird beispielsweise den Forderungen des schnellen Schnitts, der Bildhaftigkeit, der rhythmischen Sequenzierung unterworfen. Dies hat Rückwirkungen auf das Arrangement der Realität selbst. Viele Realereignisse werden heute von vornherein schon im Hinblick auf ihre mediale Präsentierbarkeit inszeniert. Das gilt für jegliche Veranstaltungen und ist auch feststellbar hinsichtlich der Selbstgestaltung von Individuen. Da Persönlichkeitsformung in der modernen Welt vorwiegend anhand von Leitbildern der Medien erfolgt, sind Menschen heute mehr an dem ‚Bild’ interessiert, dass sie hinsichtlich ihres Äußeren abgeben als an inneren Werten.

Mediale Eigentümlichkeiten prägen somit auch außerhalb der Medien die Realbestände der Wirklichkeit. Nicht nur die mediale Darstellung der Wirklichkeit, sondern die außermediale Wirklichkeit selbst ist von medialen Bestimmungsstücken durchzogen. Weiterhin führt die Telekommunikation zu einem generellen Angriff auf Grundkoordinaten unserer gewohnten Wirklichkeit. Raum und Zeit, die Grunddimensionen, welche die alltägliche Wirklichkeit aufspannen, werden telekommunikativ zunehmend eingezogen. Wo Lichtgeschwindigkeit herrscht, verlieren räumliche Distanzen an Bedeutung. Die Besonderheit der Orte schwindet, denn medienelektronisches Equipment vermag alle lokalen Eigentümlichkeiten zu überspielen: Man kann von nahezu allen Orten aus die gleichen Kommunikationen tätigen. Ebenso werden die Vergangenheit durch die datenmäßige Aufbereitung und die Zukunft durch ihre rechnerische Extrapolation zunehmend verfügbar und tendenziell zu Gehalten der telekommunikativen Gegenwart. Es kommt zu einem Kollaps der raum-zeitlichen Differenzierung, zu einer Struktur der Omnipräsenz ohne ausgezeichnete Präsenz. Hält man sich diesen Kollaps der raum-zeitlichen Differenzierung in der telekommunikativen Kommunikationswelt vor Augen, so ergibt sich noch einmal, dass in unserer Wirklichkeit mehrere Wirklichkeitsversionen koexistieren. Raum und Zeit haben nur noch in bestimmten Bereichen eine trennende Funktion, in anderen Bereichen ist ihre Wirkung telematisch neutralisiert. Solche Kontraste von Wirklichkeitsversionen werden heute zur alltäglichen Erfahrung.[18] Die Virtualisierung des Realitätsbewusstseins muss nicht nur als negativ betrachtet werden.

In der medien-induzierten Veränderung des gewohnten Wirklichkeitsverständnisses kann auch ein aufklärerischer Effekt der medialen und künstlichen Welten liegen. Angesichts der neuen Medien wird der grundsätzlich konstruktivistische Charakter von Wirklichkeit, die Interpretativität der Wirklichkeitsauffassungen, deutlicher denn je.[19] Mediendispositive[20] und Subjekte sind jedoch nicht linear aufeinander bezogen. Mediennutzer als Subjekte sind in den Medienanordnungen nicht willenlos – sie können diese subversiv unterlaufen. Zum anderen kann sich die mediale Schulung der Aufmerksamkeit ihren gesellschaftlichen Kontrollen entziehen und unerwünschte Effekte erzielen, zum Beispiel durch Vernachlässigung gesellschaftlich erwünschten Wissens wie etwa die Schreib-, Lese- und Rechenfähigkeit zugunsten von Unterhaltungswissen wie etwa der Kenntnis von Figuren medialer Produkte und deren Verhaltensweisen.[21] Die Entwicklung des Mediengebrauchs ist auf Individualisierung angelegt. Das Subjekt empfindet ‚reale’ Vereinzelung nicht als Isolation und Entfremdung, dadurch dass die soziale Gemeinschaft immer häufiger auch als eine medial hergestellte erfahren wird. Zur medialen Modellierung des Menschen gehört auch die Entkörperlichung von Selbstdefinition und Kommunikation durch die Medien. Die Welt wird im intensivierten Medienkonsum der Moderne mehr und mehr als Zeichen und Zeichenuniversum wahrgenommen. Dies ist Resultat einer Veränderung der Umwelt insgesamt, die in ihrer Komplexität vielfach nicht mehr anders erfassbar ist. Das Individuum erhält damit gegenüber der Umwelt aber auch eine neue Souveränität. Es ist nicht mehr gebunden an die Materialität der Dinge, an das Hier und Jetzt von Geschehnissen. Medien heben den ‚iron cage’ von Kulturverhältnissen auf, ‚verflüssigen’ sie und erweitern damit auch die Möglichkeiten des Individuums. Der medial erweiterte Mensch ist nicht ärmer, sondern reicher an kulturellen Möglichkeiten.[22]

Die medial erzeugten Effekte zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht wirklich eindeutig und vor allem nicht linear ableitbar sind. Angesichts der Vielfalt und Differenziertheit der audiovisuellen Angebote vor allem des Fernsehens entstand die These, dass dies als Fragmentierung der Angebotswelt zu verstehen sei, die in der Rezeption eine Desintegration des Publikums und in einem weiteren Schritt eine Fragmentierung der Subjekte zur Folge habe. Im Hintergrund stehen Diskurse über die De-Zentrierung von Identität in den modernen Gesellschaften, von einem Verlust an stabiler Selbstwahrnehmung und einer Zerstreuung des Subjekts. Für die Erörterung des Zusammenhangs von Medienkultur und Subjektkonstitution in dieser Arbeit ist entscheidend, dass in fast allen diesen Zusammenhang betreffenden theoretischen Ansätzen kulturelle Identität durch Imaginationen hergestellt wird und die Medien somit identitätsstiftend wirken.Desweiteren spielen für die Identitätsstiftung und die Medien die ‚großen Erzählungen’, die Bereiche philosophische und religiöse Auffassungen und Systeme betreffend, wie etwa Geschichte, Gott, Ideologie, Utopie oder Religion eine große Rolle. Die postmodernen Denker, auf die ich gleich zu sprechen komme, erteilen den Auffassungen insofern eine Absage, da sie die darin implizierten universalen Wahrheitsansprüche kritisieren und auf die heutige Zeit bezogen, für veraltet halten. Durch die Bevorzugung spezieller Programme und Serien oder durch die Nutzung spezieller Internet-Communities zu einer Serie zum Beispiel kommt es zu einer Reduzierung der Vielfalt und damit zu einer Art Vereinheitlichung von Subjekt und Angebot, die stabilisierend auf die Identität des Subjekts wirken kann. Subjektkonstitution folgt anderen Regeln als denen der Programmherstellung und Marktaufstellung von Unternehmen. Gegenüber den Angeboten fragmentierter Weltdarstellung kann sich das Subjekt gerade in seiner Identität erfahren, sei es in Form der gelangweilten Ablehnung der Vielzahl der Angebote, sei es auf der zappenden Suche nach dem ‚richtigen’, dem erwünschten Angebot, das es dann vielleicht gar nicht gibt. Gerade in der Vielfalt des medial Differierenden erfährt das Subjekt auch seine Differenz gegenüber dem medialen Schein.[23]

Zu erwähnen ist noch, dass der Körper im Gegensatz zu den Medien ein konservatives Element und eine Bedingung der menschlichen Vorzüge darstellt. Von philosophischer Seite ist die Bedeutung der Leiblichkeit als eines Gegengewichts gegen die elektronischen Immaterialisierungstendenzen betont worden.

Lyotard hat die Frage gestellt, ob man ohne Körper denken könne – und hat dies verneint. Dreyfus hat aus phänomenologischer Sicht darauf hingewiesen, dass es kein Verstehen ohne Rückbindung an Körperlichkeit und Alltagserfahrung gibt. Ähnlich haben Baudrillard und Virilio von anthropologischen Prämissen ausgehend die physischen Körper gegen das Projekt einer metaphysischen, technologischen Umrüstung verteidigt. Körperlichkeit, Individualität und Materialität sind aber nicht bloß als Bedingungen oder Grenzen des Denkens und der Wirklichkeitserfahrung ins Feld zu führen, sondern sie sind an sich anzuerkennen und zur Geltung zu bringen. Der Körper wäre grundsätzlich auch für Veränderungen und Erweiterungen offen und könnten im Verbund mit technischen Arrangements und elektronischen Medien erweitert werden. Die Faszination der elektronischen Medien ist nicht nur eine des Geistes oder der Imagination, sondern auch eine der sehnsüchtigen und unbefriedigten Körper. Aber es gibt auch eine mediale Untangierbarkeit, eine Souveränität und Eigensinnigkeit der Körper. Diese wird im Gegenzug der Mediatisierung neu entdeckt. Die Revalidierung des Körperlichen und Individuellen ist nicht als Gegenprogramm zu den elektronischen Paradiesen gedacht, sondern als Komplementärprogramm. Es geht vielmehr um Mehrglei- sigkeit und Nomadentum, in dem man zwischen unterschiedlichen Welten hin- und hergeht.[24]

1.3 Dekonstruktivismus

Basis dieser Arbeit und der Untersuchungen ist der Dekonstruktivismus als Methodik, wobei Derrida den Begriff der Methodik hier schon dekonstruieren würde. ‚Dekonstruktivismus’ bezeichnet ein Konzept von Jacques Derrida, demzufolge die Hermeneutik[25] ein Herrschaftswissen produziert, welches dekonstruiert werden muss, indem man die Voraussetzungen der Hermeneutik problematisiert. Derridas Begriff ‚Dekonstruktion’ bezieht sich nicht auf den Konstruktivismus, sondern richtet sich gegen jedes begriffliche Denken. Derrida untersucht gerade das, was durch die jeweiligen Begriffe ausgeblendet wird. Das grundlegende Konzept bezeichnet er als ‚Différance’. Derrida zufolge ist Dekonstruktion keine Wissenschaft, weil sie keine Methode habe. Niklas Luhmann hat den ‚Dekonstruktivismus’ in seinen Konstruktivismus eingebaut und mit George Spencer-Brown in Verbindung gebracht.

Dabei wird aus der Dekonstruktion eine Differenztheorie, wobei so etwas wie ein Methode expliziert wird: Es geht darum, dass Ausgeblendete zu sehen, indem man darauf achtet, was durch eine Unterscheidung unsichtbar wird. Untersucht werden also keine Entitäten oder Dinge, sondern Unterscheidungen oder eben Differenzen.[26] Der ‚Dekonstruktivismus’ wird im Zusammenhang mit Postmoderne im nächsten Kapitel konkretisiert. Derrida zu dem von ihm geprägten Begriff des ‚Dekonstruktivismus’:

„Was ich Dekonstruktion nenne, kann natürlich Regeln, Verfahren oder Techniken eröffnen, aber im Grunde genommen ist sie keine Methode und auch keine wissenschaftliche Kritik, weil eine Methode eine Technik des Befragens oder der Lektüre ist, die ohne Rücksicht auf die idiomatischen Züge des Gegenstandes in anderen Zusammenhängen wiederholbar sein soll. Die Dekonstruktion hingegen befaßt sich mit Texten, mit besonderen Situationen, mit der Gesamtheit der Philosophiegeschichte, innerhalb derer sich der Begriff der Methode konstituiert hat. Wenn die Dekonstruktion also die Geschichte der Metaphysik oder die des Methodenbegriffs befragt, dann kann sie nicht einfach selbst eine Methode darstellen. Die Dekonstruktion setzt die Umwandlung selbst des Begriffes des Textes und der Schrift voraus. (...) Ich nenne eine Institution ebenso wie ei ne politische Situation, einen Körper oder einen Tanz >Text<, was offenbar zu vielen Mißverständnissen geführt hat, weil man mich beschuldigte, die ganze Welt in ein Buch zu stecken. Das ist offensichtlich absurd.“ (Derrida: „Falter“-Interview 1987)[27]

2. Postmoderne

2.1 Postmoderne und Moderne

Es gibt wohl kaum einen Terminus, der die Diskursgemeinschaft der Intellektuellen aus den unterschiedlichsten kulturellen Bereichen und wissenschaftlichen Disziplinen seit nunmehr drei Jahrzehnten so sehr fasziniert und in Atem hält wie der Begriff Postmoderne . Durch die unscheinbare Vorsilbe ‚post’ transportiert das Emblem ‚Postmoderne’ gemeinsam mit anderen Etiketten wie Posthistoire, poststrukturalistisch, postmaterialistisch, postindustriell et cetera eine tiefgreifende Krisenerfahrung um die Jahrtausendwende, ein diffuses Bewusstsein einer Epochenschwelle, das den bisherigen Zustand als überholt erscheinen lässt, das Neue jedoch noch nicht benennen kann. Die vielfach konstatierte und ironisch kommentierte Vieldeutigkeit und begriffliche Unschärfe des Terminus ‚Postmoderne’ ist für die Bildung dieses Diskurszusammenhangs nicht etwa hinderlich, sondern geradezu konstitutiv. Gerade seiner Ambivalenz und Mehrdeutigkeit verdankt der Begriff seine Faszinationskraft und seinen diskurskonstituierenden Signalwert in einer Zeit der Unübersichtlichkeit. Ob man die ‚Postmoderne’ jetzt als positiv oder negativ wertet, so dient der Begriff doch als Sammeletikett, mit dem man sich gegenseitig versichert, dass mit der Moderne irgendetwas nicht stimme und sie eventuell obsolet geworden ist.

[...]


[1] Nabokov, Vladimir zit. nach Schmidt, Siegfried J.: Die Wirklichkeit des Beobachters. In: Die Wirk- lichkeit des Beobachters. Hrsg. von Klaus Merten u. a. Opladen: Westdeutscher Verlag GmbH 1994. S. 3.

[2] Vgl. Kruse, Stadler: Der psychische Apparat des Menschen. In: Die Wirklichkeit der Medien. Hrsg. von K. Merten u.a. Opladen: Westdeutscher Verlag GmbH 1994. S. 20.

[3] Vgl. Welsch, Wolfgang: Grenzgänge der Ästhetik. Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH Co. 1996. S. 294.

[4] Vgl. Schmidt, Siegfried J.: Die Wirklichkeit des Beobachters. In: Die Wirklichkeit des Beobach- ters. Hrsg. von Klaus Merten, Siegfried J. Schmidt, Siegfried Weischenberg. Opladen: West deutscher Verlag GmbH 1994. S. 5f..

[5] Anmerkung: In Übereinstimmung mit der Begriffsverwendung in einem großen Teil der konstruk- tivistischen Literatur bezeichnet in diesem Kapitel der Begriff ‚Realität’ die Welt, so wie sie objek- tiv, d. h. unabhängig von unserer Erkenntnis ist. Der Begriff ‚Wirklichkeit’ bezeichnet dagegen das Produkt unserer Erkenntnis, d. h. das, was uns in unserem phänomenalen Erleben als Realität erscheint.

[6] Vgl. Kruse, Stadler 1994: S. 29-35.

[7] Vgl. Schmidt 1994: S. 5f..

[8] Vgl. ebd.

[9] Vgl. Kruse, Stadler 1994: S. 36-39.

[10] Vgl. Kruse, Stadler 1994: S. 40-42.

[11] Vgl. Lexikon der Kunst. Architektur. Bildende Kunst. Angewandte Kunst. Industrieformgestaltung. Kunsttheorie. Neubearbeitung. 1. Auflage. Band VII: Stae-Z. Hrsg. von Harald Olbrich u. a.. Leipzig: E. A. Seemann Kunstverlagsgesellschaft mbH 1994. S. 785 f..

[12] Vgl. Schmidt, Siegfried J.: Konstruktivismus als Medientheorie. In: Interpretation, Konstruktion, Kultur. Ein Paradigmenwechsel in den Sozialwissenschaften. Hrsg. von Andreas Reckwitz u. a.. Opladen: Wesdeutscher Verlag GmbH 1999. S. 298-301.

[13] Vgl. Schmidt 1999: S. 298-301.

[14] Vgl. Welsch 1996: S. 316 f..

[15] Vgl. Welsch 1996: S. 295-298.

[16] Vgl. Welsch 1996: S. 307 f..

[17] Vgl. Welsch 1996: S. 308 f..

[18] Vgl. Welsch 1996: S. 309-311.

[19] Vgl. Welsch 1996: S. 311-315.

[20] Anmerkung: Mediendispositive sind Anordnungen, die aus der Technik, den kulturellen und sozialen Institutionen sowie den gesellschaftlichen Diskursen bestehen. Nach Foucault handelt es sich um gesellschaftliche Konstruktionen, die regeln, wie die Dinge wahrgenommen werden. Die dadurch geschaffenen Wahrnehmungsdispositionen stehen eng im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Macht.

[21] Vgl. Hickethier, Knut.: Einführung in die Medienwissenschaft. Stuttgart: J. B. Metzlersche
Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH 2003. S. 230-232.

[22] Vgl. Hickethier 2003. S. 232 f..

[23] Vgl. Hickethier 2003. S. 233 f..

[24] Vgl. Welsch 1996: S. 319-322.

[25] Anmerkung: Hermeneutik ist ein wissenschaftliches Verfahren der Auslegung und Erklärung von Texten, Kunstwerken oder Musikstücken.

[26] Vgl. http://www.hyperkommunikation.ch/lexikon/dekonstruktion.htm (15.9.2008)

[27] Jaques Derrida: Dekonstruktion , in: Falter, Wiener Stadtzeitung, Beilage zum „Falter“ Nr. 22a/87, laufende Nummer 302, S. 11 u. 12; Florian Roetzer „Gespräch mit Jacques Derrida“.

Details

Seiten
89
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836633789
Dateigröße
7.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227095
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Sprach- und Kulturwissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
postmoderne wirklichkeitskonstruktion konstruktivismus filmanalyse identität

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Titel: Postmoderne Wirklichkeitskonstruktion und Identitätsstiftung in den Filmen Blow Up, The Draughtsman`s Contract und Memento