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Analyse der touristischen Vermarktung des Landschaftsparkes Duisburg-Nord mit Handlungsempfehlungen für eine verbesserte touristische Inwertsetzung

Diplomarbeit 2005 116 Seiten

Touristik / Tourismus

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

TABELLENVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung

2. DAS RUHRGEBIET UND DER LANDSCHAFTSPARK DUISBURG-NORD
2.1 Das Ruhrgebiet
2.1.1 Geschichtliche Entwicklung
2.1.2 Strukturwandel
2.2 Vorstellung des Landschaftspark Duisburg-Nord
2.2.1 Geschichtliche Entwicklung und touristische Inwertsetzung
2.2.2 Wesentliche Akteure

3. Tourismus im Ruhrgebiet
3.1 Alleinstellungsmerkmale des Ruhrgebietes
3.2 Industriekultur
3.2.1 Definition und geschichtliche Entwicklung
3.2.2 Typisierung von industriekulturellen Institutionen
3.2.3 Chancen und Risiken
3.3 Kulturtourismus
3.3.1 Definition Kulturtourismus
3.3.2 Formen des Kulturtourismus
3.4 Industrietourismus
3.4.1 Definition und Eingliederung in den Kulturtourismus
3.4.2 Determinanten des Industrietourismus

4. Situationsanalyse der Vermarktung des Landschaftspark Duisburg-Nord
4.1 Kulturmarketing
4.1.1 Begriff Kulturmarketing und Besonderheiten
4.1.2 Komponenten des Kulturmarketing
4.2 Spezifische Anforderungen an Kultureinrichtungen in der touristischen Vermarktung
4.3 Sekundäranalyse der Vermarktung des Landschaftsparks
4.3.1 Einordnung des Landschaftsparks in den Marketingkontext
4.3.2 Betriebsanalyse
4.3.2.1 Zielsetzung
4.3.2.2 Funktionsbereich „Naturschutz“
4.3.2.3 Funktionsbereich „Naherholung und Freizeit“
4.3.2.4 Funktionsbereich „Industriegeschichte und Tourismus“
4.3.2.5 Funktionsbereich „Veranstaltungen an einzigartigen Orten“
4.3.2.6 Funktionsbereich „Berufliche Qualifizierung und Arbeiten“
4.3.3 Marktanalyse
4.3.3.1 Marktabgrenzung
4.3.3.2 Analyse der touristischen Nachfragesituation
4.3.3.3 Analyse der touristischen Konkurrenzsituation
4.3.4 Umfeldanalyse

5. Empirische Analyse zu Möglichkeiten einer verbesserten touristischen Inwertsetzung
5.1 Allgemeines zur Marktforschung im Tourismus
5.1.1 Methoden der Datenerhebung
5.1.1.1 Primärdatenerhebung
5.1.1.2 Sekundärdatenerhebung
5.1.2 Auswahlverfahren
5.1.2.1 Zufallsauswahl
5.1.2.2 Bewusste Auswahl
5.1.3 Gütekriterien
5.2 Aufbau der empirischen Analyse
5.2.1 Zielfestlegung (Definitionsphase)
5.2.2 Bestimmung der Forschungsmethode (Designphase)
5.2.2.1 Wahl der Stichprobe
5.2.2.2 Thematischer Aufbau des Fragebogens
5.2.3 Durchführung der Datenerhebung (Erhebungsphase)

6. Auswertung und Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung der Datenerhebung
6.1 Zusammenfassung und Strukturierung der Ergebnisse
6.1.1 Besucherbefragung im Landschaftspark Duisburg-Nord
6.1.1.1 Themenkomplex Besucherprofil
6.1.1.2 Themenkomplex Zufriedenheit
6.1.1.3 Themenkomplex Veranstaltungen
6.1.1.4 Themenkomplex Angebotserweiterung
6.1.2 Nichtbesucher-Befragung
6.1.2.1 Nicht-Besucher-Profil
6.1.2.2 Ursachen für die Nicht-Wahrnehmung des Parks als Besuchsziel
6.2 Strategische Diagnose
6.3 Handlungsempfehlungen für den Marketing-Mix im Landschaftspark
6.3.1 Produktpolitik
6.3.2 Preispolitik
6.3.3 Distributionspolitik
6.3.4 Kommunikationspolitik
6.3.5 Servicepolitik – Personalpolitik, Ausstattungspolitik und Prozesspolitik

7. SCHLUSSBEMERKUNG UND AUSBLICK

Stichwortverzeichnis

Anhang

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Ruhrgebiet (nach RVR-Abgrenzung)

Abbildung 2: Strukturwandel im Ruhrgebiet – Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Abbildung 3: Arten des Tourismus

Abbildung 4: Untergruppen des Kulturtourismus

Abbildung 5: Lichtinstallation im Landschaftspark Duisburg-Nord

Abbildung 6: Gebläsehallenkomplex des Landschaftspark Duisburg-Nord

Abbildung 7: RA 2005: Urlaubsformen im Aufwind

Abbildung 8: RA 2005: Konsumprioritäten der Deutschen

Abbildung 9: Benutzte Verkehrsmittel der befragten Besucher

Abbildung 10: Häufigkeit des Parkbesuchs

Abbildung 11: Gründe für einen Besuch im Landschaftspark Duisburg-Nord

Abbildung 12: Altersverteilung der befragten Nicht-Besucher

Abbildung 13: Informationsverhalten

Abbildung 14: Gründe für Ausflüge und Kurzreisen

Abbildung 15: Gründe für den Nicht-Besuch des Ruhrgebiets

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Marktsegmente des Landschaftspark Duisburg-Nord

Tabelle 2: Kenntnis Industriekulturelle Einrichtungen

Tabelle 3: Altersstruktur der befragten Besucher des Landschaftsparks Duisburg-Nord

Tabelle 4 : Gruppengröße der befragten Personen

Tabelle 5: Einschätzung der Attraktivitätserhöhung durch neue Angebote

Tabelle 6: SWOT-Analyse: Stärken und Schwächen

Tabelle 7: SWOT-Analyse: Chancen und Risiken

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. EINLEITUNG

1.1 Problemstellung

Dem Ruhrgebiet hängt immer noch das Image des staubigen, dreckigen Kohlenpotts an, der geprägt ist von Industriebrachen, Ruinen und verseuchten Flächen. Dass dieses Bild falsch ist, zeigen die diversen Projekte, in denen alte Industrieanlagen einer neuen Nutzung zugeführt wurden und dadurch die Attraktivität der Region maßgeblich gesteigert haben. Durch verschiedene Arten der Inwertsetzung, sei es als Museum, Landmarke, Landschaftspark, origineller Schauplatz kultureller Veranstaltungen oder neuer Standort für gewerbliche Einrichtungen, bekommen diese Relikte des Industriezeitalters eine neue Funktion und helfen, das Image dieser Region aufzuwerten.

Diese so genannte „Industriekultur“ ist mittlerweile auch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in der Vermarktung des Ruhrgebietes als Tourismusdestination geworden. Keine andere Region ist so stark von der Industrie geprägt wie das Ruhrgebiet und bietet somit zahlreiche Ansatzpunkte für die Entdeckung durch Kultur- oder Industrietouristen sowie interessierte Ausflügler aus der Umgebung. So ist die Route der Industriekultur, die 46 Industriekultur-Schauplätze verbindet, ein Beispiel für die touristische Erschließung der Region durch eine Themenroute.

Die Vielfalt an industriekulturellen Einrichtungen bringt natürlich auch eine starke Konkurrenz mit sich. Die reine Existenz reicht dabei als Anreiz häufig nicht mehr aus. Denn der Trend im Reise- und Ausflugsverhalten geht weg vom bildungs- hin zum erlebnisorientierten Aufenthalt.[1] Bedingt durch diesen wachsenden Anspruch der Besucher und Touristen an Qualität und Angebotsgestaltung touristischer Einrichtungen auf der einen Seite und starker Preissensibilität auf der anderen Seite, müssen auch Industriekulturdenkmäler diese Bedürfnisse berücksichtigen.

1.2 Zielsetzung

Diese Arbeit soll herausfinden, welche Aktivitäten bzw. welche Aspekte die Attraktivität der Einrichtung erhöhen und somit die Bedürfnisse der Besucher und Touristen nachhaltig befriedigen. Das Untersuchungsobjekt wird der Landschaftspark Duisburg-Nord sein, der als herausragendes Beispiel einer gelungenen Nachnutzung gilt. Seine Vermarktungsaktivitäten werden analysiert und es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die touristische Inwertsetzung noch verbessert und somit eine nachhaltige Ansprache der Zielgruppe erreicht werden könnte.

Das zweite Kapitel beginnt mit einer kurzen Darstellung des Ruhrgebietes und seiner Geschichte und klärt, inwieweit der Strukturwandel der Anlass für die jetzige Situation in der Region ist. Im Anschluss daran wird der Landschaftspark Duisburg-Nord als Untersuchungsobjekt vorgestellt und seine Entstehungsgeschichte näher erläutert.

Die theoretischen Grundlagen zum Tourismus werden in Kapitel drei vermittelt. Dabei wird geklärt, welches die Alleinstellungsmerkmale des Ruhrgebietes sind und welche Tourismusformen sich auf dieser Basis herausgebildet haben. Es werden ebenfalls die Begrifflichkeiten erläutert, die Bestandteil der weiteren Vorgehensweise sind.

Kapitel vier beschäftigt sich mit der Situationsanalyse der Vermarktung des Landschaftsparks. Vorher sind jedoch die marketingtechnischen Besonderheiten der touristischen Vermarktung von kulturellen Einrichtungen zu klären, zu denen Industriekulturdenkmäler selbstverständlich auch zählen. Die Situationsanalyse richtet sich im Wesentlichen nach dem Marketing-Management-Prozess und wendet die Analysen an, die auch zur Erstellung einer Marketingkonzeption durchgeführt werden. Mittels einer Betriebs-, einer Markt- und einer Umfeldanalyse werden Informationen gesammelt, die dann im Weiteren in die strategische Diagnose einfließen.

Im fünften Kapitel schließt sich eine empirische Analyse an, die als zweiter Teil der Situationsanalyse fungiert. Hier wird ein Bild von der momentanen Situation des Parks, insbesondere der Angebotsgestaltung und der Zufriedenheit aus Sicht der Besucher und Touristen gezeichnet. Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen behandelt, bevor im zweiten Teil die Datenerhebung in ihren konkreten Phasen dargestellt wird.

Das sechste Kapitel hat die Auswertung der Daten der empirischen Analyse zum Thema als auch die Zusammenfassung der Ergebnisse. In einer strategischen Diagnose werden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken dargestellt und analysiert und aufgrund dieser Informationen werden Handlungsempfehlungen gegeben. Hier werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Vermarktung des Parks verbessert und das Angebot stärker an die Bedürfnisse der Besucher angepasst werden kann.

Das siebte Kapitel stellt eine kapitelübergreifende Schlussbetrachtung dar. Sie dient vor allem der kritischen Bewertung der Ergebnisse dieser Arbeit.

2. DAS RUHRGEBIET UND DER LANDSCHAFTSPARK DUISBURG-NORD

Im folgenden Kapitel wird die Region Ruhrgebiet vorgestellt. Hierbei ist vor allem die geschichtliche Entwicklung der Region von seinen landwirtschaftlich geprägten Anfängen bis zu seiner schwerindustriellen Blütezeit von Interesse. Besonderes Augenmerk wird auch auf den Strukturwandel im Ruhrgebiet gelegt, der den Anstoß für die Entwicklung des tertiären Sektors gab.[2] Anschließend sollen die Besonderheiten der Region herausgearbeitet werden. Den Abschluss des Kapitels bildet die Vorstellung des Untersuchungsobjektes Landschaftspark Duisburg-Nord.

2.1 Das Ruhrgebiet

In der Vorstellung der Menschen besteht das Ruhrgebiet aus nichts anderem als Werkshallen, Röhren und Schornsteinen, überlagert vom Rauch, Geruch und Lärm der unterschiedlichsten Arbeitsprozesse. Diese Assoziationen sind vor allem durch den Aufstieg des Ruhrgebietes zu einem der größten industriellen Ballungsräume Europas begründet.[3]

Eine territoriale Abgrenzung der Region ist problematisch, da sie weder eine landschaftliche noch ein historisch-politische Einheit darstellt. Lange Zeit besaß die Region noch nicht einmal einen richtigen Namen. So wurden verschiedene Namenskreationen entwickelt, wie „Rheinisch-Westfälischer Industriebezirk“, „Kohlenbezirk“ oder „Ruhrrevier“. Erst um 1930 bürgerte sich der heutige Name ein.[4] Üblicherweise bezeichnet man das Gebiet des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) als Ruhrgebiet. Es besteht aus 11 kreisfreien Städten und 4 Kreisen und umfasst eine Fläche von 4.435 km2 mit 5,3 Mio. Einwohnern. Dies entspricht einer durchschnittlichen Einwohnerdichte von 1.195 Einwohnern pro km2.

Das Ruhrgebiet ist ein Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und wird in seiner Ausdehnung im Osten begrenzt von der Linie Hamm-Hagen, im Südosten durch das Sauerland, im Südwesten durch das Bergische Land, im Westen durch die Region Niederrhein und im Norden durch das Münsterland.

Abbildung 1: Das Ruhrgebiet (nach RVR-Abgrenzung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: O.V. (2004): RVR-Gebiet kompakt, Internet: www.rvr-online.de

Trotz seines Rufs als stark industriell geprägter Raum ist nur 37,6% der Gesamtfläche bebaut. 17,6% der Fläche ist bewaldet und 40,7% unterliegen landwirtschaftlicher Nutzung. Die Schwerindustrie ist demnach zwar ein sehr stark beherrschender Faktor in der Region, nimmt aber flächenmäßig nicht den Raum ein, den man annimmt. Aber auch diese Tatsache kann nicht davon ablenken, dass das Ruhrgebiet eine in erster Linie industriell geprägte Kulturlandschaft ist.[5] Hierzu sei die Homepage der „Route der Industriekultur“ zitiert, die feststellt: „Die Industrialisierung hat es nur in wenigen Räumen der Welt geschafft, einen Raum derart eindrucksvoll zu prägen“.[6]

2.1.1 Geschichtliche Entwicklung

Die Existenz der Steinkohlevorkommen war einer der Hauptfaktoren der Entwicklung dieser Region; sie bildete die Grundlage für nach gelagerte Industrien der Stahl- und Eisenerzeugung. Bis Ende des 18. Jahrhunderts war das Ruhrgebiet hauptsächlich agrarisch geprägt und die größten Städte waren Duisburg und Mülheim an der Ruhr mit jeweils 5.000 Einwohnern. Mit dem wirtschaftlichen Abbau der Kohle ab Anfang des 19. Jahrhunderts begann für das Ruhrgebiet die Industrialisierung. Erst dieser Industrialisierungsprozess führte zur Urbanisierung und es vollzog sich eine explosionsartige Industrie- und Stadtentwicklung, in der die kleinen Siedlungen zu „großstädtischen Agglomerationen“[7] heranwuchsen. So kam es zu einem raschen Bevölkerungszuwachs durch die Zuwanderung von Arbeitskräften vor allem aus dem Osten Europas.

Innerhalb weniger Jahre entstand eine große Anzahl von Schachtanlagen. Um 1860 zum Beispiel existierten bereits 281 Zechen.[8] Aus der Kohle wurde in Kokereien Koks gewonnen, welches in Hochöfen der Eisen- und Stahlindustrie zur Roheisen- und Stahlerzeugung benötigt wurde. Mit der fortschreitenden Industrialisierung konnte durch effizientere Abbaumethoden ein vielfaches Mehr an Kohle gefördert werden. Dagegen nahm die Zahl der Schachtanlagen stetig ab. So betrug die Fördermenge 1860 bei 281 Schachtanlagen 4,3 Mio. t, 1960 hingegen bei 125 fördernden Schachtanlagen 115,4 Mio. t.[9] Diese Entwicklung hielt an bis zur so genannten Kohlekrise 1958.

Aufgrund der Konkurrenz von billigeren Energieträgern wie Erdöl und Erdgas und der Importkohle war die deutsche Steinkohle nicht mehr wettbewerbsfähig. Bis 2003 ging die Jahresproduktion auf 18,2 Mio. t zurück.[10] Die Zahl der Zechen reduzierte sich im gleichen Zeitraum von 147 auf 7.[11] Die ehemaligen Großabnehmer wie die chemische Industrie, die Elektrizitätswirtschaft und, zum Zeitpunkt der Stahlkrise, auch die Stahlindustrie, verloren zunehmend an Bedeutung.

Diese neue Entwicklung führte zu einer völlig neuen Situation im Ruhrgebiet und tiefgreifenden Veränderungen über einen langen Zeitraum, die heute unter dem Begriff Strukturwandel zusammengefasst werden. Dieser Prozess ist auch heute noch nicht abgeschlossen.

2.1.2 Strukturwandel

Laut Hücherig wird unter Strukturwandel „allgemein die Veränderung der sozioökonomischen Struktur .. eines Raumes (verstanden, d. Verf.). Hiervon sind in der Regel auch die Arbeits- und Lebensbedingungen betroffen“.[12] Wichtig ist aber festzustellen, dass dieser Wandel aufgrund einer veränderten Bedarfs- und Nachfragesituation, überholter Produktionsverfahren und unwirtschaftlicher Erlös- und Kostenverhältnisse zustande kommt und sich meist vom primären und sekundären zum tertiären Sektor vollzieht.

Dieses gilt auch für das Ruhrgebiet, das sich seit 30 Jahren im Strukturwandel befindet. Dies kann vor allem mit dem fortschreitenden Deindustrialisierungsprozess durch den Niedergang des Bergbaus und der Stahlindustrie in Zusammenhang gebracht werden. Vor allem die monostrukturelle Ausrichtung und die damit verbundene sehr starke Abhängigkeit von den beiden vorgenannten Industriezweigen haben den Prozess des Strukturwandels erschwert.[13] Gemäß der Definition ist auch hier eine Verschiebung vom produzierenden Gewerbe zum Dienstleistungssektor zu verzeichnen, wie die untenstehende Grafik veranschaulicht.

Abbildung 2: Strukturwandel im Ruhrgebiet – Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: O.V. (2004): Factbook zum Wachstums- und Beschäftigungspakt Ruhr, S.19

Allein im Montanbereich wurde zwischen 1960 und 2003 ein Verlust von rund 500.000 Arbeitsplätzen registriert.[14] Im Dienstleistungssektor hingegen konnten viele Arbeitsplätze geschaffen werden, so verspricht zum Beispiel der Tourismus ein Wachstumsbereich für das Ruhrgebiet zu sein.[15]

2.2 Vorstellung des Landschaftspark Duisburg-Nord

Ein herausragendes Beispiel dieses Strukturwandels ist der Landschaftspark Duisburg-Nord. Als einer der bedeutendsten Bausteine der Internationalen Bauausstellung (IBA) und Ankerpunkt der „Route der Industriekultur“ nimmt der Park in der Kulturlandschaft des Ruhrgebietes eine besondere Stellung ein. Zuvor war es 80 Jahre als Hüttenwerk Meiderich ein wichtiger Bestandteil der Industrielandschaft Ruhrgebiet bis es 1985 stillgelegt wurde.

2.2.1 Geschichtliche Entwicklung und touristische Inwertsetzung

Das Hochofenwerk Meiderich wurde am 7. März 1902 von der „AG für Hüttenbetrieb“, einem Teilbereich der Firma Thyssen & Co., gegründet. Im Laufe der nächsten 60 Jahre wurde der Betrieb unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt und wurde letztendlich bis zur Stilllegung 1985 als „Hochofenwerk, Hüttenbetrieb Meiderich“ geführt. Jahrelang galt der Hüttenbetrieb als „Apotheke des Ruhrgebiets“[16], weil in kürzester Zeit Eisen in verschiedenen Sonderqualitäten produziert werden konnte.

Im Zuge des Strukturwandels musste auch der erst kürzlich modernisierte Hüttenbetrieb Meiderich am 4. April 1985 stillgelegt werden. Im Anschluss an die Stillegung setzten auf verschiedenen Ebenen Diskussionen über die Zukunft des Standortes ein, insbesondere über Abbruch oder Instandhaltung des Betriebes. Die Stadt Duisburg wollte im Rahmen der Stadtentwicklung neue Gewerbe- und Industriegebiete im Stadtbereich erschließen. Als Ausgleich für diese Erschließung musste aber ein „ökologischer und flächenmäßiger Ausgleich“[17] nachgewiesen werden. So entschied man sich, den ehemaligen Hüttenbetrieb Meiderich zu einem Landschaftspark zu machen. Diese Fläche diente als Ausgleichsfläche für die gewerbliche Erschließung anderer ökologisch wertvoller Flächen in Duisburg.

Die Mehrheit im Rat favorisierte zunächst eine „völlige Umwandlung“[18] des Geländes. Dies stieß aber besonders bei vielen Bürgern und Initiativen auf Widerstand, die sich für den Erhalt des Hüttenbetriebes als Industriedenkmal einsetzten. Dieser Wunsch wurde erst konkreter, als sich das Land Nordrhein-Westfalen 1988 dazu entschied, eine Internationale Bauausstellung in der Emscherregion durchzuführen.

Im Mai 1989 kaufte die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) der Thyssen Stahl AG das Gelände zum symbolischen Preis von einer D-Mark ab und übertrug es in den Grundstücksfond Ruhr.[19] Zur gleichen Zeit wurde beschlossen, den Landschaftspark Duisburg-Nord als Projekt der IBA Emscher Park anzumelden. Wenige Monate später wurden 19,1 Mio. DM Strukturhilfemittel des Bundes im Rahmen der „Zukunftsinitiative für die Montanregionen“ (ZIM) zur Verfügung gestellt.[20]

Die LEG wurde in diesem Zuge damit betraut, Konzeptionen für einen Landschaftspark Duisburg-Nord zu entwickeln. Von einer Expertenkommission wurde empfohlen, die gesamte Hochofenanlage aus Kostengründen, „als integralen Bestandteil des Landschaftsparks Duisburg-Nord“[21] zu erhalten. Diese Entscheidung deckte sich auch mit den Zielen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park, die den Erhalt von Industriestätten als Zeugen der Zeitgeschichte immer wieder als wichtiges Element für die Bewahrung der kulturellen Identität der Region herausstellte.

Mit dem 200 ha umfassenden Projekt Landschaftspark Duisburg-Nord, das sich im Duisburger Stadtteil Meiderich befindet, wurde ein „Park neuen Typs“[22] entwickelt. In einem internationalen Planungsverfahren setzte sich das Konzept des Planungsteams Prof. Latz + Partner durch.[23]

Die Idee der Landschaftsarchitekten um Prof. Peter Latz wird wie folgt skizziert:

„Die Idee ist, vorhandene, durch die industrielle Nutzung geprägte Strukturen aufzugreifen, weiterzuentwickeln und mit einer neuen Syntax neu zu interpretieren. Dabei werden die vorhandenen Fragmente zu einer neuen “Landschaft“ zusammengefügt“.[24]

Nach diesem Konzept wurde die Entwicklung des Landschaftsparks Duisburg-Nord in sieben verschiedenen Entwicklungsbereichen begonnen, wobei die alten Industrieanlagen und –flächen in die Planung miteinbezogen und das vorhandene Arten- und Biotopschutzpotenzial berücksichtigt wurden. Zudem musste aufgrund der vorhandenen industriellen Altlasten eine sensible Umgestaltung erfolgen.[25] Viele verseuchte Flächen wurden versiegelt oder abgedeckelt, so dass keine Gefahr für die Besucher des Parks mehr bestand.

1994 wurde der Park zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Von da an entwickelte sich ein lebendiger Park, der sehr gut von der eigenen Bevölkerung wie auch von Besuchern aus umliegenden und ferneren Regionen angenommen wurde. Die Einrichtungen des Parks werden in Kapitel 4.3.2 näher erläutert.

2.2.2 Wesentliche Akteure

Seit 1997 steuert die Landschaftspark Duisburg-Nord GmbH - eine von der Stadt Duisburg eingesetzte Betriebsgesellschaft - die weitere Entwicklung und Vermarktung des Parks. Zwischenzeitlich wurde diese Gesellschaft in die Duisburg Marketing GmbH eingegliedert. Sie agiert im Auftrag der Stadt und des Landes Nordrhein-Westfalen, das weiterhin Eigentümer des Landschaftsparks ist. Wesentliche Aufgabe der Betriebsgesellschaft ist die Planung der weiteren Entwicklung sowie die permanente Pflege, Instandsetzung und Instandhaltung der Flächen und Anlagen. Daneben gilt es, die einzelnen Veranstaltungsstätten bestehend aus drei Hallen (Gebläsehallenkomplex, Kraftzentrale und Gießhalle) sowie Außenbereiche für Events aller Art zu vermarkten.

Die Besucherbetreuung wurde an die Agentur „Tour de Ruhr GmbH“ ausgegliedert, die das Informationsbüro betreut und Führungen durch den Park anbietet. Zusätzlich arbeitet die Agentur auch als Reiseveranstalter und Incentiveagentur und bietet Touren durch das Ruhrgebiet und Pauschalangebote an und erarbeiten Incentiveprogramme für Gruppen und Firmen.

3. Tourismus im Ruhrgebiet

Dieses Kapitel wird sich mit dem Tourismus im Ruhrgebiet befassen. Zunächst werden die Alleinstellungsmerkmale herausgestellt, die das Ruhrgebiet zu einem interessanten Ort für die touristische Vermarktung werden lassen und anhand derer man mögliche Tourismusformen festmachen kann. Aufgrund der Vielzahl und Vielfalt von industriellen Hinterlassenschaften sind die Industriekulturdenkmäler herauszustellen, die im weiteren Verlauf des Kapitels näher definiert und typisiert werden. Darauf aufbauend wird die Tourismusart Kulturtourismus und im Speziellen die Sonderform Industrietourismus näher untersucht. Diese Art des Tourismus ist für das Ruhrgebiet und sein Angebot nahezu natürlich vorgegeben.

3.1 Alleinstellungsmerkmale des Ruhrgebietes

[26]

Das Ruhrgebiet ist nicht unbedingt bekannt für sein touristisches Angebot und seinen hohen Erholungswert. Bundesländer wie Bayern und Mecklenburg-Vorpommern, Regionen wie der Schwarzwald und das Erzgebirge oder Städte wie Berlin und Dresden haben eine wesentlich höhere touristische Anziehungskraft als das Ruhrgebiet oder Städte wie Duisburg und Gelsenkirchen. Dies mag vor allem am schlechten Image der Region als Industrieraum liegen. In einer bundesweiten Imagestudie des RVR zur städtetouristischen Bedeutung des Ruhrgebietes zeigte sich, dass die Region noch immer überdurchschnittlich oft mit den Begriffen „Kohle“, „Stahl“ und „Industrie“ in Verbindung gebracht wird. An zweiter Stelle folgen die Begriffe „Ballungsraum“ und „Großstädte“.[27]

Eine weitere Besonderheit der Region ist seine ethnische Vielfalt. Aufgrund des großen Zustroms von ausländischen Arbeitnehmern während der Blütezeit der Schwerindustrie hat sich das Ruhrgebiet zur Heimat vieler ethnischer Gruppen entwickelt, die nun schon in mehreren Generationen in dieser Region leben. So hatte zum Beispiel die ausländische Bevölkerung 1997 in Duisburg einen Anteil von 17% an der Gesamtbevölkerung der Stadt.[28] Diese Vielfalt prägt das Ruhrgebiet und macht es zu einem interessanten Ort, an dem internationale kulturelle Eigenheiten ebenso verschmelzen wie eigenständig nebeneinander existieren und anerkannt werden.

Das Ruhrgebiet ist ein „polyzentrischer Ballungsraum“.[29] Laut HÜCHERIG bedeutet dies „eine Ansammlung von vielen Siedlungskernen, die sich sehr selbständig und selbstbewusst ihre Eigenständigkeit bewahren“.[30] Es gibt kein Oberzentrum oder eine „Hauptstadt“ in dieser Region. Jede Stadt hat sich ihre eigene Identität bewahrt und trägt somit zu einem vielschichtigen Bild des Ruhrgebietes bei. Die Vorteile dieses Ballungsraumes liegen noch in anderen Bereichen. So verfügt das Ruhrgebiet, begründet in seiner Funktion als industrielles Zentrum, über einen Standortvorteil aufgrund seines sehr gut ausgebauten Verkehrsnetzes, sowohl in Bezug auf den Privatverkehr als auch im Hinblick auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Zusätzlich ist die Größe des Marktes, den das Ruhrgebiet erschließt, beachtlich: In einem Umkreis von 250km leben 60 Mio. Menschen. Dies sind mehr als 15% der EU-Bevölkerung.[31]

Ein weiterer positiver Faktor ist die hohe Zufriedenheit der Einwohner der Region. Es ist eine starke Bindung aufgrund regionaler Identität festzustellen. Image-Analysen des RVR von 1993 und 1998 belegen eine „starke Verbundenheit und Identifikation“. 1993 bestätigten 69% der Befragten, dass sie gerne im Ruhrgebiet wohnen, 1998 waren es 81%.[32] Dabei fällt auch auf, dass das Ruhrgebiet insgesamt von seinen Bewohnern besser beurteilt wird als von Außenstehenden. Diese positive Einstellung zur Region ist ein wichtiger Pluspunkt im Binnenmarketing und auch in der touristischen Vermarktung der Region.

Das vielleicht wichtigste Alleinstellungsmerkmal im Hinblick auf die touristische Erschließung und Vermarktung des Ruhrgebietes liegt aber in der Vielzahl und Vielfalt von Industriebrachen und Industriedenkmälern. Durch einen tief greifenden Werte- und Geschmackswandel findet ein immer breiteres Publikum Interesse an den Hinterlassenschaften der Industrie. Nicht mehr die Beseitigung der Spuren der alten industriellen Zeit steht im Vordergrund, sondern der Erhalt dieser Bauwerke. Diese Tatsache ist von großer Bedeutung für die Entwicklung des Ruhrgebietes als touristischer Anziehungspunkt.

3.2 Industriekultur

Das Ruhrgebiet ist sehr industriell geprägt. Aufgrund des Strukturwandels wurden viele Betriebe stillgelegt und haben ihre Funktion verloren. Diese Tatsache löst nicht unbedingt positive Emotionen in der Bevölkerung oder bei Besuchern aus.[33] Die Erinnerung an die Zeit der Arbeitskämpfe, Kündigungen, Betriebsstilllegungen und Arbeitslosigkeit ist noch zu frisch, um Hochöfen, Zechen oder Malakowtürme als historisch wichtige und erhaltenswerte Denkmäler anzusehen. Man wollte ein „modernes“ Lebensumfeld durch einen radikalen Strukturwandel und dies musste durch die Beseitigung der alten Industriebetriebe geschehen. Auf dieses Problem verweist auch SOYEZ wenn er ausführt, dass „für viele Menschen es bis heute ein überraschender, wenn nicht gar abwegiger Gedanke ist, dass stillgelegten Industrieanlagen irgendein Wert aus ästhetischer, architektonischer oder kulturhistorischer Sicht beigemessen werden könnte“.[34]

3.2.1 Definition und geschichtliche Entwicklung

Will man den Begriff Industriekultur definieren, so findet man zwei Interpretationsansätze. SOYEZ benutzt einen eher objektbezogenen Ansatz, der dem englischen Begriff „industrial archaeology“ sehr nahe kommt und definiert Industriekultur als „dingliche Zeugen (in der Regel also Bauten und Anlagen jeder Art), an denen spezifische Stadien und Funktionen von Industrialisierungsprozessen abzulesen sind“.[35] Das Objekt, hier also die Zeche, der Hochofen oder die Halde, wird in den Mittelpunkt der Definition gestellt.

Einen weniger objektbezogenen, sondern vielmehr ganzheitlichen Ansatz wählt eine andere Gruppe, in dem sie feststellt: „Dieser Begriff steht für die Beschäftigung mit der Kulturgeschichte des industriellen Zeitalters: Die Geschichte der Technik, die Sozialgeschichte der Arbeit, die Architekturgeschichte der Fabriken, die Entwicklung des geographischen Raumes … all dies sind Facetten der Industriekultur“.[36] Hier werden nicht nur, wie bei SOYEZ, die eigentlichen Bauwerke als Industriekultur angesehen, sondern dieser Ansatz legt den Schwerpunkt auf die Kultur des Industriezeitalters oder, wie das Netzwerk Europäische Kultur der Arbeit (NEKTAR) es ausdrückt, die „Kultur der Arbeit“[37]

Beide Ansätze stellen allerdings heraus, dass die Zeit der Industrialisierung genauso eine kulturelle Epoche kennzeichnet wie andere Zeitabschnitte auch und nutzen einen erweiterten Kulturbegriff: „sämtliche materielle Artefakte einer Epoche oder einer Region (werden, d. Verf.) als ‚kulturelle’ Äußerungen einer Gesellschaft angesehen“.[38] So wie zu früheren Zeiten die gotischen Kathedralen, symbolisieren die alten Industrieanlagen die typischen Verhältnisse der Industrialisierung mit ihrer eigenen Ästhetik.

Diese Denkweise wird noch nicht sehr lange vertreten. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auch zeitgenössische Industriebauten und –anlagen als denkmalwert angesehen.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Erhalt von Industriedenkmälern aufgrund der großflächigen Zerstörung zu Gunsten der Bau- und Kunstdenkmäler erst einmal zurückgestellt. Seit Ende der 1970er Jahren werden Industrieanlagen mehr und mehr als historische Bestandteile der Städte wahrgenommen und stehen somit auf einer Stufe mit historischen Bauten früherer Epochen, wie Schlössern oder Stadtmauern.

Im Laufe der Zeit setzte sich auch die Ansicht durch, dass diese stillgelegten Industrieareale identitätsstiftende Standortfaktoren ganzer Regionen sind.[39] Diese Sichtweise musste sich allerdings erst auch in der Bevölkerung durchsetzen, die die Überreste stillgelegter Industrieanlagen eher als „Signale des Niedergangs“[40] ansahen. Für sie behinderten sie den Fortschritt, die Weiterentwicklung der Region und waren auf der anderen Seite auch noch Image schädigend, weil alte Industrieanlagen das Bild vom industriell geprägten Ruhrgebiet immer noch unterstützten.

Heute hat sich diese Denkweise etwas geändert, weil viele Industriebrachen oder –anlagen neuen Nutzungen zugeführt wurden.[41] Sie werden Ziele von Tagesausflügen, Orte der Naherholung, Museen der Industriegeschichte oder auch „Special Locations“ für kulturelle Veranstaltungen. Durch die Schaffung von touristischer Infrastruktur wird der Versuch unternommen, „die Kulturgeschichte der Industrialisierung als wichtigen Beitrag zur Identität .. (der d. Verf.) Region und als Wertschöpfungsfaktor für Tourismus“[42] zu entwickeln. Diese Tatsache ist zu einem großen Teil auch der Internationalen Bauausstellung Emscher Park zu verdanken, die einen wichtigen Beitrag zur Inwertsetzung von alten Industriearealen geleistet hat.

In diesem Sinne kann man die verschiedenen Interpretationsansätze zu Beginn des Kapitels noch einmal aufgreifen und feststellen, dass Industriekultur zum einen aus den Bauwerken und Anlagen des Industriezeitalters besteht, dass durch diese Bauten aber auch ein Zugang zur Sozialgeschichte und Lebensweise der Menschen dieses Zeitalters erlebbar gemacht wird.

3.2.2 Typisierung von industriekulturellen Institutionen

Die Neunutzung von alten Industriearealen kann auf verschiedene Weisen geschehen. So können Industrieflächen und –gebäude für gewerbliche Zwecke erhalten und entsprechend aufbereitet werden. In ihnen können neue Dienstleistungen und Firmen untergebracht werden, die ursprünglich nichts mit dem ehemaligen Zweck der Anlage zu tun hatten, sondern im Rahmen des Strukturwandels entstanden sind und nun einen Ort brauchen, um sich anzusiedeln. Stadtplaner finden demnach in diesen industriellen Bauten wertvolle Ressourcen, die die innerstädtischen Flächen schonen, indem nicht „auf der grünen Wiese“ neu gebaut werden muss, sondern schon vorhandenes Potential neu genutzt werden kann.

In diesem Kontext sind auch kulturelle und touristische Nutzungsformen möglich, auf denen hier der Focus der Betrachtung liegt.

RINGBECK beschreibt insbesondere drei Möglichkeiten des Umgangs mit industriellen Anlagen.[43] Eine Möglichkeit ist die Nutzung des Gebäudes in Form von Museen oder kulturellen Begegnungsstätten. Dies dient vor allem der Dokumentation der Wirtschafts- und Sozialgeschichte mit Hilfe der authentischen Standorte. Eine andere Nutzungsform ist die „Monumentarisierung“. Hier werden z.B. Fördertürme oder Hochöfen mit relativ geringem Aufwand als so genannte „Landmarken“, Identifikationspunkte in der Landschaft, erhalten. Und als dritte Möglichkeit wird die Inszenierung erwähnt, die eine temporäre Nutzung von Industriedenkmälern als Ausstellungsort oder künstlerisches Objekt selbst vorsieht. Diese drei Nutzungsarten versprechen, je nach Ausgestaltung des Angebotes, eine hohe touristische Attraktivität.

Allerdings zeichnen sich hier auch Chancen und Risiken der Umnutzung und der touristischen Vermarktung ab.

3.2.3 Chancen und Risiken

Ehemalige Industriestandorte werden nicht von allein und nicht über Nacht interessant für Touristen, sie müssen vielmehr erlebnisorientiert aufbereitet und gezielt touristisch inwertgesetzt werden, um Besucher anzuziehen.[44] Dies beinhaltet natürlich Chancen und Risiken für die industriellen Objekte und ihre Umgebung.

Ein großer Vorteil der inwertgesetzten Bauten ist die Möglichkeit, die industrielle Geschichte direkt am Originalschauplatz vermitteln zu können. Besucher können die Originaldimensionen dieser Anlagen wahrnehmen, anstatt bestimmte Gegenstände nur im Museum und aus dem Kontext gerissen anzuschauen. Menschen besuchen nach der Inwertsetzung eine Region, die zuvor kulturell gesehen noch vergleichsweise uninteressant war und nutzen das entwickelte und neues Interesse weckende endogene Potential dieser Gegend.[45] Diese Entwicklung trägt positiv zu einer verstärkten lokalen und regionalen Identität bei und verbessert zudem das Außenimage der Region. Die ehemalige Industrielandschaft Ruhrgebiet wird zu einem kulturellen und zunehmend touristischen Ort mit interessanten und unverwechselbaren Angeboten. Industriedenkmäler werden zu neuen Markenzeichen der Region.[46] Die Anwohner entwickeln mehr und mehr Stolz für „ihre“ Industriedenkmäler, wie auch das Ergebnis einer Umfrage des RVR von 1998 zeigt: 54% der Bewohner der Region „präsentieren das Ruhrgebiet gerne auswärtigen Gästen“.[47]

Eine langfristige und zumindest teilweise Finanzierung der Anlagen und Bauten durch Eintrittsgelder in Museen oder Vermietungen von Industriehallen ist ebenfalls möglich. So erreichen die Träger oder Betriebsgesellschaften der Industriedenkmäler ein Stück Eigenständigkeit und entlasten die Haushalte der Kommunen oder Länder. Zudem werden in einer Region mit hoher Arbeitslosigkeit neue Arbeitsplätze geschaffen, sei es in der Pflege der Landschaft, als Angestellte in Museen oder in der Gastronomie. Nicht zu vergessen ist auch, dass eine Nutzung ehemaliger Industrieobjekte wichtig ist für den Schutz und den Erhalt der Anlagen. Ein Bauwerk, das nicht einer eigenen sozialen Kontrolle unterliegt wird sehr schnell von Vandalismus zerstört und verfällt durch den Einfluss der Witterungen. Letzteres wäre natürlich aus stadtplanerischer Sicht nicht wünschenswert.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die gegenseitige Beeinflussung, die der Erhalt von Industriedenkmälern und die Nutzung durch kulturelle Institutionen auslöst. Viele Kulturveranstaltungen in alten Industrieobjekten werden auch von eher „Kulturfremden“[48] aufgesucht, die vorrangig die Atmosphäre dieser Anlagen reizt. So werden Menschen, die vorher kulturellen Ereignissen eher skeptisch gegenüberstanden über dem Umweg der Industriekultur als neue Zielgruppe erreicht. Auf der anderen Seite wird ein auf die Hochkultur spezialisiertes Publikum aufmerksam auf die so genannte Alltagskultur und die neuen Formen des kulturellen Angebotes.

Neben den positiven Aspekten und Chancen der Industriekultur sollten auch die Risiken nicht vergessen werden, die nach der Beseitigung der Altlasten bei der Inwertsetzung und anschließenden Vermarktung zu beachten sind. So können bei der Umnutzung von ehemaligen Industrieanlagen vor allem für touristische Zwecke emotionale Probleme entstehen. Angesichts der Tatsache, dass viele Bewohner aufgrund des Strukturwandels ihren Arbeitsplatz verloren haben, ist es oft schwer zu vermitteln, dass der stillgelegte Betrieb nun in eine Besucherattraktion umgewandelt werden soll.[49]

Ist die Umnutzung einmal durchgeführt, besteht - wie HÜCHERIG sich ausdrückt - die Gefahr der „Zerstörung des authentischen Erlebnisses durch eine Inszenierung“.[50] Bei der Vermarktung des Angebotes kann es geschehen, dass die harten Arbeitsbedingungen verklärt werden und eine „Industrieromantik“[51] entsteht, die in keinerlei realem Bezug zu den tatsächlichen Bedingungen dieses Zeitalters stehen. Es ist also wichtig, dass alte industrielle Objekte „nicht zu Kulissen degradiert werden“[52], sondern dass deren ehemaliger Sinn und Zweck kommuniziert und entsprechend verstanden wird.

Eng verbunden mit dem vorgenannten Aspekt ist auch die Gefahr des „Verheizens des kulturellen Erbes durch die Tourismusindustrie“.[53] Die Möglichkeit, industriekulturelle Objekte zu besichtigen und hautnah zu erleben, birgt die Gefahr der Abnutzung der Bausubstanz, Umweltverschmutzung und Überfüllung der Anlage. Dies sollte bei der Konzeption und Vermarktung als touristischer Ort beachtet werden, um negative Folgen für das Industriedenkmal zu vermeiden.

Bei all der Orientierung auf eine Vermarktung und die Hoffnung auf ein „Sich-Rechnen von Kultur“[54] sollte nicht vergessen werden, dass es sich um ein kulturelles Produkt handelt, das in erster Linie die regionale Kulturlandschaft bereichern soll. Deshalb ist es wichtig, auch lokale und regionale Akteure mit einzubinden und so die regionale Identität zu stärken. Ist dies nicht der Fall, könnte leicht die Gefahr einer Isolierung des Kulturdenkmals entstehen.

3.3 Kulturtourismus

Um die Industriekultur effektiv touristisch zu vermarkten, muss zuerst eine geeignete Tourismusform identifiziert werden, die genau die oben genannten Aspekte - Industriegeschichte, Kultur und regionale Identität – als Reisemotiv hat. Der Kulturtourismus erscheint für diese Zielsetzungen und Motive am geeignetsten. Zuerst ist eine Eingliederung des Kulturtourismus in den Gesamtzusammenhang des Tourismus wichtig. Wie die Grafik verdeutlicht kann Kulturtourismus als eine Tourismusform, wie Erholungs-, Sport-, Gesundheits- oder Geschäftstourismus, verstanden werden.

Abbildung 3: Arten des Tourismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Freyer, W. (1988), Steinbach, J. (2003)

Tourismus allgemein wird nach FREYER definiert als ein vorübergehender Ortswechsel von Personen, wobei eine unterschiedlich weite Abgrenzung des Begriffes nach den Kriterien Entfernung vom Wohnort, Reisedauer und Reisemotiv erfolgt.[55]

3.3.1 Definition Kulturtourismus

Zuerst muss geklärt werden, was unter Kulturtourismus generell verstanden wird. DREYERS pragmatische Definition des Begriffs Kulturtourismus hat das Reisemotiv als Schwerpunkt der Definition und dient als erster Einstieg in die Thematik:

„Mit Kulturtourismus werden alle Reisen bezeichnet, denen als Reisemotiv schwerpunktmäßig kulturelle Aktivitäten zugrunde liegen. […] Tourismuswirtschaftlich werden alle Aktivitäten als kulturell bezeichnet, die der Reisende als solche empfindet.“[56]

Auch JÄTZOLDS Definition nutzt das Reisemotiv als Abgrenzungselement, stellt aber heraus, dass es verschiedene Motive sind, die dem Kulturtourismus zugrunde liegen und die miteinander verknüpft werden.

„Kulturtourismus im engeren Sinne und für sich allein genommen umfasst nur ein schmales Segment der Nachfrage. […] Kulturtourismus ist also mit anderen Fremdenverkehrsbereichen zu verbinden, wie Urlaub („Kultur und Erholung“), Wandern („Kultur und Erleben“), Kongress („Kultur-Beiprogramm“) und ähnlichem.“[57]

Beide Definitionen betrachten allerdings nur den Nachfragebereich im Kulturtourismus. Eine erste auf die Angebotsseite ausgerichtete Definition, die sowohl den Bereich der Hochkultur als auch den der Alltags- und Regionalkultur berücksichtigt, schlägt BECKER vor:

„Der Kulturtourismus nutzt Bauten, Relikte und Bräuche in der Landschaft, in Orten und in Gebäuden, um dem Besucher die Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsentwicklung des jeweiligen Gebietes durch Pauschalangebote, Führungen, Besichtigungsmöglichkeiten und spezifisches Informationsmaterial nahe zu bringen. Auch kulturelle Veranstaltungen dienen häufig dem Kulturtourismus.“[58]

Eine zusammenfassende Definition, die verschiedene Elemente der oben aufgeführten Definitionen beinhaltet und zusätzlich noch die Bedeutung der Region im Kulturtourismus herausstellt, hat LINDSTÄDT wie folgt formuliert:

„Kulturtourismus ist eine Angebotsform im Tourismus, die versucht, dem bildungsorientierten Besucher kulturelle Eigenarten und Ereignisse in einer Region nahe zu bringen und ihn durch geeignete Kommunikationsmittel mit ihr in Kontakt treten zu lassen. Als kulturelle Eigenart gilt, was bei den Besuchern Verständnis für die besuchte Region schafft, Hintergründe beleuchtet und Unbekanntes erfahren lässt. Kulturtourismus zielt auf die Vermittlung früherer und heutiger Lebensweisen der einheimischen Bevölkerung in ihrem sozialen und ökonomischen Umfeld einschließlich ihrer materiellen und baulichen Umgebung ab.“[59]

Der vorliegenden Arbeit wird diese Betrachtungsweise des Kulturtourismus zugrunde gelegt, da sie nicht nur die baulichen und kulturellen Aspekte berücksichtigt, sondern auch die regionalen und sozialen Besonderheiten, die für Besucher und Touristen interessant sein können.

3.3.2 Formen des Kulturtourismus

Für die weiteren Untersuchungen in dieser Arbeit werden die verschiedenen Formen und Ausprägungen des Kulturtourismus näher erläutert. Basierend auf JÄTZOLDS Gliederungsvorschlag für Kulturtourismus werden hier die verschiedenen Differenzierungsmöglichkeiten dieser Tourismusform grafisch abgebildet. Eine Kombination der einzelnen Formen ist möglich und auch gängig.

Abbildung 4: Untergruppen des Kulturtourismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Jätzold, R. (1993), S.138

Der Objekt-Kulturtourismus hat vor allem Einzelkulturobjekte wie Schlösser, Museen, Ausstellungen oder auch historische Stätten und andere Sehenswürdigkeiten als Reisemotiv. Dagegen sind Ziele des Gebiets-Kulturtourismus vor allem Kulturlandschaften und touristische Straßen, d.h. Gebiete in denen sich bestimmte Kulturobjekte häufen. Das Reisemotiv des Ensemble-Kulturtourismus sind besonders Dorf- oder Stadt-Ensembles. Der Ereignis-Kulturtourismus nutzt kulturelle Veranstaltungen aller Art.

Da es sich bei dem Untersuchungsobjekt und der Untersuchungsregion um ein industriekulturelles Objekt bzw. um eine industrielle Region handelt und demnach für die weitere Untersuchung nicht alle Kulturtourismusarten relevant sind, wird im weiteren Verlauf der Schwerpunkt auf die Darstellung des Industrietourismus gelegt.

3.4 Industrietourismus

Kulturelle Objekte und Ereignisse sind Ziele des Kulturtourismus; Industrieanlagen und industriekulturelle Objekte sind Ziele des Industrietourismus. Diese Tourismusart, wie auch die Industriekultur selbst, ist noch relativ jung. So wurde anfangs die Frage gestellt, ob Industrietourismus als eine Form des Kulturtourismus angesehen werden könne. Hier wiederholt sich die Fragestellung von Kapitel 3.2: die Ansicht, dass Burgen und Schlösser zu unserem kulturellen Erbe gehören, wird zu keinem Zeitpunkt bezweifelt. Bislang aber passen Hochöfen, Dampfmaschinen oder Arbeitersiedlungen nicht in unser Bild von der Schönheit des kulturellen Erbes.[60] SOYEZ bekräftigt, dass Industrieräume ein hohes Maß an touristischem Anziehungspotential besitzen und somit als Informationsträger für Lebens- und Arbeitsweisen der Region fungieren.[61]

3.4.1 Definition und Eingliederung in den Kulturtourismus

Will man den Begriff „Industrietourismus“ definieren, finden sich zwei unterschiedliche Ansätze. Zum einen kann Industrietourismus verstanden werden als „mehr oder minder professionell organisierte Reisen zu Industrieproduktionsstätten, ... (sowie der Besuch und Führungen in denselben, d. Verf.) ... . Er gründet sich auf das Interesse spezifisch geeigneter Unternehmen, einem größeren Publikum Produktionsstätten und Produkte des Unternehmens vorzustellen, sowie in nicht geringem Umfang Produkte direkt vor Ort abzusetzen.“[62]

Diese Definition bezieht sich allerdings vorwiegend auf noch produzierende Anlagen und kann mit dem Stichwort „Fabrikverkauf“ verbunden werden. Für Industriedenkmäler, also stillgelegte Industrieanlagen und Industriebrachen und deren Vermarktung, ist die Definition von SOYEZ, breiter ausgelegt und deshalb an dieser Stelle treffender:

„Kulturtourismus in Industrielandschaften sei verstanden als eine Tourismusform, deren wesentliches Zielobjekt Industriebetriebe selbst und die von ihnen in charakteristischer Weise geprägten Räume sind. … Es seien darunter solche Formen der räumlichen Mobilität verstanden, die durch die Anziehungskraft ehemaliger oder in Betrieb befindlicher Industrien auf externe Besucher ausgelöst werden ….“[63]

Als Objekte der Anziehungskraft gelten in diesem Falle Industriebetriebe und andere technische Sehenswürdigkeiten, Industrielandschaften oder auch die „Route der Industriekultur“ und das so genannte „Haldenereignis“. Ereignis-Kulturtourismus kann bedingt dazu gezählt werden, wenn man darunter Kulturveranstaltungen in industriekulturellen Räumlichkeiten versteht. Gastronomischer- und Fern-Kulturtourismus sind in diesem Fall nicht von Bedeutung, da gastronomischer Kulturtourismus nicht notwendigerweise in industriekulturellen Objekten stattfinden muss. Fern-Kulturtourismus spielt für diese Untersuchung keine Rolle, da hier vor allem der Reiz fremder Kulturen das Motiv der Reise ist.

3.4.2 Determinanten des Industrietourismus

Neben der in der o.g. Definition besonders herausgestellten räumlichen Mobilität, ist eine weitere wichtige Voraussetzung für den Industrietourismus die grundsätzliche Akzeptanz, dass das Industriezeitalter ebenfalls eine Kulturgeschichte vorzuweisen hat. Obwohl die Feststellung selbstverständlich sein sollte, heißt es, die Denkweise, dass Industrieanlagen attraktivitätsmindernd für die Region sind und sich Industrie und Fremdenverkehr negativ beeinflussen, zu revidieren. Denn sie stellen ein bedeutendes kulturelles und touristisches Potential dar.

Allgemein lässt sich sagen, dass der Industrietourismus sich nicht grundsätzlich von anderen Tourismusformen unterscheidet. So ist auch hier eine Entfernung vom Wohnort, eine bestimmte Aufenthaltsdauer und ein Reisemotiv kennzeichnend. Die Motive der Nachfrager konzentrieren sich vor allem auf das Interesse an der Industriegeschichte, die Faszination der Technik und die eigenwillige Ästhetik industrieller Gebäude und den regionalen Hintergründen.[64]

In einigen Punkten unterscheidet sich diese Tourismusform jedoch vom klassischen Urlaubstourismus: Charakteristisch sind relativ geringe Fahrstrecken während eines Tagesausflugs und damit verbunden keine oder nur seltene Übernachtungen am Zielort. Damit kann Industrietourismus sowohl in den Bereich des Tourismus als auch in den Freizeitbereich eingegliedert werden als Form von Naherholung (wenn zum Beispiel Anwohner industrietouristische Aktivitäten unternehmen) oder als touristische Aktivität.[65]

Es ist auffallend, dass der Organisationsgrad in dieser Tourismussparte sehr gering ist. Ist sonst im Tourismus der Werbeaufwand extrem hoch und die Einbindung von Reiseveranstaltern und Reisebüros sehr stark, ist dagegen im Industrietourismus eher ein Direktkontakt zwischen Anbietern und Interessenten üblich.[66]

Weiterhin ist typisch, dass industriekulturelle Anlagen oft nur ein sekundäres Reiseziel darstellen oder zufällig entdeckt werden. Die Verschmelzung von kulturellen Reisen mit anderen Reiseformen wie Wanderreisen, Städtereisen oder ähnlichem wurde schon früher nachgewiesen.[67] Dieses Phänomen lässt sich auch auf den Industrietourismus übertragen. Zwar häufig aufwändig und beeindruckend inwertgesetzt, besitzen Industriedenkmäler zumeist allein nicht soviel Ausstrahlungskraft, um als primäres Reiseziel zu gelten. Kombinationen mit anderen Attraktionen oder Aktivitäten sind deshalb sinnvoll, um die Attraktivität zu steigern. Daraus ergibt sich die Frage, welche Verbundangebote sinnvoll sind und die Chance bieten, das Objekt für Besucher und Touristen gleichermaßen aufzuwerten.

4. Situationsanalyse der Vermarktung des Landschaftspark Duisburg-Nord

Zur Beantwortung der Frage aus dem vorhergehenden Kapitel wird beispielhaft nun eine kulturelle bzw. industriekulturelle Einrichtung, der Landschaftspark Duisburg-Nord und seine Vermarktung, analysiert. Zunächst muss aber geklärt werden, welche Besonderheiten insbesondere bei der touristischen Vermarktung eines Industriekulturdenkmals zu beachten sind. Im Anschluss daran wird auf Basis der herausgearbeiteten marketingspezifischen Besonderheiten eine Situationsanalyse durchgeführt. Diese Analyse wird den Ist-Zustand der Vermarktung des Landschaftspark Duisburg-Nord darstellen und dient als Ausgangspunkt für spätere Handlungsempfehlungen. Der Untersuchung zugrunde liegt dabei das Phasenmodell des Marketing-Management-Prozesses.[68]

4.1 Kulturmarketing

Aufgrund der stetig wachsenden Zahl von kulturellen Angeboten aller Formen und Ausprägungen, dem Rückgang öffentlicher Zuwendungen verbunden mit Privatisierungstendenzen öffentlicher Kultureinrichtungen und dem Wegbrechen traditioneller Kundensegmente durch die wachsende Mobilität, Lebensstiländerungen und Erlebnisorientierung der Kunden, sehen sich auch immer mehr kulturelle Einrichtungen der Notwendigkeit einer umfassenden Vermarktung ausgesetzt.[69] Eine ziel- und zielgruppengerichtete strategische Vermarktung ist also unumgänglich, um auf dem Markt wahrgenommen zu werden.

Diese Entwicklung hat sich erst in den letzten Jahren vollzogen, da sich das traditionelle Marketing vor allem „auf den Verkauf vorhandener Produkte oder Dienstleistungen mit Hilfe absatzpolitischer Instrumente“[70] bezogen hat. FREYER spricht auch vom „Broadening“[71] des Marketing, was bedeutet, dass die Marketing-Sichtweise von der engeren, betriebswirtschaftliche Ausrichtung auf Institutionen ausgeweitet wurde, die nicht unbedingt Profit orientiert handeln. Hierzu zählen auch Kultureinrichtungen. Im Zuge dieser erweiterten Sichtweise kommt dem Kulturmarketing eine wachsende Bedeutung zu.

4.1.1 Begriff Kulturmarketing und Besonderheiten

Um den Begriff Kulturmarketing richtig definieren zu können, wird zuerst einmal der konventionelle Marketingbegriff geklärt. Dabei gibt es verschiedene Interpretationen.

Der klassische Marketingbegriff ist eng mit dem Begriff Absatz verbunden und „beinhaltet die Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die Absatzmärkte gerichteten Unternehmensaktivitäten“.[72] Diese produktionsorientierte Denkweise findet man häufig in Verkäufermarktsituationen, in der die Betriebe Preise, Mengen und Qualität ihrer Produkte selbst bestimmen können.

Da diese aber nicht mehr sehr häufig anzutreffen sind, muss der Marketingbegriff erweitert werden und beinhaltet nun „die bewusste Markt orientierte Führung des gesamten Unternehmens“.[73] Marketing wird hier als Unternehmensphilosophie angesehen, die alle Abteilungen des Betriebes, sei es ein kommerzieller oder nicht-kommerzieller, gleichermaßen durchdringt. Alle betrieblichen Aktivitäten werden auf die Erfordernisse des Marktes ausgerichtet, sei es auf die momentanen oder die zukünftigen. Von wachsender Bedeutung ist hier auch der Aufbau, die Aufrechterhaltung und Verstärkung der Beziehungen zum Kunden, denn Kundenzufriedenheit und Kundenbindung führen letztlich zur Erreichung der ökonomischen Ziele des Anbieters.[74]

Dass die Marketingform „Kulturmarketing“ auf diesen beiden Ansätzen beruht zeigt COLBERT indem er die beiden Denkweisen kombiniert und in seiner Definition von Kulturmarketing feststellt, dass diese Marketingform definiert wird als „die Kunst, jene Marktsegmente zu erreichen, die wahrscheinlich an dem Produkt interessiert sind, während die kommerziellen Variablen - Preis, Platzierung und Promotion an das Produkt angepasst werden, damit der Kontakt zwischen dem Produkt und einer genügenden Anzahl von Konsumenten hergestellt und die mit dem Auftrag des Kulturunternehmens verbundenen Ziele erreicht werden können. [75]

Diese Definition vereint zwei Absichten öffentlicher Kulturbetriebe:

- Realisation der vorgegebenen bzw. selbst gesetzten inhaltlichen Zielsetzungen
- Erreichen des anvisierten Interessentenkreises

Besonderheiten des Kulturmarketing liegen zuerst in der Organisationsform der Betriebe selbst. Es muss eine Unterscheidung zwischen kommerziellen und öffentlich getragenen Kultureinrichtungen (Non-Profit-Organisationen) vorgenommen werden. Beides sind zwar Kultureinrichtungen mit der Aufgabe, kulturelle Angebote zur Verfügung zu stellen, aber ihre Zielsetzung ist unterschiedlich.

Kommerzielle Einrichtungen haben neben Zielen wie Umsatzmaximierung oder Erhöhung des Bekanntheitsgrades die Gewinnmaximierung als vornehmliches Ziel. Nur wenn bei dem stattgefundenen Austauschprozess ein finanzieller Gewinn erzielt werden konnte, war dieser Prozess erfolgreich. Dementsprechend gestalten Anbieter das jeweilige Produkt so, dass der Kunde es oft nachfragt. Kommerzielle Kultureinrichtungen denken demnach von der Nachfrage her und sind am ehesten mit sachgüterorientierten Unternehmen zu vergleichen.[76] Im Gegensatz dazu stehen öffentlich geförderte Kultureinrichtungen. Diese Non-Profit-Unternehmen streben die Erfüllung sozialer und gesellschaftspolitischer Aufträge an. Von Profit kann man in dem Fall nur sprechen, wenn man die Vermittlung von Bildung und kultureller Werte oder die sinnvolle Freizeitgestaltung nicht in monetären Größen ausdrückt, sondern ihren sozialen oder gesellschaftlichen Wert berücksichtigt.[77] Damit können betriebswirtschaftliche Kriterien zur Messung des Erfolges wie zum Beispiel die Rentabilität nicht bestimmt werden.

Trotzdem muss auch eine Non-Profit-Organisation betriebswirtschaftlich handeln, um mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, den größtmöglichen gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen. Man spricht also nicht vom Prinzip der Gewinnmaximierung, sondern vom Prinzip der Nutzenmaximierung bei Kultureinrichtungen.[78] Nutzenmaximierung bedeutet demnach die Sicherung und Weitervermittlung kultureller und gesellschaftlicher Werte. Diese Zielsetzung wird erst erreicht, wenn sich Kultureinrichtungen mit den Bedürfnissen ihrer Zielgruppen beschäftigen und nicht ihren kulturpolitischen Auftrag am „Kunden“ vorbei erfüllen.

Eine wichtige Besonderheit des Kulturmarketing ist sein zusätzliches qualitatives Ziel. So ist es nicht nur wichtig, wie viele Besucher kommen oder wie viele Menschen das Produkt in Anspruch nehmen, sondern es ist auch wichtig wie sie wieder gehen. Die Art und Weise wie das kulturelle „Produkt“ vermittelt wird und was den Besuchern inhaltlich mitgeteilt wird, stellt demnach einen wesentlichen Faktor dar.

Dies unterstreicht wiederum die Bedeutung des Kulturproduktes für Kultureinrichtungen. Anders als kommerzielle Einrichtungen sind Non-Profit-Betriebe nicht in der Lage, ihr Produkt an den jeweiligen Kundengeschmack anzupassen. Sie würden dadurch ihre Legitimation als öffentlich geförderte Organisation verlieren. Dies hat zur Folge, dass „die möglichst optimale Realisierung ihrer jeweiligen künstlerischen, kulturellen, ästhetischen, bildungspolitischen usw. Zielsetzung“[79] im Vordergrund steht. Diese Tatsache entbindet öffentliche Kultureinrichtungen aber nicht von ihrer Pflicht durch bestimmte Maßnahmen zu versuchen, den anvisierten Interessentenkreis zu erreichen und eine Markt orientierte Denkweise anzustreben.

4.1.2 Komponenten des Kulturmarketing

Kulturmarketing findet im Dreieck von Marketing, Non-Profit-Marketing und Dienstleistungsmarketing statt.[80] Dies bedeutet, dass sich aufgrund der Beschaffenheit kultureller Produkte und Einrichtungen alle drei Marketingansätze im Kulturmarketing wieder finden. Das allgemeine Marketing entwickelt dabei die Grundlage des marktorientierten Handelns, von der sich auch das Non-Profit-Marketing und Dienstleistungsmarketing ableiten. Non-Profit-Marketing ist ein Ansatz vor allem für die Unternehmen, die zumeist Gelder aus öffentlichen Quellen erhalten und nicht originär nach monetärem Gewinn streben.

Im Gegensatz dazu zielt das Dienstleistungsmarketing vor allem auf das Produkt „Kultur“ selbst. Laut LENDERS haben Kultureinrichtungen „die Aufgabe, kulturelle Werte zu vermitteln. Diese Aufgabe der Vermittlung stellt eine Dienstleistung dar“.[81] Insofern müssen auch spezifische Aspekte des Dienstleistungsmarketing als Komponenten des Kulturmarketing mit angesehen werden. Hier ist es wichtig auf die Besonderheiten von Dienstleistungen hinzuweisen, die bei der Vermarktung beachtet werden müssen.

Das „Produkt“ Dienstleistung ist die Leistungsfähigkeit, die der Anbieter anbietet. Sie ist gekennzeichnet durch Immaterialität und ist in erster Linie ein Leistungsversprechen. Sie ist darüber hinaus nicht schon im Vorhinein verfügbar, sondern wird im Beisein des Nachfragers erstellt. Daraus ergibt sich ein anderes wesentliches Kriterium: die Integration des Nachfragers in den Erstellungsprozess. Der Konsument ist Teil des Dienstleistungsprozesses und beeinflusst ihn aktiv mit. Diese Tatsache erklärt auch eine weitere Besonderheit von Dienstleistungen. Es liegt eine Synchronität von Produktion und Absatz vor, die auch als „uno-actu Prinzip“ bezeichnet wird. Die Produktion der Dienstleistung und der Absatz finden zur selben Zeit statt. Dieser Vorgang beansprucht eine bestimmte Zeit, was die Dienstleistung damit zu einem zeitraumbezogenen Produkt macht.[82]

Übertragen auf den kulturellen Bereich bedeutet dies, dass die Vermittlung kultureller Leistungen nur dann funktioniert, wenn der Besucher in den Produktionsprozess involviert wird und für die Dauer der Dienstleistung oder des kulturellen Angebotes daran teilnimmt.

Alle drei Komponenten beeinflussen das Marketing für Kultureinrichtungen und müssen dementsprechend bei der Vermarktung der kulturellen Produkte berücksichtigt werden.

4.2 Spezifische Anforderungen an Kultureinrichtungen in der touristischen Vermarktung

Aufgrund der Tatsache, dass Kultureinrichtungen nicht nur von Kulturinteressierten, sondern auch von Ausflüglern, Urlaubern oder Tagestouristen aufgesucht werden, gilt es, spezifische Anforderungen in der allgemeinen touristischen Vermarktung zu erläutern. Es wird hierzu keine Unterscheidung zwischen den Vermarktungsanforderungen im Kulturtourismus, Urlaubstourismus und Ausflugstourismus vorgenommen. Es wird vielmehr davon ausgegangen, dass sich die Grundsätze, die hier angesprochen werden, in den einzelnen Tourismusformen nicht wesentlich unterscheiden.

Von großer Bedeutung für den Erfolg ist, dass alle Aktivitäten des Unternehmens am Kundennutzen ausgerichtet sein müssen. Diese Zielsetzung haben auch Kultureinrichtungen durch ihr Bestreben der Nutzen- anstatt der Gewinnmaximierung als öffentlich geförderte Institutionen.

Ihr Auftrag lautet dabei primär, einen Bildungsauftrag zu erfüllen und den Besuchern bestimmte Werte zu vermitteln. Sie erstellen originär keine typischen touristischen Leistungen. Aber eine Kultureinrichtung kann ebenfalls in einer nachfrageseitigen Bestimmung als Tourismusbetrieb bezeichnet werden, wenn Touristen das Angebot nachfragen. Demnach wird eine Unternehmung „unter dem Gesichtspunkt des Marketing in dem Moment zur Fremdenverkehrsunternehmung, da sie einen Touristen bedient und damit gewisse direkte Einflussmöglichkeiten auf die touristische Bedürfnisbefriedigung gegeben sind“.[83] Wird eine Kultureinrichtung nun zumindest anhand der nachfrageseitigen Bestimmung als Tourismusbetrieb definiert und entsprechend vermarktet, hat sie spezifische Anforderungen zu erfüllen, die für sie als reine Kultureinrichtung nicht notwendigerweise zutreffen.

Daraus kann die Forderung abgeleitet werden, dass Kulturbetriebe sich in der Angebotsgestaltung und Vermarktung dem Tourismusmarketing annähern sollten. Reisende erwarten ein komplexes, vielschichtiges Angebot, das häufig über das eigentliche Kernangebot kultureller Einrichtungen hinausgeht. Hierzu gehören die kulturelle Attraktion, eine adäquate Unterkunft, regionaltypische Verpflegung und Aspekte wie Erlebnis, Geselligkeit, Vergnügen, Abwechslung und Eigeninitiative. Dementsprechend ist es notwendig, eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Anbietern voranzutreiben und Schnittstellen zu bilden. Es gilt vor allem darauf zu achten, dass diese Elemente professionell vermarktet werden und sich auf diese Weise von der wachsenden Konkurrenz absetzen können.

[...]


[1] Dreyer, A. (2000), S.25

[2] Vgl. Steinbrück, P. (2005), S.17, siehe dazu auch Seifert, H. (2005), S.311

[3] Vgl. O.V. (2005): Das Ruhrgebiet, Internet: www.essen.ihk24.de, S.3

[4] Vgl. O.V. (o.J.): Geschichte(n) aus dem Pott, Internet: www.route-industriekultur.de

[5] Vgl. Hücherig, R. (1997), S.15

[6] O.V. (o.J.): Geschichte(n) aus dem Pott, Internet: www.route-industriekultur.de

[7] O.V. (2005): Das Ruhrgebiet, Internet: www.essen.ihk24.de, S.4

[8] Vgl. Dege, W. (1983), S.33

[9] Ebenda

[10] Vgl. O.V. (2005): Das Ruhrgebiet, Internet: www.essen.ihk24.de, S.5

[11] Ebenda

[12] Hücherig, R. (1997), S.99

[13] Vgl. Dege, W. (1983), S.159

[14] Vgl. O.V. (2005): Das Ruhrgebiet, Internet: www.essen.ihk24.de, S.5

[15] Vgl. Datzer, R. (1998), S.9

[16] Wirth, D. (2001), S. 51

[17] Kilper, H. (1999), S.222

[18] Schwarz, A. (2001), S.160

[19] Vgl. Kilper, H, (1999), S.223

[20] Vgl. Kilper. H. (1999), S.223

[21] Schwarz, A. (2001), S.162

[22] O.V. (1998): Projekte der IBA Emscher Park in Duisburg, S.3f

[23] Ebenda

[24] O.V. (2004), Internet: www.latzundpartner.de, siehe dazu auch O.V. (1991):Planungsverfahren Stufe 1, S.89-109

[25] Vgl. Keil, A. (2002), S.110

[26] Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Begriffe „Alleinstellungsmerkmal“ und „USP“ (unique selling proposition) synonym verwendet.

[27] Vgl. O.V. (2004): Image Ruhrgebiet, Internet: www.rvr-online.de , S.1

[28] Vgl. O.V. (o.J.): Geschichte(n) aus dem Pott, Internet: www.route-industriekultur.de

[29] Steinbrück, P. (2005). S.15

[30] Hücherig, R. (1997), S.15

[31] Vgl. O.V. (2005): Das Ruhrgebiet, Internet: www.essen.ihk24.de, S.8

[32] Vgl. O.V. (1998): KVR Image und Tourismusmarketing, Internet: www.rvr-online.de, S.1; siehe dazu auch Hücherig, R. (1997), S.94

[33] Siehe dazu auch Soyez, D. (1993b), S.51

[34] Soyez, D. (1986) zitiert in: Schmidt, D. (1988), S. 15f

[35] Soyez, D. (o. J.), Internet: http://geogate.geographie.uni-marburg.de

[36] O.V. (1996), Was ist Industriekultur ?, Internet: http://sansiwi.san.hrz.uni-siegen.de

[37] Wilhelm, L. (2000), S.3

[38] Soyez, D. (1993a), S.42

[39] Vgl. Budde, R./Heckmann, U. (1999), S.61

[40] Kilper, H. (1999), S.140

[41] Vgl. Schwarz, A. (2001), S.168ff

[42] Wilhelm, L. (2004), S. 44

[43] Vgl. Ringbeck, B. (1999), S.20

[44] Vgl. Hücherig, R. (1997), S.72

[45] Vgl. Steinecke, A. (1993), S.9

[46] Vgl. Soyez, D. (1993b), S.51

[47] Vgl. O.V. (1998): KVR Image und Tourismusmarketing, Internet, www.rvr-online.de, S.1

[48] Kleine, H.(1999), S.49

[49] Vgl. Hücherig, R. (1997), S.74

[50] Hücherig, R, (1997), S.83

[51] Hücherig, R. (1997), S.84

[52] Ebert, W. (1999), S.115

[53] O.V. (1996): Vorwort, S.5; siehe dazu auch Bendixen, P. (2001), S.318

[54] Kleine, H. (1999), S.49f

[55] Vgl. Freyer, W. (1999), S.4

[56] Dreyer, A. (2000), S.26f

[57] Jätzold, R. (1993), S.137

[58] Becker, C. (1993), S.8

[59] Lindstädt, B. (1994), S. 13

[60] Vgl. Soyez, D. (1993a), S.41f

[61] Vgl. Soyez, D. (1993b), S.43

[62] Wilhelm, L. (2004), S.45

[63] Soyez, D. (1993a), S.41

[64] Vgl. Höber, A. (1999), S.118

[65] Vgl. Schmidt, D. (1988), S.9f

[66] Vgl. Soyez, D. (1993b), S.46; siehe dazu auch Schröder, A. (2003), S.215

[67] Vgl. Jätzold, R. (1993), S.137

[68] Vgl. Freyer, W. (1999), S.111

[69] Vgl. Bendixen, P. (2001), S. 40f

[70] Freyer, W. (1999), S.39, siehe dazu auch Meffert, H. (2000), S.3f

[71] Freyer, W. (1999), S.52

[72] Freter, H, (2004), S.14

[73] Freter, H. (2004), S.15

[74] Vgl. Meffert, H. (2000), S.7ff

[75] Colbert, F. (1999), S.16

[76] Vgl. Klein, A. (2004), S.387f

[77] Vgl. Lenders, B. (1995), S.21

[78] Vgl. Lenders, B. (1995), S.22

[79] Klein. A. (2004), S.388

[80] Vgl. Lenders, B. (1995), S.17

[81] Lenders, B. (1995), S.24

[82] Vgl. Corsten, H. (1990), S.18f

[83] Krippendorf, J. (1971), S.35

Details

Seiten
116
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783832490324
ISBN (Buch)
9783838690322
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v224191
Institution / Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH) – Wirtschaftswissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
tourismus fremdenverkehr ruhrgebiet industriekultur marktforschung

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Titel: Analyse der touristischen Vermarktung des Landschaftsparkes Duisburg-Nord mit Handlungsempfehlungen für eine verbesserte touristische Inwertsetzung