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Integration des Tourismus in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit

Diskussion eines Kriterienkataloges auf Basis einer Multiple-Case Study in niederösterreichischen Landwirtschaftsbetrieben

Magisterarbeit 2008 271 Seiten

Agrarwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abstract

Inhaltsübersicht

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einleitende Worte der Autorin
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Forschungshypothesen
1.5 Untersuchungsablauf
1.6 Aufbau der Arbeit

2 Methodik
2.1 Literaturrecherche
2.2 Multiple-Case Study
2.3 Entwicklung des Interviewleitfadens
2.4 Entwicklung des Basiskataloges
2.5 Auswahl
2.6 Stichprobenbeschreibung
2.7 Erhebung
2.7.1 Pre-Test
2.7.2 Qualitative Leitfadeninterviews
2.7.3 Verlauf der qualitativen Leitfadeninterviews
2.7.4 Visuelle Beurteilung des Betriebes
2.7.5 Verlauf des Augenscheins
2.7.6 Datenanalyse
2.7.7 Auswertung

3 Begriffliche Abgrenzung
3.1 Urlaub auf dem Bauernhof
3.2 „Urlaub am Bauernhof“ in Österreich
3.3 Der Verein „Urlaub am Bauernhof“
3.3.1 Kategorisierung und Projekte des Vereins „Urlaub am Bauernhof“
3.3.2 Spezialisierung
3.4 Die Erwerbsformen
3.4.1 Vollerwerb / Haupterwerb
3.4.2 Zu- und Nebenerwerb
3.4.3 Selbstständiger Zu- oder Nebenerwerb
3.4.4 Unselbstständiger Zu- oder Nebenerwerb
3.4.5 Nebenerwerbslandwirtschaft

4 Die Rahmenbedingungen für die Landwirte in Österreich
4.1 Die globale Herausforderung
4.1.1 Der Klimawandel
4.1.2 Die Globalisierung
4.2 Der Beitritt zur Europäischen Union
4.2.1 Umwelt- und Naturschutz in der Europäischen Union
4.2.2 Die gemeinsame Agrarpolitik
4.2.3 Tourismus ohne Grenzen
4.3 Der Standort Österreich
4.3.1 ÖPUL
4.3.2 Die Rolle der Landwirtschaft in der Regionalentwicklung
4.4 Fazit
4.4.1 Österreichs Landwirtschaft in der Zwickmühle
4.4.2 Urlaub am Bauernhof – eine mögliche Alternative

5 Empirische Untersuchung
5.1 Einleitung
5.2 Der Standort Niederösterreich
5.2.1 Generelle Einteilung von Niederösterreich
5.2.2 Wirtschaft und Verkehr in Niederösterreich
5.2.3 Die Regionen Niederösterreichs
5.2.3.1 Die Wiener Alpen
5.2.3.2 Das Waldviertel
5.2.3.3 Donau Niederösterreich
5.2.3.4 Das Weinviertel
5.2.3.5 Der Wienerwald
5.2.3.6 Das Mostviertel
5.2.3.7 Fazit
5.3 Im Mostviertel
5.3.1 Das Mostviertel damals und heute
5.3.2 Die Wirtschaft im Mostviertel
5.3.3 Die Regionen im Mostviertel
5.3.3.1 Die Eisenstraße
5.3.3.2 Die Moststraße
5.3.3.3 Tourismuszahlen aus dem Mostviertel
5.3.3.4 Die Landwirtschaft im Mostviertel
5.4 „Urlaub am Bauernhof“ im Mostviertel
5.5 Betrieb
5.5.1 Der Betrieb
5.5.1.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit
5.5.1.2 Erscheinungsbild des Hofes
5.5.1.3 Bewirtschaftung des Hofes
5.5.1.4 Profil der Bewirtschafter
5.5.1.5 Marketing
5.5.2 Das Angebot
5.5.2.1 Das Freizeitangebot am Bauernhof
5.5.2.2 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung
5.5.3 Das soziale Umfeld
5.5.3.1 Die Gemeinde
5.5.3.2 Die Partner
5.5.3.3 Die Konkurrenz
5.5.3.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen
5.5.3.5 Der Verein „Urlaub am Bauernhof“
5.5.3.6 Die Gäste
5.5.4 Entscheidung
5.5.5 Implementierung
5.5.6 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise
5.5.6.1 Lebensqualität
5.5.6.2 Zielerreichung
5.5.7 Fazit
5.6 Betrieb
5.6.1 Der Betrieb
5.6.1.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit
5.6.1.2 Erscheinungsbild des Hofes
5.6.1.3 Bewirtschaftung des Hofes
5.6.1.4 Profil der Bewirtschafter
5.6.1.5 Marketing
5.6.2 Das Angebot
5.6.2.1 Das Freizeitangebot am Bauernhof
5.6.2.2 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung
5.6.3 Das soziale Umfeld
5.6.3.1 Die Gemeinde
5.6.3.2 Die Partner
5.6.3.3 Die Konkurrenz
5.6.3.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen
5.6.3.5 Der Verein „Urlaub am Bauernhof“
5.6.3.6 Die Gäste
5.6.4 Entscheidung
5.6.5 Implementierung
5.6.6 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise
5.6.6.1 Lebensqualität
5.6.6.2 Zielerreichung
5.6.7 Fazit
5.7 Betrieb
5.7.1 Der Betrieb
5.7.1.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit
5.7.1.2 Erscheinungsbild des Hofes
5.7.1.3 Bewirtschaftung des Hofes
5.7.1.4 Profil der Bewirtschafter
5.7.1.5 Marketing
5.7.2 Das Angebot
5.7.2.1 Das Freizeitangebot am Bauernhof
5.7.2.2 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung
5.7.3 Das soziale Umfeld
5.7.3.1 Die Gemeinde
5.7.3.2 Die Partner
5.7.3.3 Die Konkurrenz
5.7.3.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen
5.7.3.5 Der Verein „Urlaub am Bauernhof“
5.7.3.6 Die Gäste
5.7.4 Entscheidung
5.7.5 Implementierung
5.7.6 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise
5.7.6.1 Lebensqualität
5.7.6.2 Zielerreichung
5.7.7 Fazit
5.8 Betrieb
5.8.1 Der Betrieb
5.8.1.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit
5.8.1.2 Erscheinungsbild des Hofes
5.8.1.3 Bewirtschaftung des Hofes
5.8.1.4 Profil der Bewirtschafter
5.8.1.5 Marketing
5.8.1.6 Das Angebot
5.8.1.7 Das Freizeitangebot am Bauernhof
5.8.1.8 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung
5.8.2 Das soziale Umfeld
5.8.2.1 Die Gemeinde
5.8.2.2 Die Partner
5.8.2.3 Die Konkurrenz
5.8.2.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen
5.8.2.5 Der Verein „Urlaub am Bauernhof“
5.8.2.6 Die Gäste
5.8.3 Entscheidung
5.8.4 Implementierung
5.8.5 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise
5.8.5.1 Lebensqualität
5.8.5.2 Zielerreichung
5.8.6 Fazit
5.9 Betrieb
5.9.1 Der Betrieb
5.9.1.1 Lage und Erreichbarkeit
5.9.1.2 Erscheinungsbild des Hofes
5.9.1.3 Bewirtschaftung des Hofes
5.9.1.4 Profil der Bewirtschafter
5.9.1.5 Marketing
5.9.2 Das Angebot
5.9.2.1 Das Freizeitangebot am Bauernhof
5.9.2.2 Die Region / Touristisches Angebot in nächster Umgebung
5.9.3 Das soziale Umfeld
5.9.3.1 Die Gemeinde
5.9.3.2 Die Partner
5.9.3.3 Die Konkurrenz
5.9.3.4 Unterstützende Bildungsinstitutionen
5.9.3.5 Der Verein „Urlaub am Bauernhof“
5.9.3.6 Die Gäste
5.9.4 Entscheidung
5.9.5 Implementierung
5.9.6 Beurteilung der Auswirkungen aus derzeitiger Sichtweise
5.9.6.1 Lebensqualität
5.9.6.2 Zielerreichung
5.9.7 Fazit

6 Zusammenführung und Diskussion der Forschungsergebnisse
6.1 Interne Faktoren
6.1.1 Betriebsleiter
6.1.1.1 Profil und Eigenschaften
6.1.1.2 Familiäre Situation
6.1.1.3 Unternehmensführung
6.1.2 Bauernhof
6.1.2.1 Landschaftliche Lage und Erreichbarkeit des Hofes
6.1.2.2 Erscheinungsbild
6.1.2.3 Bewirtschaftung
6.1.3 Vermietungsgrundlage
6.1.3.1 Raumangebot
6.1.3.2 Verpflegungsangebot
6.1.3.3 Freizeitangebot am Bauernhof
6.1.3.4 Marketing
6.1.4 Zusammenfassendes Fazit
6.2 Externe Faktoren
6.2.1 Infrastruktur
6.2.1.1 Erreichbarkeit
6.2.1.2 Attraktivität der Region
6.2.1.3 Touristische Infrastruktur der Region
6.2.1.4 Touristische Infrastruktur der Gemeinde
6.2.2 Interessensgruppen
6.2.2.1 Gäste
6.2.2.2 Gemeinde / Gemeindebevölkerung
6.2.2.3 Banken / Kreditinstitute
6.2.2.4 Kooperationen
6.2.2.5 Konkurrenten
6.2.2.6 Bildungsinstitutionen
6.2.2.7 Verein „Urlaub am Bauernhof“
6.2.2.8 Fördereinrichtungen
6.2.2.9 Rechtliche Rahmenbedingungen
6.2.3 Zusammenfassendes Fazit

7 Conclusio
7.1 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse
7.2 Offene Forschungsfragen
7.3 Handlungsempfehlungen
7.3.1 Entscheidung
7.3.2 Implementierung
7.3.3 Angebotsgestaltung
7.3.4 Marketing
7.4 Kritik
7.4.1 Methodenkritik
7.4.2 Kritik der Ergebnisse
7.4.3 Umsetzbarkeit der Ergebnisse

8 Literatur

9 Anhang
9.1 Basis-Kriterienkatalog
9.2 Interviewleitfaden
9.3 Auswertungsbogen

Entwicklung des Betriebes – Interviewleitfaden

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der Erwerbsstruktur in Niederösterreich 17

Abbildung 2: Überblick über die ermittelten Einflussfaktoren 21

Abbildung 3: Arbeitsablauf 24

Abbildung 4: Einbettung des Begriffes „Urlaub am Bauernhof“ 37

Abbildung 5: Teilnahme der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe an der Tourismuswirtschaft 40

Abbildung 6: Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft im Zeitvergleich 55

Abbildung 7: Entwicklung der Nächtigungen nach wichtigen Herkunftsländern 58

Abbildung 9: Die Tourismusregionen in Niederösterreich 72

Abbildung 10: Übersicht über das Mostviertel 79

Abbildung 11: Herkunftsländer der Nächtigungen im Mostviertel im Vergleich von 2005 zu 2006 83

Abbildung 12: Altersverteilung der Studienteilnehmer 173

Abbildung 13: Motive für die Implementierung von "Urlaub am Bauernhof" 184

Abbildung 14: Größe der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Hektar 192

Abbildung 15: Herkunftsländer der „Urlaub am Bauernhof“-Gäste (Übernachtungsstatistik vom Jahr 2000) 215

Abbildung 16: Motive der „Urlaub am Bauernhof“-Gäste 217

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Einleitende Worte der Autorin

Die Entwicklung des vorliegenden Diplomarbeitsthemas erfolgte stufenweise. Allerdings stand das Ziel der Arbeit von Beginn an fest, nämlich die Analyse der zusätzlichen Einkommensschaffung mittels „Urlaub am Bauernhof“ und die damit verbundene Ausarbeitung der für „Urlaub am Bauernhof“ entscheidenden Kriterien. Diese Idee wurde durch den familiären Hintergrund der Autorin stark geprägt, da sowohl die Eltern als auch die Schwester der Autorin eine Kombination von Tourismus und Landwirtschaft als gewinnbringende Einkommenskombination ausüben. Somit kam die Autorin zu der Ansicht, dass diese Kombination eine geeignete Möglichkeit darstellt, die Landwirtschaft sowie den Arbeitsplatz „Bauernhof“ erhalten zu können.

Mit dieser Arbeit wird ein Überblick der für „Urlaub am Bauernhof“ entscheidenden Faktoren gegeben. Die Methode der Multiple-Case Study bietet die Möglichkeit, Betriebe musterhaft abzubilden, und präsentiert somit Strategien, wie sie in der Praxis umgesetzt wurden. Die anschließende Diskussion dient einerseits der Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und andererseits der Erweiterung durch theoretische Ansätze. Somit wird eine umfassende Beurteilung der Kriterien möglich.

1.2 Problemstellung

Die Zukunft der österreichischen Landwirte wird seit dem Beitritt zur Europäischen Union als prekär dargestellt: Laut Schwärzler (1999, S.126) haben viele Bauern angesichts der Senkung der Agrarpreise und eines weltweiten Abbaus des Schutzes der Landwirtschaft berechtigte Sorge um die Zukunft ihrer Betriebe. Weiters meint er, dass ihre Existenz durch Arbeitsteilung und durchlässige Landesgrenzen mit sinkendem Ausgleich ökologischer und sozialer Standards sowie durch den damit verbundenen harten Wettbewerb bedroht ist. Zwei Leistungsansprüche stehen für die österreichischen Landwirte dabei klar im Vordergrund:

1. Sie sollen qualitativ hochwertige Lebensmittel zu niedrigen Preisen produzieren.

2. Sie sollen die Kulturlandschaft pflegen und dabei möglichst umweltschonend vorgehen.

Diese größtenteils einander widersprechenden Anforderungen an die Landwirtschaft führen laut Schwärzler (1999, S.127) bei einer zusehends schwindenden Zahl bäuerlicher Betriebe zu deren Überforderung.

Die Statistiken der österreichischen Landwirtschaftskammer veranschaulichen das drastische Absinken der Betriebszahlen in Niederösterreich seit dem Jahr 1980. Damals wurden noch 79.865 Betriebe verzeichnet. Seit diesem Zeitpunkt kam es zu einer stetigen Verminderung von rund einem Drittel: Im Jahr 2003 wurden nur noch 46.235 Betriebe in Niederösterreich gezählt (Priplata, 2003).

Abbildung 1: Entwicklung der Erwerbsstruktur in Niederösterreich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: LK Niederösterreich, von DI Marianne Priplata (2003). Entwicklung der Erwerbsstruktur in Niederösterreich.

Um heute diesem großen Druck standhalten zu können, wird speziell von jungen Menschen ein hohes Maß an Mobilität, Flexibilität, Risikobereitschaft und Willen zu lebenslangem Lernen verlangt. Daraus resultiert die hohe Zahl an bäuerlichen Nebenerwerbsbetrieben, da sich allein aus den ursprünglichen agrarischen Produktionszweigen nicht genügend Einkommen erwirtschaften lässt (Schwärzler, 1999, S.130). Wenn betriebliches Wachstum in der Agrarwirtschaft nicht mehr möglich oder nicht mehr sinnvoll ist, bietet sich der Aufbau eines zweiten oder dritten betrieblichen Standbeins an, um das stagnierende oder gar schrumpfende landwirtschaftliche Einkommen aufzustocken. Laut Giselbrecht (1999, S.231) wird diese Ergänzung oder Ersetzung der herkömmlichen Beschäftigung viele Agrarbetriebe langfristig zum Wechsel in den Dienstleistungsbereich oder in den gewerblichen Sektor führen. Giselbrechts Ansicht, die Veränderung der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit betreffend, wurde auch schon früher vertreten: Josef Riegler, der ehemalige Direktor des Österreichischen Bauernbundes war bereits 1981 der Meinung, dass der „Urlaub am Bauernhof“ sich für die österreichische Landwirtschaft zu einer nicht mehr wegzudenkenden zusätzlichen Einkommensquelle entwickelt, die vor allem in den Berg- und Grenzregionen eine besondere Bedeutung hat (Arnold Staudacher, 1981, S.7).

Wie Giselbrecht (1999) berichtet, müssen sich immer mehr Betriebe mit dem Aufbau eines zweiten Standbeins wie zum Beispiel „Urlaub am Bauernhof“ auseinandersetzen, um ihre Landwirtschaft nicht aufgeben zu müssen. Jedoch werden besonders der mit hohen Investitionskosten verbundene Ausbau und der Generationenwechsel als problematisch beschrieben. Vielen Jungbauern sind die unterstützenden Anlaufstellen für ihr Vorhaben kaum bekannt: Fördermittel werden nicht im möglichen Maße nachgefragt bzw. die betriebswirtschaftliche Herangehensweise ist großteils nur unzureichend (M. Führer, Geschäftsführerin von Urlaub am Bauernhof Niederösterreich, persönliches Telefonat, 21. Dezember 2007).

Genau diese Problematik macht es notwendig, einen genaueren Blick auf die zusätzliche Erwerbsform „Urlaub am Bauernhof“ zu werfen und die für den Erfolg dieser Unternehmung entscheidenden Faktoren herauszufinden, um diese bei der Einführung von „Urlaub am Bauernhof“ ausreichend zu berücksichtigen.

1.3 Zielsetzung

Aus der oben beschriebenen Problematik ergibt sich die Zielsetzung für diese Arbeit, nämlich einen Überblick über die Schlüsselfaktoren für „Urlaub am Bauernhof“ zu geben und damit eine Entscheidungshilfe für angehende „Urlaub am Bauernhof“-Betreiber darzustellen.

Um eine besonders authentische Sichtweise des Themengebietes zu erreichen, werden in der empirischen Untersuchung landwirtschaftliche Betriebe in Form von Fallstudien dargestellt, die vor ca. drei Jahren mit der Implementierung eines touristischen Angebotes in ihr Betriebskonzept begonnen haben. Daraus werden als weiterer Schritt die Kriterien, die für die untersuchten Betriebe wichtige Faktoren darstellten, generiert. Der zentrale Untersuchungsschwerpunkt liegt bei dem Umgang der untersuchten Betriebe mit den Interessensgruppen, dem Entscheidungsverlauf und der Darstellung der Implementierung, beziehungsweise der Beurteilung von „Urlaub am Bauernhof“ aus heutiger Sicht der Landwirte.

Die Erkenntnisse aus der Multiple-Case Study werden mit den theoretischen Ergebnissen aus der Literaturrecherche zusammengeführt. Was sich daraus ergeben soll, ist eine Ansammlung von Kriterien, die sich bei der Untersuchung als besonders relevant erweisen. Diese werden, nachdem sie der angenommenen Struktur von internen und externen Faktoren zugewiesen wurden, in Form eines Kataloges zusammengefasst.

1.4 Forschungshypothesen

Angelehnt an die Zielsetzung dieser Arbeit wurde eine leitende Forschungshypothese erstellt, die als Grundpfeiler der Arbeit dient:

„Es gibt bestimmte externe sowie interne Faktoren, die den Erfolg der Integration von ‚Urlaub am Bauernhof‘ in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit begünstigen.“

Als weiterer Schritt wurden anhand der Ergebnisse aus der Literaturrecherche vorrangig aus den Werken von Arnold Staudacher (1981), Forstner et al. (1993), Gattermayer (1993), Lendle (2001), Midmore et al. (2003) und Rödling (1974), die folgenden Kriterien als einflussnehmend auf die Unternehmung von „Urlaub am Bauernhof“ definiert.

Interne Faktoren:

- Bauernhof (landschaftliche Lage und Erreichbarkeit, Erscheinungsbild, Bewirtschaftung);
- Betriebsleiter (Profil und Eigenschaften, Unternehmensführung, insbesondere Motivations- und Entscheidungsstrukturen sowie die familiäre Situation, darunter Lebenszyklusphase, Lebensqualität und familiäre Unterstützung);
- Vermietungsgrundlage (Raumangebot, Verpflegungsangebot, Freizeitangebot am Hof und Marketing).
Externe Faktoren:
- Infrastruktur (Attraktivität der Region, touristische Infrastruktur in der Region, touristische Infrastruktur in der Gemeinde und Erreichbarkeit);
- Interessensgruppen (Gäste, Gemeinde und Gemeindebevölkerung, Banken und Kreditinstitutionen, Fördereinrichtungen, Kooperationen, Konkurrenten, Bildungsinstitutionen, der Verein „Urlaub am Bauernhof“ und die rechtlichen Rahmenbedingungen).

Die unten stehende Grafik gibt einen Überblick über die Einflussfaktoren und dient als Richtschnur für die Inhalte der Fallstudien sowie der Kriterien, die im Anschluss diskutiert werden.

Abbildung 2: Überblick über die ermittelten Einflussfaktoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung basierend auf den Erkenntnissen von Arnold Staudacher (1981), (1993), Forstner et al., Gattermayer (1993), Lendle (2001), Midmore et al. (2003) und Rödling (1974).

In weiterer Folge der Forschungsarbeit wurden die unten stehenden Hypothesen definiert, wodurch eine Bewertung der Kriterien mittels der Diskussion dieser Hypothesen ermöglicht wird. Die Aufstellung richtet sich nach dem oben abgebildeten Schema.

Interne Faktoren

- „Neben einer fachlichen Grundbasis ist die soziale Kompetenz der Anbieter von ‚Urlaub am Bauernhof’ für den Erfolg der Unternehmung entscheidend.“
- „Die Durchführung von ‚Urlaub am Bauernhof’ ist sehr arbeitsintensiv, dennoch steigt die Lebensqualität[1] aller Familienmitglieder.“
- „Die Entscheidung, ‚Urlaub am Bauernhof’ in den Betrieb zu integrieren, wird vorrangig aufgrund finanzieller Erwägungen getroffen.“
- „Die Einbettung des Hofes in die Landschaft hat einen höheren Stellenwert für den Erfolg von ‚Urlaub am Bauernhof’ als die Erreichbarkeit für seine Gäste.“
- „Beim Erscheinungsbild des Bauernhofes gilt es, dem Idealbild eines Urlaubsbauernhofes nahe zu kommen, um eine höhere Buchungslage zu erzielen.“
- „‚Urlaub am Bauernhof’ wird vorrangig von mittelgroßen Betrieben als Einkommensalternative ausgewählt.“
- „Die Vermietung von Ferienwohnungen wird der Zimmervermietung vorgezogen, da der Zeitaufwand geringer ist.“
- „Die Anbieter von ‚Urlaub am Bauernhof’ bieten aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes meist nur Frühstück an.“
- „Bauernhofspezifische Angebote wie die Mithilfe im Stall sind ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Gäste von ‚Urlaub am Bauernhof’.“
- „Die Marketing- und Buchungsaktivitäten haben sich auf das Internet verlagert.“
Externe Faktoren:
- „Die Erreichbarkeit der Urlaubsregion, besonders in Bezug auf das Straßennetz, beeinflusst ‚Urlaub am Bauernhof’ in positiver Hinsicht.“
- „Der ‚Urlaub am Bauernhof’-Anbieter profitiert von kulturellen, landschaftlichen und geschichtlichen Besonderheiten der Region.“
- „Das Freizeitangebot in der Region wirkt sich positiv auf die Unternehmung von ‚Urlaub am Bauernhof’ aus.“
- „Das Vorhandensein von Gasthäusern im Ort ist unbedingt notwendig, da ‚Urlaub am Bauernhof‘ meist nur mit Frühstück angeboten wird.“
- „‘Urlaub am Bauernhof’ eignet sich vor allem für Familien mit Kindern.“
- „‘Urlaub am Bauernhof‘ trägt zu einer Aufwertung der Gemeinde bei und wird deshalb von der Bevölkerung unterstützt.“
- „Die Aufnahme eines Bankkredites erfolgt in den seltenen Fällen.“
- „Kooperationen mit anderen Betrieben und Organisationen in der Region werden von den ‚Urlaub am Bauernhof‘-Anbietern eingegangen.
- „Die ‚Urlaub am Bauernhof‘-Anbieter in der Region werden als Konkurrenten angesehen.“
- „Das bestehende Weiterbildungsangebot wird kaum in Anspruch genommen.“
- „Die Landwirte sind mit der Vertretung durch den Verein ‚Urlaub am Bauernhof‘ zufrieden.“
- „Stellen, von denen Förderungen für die Implementierung von ‚Urlaub am Bauernhof‘ bezogen werden können, sind den Landwirten kaum bekannt.“
- „Gesetzliche Bestimmungen stellen eine große Barriere für die Anbieter von ‚Urlaub am Bauernhof‘ dar.“

1.5 Untersuchungsablauf

Die folgende Abbildung dient der Veranschaulichung der Schritte, die bei der Erstellung dieser Arbeit vorgenommen wurden. Ein besserer Überblick über die methodische Herangehensweise soll damit ermöglicht werden.

Abbildung 3: Arbeitsablauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.6 Aufbau der Arbeit

In der Begriffserklärung zu Beginn der Arbeit erfolgt eine Definition des Begriffes „Urlaub am Bauernhof“. Danach wird die Lage der Urlaubsbauernhöfe in Österreich geschildert und der Verein „Urlaub am Bauernhof“ vorgestellt: Hier werden die Aktivitäten und Ziele des Vereins beschrieben. Im folgenden Abschnitt wird näher auf die Kategorisierung bzw. die Spezialisierungsmöglichkeiten der Vereinsmitglieder eingegangen. Der zweite Teil des Kapitels „Begriffserklärung“ ist der Erörterung der möglichen Erwerbsformen in Österreich gewidmet.

Danach erfolgt eine Schilderung der Rahmenbedingungen, mit denen sich die Landwirte in Österreich derzeit auseinanderzusetzen haben. Hier werden die Entwicklungen auf globaler, europäischer und schlussendlich auf österreichischer Ebene beschrieben. Besonders die Herkunft sowie der Einfluss der Förderungen für die Landwirte werden hier diskutiert.

Im Anschluss werden fünf Betriebe, die „Urlaub am Bauernhof“ in Niederösterreich betreiben, im Rahmen der Multiple-Case Study untersucht. Die Ergebnisse geben über die Bedingungen und Motive der Unternehmer zu Beginn der Implementierung von „Urlaub am Bauernhof“ sowie über die Interaktion mit den Interessensgruppen und die Einschätzung der derzeitigen Situation des Unternehmens Aufschluss.

Die Erkenntnisse aus den Fallstudien werden anschließend mit den Ergebnissen aus der Literaturrecherche zusa

,mmengeführt.

Die im Voraus erstellten Hypothesen, welche ebenfalls anhand der Literaturrecherche erstellt wurden, dienen dabei als Diskussionsbasis.

2 Methodik

Das folgende Kapitel veranschaulicht, welche Methoden aus welchen Gründen ausgewählt wurden und wie sie zu ihrer Anwendung kamen.

2.1 Literaturrecherche

Die Literaturrecherche stützte sich auf folgende Themenpools: Urlaub am Bauernhof, Nebenerwerb, Case Studies im landwirtschaftlichen und touristischen Bereich, touristische Entwicklung in Österreich, Wirtschaft und Tourismus beziehungsweise Fremdenverkehr.

Folgende Suchworte bzw. Kombinationen wurden dafür verwendet: Tourismus + Landwirtschaft, Landwirtschaft + Niederösterreich, Urlaub am Bauernhof, Urlaub am Bauernhof + Niederösterreich, Regionalentwicklung + Niederösterreich, Landwirtschaft + Niederösterreich, Landwirtschaft + Österreich, Förderungen + Landwirtschaft + Österreich, Förderungen + Landwirtschaft + Niederösterreich, ÖPUL, GAP, AMA, Gäste + Urlaub am Bauernhof, Urlaub am Bauernhof + Statistik. Die Suche fand in deutscher und englischer Sprache statt.

Die Recherche wurde in folgenden Bibliothekskatalogen durchgeführt:

- Verbundkatalog der Österreichischen Universitätsbibliotheken;
- Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek;
- Katalog der Niederösterreichischen Landesbibliothek.
Neben Büchern, Fachzeitschriften, Publikationen und Diplomarbeiten aus den Beständen der eben genannten Bibliotheken wurden auch Dokumente aus folgenden Datenbanken verwendet:
- AGRIS (International Information System for the Agricultural Sciences and Technology);
- ELFIS (Agrarwissenschaftliche Literaturdatenbank des Fachinformationssystems Ernährung, Land- und Forstwirtschaft);
- RIS (Rechtsinformationssystem).

Die Suchworte landwirtschaftlicher Nebenerwerb, Tourismus, Urlaub am Bauernhof und farm tourism wurden explizit für die Suche in den Datenbanken eingesetzt.

Bei der Internetrecherche wurde auf die Publikationen von einschlägigen Websites wie Statistik Austria, Landwirtschaftskammer, Österreichischer Bauernbund, Lebensministerium, Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Agrarmarkt Austria, Institut für Friede, Umwelt und Entwicklung, Ökopunkte, Europa.eu – Tätigkeitsbereiche der Europäischen Union, Wirtschaftskammer Österreich, Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Regionalmanagement Niederösterreich und Urlaub am Bauernhof zurückgegriffen.

Zusätzlich wurden im Internet die untersuchte Region, die Gemeinden sowie die Betriebe selbst recherchiert. Dafür wurden die Namen der Betriebe, die Orte in denen sich die Betriebe befinden, sowie die Begriffe Mostviertel, Eisenstraße und Moststraße verwendet. Die Recherche fand im Vorfeld des Lokalaugenscheins bzw. des Interviews mit den Betreibern statt, um die örtlichen Gegebenheiten zu kennen sowie auf das Gespräch vorbereitet zu sein. Die Ergebnisse flossen in die Darstellung der Betriebe sowie die Diskussion der Forschungsergebnisse ein.

Die Ausschlusskriterien waren vor allem quellenkritischer Natur; das heißt, es wurde nur Literatur verwendet, die in Verbindung mit landwirtschaftlichen Vertretungen in Österreich und Deutschland erstellt wurden. Des Weiteren wurde großer Wert auf die Aktualität der Dokumente gelegt, wobei einschlägige Literatur, die sich genau auf den Themenkreis „Urlaub am Bauernhof“ bezieht, jedoch bereits seit längerem existiert (seit 1973), trotzdem als Literatur für die Erstellung dieser Arbeit herangezogen wurde.

2.2 Multiple-Case Study

„Case studies are useful in drawing generalised conclusions, particularly where comparisons are involved, and where the phenomena studied are complex and ill defined (Foster, Midmore, Schermer, Gleirscher, 2004, S.201). In brief, the case study method allows investigators to retain the holistic and meaningful characteristics of real-life events – such as individual life cycles, organizational and managerial processes, neighbourhood change, international relations, and the maturation of industries“ (Yin, 2003, S.2).

Das Design der Fallstudie bietet laut Foster et al. (2004, S.201) die Möglichkeit, den gesamten Pool an Informationen, die für die Erarbeitung eines Kriterienkataloges notwendig sind, auszuschöpfen. Hier können die Ergebnisse aus der Literaturrecherche sowie die Beobachtungen vor Ort und das qualitative Leitfadeninterview auf die Resultate Einfluss nehmen.

Was für den Erfolg der Untersuchung besonders wichtig ist, sind die von Schramen erwähnten Entscheidungen. Entscheidungen, die von den Landwirten und Landwirtinnen im Vorfeld sowie im Laufe ihrer Unternehmung getroffen werden mussten, und somit das Unternehmen selbst maßgeblich beeinflusst haben.

„The essence of a case study, the central tendency among all types of case study, is that it tries to illuminate a decision or a set of decisions: why they were taken, how they were implemented, and with what result“ (Schramen, zitiert nach Yin, 2003, S.12).

Wie bereits beschrieben geht es besonders darum, wie und aus welchen Gründen die Landwirte sich für die Implementierung von „Urlaub am Bauernhof“ entschieden haben, und welche Auswirkungen diese Entscheidung auf das Unternehmen hatte. Im Falle der Landwirtschaft ist der gesamte Prozess nochmals interessanter, da sich die Auswirkungen auf die familiäre Situation niederschlagen und nicht nur die Unternehmung allein betreffen.

Bei den im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Fallstudien handelt es sich im Prinzip um „Heuristic Case Studies“. Was das genau bedeutet, wurde von den Autoren George Bennett folgendermaßen beschrieben:

„Heuristic case studies inductively identify new variables, hypotheses, causal mechanisms, and causal paths. Also, cases where variables co-vary as expected but are at extremely high or low values may help uncover causal mechanisms“ (2005, S.75).

Die Beiträge der beiden Autoren bilden eine Ergänzung, die als zentrale Überlegung für den Verlauf der empirischen Untersuchung gilt – nämlich wie der Entscheidungsfindungsprozess ablief, wer beteiligt war und vor allem, welche Variablen auf die Entscheidung Einfluss nahmen. Daraus folgt eine generelle Zielsetzung für den Gesprächsverlauf: Die Erfahrungen, die die Landwirte im Rahmen der Implementierung machten, werden aufgezeigt und mit den Gesprächspartnern diskutiert.

2.3 Entwicklung des Interviewleitfadens

Der Interviewleitfaden wurde auf ein teilnarratives Befragungsformat ausgelegt. Das bedeutet, dass das eine Ergänzung durch Rückfragen des Interviewers stattfand (Heistinger, 2006, S.5).

Als Einführung in die Interviewsituation wurden am Beginn des Leitfadens Sondierungsfragen zur Bewirtschaftung des Betriebes sowie des Angebotes (Raum-, Verpflegungs-, und Freizeitangebot), zum Marketing und dem Profil der Bewirtschafter positioniert. Die abgefragten Kriterien wurden im Basiskatalog festgehalten. Danach wurde der Leitfaden so aufgebaut, dass ein historischer Ablauf der Ereignisse und Entscheidungen durch die Interviewpartner rekonstruiert werden konnte. Der narrative Aspekt stand dabei im Vordergrund. Die Kernbereiche gliederten sich in Entscheidungsphase, Einführungsphase und den derzeitigen Status – hier wurde zusätzlich die Interaktion mit den Interessensgruppen abgefragt und die Bewertung von „Urlaub am Bauernhof“ im Nachhinein, wobei auch die persönliche und familiäre Lage bei der Befragung berücksichtigt wurden. Der Interviewleitfaden und der Basiskatalog befinden sich im Anhang.

2.4 Entwicklung des Basiskataloges

Als Ergänzung zum Interviewleitfaden wurde ein Basiskatalog angelegt, um Faktoren wie die touristische Infrastruktur, das Erscheinungsbild der Gemeinde sowie den Hof betreffende Beobachtungen wie die Ausstattung bzw. Sauberkeit der Zimmer oder bestehende Freizeiteinrichtungen vermerken zu können. Der Basiskatalog diente auch als Grundlage für die Sekundärrecherche über die Region, die Gemeinde und den Betrieb selbst. Somit konnte eine größere Vergleichbarkeit erzielt werden, da bei jedem der Betriebe das gleiche Schema verwendet wurde.

Als Grundlage für die Erstellung des Basiskataloges diente das Kategorisierungsschema von „Urlaub am Bauernhof“ (Bundesverband für Urlaub am Bauernhof, 2001), welches jedoch grundlegend verändert bzw. um die Dimensionen Gemeinde und Region erweitert wurde. Dafür wurden die Arbeiten von Arnold Staudacher (1981) und Midmore et al. (2004) herangezogen.

2.5 Auswahl

Die Betriebe wurden nach folgenden Kriterien selektiert:

- Der Betrieb ist Mitglied bei „Urlaub am Bauernhof“. Der Betrieb hat bei der Beurteilung durch die Organisation vier Blumen – den höchsten Beurteilungsgrad – erreicht.
- Die Bewertung durch die Organisation „Urlaub am Bauernhof“ erfolgte in den letzten drei Jahren.
- Der Tourismus stellt einen Nebenerwerb in einer innerlandwirtschaftlichen Erwerbskombination dar. Das bedeutet, dass die zusätzlichen Tätigkeiten mit den übrigen Aufgaben im Betrieb und Haushalt vereinbar sind und somit vor Ort ausgeführt werden können (Schwärzler, 1999, S 122).
- Die Landwirtschaft basiert auf Viehzucht; das heißt, dass sich landwirtschaftliche Nutztiere (Kühe, Schweine, Schafe, …) auf dem Bauernhof befinden[2].
- Der Betrieb wird im Familienverband geführt (betrifft die Landwirtschaft und den touristischen Bereich).

In Niederösterreich wurden 16 Betriebe mit dem oben stehenden Profil vom Verein „Urlaub am Bauernhof“ ermittelt. Diese Betriebe befinden sich allesamt im Mostviertel und weisen das im folgenden Kapitel geschilderte Profil auf.

2.6 Stichprobenbeschreibung

Im Rahmen der empirischen Erhebung wurden neun Personen (fünf Frauen und vier Männer) befragt. Die Befragungen fanden im Zeitraum vom 5. bis 10. Juni 2008 vor Ort bei den fünf Betrieben statt. Das Durchschnittsalter der befragten LandwirtInnen beträgt 45 Jahre.

80% der befragten Landwirte sind aktuell Hofeigentümer. Nur bei einem Betrieb wurden die Interviews mit der Altbäuerin geführt, die bereits in Pension ist. Die durchschnittliche Haushaltsgröße umfasst sechs Personen, wobei das Betriebsleiterehepaar durchschnittlich vier Kinder hat. Bei drei der untersuchten Betriebe wohnt zumindest ein Elternteil der derzeitigen Eigentümer am Hof.

2.7 Erhebung

Um eine gewisse Vergleichbarkeit der Fallstudien zu erzielen, wurde ein so genannter „structured, focused comparison“ als Methode verwendet. Dafür wurden generelle Fragestellungen generiert, die das Untersuchungsgebiet genau abstecken. Diese Fragen zu Bewirtschaftung, Angebot, Marketing, dem sozialen Umfeld und der Entscheidung und Implementierung von „Urlaub am Bauernhof“ sowie der Lebensqualität und dem Zielerreichungsgrad wurden in allen fünf Fällen gestellt und dienen somit als Standard für die Datensammlung, was wiederum einen systematischen Vergleich der Daten ermöglicht (George Bennett, 2005, S.67).

2.7.1 Pre-Test

Um Misserfolge bei den Interviews auszuschließen, wurde ein Pre-Test in einem vergleichbaren landwirtschaftlichen Betrieb mit touristischem Nebenerwerb durchgeführt. Daraufhin wurden Modifikationen bei der Anordnung bzw. Gruppierung der Antworten vorgenommen. Fragen und Kriterien, die sich als irrelevant für die Untersuchung ergaben, wurden herausgestrichen. So wurde zum Beispiel das Kriterium „Informationsmappe liegt im Zimmer auf“ ausgestrichen. Auch die Frage, ob noch andere Alternativen zum Zuverdienst von den Unternehmern ins Auge gefasst wurden, erwies sich als irrelevant.

2.7.2 Qualitative Leitfadeninterviews

Im Rahmen der Multiple-Case Study wurden qualitative Leitfadeninterviews durchgeführt. Die durchschnittliche Dauer der Interviews betrug 70 Minuten; die Interviews wurden mit einem MP3-tauglichen digitalen Diktiergerät aufgezeichnet und sind Beilage dieses Dokuments.

Für den Aufbau des Fragenkataloges für die qualitativen Leitfadeninterviews wurden die Arbeiten von Arnold Staudacher (1981), Midmore et al. (2004) sowie der bestehende Katalog des Vereins „Urlaub am Bauernhof“ (2001) berücksichtigt.

2.7.3 Verlauf der qualitativen Leitfadeninterviews

Die Anbieter zeigten eine sehr große Antwortbereitschaft. Sie gaben sich große Mühe, die Abläufe so genau wie möglich zu schildern, und ergänzten sich während des Interviews gegenseitig, was dem Gesprächsverlauf eine gewisse Eigendynamik verlieh und so den Redefluss der Teilnehmer weiter anregte.

Das Design des qualitativen Interviews ermöglichte diese Eigendynamik, da die Befragung eher in Form eines „lockeren Gesprächs“ stattfand. Die Befragten konnten die Struktur des Fragebogens kaum erkennen, obgleich vorher festgelegte Themen aufgegriffen wurden (Cizek Schipfer, 2007, S.34).

Während des Interviews mussten einige Störfaktoren in Kauf genommen werden – so läutete zum Beispiel das Telefon; der Anruf wurde dann auch entgegengenommen. Bei Betrieb 1 wurden während des Interviews Bohrarbeiten im Außenbereich vorgenommen. Bei Betrieb 2 lief das Radio für eine kurze Zeit und bei Betrieb 4 kam eines der Kinder hin und wieder in den Raum, um seine Eltern zum Telefon oder zur Türe zu rufen.

Zusammenfassend kann die Atmosphäre jedoch als sehr entspannt beschrieben werden.

Im Anschluss an das Interview wurde die Interviewerin durch die Anlage geführt. Hier wurden Informationen für die visuelle Beurteilung des Betriebes gesammelt.

2.7.4 Visuelle Beurteilung des Betriebes

Im Vorfeld der Case Study wurde ein Basiskatalog, der die materiellen beziehungsweise beobachtbaren Gemeinsamkeiten der Betriebe vergleichbar machte, erstellt. Neue Kriterien, welche noch nicht durch die Ergebnisse aus der Literaturrecherche abgedeckt wurden, sich jedoch während der Befragung als relevant erwiesen, wurden dem Katalog hinzugefügt. Der Leitfaden sowie der Basiskatalog befinden sich im Anhang.

2.7.5 Verlauf des Augenscheins

Bereits im Zuge der Anreise wurden wichtige Details hinsichtlich der Erreichbarkeit sowie der Straßenverhältnisse genau notiert. Nach der Ankunft am an der Untersuchung teilnehmenden Betrieb wurden das äußere Erscheinungsbild sowie die Einbettung in die Landschaft analysiert. Danach wurden die Interviews in der Stube der Familie oder im Frühstücksraum der Gäste durchgeführt. Im Anschluss daran erfolgte eine Führung durch das Haus und die Zimmer bzw. Ferienwohnungen, die zu der Zeit nicht belegt waren. Währenddessen wurden die Kriterien des im Voraus erstellten Basiskatalogs mit den Gegebenheiten der Anlage verglichen. In dieser Zeit war es auch möglich, die Landwirte zu den Details zu befragen. Die Bestandsaufnahme erfolgte ohne Aufnahmegerät und wurde nur schriftlich festgehalten.

2.7.6 Datenanalyse

Die qualitative Forschung hat den Anspruch, die Erlebniswelt der Akteure, ihre Besonderheiten und ihr Verhalten im Forschungsfeld möglichst authentisch abzubilden. In der sozialwissenschaftlichen Praxis werden die Interviews deshalb oft im Dialekt transkribiert. Außerdem werden sämtliche Hintergrundgeräusche und Unterbrechungen (z.B. weinendes Kind, klingelndes Telefon usw.) niedergeschrieben und einer Analyse unterzogen (Cizek Schipfer, 2007, S.41). Bei der vorliegenden Studie wurde der Fokus auf den Inhalt gelegt. Die sich im empirischen Teil befindenden Zitate wurden deshalb erst wortwörtlich zitiert und dann in von Dialekteigenheiten oder grammatischen Sprechfehlern korrigierter Form nochmals wiedergegeben. Somit bleiben die Formulierungseigenheiten der Interviewpartner erhalten, ohne Verständnisschwierigkeiten der Leser hervorzurufen.

Aufgrund der Möglichkeit der digitalen Aufzeichnung der Gespräche mit den Landwirten wurden einige für die Untersuchung besonders wertvolle Textteile transkribiert. Diese wurden in die Beschreibung der Betriebe zur genaueren Erläuterung integriert. Der gesamte Gesprächsverlauf kann jedoch in der beiliegenden digitalen Version jederzeit nachvollzogen werden.

2.7.7 Auswertung

Zur Auswertung wurde die qualitative Inhaltsanalyse herangezogen. Dabei wurden die Interviewtexte einer systematischen Textanalyse unterzogen. Traditionell stellt die qualitative Inhaltsanalyse „einen Ansatz empirischer, methodisch kontrollierter Auswertung auch größerer Textkörper dar, wobei das Material, in seinen Kommunikationszusammenhang eingebettet, nach inhaltsanalytischen Regeln ausgewertet wird, ohne dabei in vorschnelle Quantifizierungen zu verfallen“ (Mayring, 2000, S.2). Was damit erreicht wurde, ist eine möglichst wertungsfreie Darstellung der einzelnen Fälle.

Im Bezug auf die Forschungsfrage wurde anschließend die strukturierende Inhaltsanalyse herangezogen. Dieses Verfahren erlaubt die Zusammenstellung des Materials z.B. nach bestimmten Inhaltsbereichen (inhaltliche Strukturierung) und spürt gleichfalls einzelne markante Ausprägungen auf. Damit wurde das vorhandene Datenmaterial reduziert und gleichzeitig verdichtet, sodass zusammenfassende Aussagen getroffen werden können (Cizek Schipfer, 2007, S.34).

Konkret gestaltete sich der Auswertungsprozess so, dass in jedem Interview Textstellen aufgespürt wurden, die Informationen zu den im Leitfaden bereits angedachten Themengebieten (zum Beispiel die Interaktion mit den Interessensgruppen oder die Gestaltung des Angebotes) lieferten.

Der Vorgang gestaltete sich jedoch offen und flexibel, d.h. wichtige Themengebiete konnten sich erst bei der Sichtung des Materials herauskristallisieren. Somit konnten weitere oder andere Themengebiete, die sich aus der Sicht der Befragten als wichtig herausstellten, jedoch noch nicht im Kriterienkatalog abgebildet waren, auch berücksichtigt werden (Cizek Schipfer, 2007, S.35).

3 Begriffliche Abgrenzung

Um eventuellen Missverständnissen im Verlauf dieser Arbeit vorzubeugen, wurden die folgenden Begriffe einer genaueren Analyse unterzogen. Diese soll einerseits zur Erklärung der Begriffe selbst dienen und andererseits eine für diese Arbeit allgemein gültige Abgrenzung darstellen.

3.1 Urlaub auf dem Bauernhof

Stefan Bojnec (2004, S.286) bettet „Urlaub am Bauernhof“ folgendermaßen in die Tourismuswirtschaft ein:

“Farm tourism is either defined as a type of agro-tourism, or is identified with agro-tourism, while agro-tourism is often considered as a kind of rural tourism closely related to agriculture. Farm and Agro-Tourism usually represent only a small part of rural tourism.”

Abbildung 4: Einbettung des Begriffes „Urlaub am Bauernhof“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bojnec, Farm Tourism: Myth or Reality? (2004).

Er beschreibt den Urlaub am Bauernhof als einen Teilbereich des auch in deutschsprachigen Ländern verwendeten Agro- oder Agrartourismus, der wiederum einen Teilbereich des ruralen oder ländlichen Tourismus darstellt. Ruraler Tourismus bedeutet grundsätzlich nur, dass der Aufenthalt oder Urlaub im ländlichen Raum, also in kleineren Gemeinden, stattfindet – dieser kann jedoch auch in Hotels oder privaten Pensionen erfolgen. Der Begriff „Agrartourismus“ wird um den Bezug zu den von den Landwirten hergestellten Produkten und den Absatz über den landwirtschaftlichen Betrieb selbst erweitert. Diese Abgrenzung wird hier als Basis für die Definition des Begriffes „Urlaub am Bauernhof“ herangezogen.

Eine der in der Literatur geläufigsten Definitionen von „Urlaub am Bauernhof“ wurde 1981 von Klaus Arnold und Christian Staudacher entwickelt:

„‚Urlaub am Bauernhof‘ ist eine Form der Vermietung an erholungssuchende Gäste, die in enger räumlicher und funktionaler Beziehung zu einem bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Betrieb steht“ (1981, S.14).

Das Zentrum dieser Definition ist der Gast mit seinem Motiv, Erholung in der Natur zu finden: Diese erreicht er entweder durch Sport, kulturelle Aktivitäten und Ausflüge, oder durch Ausruhen am Bauernhof selbst (Bojnec, 2004; Egger, 1996; Rödling, 1974). Dieser Gedanke fand bei dem Großteil der in der Literatur (Gattermayer, 1993; Bruckmüller, 2002; Wicha, 1974; Van der Voet te Kloeze, 1998; Pevetz, 1995; Lehle, 1982) befindlichen Definitionen Beachtung. Es wird auf eine räumliche und funktionale Beziehung hingewiesen, was bedeutet, dass es sich hier nicht nur um die bloße Wohnmöglichkeit auf einem Bauernhof handeln soll, sondern auch auf eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung Wert gelegt wird.

Was bei dieser Definition jedoch nicht berücksichtigt wird, sind Touristen, die sich lediglich auf der Durchreise befinden, und jene, die ihre Reise aus arbeitstechnischen Gründen unternehmen und den Bauernhof als Alternative zum Hotel oder Gasthof nützen. Die Überlegungen sind also dahingehend, wo die Erholung anfängt oder ob das Hauptmotiv der Reise überhaupt entscheidend ist. Eine Modifikation mit Anlehnung an die Definition des Tourismus laut WHO sollte demnach vorgenommen werden, weshalb folgende Definition für den Kontext der vorliegenden Arbeit vorgeschlagen wird:

„‚Urlaub am Bauernhof‘ ist eine Form der Vermietung an Gäste, die aufgrund von Freizeit-, Arbeits- oder sonstigen Motiven ihr gewohntes Umfeld verlassen, welche in enger räumlicher und funktionaler Beziehung zu einem bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Betrieb steht.“

Die oben stehende Definition von „Urlaub am Bauernhof“ gilt als gültige Erläuterung, wenn „Urlaub am Bauernhof“ in dieser Schreibweise im Dokument verwendet wird.

3.2 „Urlaub am Bauernhof“ in Österreich

Im Jahr 2000 wurden 15.500 Bauernhöfe, die „Urlaub am Bauernhof“ anbieten, gezählt (Embacher, 2003, S.2); das ist jeder fünfte Tourismusbetrieb in Österreich (Lebensministerium, 2007a, S.44). 3.400 dieser Betriebe haben sich dem bundesweit agierenden Verein „Urlaub am Bauernhof“ angeschlossen. Der Hauptanteil der Betriebe befindet sich in den Bergregionen Österreichs (siehe dazu auch Abb.: 5). Von den im Jahr 2006 gemeldeten 30.142.866 Ankünften[3] (Statistik Austria, 2006, S.1) entfallen 845.958 auf Bauernhöfe in den Kategorien „Privatquartiere auf Bauernhöfen“ und „Ferienwohnung, -häuser auf Bauernhöfen“. Das bedeutet, dass 2,9% der in Österreich gemeldeten Ankünfte auf Bauernhöfen statistisch erfasst wurden (Statistik Austria, 2006, S.1). Die Gäste, die ihren Urlaub am Bauernhof verbringen, geben etwa 700 bis 900 Millionen Euro im Jahr aus und schaffen somit laut Embacher (2003, S.2) 20.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Deutlich mehr als die Hälfte der Anbieter, nämlich 57%, sind aufgrund von „Urlaub am Bauernhof“ ausschließlich am eigenen Hof tätig und gehen keiner zusätzlichen Erwerbstätigkeit nach (Lebensministerium, 2007a, S.45). Dies wirkt der allgemeinen Entwicklung der Erwerbstätigkeit in der Landwirtschaft entgegen, da die Landwirtschaft im allgemeinen Trend immer öfter im Nebenerwerb geführt wird.

In Niederösterreich kommen laut Monika Führer (persönliches Telefonat, 21.Dezember 2007), der Geschäftsführerin des Landesverbandes „Urlaub am Bauernhof“ Niederösterreich, im Jahr 2007 bereits 418 von 46.235 landwirtschaftlichen Betrieben (die Angaben über die Grundanzahl der Betriebe beruhen auf den Statistiken der Niederösterreichischen Landeskammer vom Jahr 2003, erstellt von DI Marianne Priplata) dieser zusätzlichen Erwerbsform nach.

Abbildung 5 : Teilnahme der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe an der Tourismuswirtschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundesanstalt für Agrarwirtschaft zitiert nach H. Embacher. Farm Holidays in Austria (2003), Teilnahme der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe an der Tourismuswirtschaft.

Wie aus der Grafik hervorgeht, schneidet Niederösterreich bezüglich „Urlaub am Bauernhof“ im Vergleich zu den anderen Bundesländern eher schlecht ab, was großteils auf die geografische Lage zurückzuführen ist. Der Schwerpunkt des Angebotes im Fremdenverkehr liegt im Bergbauerngebiet, auf das ungefähr 80% der Nächtigungen entfallen (Gattermayer, 1993, S.31). Der Großteil Niederösterreichs befindet sich jedoch im Flachland und wird dort intensiv für die agrarische Produktion genützt. Nur im westlichen und südlichen Teil des Landes, in den Regionen Mostviertel und im südlichen Teil des Industrieviertels, befinden sich Berggebiete.

3.3 Der Verein „Urlaub am Bauernhof“

Der österreichische Verein „Urlaub am Bauernhof“ besteht seit 1991 und hat derzeit circa 3.400 Mitglieder, die durchschnittlich 12 Gästebetten zur Vermietung anbieten. Zu den Vermietern gehören also nicht nur die Landwirte, die „Urlaub am Bauernhof“ im Nebenerwerb ausüben, sondern auch jene, die das Gewerbe dafür angemeldet haben und demnach mehr Betten vermieten dürfen. (Dieser Aspekt wird im Kapitel 6.2.2.9, „Rechtliche Rahmenbedingungen“, diskutiert.) Gesamt werden ca. 44.800 Betten in Österreich im Rahmen von „Urlaub am Bauernhof“ angeboten, das sind ca.3,5% von gesamt 1.273.578 Gästebetten in Österreich (Statistik Austria, 2006, S.1).

Der Verein ist in acht Landesorganisationen aufgeteilt. Die Aufgaben der Organisation werden als die Durchführung von Marketing- und Lobbyingtätigkeiten sowie die Interessenvertretung für „Urlaub am Bauernhof“-Anbieter beschrieben (Embacher zitiert nach Bojnec, 2004, S.299). Dies wird durch die Kooperation mit Tourismusorganisationen und Anbietern von Freizeitangeboten erreicht. Vier Hauptstrategien werden zurzeit vom Bundesverband kurz- bzw. mittelfristig verfolgt: die Verbesserung der Qualifikationen der Anbieter und somit die Schaffung professionellerer und attraktiverer Angebote zu höheren Preisen, die Schaffung von Grundlagen für eine erfolgreiche Marketingarbeit und eine klassische Imagewerbung sowie die Verbesserung der Information und Motivation der Vermieter und Landesverbände. Bäuerliche Anbieter sollen also dazu motiviert werden, ihre betrieblichen und persönlichen Stärken bewusst einzusetzen und zielgruppenorientiert zu arbeiten (Hans Embacher, 2003, S.17–18).

Ein Großteil der Marketingtätigkeiten der einzelnen „Urlaub am Bauernhof“-Anbieter wird von der Organisation übernommen. Beispiele dafür sind der alle zwei Jahre erscheinende Katalog, die Führung des Internetportals (www.farmholidays.com) und die Produktion bzw. der Vertrieb von Drucksorten (Bojnec, 2004, S.299). (Mehr dazu in den Kapiteln 6.1.3.4, „Marketing“, und 6.1.2.7, „Verein ‚Urlaub am Bauernhof‘“.)

3.3.1 Kategorisierung und Projekte des Vereins „Urlaub am Bauernhof“

Der Verein hat ein Klassifikationsschema entwickelt, das ähnlich der Kategorisierung mit Hotel-Sternen ist. Allerdings erfolgt die Kennzeichnung in diesem Fall in Form von Blumen (Margeriten). Dabei können 2–4 Blumen erreicht werden. Um dem Verein beitreten und von den Aktivitäten profitieren zu können, muss der Betrieb kategorisiert werden.

Ziel dieser Kategorisierung ist es, das Angebot für die Gäste übersichtlicher zu gestalten, um eine gewisse Qualitätssicherheit zu erreichen und den Vermietern einen Anreiz zur Qualitätsverbesserung zu geben (Bundesverband für Urlaub am Bauernhof, 2001, S.6).

3.3.2 Spezialisierung

Die Mitglieder von „Urlaub am Bauernhof“ haben auch die Möglichkeit, sich zu spezialisieren. Folgende Spezialisierungsmöglichkeiten werden von „Urlaub am Bauernhof“ unterstützt: „Urlaub am Biobauernhof“, „Gesundheitsurlaub am Bauernhof“, „Urlaub am Baby- und Kinderbauernhof“, „Urlaub am Bauernhof für Rollstuhlfahrer und bewegungseingeschränkte Menschen“, „Urlaub am Reiterbauernhof“, „Urlaub am Radlerbauernhof“ und „Urlaub am Weinbauernhof“. Die Spezialisierung verfolgt den Zweck, „Urlaub am Bauernhof“ durch Angebotsdifferenzierung wettbewerbsfähiger zu machen, da – laut der Organisation – die Ausrichtung des Angebotes noch zielgruppenspezifischer kommuniziert werden kann und der Gast eine höhere Produktsicherheit geboten bekommt (Bundesverband für Urlaub am Bauernhof, 2001a, S.4–5).

Seit dem Jahr 2001 besteht das Projekt „Genießerzimmer“. Es wurde vom Landesverband für „Urlaub am Bauernhof“ und dem NÖ Fremdenverkehrsfonds ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, erstklassige Unterkünfte in allen Destinationen Niederösterreichs mit einem starken regionalen Bezug und höchster Qualität in der Dienstleistung zu schaffen. Die zu erfüllenden Kriterien decken sich großteils mit dem Kriterienkatalog von „Urlaub am Bauernhof“. Allerdings wird großer Wert auf die Raumausstattung und diverse Extras im Bereich der Dienstleistungen gelegt (Brandhofer, 2001, S.24–25). Investitionen in Richtung „Genießerzimmer“ werden vom NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds gefördert (mehr dazu im Kapitel 6.2.2.8, „Fördereinrichtungen“).

3.4 Die Erwerbsformen

Bei der Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Betriebes gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Auswahl der für den Landwirt besten Erwerbsform muss individuell erfolgen und basiert hauptsächlich auf wirtschaftlichen bzw. steuerlichen Überlegungen. Die einzelnen Erwerbsformen gelten als gesetzlich geregelt, und sie nehmen Einfluss auf die steuerlich-rechtlichen Rahmenbedingungen.

3.4.1 Vollerwerb / Haupterwerb

Im Haupt- oder Vollerwerbsbetrieb muss das gesamte Einkommen aus der landwirtschaftlichen Urproduktion erwirtschaftet werden (Schwärzler, 1999, S.131) und das Betriebsleiterehepaar muss mindestens 90% der gesamten Arbeitszeit im landwirtschaftlichen Betrieb tätig sein (Gattermayer, 1993, S.68).

3.4.2 Zu- und Nebenerwerb

Beim Großteil der herangezogenen Literatur (Gattermayer, 1993; Bruckmüller, 2002, Arnold Staudacher,1981; Falkensteiner, 1997; Forstner et al., 1993; Pflederer, 1982) kam es zu keiner erkenntlichen Differenzierung der beiden Begriffe des „Zuerwerbs“ und des „Nebenerwerbs“, jedoch herrscht hier sehr wohl ein entscheidender Unterschied: „Ein Nebenerwerbsbetrieb ist ein Betrieb, in dem das Betriebsleiterehepaar weniger als 50% der gesamten Arbeitszeit im Betrieb tätig ist. Als Zuerwerbsbetrieb wird ein Betrieb bezeichnet, in dem das Betriebsleiterehepaar mehr als 50%, aber weniger als 90% der gesamten Arbeitszeit für den landwirtschaftlichen Betrieb aufwendet“ (Gattermayer, 1993, S.68).

Im weiteren Verlauf der Arbeit wird die jeweilige Nomenklatur der Quelle übernommen, um weitere Missverständnisse auszuräumen bzw. nicht erst entstehen zu lassen.

3.4.3 Selbstständiger Zu- oder Nebenerwerb

Ein weiteres Betriebsfeld, das ebenso selbstständig geführt wird, ergänzt die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit. Zu diesen Tätigkeiten zählen die bäuerliche Direktvermarktung, die Arbeit im Maschinenring, kommunale und soziale Dienstleistungen, der Beherbergungs- und Gaststättenbetrieb, die alternative Energieproduktion und Arbeiten für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft – wie die Landschaftspflege, EDV-Berufe und andere gewerbliche Tätigkeiten (Bruckmüller, 2002, S.427). Diese Tätigkeiten bilden Einkommensalternativen, die es ermöglichen, zusätzliche Einnahmen durch Tätigkeiten zu erzielen, die möglichst gut mit den übrigen Aufgaben in Betrieb und Haushalt vereinbar sind (Schwärzler, 1999, S.132).

3.4.4 Unselbstständiger Zu- oder Nebenerwerb

Als Basis für die Aufnahme derartiger Arbeiten bedarf es häufig einer zusätzlichen beruflichen Ausbildung (Schwärzler, 1999, S.133). Die Tätigkeiten werden außerhalb der Landwirtschaft ausgeführt, haben also keinerlei Verbindung zu dem Betrieb. Unselbstständiger Nebenerwerb existiert in zahlreichen Variationen. Die Verbindung mit dem öffentlichen Dienst kommt ebenso vor wie die Verbindung mit einer Tätigkeit in Industrie und Gewerbe, eine Beschäftigung in Schulen oder Ämtern, ebenso wie in verschiedenen Büros (Bruckmüller, 2002, S.427).

3.4.5 Nebenerwerbslandwirtschaft

Hier wird eine außerlandwirtschaftliche Erwerbstätigkeit hauptberuflich ausgeführt; diese kann entweder selbstständig oder unselbstständig ausgeübt werden. Die Landwirtschaft selbst wird also zum Nebenerwerb, also werden weniger als 50% der Arbeitszeit des Betriebsleiterehepaars für die Landwirtschaft aufgewendet. So werden großteils kleine, ökonomisch unrentable Wirtschaften weitergeführt, was sich besonders im alpinen Raum äußert (Bruckmüller, 2002, S.427), denn hier werden zwei Drittel der Betriebe im Nebenerwerb geführt (Staub et al., 2001, S.164).

Die Veränderungen der wirtschaftlichen, sozialen sowie technologischen und politischen Rahmenbedingungen fordern derartige Veränderungen der Wirtschaftsweise der österreichischen Landwirte, um auch in Zukunft weiter wirtschaften zu können. Die folgenden Kapitel geben einen Einblick, welche Bedingungen einen besonders großen Einfluss auf die Landwirte haben.

4 Die Rahmenbedingungen für die Landwirte in Österreich

Um einen möglichst vielschichtigen Einblick in die bäuerliche Welt zu bekommen, werden in Folge die „neuen Herausforderungen“ für die heimischen Landwirte und ihre möglichen Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Niederösterreich dargestellt: In diesem Kapitel wird der Fokus auf die Großgesamtheit der Weltwirtschaft und die Stellung in der Europäischen Union und Österreich gelenkt. Zum Abschluss dieses Kapitels wird der Beitrag der Landwirtschaft zur Regionalentwicklung beleuchtet.

4.1 Die globale Herausforderung

In den folgenden Absätzen wird das Hauptaugenmerk auf die Auswirkungen der Globalisierung für die „Urlaub am Bauernhof“-Anbieter gelegt. Da das Feld sehr weit ist, werden lediglich die Kernaspekte wie der Klimawandel und die wirtschaftlichen Veränderungen für die Landwirtschaft, ausgelöst durch die Globalisierung, behandelt.

4.1.1 Der Klimawandel

Die Berichte über die sich in den letzten Jahren mehrenden Umweltkatastrophen sind täglicher Bestandteil der medialen Berichterstattung. Dies ist auf das in den letzten Jahrzehnten entstandene Kommunikationsnetzwerk zurückzuführen, aber auch ein Hinweis auf die durch den Klimawandel induzierte wachsende Bedrohung. Österreichs Landwirte sind davon betroffen – etwa durch Hochwasserkatastrophen, Stürme, Hagel, lange Trockenperioden und Muren. Die Folge sind Ernteausfälle und Einbußen in den Folgejahren, was viele, besonders aber kleine und mittelständische Landwirte, in finanzielle Bedrängnis bringt.

Änderungen des Klimas sind nichts Ungewöhnliches; allerdings hat die Industrialisierung die globale Erwärmung noch beschleunigt. Ein drastischer Anstieg der Treibhausemissionen aufgrund der intensiven Nutzung fossiler Brennstoffe im Verkehr und der Industrie (Billigflüge, Transitverkehr, industrielle Produktion), der nicht-nachhaltigen Landbewirtschaftung (Massentierhaltung, Düngemittel, hoher Energieeinsatz) und dem Einsatz von chemischen Substanzen (Schwefelhexafluorid und Fluorchlorkohlenwasserstoffe – FCKW) wurde in den letzten 150 Jahren beobachtet (Gruber, 2007, S.48). Die Auswirkungen dieses vermehrten Gasausstoßes lösen einen überdurchschnittlich schnellen weltweiten Temperaturanstieg aus. Die globale Erwärmung macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass sich die Niederschläge verändern, die Permafrostregionen auftauen und die Gletscher sowie das arktische Meereis schmelzen. Für Österreich stellt besonders das Schmelzen der Gletscher eine Herausforderung dar, da die Berghänge instabil werden, die Gletscherseen aus den Dämmen brechen und die konstante Wasserversorgung gefährdet ist. Durch die Verschiebung der Klimazonen verändern sich die natürlichen Ökosysteme; Artensterben und die Verlagerung der Anbauzonen sind die drastischen Folgen (Gruber, 2007, S.49).

Obwohl die ökologischen und in Folge auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Erwärmung enorm sind, gibt es noch keine globale Umweltpolitik (Institut für Umwelt-Friede-Entwicklung, 2003, S.1). Die Länder reagieren nur langsam und die Initiativen für den globalen Umweltschutz weisen kaum Erfolge auf. Neue technologische Entwicklungen sind einerseits in der Anschaffung sehr teuer und stellen sich andererseits – wie etwa „Biodiesel“ – als weitere Umweltsünde heraus, die noch dazu den weltweiten Hunger vergrößert (ISIS, 2006, S.1).

Österreich hat sich mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls[4] zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes um 13% gegenüber dem Wert von 1990 bis zur Verpflichtungsperiode 2008 bis 2010 verpflichtet, und die Bundesregierung hat zur Erreichung der Ziele ein Strategiepapier herausgegeben. Förderprogramme wie „klima:aktiv“ und ÖPUL (Näheres dazu im Kapitel 4.3., „Der Standort Österreich“) wurden ins Leben gerufen (klima:aktiv, 2007, S.9), um einerseits die Aufmerksamkeit für das Umweltproblem in der Bevölkerung zu steigern und andererseits die Österreicher zum Handeln anzuregen.

Was bis dato erreicht wurde, war alles andere als eine signifikante Verbesserung des CO2-Haushaltes Österreichs: Die Emissionen des Jahres 2006 waren mit 91,1Millionen Tonnen um 2,2Millionen Tonnen niedriger als die des Jahres 2005. Sie lagen aber immer noch um 22,3Millionen Tonnen pro Jahr über dem Kyoto-Zielwert von 68,8Millionen Tonnen. Die Bilanz zeigt allerdings auch, dass man ca. ein Drittel der von 2005 auf 2006 erzielten Einsparungen der Klimapolitik der Bundesregierung zuschreiben kann. Konkret geht es um 0,9Millionen Tonnen, die durch die Agrarkraftstoffbeimengung erzielt wurden, welche wiederum laut ISIS (2006, S.1) die CO2-Bilanz aufgrund der Produktionstechniken negativ beeinflusst. Der Rest stammte aus einem geringeren Treibstoffabsatz (0,3Millionen Tonnen) sowie einer geringeren Wärme- und Stromproduktion infolge der warmen Witterung (je 0,7Millionen Tonnen) (neue Treibhausgasbilanz: Kritik an Umweltminister Pröll, 2008, S.1).

Die österreichische Landwirtschaft nimmt in der Klimadebatte drei Rollen ein:

- Die Landwirte sind Betroffene des Klimawandels, da sie mit den Folgen von Überschwemmungen, Dürren und extremen Niederschlägen zu kämpfen haben. Die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität werden durch die globale Erderwärmung induzierte klimatische Veränderungen eingeschränkt.
- Des Weiteren sind sie aber auch Verursacher – wie bereits oben beschrieben ist ein bedeutender Anteil der Treibhausgasemissionen vor allem durch Methan- und Lachgasemissionen auf die Tierzucht zurückzuführen.
- Die Landwirte leisten einen positiven Beitrag zum Klimaschutz, indem durch die Produktionskapazitäten im ländlichen Raum Transportwege eingespart werden können (Molterer, 2001, S.2–3).

Im Hinblick auf die oben geschilderte Situation wären sanfte Urlaubsformen wie „Urlaub am Bauernhof“ zumindest aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Region (Arbeitsplatz- und Einkommensschaffung) vorteilhaft – die ländliche Wirtschaft erfährt eine Stärkung durch „Urlaub am Bauernhof“.

4.1.2 Die Globalisierung

Die Auswirkungen, die der Globalisierung zugeschrieben werden, äußern sich auch im Bereich Wirtschaft – und hier besonders im Handel – sehr stark. Für Österreich ergibt sich ein enormes Potential in Bezug auf die Exportsituation bei Agrargütern: Im Jahr 2007 wurden 3,2% (8,8Mrd. Euro) des Bruttoinlandsproduktes durch Österreichs agrarische Außenwirtschaft erzielt; das beutet eine Steigerung von 2,5Mrd. gegenüber dem Vorjahr (Bauernzeitung, 2008, S.1). Jedoch ist es schwierig, die Stellung am Weltmarkt zu halten oder in Zukunft sogar auszubauen. Grund dafür ist der starke Preisdruck, der vor allem auf die Liberalisierung der Agrarmärkte zurückzuführen ist (Schwärzler, 1999, S.126). Sie zwingt viele Landwirte zur Veränderung, um sich auch in Zukunft behaupten zu können. Besonders Bergbauern und kleine Landwirtschaften (unter 20ha landwirtschaftliche Nutzfläche) sind stark von dieser Entwicklung betroffen. „Urlaub am Bauernhof“ als zusätzliche Erwerbsmöglichkeit bietet eine mögliche Lösung für die Landwirte, ihren Hof auch in Zukunft weiter bewirtschaften zu können (Eder, 1997, S.1).

[...]


[1] Lebensqualität: Laut der Definition der WHO (1993) ist die „Lebensqualität die subjektive Wahrnehmung einer Person über ihre Stellung im Leben in Relation zur Kultur und den Wertesystemen, in denen sie lebt und in Bezug auf ihre Ziele, Erwartungen, Standards und Anliegen“. Das bedeutet, dass die Definition der persönlichen Lebensqualität der subjektiven Wahrnehmung obliegt. Die Lebensqualität ist multidimensional und kann nur teilweise durch bestimmte Determinanten wie die körperliche und die kognitive Leistungsfähigkeit, das soziale Umfeld und die finanzielle Situation erfasst werden. Diese Determinanten dienen in dieser Arbeit als Ausgangsbasis für die Bewertung der Lebensqualtiät der Studienteilnehmer (Ebbinghaus, Noll, Bahle, Wendt, Scheuer (2006), Report Lebensqualität 2006, Download vom 20.Oktober2008 von http://www.mzes.uni-mannheim.de/publications/papers/Report_Lebensqualitaet.pdf).

[2] Aus den Studienergebnissen von Arnold Staudacher (1981, S.14) und von Rödling (1974) geht hervor, dass die Leistungsansprüche der „Urlaub am Bauernhof“-Gäste einen voll funktionsfähigen Betrieb mit selbstbewirtschafteter Mindestfläche und ein Wirtschaftsgebäude, das den Habitus eines Bauernhofes verleiht, mit sehr starkem Konnex zur bäuerlichen Viehhaltung fordern. Die Art und Vielfalt der Tiere findet sich auch in den Studienergebnissen von Embacher (2003, S.17) als wichtiges Kriterium.

[3] Ankünfte: Anzahl Gäste (Kinder eingeschlossen), die eine oder mehrere Nächte in einem bestimmten Hotel- oder Kurbetrieb bzw. In einem Betrieb der Parahotellerie verbringen (also nicht Ankünfte an der Grenze). (Bundesamt für Statistik, Schweiz, 2007, Download vom 30.Dezember 2007, von http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/10/11/def.html)

[4] Kyoto-Protokoll: Dies ist ein Zusatzprotokoll der Klimarahmenkonvention, das im Dezember 1997 von den Staaten der UN in Kyoto (Japan) beschlossen wurde. Inhalt dieses Protokolls ist der Klimaschutz und die Verhinderung oder zumindest Verlangsamung der globalen Erwärmung. Dies soll durch die Zielwertbestimmung für den Ausstoß von Treibhausgasen erreicht werden.

Details

Seiten
271
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836625807
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226538
Institution / Hochschule
FH Joanneum Graz – Gesundheitsmanagement im Tourismus
Note
1
Schlagworte
erwerbskombination bauernhof tourismus landwirtschaft niederösterreich

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Titel: Integration des Tourismus in die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit