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Kapitalbedarfs- und Liquiditätsplanung bei einer Existenzgründung

Ein Modell zu Darstellung der Einflussgrößen und ihrer Interdependenzen

Diplomarbeit 2003 75 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit

2 Existenzgründung
2.1 Definition und Erläuterung
2.2 Abgrenzung zur Unternehmensgründung
2.3 Abgrenzung zu anderen Gründungsformen

3 Planungsgrundlagen
3.1 Qualitative und Quantitative Planung
3.2 Finanzwirtschaftliche Grundsätze
3.2.1 Güterwirtschaftliche- und Nominalströme
3.2.2 Geldvermögen und Zahlungsströme
3.2.3 Finanzierungsgrundsätze

4 Kapitalbedarfsplanung
4.1 Definition Kapitalbedarf
4.2 Einflussfaktoren auf den Kapitalbedarf
4.2.1 Definition der Einflussfaktoren
4.2.2 Interne Einflussfaktoren auf den Kapitalbedarf
4.2.2.1 Gestaltung der Prozessanordnung
4.2.2.2 Gestaltung der Prozessgeschwindigkeit
4.2.2.3 Anpassung an Beschäftigungsschwankungen
4.2.2.4 Gestaltung Produktions- und Absatzprogramm
4.2.2.5 Anpassung durch Änderung der Betriebsgröße
4.2.3 Externe Einflussgrößen und -faktoren
4.2.4 Gründungsspezifische Einflussgrößen und -faktoren
4.3 Abgrenzung Kapitalbedarfs- und Liquiditätsplanung
4.4 Einmalige Kapitalbedarfsplanung
4.4.1 Ermittlung des Kapitalbedarfs
4.4.2 Deckung des Kapitalbedarfs
4.5 Laufende Kapitalbedarfsplanung
4.5.1 Einführung in die laufende Kapitalbedarfsplanung
4.5.1.1 Planungstechnische Grundlagen
4.5.1.2 Finanzielles Gleichgewicht
4.5.1.3 Funktionen bei Kapazitätserweiterung
4.5.2 Erstellung einer Planbilanz
4.5.3 Entwicklung einer Kapitalbilanz

5 Liquiditätsplanung
5.1 Definition Liquiditätsplanung
5.2 Einführung in die Liquiditätsplanung
5.2.1 Begriffsumfang und Reservenplanung
5.2.2 Planungstechnische Grundlagen
5.2.3 Liquiditätskontrolle
5.3 Mittelfristige Liquiditätsplanung
5.3.1 Grundlagen bei einem Existenzbetrieb
5.3.2 Grundstruktur Liquiditätsplan
5.3.3 Beseitigung von Liquiditätsengpässen
5.3.4 Prognoseplanung auf Umsatzbasis
5.3.4.1 Prinzipieller Ablauf und Prognosearten
5.3.4.2 Darstellung eines zyklischen Prognosemodells
5.3.4.3 Prognoseintegration im Umsatzplan
5.3.5 Einflussgrößen und Interdependenzen der Teilpläne
5.3.6 Abweichungsanalyse analog einer Plankostenrechnung
5.4 Kurzfristige Liquiditätsplanung
5.4.1 Prognosevarianten
5.4.1.1 Anwendung extrapolierender Verfahren
5.4.1.2 Kausale Prognose und Verweilzeitverteilung
5.4.1.3 Prognoseansatz auf Rechnungszielbasis
5.4.2 Erstellung eines kurzfristigen Liquiditätsplans
5.4.3 Abweichungsanalyse auf Kumulationsbasis

6 Modell

7 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Änderungsmöglichkeiten der Ausbringungsmenge

Abb. 2: Abgrenzung Kapitalbedarfs- und Liquiditätsplanung

Abb. 3: Ermittlung des Kapitalbedarfs im Gründungsjahr

Abb. 4: Durchschnittliche Kapitalbindungsdauer im Umlaufvermögen

Abb. 5: Abstimmung des langfristigen Kapitalfonds

Abb. 6: Erhaltung der zukünftigen Kreditwürdigkeit

Abb. 7: Finanzielles Gleichgewicht - Störungen und Maßnahmen

Abb. 8: Kapitalbedarfsfunktion

Abb. 9: Reihenfolge bei einer Bilanzerstellung

Abb. 10: Planungshilfen bei einer Bilanzerstellung

Abb. 11: Gewinnplanung und -ermittlung nach dem GKV

Abb. 12: Grundstruktur einer Kapitalbilanz

Abb. 13: Kapitalüberschuss

Abb. 14: Gleichbleibender oder expandierender Kreislauf

Abb. 15: Berechnung und Planung der Liquiditätsreserve

Abb. 16: Spezifizierung von Liquiditätsreserven

Abb. 17: Reservenplanung im Zeitablauf

Abb. 18: Gruppierung von Zahlungsdaten

Abb. 19: Prinzipeller Ablauf der mittelfristigen Liquiditätsplanung

Abb. 20: Mittelfristige Liquiditätsplanung in rollierend - vereinfachter Form

Abb. 21: Grundstrukturierung eines mittelfristigen Liquiditätsplans

Abb. 22: Erstellung eines zyklischen Prognosemodells

Abb. 23: Durchschnittsgrößen der Monatsplanung

Abb. 24: Grundstruktur eines Umsatzplans

Abb. 25: Abweichungsanalyse von Auszahlungen

Abb. 26: Verweilzeitverteilung eines begrenzten Betrachtungszeitraumes

Abb. 27: Kurzfristige Prognose mit Zieltagen

Abb. 28: Rollierender kurzfristiger Liquidtätsplan

Abb. 29: Detailierte Abweichungsanalyse

Abb. 30: Einflussgrößen- und Interdependenzenmodell

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ermittlung Kapitalbedarf für Anlagevermögen und Gründung

Tabelle 2: Ermittlung der durchschnittlichen Kapitalbindungsdauer

Tabelle 3: Ermittlung Kapitalbedarf für Umlaufvermögen

Tabelle 4: Gesamtkapitalbedarf im Gründungsjahr

Tabelle 5: Strukturbilanzplanung - abhängig und unabhängig vom Umsatz

Tabelle 6: Beispiel einer strukturellen Kapitalbilanz

Tabelle 7: Berechnungsbeispiel eines Prognosemodells (1)

Tabelle 8: Berechnungsbeispiel eines Prognosemodells (2)

Tabelle 9: Beispiel für Prognosewerte

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Eine Existenzgründung soll die materielle Lebensgrundlage eines Existenzgründers, so-wie die Liquidität und langfristige Rentabilität eines Existenzbetriebes sichern. Um dies zu erreichen ist eine genaue Konzeption und Planung betriebswirtschaftlicher Vorgänge inkl. des Betriebsaufbaus unter dem Gesichtspunkt eines finanziellen Engpasses erfor-derlich. Mit den dafür allgemein verwendeten und in dieser Arbeit neu entwickelten Planungs-, Analyse- und Prognosetechniken kann die mangelhafte Informations- und zukünftige abschätzbare Entwicklungslage weitgehend verbessert werden. Die Planung des finanziellen Bedarfs und dessen Deckung kann mit der langfristigen Kapitalbedarfs-planung und der mittel- und kurzfristigen Liquiditätsplanung unter Berücksichtigung von Einflussgrößen, -faktoren, sowie deren Interdependenzen durchgeführt werden. Das Ziel ist es mit der bestmöglichen Gestaltung und Abstimmung der Gründungs-, Pla-nungs- und Errichtungsvorgänge den Kapitalbedarf möglichst zu reduzieren. Es werden dabei nur Existenzgründungen mit betriebswirtschaftlichem Planungserfordernis be-rücksichtigt. Zudem wird auf Formeldarstellungen und Funktionsweisen von Prognose-verfahren nicht explizit, sondern nur in der Anwendung oder bei der Darstellung neuer Verfahren näher darauf eingegangen. Des Weiteren wird aufgrund des ähnlichen Auf-baus von Teilplänen nur auf den Umsatzplan näher eingegangen. Es ist auch nicht erfor-derlich, aufgrund der ausführlichen Darlegungen Gutenbergs, eine Beweisführung der Gutenberg’schen Einflussfaktoren vorzunehmen. Die Arbeit wird auf die Anwendung derselben ausgerichtet. Auch werden Einflussgrößen externer, gründungsspezifischer oder interner Art, sowie sonstige Einflussfaktoren nur in Ansätzen dargestellt. Es wird aber deutlich gemacht, dass die dispositive Planung aus der langfristig gestaltbaren Planung abgeleitet werden kann. Dabei ermöglicht der langfristige Gestaltungsspiel-raum eine Integration von Einflussgrößen und -faktoren im Sinne kaptialbedarfsmin-dernder Zielsetzungen. Zur Verbesserung der Planung werden neben Grundlagen neue Planungs-, Analyse-, und Prognoseinstrumente auf Basis direkter Zahlungsströme dar-gelegt. Es werden zudem auch Einordnungen und Anwendungen der Prognoseverfahren in Grundzügen vorgestellt und erläutert.

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Im Jahr 2001 wurden 184.0251) Existenz- und Unternehmensgründungen in Deutsch-land registriert. Diese nicht unerhebliche Anzahl von Gründungen erfordert eine sorg-fältige Ausarbeitung und Planung von betriebswirtschaftlichen Vorgängen in weitge-hend allen Bereichen einer Existenzgründung. Die Problematik liegt dabei in der fehlen-den oder nur in Ansätzen verfügbaren Datengrundlage für die Planung und der daraus resultierenden schweren Abschätzbarkeit zukünftiger Entwicklungen. Als besonders schwierig abschätzbar können, aufgrund des Markteintritts und damit der fehlenden Er-fahrung, Einzahlungen aus Umsatzerlösen angesehen werden. Zur Lösung dieser Pro-blematik unter finanziellem Aspekt sollen grundlegende Planungs-, Analyse- und Prog-nosetechniken dargestellt und entwickelt werden, um die Existenzgründung in einer besonderen Unsicherheitssituation erfolgreich durchführen zu können. Dabei wirken Einflussgrößen und -faktoren, sowie deren Interdependenzen auf den zu ermittelnden und zu deckenden Kapitalbedarf. Diese sollen in der Arbeit analysiert und in die Plan-ung eingebunden werden, um in Bezug auf die Einwirkungen einen resultierenden Kapi-talbedarf auf niedrigem Niveau halten zu können.

1.2 Gang der Arbeit

Der Begriff Existenzgründung ist in der Literatur nicht eindeutig bestimmt, deshalb ist es zunächst erforderlich eine Definition und terminologische Abgrenzungen vorzuneh-men. Darauf aufbauend werden Grundlagen der Planung und zu berücksichtigende Grundsätze formuliert, die in Bezug auf die zeitlich versetzten Einzahlungsströme, unter Anwendung von Finanzierungsregeln eine stabile finanzwirtschaftliche Situation über einen langen Planungszeitraum bewirken sollen. Vor Beginn der eigentlichen Planungs-methodik wird zuerst der Kapitalbedarf definiert und Einflussgrößen und -faktoren in ihrer Wirkung auf diesen dargestellt. Insbesondere die Einflussfaktoren sind sowohl in der Gründung als auch später wirksam und deshalb im vornherein, zur bestmöglichen Ablaufgestaltung, zu berücksichtigen. Für die anschließende Planung wird eine Unter-teilung in eine langfristige, gestaltbare Kapitalbedarfsplanung und in eine dispositive, mittel- und kurzfristige Liquiditätsplanung vorgenommen. Die langfristige Planung wird ihrerseits in eine einmalige und in eine laufende Kapitalbedarfsplanung unterglie-dert. Eine einmalige Kapitalbedarfsplanung wird im Gründungsfall bei fehlenden Daten angewandt und basiert auf ermittelten Näherungswerten. Die laufende Kapitalbedarfs-planung kann von der Gründung an weiterentwickelt und mit zunehmender Datengrund-lage detailierter und exakter ausgearbeitet werden. Berücksichtigt werden dabei die Ge-staltung des Kapitalfonds mit der Zielsetzung der Bonitätserhaltung, die Sicherung des finanziellen Gleichgewichts und im Falle von Kapazitätserweiterungen anwendbare Funktionen. Beim klassischen Planungsansatz der laufenden Kapitalbedarfsplanung werden über die Bilanz-, Gewinn- und Verlustplanung Zahlungsgrößen indirekt abgelei-tet. Neben dieser Darstellung wird im Rahmen der Arbeit ein neues Planungsverfahren, welches auf direkten Zahlungsgrößen basiert, entwickelt und mit einem Bsp. anschau-lich dargestellt. Anschließend wird die Liquiditätsplanung definiert und mit einer aus-führlichen Reservenplanung, einem erforderlichen Vereinfachungsprinzip, sowie einer Liquiditätskontrolle in ihren Grundlagen dargestellt. Eine weitere Spezifizierung erfolgt durch die Untergliederung in eine mittel- und kurzfristige Liquiditätsplanung. Die mit-telfristige Liquiditätsplanung wird in ihrem Planungsablauf, der Erstellung eines struk-turellen Liquidiätsplans orientiert an der langfristigen Planung und der Beseitigung von Liquiditätsengpässen dargestellt. In die Planung fließen Prognoseverfahren zur Umsatz- und Einzahlungsermittlung, Einflussgrößen und Interdependenzen aus Teilplänen, so-wie eine vereinfachte Abweichungsanalyse auf der Auszahlungsseite mit ein. Die kurz-fristige Liquiditätsplanung umfasst Prognosevarianten, inkl. einer neu entwickelten Va-riante, zur Bestimmung von Einzahlungen die in den kurzfristigen Liquiditätsplan integ-riert werden. Zur Analyse von Abweichungen wird ein neues Analyseinstrument auf Kumulationsbasis mit anpassbarem Detailierungsgrad entwickelt. Abschließend werden in einem Modell Pläne, Planung, Einflussgrößen und -faktoren, sowie Interdependenzen dargestellt.

2 Existenzgründung

2.1 Definition und Erläuterung

Eine Existenzgründung ist die Errichtung eines arbeitsfähigen, erwerbswirtschaftlichen Existenzbetriebes2), mit langfristigem Rentabilitätsziel unter Einhaltung ständiger Liqui-dität, zur Sicherung der materiellen Lebensgrundlage eines Existenzgründers. Eine E-xistenzgründung beinhaltet alle Maßnahmen zur Planung, zum Aufbau und zur Erhal-tung des Betriebes. Gegenstand der Arbeit sind Existenzbetriebe, die eine komplexe, sorgfältige, betriebswirtschaftliche Planung erfordern. Der Gründungsvorgang kann auf der Grundlage von Innovationen oder durch Übernahme vorhandener Geschäftsideen, welches die Mehrzahl der Fälle darstellt, erfolgen.3) Beide Varianten können bei einer Existenzgründung auftreten, so dass Gründungen auf Basis wissenschaftlicher Ent-wicklungen aus dem Hochschulbereich als zugehörig angesehen werden können.

2.2 Abgrenzung zur Unternehmensgründung

Für die Unterscheidung von Existenzgründung und Unternehmensgründung existieren nur Ansätze, aufgrund dessen eine Kategorisierung problematisch erscheint.4) Die Ab-grenzung kann deswegen nur anhand weniger Kriterien erfolgen. Die Komplexität bei einer Unternehmensgründung ist erheblich höher als bei einer Existenzgründung, so dass auch der Umfang eines Unternehmens höher ist.5) Durch die wesentlich geringere Komplexität, bei einer Existenzgründung, ist die Koordination und die Planung von be-triebswirtschaftlichen Vorgängen, insbesondere die Planung betrieblicher Teilpläne, an den Existenzgründer gebunden. Eine komplexere Unternehmensgründung erfordert eine detailiertere Planung in den zugehörigen Abteilungen. Diese Delegation bedeutet eine weniger präsente Gründerperson. Aufgrund dessen kann der Personenbezug neben dem Komplexitätsgrad als entscheidendes Kriterium angesehen werden.6)

2.3 Abgrenzung zu anderen Gründungsformen

Die Existenzgründung kann die verschiedenen rechtlichen Gesellschaftsformen beinhal-ten. Entscheidend ist der Komplexitätsgrad und der Personenbezug des Gründers. Nicht erfasst werden, Gründungsformen für die keine umfassende betriebswirtschaftliche Pla-nung erforderlich ist, oder Gründungsformen bei denen Planungen in unerheblichem Umfang als ausreichend angesehen werden. Nach dieser Abgrenzung können Freiberuf-ler, Selbständige und Kleingewerbetreibende je nach Komplexitätsgrad zugeordnet oder ausgeschlossen werden. Die betriebswirtschaftliche Planung wird als entscheidend an-gesehen, so dass die Eintragung ins Handelsregister nicht als maßgebendes Kriterium verwendet wird.

3 Planungsgrundlagen

3.1 Qualitative und Quantitative Planung

Planung ist das Durchdenken betriebswirtschaftlicher Vorgänge von einer Ausgangspo-sition bis zu einem gesetztem Planungshorizont um die Zielsetzungen eines Existenz-gründers zu erreichen.7) Die qualitative Planung bedeutet in diesem Zusammenhang die fundierte Ausarbeitung effektiver Zielsetzungen, z. B. die Erreichung eines Rentabili-tätsziels bei ständiger Liquidiät innerhalb eines Gründungskonzeptes, welches in der quantitativen Planung effizient durchgeführt wird, z. B. durch betriebliche Teilpläne, um dem betriebswirtschaftlichem Kosten- und Nutzengedanken zu entsprechen.8) Der Zweck der Planung besteht in der Erreichung dieser Zielsetzungen und ihrem Abgleich mit der realen Entwicklung, der weitgehend objektiven Abschätzung zukünftiger posi-tiver oder negativer Entwicklungen, und der Vorbereitung von Entscheidungen und Handlungen.9)

3.2 Finanzwirtschaftliche Grundsätze

3.2.1 Güterwirtschaftliche- und Nominalströme

Güterwirtschaftliche Vorgänge in den Hauptbereichen Beschaffung, Produktion und Veräußerung lösen finanzielle Vorgänge aus, die gleichzeitig oder asynchron ablaufen können, so dass ein enger Zusammenhang der Hauptbereiche mit dem Finanzbereich besteht.10) Eine unmittelbare oder gesamtbetriebliche Asynchronität verknüpfter güter-wirtschaftlicher und finanzieller Vorgänge und eine teilweise Eigenständigkeit des Fi-nanzbereichs bei der Gestaltung der Nominalströme, z. B. eine Entscheidung über kurz- oder langfristige Kreditaufnahme, sind in der finanzwirtschaftlichen Planung zu berücksichtigen.11)

3.2.2 Geldvermögen und Zahlungsströme

Durch die Geschäftstätigkeit des Existenzbetriebes fallen Nominalströme an die sowohl Ausgaben- oder Einnahmencharakter, aber auch den spezifischeren Aus- oder Einzah-lungscharakter haben können. Eine exakte Begriffszuordnung ist für die finanzwirt-schaftliche Planung aufgrund der Liquiditätsbedingung bedeutend. Aus- und Einzah-lungen können aufgrund der tatsächlichen Zahlungsvorgänge der kurz- und mittelfristig-en Liquiditätsplanung zugeordnet werden, während die Ausgaben und Einnahmen auf-grund der begrifflichen Zugehörigkeit zum Geldvermögen, welches auch Forderungen und Verbindlichkeiten beinhaltet, der langfristigen Kapitalbedarfsplanung zugeordnet werden können.12)

3.2.3 Finanzierungsgrundsätze

Unabhängig von der kritischen Einschätzung auf theoretische Exaktheit oder Allge-meingültigkeit sind Finanzierungsgrundsätze sinnvoll um das Vertauen von Fremdkapi-talgebern zu erlangen, und können deshalb als Orientierung für die Erreichung finanz-wirtschaftlicher Stabilität herangezogen werden.13) Aufgrund der Gründungssituation ist es zweckmäßig die Liquidiät vorrangig vor der Rentabilität und nicht nur als Nebenbe-dingung festzulegen.14)

Grundsätzlich können bei der Deckung eines Kapitalbedarfs drei Finanzierungsregeln angewandt werden.15) Mit der goldenen Finanzierungsregel soll die Deckung der Fris-tigkeiten von Mittelverwendung und Mittelherkunft erreicht werden.16) Der Existenzbe-trieb wird im Gründungsfall erst aufgebaut, so das dieser Grundsatz eine Orientierung für Investitionen und deren Finanzierung darstellt. Die goldene Bilanzregel ist eine strukturelle Relationsfestlegung zwischen Mittelverwendung und Mittelherkunft.17) Um das Risiko von Finanzierungsproblemen von vornherein zu reduzieren, ist für die Exis-tenzgründung die weiteste Fassung am zweckmäßigsten, bei der grundsätzlich alles langfristig gebundene Kapital18), hauptsächlich Anlagevermögen und Teilbereiche des Umlaufvermögens, auch entsprechend mit Mitteln des Eigen- und Fremdkapitalbereichs langfristig zu finanzieren sind.19) Bei langfristig gebundenem Kapital werden damit An-schlussfinanzierungen, die bei kurzfristiger Finanzierung anfallen könnten, vermieden. Im Umlaufvermögen sind dies insbesondere Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, sowie Wa-renbestände.20) Die Kapitalstrukturregel ist eine Relationsfestlegung von Fremdkapital zu Eigenkapital mit einer bestimmten Größe als Beurteilungsmaßstab.21) Soweit eine Branche zum Zeitpunkt der Existenzgründung existiert stellt diese Kennzahl eine gute Orientierungsgröße für die Planung der zukünftigen Entwicklung dar. Falls dies nicht der Fall ist und auch keine anderen Orientierungsmöglichkeiten vorhanden sind, kann diese Kennzahl als Mindestanforderung aufgefasst werden, die in der zukünftigen Ent-wicklung verbessert werden soll. Bei einer Existenzgründung ist eine Eigenkapitalbetei-ligung von 20- 30 %22) unumgänglich.

4 Kapitalbedarfsplanung

4.1 Definition Kapitalbedarf

Ein Kapitalbedarf ist eine entstehende Nachfrage nach Finanzierungsmitteln, verursacht durch einen nicht deckbaren Betrag aufgrund asynchronen Verlaufes von Aus- und Ein-zahlungsströmen.23) Zur Darstellung der Komponenten des Kapitalbedarfs, der Höhe und der zeitlichen Verteilung, auch als Kapitalbindungsdauer bezeichnet, erfolgt die Be-rechnung kumulativ.24)

4.2 Einflussfaktoren auf den Kapitalbedarf

4.2.1 Definition der Einflussfaktoren

Einflussfaktoren sind qualitative und quantitative Einwirkungen25) auf eine oder beide Komponenten, der Höhe und der zeitlichen Verteilung, des Kapitalbedarfs. Erfolgen diese Einwirkungen innerhalb des Existenzbetriebes und sind somit weitgehend gestalt-bar, dann handelt es sich um interne Einflussfaktoren. Treten diese Einwirkungen je-doch außerhalb des Existenzbetriebes auf und sind damit nur teilweise oder nicht beein-flussbar, dann handelt es sich um externe Einflussfaktoren.

4.2.2 Interne Einflussfaktoren auf den Kapitalbedarf

4.2.2.1 Gestaltung der Prozessanordnung

Nach Gutenberg26) können produktbezogene Grundprozesse27), Vorratsprozesse, Prozes-se der Anlagennutzung und nicht produktbezogene Grundprozesse als Einwirkungsbe-reiche strukturiert werden. Diese Bereiche können durch ihre Anordnung auf die Kom-ponenten des Kapitalbedarfs einwirken.28) Prozesse und Beschaffungszeitpunkte sind prinzipiell gestaffelt anzuordnen, so dass eine nivellierende Kapitalbedarfskurve, die einen reduzierten Höchstbetrag im Gegensatz zu Kapitalbedarfskurven anderer Anord-nungen aufweist, erreicht werden kann.29) Die verschiedenen Prozesse wirken unterein-ander interdependent, so dass die Gesamtheit der Anordnungen so zu gestalten ist, dass die Kapitalbedarfskurve einen niedrigen Verlauf annimmt.

4.2.2.2 Gestaltung der Prozessgeschwindigkeit

Die Beeinflussung der Prozessgeschwindigkeit kann im güterwirtschaftlichen oder im finanzwirtschaftlichen Bereich erfolgen.30) Im güterwirtschaftlichen Bereich kann die Kapitalbindungsdauer durch Reduzierung von Lagerdurchlaufzeiten aller Lagerarten verringert werden, wie dies gleichermaßen durch Erhöhung des Produktionsdurchlaufs oder der Anzahl der Dienstleistungen, d. h. durch eine höhere Menge pro Zeiteinheit, er-reicht werden kann.31) Werden Prozesse und Beschaffungszeitpunkte gestaffelt angeord-net und die Prozessgeschwindigkeit so beschleunigt, dass mindestens die ersten Einzah-lungen mit Auszahlungen von Folgeprozessen zusammentreffen, kann neben der Kapi-talbindungsdauer auch die Höhe des Kapitalbedarfs verringert werden.32) Im finanzwirt-schaftlichen Bereich kann, bei gestaffelter Prozessanordnung und gestaffelten Beschaf-fungszeitpunkten, der Kapitalbedarf reduziert werden, wenn Debitorenziele verkürzt und Kreditorenziele verlängert werden.33) Derartige Maßnahmen würden eine Verkür-zung der Einzahlungsdauer und eine Verlängerung der Auszahlungsdauer bewirken.

4.2.2.3 Anpassung an Beschäftigungsschwankungen

Auf Änderungen der Abnehmernachfrage kann zur Regulierung des Produktionsvolu-mens quantitativ, intensitätsmäßig, zeitlich oder über eine Kombination der drei Fakto-ren reagiert werden.34) Die zugehörige Gleichung ist in Abb. 1 dargestellt. Derartige An-passungen bewirken grundsätzlich eine Veränderung der Prozessanzahl.35)

Abb. 1: Änderungsmöglichkeiten der Ausbringungsmenge

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 59

Ist die Ausbringungsmenge aufgrund Nachfragerückgangs zu verringern, kann bei pro-duktbezogenen Grundprozessen eine Anpassung durch die Faktoren eine Kapitalbe-darfssenkung bewirken.36) Quantitative Anpassungen verursachen in diesem Fall, im Produktionsbereich wie auch im Ein- und Ausgangslager, Leerkapazitäten.37) Derartige Leerkapazitäten bedeuten eine höhere Kapitalbindung. Deshalb ist es sinnvoll eine Ka-pazitätserweiterung, bei erwartetem Wachstum, stufenweise aufzubauen um auf uner-wartete Nachfragerückgänge besser reagieren zu können. Ist eine Erhöhung der Aus-bringungsmenge möglich so bedeutet dies auch eine Erhöhung der produktbezogenen Grundprozesse. Zusätzliche Prozesse sind gestaffelt anzuordnen: zwischen Beginn- und Beendigungszeitpunkten der bisherigen Prozesse, um durch nivellierende Wirkungen Kapitalbedarfserhöhungen auf niedrigem Niveau zu halten.38) Die Intensitätsmäßige An-passung hat im Gegensatz zur mengenmäßigen oder zeitlichen Anpassung eine kausale Wirkung auf die Prozessgeschwindigkeit.39) Eine erhöhte Ausbringungsmenge durch eine erhöhte Intensität und damit zusätzlich erhöhter Prozessgeschwindigkeit bewirkt eine unterproportionale Kapitalbedarfserhöhung und ist aufgrund dessen voll auszu-schöpfen.40)

Rückgänge der Ausbringungsmenge verursachen im Eingangslager Überbestände an Warenvorräten und damit einen überhöhten Kapitalbedarf, der nur zeitverzögert abgebaut werden kann.41) Im Ausgangslager bedeutet die reduzierte Menge einen Lager-abbau bei verringerter Produktion, und somit einen geringeren Kapitalbedarf, der aller-dings durch verringerte Einzahlungen kompensiert wird.42) Steigt die Ausbringungs-menge, wird das Eingangslager früher erschöpft und bewirkt zu einem früheren Zeit-punkt einen höheren Kapitalbedarf.43) Das Ausgangslager wird durch die höhere Nachfrage schneller abgebaut was einen verringerten Kapitalbedarf bewirken kann, dieser wird jedoch durch die steigende Prozessanzahl, der erforderlichen Produktions-ausweitung, erhöht und somit wieder kompensiert.44) Daraus läßt sich ableiten das die Lagerhaltung grundsätzlich an der Ausbringungsmenge zu orientieren ist. Anpassungen bei Betriebsanlagen können gleichermaßen quantitativ, zeitlich oder intensitätsmäßig vorgenommen werden. Bei sinkender Ausbringungsmenge sind im Falle der quantita-tiven Anpassung Betriebsanlagen mit der längsten Nutzungsdauer Inbetrieb zu halten, damit kapitalbedarfserhöhende Ersatzanschaffungen zum spätest möglichen Zeitpunkt erfolgen.45) Zeitliche Anpassungen verringern den Kapitalbedarf, bewirken jedoch einen verlangsamten Kapitalbindungsabbau und damit Rückflussüberhänge.46) Soweit der Er-satzzeitpunkt der Betriebsanlage das Ende der Nutzungsdauer ist und nicht der Ersatz nach technischer Entwicklung, sind Rückflussüberhänge wirkungslos.47) Bei Ersatz nach technischer Entwicklung können bei verringerter Nutzung Kapitalbindungen nicht freigesetzt werden.48) Die Ersatzentscheidung kann in diesem Fall von anderen Kriterien bedingt sein. Eine verringerte Intensität führt entsprechend der zeitlichen Anpassung zu einer verlängerten Kapitalbindungsdauer.49) Steigt die Ausbringungsmenge, sind bei quantitativer Anpassung neue Betriebsanlagen zwischen den Ersatzzeitpunkten der alten Betriebsanlagen anzuschaffen, um eine nivellierende Kapitalbedarfskurve bei gestaffelt-er Anordnung zu bewirken.50) Eine Erhöhung der Intensität bewirkt gleichermaßen wie die Erhöhung der zeitlichen Inanspruchnahme eine Reduzierung der Kapitalbindungs-dauer.51) Eine erhöhte Nutzung, zeitlich oder intensitätsmäßig, bedeutet somit eine Vor-verlegung von Ersatzzeitpunkten.52) Dazukommend verursacht im Übergangszeitraum, die Inbetriebnahme von Ersatzmaschinen eine höhere Kapitalbindung um den noch nicht freigesetzten Betrag der alten Maschine.53) Bei einer Intensitätserhöhung wird die Kapitalbindung im Übergangszeitraum, aufgrund der schnelleren Prozessgeschwindig-keit noch zusätzlich gesteigert.54) Die Zeitspanne der Inbetriebnahme ist demzufolge so kurz wie möglich zu gestalten.

4.2.2.4 Gestaltung Produktions- und Absatzprogramm

Das Produktions- und Absatzprogramm kann qualitativ und quantitativ angepasst wer-den.55) Bei quantitativer, verhältnismäßiger Änderung von einigen Produktarten, und konstanter Gesamtanzahl der Produktarten, ist die Kapitalbedarfserhöhung gering wenn das umproportionierte Produktionsvolumen mit den bisherigen Kapazitäten produziert werden kann.56) Sind jedoch für Umstellungen zusätzliche oder produktionstechnisch andere Kapazitäten erforderlich erhöht sich der Kapitalbedarf erheblich.57) Die Höhe des zusätzlichen Kapitalbedarfs ist abhängig vom Anteil der freien, benutzbaren Kapazität an der Gesamtkapazität, und die Kapitalbindungsdauer ist abhängig vom Zeitpunkt der Erweiterung bis zum Zeitpunkt der ersten Rückflüsse.58) Bei quantitativer Anpassung durch neue Produktarten sind neue Kapazitäten zu schaffen.59) In diesem Fall erhöht sich der Kapitalbedarf in Abhängigkeit von einem zusätzlich anzuschaffenden Anlage-vermögen, einem Lagerumschlagskoeffizienten zusätzlicher Bestände im Ein- und Aus-gangslager, einem Umschlagskoeffizienten zusätzlicher Forderungen und einer veränd-erten Liquiditätsreserve.60) Die erforderlichen Auszahlungen für Forschung, Entwick-lung, Markteinführung und einem möglicherweise erforderlichen Ausbau des Absatzbe-reiches erhöhen den Kapitalbedarf erheblich.61) Es kann in einigen Bereichen zu Eng-pässen kommen.62) Bei einer qualitativen Anpassung wird ein neues Produktions- und Absatzprogramm erstellt, bei dem neue mit alten Erzeugnissarten getauscht werden.63) Der Kapitalbedarf erhöht sich wenn die bisherigen Kapazitäten nicht für das neue Pro-duktions- und Absatzprogramm verwendbar sind.64) Auch in diesem Fall können Eng-pässe entstehen.65) Eine nicht freigesetzte Kapitalbindung abzüglich eines Verkaufsbe-trages ist die Folge von nicht mehr verwendbaren Kapazitäten.66) Eingangs- und Aus-gangslager erfordern in allen drei Fällen eine Kapazitätsanpassung und damit einen er-höhten Kapitalbedarf.67) Grundsätzlich läßt sich konstatieren das eine Gestaltung des Produktions- und Absatzprogramms mit Kapitalbedarfserhöhungen, veränderten Kapi-talfreisetzungen und möglicherweise nicht freisetzbaren Kapitalbindungen verbunden ist.6 8)

4.2.2.5 Anpassung durch Änderung der Betriebsgröße

Nach Errichtung des Betriebes bedeutet eine Änderung der Betriebsgröße eine Ände-rung der vorhandenen Kapazität.69) Eine Betriebserweiterung mit nicht teilbaren Kapazi-täten, von Einheiten bisheriger Produktions- und Absatzeinrichtung oder Einheiten von Produktions- und Absatzeinrichtungen anderer Beschaffenheit, verursacht einen zusätz-lichen Kapitalbedarf.70) In der Aufbauphase existieren keine mindernden Einzahlungen aus der Erweiterung, so dass die Kapitalbedarfskurve sich aus kumulierten Auszahlung-en eines Zahlungsplans zusammensetzt.71) Bei der Erweiterung entsteht das Problem von Leerkapazitäten, da Einheiten nicht teilbarer zusätzlicher Kapazitäten die geplante Erweiterungsgröße häufig übersteigen.72) Die Komponenten des Kapitalbedarfs unterlie-gen betriebsindividuellen Umständen, in Abhängigkeit einer zusätzlichen Erweiterung oder auch einer kompletten oder teilweisen Umstrukturierung bisheriger Kapazitäten.73) Erfolgt ein Ersatz von Maschinen vor dem Ende ihrer Nutzungsdauer ist die fehlende Freisetzung von Kapitalbindungen zu berücksichtigen.74) Eine Betriebserweiterung ist erforderlich sobald ein zusätzlich geplantes Produktionsvolumen die bisherigen Leerka-pazitäten übersteigen würde.75) Die Planung des Kapitalbedarfs bei einer Kapazitätser-weiterung auf der Grundlage eines steigenden Produktions- und Absatzvolumens bein-haltet die Ermittlung von Kapitalbedarfen in den einzelnen Funktionsbereichen zu ei-nem Zeitpunkt oder innerhalb eines Zeitraumes.76) Es wird dabei eine kausale Abhän-gigkeit zwischen den Funktionsbereichen und dem Produktions- und Absatzvolumen angenommen, welches in der Planung prozentual berücksichtigt werden kann.77) Die Kapitalbedarfskurve der Betriebserweiterung beschränkt sich auf den Zeitraum zwi-schen den zwei verwirklichten Kapazitätsstufen.78) Die Berechnungen des Kapitalbe-darfs bei verschiedenen Betriebsgrößen erfordern eine betriebsindividuelle und situati-onsbedingte Analyse.79) Damit sind in der Kapitalbedarfsberechnung „Zufälligkeiten und Einmaligkeiten der Ausgangslage und der erwarteten Konstellation inner- und außerbetrieblicher Art“80) berücksichtigt.

4.2.3 Externe Einflussgrößen und -faktoren

Die umgebende Umwelt eines Existenzbetriebes, mit dem Schwerpunkt des ökonomi-schen und politischen Bereiches, wirkt auf die Komponenten des Kapitalbedarfs. Ex-terne Einflussgrößen81), z. B. Preissteigerungen, Zinsschwankungen oder Wechselkurs-änderungen, sind dabei grundsätzlich nicht beeinflussbar, aber aufgrund verursachter Einwirkungen auf den Kapitalbedarf zwingend zu berücksichtigen. Sie können als ge-sonderte Variablen, welche vom Existenzgründer subjektiv geschätzt werden müssen, in Kapitalbedarfsgleichungen integriert werden. Dies gilt gleichermaßen für Einflussfakto-ren und deren finanzielle Auswirkungen, soweit diese quantitativ integriert werden kön-nen. Ein Beispiel dafür ist die Gestaltung von Arbeitsplätzen nach arbeitsrechtlichen Vorschriften und verbundenen Auszahlungen.

4.2.4 Gründungsspezifische Einflussgrößen und -faktoren

Einflussgrößen- und faktoren die vor der wirtschaftlichen Tätigkeit wirksam sind kön-nen als gründungsspezifisch bezeichnet werden. Beispiele für diese Einflussfaktoren sind die Art der Tätigkeit und die damit gewählte Branche, die Betriebsgröße und die Wahl des Standortes.82) Beispiele für Einflussgrößen sind Einlagen durch die gewählte Rechtsform, Zuschüsse und Gründungskredite. Die Komponenten des Kapitalbedarfs werden aufgrund individueller Entscheidungen beeinflusst.

[...]


1) Statistisches Bundesamt: Statistische Monatszahlen, in: WiSta, 2003, S. 54*.

2) Der Begriff Betrieb wird erweitert und beinhaltet neben der organisatorischen, technischen und ört- lichen Einheit in diesem Fall auch die rechtliche und finanzielle Einheit. Die Abgrenzung zur Unternehmung erfolgt aufgrund des Gründungsbezuges durch andere Kriterien.

3) Vgl. Fallgatter, M. J.: Entrepreneurship, 2002, S. 21 f.

4) Vgl. Fallgatter, M. J.: Entrepreneurship, 2002, S. 21 ff.

5) Vgl. Fallgatter, M. J.: Entrepreneurship, 2002, S. 21 und Wessel, H. H./Zwernemann D./Kögel S.: Firmengründung, 2001, S.52.

6) Vgl. Fallgatter, M. J.: Entrepreneurship, 2002, S. 22.

7) Vgl. Gälweiler, A./Schwaninger M.: Unternehmensplanung, 1986, S. 25.

8) Vgl. Gälweiler, A./Schwaninger M.: Unternehmensplanung, 1986, S. 25.

9) Vgl. Gälweiler, A./Schwaninger M.: Unternehmensplanung, 1986, S. 32 ff.

10) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 2.

11) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 2.

12) Vgl. Scheld, G. A.: Istkostenrechnung, 2000, S. 36 f.

13) Vgl. Nathusius, K.: Gründungsfinanzierung, 1990, S. 157 f. und Wöhe, G./Bilstein, J.: Unternehmensfinanzierung, 2002, S. 405 ff.

14) Vgl. Wöhe, G./Bilstein, J.: Unternehmensfinanzierung, 2002, S. 23.

15) Vgl. Wöhe, G./Bilstein, J.: Unternehmensfinanzierung, 2002, S. 406 ff.

16) Vgl. Wöhe, G./Bilstein, J.: Unternehmensfinanzierung, 2002, S. 406.

17) Vgl. Wöhe, G./Bilstein, J.: Unternehmensfinanzierung, 2002, S. 408.

18) Der Begriff Kapital wird für Zahlungsmittel, oder soweit der Sachverhalt dies erfordert, für Vermö- gensgegenstände verwendet. Beispielsweise werden Kapitalbindungen grundsätzlich auf inves- tiertes Kapital und somit auf Vermögensgegenstände bezogen.

19) Vgl. Nathusius, K.: Gründungsfinanzierung, 1990, S. 157 und Wöhe, G./Bilstein, J.: Unternehmensfinanzierung, 2002, S. 408.

20) Vgl. Wöhe, G./Bilstein, J.: Unternehmensfinanzierung, 2002, S. 408.

21) Vgl. Wöhe, G./Bilstein, J.: Unternehmensfinanzierung, 2002, S. 409 f.

22) Nathusius, K.: Gründungsfinanzierung, 1990, S. 155.

23) Vgl. Büschgen, H. E.: Kapitalbedarf, in: Christians, F. W.: Finanzierungshandbuch, 1988, S. 161 und Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 6.

24) Vgl. Däumler, K. D.: Betriebliche Finanzwirtschaft, 2002, S. 40.

25) Diese Einwirkungen erfolgen in der güterwirtschaftlichen Ebene strukturell auf den Produktions- prozess.

26) Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 19.

27) Unter produktbezogenen Grundprozessen sind folgende fünf Vorgänge zu verstehen : Auszahlung- en für Güter und Leistungen des Produktionsprozesses mit, vor oder nach Lieferung der Güter oder Inanspruchnahme der Leistungen; Beschaffungsvorgänge mit oder ohne Lagerprozesse; Produktionsdurchlauf und Koordination innerhalb einer arbeitsfähigen Organisation; Veräuße-rungsvorgänge mit oder ohne Lagerprozesse; und Einzahlungen mit, vor oder nach Abnahme der Erzeugnisse, vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 16 f.

28) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 19 ff., S. 26 ff., S. 31 ff. und S. 38 ff.

29) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 37 ff.

30) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 44 f.

31) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 48 f.

32) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 52 ff.

33) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 55 ff.

34) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 59.

35) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 60.

36) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 61 f.

37) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 61.

38) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 63 f.

39) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 64.

40) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 65.

41) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 67 f.

42) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 71.

43) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 69 f.

44) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 71.

45) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 75.

46) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 78.

47) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 78 f.

48) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 82.

49) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 83.

50) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 76.

51) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 83.

52) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 84.

53) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 84.

54) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 84.

55) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 86 ff.

56) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 86.

57) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 86 f.

58) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 87.

59) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 88.

60) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 89.

61) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 90 f.

62) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 89.

63) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 92.

64) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 94.

65) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 92.

66) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 94.

67) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 94 f.

68) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 96.

69) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 98; Die Gründe für eine Änderung können in expansi- ven Zielsetzungen oder in notwendig werdender Betriebsgrößen-Reduzierung aufgrund vor- handener Überkapazitäten liegen.

70) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 99 f.

71) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 100.

72) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 101.

73) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 102 f.

74) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 103.

75) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 104.

76) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 107.

77) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 107.

78) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 107.

79) Vgl. Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 109.

80) Gutenberg, E.: Die Finanzen, 1980, S. 108.

81) Einflussgrößen wirken im Gegensatz zu den Einflussfaktoren wertmäßig oder in Verknüpfung mit einem Wertgerüst auf die Komponenten des Kapitalbedarfs.

82) Vgl. Eilenberger, G.: Finanzwirtschaft, 2003, S. 241.

Details

Seiten
75
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783832473174
ISBN (Buch)
9783838673172
Dateigröße
646 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222612
Institution / Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena – Betriebswirtschaft
Note
2,0
Schlagworte
finanzplanung prognose zahlungsfähigkeit abweichungsanalyse finanzwirtschaft

Autor

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Titel: Kapitalbedarfs- und Liquiditätsplanung bei einer Existenzgründung