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Wie wirkt sich die True-Sale-Initiative der Kreditanstalt für Wiederaufbau auf die finanzielle Situation der Banken und mittelständischen Unternehmen aus?

Diplomarbeit 2004 168 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik
1.1 Der Wandel in der Finanzbranche durch die Globalisierung und die immer stärkere Nutzung der Kapitalmärkte
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise

2 Internationale Veränderungen der Finanzbranche
2.1 Die Umgehung der Intermediärfunktion der Banken über den Kapitalmarkt
2.2 Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung
2.2.1 Das Modell Basel II
2.2.2 Ansätze zur Ermittlung des Kreditrisikos
2.2.2.1 Standardansatz
2.2.2.2 IRB-Ansatz
2.3 Ein Rating abgestimmt auf den Mittelstand
2.4 Auswirkungen des Ratings auf die Finanzierungskonditionen
2.5 Zwischenergebnis

3 ABS-Transaktionen zur Stärkung des Eigenkapitals
3.1 Historische Entstehung der Asset Backed Securities
3.2 Kreditklemme bzw. zurückhaltende Kreditvergabe der Banken in der BRD
3.3 Einordnung von ABS-Transaktionen als innovatives Kreditinstrument
3.3.1 Bedeutung der Innovation im finanztechnischen Sinn
3.3.2 Einordnung der Innovation im Bezug auf Kreditderivate
3.4 Grundgedanke und Grundstruktur von ABS-Transaktionen
3.5 Zentrale Rolle der Zweckgesellschaft
3.6 Credit Enhancement
3.7 Die Entscheidungskriterien für eine ABS-Transaktion
3.7.1 Die Entscheidungskriterien für Originatoren
3.7.1.1 Die Erschließung neuer Refinanzierungswege
3.7.1.2 Die bilanzielle Gleichbehandlung von ABS und Factoring
3.7.1.3 Die Veränderungen der bilanziellen Risiken
3.7.1.3.1 Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos
3.7.1.3.2 Die Verteilung und Festsetzung der Forderungsausfallrisiken
3.7.1.3.3 Die Reduzierung des Refinanzierungsrisikos
3.7.1.4 Der Einfluss auf die Unternehmenskennzahlen
3.7.1.4.1 Die Auswirkungen des Forderungsverkaufs auf die Liquidität
3.7.1.4.2 Die Auswirkungen des Forderungsverkaufs auf die Vermögens- und Kapitalstruktur
3.7.1.5 Qualitative Gründe
3.7.1.5.1 Erhöhte Flexibilität für neue Projekte
3.7.1.5.2 Die Einflüsse auf das Image
3.7.1.6 Die Kostenvorteile einer ABS-Transaktion
3.7.1.6.1 Die Entwicklung der Eigenkapitalkosten
3.7.1.6.2 Die Entwicklung der Fremdkapitalkosten
3.7.2 Die Entscheidungskriterien für Investoren
3.7.2.1 Rentabilität als Entscheidungskriterium
3.7.2.2 Bonitätsrisikoorientierte Beweggründe für ABS-Transaktionen
3.7.2.2.1 Der Einfluss der Assets und der Besicherungsstruktur
3.7.2.2.1.1 Die direkte Absicherung
3.7.2.2.1.2 Die indirekte Absicherung
3.7.2.2.2 Der Einfluss des Ratings
3.8 Zwischenergebnis

4 Die True-Sale-Initiative als deutsche Form der ABS-Transaktion
4.1 True-Sale-Initiative der KfW als neue Refinanzierungsplattform der Banken
4.2 Die synthetischen Kreditverbriefungsprogramme der KfW
4.2.1 Aufbau und Funktion der KfW
4.2.2 Erläuterung einer synthetischen Verbriefung
4.2.3 Die Verbriefungsprogramme "Promise" und "Provide"
4.3 Die Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen
4.4 Die Ziele der True-Sale-Initiative
4.5 Das rechtliche Konstrukt der Verbriefungsplattform
4.6 Die aufsichts- und kartellrechtliche Behandlung der True-Sale-Initiative
4.7 Die Unterschiede zwischen True-Sale- und synthetischer Verbriefung
4.8 Zwischenergebnis

5 Die Bedeutung verschiedener Finanzinstrumente für die Finanzierungsstruktur des Mittelstandes
5.1 Definition des Mittelstandes bzw. kleinerer und mittlerer Unternehmen
5.2 Die Relevanz des Mittelstandes für den Wirtschaftsstandort Deutschland
5.3 Die konjunkturelle Lage des Mittelstandes vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Situation in der BRD
5.4 Die traditionellen Finanzierungsinstrumente des Mittelstandes
5.4.1 Der Bankkredit als wichtigste Refinanzierungsquelle
5.4.1.1 Der Geldkredit
5.4.1.2 Die Kreditleihe
5.4.1.3 Kredite im Außenhandel
5.4.1.4 Das Hausbank-Prinzip
5.4.2 Das Factoring als Mittel zur Erhöhung der Liquidität
5.4.3 Das Leasing zur Schonung der Liquidität
5.4.4 Die Pensionsrückstellungen als Möglichkeit der Selbstfinanzierung
5.4.5 Das Finanzierungspooling als kooperatives Finanzinstrument
5.5 Die Finanzierungsstruktur des Mittelstandes im internationalen Vergleich
5.6 Umbruch in der Finanzierung des Mittelstandes
5.7 Die Bedeutung alternativer Finanzierungsformen für den Mittelstand
5.7.1 Private-Equity
5.7.1.1 Die Beteiligungen
5.7.1.1.1 Die Business Angels als wissensbasierte Unternehmensförderer
5.7.1.1.2 Das Venture Capital als finanzbasierte Unternehmensförderung
5.7.1.2 Initial Public Offerering als probates Mittel der Eigenkapitalbeschaffung für größere mittelständische Unternehmen
5.7.2 Die Mezzanine Finanzierung
5.7.3 Die Projektfinanzierung als maßgeschneidertes Finanzierungsinstrument
5.7.4 Die spezielle staatliche Förderung für den Mittelstand
5.7.5 ABS-Transaktionen als neuer Finanzierungsweg für den Mittelstand
5.8 Zwischenergebnis

6 Die Untersuchung der finanzwirtschaftlichen Wirkungsweise von ABS-Transaktionen anhand des risikowirtschaftlichen Konzepts
6.1 Das Modell bei Fremdfinanzierung
6.1.2 Das Interaktionsmodell bei fremdfinanzierter Produktion
6.1.3 Bewertungsungleichgewichte bei fremdfinanzierter Produktion
6.2 Die finanzwirtschaftlichen Wirkungen der TSI nach dem risikowirtschaftlichen Konzept
6.2.1 Der Prozess der Geldentstehung bei Durchführung einer TSI
6.2.2 Das Interaktionsmodell bei Durchführung einer TSI

7 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang
Anhang I: Beispiele verbriefbarer Vermögensansprüche
Anhang II: Verteilung des Forderungsausfallrisikos
Anhang III: Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Anhang IV: Stabilität der Bankbeziehungen in Deutschland
Anhang V: Einschätzung der Eigenkapitalquote
Anhang VI: Gründe für die Verschlechterung der Kreditaufnahme nach Umsatzgrößen (Anteile in %)
Anhang VII : Das Interaktionsmodell bei fremdfinanzierter Produktion für den Fall einer Unterbewertung des Sachvermögens bei realisiertem Überlassungsportfolio
Anhang VIII: Das Interaktionsmodell bei fremdfinanzierter Produktion für den Fall einer Unterbewertung des Sachvermögens bei realisiertem Anlagenportfolio

Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Grundkonzept von Basel II

Abbildung 2: IKB-Mittelstands-Rating

Abbildung 3: Systematisierung der Kreditderivate

Abbildung 4: Grundstruktur einer Asset-Backed-Securities-Transaktion

Abbildung 5: Struktur einer synthetischen Verbriefung der KfW am Beispiel von Promise

Abbildung 6: Verfahrensablauf einer Verbriefung über die TSI-Verbriefungsstruktur

Abbildung 7: Eigenkapitalquote der KMU nach Unternehmensgröße

Abbildung 8: Prozess der Geldentstehung bei fremdfinanzierter Produktion

Abbildung 9: Das Interaktionsmodell bei fremdfinanzierter Produktion

Abbildung 10: Das Interaktionsmodell bei Durchführung einer TSI für den Fall der Kredittilgung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ansätze zur Berechnung der Risiken

Tabelle 2: Segmentierung des Anlagenbuchs

Tabelle 3: Risikogewichte im Standardansatz

Tabelle 4: Struktur des IRB-Ansatzes für Kredite an Unternehmen

Tabelle 5: Mittelstandsdefinition des IfM

Tabelle 6: Mittelstandsdefinition der Europäischen Kommission

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung in die Thematik

1.1 Der Wandel in der Finanzbranche durch die Globalisierung und die immer stärkere Nutzung der Kapitalmärkte

Die Entwicklung in der deutschen Wirtschaft ist seit einigen Jahren durch gesetzliche und konjunkturelle Vorgaben sowie durch wesentliche Veränderungen auf den Finanzmärkten rückläufig. Haupttriebkräfte des Wandels auf den Finanzmärkten sind neue Informations- und Kommunikationstechnologien, die Deregulierung und Globalisierung der Märkte sowie das stärker risiko- und ertragsbewusste Verhalten von Anlegern in Anleihen und Aktionären. Hinzu tritt ein deutlicher Rückgang des Kreditangebotes der Banken an Unternehmen und Selbständige wie in vergleichbaren früheren Konjunkturphasen.[1] In diesem Zusammenhang werden zwei kontroverse Standpunkte in der Politik und Finanzbranche diskutiert: Zum einen könnte sich die deutsche Wirtschaft bzw. Finanzbranche in einer „Kreditklemme“[2] befinden oder zum anderen könnten die Unternehmen an einer höheren Nachfrage von Krediten nicht interessiert sein bzw. kein Nachfrageüberhang bestehen[3]. Unabhängig davon werden als weitere Gründe der Verfall der Aktienkurse, die sich seit dem Frühjahr 2000 parallel zum Kreditvergabeverhalten der Banken entwickelt haben und die Unklarheiten über die Entwicklung der Kreditkosten nach Basel II für die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken gesehen.[4]

Mit der Neugestaltung der Eigenkapitalregeln für die Vergabe von Krediten des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht wurde erstmalig eine methodische Basis für die bilanzielle und bankaufsichtlichen Sichtweise von Sicherheiten, Garantien, Kreditderivaten und bilanziellem Netting[5] geschaffen. Hierin wurden erstmals einheitliche Standards für die bankenaufsichtliche Behandlung der Verbriefung von Risikoaktiva vorgenommen, da dieser Markt in den letzten Jahren immer stärker von den Banken zur Umverteilung ihrer Kreditrisiken durch Credit Default Swaps oder zu Regulatory Capital Arbitrage[6] durch Asset Backed Security-Transaktionen genutzt wurden. Die auch in Deutschland zunehmende Bedeutung der Kreditverbriefung hat im letzten Jahr durch eine Initiative der Banken zu einer Anpassung des Gewerbesteuerrechts an die veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen geführt. Im Zusammenhang mit der Kreditverbriefung war vor allem die KfW federführend, die schon seit Dezember 2000 eine synthetische Verbriefung durchführt, die einer Kombination aus einem Credit Default Swap und einem Credit Link Note[7] entspricht.[8]

In diesem Jahr (2004) soll eine Zweckgesellschaft gegründet werden, die im Gegensatz zur KfW nicht nur das Kreditrisiko verbrieft, sondern die Forderungen von Unternehmen und Banken auch bilanzwirksam über den Kapitalmarkt veräußert. Mit dieser bilanzwirksamen Verbriefung soll eine spürbare Belebung der Kreditvergabe insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen – dem sog. Mittelstand – realisiert werden, durch die eine Steigerung der Investitions- und Produktionstätigkeit sowie eine höhere Eigenkapitalausstattung, die für eine bessere Refinanzierung nach Basel II unbedingt erforderlich ist, erzielt werden soll. Die Eigenkapitalausstattung deutscher Unternehmen ist im internationalen Vergleich deutlich niedriger, dass zum einen an dem leichteren und günstigeren Zugang zu Fremdmitteln und den Besonderheiten des deutschen Insolvenz- und Steuersystems und zum anderen an den in Deutschland typischen hohen Rückstellungen und stillen Reserven liegt.[9]

Kritiker dieser Verbriefungsinitiative sind hingegen der Auffassung, dass die Banken diese Plattform lediglich zu einer Konsolidierung nutzen werden, um somit eine bessere Performance ihrer Bilanzen zu erreichen und dadurch wieder attraktiver für Investoren zu werden. In diesem Fall würde die eigentlich angestrebte Förderung des Mittelstandes nicht erreicht und die Initiative würde keine Anschubwirkung für die deutsche Wirtschaft erzeugen, was eben nach Hans Reich, Vorstandsvorsitzender der KfW, erklärtes Ziel der ganzen Initiative ist.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Die Autoren wollen deshalb mit dieser Arbeit untersuchen, wie sich die TSI der KfW auf die finanzielle Situation der Banken und mittelständischen Unternehmen auswirkt. Nach der Neugestaltung der Eigenkapitalunterlegung für die Kreditvergabe von Banken nach Basel II ergibt sich für viele deutsche, mittelständische Unternehmen die Notwendigkeit neben dem Fremdkapital weitere Alternativen für die Finanzierung zu erschließen. In diesem Zusammenhang gewinnt die Kreditverbriefung auch für mittelständische Unternehmen an Attraktivität und Bedeutung. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Ausgangsfragestellung in zwei weitere Fragen untergliedern:

- Inwieweit kann mit der True-Sale-Initiative eine stärkere Neuvergabe von Krediten der Banken erreicht werden, und
- inwieweit kann eine Erhöhung der Eigenkapitalquote des Mittelstandes über den Verkauf und die Verbriefung von Forderungen generiert werden?

In diesen Unterfragen ist implizit enthalten, dass sich an dem Finanzierungsverhalten der Banken nichts ändert und die Unternehmen ihren Finanzierungsbedarf nicht anderweitig decken können. Doch viele Unternehmen werden ihre Finanzstruktur auf Grund von Basel II überdenken müssen, da die Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen niedriger ist als die von Unternehmen aus anderen Ländern.

1.3 Vorgehensweise

Zur Beantwortung der einzelnen Fragestellungen beginnen die Autoren dieser Arbeit mit den Internationalen Veränderungen der Finanzbranche im Besonderen mit der Neugestaltung der Eigenkapitalvereinbarung für die Banken und deren Vorgehen beim Rating von Unternehmen vor der Kreditvergabe.

Im Anschluss daran stellen die Verfasser die ABS als internationales Finanzinstrument zur Verbesserung der Eigenkapitalstruktur für Banken, Unternehmen dar, um darauf im weiteren Verlauf der Arbeit zurückgreifen zu können. In diesem Zusammenhang werden die Motive von Banken, Unternehmen und Anlegern für die Nutzung der ABS-Transaktionen erläutert.

Danach legen die Autoren die bislang vorherrschende Situation für Verbriefungen in Deutschland dar, wobei die bisherigen synthetischen Verbriefungsprogramme der KfW mit den für die Zukunft geplanten TSI-Verbriefungen verglichen werden.

Als nächstes wird die Finanzstruktur des Mittelstandes und der Einfluss der Veränderungen auf den Einsatz der verschiedenen Finanzinstrumente in Deutschland beschrieben. Dabei wird sowohl die Bedeutung als auch die konjunkturelle Situation des Mittelstandes und die veränderten Rahmenbedingungen als Grundlage für die Notwendigkeit alternativer Finanzinstrumente herangezogen.

Zuletzt wird zur Beantwortung der Fragen das „Konzept der Risikowirtschaft“ von Baisch/Kuhn zur Darstellung der Auswirkungen der TSI herangezogen, um über eine Anpassung des Geldentstehungsprozesses und des Interaktionsmodells die Veränderungen der ABS auf die gesamtwirtschaftliche Lage darstellen und erfassen zu können.

2 Internationale Veränderungen der Finanzbranche

In der heutigen Zeit unterliegt die Finanzbranche einem immer stärkeren Kostendruck, der den Banken von der Anlegerseite aufgegeben wird. Durch die zunehmenden technischen Möglichkeiten im Informationszeitalter sind Investoren immer besser in der Lage, sich selbst einen Überblick über interessante Anlagemöglichkeiten sowohl am Renten- als auch am Aktienmarkt zu verschaffen. Im Internet stellen neben den traditionellen Finanzdienstleistern wie Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften auch andere Finanzdienstleister ihre Plattformen verstärkt zur Verfügung. Zu diesem Phänomen des zunehmenden Wettbewerbs spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, die in diesem gesamten Abschnitt aufgeführt und beleuchtet werden.

2.1 Die Umgehung der Intermediärfunktion der Banken über den Kapitalmarkt

Zunächst einmal gilt grundsätzlich, dass alle leistungsfähigen Märkte das Kapital an den Ort der höchsten Ertragskraft bringen sollten, worauf der Wettbewerb um knappes risikotragendes Kapital, das die Industrieunternehmen zu Höchstleistungen anspornt, basiert. Diese Bedingung gilt auch für Banken, die ebenfalls keine Wertevernichter sein dürfen.[10] Der Motor für Restrukturierungsprozesse bei den Banken in Deutschland ist tendenziell die Verdrängung durch Informationsdienstleister des bisher auch im Informationsbereich vorherrschenden bankenorientierten Finanzierungssystems. Die Mitwirkung der Banken wurde dadurch verringert, aber ist nicht grundsätzlich überflüssig geworden, da der Markt noch nicht alle Finanzierungsbedürfnisse der Kunden erfüllt. Die zur Steigerung der Leistungsfähigkeit getroffenen Maßnahmen, wie bspw. die Deregulierung der Finanzmärkte und die neue Eigenkapitalregelung für das interne Risikomanagement der Banken (Basel II), wurden durch die Zunahme an Informationen und Komplexität der Finanzprodukte wieder teilweise ausgeglichen.[11]

Der Anspruch an die Professionalität beider Seiten ist gewachsen und manifestiert sich auf der Unternehmensseite darin, dass sie Finanzprodukte auf Grund der Bonitätseinschätzungen einsetzen wollen, die eine mehrdimensionale Nutzenstruktur aufweisen. Konkret bedeutet dies, dass sie mit den Finanzinstrumenten nicht nur einzelne Projekte unterstützen, sondern Produkte nutzen wollen, die auch die Finanzsituation des Gesamtunternehmens und des Unternehmenswertes verbessern. Einen allgemeingültigen Lösungsweg für die optimale Anpassung der Banken oder anderen Finanzintermediären gibt es nicht, da der Erfolg der Maßnahmen durch verschiedene individuelle Faktoren respektive Ausgangssituationen wie bspw. Kundenstruktur, Größe, rechtliche Ausgestaltung und räumliche Orientierung bestimmt wird. Besonders im Bereich der Firmenkundenkredite waren in den letzten Jahren nur eine geringe Gewinnspanne auf Grund des harten Wettbewerbs in Deutschland zu erzielen, der nach der Einführung von Basel II noch kritischer geprüft und profitabler gestaltet werden muss, um den Anforderungen des Kapitalmarktes gerecht werden zu können. Am Ende werden nur die Banken überleben, die eine regionale Nähe und/oder eine globale Produktpalette mit der Marktführerschaft in einem Bereich verbinden können.[12]

Bevor die Gründe für eine Umgehung der Intermediärfunktion der Banken angegeben werden, muss zunächst einmal geklärt werden, welche Unternehmen, Funktionen und Ziele mit diesem Begriff angesprochen werden. Finanzintermediäre sind solche Institutionen, die sowohl mit Investoren als auch mit kapitalsuchenden Unternehmen eigenständige Vertragsverhältnisse eingehen oder Finanzierungsverträge ermöglichen oder erleichtern können.[13] Eine ihrer Aufgaben ist dabei das Volumen von Wagnis- bzw. Eigenkapital zu erhöhen und dauerhaft zu sichern, indem sie in diesem Zusammenhang ökonomische und/oder rechtliche Garantiepositionen übernehmen. Eine ökonomische Garantieposition nimmt der Intermediär dann ein, wenn er seine Reputation in eine Geschäftverhandlung mit einbringt. Hiermit zeigt der Intermediär, dass die beiden anderen Vertragspartner auf die bisher gewohnte Sorgfalt und Zuverlässigkeit der Analysen des Intermediäres vertrauen kann. Die rechtliche bzw. juristische Garantie zeichnet sich dagegen durch einen verpflichtenden Selbsteintritt eines Intermediäres aus, der bei Nichteinhaltung zugesicherter Leistungen der beiden anderen Parteien gegenüber der jeweils anderen Partei haftet.[14] Auf den Finanzmarkt bezogen bedeutet diese Garantieübernahme eine Senkung der Transaktionskosten für Unternehmen beider Marktseiten, woraus sich der Intermediär höhere Zins- bzw. Provisionseinnahmen aus späteren Geschäften verspricht.

Neben der Wahrnehmung von Garantiepositionen sollen die Intermediäre das wechselseitige Informationsgefälle beider Parteien abbauen, indem sie Informationen den Vertretern beider Marktseiten mit berechtigtem Interesse zur Verfügung stellen. Eine Erhebung und Auswertung öffentlicher Informationen ist schwierig und mit höheren Kosten verbunden, da sowohl bilanztechnische Möglichkeiten als auch eigene Präsentationen zu einer verzerrten tendenziell positiveren Darstellung der Erfolgsaussichten eines Unternehmens führen können.[15] Somit können beide Funktionen sowohl die Garantieübernahme als auch die Beseitigung des Informationsgefälles zum Ziel einer kostengünstigeren und risikoloseren Investition von Kapital bspw. durch Banken und Makler beitragen.[16]

Im Zeitalter der Globalisierung und der weltweiten Kommunikationsmöglichkeiten durch das World Wide Web sind neben den gerade genannten Intermediären andere Informationsdienstleister aufgetreten, die es Investoren ermöglichen, die gesuchten aufbereiteten Informationen über andere Anbieter kostengünstiger zu erlangen. Aus diesem Grund sind die Provisionserträge für Beratungsleistungen der Banken und Makler in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen. Eine Verringerung der Personalkosten sowie eine Verlagerung der Geschäftstätigkeit auf andere Felder sollen diese Einbußen abfangen. Gleichzeitig hat die schlechte konjunkturelle Lage zu Ausfällen von vergebenen Krediten ohne eine angemessene Bewertung der Risiken geführt, welche die Liquidität der Banken deutlich reduzierten. Die Hauptziele, eine bessere Einschätzung der Risiken von Unternehmenskrediten über eine interne risikoadjustierte Bewertung durch die Banken und die damit einhergehende Vermeidung insolvenzbedingter Ausfälle sollen durch die Einführung des neuen Konsultationspapier Basel II erreicht werden, welches im nächsten Abschnitt dargestellt wird.

2.2 Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat im April 2003 bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel das dritte Konsultationspapier mit dem Titel „Die neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen“ vorgelegt, die eine Novellierung des bankinternen Ratings enthalten, die zu einem verstärkten, vorbeugenden Risikomanagement anstatt zu einem Krisenmanagement führen sollen.[17] Das Konsultationspapier enthält Vorschläge für eine Novellierung der Eigenkapitalunterlegung der verschiedenen Bankrisiken, welche die Regulierungsvorschriften der Baseler Eigenkapitalvereinbarungen von 1988, auch bezeichnet als Basel I oder Baseler Akkord, ersetzen sollen. Ziel der überarbeiteten Eigenkapitalregelung ist die stärkere Betonung des Risikomanagement und eine sukzessive Verbesserung der Bonitätsbeurteilungsverfahren der Banken, um hierdurch eine Stabilisierung der nationalen Finanzmärkte und des Weltfinanzsystems zu erreichen.[18] Nach mehrfachen Überarbeitungen auf Basis diverser Diskussionen mit Interessenvertretern und quantitativen Auswirkungsstudien soll das dritte Konsultationspapier, nach einer erneuten Beratungsphase, als Grundlage für die endgültige Fassung dienen.[19] Gemäß dem derzeitigen Stand wird die Umsetzung der novellierten Regulierungsvorschriften in den Mitgliedstaaten bis Ende 2006 erfolgen.

2.2.1 Das Modell Basel II

Die neuen Eigenkapitalvereinbarungen haben bei vielen Unternehmern eine Verunsicherung und vielleicht sogar Angst hervorgerufen, da sie dadurch eine Kreditverknappung mit einer gleichzeitigen Verteuerung der Zinsen befürchteten.[20] Zur Überprüfung der Nachhaltigkeit dieser Befürchtungen, werden die wesentlichen Besonderheiten von Basel II aufgezeigt. Nach den Vorstellungen des Baseler Ausschusses basiert das Konzept auf drei Säulen, das in der nachfolgenden Abbildung 1 verdeutlicht wird.

Die erste Säule umfasst Regelungen zur Unterlegung der verschiedenen Risikopositionen mit Eigenkapital – die sog. Mindesteigenkapitalanforderungen. Die neuen Baseler Vereinbarungen basieren wie die bisherigen auf dem Konzept der Eigenkapitalquote. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis der Summe des verfügbaren Eigenkapitals einer Bank, im Zähler, und einer Messgröße der Risiken der Bank, die als risikogewichtete Aktiva bezeichnet werden.[21] Die resultierende Eigenkapitalquote musste bisher mit acht Prozent Eigenkapital unterlegt werden.[22] Dieser fixe Satz wird durch die neuen Baseler Vorschriften in risikoabhängige Sätze transponiert. Im Vergleich zu den derzeitig bestehenden Regelungen wird nun stärker durch die Einschätzung des Kreditrisikos über verschiedene Ratingmethoden, wie den internen Basisansatz, den fortgeschrittenen Ansatz oder die Einbeziehung externer Ratingurteile, und des Kreditsicherungsrisikos differenziert.[23] Die Änderungen in der Berechnung der risikogewichteten Aktiva sollen zu einer verbesserten Einschätzung der Risiken durch die Banken führen, mit der Folge einer aussagekräftigeren Eigenkapitalquote. Gleichzeitig werden dadurch erstmals auch operative Risiken mit einbezogen und begrenzt, die in den Beurteilungen der Kreditinstitute bisher nicht berücksichtigt waren.[24] Die Vorschläge zur ersten Säule bzgl. der risikogewichteten Aktiva umfassen somit zwei wichtige Novellierungen: zum einen grundlegende Änderungen bei der Behandlung des Kreditrisikos und zum anderen die Einführung einer expliziten Behandlung des operationellen Risikos.[25]

Abbildung 1: Das Grundkonzept von Basel II

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: o. V., (2003), S.1.

Unter dem Begriff operationelle Risiken werden mögliche Verluste auf Grund unangemessener oder ausfallender interner Verfahren, Mitarbeiter bzw. Systeme oder infolge bankexterner Ereignisse (z.B. Naturkatastrophen) verstanden.[26] Die bisherige Eigenkapitalvereinbarung erfasst lediglich das Marktpreis- und das Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Mit der Einbeziehung des operationellen Risikos soll eine höhere Transparenz sowie einer besseren Erfassung des institutsspezifischen Risikoprofils erreicht werden und die Schwächen der derzeitigen Regulierungsvorschriften reduzieren.[27] Die neuen Eigenkapitalvereinbarungen beinhalten jeweils drei voneinander abzugrenzende Optionen zur Berechnung des Kreditrisikos sowie für die Berechnung des operationellen Risikos wie die folgende Tabelle zeigt.

Tabelle 1: Ansätze zur Berechnung der Risiken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Baseler Ausschuss, 2003, S. 4.

Die einzelnen Ansätze zur Ermittlung des Kreditrisikos werden im Abschnitt 2.2.2 genauer erläutert. Die Optionen zur Berechnung des operationellen Risikos werden nur in der oberen Tabelle genannt, aber nicht weiter erläutert, da sie für diese Arbeit keine Relevanz besitzen.

Für die Eigenkapitalunterlegung von Risikoaktiva galt für deutsche Banken bis zur Einführung von Basel II eine einheitliche, aufsichtsrechtliche Grundsystematik, wobei die gewichteten Risikoaktiva das 12,5-fache des haftenden Eigenkapitals eines Kreditinstitutes nicht überschreiten durften. Dabei wurden verschiedenen Risikoklassen verschiedene Bonitätsgewichtungen zugeordnet, um darüber einen besseren Schutz der den Banken anvertrauten Gelder zu gewährleisten. Eine theoretisch- bzw. empirisch-fundierte Überprüfung wurde weder für die Abgrenzung der Risikoklassen noch für die Wahl der Bonitätsgewichtungen jemals durchgeführt.[28] Somit war bisher keine risikogewichtete Eigenkapitalunterlegung gegeben, welche die Banken nicht zu einer zukunftsorientierteren Risikobetrachtung veranlassten. Diese ungewichtete Eigenkapitalunterlegung hat in der Zeit der sinkenden Börsenwerte zu einer steigenden Kreditverknappung geführt, worunter besonders die Liquidität des Mittelstandes stark gelitten hat. Mit der Einführung von Basel II gliedert sich der Prozess in zwei Teile. Zum einen in die Segmentierung des Anlagenbuches anhand einer wie in Tabelle 2 vorgegebenen Struktur und zum anderen in die Wahl der Ratingmethode, um in Verbindung mit diesem Prozess zu einer risikogerechteren Eigenkapitalunterlegung zu gelangen.

Tabelle 2: Segmentierung des Anlagenbuchs

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Paul, S. (2002), S. 20

In der öffentlichen Diskussion standen die Einteilungen des Corporate- und des Retail-Segmentes im Vordergrund, da in die letztere Kategorie auch kleine Unternehmen fallen, die eine deutlich geringere Eigenkapitalunterlegung benötigen.[29] Der Baseler Ausschuss geht von einer größeren Risikodiversifikation aus, je kleinteiliger ein Forderungspool ist. Dabei dürfen die dem Retail-Segment zugeordneten Forderungen von kleinen Unternehmen lediglich durch dasselbe standardisierte Bewertungsverfahren geprüft werden, wie das Verfahren, das gegenüber Forderungen von Privatpersonen angewendet wird.[30] Sofern für ein Segment keine Sonderregelungen bestehen, können die Banken die Segmente nach dem Standard- oder dem internen Ratingansatz bewerten, die im nächsten Abschnitt ausführlich beschrieben werden.

Die zweite Säule des Konzepts (siehe Abb. 1) umfasst Regelungen zur Überprüfung der Kreditinstitute durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden. Hierzu soll die bislang starre Methodik der Aufsichtsbehörden zur Erfassung und Unterlegung der Kreditrisiken weiterentwickelt werden, so dass künftig die Banken eigene Verfahren zur Quantifizierung der verschiedenen Komponenten des Kreditrisikos entwickeln.[31] Intention ist eine wesentlich individualisiertere und differenziertere Risikobeurteilung eines jeden Kreditinstitutes sowie eine laufende Überprüfung der Eigenkapitalausstattung der Banken durch eine permanente Kontrolle. Hierbei werden besonders das Zinsänderungsrisiko und die Methoden der internen Risikomessung betrachtet. Falls bei einer Prüfung Abweichungen von dem methodischen Vorgehen festgestellt werden, kann das Aufsichtsorgan, in Deutschland das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred), einen Aufschlag des regulatorischen Kapitals fordern. Diese Säule stellt somit die qualitative Aufsicht dieses Konzeptes dar.[32]

In diesem Zusammenhang werden die Banken dazu angehalten, einen selbst konzipierten „Stresstest“ durchzuführen, um überprüfen zu können, in welchem Umfang sich die IRB-Eigenkapitalanforderungen während eines Krisenszenarios erhöhen werden.[33] Bei einem Mangel kann die Aufsichtsinstanz verlangen, die Risiken der Bank zu reduzieren, so dass das verfügbare Eigenkapital ausreicht, um die Mindestkapitalanforderungen sowie das Ergebnis eines neu kalkulierten Stresstests zu decken. Weitere Novellierungen der zweiten Säule ergeben sich im Bereich der Überprüfung der Konzentrationsrisiken sowie der Behandlung von Restrisiken, die sich bei Verwendung von Sicherheiten, Garantien und Kreditderivaten ergeben.[34] In Bezug zum erst kürzlich in Deutschland marktfähigen Instrument der Verbriefung wurde ein aufsichtliches Überprüfungselement entwickelt, das u.a. den signifikanten Risikotransfer sowie Erwägungen zur Verwendung von Kündigungsklauseln und die Möglichkeit einer vorzeitigen Tilgung zum Inhalt hat. Darüber hinaus umfasst das Element aufsichtliche Maßnahmen für den Fall, dass eine Bank stillschweigend (außervertraglich) eine Verbriefungsstruktur unterstützt hat.[35]

Mit der dritten Säule will der Baseler Ausschuss die Kreditinstitute zu einer Marktdisziplin veranlassen, die grundsätzlich zu einem stärkeren Einblick der Investoren in die Situation einer Bank führt. Die Vereinbarungen beinhalten umfangreiche Offenlegungspflichten der Banken, die grundsätzlich zu einem stärkeren Einblick der bankexternen Marktteilnehmer in das Risikoprofil der Banken und der Angemessenheit der Eigenmittelausstattung führt.[36] Die Finanzinstitute müssen in diesem Zusammenhang eine Offenlegung des Eigenkapitalniveaus, des Exposures[37] und der Kapitaladäquanz betreiben, um sich eine Wahlmöglichkeit bei der Anwendung des Ratingsystems zur Ermittlung des Kreditrisikos zu verdienen bzw. zu erarbeiten.[38] Ziel dieser Offenlegungspflichten ist eine Disziplinierung der Institute durch den Markt.

2.2.2 Ansätze zur Ermittlung des Kreditrisikos

Das Kreditrisiko stellt, wie bereits im vorangegangenen Abschnitt erwähnt, eine wichtige Größe für die Ermittlung des Ratings dar, wovon die Banken anschließend ihre anzuwendenden Kreditkonditionen ableiten. Die verschiedenartige Zusammensetzung des Kreditrisikos wird in den nun folgenden Unterabschnitten erläutert.

2.2.2.1 Standardansatz

Der neue Standardansatz im dritten Konsultationspapier stellt lediglich eine Modifikation der bisherigen Regulierungsvorschriften dar. Die Menge an haftendem Eigenkapital zur Unterlegung der Risikoaktiva ergibt sich analog zu den derzeitigen Vereinbarungen aus folgendem Produkt[39]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In den derzeitigen Regulierungsvorschriften wurde weitestgehend auf die Berücksichtigung von Sicherheiten verzichtet. Dies führte für besicherte sowie für unbesicherte Sicherheiten zu einer identischen Eigenkapitalunterlegung. Künftig soll nun neben Garantien und Kreditderivaten eine Vielzahl weiterer Vermögensgegenstände als Sicherheiten anerkannt werden, die das Exposure at Default reduzieren.[40]

Eine weitere Novellierung wird bei der Risikogewichtung eingeführt, die bislang über ein pauschales System von Bonitätsgewichtungsfaktoren für verschiedene Schuldner erfolgte. Diese betrugen bei Schuldnern der öffentlichen Hand 0% bzw. 20%, bei Kreditinstituten ebenfalls 20% und bei allen anderen Schuldnern ungeachtet ihrer jeweiligen Bonität 100%.[41] In dem modifizierten Standardansatz werden die verschiedenen Schuldner für die Festlegung der Risikogewichte in die Kategorien „Staaten und deren Zentralbanken“, „Kreditinstitute“ und „Nichtbanken“ eingeteilt. Das Risikogewicht für die einzelnen Schuldner innerhalb einer Kategorie ergibt sich nun nicht mehr über einheitliche Bonitätsgewichtungsfaktoren, sondern über ein externes Rating. Die Unternehmen, die nicht über ein externes Rating verfügen, werden in einer nicht gerateten Gruppe zusammengefasst und erhalten ein einheitliches Risikogewicht. Für die Gruppe der Nichtbanken entspricht dies einem Bonitätsgewichtungsfaktor von 100%. Darüber hinaus wird bei der Gruppe der Nichtbanken, zwischen Forderungen die dem Bereich des Retailgeschäfts oder dem klassischen Firmenkundengeschäft zugeordnet werden können, differenziert.[42] In der nachfolgenden Tabelle sind die Risikogewichtungen des Standardansatzes für die verschiedenen Kategorien dargestellt.

Tabelle 3: Risikogewichte im Standardansatz

Quelle: Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 120

Auf die in der Tabelle dargestellten zwei Optionen, zwischen denen die Aufsichtsbehörden bezüglich der Bonitätserfassung von Forderungen gegenüber Kreditinstituten wählen kann, soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Wie aus der Darstellung ersichtlich wird, besteht neben den genannten Schuldenkategorien eine weitere für ABS. Dabei sind alle Forderungen aus ABS-Transaktionen mit einem Rating ab B+ vollständig mit haftendem Eigenkapital zu unterlegen, während Forderungen bis A- ein reduziertes Risikogewicht erhalten.[43] Die Möglichkeit zur Regulierungsarbitrage wird hierdurch faktisch eliminiert.

2.2.2.2 IRB-Ansatz

Der interne Ratingansatz unterteilt sich in den Basis- und den fortgeschrittenen Ansatz, wobei die Kreditinstitute bis zu vier Parameter schätzen müssen:[44]

- Ausfallwahrscheinlichkeit
- Ausfallbetrag
- Ausfallprozentsatz des Exposures, der bei Schuldner gefährdet wäre
- Restlaufzeit des Kredits

In dieser Hinsicht müssen die Banken jeden Kreditnehmer individuell einer von fünf unterschiedlichen Exposureklassen zuordnen, „Unternehmen“, „Banken“, „Staaten“, „Privatkunden“ sowie „Anteile an Unternehmen“.[45] Die Unterschiede zwischen dem Basis- und dem fortgeschrittenen Ansatz liegen in der Anzahl der zu berücksichtigen Risikokomponenten sowie in dem Verfahren zu deren Bestimmung und der zu erfüllenden Mindestanforderungen.

Wie im Standardansatz ergibt sich die Höhe des unterlegungspflichtigen gewichteten Risikoaktiva aus dem Produkt des Risikogewicht (RW) und der Höhe der im Ausfallzeitpunkt ausstehenden Forderung, dem Exposure at Default (EAD).[46] Das konkrete Bonitätsgewicht ergibt sich in den IRB-Ansätzen durch eine Funktion der einjährigen Ausfallwahrscheinlichkeiten (Probability of Default, PD) der internen Ratingklasse, der ein Kreditnehmer zugeordnet ist, des erwarteten Verlusts bei Ausfall (Loss Given Default, LGD) und des Jahresumsatzes (Total Annual Sales, S) des kreditnehmenden Unternehmens. Im fortgeschrittenen Ansatz bestimmt sich das Risikogewicht zusätzlich um die individuelle Restlaufzeit (Maturity, M) des Forderungstitels.[47] Die ständige Einhaltung der Ansätze und des Ratingsystems werden nach Basel II regelmäßig von der Aufsichtsbehörde überprüft. Zusätzlich sind die IRB-Ansatz anwendenden Banken dazu verpflichtet, bestimmten Publikationsvorgaben nachzukommen. Die Struktur des Basis- und des fortgeschrittene Ansatzes sowie deren Unterschiede werden in der nachfolgenden Tabelle 4 dargestellt.

Tabelle 4: Struktur des IRB-Ansatzes für Kredite an Unternehmen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 122

Für den Mittelstand ist in den Baseler Bestimmungen im Rahmen eines nationalen Wahlrechtes eine Reduzierung der Eigenkapitalanforderung an Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Mio. € (Mittelstand) über einen „size factor“ vorgesehen. Die Höhe dieses Faktors variiert in den einzelnen Größenklassen der Unternehmen und wird im Mittel zu einer Eigenkapitalentlastung von ca. 10% führen.[48] Die „freiwerdenden“ bilanziellen Eigenkapitalbeträge würden den Banken eine Ausweitung ihrer Kreditengagements erlauben.

2.3 Ein Rating abgestimmt auf den Mittelstand

Die Frage nach dem Ergebnis des internen Ratings wird nach der Einführung von Basel II in zukünftigen Kreditgesprächen auch von Seiten der Unternehmensvertreter immer stärker als Gesprächsbestandteil aufgeworfen werden. Banken ohne interne Ratingmodelle werden dadurch bei der Wahl der Konditionen in Bedrängnis geraten, falls sie keine plausiblen Argumente für ihre Bonitätseinstufung und der daraus resultierenden Konditionenwahl vorbringen können.[49]

Die Banken geraten auf der anderen Seite gerade durch die Offenlegung des internen Ratingsystems in Bedrängnis, da sie bei guten Kunden in eine schlechtere Verhandlungsposition geraten. Zum einen wird den attraktiven Kunden ihre gute Bonität offen gelegt, wodurch diese durch die nun bessere Verhandlungsposition die Konditionen und die damit verbundenen Gewinnmargen nach unten „drücken“ können. Zum anderen erleichtert die Offenlegung den Mitbewerbern die Beurteilung einerseits eines Kunden und andererseits des von dem Wettbewerber angewendeten Bewertungssystems.[50] Eine Lösung dieser Zwickmühle zwischen der Offenlegung und dem Schweigen des angewendeten IRB-Ansatzes erfordert viel Verhandlungsgeschick der Bankbetreuer, um den Kunden nicht alle der angewendeten Auswertungspositionen zu verraten. Dabei verwenden die Banken wie in der folgenden Abbildung 2 sowohl quantitative (hard-facts) als auch qualitative (soft-facts) Merkmale.[51]

Für das externe Rating hat die Deutsche IKB Industriebank AG[52] in den letzten Jahren in enger Zusammenarbeit mit den Agenturen das System zur Bewertung des Mittelstandes immer mehr verfeinert und an die aktuellen Anforderungen von Basel II angepasst. Die bedeutendsten externen Rating-Agenturen sind angelsächsischer Herkunft und setzen aktuell immer noch, die in diesem Wirtschaftsraum vorherrschenden Maßstäbe oder Modelle für die Bewertung der Unternehmen an. Aus diesem Grund tragen die Beurteilungen häufig nicht der Struktur und der Bedeutung mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft anhand der „nackten“ Zahlen Rechnung, was tendenziell zu einer schlechteren Bonitätseinstufung im Verhältnis zu deren tatsächlichen Lage führt.[53]

Abbildung 2: IKB-Mittelstands-Rating

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Tippelskirch, A. v. (2002), S. 839.

Aus den in diesem IKB-Mittelstands-Rating-System enthaltenen Bewertungskomplexe wird sowohl aus hard- als auch soft-facts die wirtschaftliche Bonität ermittelt, um darüber eine abgerundetere Beurteilung der Unternehmen vornehmen zu können. Als Grundlage für die bisherige Unternehmensentwicklung werden für das IKB-Rating-System die drei letzten Jahresabschlüsse verwendet, um daraus erfolgskritische Kennzahlen wie bspw. die Eigenmittelquote, die Gesamtkapitalrendite und den Verschuldungsgrad zu ermitteln.[54]

Das System wird scheinbar von den hard-facts dominiert, da drei der vier Merkmalsgruppen zu den quantitativen Kriterien zu zählen sind. Allerdings spiegelt sich auch der Erfolg der soft-facts in der Bilanz eines Unternehmens wieder. Die langjährigen Erfahrungen der IKB haben jedoch gezeigt, dass die Auswertung der Bilanzen und der Planzahlen allein keine hinreichende Bewertung von Unternehmen ermöglichen. Vielmehr schlagen sich die Erfolge z.B. einer Umstrukturierung erst zeitlich verzögert in der Bilanz und GuV nieder.[55] Umgekehrt können aus einer Bilanz nicht ablesbare latente Risiken auf Grund der Unternehmensstruktur, der Branche oder dem Umfeld vorliegen, die auch durch die erfolgskritischen Kennzahlen nicht sichtbar werden. Das Einfließen von qualitativen Erfolgsfaktoren ist deshalb ein unerlässlicher Bestandteil, und erfolgt bei der IKB über einen umfangreichen Fragenkatalog, der Bereiche wie die Führungsstruktur und dessen Instrumente, die Produktion, den Markt und die Strategie abdeckt. Die Beantwortung der Fragen wird von einem Kundenberater in einem Gespräch mit einem Unternehmensvertreter vorgenommen. Der Liquidität kommt für die Gesamtbewertung eine ergänzende Bewertung zu, die das Rating aber entscheidend beeinflussen kann, da eine geringe Liquidität die Insolvenz eines Unternehmens trotz guter Ertragsaussichten innerhalb kürzester Zeit herbeiführen kann. „Die Qualität des Liquiditätsmanagements gewinnt somit eine ausschlaggebende Bedeutung für das Rating und letztlich für die Finanzierungskosten des Unternehmens.“[56]

Kritisch zu beurteilen ist die Durchführung eines externen Ratings zur Bestimmung der Risikogewichtung der einzelnen Schuldner. Auf Grund der hohen Kosten, die mit einem externen Rating verbunden sind, können nur wenige Unternehmen in Deutschland ein solches aufweisen. Aus diesem Aspekt heraus wurde, vor allem auf Druck der deutschen Delegation im Baseler Ausschuss, auch ein internes Ratingverfahren im „Neuen Baseler Akkord“ implementiert. Die Analyse der mittelfristigen Unternehmensplanung erfolgt auf Grundlage der gleichen Kennzahlen, die auf nachhaltige Verbesserungen bzw. Verschlechterungen der Finanz- und Ertragslage angewendet werden. Eine Verbesserung führt dann zu einer besseren Bonitätseinschätzung, woraus wiederum günstigere Refinanzierungskonditionen resultieren. Im anderen Fall steigen die Refinanzierungskosten auf Grund des Bonitätsabschlages.[57]

Von der Position der Kreditinstitute betrachtet, ergeben sich für die kleineren Institute mit einer Bonitätsnote unter Double-A ähnliche Probleme, wie für KMUs, da Kredite an solche Banken künftig nach Basel II mit 50-150% der Eigenkapitalquote zu unterlegen sind, anstatt wie bisher mit 20%. Dementsprechend werden sich die Refinanzierungskosten für diese Banken ebenfalls erhöhen, was zu einem weiteren Abbau der Kreditvergabe führen und die Kreditinstitute zu einer weiteren Verlagerung ihrer Aktivitäten auf die Provisionsgeschäfte veranlassen könnte.[58]

Die Auswirkungen für mittelständische Unternehmen können sich somit positiv für die informierten und vorbereiteten und negativ für die nicht im Vorhinein präparierten Unternehmen auswirken. Beide Szenarien sind möglich. Die Meinungen sind in bemerkenswerter Weise allerdings in den Unternehmen deutlich positiver, in denen sich die Verantwortlichen bereits mehr mit Basel II auseinandergesetzt haben.[59] Ein positives Rating kann im Nebeneffekt als ein für das Marketing vermarktungsfähiges Gütesiegel der Unternehmen genutzt werden und zusätzlich die Möglichkeit eröffnen, bisher verschlossene kapitalmarktbezogene Finanzinstrumente zu nutzen.

Der Mittelstand wird das interne, bonitätsorientierte Rating der Banken als Grundlage für deren Kreditvergabe akzeptieren müssen, da die mittelständischen Unternehmen erstens nicht über die finanziellen Mittel zu einem sehr kostenintensiven externen Rating verfügen und zweitens die externen Rating-Agenturen aktuell meist angelsächsisch geprägte Bewertungsschemata ansetzen. Durch Gespräche mit den Bankberatern lassen sich jedoch einige soft-facts soweit verbessern, dass Konditionsanstiege in einem erträglichen Rahmen gehalten werden könnten.

2.4 Auswirkungen des Ratings auf die Finanzierungskonditionen

Wie in den vorangegangenen Abschnitten gezeigt, ergeben sich durch Basel II gravierende Änderungen in der Art der Risikoerfassung und der daraus resultierenden Eigenkapitalunterlegung, die insbesondere Auswirkungen auf die künftigen Kreditkonditionen und das Kreditvergabeverhalten haben werden.

Die Mindestkreditkonditionen, die mit der Vergabe des Kredits erwirtschaftet werden müssen, setzten sich aus folgenden Kostenkomponenten zusammen:

- den laufzeitkongruenten Refinanzierungskosten,
- den Risikoprämien zur Kompensation des erwarteten Verlusts,
- den Betriebskosten für den Kreditvergabeprozess und anteiligen Fixkosten
- sowie die Eigenkapitalkosten für das zur Unterlegung benötigte Eigenkapital.[60]

Nach einer Studie der Kienbaum-Stiftung lassen sich aus den derzeitigen Regulierungsvorschriften wahrscheinliche Trends bzgl. der Kostenkomponenten ableiten, die im Folgenden dargestellt werden.

- Betriebskosten: Die novellierten Regulierungsvorschriften werden insbesondere zu einem Anstieg der Fixkosten führen. Dies liegt an der Erfordernis künftig einen höheren Personal- und EDV-Einsatz zu betreiben, bedingt durch den Aufbau eines internen Ratingsystems und dessen fortwährender Datenpflege, sowie dem deutlich höheren Dateninput, der von Kreditnehmer benötigt wird. Durch den hohen Standardisierungsgrad bei der Kreditwürdigkeitsprüfung und der Kreditvergabe können jedoch potentielle Kostenvorteile realisiert werden, so dass die Betriebskosten nach Grundke und Spörk kurzfristig steigen, mittel- bis langfristig allerdings wieder sinken werden.[61]
- Eigenkapitalkosten: Die neuen Vereinbarungen der Eigenkapitalunterlegung werden nach der zugrunde gelegten Analyse zu einer zunehmenden Spreizung der Eigenkapitalkosten in Bezug auf die Bonität der Kreditnehmer führen. So können Kreditnehmer mit einer guten Bonität, d.h. einer niedrigeren Risikogewichtung, mit einer Reduzierung ihrer Kreditkonditionen rechnen. Für Schuldner mit einem hohen Ausfallrisiko, d.h. mit einer hohen Risikogewichtung die folglich eine höhere Eigenkapitalunterlegung impliziert, werden die Kreditkonditionen ansteigen. Vor allem bei einer großen Anzahl von mittleren Unternehmen wird der Anstieg der Kreditkonditionen besonders stark sein, da diese nicht mehr dem Retailgeschäft zugeordnet und nicht mehr durch bonitätsmäßig bessere Schuldner subventioniert werden.[62]
- Risikokosten: Durch die differenzierte Risikoermittlung und die feinere Klassenbildung, ermöglichen die neuen Vereinbarungen, eine bessere Transparenz der von den Banken eingegangenen Risiken und eine bonitätsadäquatere Risikokostenermittlung. Nach der Analyse von Grundke und Spörk kann künftig eine stärkere Spreizung der Risikokosten in Abhängigkeit von der Bonität der jeweiligen Kreditnehmer angenommen werden. Für Schuldner mit einem geringeren Ausfallrisiko werden die neuen Vereinbarungen, wie bei den Eigenkapitalkosten, zu einer Verringerung der Risikokosten führen.[63]
- Refinanzierungskosten: Nach den Ausführungen von Grundke und Spörk wird Basel II kurzfristig keine Einfluss auf die Refinanzierungskosten haben. Bedingt durch die Erhöhung der Transparenz, der differenzierten Risikoermittlung und der permanenten Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden und den Markt kann langfristig eine leichte Senkung der Refinanzierungskosten erwartet werden, da die Kreditnehmer künftig tendenziell ein geringeres Ausfallrisiko aufweisen.[64]

Insgesamt kann gesagt werden, dass Basel II den beschriebenen Wandel auf den Finanzmärkten und im Bankensektor forciert, jedoch nicht verursacht hat. Ziel der neuen Regelungen ist die Sicherung und Stabilisierung des nationalen und internationalen Bankensystems. Die Kreditinstitute sollen im Kreditgeschäft stärker nach der jeweiligen Bonität des Kreditnehmers differenzieren und entsprechende Risikoklassen bilden und für eine höhere Brandbreite an risikoadjustierten Kreditpreisen sorgen. Die Chancen, neues Kapital und bessere Konditionen zu bekommen, steigen mit der Fähigkeit, den Kapitalgebern die Entwicklung, Vorhaben und Zukunftsperspektiven des Unternehmens transparent, nachvollziehbar und schlüssig präsentieren zu können.[65]

2.5 Zwischenergebnis

Die Banken waren vor den internationalen Veränderungen in der Finanzbranche als Intermediäre und Garantiegeber tätig, bevor andere Informationsdienstleister, die Deregulierungsbestrebungen der Aufsichtbehörden der Finanzmärkte und Basel II ihnen die Wahrnehmung dieser Aufgaben teilweise abnahmen bzw. weniger einträglich gestalteten.

Speziell Basel II sorgt bei europäischen Kreditinstituten für eine gravierende Veränderung im Umgang mit der Ermittlung von Risiken bei Unternehmenskrediten. Über die verschiedenen Ansätze soll das Risikomanagement der Banken noch weiter an Bedeutung und Ausarbeitung gewinnen, um somit die Höhe und Anzahl von Ausfällen zu reduzieren. Sowohl über den Standardansatz als auch über den IRB-Ansatz können Entlastungen der Eigenkapitalunterlegung zum einen allgemein über die Neubeurteilung der verschiedenen Forderungen und zum anderen speziell durch ABS für die Banken erreicht werden. Die finanzielle Situation der Banken kann somit über die Verbriefung verbessert werden, was eine erste Teilantwort auf die Ausgangsfragestellung zulässt.

Für kleinere Kreditinstitute und mittelständischen Unternehmen mit einem Umsatz bis 50 Mio. Euro ist mit steigenden Refinanzierungskosten zu rechnen, falls diese Unternehmen die Umsetzung der von Basel II geforderten Risikoeindämmung nicht betreiben sollten und damit ihr Rating langfristig über die Nutzung eigenkapitalfördernder Finanzprodukte zu verbessern. Somit stellen die neuen internationalen Anforderungen von Basel II die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen auch im europäischen Wirtschaftsraum verstärkt in den Vordergrund.

Neben der Eigenkapitalausstattung müssen die mittelständischen Unternehmen ihr Augenmerk auch verstärkt auf die soft-facts legen, die im Zusammenhang mit Basel II immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der konkrete Einfluss der soft-facts auf das Rating wird in dieser Arbeit jedoch nicht weiter betrachtet, da der Schwerpunkt der Arbeit auf einer Untersuchung der Kreditverbriefung liegt.

Basel II wird kurzfristig zu einem Anstieg der Fixkosten führen, die sich allerdings auf längere Sicht durch die Risikooptimierung neutral auf das Ergebnis eines Unternehmens auswirken werden. Bei den Eigenkapitalkosten wird eine größere Spreizung zwischen bonitätsmäßig guten und schlechteren Kunden bestehen. Die Risikokosten werden dagegen für die Unternehmen sinken, die zur Umsetzung eines stärkeren Controllings des Forderungspools fähig sind. Diese Unternehmen werden ebenso in der Lage sein, langfristig ihre Refinanzierungskosten, wegen einer besseren Überwachung der Ausfallrisiken zu senken. Somit haben Unternehmen, die noch nicht gut oder gar nicht auf die Kriterien von Basel II vorbereitet sind, harte bis teilweise existenzgefährdende Zukunft. Vor diesem Hintergrund scheint die Kreditverbriefung bzw. die Gestaltung einer Verbriefungsplattform in Deutschland eine seit langem notwendige Innovation, um vor allem mittelständische Unternehmen die Möglichkeit zu eröffnen, den Anforderungen von Basel II und den Banken an eine höhere Eigenkapitalquote gerecht zu werden. Ob dies wirklich mit Hilfe von ABS möglich ist, soll im weiteren Verlauf der Arbeit untersucht werden. Aus diesem Grund wird im folgenden Abschnitt die Asset-Backed-Securities-Transaktion als kapitalmarktorientiertes Kreditinstrument dargestellt und auf ihre Wirksamkeit für eine Stärkung der Eigenkapitalausstattung analysiert.

3 ABS-Transaktionen zur Stärkung des Eigenkapitals

Die neuen Richtlinien für die Bewertung der Kreditrisiken nach Basel II sind ein Grund für eine stärker eigenkapitalorientierte Finanzstruktur der Unternehmen. Allerdings existieren auch noch andere Faktoren, wie eine geringere Insolvenzanfälligkeit, eine höhere Flexibilität in ihren unternehmerischen Entscheidungen und eine höhere Unabhängigkeit von den Banken, die für eine Erhöhung der Eigenkapitalquote sprechen. Der folgende Abschnitt wird sich speziell mit einer kapitalmarktorientierten Anlageform befassen, die ab diesem Jahr auch in das deutsche Finanzsystem Einzug halten soll, nämlich die Asset-Backed-Securities.

3.1 Historische Entstehung der Asset Backed Securities

Seit Mitte der sechziger Jahre verursachte eine steigende Inflationsrate in den USA eine restriktive Geldmengenpolitik der Federal Reserve Bank (Fed), die zu einem Anstieg der Marktzinsen führte. Durch die gleichzeitige Erhöhung der Hypothekendarlehenszinsen (Mortgages) sah sich die Regierung zum Handeln in der Form gezwungen, dass sie 1966 Bestimmungen im Kongreß verabschiedeten, der die Einlagen der Hypothekenbanken von den Zinsänderungen ausnahm, um darüber niedrigere Darlehenszinsen für private Wohnungsbaufinanzierungen zu gewährleisten. Als Gegenreaktion zu den niedrigeren Zinsen wanderte das Kapital bei Zinserhöhungen der Fed nun von den Hypothekenbanken an die Kapitalmärkte ab. Um die Geldanlage bei Hypothekenbanken wieder attraktiver zu gestallten, verabschiedete der US-amerikanische Kongreß im September 1981 ein Steuererleichterungsgesetz, das den Hypothekenbanken erlaubte, alle ihre Kredite zu verkaufen. Entstanden dabei Verluste, so erhielten die Hypothekenbanken Steuerzahlungen aus den vorangegangenen zehn Jahren zurück.[66]

Neben der Erhöhung des Marktzinses führte die Inkongruenz der Finanzierungsweise von Hypothekendarlehen zu einer Diskrepanz zwischen dem Kreditzins und dem Refinanzierungszins der Hypothekenbanken. Die Hypothekenbanken waren an die langfristigen Zinszusagen gegenüber ihren Kunden für die vereinbarte Laufzeit gebunden, wobei die Hypothekenbanken sich kurzfristig refinanzierten und so den „Altbestand“ an Darlehensforderungen nicht an die Zinsentwicklungen anpassen konnten. Die Darlehensnehmer hingegen konnten ihre Verbindlichkeiten vorzeitig tilgen, falls sie in der Lage dazu waren.[67]

Auf Grund einer Gesetzesinitiative wurden die sog. Mortgaged Backed Securities (MBS)[68] entwickelt und sorgten über den Kapitalmarkt für den gewünschten Ausgleich der Hypothekenzinsen. Diese Form der Securities war der Vorläufer der Asset Backed Securitie-Transaktionen, über die heute auch andere Finanzaktiva verbrieft werden können. Die Securitization ist dabei sowohl für Banken-, Industrie- als auch Handelsunternehmen geeignet, illiquide Forderungen schneller in einen Zufluss liquider Mittel umzuwandeln.

Zusätzlich zu der Entwicklung verstärkt sich international und in den USA der Trend der Desintermediation[69], wobei die Investoren nicht länger auf die Inanspruchnahme bankspezifischer Dienstleistungen zu Informations- und Finanzierungszwecken angewiesen waren, da dieser nun direkt über den Kapitalmarkt erfolgen konnte. Die traditionelle Aufgabe von Banken Informationen über die Bonität verschiedener Unternehmen kostengünstige besorgen und ausgewertet an ihre Kunden weiterzuleiten zu können, ermöglichte den Kunden die Transaktionskosten gering zu halten. Diese Transaktionskostenersparnis ist durch die Strukturveränderungen im Finanzsektor über Rating-Agenturen und andere Dienstleister soweit gesunken, dass der Verkauf von Forderungen ohne die Einschaltung der Banken durchgeführt werden kann.[70]

3.2 Kreditklemme bzw. zurückhaltende Kreditvergabe der Banken in der BRD

In Deutschland dagegen wird die Securitization, als synthetische Verbriefung, erst seit Dezember 2000[71] genutzt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die deutschen Banken in einer sog. „Kreditklemme“[72], die sich in einem rückläufigen Kreditvergabeverhalten der Banken äußerte. Ausgelöst wurde diese Kreditklemme durch den Aktienkursverfall, die rückläufigen Konjunkturdaten und die Verabschiedung der neuen Eigenkapitalkriterien Basel II. Obwohl bei den Aktienkursen mittlerweile wieder positive Zuwächse verzeichnet werden konnten, ist die Eigenkapitalausstattung weiterhin schwierig.

Durch die Initiative der KfW zur Securitization von Forderungen könnte die Kreditklemme gelöst werden und die Kreditvergabe der Banken wieder steigen. In der Literatur wird diese Wertpapierform häufig als eine Innovation für den Kreditbereich genannt. Was mit diesem Begriff gemeint ist und ob und in welcher Weise dieser zutreffend ist, soll im nächsten Abschnitt untersucht werden. Bei genauerer Betrachtung der MBS bzw. ABS sind jedoch deutlich Parallelen mit Factoring und Anleihen bzw. Pfandbriefen abzulesen, die in der BRD schon länger für die Refinanzierung genutzt werden.

3.3 Einordnung von ABS-Transaktionen als innovatives Kreditinstrument

Die ABS-Transaktionen erinnern in ihrer Absicherung stark an die in Deutschland seit mehr als 200 Jahren üblichen Pfandbriefe.[73] Auch hierbei unterlegen Hypotheken bzw. Grundschulden die Wertpapiere als Sicherheit für die Investoren. Allerdings bleiben die Darlehensforderungen in den Bilanzen der darlehensbewilligenden Unternehmen bestehen, und sind mit Eigenkapital zu unterlegen. In Bezug zu Abschnitt 3.1 ist genau diese Eigenschaft von ABS-Transaktionen, worauf die Banken für den Zeitraum nach der Einführung von Basel II besonderen Wert legen, um ein besseres Rating und darüber bessere Refinanzierungskonditionen für lukrative neue Verträge vor allem in Investmentgeschäften bekommen zu können. Die beiden nun folgenden Abschnitte sollen den Ausgangspunkt für die Einordnung der ABS-Transaktionen in Bezug auf ihren in der Literatur oft angesprochenen innovativen Charakter bilden.

3.3.1 Bedeutung der Innovation im finanztechnischen Sinn

Der Begriff Innovation stammt aus dem Englischen und bedeutet Neuerung[74] bzw. die Schaffung von etwas Neuem[75]. Von Matschke werden Innovationen, auf dem Bereich der Finanzierung bezogen, als „neuartige, bisher an den Geld-, Kredit- und Kapitalmärkten nicht verfügbare oder zumindest in dieser Kombination ihrer Merkmale nicht verfügbare Finanzierungstitel und Finanzdienstleistungen“[76] bezeichnet, wobei andere Autoren eine Definition meist umgehen und stattdessen, die von ihnen als innovativ angesehenen Produkte und deren Innovation beschreiben.[77] Implizit gehen Walter und die anderen Autoren ebenfalls von neuen Produkten aus, ohne jedoch explizit eine Definition vorzunehmen.[78] Eine derartige Auffassung des Begriffes von Matschke ist außerdem problematisch, da das Produktangebot auf den verschiedenen Kapitalmärkten unterschiedlich sein kann. Somit können Produkte auf dem einen Markt als Innovation gelten, wohingegen sie auf einem anderen Markt bereits zu den etablierten Instrumenten zählen. Für diese Arbeit wird eine Innovation als ein flexibles, optimal auf die Bedürfnisse eines Anlegers zugeschnittenes Finanzinstrument verstanden.[79]

3.3.2 Einordnung der Innovation im Bezug auf Kreditderivate

Die Kreditderivate lassen sich in verschiedene Gruppen unterteilen, bei denen die Abgrenzung zwischen den einzelnen Formen fließend geworden ist.[80] Kreditderivate sind grundsätzlich bilanzneutral und ihre Wertentwicklung ist, ähnlich wie bei den traditionellen Derivaten, Optionen, Forwards und Swaps, bei denen Zins-, Preis- und Wechselkursrisiken abgesichert werden, an das Kreditrisiko des Underlyings gekoppelt.[81] Die Vertragsform entspricht nicht einem Wertpapier, sondern basiert auf einer standardisierten bilateralen Zahlungsstromvereinbarung. Erst durch eine Verknüpfung mit Anleihen werden daraus bilanzunwirksame strukturierte Wertpapiere (Off-balance-sheet-Transaktionen)[82], die zu einer Verkürzung der Bilanz führen können. Als Referenzaktiva können dabei Anleihen, Kredite oder synthetische Kreditrisikopositionen, Fonds oder Indizes gewählt werden.

Credit Default Swap (CDS), Total Return Swap oder Credit Spread Option, die zu den Kreditderivaten im engeren Sinne zählen[83] werden einzelne Risikomessgrößen wie Veränderungen des Underlyings, des Credit Spreads, des Credit Ratings sowie das Eintreten von festgelegten negativen Credit Events separiert, an welche die Auszahlungen an die Investoren (Sicherungsgeber) gekoppelt sind.[84] Der Sicherungsnehmer erhält keine Zahlung bei Abschluss des Vertrages, sondern bekommt während der Laufzeit eine Prämien-Zahlung für evtl. eintretende Minderungen des Aktivums.[85]

Abbildung 3: Systematisierung der Kreditderivate

Quelle: In Anknüpfung an Burghof, H.-P./ Henke, S., (2000), S. 25.

Die Credit Linked Notes (CLN) als hybride Form von Kreditderivaten, bestehen in ihrer Grundform aus der Kombination einer Anleihe mit einem CDS.[86] Die in dieser Kombination verbrieften Rechte entsprechen hinsichtlich des Kreditrisikos, der Abstraktheit vom Grundgeschäft und des genauen Zuschnitts auf bestimmte Kreditrisiken den CDS.[87] Bei den CLNs leistet der Sicherungsgeber nach Vertragsabschluss eine Zahlung in Höhe des Nominalbetrages des Underlyings, wobei er während der Laufzeit Zinsen zzgl. einer Prämie bzw. eines Spread erhält. Am Ende der Laufzeit erfolgt die Rückzahlung des Nominalbetrages, die bei Eintreten eines Credit Events um einen entsprechenden Abschlag reduziert wird.

Das Ziel einer derartigen Gestaltung ist die Nachbildung synthetischer Schuldverschreibungen oder Krediten, die den Präferenzen von Investoren und Unternehmen in Bezug auf Risiko/Rendite-Relation, Laufzeit und Währung am besten entsprechen.[88] Der größte Nachteil im Vergleich zu den Kreditderivaten i.e.S. besteht in der Dokumentation und Abwicklung bei diesem Instrument, die von den gesetzlichen Vorgaben wesentlich aufwendiger gestaltet wurden. Die bisher von der KfW emittierten Verbriefungsprogramme Promise und Provide sind den CLNs zuzuordnen, da beide Formen losgelöst vom Grundgeschäft zu sehen sind. Darauf wird in Abschnitt 4.1.2 dieser Arbeit näher eingegangen.

[...]


[1] Vgl. Baulig, B. (2003), S. 1.

[2] Der Begriff „Kreditklemme“ bezeichnet eine Situation, in der die Nachfrage nach Krediten der Unternehmen größer ist als die Bereitschaft der Banken, neue mit derzeit höheren Ausfallrisiken belegten Kreditengagements trotz höherer Zinsmargen einzugehen. Vgl. Baulig, B. (2003), S. 1.

[3] Vgl. Otto, K.-F. (2003), S. 613.

[4] Siehe dazu Baulig, B. (2003), S. 1.

[5] Unter Netting wird die Verrechnung der Forderungen mit Verbindlichkeiten zu einer einheitlichen Ausgleichsforderung verstanden. Vgl. Weber, M. (1999), S. 462.

[6] Regulatory Capital Arbitrage ist die signifikante Absenkung der regulatorischen Eigenkapitalanforderungen ohne eine entsprechende Senkung des Kreditrisikos. Siehe o .V. (2001), S. 21.

[7] Eine Erklärung dieser beiden Kreditderivate erfolgt in Abschnitt 3.3.2.

[8] Nach JP Morgan Securities Inc. (2002), S. 3.

[9] Vgl. KfW (2003b), S. 62.

[10] Vgl. Rampl, D. (2002), S. 127.

[11] Vgl. Rampl, D. (2002), S. 128.

[12] Siehe Rampl, D. (2002), S. 130.

[13] Siehe auch Schirmeister, R./Wippler, A. (1999), S. 208.

[14] Vgl. ebenda, S. 209.

[15] Aus Schirmeister, R./Wippler, A. (1999), S. 209.

[16] Siehe a.a.O., S. 208.

[17] Vgl. o.V. (2003), S. 2.

[18] Siehe dazu o.V. (2003), S. 2.

[19] Vgl. Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 115.

[20] Nach. Frien, B. (2001), S. 28.

[21] Siehe o.V. (2003), S. 3.

[22] Vgl. Paul, S. (2002), S. 10.

[23] Siehe hierzu Rahtmann, C. (2001), S. 42.

[24] Aus Paul, S., 2002, S. 9.

[25] Nach o.V. (2003), S. 3.

[26] Vgl. Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 116.

[27] Siehe dazu Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 115f, vgl. o.V. (2003), S. 3.

[28] Vgl. Paul, S. (2002), S. 18.

[29] Nach Paul, S. (2002), S. 20.

[30] Siehe auch Paul, S. (2002), S. 21.

[31] Vgl. Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 116.

[32] Vgl. Rahtmann, C. (2001), S. 42.

[33] Aus o.V. (2003), S. 12.

[34] Vgl. ebenda, S. 12.

[35] Vgl. o.V. (2003), S. 12.

[36] Vgl. a.a.O., S. 12.

[37] Ein Exposure ist der ausfallgefährdete Betrag eines Kredites; vgl. Ahrweiler, S./Börner C. J. (2003), S. 23.

[38] Vgl. Rahtmann, C. (2001), S. 43.

[39] Siehe hierzu Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 118.

[40] Nach Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 118f.

[41] Vgl. Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 116.

[42] Siehe Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 119; vgl. Paul, S. (2002), S. 22f.

[43] Nach Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 120.

[44] Vgl. Paul, S. (2002), S. 24.

[45] Siehe dazu Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 121.

[46] Aus Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 121.

[47] Siehe auch Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 121; vgl. Wilkens, M. et al (2002), S. 53.

[48] Vgl. Paul, S. (2002), S. 26.

[49] Aus Füser, K. (2001), S. 365.

[50] Siehe ebenda, S. 366.

[51] In der Statistik werden qualitative Merkmale auch als diskrete Merkmale bezeichnet, die in einer begrenzten Anzahl von Ausprägungen vorliegen, die sich nach Art oder Eigenschaft unterscheiden. Quantitative Merkmale stellen dagegen als eine unendliche Anzahl numerischer Ausprägungen dar. Diese Kriterien lassen sich verbal ausdrücken und in eine ordinale Rangfolge bringen. Dabei können die quantitativen Merkmale durch eine Senkung des Skalenniveaus in qualitative Merkmale transponiert werden. Beispielsweise können Umsatzzuwächse, die in Geldeinheiten einer Bilanz zu entnehmen sind, als klein, durchschnittlich oder groß zu Umsätzen anderer Unternehmen in Beziehung gesetzt werden. Betriebswirtschaftlich werden unter qualitativen Merkmalen solche Elemente verstanden, „die nicht ohne weiteres aus einer Bilanz ersichtlich sind und eher das Umfeld einer Unternehmung beschreiben.“ Vgl. Hartung, J./Elpelt, B. (1995), S. 5f.

[52] Wird im Folgenden mit IKB bezeichnet.

[53] Nach Tippelskirch, A. v. (2002), S. 839.

[54] Vgl. ebenda, S. 840.

[55] Vgl. Tippelskirch, A. v. (2002), S. 840.

[56] Siehe ebenda, S. 840.

[57] Vgl. Tippelskirch, A. v. (2002), S. 840.

[58] Nach Füser, K. (2001), S. 367.

[59] Siehe hierzu Heyken, A. (2001), S. 23f.

[60] Vgl. Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 134.

[61] Siehe ebenda, S. 135f.

[62] Siehe dazu Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 136.

[63] Vgl. Grundke, P./ Spörk, W. (2003), S. 136f.

[64] Siehe a.a.O., S. 137.

[65] Vgl. Speicher, M (2001), S. 4f.

[66] Vgl. Ohl, H. P. (1994), S. 25 ff.

[67] Siehe Ohl, H. P. (1994), S. 27.

[68] Mortgaged Backed-Securities sind durch Hypothekenkredite besicherte Wertpapiere. Diese besondere Form der Securities ist für diese Arbeit nicht von Bedeutung und wird deshalb nicht weiter erläutert, vgl. Achleitner, A.-K. (2003), S.428.

[69] Desintermediation bedeutet, dass eine Umkehrung der Verbindungsfunktion der Finanzdienstleister in einigen Bankgeschäften stattgefunden hat. Siehe Hielscher, U. (1990), S. 126.

[70] Nach Bernstoff, C. v. (2001), S. 198.

[71] Vgl. KfW (2003a), S. 1.

[72] Vgl. Baulig, B. (2003); demnach wurden das Kreditangebot seit 2001 stärker eingeschränkt als die Nachfrage.

[73] Aus Otto, K.-F. (2003), S. 612.

[74] Siehe Langenscheidt (2002), S. 566.

[75] Siehe hierzu Hornby, A. S. (1978), S. 446.

[76] Vgl. Matschke, M. J. (1987), S. 2.

[77] Siehe Schneider-Gädicke, K.-H. (1989), S. 41 oder Dufey, G. (1989), S, 24 und Walter, N. (1989), S. 73.

[78] Nach Walter, N. (1989), S. 27.

[79] Siehe ebenda, S. 29.

[80] Vgl. Burghof, H.-P./Henke, S. (2000), S. 22.

[81] Siehe auch Burghof, H.-P./Henke, S. (2000), S. 22.

[82] Für eine Erläuterung siehe Abschnitt 3.5.2.

[83] Vgl. Abbildung 3.

[84] Aus Burghof, H.-P./Henke, S. (2000), S. 22.

[85] Vgl. Burghof, H.-P./Henke, S. (2000), S. 23.

[86] Siehe Burghof, H.-P./Henke, S. (2000), S. 23.

[87] Vgl. Landry, S./Radeke, O. (1999), S. 539.

[88] Siehe dazu Kirschner, W. et al (2000), S. 356.

Details

Seiten
168
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783832485795
ISBN (Buch)
9783838685793
Dateigröße
805 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v223775
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal – Wirtschaftswissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
kreditverbriefung mittelstand basel

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Titel: Wie wirkt sich die True-Sale-Initiative der Kreditanstalt für Wiederaufbau auf die finanzielle Situation der Banken und mittelständischen Unternehmen aus?