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Die Absicherung von Währungskrediten

Studienarbeit 2008 62 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZECHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. Einführung
1.1 Allgemeiner Überblick
1.2 Der Währungskredit

2. Devisenmanagement
2.1 Grundbegriffe im Devisenhandel
2.1.1 Buchgeld, Devisen, Sorten und Wechselkurs
2.1.2 Feste und flexible Wechselkurse
2.1.3 Devisenkassa- und Devisenterminmarkt
2.1.4 Preis- und Mengennotierung
2.1.5 Auf- und Abwertung einer Währung
2.1.6 Geld- und Briefkurs
2.1.7 Internationale Währungssysteme
2.2 Das Wechselkursrisiko
2.3 Instrumente zur Kurssicherung
2.3.1 Das Devisenkassageschäft
2.3.2 Das Devisentermingeschäft
2.3.3 Devisenswaps
2.3.4 Devisenfutures
2.3.5 Devisenoptionen
2.3.6 Limitorders
2.3.6.1 Stop-loss-Limitorder
2.3.6.2 Take-profit-Limitorder

3. Zinsmanagement
3.1 Das Zinsänderungsrisiko
3.2 Instrumente zur Zinssicherung
3.2.1 Forward Rate Agreements (FRA)
3.2.2 Zins-Swaps
3.2.3 Zinsfutures
3.2.4 Optionale Zinsprodukte
3.2.4.1 Caps
3.2.4.2 Exkurs: Floors
3.2.4.3 Collars

4. Kombination verschiedener Sicherungsstrategien am Beispiel eines Währungskredites

5. Fazit

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

ABBILDUNGSVERZECHNIS

Abbildung 1: Formen des Wechselkursrisikos

Abbildung 2: Valutatage

Abbildung 3: Ablauf eines Devisenswapgeschäftes

Abbildung 4: Arten von Devisenoptionen

Abbildung 5: Formen des Zinsänderungsrisikos

Abbildung 6: Formel zur Berechnung der Forward Rate

Abbildung 7: Ablauf eines Forward Rate Agreements

Abbildung 8: Swaparten

Abbildung 9: Chancen und Risiken von Caps

Abbildung 10: Gesamtabrechnung Währungskredit

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

1.1 Allgemeiner Überblick

Um heutzutage im harten Wettbewerb bestehen zu können, entscheiden sich immer mehr Unternehmen dazu, auch Handel mit ausländischen Vertragspartnern aufzunehmen. Durch diese Globalisierung und die damit einhergehenden gestiegenen Außenhandelsaktivitäten, kommt die Unter­nehmung zwangsläufig auch verstärkt in Kontakt mit Devisenmärkten. Dies veranlasst sie früher oder später zwangsläufig auch Kreditbeziehungen in ausländischer Währung einzugehen, sodass solche Kreditbeziehungen in den letzten Jahren in verstärktem Ausmaß genutzt wurden. Auch Privatpersonen nutzen seit Anfang der neunziger Jahre diese Finanzierungsform in größerem Ausmaß um von den sich daraus ergebenden Chancen zu profitieren. Durch diese Tatsache werden immer umfassendere und komplexere Instrumente zur Absicherung der dadurch entstehenden Risiken benötigt. Diese Arbeit soll einen Überblick über diese Möglichkeiten geben und anhand von praktischen Beispielen verdeutlichen, welche Absicherungsstrategien, je nach Situation und Einschätzung der zukünftigen, weltwirtschaftlichen Lage, am besten geeignet sind, um die eigene Rendite zu maximieren und entsprechend das Risiko zu minimieren.

1.2 Der Währungskredit

„Ein Währungskredit ist ein Kredit, der in einer anderen als der eigenen Währung aufgenommen wird“.[1] Hierfür gibt es mehrere Beweggründe einen Währungskredit einem Euro-Kredit vorzuziehen. Zum einen kann ein Währungskredit für das Ziel der Kurssicherung genutzt werden. Dies ist vor allem für Firmenkunden von Bedeutung die ausstehende Forderungen besitzen, die auf Fremdwährung lauten. In diesem Fall hat die Firma bereits zu Vertragsbeginn die Möglichkeit einen Währungskredit über die vereinbarte Summe aufzunehmen und sich den entsprechenden Tageskurs zu sichern. Sobald die Forderungen nach Projektende beglichen wurden, bekommt die Firma die Währung vom Schuldner geliefert und kann damit den Kredit zurückzahlen, ohne Währungsschwankungen zu unterliegen. Desweiteren ist es möglich bei der Aufnahme eines Währungskredites von günstigeren Kreditzinsen als in der Eurozone zu profitieren. Und als letztes kann der Währungskredit natürlich auch, vor allem für vermögendere Kunden, zu Zwecken der Währungsspekulation genutzt werden. Grundsätzlich können Währungskredite in allen gängigen Währungen aufgenommen werden. In den meisten Fällen beschränkt sich dieses Geschäft in Deutschland allerdings zu einem auf den USD. Dies ist vor allem aufgrund zahlreicher Geschäftsbeziehungen und auf die damit auf USD lautenden Forderungen und Verbindlichkeiten zurückzuführen. Den CHF, der in der Regel aufgrund seines konstant niedrigeren Zinsniveaus (ca. 2% unter dem Euro[2] ) gewählt wird. Weiterhin ist der Kurs des CHF relativ stabil, sodass man hier gegenüber anderen Währungen ein eher geringes Wechselkursrisiko hat. Und als letztes der JPY. Er ist aufgrund seiner hohen Volatilität und extrem niedrigen Kreditzinsen eher für Spekulanten interessant. Als viertes wird seit neuestem noch die CZK als gute Verschuldungswährung genannt. Die Kreditzinsen liegen dort etwa zwischen EUR und CHF. Da der Kurs der CZK allerdings wider Erwarten, seit Sommer 2007 immer mehr gegenüber Euro aufwertet, ist dies aber aufgrund der drohenden Währungsverluste uninteressant geworden.

Die Abwicklung eines Währungskredites läuft in der Regel über den Euro. Nach Auftragserteilung kauft das Institut die Euro für seinen Kunden, verkauft dafür die entsprechende Währung und zahlt den Eurobetrag aus. Bei Rückführungen, Tilgungen oder Zinszahlungen läuft das ganze umgekehrt. Die Bank kauft den entsprechenden Währungsbetrag für den Kunden und verkauft dafür die Euro und zieht den entsprechenden Euro-Betrag vom Kundenkonto ein. Dementsprechend besteht zu allen diesen Zeitpunkten für den Kreditnehmer ein uneingeschränktes Wechselkursrisiko. Ein solches Risiko bestünde bei der Finanzierung mit einem Eurokredit natürlich nicht. Allerdings hat man im Gegensatz dazu, natürlich auch die Möglichkeit von Währungsgewinnen zu profitieren. Desweiteren kann bei der Finanzierung über kurzfristige, variable Kredite ein Zinsänderungsrisiko entstehen. Um diese Risiken abzusichern oder zu steuern gibt es verschiedene Instrumente die in dieser Arbeit, in Verbindung mit dem Währungskredit, näher beleuchtet werden sollen.

2. Devisenmanagement

2.1 Grundbegriffe im Devisenhandel

Als Einstieg in die Thematik des Währungskredites sollten im Voraus einige grundlegende Begriffe des Devisenhandels sowie über die Entwicklung der Währungssysteme erläutert werden.

2.1.1 Buchgeld, Devisen, Sorten und Wechselkurs

Buchgeld ist der Begriff für Geld, welches nicht als Bargeld vorliegt, sondern als sofort liquidierbares Bankguthaben auf einem Konto. Buchgeld bildet also die Grundlage des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Mit dem Begriff Devisen bezeichnet man auf ausländische Währung lautendes Buchgeld. Also das Guthaben in fremder Währung bei Kreditinstituten. Sorten sind demgegenüber Fremdwährungen in Form von Bargeld. Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung ausgedrückt in einer anderen Währung. Der Markt, auf dem sich dieser Preis bildet, ist der Devisenmarkt.[3]

2.1.2 Feste und flexible Wechselkurse

Feste Wechselkurse sind das Ergebnis einer politischen Entscheidung. Sie werden direkt vorgegeben und sind nicht das Ergebnis des Marktes. Flexible Wechselkurse entstehen auf dem Devisenmarkt im Zusammenspiel von Devisenangebot und Devisennachfrage. Da flexible Wechselkurse den Marktkräften unterliegen, schwanken sie im Tagesverlauf wesentlich stärker als feste Wechselkurse.[4]

2.1.3 Devisenkassa- und Devisenterminmarkt

Am Devisenkassamarkt bildet sich der Devisenkassakurs, dessen Geschäfte innerhalb von zwei Tagen (Valuta) nach Vertragsabschluss zu erfüllen sind. Am Devisenterminmarkt bildet sich der Devisenterminkurs, dessen Geschäfte erst an einem bei Vertragsabschluss festgelegten Termin in der Zukunft zu erfüllen sind.

2.1.4 Preis- und Mengennotierung

Wird ein Preis einer ausländischen Währungseinheit in inländischer Währung ausgedrückt, so spricht man von der Preisnotierung. Wird hingegen der Preis einer inländischen Währungseinheit in ausländischer Währung ausgedrückt, denn spricht man von einer Mengennotierung.

Beispiel: Mengennotierung: 1 EUR = 1,454 USD[5]

Preisnotierung: 0,6877 EUR = 1 USD

Im Folgenden verstehen sich alle Wechselkurse grundsätzlich in Mengen­notierung.

2.1.5 Auf- und Abwertung einer Währung

Eine Währung erfährt eine Aufwertung, wenn ihr Preis auf dem Devisenmarkt steigt. Sie wertet ab, wenn ihr Preis auf dem Devisenmarkt sinkt.[6]

Beispiel: Der Kurs des Euro steht aktuell in der Mengennotierung bei 1 EUR = 1,454 USD. Ein Anstieg des US-Dollar auf 1 EUR = 1,50 USD in der Mengennotierung bedeutet eine Aufwertung für den Euro. Im Gegensatz dazu wirkt ein Rückgang des US-Dollars als Abwertung für den Euro.

2.1.6 Geld- und Briefkurs

Der Geldkurs (Bid) ist der Kurs zu dem ein Markteilnehmer ein Finanzinstrument (Währung u.a.) kauft. Der Briefkurs (Ask) ist das Gegenstück, nämlich der Preis zu dem die Markteilnehmer Finanzinstrumente verkaufen.[7]

2.1.7 Internationale Währungssysteme

- Aufbauend auf jedem Währungssystem ist das System des Goldstandards. Hier waren feste Wechselkurse verankert, die feste Austauschverhältnisse zwischen der nationalen Währung und einer Unze Gold festlegten.
- 1944 ging man dann anschließend auf das Bretton-Woods-System über. Bei diesem System wurden alle Währungen in einem festen Verhältnis an den US-Dollar gekoppelt. (Schwankungsbandbreite 1%). Weiterhin galt darüber hinaus noch das feste Austauschverhältnis zwischen US-Dollar und einer Unze Gold.
- Aus dem Zerfall des Bretton-Woods-Systems ging das europäische Währungssystem (EWS) als eigenständige europäische Währungs­ordnung hervor. Auch hier galten zwischen den Währungen der Mitgliedsstaaten feste Wechselkurse mit festgelegten Bandbreiten. Wo hingegen sich die übrigen Wechselkurse (z.B. DM zu USD) frei auf dem Devisenmarkt entwickelten.
- 1999 bildete sich aus dem EWS die Europäische Währungsunion (EWSII) mit der Einführung einer einheitlichen Währung für alle Mitgliedsstaaten, dem EURO.[8]

2.2 Das Wechselkursrisiko

Werden Kredite in ausländischer Währung aufgenommen, die am Ende der Laufzeit in Heimatwährung zurückgeführt werden bzw. dem Kreditnehmer zu regelmäßigen Zins- oder Tilgungsraten in Euro verpflichten, besteht ein Wechselkursrisiko. Hierunter versteht man Schwankungen des Wechselkurses um den Erwartungswert, z.B. eine Wechselkursprognose. Wechselkurs­unsicherheit, d.h. die mangelnde Prognostizierbarkeit des zukünftigen Wechselkursverlaufs, tritt für Marktakteure also immer dann auf, wenn erstens ein Geschäft in ausländischer Währung abgewickelt wird, dabei zweitens Hin- und Rücktausch zeitlich auseinander fallen und drittens der Wechselkurs zwischen beiden beteiligten Währungen flexibel ist.[9] Die Unsicherheit bezüglich des Wechselkurses ist umso größer, je stärker die zuvor beobachtbare Wechselkursvolatilität ist.[10] Das Wechselkursrisiko lässt sich in verschiedene Ausprägungen unterteilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Formen des Wechselkursrisikos[11]

Das Transaction Exposure bezeichnet hier das Wechselkursrisiko i.e.S. sowie Swapsatzrisiken. Das Translation Exposure (oder Accounting Exposure) gibt das Bilanzrisiko wieder und das Economic Exposure betrachtet als Messgröße alle zukünftigen Zahlungsströme.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen einer Wechselkursveränderung sind von folgenden Einflussfaktoren abhängig:

1. Währungsexposure (interne Komponente):

Das Währungsexposure ist die Gesamtheit der betraglich und zeitlich offenen Devisenpositionen.

2. Wechselkursentwicklungen (externe Komponente):

Die Wechselkursentwicklungen ergeben sich aus den Kursvolatilitäten und aus der Korrelation der Kurse.[12]

Je ausgeprägter beide Komponenten sind, d.h. je größer die Gesamtheit der Währungspositionen ist bzw. je volatiler die jeweiligen Währungen sind, umso größer ist das Wechselkursrisiko.

Kommt es nun während der Kreditlaufzeit zu einer Kursveränderung, hat der Kreditnehmer die Chance auf eine zusätzliche „Rendite“ in Form eines Währungsgewinns, bei Abwertung der ausländischen Währung gegenüber dem Euro. Allerdings hat der Kreditnehmer bei Aufwertung der ausländischen Währung auch das Risiko Währungsverluste zu erleiden. Hier müsste er nämlich zum Zins- bzw. Tilgungszeitpunkt mehr zurückzahlen als bei Aufnahme des Kredites.

Das Wechselkursrisiko am Beispiel einer Kreditaufnahme in Schweizer Franken:

Ein Kunde A entscheidet sich zur Aufnahme eines Kredites in CHF im Gegenwert von 100.000,- EUR. Der aktuelle Kurs beträgt per 11.02.2008: 1,5950 EUR/CHF[13].

100.000 EUR * 1,5950 = 159.500,- CHF

Kunde A hält nun einen Kredit in Höhe von 159.500,- CHF. Die Laufzeit beträgt hier in der Beispielrechnung 1 Jahr.

1. Annahme:

Es kommt während der Kreditlaufzeit zu einer Abwertung des CHF und der Kurs am Rückzahlungstag (11.02.2009) beträgt: 1,6800 EUR/CHF:

159.500,- CHF : 1,6800 = 94.940,48 EUR

Der Kreditnehmer muss also anstatt 100.000,- EUR, lediglich 94.940,48 EUR (ohne Zinsen!) zurückzahlen. Somit ergäbe sich ein Währungsgewinn von 5.059,52 EUR.

2. Annahme:

Während der Kreditlaufzeit wird der CHF gestärkt und es kommt zu einer Aufwertung gegenüber dem Euro. Der Kurs beträgt zum 11.02.2009: 1,5400 EUR/CHF.

159.500,- CHF : 1,5400 = 103.571,43 EUR

Kunde A erleidet also einen Währungsverlust in Höhe von -3.571,43 EUR.

2.3 Instrumente zur Kurssicherung

2.3.1 Das Devisenkassageschäft

Als Einführung in die Kurssicherungsinstrumente sollte man zuerst die Wirkungsweise eines Devisenkassageschäftes betrachten. „Das Devisenkassageschäft stellt den Tausch einer Währung in eine beliebige andere handelbare Währung dar“.[14] Die entsprechenden Zahlungsströme fließen, wie weltweit üblich, zwei Bankarbeitstage nach Handelstag. Geht man also davon aus, dass ein Kunde einen Währungskredit am 06.02.2008 gehandelt hat, so bekäme er die gekaufte Währung am 08.02.2008 von seiner Bank auf das Währungskonto gutgeschrieben. Sollte aber zwischen Handelstag und Valutatag (zwei Arbeitstage später) ein Samstag, Sonntag oder Feiertag liegen, verschiebt sich die Ausführung der Transaktion jeweils um diese Anzahl der Tage nach hinten. Als Feiertag gelten hier gesetzliche Feiertage in den jeweiligen Tauschwährungen sowie Feiertage in den USA, an denen grundsätzlich keine Währung gehandelt wird, sondern lediglich Neugeschäfte akquiriert werden.

Beispiel:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Valutatage

Im oben stehenden Beispiel hat ein Kunde am Donnerstag, 17.01.2008, einen Handel abgeschlossen. Durch das Wochenende würde sich die Auszahlung nun eigentlich auf Montag 22.01.2008 verschieben, jedoch ist hier ein US-Feiertag, sodass sich die Valuta auf Dienstag verschiebt.

Das Devisenkassageschäft ist im eigentlichen Sinne kein Absicherungs­instrument, sondern lediglich eine strategische Entscheidung des Währungsmanagements. Geht man beispielsweise davon aus, dass ein Währungskredit in CZK in einem Monat zur Rückzahlung ansteht und man gleichzeitig vermutet, dass der Kurs zu diesem Zeitpunkt schlechter ist als heute, kann man durch ein Devisenkassageschäft schon heute die CZK kaufen und bis zum Rückzahlungstag in einem Monat halten. Für diese Variante der Kurssicherung ist allerdings eine sehr ausgeprägte Währungsmeinung wichtig, weil es, in den vier Wochen, in denen der die Währung früher gekauft wird, ebenfalls möglich ist, dass sich die Währung wider erwarten verbessert. Rentabel ist diese Variante darüber hinaus auch nur, wenn der Kursicherungseffekt und der Zinsertrag höher sind, als der Zinsaufwand durch die Beschaffung der zu bindenden Finanztitel. Die Quantifizierung des Kurssicherungseffekts erfolgt hierbei, indem man den Kurssicherungseffekt den Kosten der nächst günstigsten Kurssicherungsalternative entgegensetzt.[15] Man hat hierbei also die volle Chance als auch das volle Risiko, dennoch ist das Kassageschäft unter bestimmten Aspekten z.B. wenn Kurssicherungs­instrumente ungewöhnlich hohe Kosten verursachen würden, und unter einer bestimmten Erwartungshaltung zur Währungsentwicklung, ein sinnvolles Instrument, das keine Absicherungs­kosten verursacht.[16]

2.3.2 Das Devisentermingeschäft

„Das Devisentermingeschäft ist eine Verpflichtung zwischen einer Bank und einem Kontrahenten, an einem bestimmten Tag (ungleich der Standardvaluta des Kassageschäftes), zu einem fixen Kurs (Devisenterminkurs), eine definierte Summe an Währung gegen eine andere Währung zu kaufen oder zu verkaufen“.[17] Beim Abschluss eines solchen Geschäfts gehen also beide Parteien feste Verpflichtungen ein.

Das Devisentermingeschäft i.e.S. wird auch als Outright-Geschäft oder Solo-Termingeschäft bezeichnet. Ein Outright-Geschäft besteht also darin, dass ein Devisenbetrag zu einem bestimmten Erfüllungstag in Zukunft, schon vorab, entweder gekauft oder verkauft wird. Diese Art von Termingeschäft kommt vor allem für die Sicherung von Währungsforderungen und –verbindlichkeiten in Betracht. Bei einem solchen Geschäft kann ein Exporteur zum Beispiel eine Forderung in Währung, zu einem früheren Zeitpunkt als dem Erfüllungstag, vorab auf Termin verkaufen. Somit ist er keinen Kursschwankungen mehr unterlegen.[18]

In Verbindung mit einem Währungskredit verpflichtet sich der Kunde gegenüber der Bank zum Fälligkeitstag den Kreditbetrag zum festgelegten Terminkurs zurückzuzahlen und die Bank verpflichtet sich ebenso, die Rückzahlung (i.d.R. in Euro) zum vereinbarten Kurs anzunehmen. Ebenso wie bei der Absicherung durch ein Devisenkassageschäft, muss der Kreditnehmer auch hier eine ausgeprägte Meinung zur zukünftigen Wechselkursentwicklung haben. Geht er zum Beispiel davon aus, dass die Währung des Auslands aufwertet, ist das schlecht für ihn, denn er müsste im Vergleich mehr Euro zurückzahlen. Hier würde sich nun eine Kurssicherung durch ein Devisentermingeschäft lohnen. Wenn er der Meinung ist, der Kurs hat sein, für ihn, bestmögliches Niveau erreicht, kann er sich den Kurs einige Monate vor Fälligkeit des Kredites sichern. Somit wäre er für die Restlaufzeit keinen Währungsschwankungen mehr ausgesetzt.

Die Laufzeiten von solchen Termingeschäften sind im Allgemeinen 1, 2, 3, 6 oder 12 Monate. In Ausnahmefällen allerdings sogar bis zu 10 Jahren. Als OTC gehandeltes Produkt, d.h. nicht standardisiert, also nicht börsengehandelt, können die Modalitäten (z.B. Laufzeit, Betragshöhe) individuell festgelegt werden.

Die Kursbildung am Devisenterminmarkt entspricht allerdings nicht genau dem jeweiligen Kassakurs des Handelstages. Dem Tageskurs wird nämlich jeweils ein Terminaufschlag (Report) aufgerechnet bzw. ein Terminabschlag (Deport) abgezogen.

[...]


[1] www.wikipedia.de, 2008-02-08

[2] vgl. Anhang, Referenzzinssätze CHF/EUR/JPY

[3] vgl. www.wikipedia.de, 2008-02-08

[4] vgl. Brückmann/Patzig (2004) S. 2ff

[5] Tagesmittelkurse 2008-02-11

[6] vgl. Brückmann/Patzig (2004) S. 2ff

[7] vgl. www.wikipedia.de, 2008-03-21

[8] vgl. Brückmann/Patzig (2004) S. 2ff

[9] vgl. www.wikipedia.de, 2008-02-07

[10] vgl. Fastrich/Hepp (1991) S. 7

[11] vgl. Stocker (2001) S. 57f; Mehring (1996) S. 4

[12] vgl. Schulte/Horsch (2002) S. 301

[13] Tagesmittelkurse 2008-02-11

[14] Priermeier/Stelzer (2001) S. 43

[15] vgl. Eilenberger (2004) S. 155f

[16] vgl. Priermeier/Stelzer (2001) S. 45

[17] Priermeier/Stelzer (2001) S. 46

[18] vgl. Eilenberger (2004) S. 157f

Details

Seiten
62
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836618540
Dateigröße
730 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226098
Institution / Hochschule
Fachhochschule Kaiserslautern – Betriebswirtschaft
Note
2,3
Schlagworte
fremdwährungskredit absicherung kurssicherung zinssicherung risikomanagement

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Titel: Die Absicherung von Währungskrediten