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Instrumente des Risikomanagements zur Absicherung von Wetterrisiken

Eine Analyse unter besonderer Berücksichtigung von Wetterderivaten

Diplomarbeit 2003 168 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Zur Bedeutung des Wetters für das Unternehmensrisiko
2.1 Der Begriff des Wetters
2.2 Wetter als unternehmensexogenes Risiko
2.2.1 Der Risikobegriff
2.2.2 Das Wetterrisiko und seine Einordnung innerhalb unternehmerischer Risiken
2.2.3 Die Unterscheidung in katastrophale und nicht-katastrophale Wetterrisiken
2.2.4 Auswirkungen nicht-katastrophaler Wetterrisiken
2.3 Evaluation von Wetterrisiken bezüglich ausgewählter Wirtschaftszweige
2.4 Risikomanagement von Wetterrisiken
2.4.1 Das Risikomanagement
2.4.2 Wetterrisiken im Risikomanagement
2.5 Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung von Wetterrisiken
2.5.1 Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung katastrophaler Wetterrisiken
2.5.2 Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung nicht- katastrophaler Wetterrisiken
2.5.3 Zusammenfassung

3 Traditionelle Möglichkeiten der Absicherung von Wetterrisiken 36
3.1 Der Versicherungsvertrag als klassisches Absicherungsinstrument
3.1.1 Der Begriff des Versicherungsvertrages
3.1.2 Vertragsseitige Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Versicherungs- vertrages
3.1.3 Die Absicherung von Wetterrisiken mittels Versicherungsverträgen
3.2 Möglichkeiten und Grenzen von Versicherungsverträgen
3.3 Vertragstypische Probleme von Versicherungsverträgen
3.4 Entwicklungen am Versicherungsmarkt
3.5 Beurteilung der Geeignetheit von Versicherungsverträgen zur Absicherung von Wetterrisiken

4 Innovative Wege zum Management von Wetterrisiken
4.1 Der Begriff der Finanzinnovation
4.2 Katastrophenderivate und Katastrophenanleihen
4.2.1 Historische Entwicklung
4.2.2 Katastrophenderivate
4.2.3 Katastrophenanleihen
4.3 Wetterderivate
4.3.1 Historische Entwicklung des Marktes für Wetterderivate
4.3.2 Zum Begriff der Derivate
4.3.3 Das Wetter - Ein ungewöhnliches Basisobjekt!
4.3.4 Die Konstruktion einer Basisvariablen
4.3.4.1 Degree-Day-Indizes
4.3.4.2 AvT-Indizes
4.3.5 Wetterderivatearten
4.3.5.1 Degree-Day-Optionen
4.3.5.2 Degree-Day-Futures und -Swaps
4.3.5.3 Wetterderivate im Vergleich
4.3.6 Alternative Indizes und exotische Kontrakte
4.3.6.1 Verwendung alternativer Referenztemperaturen
4.3.6.2 Critical-Day-Kontrakte
4.3.6.3 Growing-Degree-Day-Indizes
4.3.6.4 Basket-Indizes
4.3.6.5 Hybride Kontrakte
4.3.6.6 Kontrakte mit nicht-linearer Auszahlungsfunktion
4.3.6.7 Multi-Trigger-Kontrakte
4.3.6.8 Wetteranleihen
4.3.7 Anwendungsbeispiel für die Absicherung von Temperaturrisiken mit der Hilfe von Degree-Day-Derivaten
4.3.8 Die Marktteilnehmer und ihre Intentionen
4.3.8.1 Die Akteure
4.3.8.2 Motive für den Abschluss von Wetterderivaten
4.3.9 Zur Preisfindung für Wetterderivate
4.3.9.1 Überlegungen zu Terminkursen und Prämien
4.3.9.2 Die Burn-Analysis/Burning-Cost-Methode
4.3.9.3 Stochastische Bewertungsmodelle
4.3.9.4 Zusammenfassung
4.3.10 Zur Rechnungslegung von Wetterderivaten
4.3.10.1 Rechnungslegung nach HGB
4.3.10.2 Rechnungslegung nach IAS/IFRS
4.3.10.3 Rechnungslegung nach US-GAAP
4.3.10.4 Zusammenfassung
4.3.11 Bestandsaufnahme und Entwicklungstendenzen des Marktes für Wetterderivate
4.3.11.1 Der Markt für Derivate im Überblick
4.3.11.2 Der Markt für Wetterderivate
4.3.11.2.1 Bestandsaufnahme
4.3.11.2.2 Bestandsaufnahme und Entwicklungs-tendenzen des OTC-Marktes
4.3.11.2.3 Bestandsaufnahme und Entwicklungs-tendenzen des Börsenhandels
4.3.11.2.4 Ausblick

5 Zur Beurteilung von Wetterderivaten
5.1 Zur Eignung von Wetterderivaten für die Absicherung von nicht- katastrophalen Wetterrisiken
5.2 Aktuelle Problemfelder

6 Schlussbemerkungen

Anhang: WRMA Vertragsvorlage für ein Wetterderivat

Quellenverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Darstellungsverzeichnis

Darstellung 1: Die Wahrscheinlichkeitsverteilung

Darstellung 2: Wahrscheinlichkeitsverteilung mit Referenzwert

Darstellung 3: Risiken von Industrie- und Handelsunternehmen

Darstellung 4: Einordnung des Wetterrisikos als operatives Risiko

Darstellung 5: Einordnung von Wetterrisiken in einer frequency-severity-Matrix

Darstellung 6: Einordnung von Wetterrisiken in einer risk-probability-Matrix

Darstellung 7: Auswirkungen des Wetterrisikos im Prozess der Leistungserstellung

Darstellung 8: Energieverbrauch in Abhängigkeit von der Temperatur

Darstellung 9: Zusammenhang zwischen Stromverbrauch und Temperatur

Darstellung 10: Entwicklung des Speiseeisabsatzes

Darstellung 11: Der Prozess des Risikomanagements

Darstellung 12: Möglichkeiten der Risikosteuerung

Darstellung 13: Möglichkeiten des aktiven Risikomanagements

Darstellung 14: Risikomatrix eines Energieversorgungsunternehmens

Darstellung 15: Anforderungen an Instrumente zur Absicherung von Wetterrisiken

Darstellung 16: Typischer Verlauf einer Schadenverteilung

Darstellung 17: Beschreibung versicherbarer Gefahren

Darstellung 18: Gewinn- und Verlustprofil einer PCS Call-Option mit Cap

Darstellung 19: Staffelung der Zins- und Rückzahlung eines Katastrophenbonds

Darstellung 20: Handelbare Katastrophenanleihen

Darstellung 21: Risikomischung Leu Prima Cat Bond Fund

Darstellung 22: Systematisierung von Derivaten

Darstellung 23: Prozentuale Verteilung der Anzahl der Kontrakte bzgl. der Basisobjekte

Darstellung 24: Konstruktion eines CDD-Indizes für den Monat August

Darstellung 25: Konstruktion eines AvT-Index für den Monat August

Darstellung 26: Konstruktionsmerkmale eines Wetterderivates

Darstellung 27: Gewinn-/Verlust-Profile von Degree-Day-Optionen

Darstellung 28: Absicherung gegen Wetterrisiken mit der Hilfe von Degree-Day-Optionen

Darstellung 29: Long-Position eines Degree-Day-Calls mit Cap

Darstellung 30: Degree-Day-Collar

Darstellung 31: Gewinn-/Verlust-Profile von Degree-Day-Swaps

Darstellung 32: Gestaffelte Zins-/Rückzahlung eines Wetterbonds

Darstellung 33: Entwicklung CDD Station 10147 August 1991-

Darstellung 34: Payoff Degree-Day-Call

Darstellung 35: Payoff Degree-Day-Option mit Cap

Darstellung 36: Payoff Degree-Day-Swap

Darstellung 37: Payoff Degree-Day-Future

Darstellung 38: Netto-Payoff

Darstellung 39: Ergebnisse

Darstellung 40: Ergebnisse August

Darstellung 41: Motive für das Tätigwerden am Wetterderivatemarkt

Darstellung 42: Entwicklung des Derivatehandels 1992-

Darstellung 43: Entwicklung des Wetterderivatehandels 1997-

Darstellung 44: Entwicklung des Notional Values 1997-

Darstellung 45: Prozentuale Verteilung der Anzahl der Kontrakte nach Regionen

Darstellung 46: Internet-Auftritt der LIFFE

Darstellung 47: Kontraktspezifikationen der CME für den europäischen Raum

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Einführung

„Mit Überflutungen und Sturm hat das Jahr 2003 gleich als Katastrophenjahr begonnen - dabei hatte bereits das gerade abgelaufene Jahr 2002 in Sachen Naturkatastrophen bedrohliche Akzente gesetzt“[1]. Mit 700 erfassten Schadenereignissen lag die Anzahl der Naturkatastrophen in 2002 über dem Durchschnitt der 90er Jahre (650 Schadenereignisse). Stürme und Überschwemmungen stellten die häufigsten Ursachen für Schadenereignisse dar. Anhaltende Hitzewellen und Dürren führten zu verheerenden Waldbränden und schweren Landwirtschaftsschäden. Im Mittleren Westen und an der Ostküste der USA wüteten die stärksten weihnachtlichen Schneestürme, die je verzeichnet wurden. Auch die Niederschlagsmengen erreichten Rekordniveau. So fielen binnen zwei Tagen im Rhônetal bis zu 670 Liter Regen pro Quadratmeter, was mehr als der Hälfte der üblichen Jahresniederschlagsmenge entspricht[2]. Versicherungsanalysten gehen davon aus, „dass sich der Schadentrend weiter verstärken wird“[3].

Auch das Ausmaß nicht-katastrophaler Schäden nahm in Folge der gestiegenen Volatilität der einzelnen Wetterparameter zu. Die mittlere Tagestemperatur der Sommermonate Juni, Juli und August lag in Deutschland dieses Jahr bei 19,6°C und damit 3,4°C über dem langjährigen Referenzwert[4]. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bereits geringe Abweichungen zu einem veränderten Nachfrageverhalten führen, dass sich auf bestimmte Branchen nachteilig auswirken kann. Während beispielsweise der Bierumsatz mit jedem zusätzlichen Grad über Durchschnitt um ca. 2 % steigt, verzeichnet die Automobilindustrie einen Umsatzrückgang von ca. 1 %.[5]

Galten Wetterrisiken bisher als nicht vollständig absicherbar, rücken diese durch Produktinnovationen auf den Finanzmärkten in zunehmendem Maße ins Blickfeld des Risikomanagements. „Den größten Fehler, den ein Unternehmen ... begehen kann, ist zu glauben, es könnte auf Risiko-Management-Instrumente verzichten“[6].

In der vorliegenden Arbeit werden dem Risikomanagement zur Verfügung stehende Instrumente zur Absicherung von Wetterrisiken dargestellt und bewertet. Dabei finden sowohl traditionelle Instrumente als auch innovative Ansätze Berücksichtigung. Die Betrachtung traditioneller Instrumente beschränkt sich dabei auf Versicherungsverträge. Bei der Darstellung neuartiger Konzepte stehen Wetterderivate im Mittelpunkt, die zugleich den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden. Ob und inwiefern sich die hier vorgestellten Instrumente zur Absicherung von Wetterrisiken eignen, ist Gegenstand der weiteren Untersuchung.

1.2 Gang der Untersuchung

Im zweiten Abschnitt werden zunächst die Begriffe Wetter, Risiko und Wetterrisiko definiert. Anschließend erfolgt die Unterscheidung in katastrophale und nicht-katastrophale Wetterrisiken. Es folgt eine branchenspezifische Darstellung der Auswirkungen nicht-katastrophaler Wetterrisiken, an die sich die Beschreibung der Aufgaben des Risikomanage-ments und die Operationalisierung von Wetterrisiken im Risikomanagementprozess anschließt. Abschließend erfolgt die Formulierung von Anforderungen, denen Instrumente zur Absicherung von Wetterrisiken gerecht werden müssen.

Abschnitt drei stellt die klassische Absicherung von Wetterrisiken mit der Hilfe von Versicherungsverträgen dar. Nach einem allgemeinen Überblick wird auf ausgewählte Probleme eingegangen. Des Weiteren wird geprüft, ob Versicherungsverträge die an sie gestellten Anforderungen erfüllen.

Der vierte Abschnitt beginnt mit der Behandlung von Merkmalen innovativer Finanzinstrumente. Im Anschluss werden innovative Instrumente zur Absicherung katastrophaler Wetterrisiken skizziert. Der Schwerpunkt der Ausführungen bezieht sich jedoch auf Wetterderivate, deren Aufgabe die Absicherung nicht-katastrophaler Wetterrisiken ist. Dazu erfolgt zunächst ein kurzer Überblick über den Derivatemarkt. Daran schließt sich die Beschreibung der Konstruktion der Basisvariablen an, die Voraussetzung für den Einsatz von Wetterderivaten ist. Ein selbst erstelltes Beispiel veranschaulicht die Funktionsweise der zuvor beschriebenen Wetterderivatearten und erläutert den Absicherungsprozess. Auf die Intentionen der Marktteilnehmer wird ebenfalls eingegangen. Es folgt die Preisfindung von Wetterderivaten, an die sich eine Darstellung der Rechnungslegung von Wetterderivaten anschließt. Zum Abschluss des Abschnittes erfolgt eine Bestandsaufnahme des Marktes für Wetterderivate und eine Einschätzung über die Entwicklungstendenzen des jungen Marktes.

Der fünfte Abschnitt beschäftigt sich mit der Beurteilung von Wetterderivaten hinsichtlich ihrer Eignung zur Absicherung nicht-katastrophaler Wetterrisiken. Aktuelle Problemfelder werden angesprochen.

Im sechsten und letzten Abschnitt folgen einige Schlussbemerkungen.

Die Fachliteratur hat sich bisher nur in relativ geringem Umfang mit Wetterderivaten und ihren Möglichkeiten beschäftigt, nicht-katastrophale Wetterrisiken abzusichern. Es gibt nur wenige Quellen, die sich schwerpunktmäßig den Wetterderivaten zuwenden. Die Aufgabe der vorliegenden Arbeit besteht darin, diese Forschungslücke zu schließen. Die Arbeit soll Klarheit darüber verschaffen, ob sich die hier vorgestellten Instrumente zur Absicherung nicht-katastrophaler Wetterrisiken eignen.

2 Zur Bedeutung des Wetters für das Unternehmensrisiko

2.1 Der Begriff des Wetters

Der in der Meteorologie verwendete Begriff des Wetters ist beschrieben als „the condition of the atmosphere at any particular time and place“[7]. Dabei wird das hydro-thermodynamische System Erdatmosphäre durch eine Vielzahl unterschiedlicher Zustandsvariablen, z.B. Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Wind, Wolken und Niederschlag, beschrieben[8]. Vom Begriff des Wetters ist das Klima zu unterscheiden. Das Klima ist ein „zeitliches Mittel über viele meteorologische Zustände an einem Ort“[9]. „Climate .. represents the accumulation of daily and seasonal weather events … over a long period of time”.[10]

Die Qualität von Wetterprognosen hat sich zwar stetig verbessert, dennoch ist es nicht möglich, ein perfektes Modell zu schaffen. „Ein perfektes Wettermodell müsste alle Faktoren einbeziehen, die die Atmosphäre beeinflussen. Doch selbst wenn das möglich wäre, gäbe es keine absolut zuverlässige Vorhersage. Denn die Gleichungen, mit denen die Meteorologen rechnen, sind alle nichtlinear. Vorhersagen können immer nur Wahrscheinlichkeiten angeben.“[11] Das Wetter befindet sich wie ein Wechselkurs „at random walk“.

Die Zufälligkeit des Wetters lässt sich außerdem mit dem sog. Schmetterlingseffekt aus der Chaostheorie beschreiben. Ohne auf die Chaostheorie und den Schmetterlingseffekt genauer einzugehen, besagt die auf Edward Lorenz (1963) zurückzuführende Erkenntnis, dass kleine Verschiebungen zu großen Abweichungen führen können. Für das Wetter lässt sich ableiten, dass „kleine Faktoren wie der Flügelschlag eines Schmetterlings in Südamerika darüber entscheiden können, ob sich Tage später ein Hurrikan auf die Westküste der USA zubewegt oder nicht“[12]. Der Ansatz ist nicht unumstritten[13] und verdeutlicht auf plakative Weise die Zufälligkeit des Wetters.

2.2 Das Wetter als unternehmensexogenes Risiko

2.2.1 Der Risikobegriff

Der Begriff des Risikos wird in der Literatur allgemein als Gefahr und als Chance gesehen. Darüber hinaus lassen sich ergänzende Beschreibungen finden, z.B. „(r)isk is the probability of not having sufficient cash with which to buy something important“[14]. Die Versicherungsbranche definiert Risiko als „die Möglichkeit des Schadeneintritts durch Verwirklichung einer versicherten Gefahr“[15]. Weiterhin wird Risiko auch als „Möglichkeit einer Abweichung zwischen Plan und Wirklichkeit, als Möglichkeit einer Fehleinschätzung über die Mitteleinsätze oder als Möglichkeit der Zielverfehlung bezeichnet“[16]. Im Folgenden soll der Risikobegriff als neutraler Begriff verwendet werden.

Risiko beschreibt demnach einen Sachverhalt, bei dem eine Entscheidung über ein Handeln nicht sicher zu einem bestimmten Ergebnis führt, sondern dass sich das zu erwartende Ergebnis der Handlung nur durch eine Wahrscheinlichkeitsverteilung von Ergebnismög-lichkeiten beschreiben lässt.[17]. Risiko bezeichnet folglich die Bandbreite der möglichen Ausgänge einer Handlung. Dies können sowohl negative als auch positive Folgen sein. Ob der Ausgang einer Handlung als positiv oder negativ zu bewerten ist, hängt von der Einschätzung durch den Entscheidungsträger ab. Eine positive Abweichung wird dabei allgemein als Chance bewertet. Negative Abweichungen stellen dagegen eine Gefahr dar. Zu unterscheiden sind dabei quantifizierbare und nichtquantifizierbare Risiken. Für die Beschreibung quantifizierbarer Risiken, z.B. Umsatzschwankungen oder Szenarien über die Entwicklung von Wechselkursen, bietet sich folgende Darstellung an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 1: Die Wahrscheinlichkeitsverteilung

Das quantifizierbare Risiko wird hier durch die Größen Erwartungswert und Varianz bzw. Standardabweichung gemessen. Als Risiko kann jede Abweichung vom Erwartungswert verstanden werden. Der Erwartungswert der Normalverteilung beschreibt dabei das Ergebnis einer Handlung, welches mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit eintreten kann. Da der Erwartungswert u.U. gar nicht eintreten kann oder technisch nicht realisierbar ist, ist ggf. zur Risikobewertung ein Referenzwert zu wählen, auf den im Folgenden noch eingegangen wird. Das quantifizierbare Risiko ist zum einen durch die Verlusthöhe bzw. das Ausmaß des Verlustes und zum anderen durch die Verlustwahrscheinlichkeit determiniert.[18] Die Wahrscheinlichkeit einer Zufallsvariablen entspricht der Fläche zwischen der Dichtefunktion und der x-Achse innerhalb der durch die Zufallsvariablen und der Funktion bestimmten Intervallgrenzen. Die Gesamtfläche unterhalb der Dichtefunktion entspricht immer dem Wert 1. Der Grad der Gefährdung (Dringlichkeit) von Unternehmenszielen wird durch die Risikoparameter Eintrittswahrscheinlichkeit und Ausmaß determiniert[19].

Ob es sich um eine Chance oder eine Gefahr handelt, ist von der subjektiven Bewertung abhängig. Was für den einen als Chance gilt, ist für einen anderen vielleicht eine Gefahr.

Zur Einschätzung des Risikos kann als weitere Größe ein Referenzwert gewählt werden. Der Referenzwert ist ein vom Entscheidungsträger festgelegter Wert, der die Grenze zwischen „Chance“ und „Gefahr“ darstellt. Durch das Festlegen eines Referenzwertes können die Wahrscheinlichkeiten des Ausgang einer Handlung verändert werden. Werden Abweichungen unterhalb des Erwartungswertes als Gefahr und Abweichungen oberhalb des Erwartungs-wertes als Chance gesehen, und liegt der Referenzwert unterhalb des Erwartungswertes, hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Chance erhöht und folglich die Wahrscheinlichkeit einer Gefahr verringert.

Als Beispiel lässt sich hier anführen: In einem Wintersportgebiet sei die Schneehöhe normalverteilt. Der Erwartungswert für die Schneehöhe liegt oberhalb der für den Pistenbetrieb benötigten Schneehöhe. Der Betreiber wählt einen Referenzwert, der der für den Pistenbetrieb kritischen Schneehöhe entspricht. Liegt die Schneehöhe unterhalb der kritischen Schneehöhe, nehmen die Besucherzahlen ab. Da der Referenzwert unterhalb des Erwartungswertes liegt und alle Schneehöhen, die höher als der Referenzwert sind, als Chance bewertet werden, hat sich die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ausgangs vergrößert. Ist die Schneehöhe höher als der Referenzwert, haben die Betreiber ein Risiko in Form von steigenden Besucherzahlen (positive Auswirkung). Dementsprechend besteht für die Skipiste ein negativ zu bewertendes Risiko, wenn die Schneehöhe unterhalb des Referenzwertes liegt (negative Auswirkung). Die Wahrscheinlichkeit für eine Gefahr ist durch die Festlegung eines Referenzwertes, der kleiner als der Erwartungswert ist, verringert worden.

Für den Betreiber eines Freizeitbades im gleichen Winterskigebiet und mit gleichem Referenzwert bedeutet eine Schneehöhe, die über dem Referenzwert liegt, einen Rückgang der Besucherzahlen (negative Auswirkung). Dagegen bietet sich ihm die Möglichkeit zusätzlicher Besucher, wenn die Schneehöher unterhalb des Referenzwertes liegt (positive Auswirkung).

Die folgende Darstellung dient zur Veranschaulichung der Überlegungen zum Referenzwert (R).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 2: Wahrscheinlichkeitsverteilung mit Referenzwert

2.2.2 Das Wetterrisiko und seine Einordnung innerhalb unternehmerischer Risiken

Das Wetterrisiko bezeichnet „Schwankungen einer den Geschäftserfolg eines Unternehmens beeinflussenden Wettervariable .., die mittels der Maßgrößen Varianz und Standardabweichung quantifiziert werden können. Art und Anzahl der relevanten Wettervariablen hängen .. von den jeweiligen Geschäftsfeldern des Unternehmens ab“[20]. Für Energieversorgungsunternehmen (EVU) ist die Temperatur besonders wichtig. Den Betreiber einer Skipiste interessiert dagegen vor allem die Niederschlagsmenge an Schnee.

Das Wetterrisiko ist nach dieser Einteilung ein betriebliches Risiko im realwirtschaftlichen Bereich. Betriebliche Risiken des realwirtschaftlichen Bereiches „umfassen alle Formen der zeitlichen, qualitativen oder mengenmäßigen Verschlechterung der Leistungserstellung“[21]. Dagegen ergeben sich die betrieblichen Risiken des finanzwirtschaftlichen Bereiches infolge „mangelhafter Planungs-, Informations-, Abwicklungs- und Kontrollsystemen für finanzielle Transaktionen auf Kassa- und Terminmärkten“[22]. Zu den sonstigen Risiken zählen u.a. Länderrisiken, Bonitätsrisiken und juristische Risiken.

Die unten stehende Darstellung gibt Aufschluss über die Einordnung des Wetterrisikos im Kontext unternehmerischer Risiken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 3: Risiken von Industrie- und Handelsunternehmen[23]

Operativen Risiken, unter denen alle Risiken mit Ausnahme von Markt- und Kreditrisiken zusammenfasst sind, werden außerdem in endogene und exogene operative Risiken unterschieden. Dabei bildet die Beeinflussbarkeit des Risikos durch das Unternehmen das Abgrenzungskriterium. Endogene operative Risiken können durch das Unternehmen kontrolliert werden, exogene operative Risiken nicht. Das Wetterrisiko ist offensichtlich als exogenes Risiko zu klassifizieren, da die Eintrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten Wetters nicht gezielt beeinflusst werden kann.[24]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 4: Einordnung des Wetterrisikos als operatives Risiko

2.2.3 Die Unterscheidung in katastrophale und nicht-katastrophale Wetterrisiken

Eine Möglichkeit der Abgrenzung von Wetterrisiken anhand der quantitativen Größen Auftrittshäufigkeit (frequency) und Schadensausmaß (severity) stellt die Unterscheidung in low frequency – high severity events bzw. high frequency – low severity events dar. Eine Kombination von low frequency – low severity events stellt keine absicherungswürdige Wetterkonstellation dar. Einer geringen Schadenseintrittswahrscheinlichkeit stünde ein geringes Schadenausmaß gegenüber. So kann der Nutzen aus dem Risikotransfer vom Versicherungsnehmer auf den Versicherer als nur mäßig bezeichnet werden, da die zu zahlende Risikoprämie des Versicherungsnehmers nicht in einem „vernünftigen“ Verhältnis zu den für Betriebskosten erforderlichen Deckungsbeiträgen des Versicherers stünde[25]. Auch high frequency – high severity events werden sich nicht absichern lassen. „Solche Risiken kommen oft deshalb nicht zur Versicherung, weil es sich um „Geldwechselgeschäfte“ (Prämie gegen fast sichere Versicherungsleistung) handeln würde, die mit hohen Betriebskosten ( für den Versicherer - Einfügung A.B.) belastet wären.“[26] Im Folgenden werden nur low frequency – high severity events bzw. high frequency – low severity events betrachtet.

Den katastrophalen Wetterrisiken werden Naturkatastrophen zugeordnet. Dazu zählen beispielsweise Überschwemmungen und Orkane. Diese treten selten auf, richten aber hohe Schäden an (low frequency – high severity events). Der Hurrikan „Andrew“ richtete im Jahr 1992 im Südosten der USA und auf den Bahamas Schäden in Höhe von 15,5 Mrd. USD an. Bis heute gilt „Andrew“ als das teuerste Einzelschadensereignis[27]. Nicht-katastrophale Wetterrisiken sind Abweichungen von durchschnittlichen Wetterparametern wie Niederschlagsmengen oder Temperaturen, die häufig auftreten, aber geringen Schaden anrichten (high frequency – low severity events).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 5: Einordnung von Wetterrisiken in einer frequency-severity-Matrix

Eine andere Möglichkeit der Unterscheidung bieten die Parameter Risiko (risk) und Eintrittswahrscheinlichkeit (probability). Dadurch lassen sich katastrophale Wetterrisiken als high risk – low probability events beschreiben. Einem hohen Risiko steht eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit gegenüber. Nicht-katastrophale Wetterrisiken weisen eine geringe Verlustgefahr (low risk) bei gleichzeitig hoher Verlustwahrscheinlichkeit (high probability) auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 6: Einordnung von Wetterrisiken in einer risk-probability-Matrix

Es bleibt festzuhalten, dass Wetterrisiken hinsichtlich mehrerer Parameter qualifiziert werden können. Dadurch ist eine Unterscheidung zwischen katastrophalen und nicht-katastrophalen Wetterrisiken möglich.

2.2.4 Auswirkungen nicht-katastrophaler Wetterrisiken

Welche Auswirkungen den nicht-katastrophalen Wetterrisiken zugeschrieben werden können, steht im Mittelpunkt der folgenden Betrachtungen. Auf eine ausführliche Einbeziehung von Naturkatastrophen wird verzichtet, da es sich um Ereignisse handelt, die, wie gezeigt wurde, selten auftreten, dann allerdings sehr hohe Schäden verursachen. Naturkatastrophen können grundsätzlich an jedem Ort auftreten. Dennoch gibt es Regionen, in denen bestimmte katastrophale Wettereinflüsse häufiger auftreten. So konzentrieren sich beispielsweise tropische Wirbelstürme vor allem auf die Karibik.

Von größerem Interesse sind vielmehr die Auswirkungen nicht-katastrophaler Wetterrisiken. Es geht also um die Frage, welchen Einfluss z.B. geringere Niederschläge oder höhere Temperaturen auf die Volkswirtschaft insgesamt und speziell auf einzelne Branchen haben. Um die Auswirkungen darstellen zu können, muss zuvor das Erscheinungsbild eines nicht- katastrophalen Wetterrisikos beschrieben werden.

Diese Wetterrisiken beeinflussen den Prozess der betrieblichen Leistungserstellung im Bereich der Beschaffung, der Produktion und des Absatzes. D.h., die Änderung einzelner Wetterparameter hat Einfluss auf die Erlösseite und damit auf den Umsatz der Unternehmung und auf die Beschaffungsseite und somit auf die Kosten. Dabei liegt der Einfluss des Wetters vor allem auf den Beschaffungsmengen und den Absatzmengen. Preisänderungen ergeben sich ggf. als Folge eines wetterbedingten Überangebotes bzw. einer Überschussnachfrage[28]. Ansatzpunkt und mögliche Auswirkungen des Wetters im betrieblichen Prozess fasst die folgende Darstellung zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 7: Auswirkungen des Wetterrisikos im Prozess der Leistungserstellung

Die Dimensionen des Wetterrisikos lassen sich nur schätzen. So ermittelten meteorologische Forschungseinrichtungen für 80% der weltweiten Geschäfttätigkeit eine Wetter-abhängigkeit[29]. Für die Volkswirtschaft der USA ergab eine Schätzung der Chicago Mercantile Exchange (CME), dass eine Wirtschaftsleistung in Höhe von zwei bis neun Billionen USD vom Wetter abhängig ist[30]. Bei einer Wirtschaftsleistung von 10,4 Billionen[31] USD im Jahr 2002 wären rd. 20 bis 85% der US-amerikanischen Wirtschaft einem Wetterrisiko ausgesetzt. Das US-amerikanische Wirtschaftsministerium sieht dagegen ein Volumen von einer Billion USD (rd. 10% der Wirtschaftsleistung) als betroffen[32]. Nach der Annahme der Deutschen Börse AG unterliegen 5% des Bruttosozialproduktes der westlichen Industriestaaten Wettereinflüssen. Allein für Westeuropa bedeutet das, dass etwa 300 Mrd. USD wetterabhängig sind.[33]

Die doch erheblichen Unterschiede der Auswirkungen von Wetterrisiken in der Einschätzung, wie sich Wetterrisiken auf die Wirtschaftsleistung auswirken, lassen sich mit der im Vergleich zu den USA geringeren Volatilität des europäischen Wetters erklären. Durch die geringeren Schwankungen ist die „Wetteranfälligkeit der Wirtschaft“ in Europa volumenmäßig deutlich geringer.[34]

Wenngleich es sich nur um Schätzungen handelt und diese teilweise widersprüchlich sind, so ist dennoch ein großer Einfluss des Wetters auf die Wirtschaftstätigkeit zu konstatieren.

2.3 Evaluation von Wetterrisiken bezüglich ausgewählter Wirtschaftszweige

Nachdem das Wetterrisiko definiert und sein volkswirtschaftliches Ausmaß beschrieben wurde, wird im Folgenden auf das nicht-katastrophale Wetterrisiko einzelner Branchen eingegangen. Die Auswahl der dargestellten Wirtschaftszweige ist nicht abschließend. Sie stellt vielmehr einen Ausschnitt dar, in dem die Branchen aufgeführt werden, die in einem besonderem Maße und in auffälliger Weise wetterabhängig sind.

Die Agrarwirtschaft

Das Wetter wirkt sich vor allem auf die Ernteerträge der Landwirte aus. Es kann folglich als das Berufsrisiko der Landwirte bezeichnet werden. Obwohl die Landwirtschaft einer Vielzahl wetterbedingter Risiken ausgesetzt ist (z.B. Hagel oder Frost vor dem frühesten Erntezeitpunkt), sind vor allem die Einflussfaktoren Temperatur und Regen als entscheidend für die Produktionsmengen anzusehen. Turvey kam bei einer Untersuchung im Raum Ontario zu dem Ergebnis, dass die Ernteerträge von Mais und Soja maßgeblich von der Temperatur und nicht vom Regenfall abhingen. Dagegen ist die Menge an Regen ausschlaggebend für die Erntemenge von Heu.[35] Ein kalter Sommer führt beispielsweise zu einer geringeren Maisernte als ein warmer Sommer.

Extreme Wetterbedingungen wie Hochwasser oder Dürren haben i.d.R. Ernteausfälle zur Folge. So weist der deutsche Weizenanbau im Jahr 2003 infolge hoher Sommertemperaturen und fehlender Niederschläge Ernteausfälle auf, die in einigen Regionen bis zu 85% des Ernteertrages ausmachen[36]. Der Sommer des Jahres 2003 gilt als der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Die ermittelte Tagesdurchschnittstemperatur von 19,6°C lag 3,4°C über der internationalen klimatologischen Referenzperiode.[37]

Auch die deutschen Winzer verzeichnen infolge der Hitze und Trockenheit des Sommers 2003 einen Ernterückgang. Nachdem etwa 90% der deutschen Ernte gelesen wurden, wird mit einem Ernteertrag gerechnet, der unter dem langjährigen Durchschnittswert von 10 Millionen Hektolitern liegt. In einigen Regionen fielen die Ernteerträge um 15 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.[38]

Der Einfluss des Wetters auf die Landwirtschaft beschränkt sich nicht ausschließlich auf die Produktionsmengen. Neben den Mengenreaktionen lassen sich auch Qualitätsunterschiede und Kostensteigerungen anführen. Die Hitzewelle im Jahr 2003 führte zu einer schlechteren Qualität der Sommergerste, was auf den niedrigen Anteil von Vollkorn und den hohen Anteil von Eiweiß zurückzuführen ist[39]. Dass es nicht immer zu Qualitätsverlusten kommen muss, verdeutlicht die deutsche Weinernte 2003. Einem Mengenrückgang steht eine bessere Traubenqualität gegenüber. Im Rheingau wurden Mostgewichte von bis zu 302 Grad Oechsle gemessen. Der Grad Oechsle kennzeichnet den Zuckergehalt der Beeren und somit das Alkoholpotenzial des Weines.[40]

Witterungsbedingte Kostensteigerungen ergeben sich z.B. durch eine Intensivierung der künstlichen Bewässerung als Folge ausgebliebender Niederschläge. Begünstigt das Wetter die Verbreitung ernteschädigender Insekten, ist mit höheren Kosten für Insektizide und Pestizide zu rechnen.

Eine weitere Schwierigkeit bereiten Absatzprobleme. Trotz mengenmäßig guter Ernten sank der Umsatz der Pfälzer Kartoffelbauern im Jahr 2003 um 25% vom Durchschnitt. Hohe Temperaturen reduzierten die Verbrauchernachfrage.[41] In diesem Fall bestimmt das Wetter das Nachfrageverhalten der Konsumenten. Die Nachfragereduktion führt auf Seiten der Landwirte zu einem Überangebot und folglich zu geringeren Umsätzen.

Auch die Viehzucht ist vom Wetter betroffen. Der wetterbedingte Rückgang von Grünland und der Rückgang der Erntemengen von Silomais führen zu Engpässen in der Futterversorgung. Wird von einer zusätzlichen Beschaffung von Futtermitteln abgesehen, kommt es zu einer Verringerung der Viehbestände. Qualitativ betrachtet führte die Verknappung der Futtermittel beispielsweise zu einem Rückgang des Fettgehalts der Milch auf unter 4%.[42] Es sind deshalb auch Probleme für die sich der Urproduktion anschließenden Veredlungsunternehmen zu erwarten.

Im Bereich der Agrarwirtschaft beeinflusst das Wetter in hohem Maße die Produktion (Mengenrisiko) und in geringerem Maße über die Qualität (Qualitätsrisiko) auch die Preise (Preisrisiko).

Die Energieversorgungsunternehmen

Die Elektrizitätswirtschaft und die Energiewirtschaft sind ebenfalls als wetterabhängig zu klassifizieren. Zunächst soll dabei die Nachfrageseite betrachtet werden. Energie wird von privaten Haushalten und Unternehmungen nachgefragt. Der Energiebedarf weist saisonale Schwankungen auf. Der Wärmebedarf im Sommer entspricht nur 10% des Wärmebedarfs im Winter. Der Stromverbrauch im Sommer entspricht etwa 85% des Winterverbrauchs.[43]

Die folgende Darstellung verdeutlicht die Entwicklung des Verbrauches verschiedener Energieträger in Abhängigkeit von der Temperatur.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 8: Energieverbrauch in Abhängigkeit von der Temperatur[44]

Der Verbrauch aller Energieträger fällt bis zu einer Temperatur von 65°F (rd. 18°C). Steigen die Temperaturen über die Marke von 65°F hinaus, nimmt der Stromverbrauch zu.

Heizöl und Erdgas werden vor allem für Heizzwecke verwendet. Je weiter die Temperatur nach unten von 65°F abweicht, umso höher ist die Nachfrage und damit der Verbrauch beider Brennstoffe. Die Nachfrage nach Heizöl ist höher, da Heizöl gegenüber Erdgas einen höheren Heizwert[45] aufweist und somit für die Beheizung besser geeignet erscheint.

Strom kann ebenfalls zur Wärmegewinnung verwendet werden. Besondere Bedeutung hat er jedoch für den Betrieb elektrischer Geräte, z.B. für einen Elektroherd oder für Unterhaltungsmedien. Der starke Anstieg des Stromverbrauchs bei Temperaturen, die höher als 65°F sind, lässt sich mit der Zunahme der in Betrieb genommenen Klimaanlagen erklären.

Die Beziehung von Tagestemperatur und Energienachfrage verdeutlicht die folgende Darstellung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 9: Zusammenhang zwischen Stromverbrauch und Temperatur[46]

Neben diesen nachfrageseitig induzierten Schwankungen beeinflusst das Wetter auch die Angebotsseite. Dabei sind natürliche und administrative Einschränkungen zu unterscheiden. Ein mengenmäßiges Produktionsrisiko liegt zweifelsfrei im Bereich der Windkraftwerke, der Solarkraftwerke und der Wasserkraftwerke vor. Bleiben die notwendigen Wettererscheinungen (Wind, Sonne und Niederschlag) aus, reduziert sich auch die Ausbringungsmenge der Kraftwerke. Umweltauflagen, die eine Entnahme von Flusswasser begrenzen, waren im heißen Sommer des Jahres 2003 der Grund, warum Kohle- und Atomkraftwerke ihre Produktion zurückfahren mussten. Das Kraftwerk Obrigheim musste hitzebedingt als erster deutscher Atom-Meiler komplett abgeschaltet werden[47]. Lediglich die großen Braunkohlekraftwerke können als temperaturunabhängig bezeichnet werden[48].

Wie gezeigt, beeinflusst das Wetter die Produktions- und die Absatzmöglichkeiten der Energieversorgungsunternehmen. Dabei handelt es sich um reine Mengenrisiken. Durch die zunehmende Liberalisierung des Energiemarktes werden auch Preisrisiken an Bedeutung gewinnen. Unternehmen, die im Wettbewerb zueinander stehen, arbeiten an effizienten Lösungen, um sich Preisvorteile sichern zu können.

Die Tourismus- und Freizeitindustrie

Das Wetter dürfte neben Infrastruktur und Freizeitangeboten der entscheidende Faktor für die Wahl der Urlaubsregion und der Urlaubszeit sein. Liegt in den Wintersportgebieten infolge eines zu warmen Winters kein Schnee, bleiben die erhofften Touristen und somit auch die Umsätze für Hotels, Restaurants und Skilifte aus. Eine Unternehmung, die ausschließlich vom Wintersport abhängig ist, kann deshalb in eine schwierige Lage geraten. Ebenso kann ein zu kalter und verregneter Sommer zur Verlagerung des Urlauberstromes in wärmere Gebiete führen. Eine sinkende Auslastung bedeutet geringere Umsätze.

Im Bereich der Freizeitgestaltung stehen beispielsweise Kinobetreiber vor dem Problem, dass ein heißer Sommer gesunkene Besucherzahlen zur Folge hat. So betrug die Kinobesucherzahl im Juli 2003 lediglich 30 bis 50% des Vorjahres[49].

Auch die Betreiber von Sonnenstudios sind dem Wetterrisiko ausgesetzt. Das Wetterrisiko beschränkt sich hierbei i.d.R. auf die Sommermonate. Handelt es sich um einen sonnenreichen Sommer, ist ein Besuch im Solarium für viele nicht nötig. Die Studios bleiben leer. Laut Focus können die Umsätze der Sonnenstudiobetreiber um bis zu 50% zurückgehen[50].

Der Umsatz von Herstellern saisonaler Freizeitartikel ist ebenfalls vom Wetter abhängig, z.B. werden die Hersteller von Wintersportausrüstung einen stark verminderten Absatz aufweisen, wenn in der Wintersaison kein Schnee liegen sollte.

Das Baugewerbe

Der Einfluss des Wetters auf die Bautätigkeit ist als hoch zu klassifizieren. Weniger die grundsätzliche Bauentscheidung, sondern vielmehr die Baudauer wird vom Wetter bestimmt. Bauprojekte sind i.d.R. zeitlich fixiert. Das Wetter kann die kalkulierte Bauzeit verändern. So kann zu früh einsetzender Frost die Arbeiten am Fundament verlangsamen. Starke Regenfälle, extreme Winde und anhaltende Hitze können die Bauzeit ebenfalls ausdehnen. Kälte verlängert ebenso die Bauzeit, während warmes Wetter sie verkürzen kann. Führt das Wetter zur Überschreitung der kalkulierten Bauzeit werden i.d.R. Konventionalstrafen fällig. Diese und witterungsbedingte Mehraufwendungen, z.B. für Material, welches rund die Hälfte der Kostenstruktur des Baugewerbes ausmacht, führen zu geringeren Margen für die Bauunternehmen. Bei einer durchschnittlichen Umsatzrendite des Baugewerbes von 1,1% ist der Absicherungsbedarf gegen Wetterrisiken als hoch zu bewerten[51].

Die Lebensmittelindustrie

Eine weitere Branche, deren Umsatz ebenfalls vom Wetter beeinflusst wird, ist die Lebensmittelindustrie. Der Getränkeabsatz nimmt mit steigenden Temperaturen zu. Die Abfüller von Mineralwässern rechnen für das Jahr 2003 infolge sehr heißer Sommermonate mit einem Absatzrekord[52]. Nach Schätzungen der Branche dürfte der Pro-Kopf-Verbrauch an Mineralwasser dieses Jahr die 150l-Marke überschreiten[53]. Übersteigen die Temperaturen 25°C nimmt der Bierkonsum weniger stark als der Konsum von Säften und Erfrischungsgetränken zu. Bier wird durch bierhaltige Mischgetränke substituiert. Profiteure hoher Sommertemperaturen sind ebenfalls die Biergärten, da auch deren Umsätze maßgeblich vom Wetter abhängen[54]. Die Schwankungen des Bierkonsums im Sommer sind zu 70% durch Temperaturschwankungen zu erklären[55].

Hohe Temperaturen lassen auch die Nachfrage nach Speiseeis ansteigen. Temperaturbedingte Nachfragesteigerungen führen durch höhere Kapazitätsauslastungen der Branche zu einer Vermehrung des Angebotes. Das hat gestiegene Absatzmengen und damit höhere Umsätze zur Folge.

Den saisonal schwankenden Bedarf verdeutlich die folgende Darstellung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 10: Entwicklung des Speiseeisabsatzes[56]

Öffentlicher Bereich

Das Wetter wirkt sich ebenfalls auf den öffentlichen Bereich aus. Beispielsweise beeinflusst die Temperatur die Auslastung öffentlicher Einrichtungen. Steigen die Temperaturen, nehmen die Besucherzahlen in öffentlichen Museen ab. Kühle oder verregnete Sommermonate lassen Besucher in städtischen Freibädern ausbleiben. Das Wetter hat in beiden Fällen Auswirkungen auf die Einnahmenseite. Durch die ausbleibenden Einnahmen kann der geplante Kostendeckungsgrad nicht realisiert werden. Die Leerkosten steigen, da Kapazitäten infolge der relativ kurzen Zeitdauer nicht abgebaut werden. Neben Einnahmeausfällen kann das Wetter auch zu Mehreinnahmen führen. Sind die Sommermonate sehr heiß, werden die geplanten Einnahmen der städtischen Freibäder überschritten. Gegebenenfalls können so Einnahmeausfälle aus Einrichtungen mit einem entgegengesetzten Wetterrisiko (Museum) kompensiert werden.

Das Wetterrisiko beeinflusst auch die Kostenseite, z.B. lässt ein schneereicher Winter die Ausgaben für den Winterdienst ansteigen. Ist der Winter dagegen sehr mild, kann auf den Einsatz von Schneeräumgerät verzichtet werden, was Minderausgaben zur Folge hat.

2.4 Risikomanagement von Wetterrisiken

2.4.1 Das Risikomanagement

Durch das vom Gesetzgeber im Jahr 1998 verabschiedete Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) unterliegen börsennotierte Gesellschaften[57] der Pflicht, „ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden“[58]. Dieses System wird als Risikomanagement bezeichnet, wobei es allgemein die „Unternehmensführung unter Berücksichtigung der Unsicherheit“[59] beschreibt. Das Risikomanagement dient mehreren Zwecken. Zum einen soll es den künftigen Unternehmenserfolg sowie den Fortbestand der Unternehmung sichern, zum anderen sollen Risikokosten[60] minimiert werden.[61] Daraus wird ersichtlich, dass im Risikomanagement ausschließlich negative Abweichungen betrachtet werden[62].

Risikomanagement wird als Prozess verstanden. Den Prozesscharakter verdeutlicht die folgende Darstellung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 11: Der Prozess des Risikomanagements

Der Prozess des Risikomanagements[63] setzt sich aus mehreren Phasen zusammen. Zunächst ist ein Risiko zu identifizieren. Voraussetzung für die Identifikation eines Risikos ist, dass „eine zweckmäßige Definition für das Risiko festgelegt und im Unternehmen kommuniziert wird“[64]. Wie bereits dargestellt, muss es sich um eine mögliche Gefahr für den Unternehmenserfolg, den Unternehmensbestand oder für einen anderen von der Unternehmensleitung vorgegebenen Zielwert handeln. Die betriebliche Praxis identifiziert Risiken überwiegend jährlich bzw. vierteljährlich. Dabei kommen als Methoden und Instrumente vor allem Risikochecklisten, Befragungen und Risikokennzahlen sowie Frühwarnindikatoren zum Einsatz[65]. Auch das betriebliche Vorschlagswesen kann als effektives Instrument für die Identifikation von Risiken bezeichnet werden[66]. Nach der Feststellung des Risikos ist dieses zu quantifizieren. Es ist zu bestimmen, welches Ausmaß das Risiko auf die Zielgrößen haben kann. Als am aussagekräftigsten haben sich dabei für quantitative Zielgrößen die Risikoeintrittswahrscheinlichkeit und das Risikoausmaß erwiesen[67]. Das Bruttorisiko beschreibt das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß[68].

Ist ein Risiko identifiziert und quantifiziert, ist jede Risikoposition im Hinblick auf die Risikopolitik der Unternehmung zu bewerten. Das Ziel der Risikopolitik liegt darin, „ein unternehmenspolitisch gesetztes, relativ zu den verfügbaren Risikopuffern definiertes Risikolimit nicht zu überschreiten“[69]. Demnach ist zu prüfen, ob ein erkanntes und gemessenes Risiko eine Toleranzschwelle um einen Zielwert überschreitet oder nicht. Außerdem ist zu beachten, ob es sich um nachhaltige oder einmalige Auswirkungen handelt[70]. Wird die Toleranzschwelle nicht überschritten, brauchen Maßnahmen der Risikosteuerung nicht ergriffen werden. Andernfalls sind Maßnahmen zu ergreifen. Dabei kann grundsätzlich zwischen aktivem und passivem Risikomanagement unterschieden werden. Maßnahmen des aktiven Risikomanagements (Risikomeidung, Risikoreduktion und Risikodiversifikation) haben direkten Einfluss auf die Eintrittswahrscheinlichkeit oder das Risikoausmaß. Können diese Maßnahmen nicht zum Einsatz kommen, z.B. weil ein aktives Risikomanagement überhaupt nicht möglich ist oder unwirtschaftlich wäre, sind Instrumente des passiven Risikomanagements anzuwenden. Dazu gehören Versicherungsverträge und das Selbsttragen von Risiken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 12: Möglichkeiten der Risikosteuerung

Welche Maßnahmen ergriffen werden, ist von der Art der Risiken abhängig. Vermeidbare Risiken, z.B. Währungsrisiken, können ausgeschaltet werden (z.B. durch Devisen-termingeschäfte). Lässt sich ein Risiko nicht vermeiden, ist es zu reduzieren, bis die Toleranzschwelle eingehalten wird. Bei der Risikodiversifikation wird ein Kollektiv von mehreren, voneinander unabhängigen Teilrisiken gebildet, innerhalb dessen ein Risikoausgleich stattfindet. Die Diversifikation ist regional, objekt- und personenbezogen möglich[71].

Die Maßnahmen des aktiven Risikomanagements lassen sich in einem Eintrittswahrscheinlichkeits-Ausmaß-Diagramm veranschaulichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 13: Instrumente des aktiven Risikomanagements[72]

Erscheint eine Risikomeidung bzw. -reduktion als nicht vertretbar, z.B. weil die Sicherungskosten das potenzielle Verlustausmaß überschreiten oder das Verhältnis zwischen Sicherungskosten und Verlustausmaß aufgrund subjektiver Bewertung als unverhältnismäßig bewertet wird, bzw. das Risiko innerhalb des Toleranzbereichs liegt, kann bzw. muss das Risiko von der Unternehmung selbst getragen werden. Das von der Unternehmung zu tragende Risiko wird als Nettorisiko bezeichnet. Es gibt den „Schadenserwartungswert des Risikos unter Berücksichtigung von Maßnahmen“[73] wieder. Sind keine Maßnahmen ergriffen worden, entsprechen sich Brutto- und Nettorisiko. Als Instrumente des passiven Risikomanagements finden u.a. Versicherungsverträge Anwendung, auf die zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich eingegangen wird. Kleinrisiken (geringe Eintrittswahrscheinlichkeit und geringes Ausmaß) werden i.d.R. selbst getragen und können aus dem Cash-Flow finanziert werden. Zu den Maßnahmen des „Alternativen Risikotransfers“ (ART) gehören u.a. die Gründung von unternehmenseigenen Captive Insurance Companies und der Risikotransfer auf die Finanzmärkte, z.B. durch Katastrophenanleihen.

Sind geeignete Instrumente des Risikomanagements eingesetzt worden, ist deren Erfolg zu kontrollieren. Abweichungsanalysen erlauben Aussagen darüber, ob die eingesetzten Instrumente im Sinne der Risikopolitik des Unternehmens gewirkt haben oder nicht. Ggf. sind die durchgeführten zugunsten besserer Maßnahmen im Bereich der Risikosteuerung zu ersetzen. Neben den Instrumenten sind auch die Prämissen zu überprüfen. Insofern ist die Kontrollfunktion „nicht nur zur Erfolgs-, sondern .. auch zur Prämissenkontrolle auszugestalten“[74].

2.4.2 Wetterrisiken im Risikomanagement

Das Wetterrisikomanagement gestaltet sich ebenfalls in der oben dargestellten Art und Weise. Zuerst ist das Risiko zu identifizieren. Als Leitfaden der Risikoidentifikation kann beispielsweise die Beantwortung der Frage „Wo treten welche Wetterrisiken wann auf?“ dienen.

Das „Wo“ ist auf das Auftreten von Wetterrisiken innerhalb des betrieblichen Prozesses zu sehen, z.B. auf der Erlösseite, der Kostenseite oder auf beiden Seiten. Dabei sollte zwischen Mengen- und Preisrisiken unterschieden werden. Es ist anschließend der Wetterparameter zu ermitteln, der für das Wetterrisiko ursächlich ist. Eng mit der Identifizierung des risikoauslösenden Wetterparameters verbunden ist die zeitliche Dimension des Wetterrisikos. Die Beachtung der zeitlichen Dimension des Wetterrisikos grenzt permanent auftretende (Wind) von saisonalen (Hitze oder Schnee) auftretenden Wetterparametern ab. Neben der zeitlichen Dimension ist ebenfalls eine örtliche Differenzierung der Wetterrisiken in Abhängigkeit von Produktions- und Absatzstätten durchzuführen. Dadurch können lokal auftretende Wetterrisiken besser analysiert werden.

Bei der Risikomessung ist zu bestimmen, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Schaden eintreten kann. Infolge der schweren Prognostizierbarkeit des Wetters werden für die Schätzung beider Risikoparameter Vergangenheitswerte verwendet. Durch Regressions-analysen wird der Einfluss eines Wetterparameters auf den Umsatz und damit auf den Geschäftserfolg deutlich[75].

Es schließt sich die Bewertung des Wetterrisikos hinsichtlich der unternehmenseigenen Risikopolitik an. Im Ergebnis dieser Bewertung ist darüber zu befinden, ob Maßnahmen der Risikosteuerung zu ergreifen sind oder nicht. Über die einzusetzenden Instrumente ist anschließend zu entscheiden. Der Erfolg ihres Einsatzes ist zu kontrollieren.

Das folgende Beispiel illustriert den Wetterrisikomanagementprozess eines Energie-versorgungsunternehmens. Dabei geht es ausschließlich um die Absicherung nicht- katastrophaler Wetterrisiken. Der Energieversorger vertreibt Heizöl und Erdgas. Die Absatzmengen des Unternehmens waren in den letzten Jahren vor allem im August unterdurchschnittlich. Dafür wurden die hohen Temperaturen verantwortlich gemacht. Eine Änderung der Preise ist wegen des intensiven Wettbewerbs und der relativ kurzen Zeitdauer nicht möglich. Die Regressionsanalyse ermittelte einen Absatzrückgang von 1,5% für jede 1%tige Temperaturerhöhung oberhalb des Referenzwertes von 18°C. Die Durchschnittstemperatur beträgt im August 19°C. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Durchschnittstemperatur im August über 18°C liegt, beträgt rund 93%[76]. Die Auswirkungen verdeutlicht die folgende Risikomatrix. Dabei wurde ein konstanter Absatzpreis von 75 GE/ME zugrunde gelegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 14: Risikomatrix eines Energieversorgungsunternehmens

Das temperaturbedingte Wetterrisiko ist in seinen Auswirkungen mengenmäßig bewertet worden. Das Unternehmen rechnet für den kommenden August mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5°C. Dies entspricht einer 8%tigen Abweichung vom Temperaturreferenzwert. Die Wahrscheinlichkeit für höhere Temperaturen als 19,5°C liegt bei 77%.

Die Risikopolitik fordert eine Absicherung gegen höhere Temperaturen als 19,5°C. Als Instrument der Risikoreduktion wählt die Unternehmung ein Wetterderivat, welches hinsichtlich seiner Konstruktionsmerkmale und Funktionsweise im Abschnitt 4.3 näher beschrieben wird. Dadurch kann zwar der auf das Wetter zurückführbare Rückgang der Absatzmenge und damit des Umsatzes nicht verhindert werden. Durch eine finanzielle Ausgleichszahlung kann das Ausmaß des Umsatzrückgangs aber verringert werden.

Der Absicherung eines katastrophalen Wetterrisikos geht eine vergleichbare Analyse voraus. Das gleiche Unternehmen hat ein großes Lager in Küstennähe aufgebaut, von dem es die Konsumenten kostengünstiger beliefern kann. Das Gebiet, in dem sich das Lager befindet, wird ganzjährig von mitunter sehr heftigen Stürmen bedroht. Das Schadensausmaß ist im Sturmfall sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines katastrophalen Sturmes beträgt 0,15 und die maximale Schadenshöhe etwa 200.000 EUR. Die für das Risikomanagement verantwortliche Stelle beschließt, tätig zu werden. In diesem Fall schließt es eine Sturmschadenversicherung ab.

Die Beispiele verdeutlichen, dass es mehrere Instrumente gibt, die zur Absicherung unternehmerischer Tätigkeiten gegen Wetterrisiken zur Anwendung kommen können. Dabei ist zwischen klassischen und innovativen Instrumenten der Wetterrisikoabsicherung zu unterschieden. Beide Arten sollen im Folgenden näher betrachtet werden. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt bei der Darstellung innovativer Instrumente. Aus dieser Gruppe werden insbesondere die Wetterderivate vorgestellt.

2.5 Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung von Wetterrisiken

Bevor auf die einzelnen Instrumente zur Absicherung von Wetterrisiken vertiefend eingegangen wird, sind allgemeine Anforderungen an diese Instrumente zu stellen. Dazu wird zunächst der Zweck der Absicherung herausgestellt. Die Beschreibung des Zweckes beantwortet die Frage, warum ein Problem zu lösen ist. Aus dem Zweck wird die Aufgabe abgeleitet, die im Rahmen der Risikosteuerung zu bewältigen ist. Die Aufgabe eines Instrumentes liegt darin, dass Problem zu lösen. Sie beschreibt den Weg der Problemlösung. Um dieser Bestimmung gerecht zu werden bzw. das beschriebene Problem zu lösen, müssen die jeweiligen Instrumente bestimmten Anforderungen genügen. Diese Kriterien bilden die Grundlage für die Bewertung eines Instrumentes.

Wie bereits gezeigt wurde, sind Unternehmen zahlreicher Branchen einem Wetterrisiko ausgesetzt. Bei der Klassifizierung dieser Wetterrisiken wurden katastrophale und nicht-katastrophale Wetterrisiken unterschieden. Für beide Risiken sind geeignete Instrumente zur Risikosteuerung zu verwenden.

2.5.1 Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung katastrophaler Wetterrisiken

Katastrophale Risiken wurden im Abschnitt 2.2.3 beschrieben. Sie unterscheiden sich von nicht-katastrophalen Risiken durch ein signifikant höheres Schadenausmaß bei signifikant geringerer Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Quantifizierung katastrophaler Risiken ist ex ante nicht möglich. Ebenso ist es grundsätzlich nicht möglich, den genauen Zeitpunkt des Eintretens einer Naturkatastrophe zu prognostizieren. Insofern liegen bezüglich dem Schadenausmaß und dem Eintrittszeitpunkt Unsicherheiten vor. Der maximal mögliche Schadensfall entspricht dem Gesamtverlust aller Vermögensgegenstände. Von besonderer Bedeutung ist der Schaden, der am wahrscheinlichsten eintreten kann. Zur Ermittlung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß finden Prognosemodelle Anwendung.

Das zu lösende und auf das Auftreten katastrophaler Wetterrisiken zurückzuführende Problem liegt in der Gefahr des Verlustes von Vermögensgegenständen. Können die Schäden nicht durch eigene Mittel ausgeglichen werden, ist die Existenz der Unternehmung ggf. ernsthaft gefährdet. Sind durch eine Überschwemmung teure Maschinen zerstört worden, die durch eigene finanzielle Mittel nicht ersetzt werden können, kann die betriebliche Leistungserstellung nicht fortgeführt werden. Erlösausfälle führen u.U. zur Insolvenz. Zweck eines Instrumentes zur Absicherung von katastrophalen Wetterrisiken muss es also sein, den Verlust von Vermögensgegenständen auszugleichen und somit die Existenzsicherung zu gewährleisten.

Die dem Instrument obliegende Aufgabe ist also im Ausgleich aufgetretener Vermögensverluste zu sehen. Die Schadenkompensation kann auf zwei Wegen erfolgen. Zum einen ist es möglich, den verlustig gegangenen Vermögensgegenstand durch ein Äquivalent zu ersetzen. Die andere Möglichkeit stellt ein finanzieller Ausgleich des Schadens dar. Beide Möglichkeiten weisen Schwächen auf. Ein materieller Ausgleich ist nicht möglich, wenn es sich bei dem untergegangenen Vermögensgegenstand um ein Unikat handelte. Bezüglich des finanziellen Ausgleichs ist die Frage zu beantworten, welcher wertmäßige Betrag ersetzt werden soll. Dabei ist zwischen den Anschaffungskosten und dem Zeitwert zu unterscheiden.

Der finanzielle Ausgleich weist gegenüber dem materiellen Ausgleich eine höhere Praktikabilität auf. So überlässt er dem Geschädigten einen genügend großen Entscheidungsspielraum hinsichtlich des Mitteleinsatzes. Wird eine technisch veraltete Maschine durch eine Naturkatastrophe zerstört, würde dem Geschädigten auch nur diese ersetzt werden. Durch den finanziellen Ausgleich ist es dem Geschädigten überlassen, ob er das Kapital nicht für eine bessere Maschine verwendet, deren Anschaffung ggf. mit einem weiteren eigenen Mitteleinsatz verbunden ist. Die durch die Schadensabwicklung entstehenden Kosten sind im Falle der finanziellen Kompensation geringer. Die mitunter sehr aufwendige Suche und Wartezeit bis zur Lieferung des Ersatzobjektes wird durch die vergleichbar unkomplizierte, auf Zahlungen basierende Schadenkompensation verdrängt.

Ein der Aufgabe des Ausgleichs von Vermögensverlusten gerecht werdendes Instrument hat bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Diese sollen im Folgenden kurz dargestellt werden.

Schadensausgleich:

Das Instrument muss den entstandenen Schaden finanziell ausgleichen können, d.h. das katastrophale Wetterrisiko darf nicht zur Reduktion der Vermögensmasse führen. Die Schadenkompensation hat zeitnah zu erfolgen.

Absicherungszeitraum:

Die Laufzeit der Absicherung hat sich grundsätzlich an den Bedürfnissen der sich Abzusichernden zu orientieren. Das seltene, zufällige Auftreten katastrophaler Wetterrisiken führt zu langen Absicherungszeiträumen. Die Absicherung wird deshalb meist mehrjährig erfolgen.

Kosten/Wirtschaftlichkeit:

Die Kosten der Absicherung müssen in einem angemessenen Verhältnis zu den abgesicherten Vermögensgegenständen stehen. Der mit der Entscheidung zur Absicherung Beauftragte beurteilt, ob eine Prämienzahlung angemessen ist oder nicht.

Ausschluss weiterer Risiken:

Grundsätzlich sollte ein Sicherungsinstrument für katastrophale Risiken nicht neue Risiken begründen. Einige neue Risiken sind unvermeidlich. Dazu gehört z.B. das Ausfallrisiko des Anbieters von Absicherungsinstrumenten.

Transparenz:

Die Konstruktionsweise des Absicherungsinstrumentes sollte transparent sein. Wirtschaftssubjekte, die sich absichern möchten, müssen die Idee und die Funktionsweise des Instrumentes erkennen und verstehen. Transparenz beseitigt Probleme, die auf Informationsasymmetrien zurückzuführen ist.

Ein Instrument, das den formulierten Anforderungen zur Absicherung katastrophaler Wetterrisiken genügen könnte, stellt der Versicherungsvertrag dar. Inwieweit dieser geeignet ist, wird in Abschnitt 3.1 geklärt.

2.5.2 Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung nicht-katastrophaler Wetterrisiken

Nicht-katastrophale Wetterrisiken äußern sich in Preis- und Mengenrisiken (vgl. Abschnitt 2.2.4.). In einem Unternehmen wirken sich Preis- und Mengenrisiken in zweierlei Hinsicht aus: Sie verursachen Kostensteigerungen oder führen zu Umsatzeinbußen. Die beiden Effekte können außerdem gleichzeitig auftreten. So verzeichnen Freibäder an kühlen Tagen steigende Kosten für die Beheizung der Schwimmbecken. Zum anderen bleiben bei niedrigen Temperaturen die Besucher aus, was sich in geringeren Umsätzen niederschlägt. In so fern beeinflussen Kostensteigerungen und Umsatzeinbußen unmittelbar den Unternehmenserfolg und können den Fortbestand des Unternehmens langfristig gefährden. Daher gilt es, die einem Unternehmen aus der Wechselhaftigkeit bestimmter Wetterparameter erwachsenden finanziellen Risiken zu identifizieren, zu evaluieren und mit einem geeigneten Instrument abzusichern. Diese Aufgabe wird dem Risikomanagement zugeordnet.

Maßnahmen zur Absicherung liegen einerseits in dem „natürlichen Interesse eines Unternehmens“ begründet, eine stabile Umsatz-, Gewinn- und Renditeentwicklung zu verwirklichen. Diese Absichten werden oftmals in Unternehmensplänen verankert. Außerdem entsprechen diese Zielsetzungen dem Shareholder-Value-Konzept. Andererseits ist der Aufbau eines Risikomanagements in vielen Staaten inzwischen gesetzlich vorgeschrieben. Auf diese Weise werden Unternehmen u.a. dazu angehalten, ihren „gesellschaftlichen Verpflichtungen“ nachzueilen. Diese dürften hauptsächlich in dem Erhalt von Arbeitsplätzen zur Sicherung der Existenzgrundlage der Beschäftigten bestehen. In der Bundesrepublik Deutschland sind entsprechende Forderungen im Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vom 30. April 1998 verankert.

Der Zweck eines Instrumentes zur Absicherung von nicht-katastrophalen Wetterrisiken muss also darin bestehen, die finanziellen Risiken aus der Volatilität bestimmter Wetterparameter abzusichern, um den Unternehmenserfolg nicht zu gefährden und den Fortbestand des Unternehmens auf lange Sicht zu gewährleisten.

Daraus leitet sich die Aufgabe ab, wetterbedingte Mehrkosten und/oder Umsatzeinbußen durch einen finanziellen Ausgleich zu kompensieren.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss ein geeignetes Instrument den folgenden Anforderungen genügen:

Ertragsglättung:

Das Instrument muss in der Lage sein, diejenigen Mehrkosten und/oder Umsatzeinbußen zu kompensieren, die im Zusammenhang mit einer bestimmten Wettervariablen stehen. Die Höhe der Ausgleichszahlung muss dazu an einen geeigneten Index gekoppelt sein, um eine betragskongruente Absicherung zu ermöglichen. Bei der Bewertung der Wetterrisiken müssen deshalb klare Aussagen darüber getroffen werden, welche finanzielle Schäden dem Unternehmen bei welcher Veränderung eines Wetterparameters entstehen, um eine Ertragsglättung gewährleisten zu können.

Absicherungszeitraum:

Nicht-katastrophale Wetterrisiken verursachen i.d.R. Schäden, die den Unternehmenserfolg nur auf lange Sicht ernsthaft gefährden. Um Risiken effektiv begegnen zu können, muss das Instrument am Zeitraum des Auftretens der Risiken ausgerichtet werden können. Das Instrument sollte folglich eine zeitraumflexible Absicherung ermöglichen.

Kosten/Wirtschaftlichkeit:

Die Kosten einer Absicherung müssen auch hier in einem angemessenen Verhältnis zur erwarteten Ausgleichszahlung stehen. Neben möglichen Prämienzahlungen gilt diese Prämisse auch für die Transaktionskosten.

Ausschluss weiterer Risiken:

Im Rahmen der Absicherung dürfen keine weiteren als die kompensatorischen Risiken eingegangen werden. Eine Absicherung in fremder Währung ruft z.B. unerwünschte Devisenkurs- und Konvertierungsrisiken hervor. Sofern das Geschäft auf einem ausländischen Handelsplatz abgewickelt wird, bestehen zusätzlich Transferrisiken.

Darüber hinaus kommt der Bonität der Marktteilnehmer erhebliche Bedeutung zu. Das Instrument sollte geeignet sein, sich auf bestehende Lösungen oder Handelssysteme zur Vermeidung von Ausfallrisiken abzustützen.

Transparenz:

Um das Risiko zu hoher Absicherungskosten zu minimieren, ist ein transparenter Markt erforderlich. Transparenz meint in diesem Zusammenhang sowohl die einheitliche Verwendung eines Modells zur Bestimmung fairer Preise als auch die Veröffentlichung von Marktpreisen. Ferner müssen die benötigten Wetterdaten für alle Marktteilnehmer zugänglich sein, um den Erfolg der Absicherung nachvollziehen zu können.

Zur Absicherung nicht-katastrophaler Wetterrisiken steht am Markt seit wenigen Jahren ein innovatives Finanzinstrument zur Verfügung: Wetterderivate. Ob diese den oben formulierten Anforderungen gerecht werden, ist Gegenstand der weiteren Untersuchung.

2.5.3 Zusammenfassung

In Abhängigkeit des zu Grunde gelegten Wetterrisikos ist zwischen verschiedenen Absicherungsinstrumenten und deren Anforderungen zu unterscheiden. Die folgende Darstellung fasst diese Anforderungen zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 15: Anforderungen an Instrumente zur Absicherung von Wetterrisiken

Im folgenden Abschnitt wird die Risikosteuerung mittels Versicherungen skizziert. Anschließend erfolgt eine ausführliche Darstellung der dem Wetterrisikomanagement an innovativen Instrumenten zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Betrachtung von Wetterderivaten.

3 Traditionelle Möglichkeiten der Absicherung von Wetterrisiken

Der vorliegende Abschnitt befasst sich mit traditionellen Instrumenten des Risikotransfers, wobei traditionell im Sinne von etabliert zu verstehen ist. Der Risikotransfer ist nicht nur auf den Bereich der Wetterrisiken beschränkt. Eine Vielzahl unternehmerischer Risiken lässt sich durch Risikoübertragung mindern. So dienen beispielsweise Kreditderivate der Absicherung von Kreditrisiken. Die folgende Betrachtung ist auf die Absicherung von Wetterrisiken mittels Versicherungsverträgen begrenzt. Diesen etablierten Instrumenten stehen die im Abschnitt 4 zu betrachtenden innovativen Instrumente gegenüber, die ebenfalls für die Risikosteuerung von Wetterrisiken zur Verfügung stehen.

3.1 Der Versicherungsvertrag als klassisches Absicherungsinstrument

Versicherungsverträge stellen eine Möglichkeit dar, bestimmte Risiken auf den Vertragspartner zu übertragen. Der Versicherungsvertrag gilt als die dominierende Maßnahme der Risikobewältigung.[77] Zunächst wird der Begriff des Versicherungsvertrages erläutert. Konstruktionselemente werden kurz beschrieben. Anschließend geht es um die Frage, welche Überlegungen seitens des Versicherungsnehmers auf der einen Seite und des Versicherers auf der anderen Seite im Vorfeld des Vertragsschlusses unternommen werden. Des Weiteren werden die Möglichkeiten der Absicherung von Wetterrisiken seitens der Versicherungsunternehmen aufgezeigt. Der Abschnitt schließt mit einer Beurteilung der Geeignetheit des Instrumentes anhand der in 2.5 definierten Anforderungen.

3.1.1 Der Begriff des Versicherungsvertrages

Ein Versicherungsvertrag dient der „Deckung eines im einzelnen ungewissen, insgesamt geschätzten Mittelbedarfs auf der Grundlage des Risikoausgleichs im Kollektiv und in der Zeit“[78].

Eintritt, Zeitpunkt und der Umfang des versicherten Ereignisses sind ungewiss. Ein Versicherungsvertrag kann als Mittel oder Verfahren bezeichnet werden, mit dem sich die Unsicherheit zukünftiger Erwartungen mindern lässt[79]. Eine Schätzung des gesamten Mittelbedarfs durch den Versicherer ergibt sich aus der Schadenhäufigkeit und der durchschnittlichen Schadenshöhe, also dem durchschnittlichen Mittelbedarf pro Schadensfall. Die dem Versicherer somit zur Verfügung stehenden Mittel dienen anschließend der Deckung des sich im Versicherungsfall aus dem Einzelvertrag ergebenen Mittelbedarfs. Der Risikoausgleich erfolgt im Kollektiv. Im Idealfall bilden die Versicherungsnehmer mit gleichartigen Risiken eine Gefahrengemeinschaft, innerhalb derer das versicherte Risiko gleichmäßig verteilt ist und wovon nur wenige Mitglieder zum gleichen Zeitpunkt betroffen sind (Ausgleich im Kollektiv). Neben dieser Konstruktion, in der das Risiko bei einem über die Zeit hinweg stabilen Mittelbedarf des Versicherers auf die Versicherungsnehmer zufallsverteilt ist, gibt es auch Risiken, z.B. Wettererscheinungen, die über die Zeit verteilt sind und bei Eintritt mitunter alle Versicherungsnehmer treffen können. „Der Risikoausgleich im Kollektiv durch das Gesetz der grossen Zahl gilt als Produktionsgesetz der Versicherung“[80]. Der zeitliche Ausgleich beschreibt den Risikoausgleich durch die Beitragszahlungen der möglicherweise Betroffenen während des vertraglich geregelten Zeitablaufs[81]. Der Risikoausgleich im Kollektiv gilt nur für eine begrenzte Zeitdauer. Üblicherweise wird dafür der Zeitraum des Kalenderjahrs verwendet. Versicherungsverträge mit mehrjährigen Vertragslaufzeiten sichern den Versicherungsbestand des Versicherers und damit auch die Erfüllung vertraglicher Ansprüche. Der Risikoausgleich in der Zeit kann deshalb als „Abfolge mehrerer einperiodischer Risikoausgleiche im Kollektiv“[82] verstanden werden.

Ausgangspunkt ist der Risikobegriff mit seinen Parametern Erwartungswert und Varianz, wie er bereits im Abschnitt 2.2.1 dargestellt wurde. Dieser ist für die Erklärung von Versicherungsverträgen in geeigneter Weise abzuwandeln. Demnach bezeichnet Risiko die „Wahrscheinlichkeitsverteilung von ungünstigen Ergebnisausprägungen“[83]. Davon ausgehend kann der Risikobegriff für die Versicherungswirtschaft als die Wahrscheinlichkeitsverteilung von Schäden und damit als Schadenverteilung bezeichnet werden[84]. Der typische Verlauf einer Schadensverteilung ist in der folgenden Darstellung abgebildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 16: Typischer Verlauf einer Schadenverteilung

Die Darstellung verdeutlicht, dass geringe Schäden (Lackschaden am Auto) häufiger und größere Schäden (Überschwemmungen) seltener auftreten.

3.1.2 Vertragsseitige Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Versicherungs-vertrages

Bei einem Versicherungsvertrag verpflichtet sich der Versicherer gegen Zahlung der Versicherungsprämie durch den Versicherungsnehmer, bei Eintritt eines Schadens eine genau definierte Versicherungsleistung (überwiegend Geldzahlung) als Ausgleich zu erbringen[85].

Einen Versicherungsvertrag schließen unabhängige Parteien unter der Bedingung der Vertragsfreiheit dann ab, wenn beide Vertragsseiten erwarten, einen positiven Nettonutzen aus dem Abschluss zu ziehen (win-win-Situation). Das gilt für den Versicherungsnehmer wie für den Versicherer.

Der Versicherungsnehmer überträgt durch den Vertragsschluss die Schadensverteilung auf den Versicherer. Er mindert durch den Risikotransfer sein eigenes Risiko. Diese Risikominderung stellt seinen positiven Nutzen dar. Der negative Nutzen oder auch Missnutzen entsteht durch die Zahlung der vertraglich vereinbarten Versicherungsprämie. Der potentielle Versicherungsnehmer wird dann den Vertrag abschließen, wenn er aufgrund seiner subjektiven Wertvorstellung durch die Gegenüberstellung von Nutzen und Missnutzen einen positiven Nettonutzen erzielen kann. Daneben muss ein Versicherungsnehmer stets risikoavers sein, damit er einem Versicherungsvertrag zustimmt, „weil die Bruttoprämie[86]... den Erwartungswert der Schadenverteilung regelmäßig übersteigt“[87].

Dem Abschluss einer Versicherung mit der Absicht der Risikosteuerung als Ergebnis des Risikomanagementprozesses liegt eine vergleichbare Überlegung zu Grunde. Durch den Risikotransfer lässt sich das identifizierte, quantifizierte und bewertete Risiko vollständig (Risikomeidung) oder teilweise (Risikoreduktion) auf den Versicherer übertragen. Das Ausfallrisiko des Versicherers stellt eine neue Risikoposition dar. Bietet der Versicherungs-schutz einen positiven Nettonutzen, ist die Vorteilhaftigkeit bei angenommener Geeignetheit des Instrumentes gegeben.

Der Versicherer stellt als Gegenpartei des Versicherungsnehmers eine gegenläufige Nutzenüberlegung an. Für ihn generieren die Prämienzahlungen der Versicherten den positiven Nutzen. Mit dem Versicherungsversprechen, im Versicherungsfall entsprechende Versicherungsleistungen zu gewähren, übernimmt der Versicherer die Schadensverteilung, was einen Missnutzen für ihn begründet[88]. Der Versicherer wird dem Vertragsschluss zustimmen, wenn auch er aufgrund subjektiver Überlegungen einen positiven Nettonutzen aus dem Vertragsschluss ziehen kann. Das ist der Fall, wenn der Nutzen aus den gezahlten Prämien höher als der Missnutzen aus der Risikoübernahme bewertet wird[89].

Damit sich der Versicherer überhaupt in der Lage sieht, den Risikotransfer übernehmen zu können, müssen Risikoversicherungen mehrere Voraussetzungen erfüllen, die im Folgenden skizziert werden.

1. Kriterium der Zufälligkeit. Die Schadenrealisation muss zufällig erfolgen. Deterministische, also zeitlich, räumlich und umfänglich vorbestimmte bzw. eindeutig vorbestimmbare Sachverhalte können nicht Gegenstand von Versicherungen sein.
2. Kriterium der Schätzung. Den versicherten Schäden müssen die numerischen Größen Erwartungswert und Streuung zugeordnet werden können. Dabei handelt es sich um eine subjektive Schätzung des Versicherers, die meist auf Erfahrungen beruht. Die Qualität der Schätzung muss den Ansprüchen des Versicherers genügen.

[...]


[1] O.V.: Katastrophen-Jahr 2002. Münchener Rück zieht Bilanz, in: Zeitschrift für Versicherungswesen, Band 54, l Hamburg, Nr. 2/2003, S. 35.

[2] Ebenda, S. 36.

[3] Ebenda, S. 36.

[4] Vgl. DWD (Deutscher Wetterdienst): Rekordsommer 2003, URL:l www.dwd.de/de/FundE/klima/KLIS/prod/spezial/temp/Rekordsommer_2003.pdf [Stand: 27.10.2003].

[5] Vgl. KAISER, Bernhard: Wetterderivate in der Praxis, URL: l http://www.aktuar.de/html/images/termine/keyser_44.pdf, [Stand: 08.09.2003].

[6] ROHRER, Mario, NÖTZLI, Christian: Bedeutung von Wetterderivaten für die Energiewirtschaft, in: l Elektrizitätswirtschaft, Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) (Hrsg.), Jg. 99, Frankfurt/M., Heft l 21/2000, S.52-54.

[7] AHRENS, C. Donald: Meteorology Today - An Introduction to Weather, Climate and the Environment, l 7.Auflage, Pacific Grove, 2003.

[8] http://www.wissen.de; [Stand: 03.09.03].

[9] METEOLABOR DEUTSCHLAND GmbH: Wetterlexikon, URL:l http://www.top-wetter.de/lexikon/lexikon.htm; [Stand: 03.09.2003].

[10] AHRENS, C. Donald, a.a.O., S.16.

[11] O.V.: Chaos und Wetter: Der Schmetterlingseffekt,URL:http://www.quarks.de/chaos/02.htm[Stand: 25.09.03].

[12] BRANDT, Sebastian: Schmetterlingseffekt bewiesen, URL:l http://freenet.meome.de/app/fn/artcont_portal_news_article.jsp/52375.html [Stand: 25.09.2003].

[13] Zur Kritik sei verwiesen auf: Wehr, M.: Der Schmetterlingsdefekt – Turbulenzen in der Chaostheorie, Stuttgart, 2002.

[14] JEFFREY, Robert H.: A New Paradigm of Portfolio Risk, in: The Handbook of Risk, Hoboken; New Jersey, 2003, S.30.

[15] KÖSTER, Peter; SCHMALOHR, Rolf: Allgemeine Versicherungslehre, 5.Auflage, Haan-Gruiten, 2001, S. 9.

[16] FARNY, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, Karlsruhe, 1989, S. 19.

[17] Ebenda, S. 18.

[18] OEHLER, Andreas; UNSER, Matthias: Finanzwirtschaftliches Risikomanagement, Berlin, 2001, S. 13.

[19] HÖLSCHER, Reinhold: Gestaltungsformen und Instrumente des industriellen Risikomanagements, in: Schierenbeck, Henner (Hrsg.), Risk Controlling in der Praxis, Rechtliche Rahmenbedingungen und geschäftpolitische Konzeptionen in Banken, Versicherungen und Industrie, Stuttgart, 2000, S. 304.

[20] SCHIRM, Antje: Wetterderivate - Einsatzmöglichkeiten und Bewertung, 2001, S. 13, URL: http://download.kmf.bwl.uni-muenchen.de/workingpaper/wp_wetterderivate.pdf [Stand: 11.11.2003].

[21] Arbeitskreis „FINANZIERUNGSRECHNUNG“: Risikomanagement und Risikocontrolling in Industrie- und Handelsunternehmen, Empfehlungen des Arbeitskreises „Finanzierungsrechnung“ der Schmalenbach- Gesellschaft für Betriebswirtschaft, in: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Düsseldorf, Sonderheft 46, 2001, S.25.

[22] Ebenda, S.26.

[23] nach: Arbeitskreis „FINANZIERUNGSRECHNUNG“, a.a.O., S. 23.

[24] SCHIRM, Antje (2001), a.a.O. S.13.

[25] FARNY, Dieter, a.a.O., S. 30.

[26] FARNY, Dieter, a.a.O., S. 30.

[27] Vgl. HANLEY, M.: Catastrophe, S.456 f.; nach: BECKER, Holger A.; BRACHT, Andrea: Katastrophen- und Wetterderivate, in: Österreichische Bankwissenschaftliche Gesellschaft (Hrsg.), Diskussionsreihe Bank & Börse, Bd. 16, Wien, 1999, S. 22.

[28] Vgl. SCHIRM, Antje (2001), a.a.O., S. 13 f.; MEYER, Nicolas: Risikomanagement von Wetterrisiken, 1. Auflage, Deloitte & Touche (Hrsg.), 2002, S.21 ff.

[29] Vgl. GOLDER, Stefan M.: Mit Derivaten auf das Wetter wetten, in: Neue Zürcher Zeitung, Zürich, Nr. 91/2002, S.14.

[30] Vgl. RUDOLF, Markus: Wetterrisiken im Spannungsfeld zwischen Kapital- und Versicherungsmarkt, in:l Versicherungswirtschaft, Karlsruhe, 10/2000, S.689.

[31] Vgl. WELTBANK: Total GDP 2002, URL:l http://www.worldbank.org/data/databytopic/GDP.pdf, [Stand: 25.09.2003].

[32] Vgl. HANFT, Andreas; WICHELHAUS, Ingo: Alternativer Risiko Transfer: Wetterderivate, in:

Versicherungswirtschaft, Karlsruhe, Nr. 2/2000, S.102.

[33] Vgl. DEUTSCHE BÖRSE AG: Whatever the weather, URL: http://deutsche-boerse.com/app/open/xelsius, [Stand: 10.09.2003].

[34] Vgl. SCHOLAND, Markus; GLAS, Dietrich: Wetterderivate - Szenarien eines Emerging Market, in: Diel Bank, Köln, Nr. 3/2002, S. 171 f.

[35] TURVEY, Calum G.: Weather Derivatives for Specific Event Risks in Agriculture, in: Review of Agricultural Economics (RAE), Bd.23, Heft 2, 2001, East Lansing, S.338; Die Ergebnisse Turveys basieren auf einer Korrelationsanalyse. Als Modell verwendet er eine Cobb-Douglas- Produktionsfunktion, welche bei konstanten Inputfaktoren wie Dünger und Arbeit die Auswirkungen von Niederschlag und Temperatur auf die Ernteerträge untersucht.

[36] Vgl. DBV (Deutscher Bauernverband): Erntemeldungen 2003: Zweite Erntemeldung, URL: http://www.bauernverband.de/konkret_827.html, [Stand: 03.09.2003].

[37] Vgl. DWD (Deutscher Wetterdienst), a.a.O.

[38] Vgl. O.V.: Deutsche Winzer erwarten gute Ernte, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/M., 30.09.2003, S.12.

[39] Vgl. DBV (Deutscher Bauernverband): Erntemeldungen 2003: Zweite Erntemeldung, a.a.O.

[40] Vgl. O.V.: Deutsche Winzer erwarten gute Ernte, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/M.,l 30.09.2003, S.12.

[41] Vgl. DBV (Deutscher Bauernverband): Erntemeldungen 2003: Dritte Erntemeldung, URL: http://www.bauernverband.de/konkret_864.html, [Stand: 03.09.2003].

[42] Vgl. DBV (Deutscher Bauernverband): Erntemeldungen 2003: Dritte Erntemeldung, a.a.O.

[43] Vgl. HEA (Fachverband für Energiemarketing und -Anwendung e.V. beim VDEW Verband der Elektrizitätswirtschaft - VDEW- e.V.): Energiewelten – Wie der Strom in die Steckdose kommt, URL: http://www.energiewelten.de/elexikon/lexikon/index3.htm, [Stand: 04.09.2003].

[44] Aus: SCHIRM, Antje (2001), a.a.O., S. 5.

[45] Der Heizwert für ein leichtes Heizöl beträgt für die Menge von 1 kg 42,7MJ, für ein m3 Erdgas ergibt sich ein Heizwert von 31,7 MJ.

[46] Aus: MEYER, Nicolas, a.a.O., S. 62.

[47] http://de.news.yahoo.com/030807/71/3kshr.html, [Stand: 03.09.03].

[48] Vgl. O.V.: Bei weiterer Hitze drohen Stromabschaltungen, URL:l http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/28/0,1367,WIRT-0-2058780,00.html, [Stand: 03.09.2003].

[49] HAUKE, F.; HEISSMEYER A.; HOLZER K.; MAYER, K.-M.; REINKE-NOBBE, H.; RÖLL, T.; STEINKÜHLER, K.-H.; VERNIER, R.; WINKEL, V.; WISNIEWSKI, M.: Deutschland überhitzt, in: Focus, München, Nr. 33/2003, S. 23.

[50] Vgl. HAUKE, F.; HEISSMEYER A.; HOLZER K.; MAYER, K.-M.; REINKE-NOBBE, H.; RÖLL, T.;

STEINKÜHLER, K.-H.; VERNIER, R.; WINKEL, V.; WISNIEWSKI, M., a.a.O., S. 23.

[51] Vgl. FUTURE VALUE GROUP: Branchenkennzahlen, URL: http://www.futurevalue.de/branchenkenn.asp, [Stand: 08.09.2003].

[52] Vgl. O.V.: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/M., Nr. 185/2003, S. 12.

[53] Vgl. http://de.news.yahoo.com/030807/71/3kshr.html, [Stand: 03.09.03].

[54] Vgl. O.V.: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/M., Nr. 185/2003, S. 12.

[55] Vgl. O.V.: Financial Times Deutschland, Hamburg, 25.01.2002, S. 16.

[56] Aus: SCHOLAND, Markus; GLAS, Dietrich, a.a.O., S. 173.

[57] Börsennotierte Gesellschaften erfüllen die Norm des § 3 II AktG. Das Gesetz soll auch nichtbörsennotierte Gesellschaften zum Aufbau eines Risikomanagements bewegen, auch wenn der Gesetzgeber dies nicht geregelt hat; Vgl. KESSLER, Werner: Risikomanagement-System - Lust oder Last?, in: Controller Magazin, Gauting, Nr. 1/2003, S.66.

[58] § 91 II AktG.

[59] OEHLER, Andreas; UNSER, Matthias, a.a.O., S. 15.

[60] Risikokosten setzen sich aus den Kosten für Sicherungsmaßnahmen und aus den Kosten, die durch den Eintritt eines Risikos entstehen, zusammen. Die Risikokosten stellen somit die Gesamtkosten dar und lassen sich optimieren. Der Sicherheitsgrad, an dem die Risikokosten minimal sind, wird als optimaler Sicherheitsgrad bezeichnet; Vgl. HÖLSCHER, Reinhold, a.a.O., S. 314 f.

[61] Vgl. MEYER, Nicolas, a.a.O., S. 8.

[62] Vgl. HÖLSCHER, Reinhold, a.a.O., S. 300.

[63] In der Literatur finden sich auch andere Beschreibungen des Prozesses. So beschreibt F.Stolle den Prozess mit den Phasen: Risikostrategie, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung, Risikoanalyse und Risikomessung; Vgl. STOLLE, Frank: Risikomanagement, in: Controller Magazin, Gauting, Nr. 1/2003, S.70.

[64] OEHLER, Andreas; UNSER, Matthias, a.a.O., S. 20.

[65] Vgl. DIEDERICHS, Marc; REICHMANN, Thomas: Risikomanagement und Risikocontrolling in der Praxis, in: Controlling, München, Heft 5/2003, S. 230 f.

[66] Vgl. HÖLSCHER, Reinhold, a.a.O., S. 321.

[67] Vgl. DIEDERICHS, Marc; REICHMANN, Thomas, a.a.O., S. 231.

[68] Vgl. STOLLE, Frank, a.a.O., S. 72.

[69] Vgl. Arbeitskreis „FINANZIERUNGSRECHNUNG“, a.a.O., S. 32.

[70] Vgl. STOLLE, Frank, a.a.O., S. 72.

[71] Vgl. HÖLSCHER, Reinhold, a.a.O., S. 328.

[72] Aus: HÖLSCHER, Reinhold, a.a.O., S. 327.

[73] STOLLE, Frank, a.a.O., S. 72.

[74] OEHLER, Andreas; UNSER, Matthias, a.a.O., S. 21.

[75] Vgl. SCHIRM, Antje (2001), a.a.O., S. 15.

[76] Es gelte N~(19;3,733).

[77] Vgl. HÖLSCHER, Reinhold, a.a.O., S. 338.

[78] FARNY, Dieter, a.a.O. S. 13.

[79] Vgl. ZWEIFEL, Peter; EISEN, Roland: Versicherungsökonomie, 2. Auflage, Berlin, 2003, S. 3.

[80] Vgl. ZWEIFEL, Peter; EISEN, Roland, a.a.O., S. 3.

[81] KÖSTER, Peter; SCHMALOHR, Rolf, a.a.O., S. 9.

[82] FARNY, Dieter, a.a.O. S. 38; Im Original kursiv.

[83] Ebenda. S. 21.

[84] Ebenda. S. 21.

[85] Vgl. FARNY, Dieter, a.a.O. S. 25.

[86] Die Bruttoprämie setzt sich aus der reinen Risikoprämie, einem Sicherheitszuschlag, einen Betriebskosten- zuschlag und einem Gewinnzuschlag zusammen. Vgl. FARNY, Dieter, a.a.O., S.47.

[87] FARNY, Dieter, a.a.O. S. 25.

[88] Vgl. ebenda. S. 26.

[89] Vgl. ebenda, S. 27.

Details

Seiten
168
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783832477912
ISBN (Buch)
9783838677910
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v223059
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg – Wirtschafts- und Organisationswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
wetter unternehmensrisiken finanzinnovation versicherung derivate

Autor

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Titel: Instrumente des Risikomanagements zur Absicherung von Wetterrisiken